Teemischung: Im Zitronenhimmel

Die Bezeichnungen für die Teemischungen in Sebastian Poles Buch sind oft ganz schön blumig. Da gibt es “Vollmondfreudenfest” oder das “Glück der Götter” – oder eben “Im Zitronenhimmel”. Nun, wenn man Zitrone mag, dann ist diese Bezeichnung aber wirklich zutreffend. Gut, dass die Mischung aus Zitronenverbene, Zitronenmelisse und Zitronengras mit dem Spritzer Zitronensaft harmlos ist – ich trinke sie nämlich dauernd.
Was sagt Sebastian Pole über die Zitronengalore?

Zitronenverbene hilft, die Stimmung zu heben und schmeckt ganz sanft. Auch die Zitronenmelisse wirkt stimmungsaufhellend (stimmt, man muss nur dran riechen…), außerdem lindert sie Verdauungsprobleme. Das Zitronengras ist von allen Kräutern das intensivste. Es lockert einen auf, hebt die Stimmung und bringt die Verdauung auf Trab. Und der Spritzer Zitronensaft? Die Zitrone belebt die Verdauung, hilft der Leber beim Arbeiten und weckt die Lebensgeister.

Na, dann – prost. Das Rezept reicht für einen halben Liter:

  • 10 frische Zitronenverbeneblätter
  • 4 Zweige frische Zitronenmelisse
  • 1 Stängel frisches Zitronengras
  • 2 Spritzer frisch gepresster Zitronensaft

Die Kräuter und das Zitronengras grob zerkleinern und in eine Kanne geben. Mit 500 ml frisch gekochtem Wasser übergießen und 10 bis 15 min ziehen lassen. Abseihen, zwei Spritzer Zitronensaft zugeben und genießen.

 

Himmlisch duftender Kuchen mit Zitronenverbene

himmelsduft-kuchen

So, dann gibt es jetzt süßes Nervenfutter…..es ist nämlich so, dass nächste Woche wieder ein paar Rezensionen auf Euch warten. Ich habe noch immer so einen Stapel an rezensierten Kochbüchern und habe deshalb beschlossen, dass ich jeweils in der letzten Woche des Monats ein paar Rezensionen online stelle – so lange, bis der Haufen mir endlich kein schlechtes Gewissen mehr macht.

Ich kann auch sonst Nervenfutter gebrauche – diese Woche war ganz und gar nicht unterhaltsam. Mein Host spinnt….und zwar tüchtig. Ich fahre im Moment zweigleisig und denke ersthaft darüber nach, einfach wieder zu WordPress zurückzugehen. Ich sage Euch dann rechtzeitig Bescheid……

Aber jetzt gibt es was Süßes, damit Ihr den ganzen Rezensions-Stress auch aushaltet 😉 . Und eine Nachbackempfehlung – der Kuchen ist nämlich so einfach wie genial:

Ich war auf der Suche nach einem ganz simplen Rührkuchen – einfach eine schnelle Süßigkeit für’s Wochenende. Fast ich war ich schon dabei, einen Madeirakuchen aus dem Lieblingsbackbuch* zusammenzurühren, da stieß ich auf dieses Rezept – “Scent from Heaven Cake”, so heißt er im Original.

Das Rezept kam mir ein wenig unwahrscheinlich vor….die Milch wird ersetzt durch einen Aufguss von Zitronenverbene. Und dann glänzt der Kuchen noch mit zwei Sorten Mehl: normales Haushaltsmehl und gemahlener Reis. Na, dachte ich bei mir – das ist entweder ein sehr guter Kuchen oder ein ungenießbarer. Da hilft nur Ausprobieren.

Und so weiß ich nun, dass der Kuchen seinen hochtrabenden Namen verdient. Zitronenverbene trinke ich gerne als Tee, und auch dem Kuchen verleiht sie ein Aroma, das den Namen himmlisch tatsächlich verdient. Und der gemahlene Reis, der macht sich auch gut; der Kuchen bekommt dadurch etwas Biss.

Das Originalrezept verwendet frische Zitronenverbene – ich habe mir mit getrockneter beholfen. Es steht tatsächlich gemahlener Reis da und nicht Reismehl; ich habe einfach die entsprechende Menge Reis in der Getreidemühle gemahlen; das Ergebnis ist etwas gröber als gekauftes Reismehl. Ach, und Variationsvorschläge gibt es auch – so kann man die Zitronenverbene durch Minze ersetzen und dann 25 gr. Mehl durch Kakaopulver – das mache ich dann beim nächsten Mal. After Eight Kuchen 😉 .

Im Original wird der Kuchen mit frischer Zitronenverbene dekoriert – ich habe statt dessen etwas getrocknete mit Zucker gemixt.

Jetzt aber los, das Rezept ist für eine normal große Kastenform:

  • 5-6 Zweige frische Zitronenverbene oder 2 TL getrocknete
  • 100 gr. Mehl (ich: Dinkel 630)
  • 1 TL Backpulver
  • 200 gr. gemahlener Reis (ich: Patna)
  • 200 gr. Butter, weich
  • 150 gr. Zucker
  • 3 Eier
  • 100 gr. Puderzucker

Zum Fertigstellen:

  • 2 EL Zucker
  • 1 TL getrocknete Zitronenverbene

Zunächst von der frischen Zitronenverbene die Blätter abstreifen. Blätter in einen Messbecher geben und mit 200 ml kochendem Wasser übergießen. Getrocknete Blätter gibt man dazu am besten in einen Teefilter, dann hat man hinterher keine Rückstände im Kuchen. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Eine Kastenform gründlich ausbuttern und mit Mehl bestäuben. Den Backofen auf 180°C vorheizen.

Mehl und Backpulver in eine Schüssel sieben und mit dem gemahlenen Reis mischen.

In einer Rührschüssel die Butter mit den Quirlen des Handmixers cremig rühren. Den Zucker geben und  alles schaumig rühren. Dann die Eier einarbeiten. Dabei immer erst ein Ei komplett unterrühren, bevor das nächste eingearbeitet wird. Mit jedem Ei außerdem einen Esslöffel der Mehlmischung einrühren, dann gerinnt die Masse nicht. Die restliche Mehlmischung mit einem Kochlöffel unterheben.

Die Zitronenverbene-Infusion abgießen bzw. den Teebeutel entfernen. 100 ml des Aufgusses in den Teig einarbeiten, den Rest für später aufheben.

Den Teig in die Springform geben, glattstreichen und ca. 50 min im heißen Ofen backen.

Kurz bevor der Kuchen fertig ist, den Puderzucker im restlichen Verbenen-Aufguß durch Rühren auflösen. Den Kuchen aus dem Rohr holen und noch heiß mit einem Zahnstocher überall tief einpieksen, aber nicht bis zum Boden durchstechen. Mit einem Löffel die Hälfte des Sirups über den Kuchen träufeln, 10 min warten, dann den restlichen Sirup darüber träufeln. In der Form ganz auskühlen lassen, dann herausnehmen.

Zum Fertigstellen den Zucker mit der Zitronenverbene im Mixer fein zerkleinern und den Kuchen damit bestäuben.