Meatball-Erdnusscurry mit Pfifferlingen

meatballs mit erdnuss

Auf besonderen Wunsch schiebe ich noch ein Rezept aus “Sichuan-Pfeffer meets Sauerkraut”hinterher, nämlich dieses hier. Es passt ja gerade toll in die Jahreszeit.

Und abgesehen davon ist es eines der vielen Geniestreiche aus dem Buch: rote Currypaste und Kokosmilch sind klassisch, aber wer hätte gedacht, dass Pfifferlinge da gut dazu passen? Und Erdnussbutter für zusätzliche Cremigkeit und eine nussige Note.

Das Original-Rezept ist mit Kürbis. Ich hatte noch Zucchini, als ich es gekocht habe und habe die verwendet.

Für 4 Personen:

  • 200 g Pifferlinge
  • 300 g Hokkaido-Kürbis (ich hatte Zucchini)

Fleischbällchen:

  • 500 g gemischtes Hackfleisch
  • 1 Bund Thai-Basilikum
  • 2 Schalotten
  • 3 EL Semmelbrösel
  • 1 Ei
  • 1 EL Rapsöl
  • 2 EL Fischsauce
  • 1,5 TL Salz
  • Pfeffer aus der Mühle

Erdnuss-Currysauce:

  • 2 EL Rapsöl
  • 2 TL rote Currypaste
  • 0,5 EL Rohrohrzucker
  • 100 ml Kokosmilch
  • 1 EL Erdnussbutter
  • 6 Kaffir-Limettenblätter
  • 2 Stangen Zitronengras

Zum Garnieren:

  • 50 geröstete Erdnüsse (ungesalzen)
  • etwas Koriandergrün

Für die Fleischbällchen  Thai-Basilikum zupfen und fein hacken, Schalotten schälen und ebenfalls fein hacken. Das Hackfleisch in eine große Schüssel geben. Alle anderen Zutaten dazugeben, alles gut vermengen und dann mit den Händen ca. 4 cm große Fleischbällchen rollen. Klößchen auf einen großen Teller legen und im Kühlschrank aufbewahren.

Pfifferlinge gründlich putzen. Wenn man Kürbis verwendet, diesen aufschneiden, die Kerne entfernen und das Fruchtfleisch in ca. 3×3 cm große Würfel schneiden. Die Würfel über kochendem Wasser 4-5 min dämpfen. Wenn man Zucchini verwendet, reicht es, sie einfach zu würfeln.

2 EL Öl in einem Wok erhitzen.  Currypaste anrösten, bis sie duftet. Zucker zufügen und karamellisieren lassen. Dann mit Kokosmilch ablöschen. Kaffir-Limettenblätter zugeben. Das Zitronengras längs halbieren und ebenfalls zugeben. Alles bei starker Hitze aufkochen, dann die Erdnussbutter zugeben, die Hitze verringern und das Erdnussmus unter Rühren auflösen.

Die Fleischbällchen in die Sauce geben und 8 min bei mittlerer Hitze kochen. Nach der Hälfte der Kochzeit Pfifferlinge und Zucchini zugeben; die vorgegaren Kürbiswürfel dagegen erst am Schluss.

Kaffirlimettenblätter und Zitronengras entfernen. Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren mit Erdnüssen und Koriandergrün garnieren.

 

Flammkuchen mit Munster und Pfifferlingen

flammkuchen1

Wie unser Sommer war, das will die Giftige Blonde wissen. Mir fällt dazu spontan erst mal ein Wort ein: durchwachsen. Und dann geistert das Wort “Regen” durch meinen Kopf. Viel Regen. In den Pfingstferien haben wir im Fränkischen geurlaubt. In unserer Ferienwohnung war es so kalt, dass wir ohne Heizung nicht auskamen.

Aber die letzten Wochen haben mich versöhnt – immerhin sind ja Sommerferien (ja, immer noch) und man kann die freie Zeit nutzen. Ohne Schirm.

das-war-mein-sommerVersöhnt hat mich auch der Sommerurlaub. Wir waren ganz mutig. Nach ausgiebiger Wetterrecherche haben wir beschlossen, mal wieder Zelten zu gehen. Lange haben wir das nicht mehr gemacht, denn wir hatten ein paar Jahre hintereinander so großes Wetter-Pech, dass ein Wort reicht, um die Lage zu beschreiben: Abgesoffen.

Aber diesmal nicht: wir waren in Colmar auf diesem gut ausgestatteten Platz. Und das Wetter war nett zu uns. Dass Colmar und Umgebung ausgeprochen hübsch sind, muss ich nicht extra erwähnen, oder? Ich trage mich mal wieder mit Auswanderungsgedanken. Und ja, ich zelte gern. Zwar schlafe ich nicht mehr zu märchenhaft gut wie noch vor ein paar Jahren (….der Rücken), aber dennoch: ich fühle mich auf wunderbare Art und Weise entschleunigt. Man sitzt morgens schon mal 10 Minuten vor dem Gaskocher und wartet, bis das Kaffeewasser kocht. Und sonst geht auch alles langsamer. Herrlich!

Natürlich muss man auch im Urlaub essen. Wir haben da einen Gaskocher, der gerne auch als Grill fungiert. (Naja….geht so…) Und noch einen zweiten Gaskocher. Es gibt einfache Dinge. Aber wir genießen es sehr, über die Märkte und auch durch die Supermärkte zu schlendern, uns mit tollen Lebensmitteln einzudecken und dann zu kochen. Und natürlich ist bei der Heimfahrt der Kofferraum gut gefüllt.

Was dieses Jahr auf jeden Fall mit mußte, war eine schöne Auswahl an Munster-Käsen. Der aromaintensive Käse stößt hier durchaus auf geteiltes Echo….der Mann und ich lieben ihn; die Kinder zeigen Fluchtreflexe. Flammkuchen haben wir natürlich nicht mitgenommen, aber gegessen. Und in dem äh…Lokal des Campingplatzes gab es Pizza. Beim morgendlichen Baguette-Holen las ich von einer Variante mit Munster. Saucisses de Strasbourg waren auch noch drauf, den Rest habe ich vergessen. Aber die Idee für Flammkuchen mit Munster wurde an diesem Morgen geboren. Und weil mich die Pfifferlinge sooo angelacht haben, durften die auch noch mit drauf.

Ein Wort zum Teig…da gibt es ja durchaus ein Kontroverse – Hefe? Keine Hefe? Was wir im Elsaß gegessen haben, war immer ohne Hefe. Zuhause verwende ich lieber einen Hefeteig, da gefällt mir die Konsistenz am Ende besser. Diesmal habe ich etwas Roggenmehl und Buttermilch verwendet; mein Teig ist ein wenig rustikal, damit der er dem Munster etwas entgegenzusetzen hat.

flammkuchen

Für 2 Flammkuchen:

Boden:

  • 25 g Rogggenvollkornmehl
  • 160 g Dinkel 630
  • 5 g frische Hefe
  • 75 ml Buttermilch
  • 50 ml Wasser
  • 2 EL Rapsöl
  • 5 g Salz

Belag:

  • 200 g Pfifferlinge
  • 1 TL Rapsöl
  • 1 weiße Zwiebel
  • 50 g Crème fraîche
  • 50 g Quark
  • 100 g Munster
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Erst mal zum Teig: dafür die Mehlsorten mit dem Salz in eine Schüssel geben. Hefe im Wasser auflösen. Hefewasser, Buttermilch und Öl zum Mehl geben und alles zu einem homogenen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Schüssel gut abdecken und den Teig 2 Stunden ruhen lassen.

Für den Belag die Pfifferlinge putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Pfifferlinge bei starker Hitze anbraten, bis alle Flüssigkeit verdampft ist. Salzen und beiseite stellen.

Crème fraîche und Quark verrühren, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Zwiebel schälen, halbieren und die Hälften in feine Ringe schneiden. Den Käse in feine Scheiben schneiden.

Wenn es ans Backen geht, den Ofen auf mindestens 250°C Ober-und Unterhitze vorheizen. Wenn der Ofen mehr kann, umso besser. Am besten schiebt man noch einen Schamottstein mit ein. Wenn man keinen hat, heizt man ein Backblech mit vor.

Ich backe die Flammkuchen hintereinander auf dem Schamottstein. Dafür den Teig in zwei gleich große Teile teilen. Den Pizzaschieber großzügig bemehlen. Eine Hälfte des Teiges zu einer Kugel formen und auf dem Pizzaschieber so dünn wie möglich ausrollen. Mit 2 EL der Quarkmischung bestreichen, dann mit Zwiebelringen und Pfifferlingen belegen. Am Ende den Munster auf dem Flammkuchen verteilen.

Den belegten Flammkuchen mit Hilfe des Pizzaschiebers auf den Backstein gleiten lassen und im heißen Ofen knusprig ausbacken. Bei mir hat das das ca. 10 min gedauert.

Während der erste Flammkuchen bäckt, den zweiten wie oben  beschrieben vorbereiten und ebenfalls knusprig ausbacken.