Maqluba

makloubeEs geht  noch ein bißchen weiter mit der Ottolenghi-Rallye.

Maqluba ist ein palästinensisches Gericht. “Maqluba” heißt im Grunde “auf den Kopf gestellt”, und genau das passiert. Gemüse, in der Urversion Blumenkohl, wird zusammen mit Hühnchen und Reis in einem Topf gegart. Zum Servieren wird der Inhalt des Topfes auf eine Servierplatte gestürzt, so dass man eine Art großen, salzigen Kuchen erhält. Das Rezept in “Jerusalem” zu finden, ließ mich erfreut durch die Küche hoppeln. Ich mal  habe vor vielen Jahren nämlich mal Maqluba vorgesetzt bekommen und fand es gigantisch. Ab und zu habe ich mal versucht, es selbst machen, aber das Ergebnis war nie so, wie ich dieses Essen in Erinnerung hatte. Also jetzt eine neue Version zum testen. Und diesmal war ich tatsächlich zufrieden. So muss das schmecken!

Das Rezept ergibt eine ordentliche Portion für mindestens 4 hungrige Esser:

  • 2 Auberginen (es waren tatsächlich welche in meiner Abokiste; nicht grade saisonal 😉 )
  • 320 gr. Basmatireis
  • insgesamt 800 gr. Hühnerschenkel
  • 1 große Zwiebel
  • 10 Pfefferkörner
  • 2 Lorbeerblätter
  • Sonnenblumenöl
  • 1 Brokkoli (Original: Blumenkohl)
  • etwas Butter zum Ausfetten der Pfanne
  • 3-4 Tomaten (bei mir eine Handvoll Datteltomaten)
  • 4 große Zehen Knoblauch
  • 1 TL Kurkuma (beim Tippen fällt mir auf…..hab ich glatt vergessen…)
  • 1 TL Zimtpulver
  • 1 TL gemahlener Piment
  • 1 TL Baharat
  • Salz

Erst mal Baharat zum Selbermischen: 1 TL Pfefferkörner, 1 TL Koriandersaat, 1 kleine Stange Zimt, in grobe Stücke gebrochen, 1/2 TL Nelken, 1/2 gemahlener Piment, 2 TL Kreuzkümmelsamen, 1 TL Kardamomkapseln und 1/2 Muskatnuss, frisch gerieben zu einem feinen Pulver mahlen. Ich habe für solche Fälle eine Kaffeemühle im Einsatz; Geduldigere als ich nehmen einen Mörser

Auberginen in Scheiben schneiden, mit Salz bestreuen und 20 min stehen lassen.

Reis waschen und in reichlich Salzwasser mindestens 30 min einweichen.

Jetzt kommt meine Lieblingsbeschäftigung 😉 : Hühnchenschenkel entbeinen. Das Hühnchenfleisch in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze anbraten, bis es goldbraun ist, wenn nötig, ein bißchen Sonnenblumenöl zugeben. Zwiebel längs in Spalten schneiden und zusammen mit Pfeffer, Lorbeerblättern und 900 ml Wasser zum Hühnchen geben. Zum Kochen bringen und 20 min kochen lassen. Dann das Hühnchen herausnehmen, die Brühe durch ein Sieb geben und aufbewahren.

Während das Hühnchen kocht, in einer großen Pfanne reichlich Sonnenblumenöl erhitzen. Brokkoli (oder Blumenkohl) portionsweise braun ausbraten. Auberginen trockentupfen und ebenfalls ausbraten.

Das Öl aus der Pfanne gießen. Pfanne säubern. Eine beschichtete Pfanne man einfach mit etwas Butter auspinseln, wenn die Pfanne nicht beschichtet ist, sollte sie sicherheitshalber erst mit Backpapier ausgelegt werden.

Zunächst die Tomaten in Scheiben schneiden und den Boden damit auslegen; die Scheiben sollen überlappen. Darüber kommen die Auberginenscheiben, dann der Brokkoli (Blumenkohl), schließlich die Hühnchen-Stücke. Jetzt den Reis abgießen, und mit ihm als oberste Schicht die anderen Zutaten abdecken. Knoblauch grob hacken und darüber verteilen. Von der Hühnerbrühe ca. 700 ml abmessen und alle Gewürze hineinrühren, außerdem 1 TL Salz. Die Brühe über den Reis gießen, den Reis dann etwas festdrücken, um sicherzustellen, dass er mit Brühe bedeckt ist. Jetzt den Herd auf mittlere Hitze stellen und die Maqluba zum Köcheln bringen. Wenn alles simmert, die Hitze auf niedrig stellen und einen Deckel auf die Pfanne tun. Ca. 30 min köcheln lassen, den Deckel nicht lupfen; der Reis soll im Dampf garen. Dann den Topf vom Feuer nehmen, ein sauberes Küchenhandtuch zwischen Pfanne und Deckel legen, Deckel wieder auflegen und alles nochmal 10 min ruhen lassen. Wenn alles fertig ist, Deckel abnehmen, eine ausreichend große Servierplatte auf die Pfanne legen, alles stürzen. Die Pfanne sicherheitshalber noch ein paar Minuten auf der Platte lassen, dann vorsichtig abheben. Und: Guten Appetit! Dazu passt Joghurt mit Gurke oder ein Salat mit Gurke und Tomate.

Für Sabine: Elsässischer Hackfleischauflauf

hackfleischauflaufAls ich von Sabines  Blogevent “Elsass” laß, hab ich mich laut gefreut. Und dann hatte ich doch leichte Schwierigkeiten, was Passendes zu finden. Choucroute? Zwiebelkuchen? Quiche Lorraine? Hühnchen in Riesling? Mag ich alles, aber da muss es doch was anderes geben. Gefunden habe ich schließlich ein herzhaftes Familienessen für matschige Winterabende – und erwartungsgemäß mit Sauerkraut für den Vitaminkick.

Der Auflauf hat uns gut geschmeckt. Sauerkraut gibt es hier meist eher klasisisch als Beilage, manchmal auch zu Schupfnudeln oder Spätzle (einige Jahre im Schwabenland haben ihre Spuren hinterlassen 🙂 ). Aber mit Käse überbacken – das ist mal was Neues.

Im Original heißt das Rezept “Hackfleischtopf Colmar” – vielleicht weiß ja Sabine als Eingeweihte, was der Auflauf mit Colmar zu tun hat. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, ihn dort mal auf einer Speisekarte gesehen zu haben 😉 .

Für 4 Personen:

  • 100 gr. Räucherspeck
  • 1 Zwiebel
  • 400 gr. gemischtes Hackfleisch
  • 200  gr. Passata
  • 200 ml Rinderbrühe
  • 1 EL Zitronensaft
  • 350 gr. frisches Sauerkraut
  • 100 gr. Gruyère
  • Salz, Pfeffer, Thymian
  • 3 Wacholderbeeren, 1 Lorbeerblatt
  • Butter zum Fetten der Form

Backofen auf 200°C vorheizen.

Speck würfeln, Zwiebel abziehen und fein hacken.

Speck in einer großen Pfanne anbraten, dann Zwiebel zugeben und mitdünsten. Hackfleisch zugeben und krümelig braten. Passata, Brühe, Zitronensaft, Lorbeerblatt und die zuvor angequetschten Wacholderbeeren zufügen und alles kurz aufkochen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Thymian abschmecken.

Eine Auflaufform mit der Butter ausstreichen. Die Hälfte der Hackfleischmasse hineingeben. Sauerkraut abtropfen lassen und darauf verteilen. Restliches Hackfleisch darüber geben.

Käse reiben und über den Auflauf streuen. Alles in den Ofen schieben und 45 min überbacken. Dazu passt Kartoffelstampf.

Rezept adaptiert aus: “Elsässer Küche; Spezialitäten aus der Region“*

Ein Ausflug in die Weihnachtsbäckerei

P1000584Ja, auch ich backe Plätzchen. Und noch gar nicht mal wenige. Im Grunde ist es jedes Jahr das selbe Spiel: Erst habe ich keine Lust. Und dann muss ich an  mich halten, damit wir nicht noch zu Ostern auf Weihnachtsplätzchen herumknabbern. Da muss ja natürlich jedes Jahr Vanillekipferl geben und Kokosmakronen. Die Kinder müssen zumindest eine Ladung Butterplätzchen ausstechen. Dieses Jahr habe ich mich dazu hinreissen lassen, Spitzbuben und Spritzgebäck herzustellen, ob wohl ich im Grunde faul bin und am liebsten Plätzchen backe, die nichts mit aufwändigem Herumbasteln zu tun haben. Und dann müssen ja noch neue Rezepte ausprobiert werden. Wobei: die Klassiker gibt es jedes Jahr, die neuen in der Regel, egal wie gut sie waren, nur einmal.

Auf dem Teller ist ein Ausschnitt aus der diesjährigen Produktion: links Weihnachts-Schokoladen-Kekse nach Nigella Lawson, in der Mitte Marzipanbrote und rechts Schoko-Vanille-Taler aus, räusper, der Brigitte. Die kaufe ich einmal im Jahr, und zwar immer dann, wenn der Titel Plätzchen Rezepte verspricht.

Erstmal die Schokoladen-Kekse aus Nigella Lawson Weihnachtsbuch*, die es schon öfter gab, weil sie genau meine Kragenweite sind: schokoladig, innen zart schmelzend und kinderleicht herzustellen:

für ca. 30 Kekse:

  • 250 gr. weiche Butter
  • 150 gr. Zucker
  • 40 gr. Kakao
  • 300 gr. Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Ei

Für die Deko:

  • 2 EL Kakao
  • 175 gr. Puderzucker
  • 60 ml kochendes Wasser
  • 1 EL Orangenblütenwasser (Original: Vanilleextrakt)

wer möchte, bunte Deko-Perlen oder essbaren Glitter zum Bestreuen

Ofen auf 150°C Umluft (Ober-Unterhitze 170°) vorheizen und zwei Bleche mit Backpapier belegen.

Ich mache den Teig im Blender. Dazu gebe ich alle Zutaten in den Behälter und mixe, bis der Teig zusammenkommt. Wer es anders machen möchte, rührt zunächst die Butter mit dem Zucker schaumig, gibt das Ei zu, rührt dann das gesiebte Kakaopulver und schließlich die restlichen Zutaten unter.

Ich schaffe die Plätzchen gerne mit einem Plätzchenportionierer* aufs Blech, da werden sie sogar bei mir gleich groß :-). Man kann aber auch mit den Händen walnussgroße Kugeln abnehmen, diese aufs Blech legen und ein wenig flach drücken.

Plätzchen backe ich immer auf Umluft, weil ich dann zwei Bleche auf einmal einschieben kann. Die Plätzchen ca. 15 min backen; sie sind dann noch etwas weich. Wer keine Umluftfunktion hat, backt die Plätzchen nacheinander bei 170°C.

Plätzchen auskühlen lassen. Währenddessen den Guß vorbereiten. Dafür Puderzucker, Kakao, heißes Wasser  und Orangenblütenwasser in ein Töpfchen geben und unter Rühren (Schneebesen) erhitzen. Einmal kurz aufblubbern lassen, dann vom Feuer nehmen und 10 min stehen lassen. Das Ganze wirkt sehr flüssig, aber es wird sich setzen. Auf jeden Keks einen EL Guß geben und gleich die Deko darauf streuen.

Die Schoko-Vanille-Taler kamen bei meinen jüngeren Mitbewohner so gut an, dass ein Großteil schon verschwand, während die Plätzchen noch zum Auskühlen auf dem Gitter lagen.

Für ca 80 Plätzchen:

  • 250 gr. Mehl
  • 150 gr. kalte Butter
  • 125 gr. Zucker
  • 1 Ei
  • 1 Vanilleschote
  • 40 gr. weiße Schokolade
  • 40 gr. Zartbitterschokolade
  • 1 El Kakao
  • 1 Eiweiß
  • etwas Mehl zum Ausrollen

Mehl mit Backpulver mischen. Butter in Flöcken zugeben, dann Ei und Zucker und alles erst mit dem Knethaken des Handmixers, dann mit den Händen zu einem Teig verkneten (bei mir wanderte wieder alles in den Mixer). Den Teig in 2 Portionen teilen.

Für den weißen Teig die Vanilleschote auskratzen und das Mark zu einer Teighälfte geben. Die weiße Schokolade fein reiben, ebenfalls zu der Teighälfte geben und alles zu einem homogenen Teig verarbeiten.

Für den braunen Teig die Zartbitterschokolade fein reiben und zusammen mit dem Kakaopulver unter die zweite Teigportion kneten. Beide Teige in Frischhaltefolie wickeln und 1 h kalt stellen.

Jetzt beide Teige zu Rollen formen, die ca. 2,5 cm dick sein sollten. Die dunkle Teigrolle dann zu einem ca. 10 cm breiten Teigstreifen ausrollen. Der Streifen muss breit genug sein, um ihn um den hellen Teig herum wickeln zu können. Den Teigstreifen mit Eiweiß bepinseln und dann die helle Teigrolle in den braunen Teig einwickeln. Alles wieder in Frischhaltefolie einwickeln und mindestens 1 h kühl stellen.

Zum Backen den Offen auf 140°C Umluft (160°C Ober-Unterhitze) vorheizen und zwei Bleche mit Backpapier auslegen.

Die Teigrolle mit einem Brotmesser in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden, auf die Bleche legen und ca. 12 min backen.

Das Rezept für die ebenso einfachen wie genialen Marzipanbrote ist aus der E&T und Ihr findet es hier.

Ich wünsche Euch einen wunderschönen dritten Advent!

Was Warmes für den Winter – Zitronentee und Ingwertee

zitronentee

Zunächst eine kurze Entschuldigung – kaum angefangen zu bloggen und schon ein neues Design ;-). Das “alte” war mir auf Dauer noch immer zu unruhig; und ich habe immer wieder geschaut, ob ich nicht etwas einfacheres finden kann. Hier ist es nun; und so soll es auch bleiben.

Ich trinke Tee, und zwar in rauen Mengen. Tagsüber halte ich mich meist mit grünem Tee aufrecht, abends darf es auch mal ein Kräutlein sein. Kein Wunder also , dass ich Miss Boulettes  Artikel über koreanische Teesorten Teil 1, Teil 2 und Teil 3 mit großer Neugierde  gelesen habe. Die Sorten mit in Honig eingelegten Früchten waren mir komplett neu.

Das Rezept für Yuja Cha hat mich so begeistert, dass gleich zur Tat geschritten bin: Zitronenscheiben in Honig eingelegt, und weil es so schön war, das gleiche nochmal mit Ingwer. Nun sind die langen zwei Wochen Wartezeit rum und ich konnte die Tees testen – einfach herrlich! Der Tee mit Zitrone ist wunderbar fruchtig, und der süß-scharfe Ingwer weckt die Lebensgeister. Im Original wird der Tee mit Yuzu zubereitet, die konnte ich bislang nicht auftreiben. Ich habe also erst mal meine Zitronenvorräte geleert. Und da ich ich das ein oder andere Mal auch gerne Ingwertee trinke, landete auch noch eine Menge Ingwer im zweiten Glas. Das nächste Mal werde ich Zitrone und Orange mischen.

Die Herstellung ist denkbar einfach: man braucht unbehandelte Yuzu, Zitronen und/oder Orangen – oder eben Ingwer. Diese werden gewaschen und in ganz dünne Scheiben geschnitten und dann im Verhältnis 1:1 mit Honig in ein sterilisiertes Glas geschichtet; als oberste Schicht mit Honig luftdicht abschließen, damit nichts verdirbt. Das Ganze muss dann mindestens 2 Wochen durchziehen. Zum Trinken gießt man einfach 2-3 Teelöffel des Sirups mit heißem Wasser auf. Zum Originalrezept geht es hier bei Miss Boulette.

Süßkartoffelküchlein mit Kichererbsen-Relish

süßkartoffelplätzchenIndische Kartoffelküchlein wollte ich schon seit langer Zeit mal kochen, also los. Das Rezept ist von der Hübschen mit dem Schuhtick*, die nebenbei auch noch richtig gut kochen kann. Eine Rezension zum Buch gibt es bei Valentinas Kochbuch.

Ich hole mir gerne Anregungen in dem Buch, die indisch-englische Mischung gefällt mir. Diesmal fiel meine Wahl auf die Süßkartoffelküchlein, und ich wurde nicht enttäuscht. Ich bin keine allzu große Anhängerin von Süßkartoffeln, aber in diesen Küchlein machen Sie sich gut. Allerdings habe ich die Küchlein auch nur zum Teil mit Süßkartoffeln gemacht. In Verbindung mit den nussigen Kichererbsen und der Säure der Tamarinde haben die Küchlein richtig Spaß gemacht.

  • 2 Süßkartoffeln
  • 2 mehlig kochende Kartoffeln; im Original nur Süßkartoffeln
  • 1 Stück Ingwer
  • 1 Zwiebel
  • 2 grüne Chilies
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 TL gemahlener Koriander
  • ein paar Blättchen Koriandergrün
  • 50 gr. Semmelbrösel
  • 1 EL Kichererbsenmehl
  • Saft einer halben Limette
  • Neutrales Pflanzenöl zum Braten
  • Joghurt zum Servieren

Für das Kichererbsen-Relish:

  • 100 gr. trockene Kichererbsen, oder 1 Dose gekochte
  • 1 Zwiebel
  • Salz
  • 1/2 TL Kreuzkümmelsaat
  • Samen von 2 grünen Kardamomkapseln, gemörsert
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1 El Tomatenmark
  • 2 TL Tamarindenpaste (Frau Bhogal empfiehlt 3 EL; ganz bestimmt ist ihrre Paste viiiiel dünner als meine – oder sie mag es extrem sauer)
  • 50 ml Wasser
  • ein paar Stängel Koriandergrün
  • 1 Stange Zimt, zerstoßen

Wenn Ihr wie ich, frische Kichererbsen verwendet, diese erst mal über Nacht einweichen. Am nächsten Tag das Einweichwasser abgießen, mit frischem Wasser, einem Lorbeerblatt und einer Zimtstange in einen Topf geben und köcheln lassen, bis sie weich sind, dann abgießen und beiseite stellen. (Das ist einer der wenigen feierlichen Anläße, für die ich meine Dampfkochtopf aus dem Keller hole – damit dauert es nur 15 Minuten).

Süßkartoffeln und Kartoffeln schälen, würfeln und weich dämpfen. Knoblauch, Ingwer, Zwiebel und Chilis fein hacken und in eine Schüssel geben. Kartoffeln, Süßkartoffeln und Gewürze zugeben und alles mit einer Gabel zerdrücken. Korianderblättchen hacken und mit Semmelbröseln und Kichererbsenmehl unter die Kartoffelmasse mischen. Alles mit Salz, Pfeffer und Limettensaft würzen und zu einer homogenen Masse verarbeiten. Von der Masse etwa walnussgroße Portionen abnehmen, zu Küchlein formen und 30 min kühl stellen, damit die Masse etwas fester wird.

Inzwischen für das Relish die Zwiebel fein hacken und im Öl in einer Pfanne anschwitzen. Gewürze zugeben und etwa 2 min mit anrösten. Tomatenmark, Tamarinde und Wasser einrühren, Kichererbsen gründlich untermengen und alles 5 min köcheln lassen. Koriandergrün hacken und zum Relish geben.

Für die Küchlein in einer Pfanne etwas Öl erhitzen und die Küchlein portionsweise von beiden Seiten knusprig braun braten.

Zum Servieren mit Kichererbsen-Relish anrichten und mit einem Klecks Joghurt garnieren.

Und natürlich macht dieses Gericht mit bei Kerstins Veggi-Tag.

Ottolenghis “Abadi cookies”

abadiNeuen Kochbüchern kann ich nur schwer widerstehen. Und wenn dann noch alle, so wie hier oder hier derartig schwärmen, bin ich mit meiner Zurückhaltung am Ende. Kurz gesagt, vorgestern ist Ottolenghis “Jerusalem” *  bei mir eingezogen. Viel kann ich noch nicht sagen, außer, dass viele der Bilder ausser Speichelfluss auch noch Reisefieber auslösen. Und wenn ich so weiter blättere, wird es sicher mehr als ein Gericht aus diesem Buch geben; so auf den ersten Blick möchte ich erst mal (fast) alles kochen. Aber beim Blättern blieb mein Blick auf diesen Teilchen hängen, und die zogen mich sofort in die Küche. Vermutlich ist das typisch für mich, dass es das salzige Gebäck ist, das mich zuerst anzieht 😉

In der derzeitigen Saison könnte man das für Weihnachtsgebäck halten, aber es sind würzige, buttrige Kekse aus Hefeteig. Ottolenghi bezeichnet sie als “gefährlich abhängigmachend” und ich sage dazu nichts; kann ich auch gar nicht, bin zu vollgefressen.

Was für ein Glück, dass ich sie trotz des schlechten Lichts gleich fotografiert habe, sie sind nämlich verdammt schnell weg.

Für ca. 35 Kekse:

  • 500 gr. Mehl
  • 100 ml Sonnenblumenöl
  • 100 gr. Butter, zimmerwarm, in Würfeln
  • 10 gr. frische Hefe
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL Zucker
  • 1 1/2 Tl Salz
  • 1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 1/2 TL Fenchelsamen, geröstet und im Mörser angestoßen
  • 100 ml Wasser
  • 1 Ei
  • weiße Sesamsaat zum Bestreuen

Zuerst Hefe ins handwarme Wasser krümeln und auflösen. Dann aus allen Zutaten außer Ei und Sesam einen geschmeidigen Teig kneten. Ich finde, das geht in diesem Fall am besten mit Hand; ich kann die Butter so am besten einarbeiten.

Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.

Vom Teig ca. walnussgroße Stücke abnehmen (ungefähr 25 gr. pro Teil), und diese auf der sauberen Arbeitsfläche zu kleinen Schlagen von ca. 12 cm Länge rollen. Jede Schlange zu einem Ring schließen und auf das Backblech legen. Ca. 30 min ruhen lassen.

Inzwischen den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen. Das Ei verschlagen. Die Ringe mit Ei bepinseln und mit Sesam bestreuen.

In den heißen Ofen schieben und 22 min (yes, Ottolenghi ist genau 🙂 ) backen, bis die Ringlein goldbraun sind.

gnocchi mit topinambur

Gnocchi mit Topinambur und Salbeisauce

topinambur-gnocchi

Ich habe eher einen braunen Daumen, aber der Salbei, den ich irgendwann im Beet verbuddelt habe, wächst wie verrückt. Topinambur war in der Gemüsekiste. Und Gnoccchi gehen sowieso immer. Da kam dieses Gericht aus der neuen Saveurs gerade recht. Außerdem fallen jegliche Art von Knödel(chen) für mich unter Soul Food, und das kann ich grade brauchen, denn bei uns herrscht grade Chaos.

Wir haben da eine schicke Entfeuchtungsanlage, die in den nächsten Woche unseren Keller trocken legen soll. Die Löcher im Boden sind egal, die werden halt wieder zu gemacht, irgendwann. Das nervige ist der Lärm. Wir haben ein offenes Treppenhaus, und die Anlage, besonders der Kompressor, lärmt Tag und Nacht durchs Haus, dass es im Grunde das Beste ist, man wäre nicht da. Gut, wenigstens sollten wir trockene Weihnachten kriegen.

Zu den Gnocchi: Ich hab den Topinamburanteil erhöht, was den Knödelchen nicht geschadet hat; die Sauce hab ich mit einem Schuss Gemüsebrühe verlängert; blanke Sahne, wie im Rezept fand ich zu heftig und auch zu langweilig.

  • 250 gr. Topinambur
  • 200 gr. mehlig kochende Kartoffeln
  • 1 Eigelb
  • ca. 200 gr. Mehl, je nach Feuchtigkeit der Gnocchimasse
  • Olivenöl
  • 100 gr. Schlagsahne
  • 50 ml Gemüsebrühe
  • Salbeiblättchen
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Am Vortag Topinambur schälen und in ca. 20 min weich dämpfen. Dann pürieren, das Püree in ein Sieb geben, mit Frischhaltefolie abdecken und das Püree über Nacht an einem kühlen Ort abtropfen lassen.

Am nächsten Tag Kartoffeln kochen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Topinamburpüree und Eigelb zugeben, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und mit Mehl zu einem Teig verarbeiten; der Teig sollte glatt sein und nicht mehr kleben. Nun aus dem Teig Röllchen formen (ca 2 cm dick), die Röllchen in Scheibchen schneiden und die Scheibchen mit einer Gabel flach drücken.

Zum Garen die Gnocchi (wenn nötig üportionsweise) in reichlich kochendes Salzwasser geben und 3-5 min ziehen lassen. Sie sind gar, wenn Sie an die Oberfläche kommen.

Zum Servieren die Gnocchi in heißem Olivenöl anbraten, Sahne und Gemüsebrühe angießen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit kleingehackten Salbeiblättchen bestreuen.

Ich habe zusätzlich noch ein paar ganze Salbeiblättchen fritiert und zum Knuspern auf den Teller gelegt.

Und weil grade Donnerstag ist, dürfen die Gnocchi mitmachen bei Kerstins Veggi Day.

Semihas Frikadellen aus dem Serail

frikadellen aus dem serailIch muss Euch mal was sagen. Wenn Ihr Euch  ein bisschen für türkische Küche interessiert, dann müßt Ihr dringendst mal bei Semiha vorbeischauen. Sie kocht nicht nur hervorragend, sondern ist auch eine bemerkenswerte Person. Ein Blick in ihren Blog lohnt sich immer; außer türkischer Küche gibt es auch andere Leckereien vom Schwabenland bis Indien. Neben ihrem Blog möchte ich Euch auch ihr Buch* ans Herz legen; Ihr findet darin nicht nur traditionelle, leckere Rezepte aus der türkischen Familienküche, sondern auch wunderschöne Geschichten. Zudem ist das Buch auch sehr schön illustriert.

Nun zum Essen: die Frikadellchen habe ich neulich bei Semiha entdeckt, und sie haben mich so begeistert, dass ich sie schon zweimal zubereitet habe. Die Geschichte zum Rezept gibt es hier. Beim ersten Mal war das Foto aber gar nicht präsentabel; aber jetzt. Frikadellenrezepte gibt es viele, ich weiß. Das hier ist was Besonderes; denn die Fleischbällchen werden mit Piment und Zimt gewürzt und es kommen Nüsse in den Teig. Die Bällchen eignen sich nicht nur als Hauptgericht, wie wir sie gegessen haben, sondern können natürlich auch im Rahmen einer Meze-Platte serviert werden als zum Picknick mitgenommen werden.

  • 500 g Rinderhack (oder Kalb, wer mag)
  • 2 El Olivenöl
  • 80 gr. Semmelbrösel, frisch vom Bäcker oder 2 Semmeln von gestern, gerieben
  • 2  Eier
  • gemahlenener Piment und gemahlener Zimt, je 1 gestr. TL
  • 50 g Walnüsse, gemahlen
  • 40 g Pinienkerne, gehackt oder gemörsert
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Sonnenblumenöl zum Braten

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und das  Hackfleisch kurz anbraten,  bis der Fleischsaft verdunstet ist.  Das Fleisch abkühlen lassen.
Aus allen Zutaten außer Sonnenblumenöl einen Fleischteig kneten und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Walnussgroße Bällchen aus der Masse formen.
Das Sonneblumenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Bällchen darin rundherum knusprig braten.

Auf Küchenpapier etwas abtropfen lassen. Schon fertig!

Kastenkuchen mit Kürbis und Rosinen

Tea cake mit KürbisAllem Anschein nach habe ich es gerade mit Gemüse im Kuchen.  Es ist auch schon wieder ein zutiefst britisches Rezept. Ich will ehrlich sein…..ein Stück Kürbis war übrig, da kam das Rezept von Hugh Fearnley-Whittingstall gerade recht. Eine schöne Alternative zum allgegenwärtigen Karottenkuchen. Der Kürbis macht den Kuchen saftig, obwohl keine Butter verwendet wird. Hier geht es langsam mit der Weihnachtsbäckerei los, das finde ich einen einfachen, leichten Kuchen, der nicht vor Zucker und Fett strotzt und trotzdem weihnachtlich gewürzt ist, eine angenehme Abwechslung. Rosinen mag ich ohnehin und wenn dann noch Zimt und Muskat mitspielen dürfen, kann im Grunde nichts schief gehen. Ich habe einen Hauch Ingwer zugegeben und die im Rezept angebene Zitrone durch Orange ersetzt – Kürbis, Orange und Ingwer sind ein Dream Team, finde ich.

Im Original heißt das ganze “Tea Cake”, und ich habe in einem komplett uneigennützigen  Selbstversuch festgestellt,  dass der Kuchen hervorragend zu einer Tasse Tee passt 🙂 .

  • 200 gr. Rohrohrzucker
  • 4 große Eier, getrennt
  • 200 gr. Kürbisfleisch, fein geraffelt
  • 1 großzügige Scheibe frischer Ingwer, fein gerieben
  • Schale und Saft von 1 Orange
  • 100 gr. Rosinen
  • 100 gr. gemahlene Mandeln
  • 200 gr. Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • Zimt
  • Muskat, frisch gerieben

Ofen auf 180 °C vorheizen. Kastenform fetten und bemehlen.

Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen.

Jetzt Zucker und Eigelbe schaumig rühren, dann Kürbis, Ingwer, Zitronenschale und Saft, Rosinen und Mandeln einrühren.

Mehl und Gewürze vermischen und einarbeiten.

Zuletzt Eischnee unterheben. Den Teig in die Form füllen und ca. 45 min backen.

buchteln mit rahmkraut

Rohrnudeln mit Rahmkraut

Die Kombination klingt überraschend? Rohrnudeln kennt man eher süß; gerne auch mit einer Füllung aus Marmelade oder ungefüllt aber mit Vanillesauce. Diese hier sind relativ neutral gehalten. Das Kraut ist mild und sahnig abgeschmeckt und passt gut zu den Rohrnudeln. Mancherorts isst man diese Art von Rohrnudeln auch noch herzhafter mit Sauerkraut.

Das ganze ist ein Winteressen aus dem Bayrischen Wald. Aufgrund des rauen Klimas wächst da nicht viel. Bevor es Importe aus aller Welt gab, musste man sich dann eben behelfen und aus den vorhandenen Zutaten das Beste machen. Das ist hier gelungen – für uns war es ein wärmendes Essen an einem Schmuddel-Herbstabend. Bei so einem Wetter geht nichts über Hefegebäck; gerne auch salzig, finde ich.

Für 4 Personen:

Rohrnudeln:

  • 150 Weizenvolkornmehl
  • 150 gr. Weizenmehl 550
  • 10 gr. frische Hefe
  • 1 TL Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 100 ml Wasser, lauwarm
  • 50 gr. Butter + 1 EL  zum Bepinseln
  • 2 Eier, Zimmertemperatur

Für das Kraut:

  • 500 gr. Weißkraut
  • 1 Schalotte
  • 1 El Öl
  • etwas Mehl zum Bestäuben
  • 75 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer, Thymian, 1/2 TL Kümmel
  • 1 TL Zitronensaft
  • 100 ml Schlagsahne
  • Schnittlauchröllchen zum Bestreuen

Für die Rohrnudeln Mehlsorten, Salz und Zucker mischen. Hefe in das Wasser geben und unter Rühren auflösen. Butter schmelzen.

Aus allen Zutaten mit Ausnahme des Extra-Löffels Butter einen geschmeidigen Teig kneten und 1 Stunde bedeckt bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Dann vom Teig walnussgroße Stücke abnehmen, zu Kugeln formen und auf der bemehlten Arbeitsfläche 15 min ruhen lassen; dabei mit einem Küchenhandtuch abdecken.

Eine Springform (26 cm) mit Butter ausfetten. Teigkugeln hineinsetzen und mit flüssiger Butter bestreichen.

Die Form mit dem Teig in den kalten Backofen schieben, Ofen auf 200°C stellen und die Rohrnudeln 30 min backen. Vor dem Servieren leicht abkühlen lassen.

Für das Kraut die Schalotte fein hacken.

Kraut von welken Blättern befreien, vierteln, Strunk entfernen und Kraut in 1/2 cm breite Streifen schneiden.

Öl erhitzen, Schalotte glasig anschwitzen, Kraut zugeben, kurzuz mit anschwitzen.

Kümmel grob mörsern und kurz mit anrösten.

Kraut mit etwas Mehl bestäuben, alles durchrühren, Gemüsebrühe angießen, mit Salz, Pfeffer und Thymian würzen und bedeckt bei schwacher Hitze ca 20 min schmurgeln lassen.

Dann die Sahne untermischen, mit Zitronensaft abschmecken, nötigenfalls nachwürzen und zum Servieren die Schnittlauchröllchen unterheben.

Rohrnudeln mit Kraut servieren.