Kamelspucke

Klingt merkwürdig? Ist aber ein wirklich tolles, einfach zu machendes Dessert aus “Lissabon – Das Kochbuch“*. Und eigentlich habe ich die Überschrift falsch gewählt – ich hätte schreiben müssen: “Karamellmousse selbst machen mit nur zwei Zutaten” ;-).

Es sind tatsächlich nur 2 Zutaten; nämlich gezuckerte Kondensmilch und Eier. Die dritte Zutat wäre wohl etwas Zeit, denn die Kondensmilch muss erst noch zu Dulce de Leche gekocht werden.

Im Buch wird das im Schnellkochtopf gemacht – ich gestehe, dafür war ich nicht mutig genug. Vielleicht wollte ich auch nicht den geliebten Instant Pot durch explodierende Kondensmilchdosen ruinieren…ich habe es normal im Topf gemacht. Damit sich der Aufwand lohnt, koche ich immer gleich mehrere Dosen.

Wenn die Dulce de Leche fertig ist, wird sie nur noch mit Eigelben und Eischnee vermengt. Fertig ist ein luftiges, üppiges Dessert, das gut zu einem Espresso schmeckt.

Ach so – da werden rohe Eier verwendet. Wer das nicht mag oder Befürchtungen hat und gleichzeitig ein Sous-Vide-Becken: man kann Eier pasteurisieren. Zwei Stunden auf 57°C reichen.

Für 4 bis 6 Portionen:

  • 1 Dose gesüßte Kondensmilch
  • 3 Eier (ich hatte Größe L)
  • 1 Prise Salz
  • Kekse und/oder Mandelblättchen zum Servieren

Zuerst machen wir die Dulce de Leche: im Rezept wird die Dose dafür im Schnellkochtopf eine Stunde druckgegart. Da steht zunächst bei starker, dann bei mittlerer Hitze; vermutlich ist der Druck gemeint. Ich war zu feige für dieses Experiment und habe die Dose 1,5 Stunden ganz old school in einem Topf in reichlich Wasser köcheln lassen.

Dose herausholen und abkühlen lassen.

Eier trennen. Das Eiweiß mit einer Prise Salz zu steifem Schnee schlagen.

Karamellisierte Milch aus der Dose holen und in eine Schüssel geben. Die Eigelbe nacheinander energisch in die Creme rühren, danach den Eischnee unterheben. Die Creme in Gläschen füllen und kühl stellen.

Mit Keksen servieren. Espresso passt gut dazu, habe ich im Selbstversuch festgestellt ;-).

Eis mit gezuckerter Kondensmilch

milchmädchen-eis

….oder vielleicht hätte ich doch Milchmädchen-Eis schreiben sollen? Dann hätte ich jetzt jemanden, dem ich diesen Artikel widmen könnte 😉

Ich würde mir ja niemals Kondensmilch an den Kaffee kippen, nein. Genaugenommen gibt es in diesem Haushalt keine Kondensmilch, wofür auch. Weil ich würde sie ja nie….ach, egal. Was es aber gibt, und zwar immer eine Dose im Vorratskeller ist gezuckerte Kondensmilch. Die kommt aber auch nicht an den Kaffee. Aber sie ist eine gute Basis für Desserts und Kuchen. Die Dose einige Zeit in einem großen Topf Wasser gekocht, ergibt Dulce de Leche. Und auch sonst gibt es da einiges.

Bloß Eis hatte ich noch nicht damit gemacht – warum eigentlich? Weil man manchmal halt ein Brett vor dem Kopf hat. Das Brett weggenommen hat mir (wieder einmal) Maria Elia* – ich hab das Eis gesehen und wußte, dass ich es machen muss. Und das war eine gute Idee – das Ganze ist ein einfaches, aber feines Basisrezept für Eis. Das Eis schmeckt sehr so, wie gezuckerte Kondensmilch halt schmeckt – sahnig und süß (in der Werbung würde jetzt stehen: “ohne zugesetzten Zucker” 😉 ). Ich mag es, so wie es ist. Aber trotzdem – bei ersten Probieren schoß mir spontan durch den Kopf, dass ich es beim nächsten Mal mit etwas Mastix aromatisieren werde.

Ach so – die gesüßte Kondensmilch sorgt im übrigen auch dafür, dass das Eis auch noch nach längerem Kühlen schön cremig bleibt.

Die erste Kugel habe ich mit etwas Rosmarin bestreut gegessen. Ich bin sicher, ein Pfützchen Granatapfel-Balsamessig würde auch passen. Wenn der bloß nicht gerade aus wäre….

Für 4-6 Portionen:

  • 130 g Milch
  • 190 g Sahne
  • 4 Eigelb
  • 200 g gesüßte Kondensmilch
  • 1 Prise Salz

Milch zusammen mit der Hälfte der Sahne in einen Topf gießen und einmal kurz aufkochen.

Eigelbe in eine Schüssel geben. Die heiße Milch langsam zugießen, dabei ständig mit dem Schneebesen rühren. Die Mischung in den Topf zurück geben und alles bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Mischung andickt. Bei mir hat das ca. 10 min gedauert. Nicht kochen lassen, sonst gibt es Rührei.

Masse in eine Schüssel gießen und die Kondensmilch, die restliche Sahne und 1 Prise Salz einrühren. Alles abkühlen lassen – ich stelle Eismassen normalerweise über Nacht in den Kühlschrank – und dann nach Anleitung in der Eismaschine gefrieren lassen.