Kochbuch: Mezcla. Rezepte die begeistern | Ixta Belfrage

Ixta Belfrage hat einige Jahre für Yotam Ottolenghi gearbeitet – erst im Restaurant NOPI, dann in der Testkitchen. Sie ist Co-Autorin des Buches „Flavour“ und hat auch an „OTK Shelf-Love“ mitgearbeitet. Ihr Kochstil ist so spannend, denn er ist geprägt von drei sehr unterschiedlichen Esskulturen. Ihre prägenden Kindheitsjahre verbrachte sie in Italien, ihre Mutter kommt aus Brasilien, ihr Vater ist in Mexiko aufgewachsen.

Mezcla – was im Spanischen „Mischung“ bedeutet, ist das erste Buch, das sie als alleinige Autorin veröffentlicht hat. Ganz grob unterteilt gibt es zwei große Blöcke: Rezepte für jeden Tag und etwas Aufwändigere für Gäste. Weiter unterteilt ist alles in vegetarische Rezepte, solche mit Fisch und solche mit Fleisch. Und natürlich gibt es zum Schluss auch noch Süsses. Die Rezepte unterscheiden sich da im Zeitaufwand, aber die Ergebnisse sind immer etwas Besonderes. Da steht zum Beispiel nach 30 Minuten ein Steinpilz-Ragù auf dem Tisch, das einer lange gekochten Sauce in nichts nachsteht.

Ixta Belfrage stellt klar, dass Ottolenghi einen großen Einfluss auf ihre Art zu Kochen hatte, und das merkt man den Rezepten auch an: die Zutatenlisten sind nicht kurz; die meisten Gerichte bestehen aus mehreren Komponenten und erinnern in ihrer Darstellung an Ottolenghis. Dennoch ist der Kochstil ein ganz eigener; allein schon wegen der Ländereinflüsse und Zutaten; besonders Brasilien blitzt da immer wieder durch – zum Beispiel mit einer Vorliebe für Kochbananen und rotes Palmöl.

Lange Zutatenlisten bedeutet nicht, dass die Rezepte schwierig nachzukochen wären, denn sie sind klar und detailliert erklärt und man kann sich auf sie verlassen. Für die Rezepte aus dem zweiten Teil muss man etwas mehr Zeit mitbringen, aber sie sind nicht technisch schwierig und man braucht auch keine besonderen Gerätschaften. Abgesehen davon: die Ergebnisse und Aromen sind bei allen Gerichten so, dass ich alles, was ich ausprobiert habe, auch Gästen vorsetzen würde.

Im Buch zu blättern macht übrigens auch Spaß – das Layout ist schön übersichtlich und es gibt viele großformatige Food-Fotos. Die sind hübsch gestylt, aber nicht übertrieben – das Essen steht im Mittelpunkt, und so mag ich das.

Das Steinpilz-Ragù basiert auf getrockneten Steipilzen, die nach dem Einweichen sehr fein gehackt werden. Die Konsistenz ist klasse und das Aroma kann mit einer stundenlang geschmorten Sauce mithalten. Und: das Essen steht innerhalb von 30 Minuten auf em Tisch.

Was für eine Kombination! Butternutkürbis, mit Miso, Butter und Rosenharissa im Ofen geröstet, dazu eine würzige Tomatensalsa und Za’atar-Butter. Serviert wird das alles zu Gnocchi und die Saucenkombination ist so genial, dass es egal ist, dass mein Kürbis im Ofen fast doppelt so lange gebraucht hat wie im Rezept verlangt.

Ich bin kein Fan von Klebreis und wollte mit diesem Rezept eigentlich nur Reste aufbrauchen – aber diese Küchlein, für die Klebreis mit Kokosmilch und Gewürzen gebacken und dann unter dem Ofengrill aufgeknuspert wird ist schlich genial. Dazu gibt es Ofentomaten mit Kurkuma – es wird schlicht beides zusammen im Ofen gegart.

Das sind Garnelenklößchen. Serviert werden sie auf einem Maispürée aus TK-Mais und erwas Polenta, das amgereichert ist mit Joghurt und geriebenem Gruyère. Abgerundet wird alles durch eine scharfe Tomatenbuttersauce. Das war sehr fein aber die Saucenmenge würde ich beim nächsten Mal verdoppeln – 100 g Kirschtomaten sind doch recht sparsam.

Curryhühnchen: das Hühnchen wird mariniert – unter anderem mit Mayonnaise und Curry – und gart dann über der Currysauce, das gibt es tolles Aroma. Serviert wird alles mit knusprig gebratenen Curryblättern und Chilis. Das Huhn wird mit Schmetterlingsschnitt vorbereitet, da habe ich mich doof angestellt und erst mal auf der falschen Seite angefangen; die Methode ist aber toll; ich werde üben.

Fazit:

Hier gibt es kreative, aromasprühende Rezepte, die richtig Spaß machen. Es ist wirklich für jede Gelegenheit und jedes Zeitfenster etwas dabei und auch wer sich vegetarisch ernährt wird fündig – ein Großteil der Rezepte kommt ohne Fleisch und Fisch aus.

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13 Kommentare

  1. Ja, Ixta hat wirklich gute Ideen und mir haben alle Gerichte, die ich bisher von ihr nachgekocht habe, ausgesprochen gut geschmeckt. Deine Butternuss-Miso-Gnocchi sehen einladender aus als meine ;-))

  2. Hallo Susanne,
    wow, da hast Du ja echt einiges ausprobiert.
    Das Kochbuch liest sich sehr spannend. Ich mag übrigens Klebreis, allerdings ist diese Kombination mal was anderes. Das schaue ich mir mal genauer an.
    Liebe Grüße
    Barbara

    • Den klassischen gedämpften Klebreis als Beilage finde ich nicht so toll, da ist mir anderer Reis lieber. Aber es gibt ja noch andere Möglicheiten.

  3. Liebe Susanne,
    ein tolles Buch! Das Curry-Hühnchen fanden wir sehr klasse. Was da so ein bissel Mayo an Feuchtigkeit und Zartheit bringen kann und dazu diese Sauce … Wir haben gleich mal die doppelte Menge von dieser gemacht. Genial auch für andere Gerichte oder einfach zum Stippen mit Brot.
    Liebe Grüße
    Martina

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