Grünkern-Chili aus dem Schnellkochtopf

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Ich mag Grünkern total gern; mir gefällt einfach der nussige, rauchige Geschmack. Und dafür, dass ich ihn mag, gibt es ihn tatsächlich viel zu selten. Klar, dass mich das Rezept für ein Chili mit Grünkern aus dem Schnellkochtopf-Buch* gleich gereizt hat.

Der Versuch hat sich gelohnt. Der Grünkern macht sich richtig gut im Chili. Wer also keine Lust auf ein klassisches Chili mit Fleisch hat, findet hier eine schöne Alternative. Ich sehe mich schon Grünkern-“Bolognese” basteln ;-).

Und dann waren da noch die Bohnen – ohne Einweichen wirklich fix gegart, das ist sehr praktisch, wenn man, wie ich, gerne mal das Einweichen vergisst.

Nur eine Sache dauert verdammt lang: das Abkühlen des Topfes nach dem Vorgaren der Bohnen. Da muss man schon eine halbe Stunde Wartezeit einkalkulieren. Ich denke, ich würde beim nächsten Mal die Bohnen etwas länger vorgaren und dafür den Topf schneller öffnen.

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Für 4 bis 6 Portionen:

  • 250 g getrocknete Kidney-Bohnen
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Olivenöl
  • 150 g Grünkernschrot
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 2 rote Paprika (original: 1 gelb, 1 rot)
  • 1 Stange Lauch
  • 2 Dosen stückige Tomaten (je 400g)
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 EL Paprika edelsüß
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 1/2 TL gemahlener Zimt

Die Bohnen in einem feinmaschigen Sieb abbrausen, abtropfen lassen und in den Schnellkochtopf geben. 1, 5 l Wasser angießen, den Topf verschließen, aufheizen und ab Erreichen der 2. Kochstufe 13 min garen. Schnellkochtopf abkühlen lassen, bis das Ventil keinen Druck mehr anzeigt.

Inzwischen Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebel und Knoblauch darin glasig andünsten. Den Grünkern dazu geben, 200 ml Gemüsebrühe angießen, aufkochen, dann von der Hitze nehmen und den Grünkern 15 min quellen lassen.

Die Paprikaschoten halbieren, putzen und in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Lauch putzen, in Ringe schneiden und gründlich waschen.

Schnellkochtopf öffnen. Die Bohnen abgießen und wieder zurück in den Schnellkochtopf geben. Den gequollenen Grünkern, die Tomaten, die restliche Brühe und das vorbereitete Gemüse dazugeben. Alles gut verrühren, dann mit 1 TL Salz, Paprika, Chiliflocken und Zimt würzen.

Den Schnellkochtopf verschließen und wieder aufheizen. Ab Erreichen der 1. Kochstufe 3 min garen. Den Topf abdampfen (also den Entfüftungsregler langsam und stufenweise auf Null schieben) und öffnen. Das Chili mit Salz, Pfeffer und Chiliflocken abschmecken und servieren.

 

Rezepte von Haya Molcho: Zucchini-Kebaps und Mejadra mit Grünkern

zucchini-kebap und mejadra

Nach der Rezension kommen natürlich auch Rezepte….

Bei der derzeitigen Zucchini-Schwemme, die sich auch auf meine Gemüse-Kiste ausgewirkt hat, mussten natürlich die Zucchini-Kebaps in die Pfanne. Haya Molcho macht sie für ihren Mann, der Vegetarier ist, wenn andere Kebaps mit Fleisch essen. Uns haben diese Kebaps begeistert, sie schmecken herrlich. Das Rezept ist von den Mengenangaben her großzügig bemessen, womöglich reicht Euch auch die Hälfte. Uns ist theoretisch etwas übrig geblieben; allerdings hat das eine zufällige vorbeikommende Freundin voller Begeisterung mitgenommen. Wir waren also nicht die einzigen, denen diese Küchlein geschmeckt haben.

Mejadra ist ein Dauerbrenner in unserer Küche. Diese im Grunde überaus einfache Kombination aus Reis und Linsen, garniert mit gerösteten Zwiebeln, ist einfach Wohlfühlessen pur und kommt oft auf den Tisch; mal als Beilage, mal als Hauptsache. Hier wurde der Reis durch Grünkern ersetzt; und da ich den Geschmack von Grünkern liebe, musste ich das Rezept natürlich gleich testen.

Zucchini-Kebaps (6 Portionen)

  • 8 große Zucchini
  • 150 gr. feiner Bulgur (ich hatte nur groben, habe Coucous genommen)
  • 1 Zwiebel
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 100 gr. Parmesan, gerieben
  • 100 gr. Feta, gerieben
  • 100 gr. Mandeln, geschält, geröstet und gehackt
  • 100 gr. Minze, die Blätter, gehackt
  • 100 gr. Petersilie, die Blätter, gehackt
  • 2 Eier
  • 80 gr. Semmelbrösel
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Olivenöl zum Braten

Die Zucchini waschen, putzen und grob raffeln. In ein Sieb geben und einige Zeit abtropfen lassen.

Bulgur oder Couscous in lauwarmem Wasser einweichen, danach das überschüssige Wasser abgießen.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken.

In einer großen Schüssel Zucchini, Bulgur oder Couscous, Käsesorten, Zwiebeln, Knoblauch und Kräuter vermischen. Eier und Semmelbrösel zugeben, alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und zu einem Teig verarbeiten. 30 min im Kühlschrank ruhen lassen.

Zum Braten aus dem Teig kleine Frikadellen formen. Oilvenöl in einer Pfanne erhitzen und die Kebaps von beiden Seiten goldbraun ausbacken.

Mejadra mit Grünkern (4 Portionen)

  • 250 gr. Grünkern
  • 2 große Zwiebeln
  • 250 gr. Linsen (ich hatte Berglinsen)
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Tl gemahlener Kreuzkümmel
  • 1/2 TL Baharat
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • zum Servieren:
  • 125 gr. griechischer oder türkischer Joghurt
  • 250 gr. rote Bete, gekocht und gewürfelt

Zunächst den Grünkern mindestens 2 h in Wasser einweichen (ich: 8 h)

Eine Zwiebel halbieren. In einem großen Topf Wasser erhitzen, Zwiebel und Linsen hineingeben und alles 15 min kochen lassen. Abgießen und die Zwiebel verwerfen.

Restliche Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und die Zwiebelringe bei schwacher Hitze goldbraun braten. Im Rezept stehen 7 min; ich finde, das dauert länger. Zwiebeln mit Kreuzkümmel, Baharat, Salz und Pfeffer würzen.

Nun den Grünkern abgießen. Mit den Linsen in einen Topf geben, 300 ml Wasser angießen, alles zum Kochen bringen und in ca. 15 min garkochen. Ich finde, dass etwas Salz und Pfeffer gegen Ende der Kochzeit nicht schaden können, im Rezept werden nur die Zwiebelringe gewürzt.

Zum Servieren die Grünkern-Linsen-Mischung mit den Zwiebelringen anrichten und mit Joghurt und Rote-Bete-Würfeln servieren.

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Und weil heute Donnerstag ist, kommen die Rezepte gleich noch beim Veggie-Day vorbei.

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Getreidepflanzerl mit Kräuterquark

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Fleischpflanzerl oder Buletten, Hacksteaks (am besten gefällt mir “faschierte Laberl”), kennt ja jeder.  Getreidepflanzerl dagegen klingen eher wie ein Relikt aus der Zeit, als die Vollwertkost Mode wurde; als Bratlinge landeten sie damals auf unseren Tellern. Bratling klingt, finde ich gar nicht gut – klingt langweilig, vernünftig, trocken. Pflanzerl klingt netter, nicht wahr? Kommt übrigens nicht von Pflanze, sondern von Pflanzelte, also in der Pfanne gebraten. Getreidepflanzerl sind auch älter als die Vollwertkost; es handelt sich um ein altes bayerisches Gericht, das klassischerweise zur Fastenzeit, wenn man kein Fleisch essen durfte, auf den Tisch kam. Und das passt ja grade 🙂

Die Pflanzerl schmecken aber auch außerhalb der Fastenzeit. Bei uns stehen sie regelmäßig als einfaches Mittagessen auf dem Tisch. Ich mache Sie am liebsten mit geschrotetem Grünkern, weil ich den nussigen Geschmack mag. Es gehen aber auch andere Getreidesorten wie Roggen, Dinkel oder Hafer und natürlich auch eine Mischung aus verschiedenen Sorten. Ich schrote das Getreide immer frisch in der Mühle; im gut sortierten Supermarkt, im Bioladen oder Reformhaus gibt es oft auch schon geschrotetes Getreide zu kaufen.

Die Pflanzerl schmecken nicht nur mit Kräuterquark, Apfelkompott passt auch gut dazu.

Für 4 Portionen:

Für die Pflanzerl:

  • 1 Schalotte
  • etwas Butter
  • 200 gr. grob geschrotetes Getreide
  • 375 ml Gemüsebrühe
  • 1 Karotte, fein geraffelt
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Butterschmalz zum Ausbacken

Für den Kräuterquark:

  • 250 gr. Quark (ich nehme gern den 20%en)
  • 1 Bd. gemischte Kräuter (Petesilie, Schnittlauch, Dill….nach Geschmack)
  • Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß

Für die Pflanzerl die Schalotte fein hacken und in der Butter kurz anschwitzen.

Das Getreide, die geraffelte Karotte  und das Lorbeerblatt kurz mit anrösten, dann mit Gemüsebrühe aufgießen. Kurz ankochen lassen, dann die Hitze abstellen und den Schrot auf der abgeschalteten Herdplatte ca. 10 min ausquellen lassen.

Inzwischen für den Kräuterquark die Kräuter fein hacken, mit dem Quark vermengen und alles mit den Gewürzen kräftig abschmecken.

Den gegarten Schrot etwas abkühlen lasen, dann die Eier unterrühren und die Masse mit Salz, Pfeffer und Muskat herzhaft würzen.

Etwas Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen. Aus dem Teig Pflanzerl abstechen (ich nehme gerne einen Eisportionierer dazu) und im heißen Butterschmalz von beiden Seiten goldbraun und knusprig backen.

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