
Vor sehr langer Zeit fand ich die Kombination Pasta/Hülsenfrüchte noch merkwürdig. Mein erstes Zusammentreffen damit waren Linsen mit Spätzle, und ich gestehe, im ersten Augenblick hielt ich das für eine Übersteigerung der schwäbischen Sparsamkeit – kost nix, macht satt. Stimmt auch, also das so ein Essen günstig ist und satt macht. Aber ich wurde sehr schnell Fan, und nach sehr kurzer Zeit wurde diese Kombination für mich ein Inbegriff von Comfort Food.
Und die Kombinationsmöglichkeiten sind auch toll: das hier ist eine Abwandlung der klassischen Pasta e Fagioli. Angie Rito und Scott Tacinelli* haben dem Klassiker von Angies Großmutter (die auch Suppen-Oma genannt wurde) etwas amerikanisiert. Sie greifen auf eine bewährte amerikanische Kombination zurück: Schwarzaugenbohnen und Collard Greens. Collard Greens bekommt man hier nicht; ich habe statt dessen auf den Löwenzahn zurückgegriffen, den es im türkischen Gemüseladen gibt, und das passt auch sehr gut.
Ist alles kein Muss – man kann auch auf Cannillini-Bohnen und Spinat oder Mangold zurückgreifen. Und wer keine Ditalini kaufen möchte – klein gebrochene Spaghetti gehen auch, dabei kann man auch sehr gut Reste aufbrauchen.
Insgesamt ist das jedenfalls eine dicke Empfehlung: nicht nur wegen der Pasta-Hülsenfrüchte-Kombination, sondern auch wegen der Aromen: scharf, süß, sauer, bitter – es ist alles da.

Für 4 Personen:
Zutaten:
- 100 g getrocknete Schwarzaugenbohnen
- 6 EL Olivenöl
- 100 g Prosciutto
- 6 Frühlingszwiebeln
- 5 Zehen Knoblauch
- 1 TL kalabrische Chilis in Öl
- Salz, Pfeffer aus der Mühle
- 1 kleines Bund Löwenzahngrün (oder Spinat, oder Mangold)
- Saft und Schalenabrieb von 1 Zitrone
- 2 l Hühnerbrühe
- 150 g Ditalini
- 1 TL Zucker
- 50 g Parmesan
Arbeitsschritte:
Zuerst die Bohnen kochen: dafür die Bohnen in einem Topf mit ca. 1 1/4 l Wasser bedecken, zum Kochen bringen, von der Hitze nehmen und 1 h einweichen lassen. Abgießen, wieder mit 1 1/4 l Wasser in den Topf geben, leicht salzen und dann in ca. 30 min gar kochen. Abgießen und abtropfen lassen.
Prosciutto in ca. 0,5 cm große Würfel schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und in Röllchen schneiden. Knoblauch schälen und fein würfeln. Löwenzahn putzen und quer in schmale Streifen schneiden.
Olivenöl und Prosciutto in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze braten, bis der Schinken leicht geröstet ist und sein Fett abgeben hat. Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Chilis unterrühren. Alles braten, bis die Frühlingszwiebeln etwas zusammenfallen und der Knoblauch duftet.
Löwenzahn und Saft und Schale der Zitrone zugeben und alles braten, bis der Löwenzahn zusammenfällt. Bohnen und Brühe zugeben, alles zum Kochen bringen und ca. 10 min simmern lassen.
Jetzt die Pasta zugeben und alles weiter köcheln lassen, bis die Nudeln bissfest sind.
Parmesan reiben und zusammen mit dem Zucker in die Suppe rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.


Ich liebe Pasta mit Bohnen.
Linguine mit weißen Bohnen und Tomatensauce – dazu Pecorino – ein Traum.
Das mit dem. Löwenzahn finde ich interessant. Das muss ich testen.