Frühlingszwiebel-Vichyssoise mit Avocado-Tatar

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Diese tolle Abwandlung der klassischen Vichyssoise habe ich in “Leaf to root“* gefunden. Sie hat uns sehr begeistert. Mit Frühlungszwiebeln statt Lauch gekocht, schmeckt die Suppe etwas kräftiger.

Das ist aber nicht die Hauptsache. Die Hauptsache ist der Avocado-Tatar: in dem wird nicht nur das Fruchtfleisch der Avocado verwendet, sondern auch der Kern. Ich gebe zu, ich war ein wenig misstrauisch. Ich habe den Kern in Würfel geschnitten und dabei schon mal probiert…das war nichts. Hart und geschmacklich eher so….naja. Etwas bitter. Aber gut, der Kern wird ja gebraten, und das machte dann den Unterschied. Innen weich, außen knusprig, ein wenig bitter, ein wenig scharf – genau der richtige Kick für den Avocado-Tatar. Und Biss bekommt er dadurch auch noch. So schnell werde ich bestimmt keinen Avocado-Kern mehr in den Biomüll geben…..

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Für 4 Personen als Vorspeise:

Suppe:

  • 250 g Kartoffeln, mehlige Sorte
  • 100 g Frühlingszwiebeln
  • 2 EL Rapsöl
  • 600 bis 800 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 EL Crème fraiche

Tatar:

  • 1 Avocado
  • 1 EL Rapsöl
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 3 TL Senf
  • 1 Schalotte
  • einige Zweige Koriandergrün
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für die Suppe die Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. Die Frühlingszwiebeln in dicke Ringe schneiden. Rapsöl in einem Top erhitzen, Kartoffeln und Frühlingszwiebeln darin andünsten. Mit ca. 600 ml Gemüsebrühe auffüllen. Im Rezept stehen 800 ml; aber dann wäre mir die Suppe viel zu flüssig geworden. Deckel aufsetzen, Suppe zum Kochen bringen und ca. 20 min köcheln lassen. Mit dem Stabmixer pürieren. Wenn die Suppe zu dick ist, noch etwas Gemüsebrühe einarbeiten. Suppe mindestens 2 h abkühlen lassen.

Für den Tatar die Schalotte schälen und ganz fein hacken. Koriander zupfen und die Blättchen ebenfalls fein hacken.

Die Avocado halbieren, das Fruchtfleisch mit einem Löffel herauslösen und in Würfel von 0,5 cm schneiden. Mit Schalottenwürfeln, Chiliflocken, Senf und Koriandergrün in eine Schüssel geben und vorsichtig vermengen.

Jetzt zum Kern: der wird erst in grobe Stücke geschnitten, dann gehackt. Hier ist ein kleiner Warnhinweis angebracht. Der Kern ist glitschig. Ich habe ihn gewaschen und abgetrocknet, er ist aber immer noch glitschig. Also Vorsicht beim Schneiden.

Rapsöl in einer Pfanne erhitzen und die Avocadokernstücke darin goldbraun anbraten, dann mit zum restlichen Tatar geben. Tatar nochmals vorsichtig durchmischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren die Crème fraîche in die Suppe geben, nochmals aufmixen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Avocado-Tatar jeweils in der Mitte eines Suppentellers anrichten. Die Suppe um das Tatar herumgießen und servieren.

 

Tinga de Pollo

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Das ist klassisches mexikanisches Streetfood. Laut Thomasina Miers* bekommt man es in Mexiko an jeder Ecke, und auch in ihren Lokalen ist das Gericht ein Renner.

Und das zurecht: wir sprechen von butterzartem Hühnchenfleisch in einer Tomatensauce, die rauchige Schärfe von den Chipotles und Süße von den langsam gegarten Zwiebeln bekommt. Serviert wird das ganze mit Tortillas (hier geht es zum Rezept), Reis und Guacamole. Ein richtiges Wohlfühlessen.

Zur Zubereitung: es werden Chipotles benötigt, das sind geäucherte Jalapeños.  Es gibt sie  in mexikanischen Läden oder online*. Wenn keine aufzutreiben sind, könnte ich mir vorstellen, dass man eine frische Chilischote verwendet und etwas geräuchertes Paprikapulver. Geräuchertes Salz ginge sicher auch.

Laut Rezept soll das Hühnchen nur 20 min kochen und dann im Sud auskühlen – ich habe mich nicht getraut, das auszuprobieren….mein Hühnchen durfte länger garen.

Und dann wird hier noch eine Küchentechnik angewandt, die für mächtig Aroma sorgt: das kontrollierte Verbrennen-Lassen.

Für 4 Personen:

  • 1 Hühnchen (Freiland, Bio)
  • 1 große Zwiebel
  • 6 Zehen Knoblauch
  • 10 Pfefferkörner

Für die Tinga-Sauce:

  • 4-5 Chipotle-Chilis
  • 2 Dosen Tomaten (je 400 g)
  • 6 Zehen Knoblauch
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • 2 Lorbeerblätter
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 Zwiebeln
  • 1 EL brauner Zucker

Für die Guacamole:

  • 1 grüne Chilischote
  • 1/2 rote Zwiebel
  • 1 kleine Zehe Knoblauch
  • 1-2 TL Salz
  • 3 reife Avocados
  • Saft von 1-2 Limetten
  • etwas Koriandergrün
  • 1 Tomate
  • Pfeffer aus der Mühle

Zunächst das Hühnchen kochen. Dafür gibt man es zusammen mit der geschälten, geviertelten Zwiebel, den geschälten, angedrückten Knoblauchzehen und den Pfefferkörnern in einen großen Topf und bedeckt es mit Wasser. Alles abgedeckt bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Temperatur so reduzieren, dass das Wasser gerade noch köchelt. Das Hühnchen 45 min garen, dann in der Brühe abkühlen lassen.

Das Hühnchen aus der Brühe nehmen, das Fleisch mit Hilfe zweier Gabeln klein zupfen und beiseite stellen.

Die Chipotles in heißem Wasser 10 min einweichen.

Währenddessen eine Pfanne stark erhitzen. Die Knoblauchzehen ungeschält unter ständigem Wenden so lange rösten, bis sie außen schwarz und verbrannt sind. Wer frische Tomaten verwendet, röstet diese auch mit.

Knoblauch schälen und zusammen mit den Tomaten und den abgetropften Chipotles in den Mixer geben und pürieren.

Die Zwiebeln schälen und in Streifen schneiden. Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebeln darin glasig anschwitzen. Dann bei niedriger Temperatur weitere 10 min schmurgeln lassen, damit sie ihre Süße freigeben. Die Paste aus dem Mixer, Zucker, Oregano, Lorbeerblätter und 85 ml von der Hühnerbrühe zugeben. Alles aufkochen, 10 min köcheln lassen und abschmecken.

Jetzt das Hühnchenfleisch  in die Sauce geben und alles bei schwacher Hitze ca. 20 min köcheln lassen, damit sich die Aromen verbinden. Dann mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Während das Hühnchen in der Sauce kocht, die Guacamole zubereiten. Dafür die Chili fein hacken. Zwiebel und Knoblauch schälen und ebenfalls fein hacken. Tomate von den Samen befreien und fein würfeln. Koriandergrün zupfen und hacken.

Die Hälfte der Chili, ein Viertel der Zwiebel, den Knoblauch und das Salz im Mörser zu  einer Paste zerstoßen.

Avocados aufschneiden, die Kerne entfernen und in eine Schüssel geben. Den Inhalt des Mörsers dazugeben. Mit einer Gabel grob zerdrücken, dabei die Hälfte des  Limettensafts zugeben.

Dann die restlichen Zutaten einarbeiten und alles mit reichlich Pfeffer abschmecken.

Die Tinga de Pollo mit Tortillas, gegartem Reis und Guacamole auf Tellern anrichten und servieren.

Ofenkartoffeln mit Guacamole und Kichererbsencreme

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Vor längerer Zeit las ich bei einer anderen Bloggerin von einem interessanten Zeitvertreib: wenn sie beim Einkaufen an der Kasse in der Schlange steht und warten muss, schaut sie sich an, was die Menschen vor ihr so auf’s Band legen. Und versucht dann, sich auszudenken, was mit den Lebensmitteln wohl gekocht wird. Das ist doch eine tolle Idee! Bloß leider bin ich an der Durchführung oft gescheitert – meine Fantasie reicht nicht aus. Die Leute vor mir haben viel zu oft eine unvorstellbare Zahl an Fertigprodukten auf’s Band gelegt.

Und was es da alles zu kaufen gibt – allein, wenn es um die Kartoffel geht. Die ist ja nun wirklich vielseitig vermarktbar: geschälte Kartoffeln im Glas, Kartoffelpüree-Pulver, Kartoffelsuppe aus der Dose, Kartoffelpufferteig….die Liste würde Seiten füllen. Ihr merkt schon – die Kartoffel muss aus den Fängen der Lebensmittelindustrie gerettet werden. Und genau das macht unsere gar nicht mehr so kleine Rettungstruppe heute. Unten findet Ihr eine Link-Liste mit ganz vielen Kartoffenrezepten. Da muss niemand mehr auf Fertigprodukte zurückgreifen.

Ich habe beschlossen, Euch heute Ofenkartoffeln vorzusetzen. Obwohl deren Zubereitung ja wirklich denkbar einfach ist, gibt es im Kühlregal fertig gegarte Ofenkartoffeln zu kaufen, die man nur noch warmmachen muss. Hoffentlich ist nicht bald auch noch dieser Aufwand zu viel…ich warte auf die Einführung der sich selbst erwärmenden Ofenkartoffeln.

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So eine Ofenkartoffel allein ist ja ein wenig fad, und deswegen stehen im Kühlregal meist die passenden Dips und Toppings gleich daneben. Da findet man so komplexe Zubereitungen wie Guacamole oder Sour Cream. Ich serviere Euch auch eine Guacamole zu den Kartoffeln; die ist einfach so, wie ich sie üblicherweise zusammenrühre. Außerdem gibt es eine Kichererbsencreme; das Rezept habe ich hier* gefunden.

Wir haben die Kartoffeln mit den Dips als leichtes Hauptgericht gegessen. Ein Salat dazu kann nicht schaden. Wer mag, kann sich ja ein Steak oder ein Stück Fisch als Beilage gönnen. Wenn Dips übrig bleiben sollten – sie eignen sich auch gut als Brotaufstrich.

Los geht es. Ihr braucht:

Für die Kartoffeln:

  • Pro Person mindestens 1 große Kartoffeln (ca. 250-300 g); Süßkartoffeln gehen auch.

Für die Guacamole:

  • 1 reife Avocado
  • 1 TL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • gemahlener Kreuzkümmel

Für die Kichererbsencreme:

  • 150 g Kichererbsen – Trockenware
  • 150 g Naturjoghurt
  • 2 EL Tahin
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 1 EL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Wir fangen am Vortag mit der Kichererbsencreme an. Im Rezept wird Dosenware verwendet, ich nehme lieber frische Kichererbsen. Die Kichererbsen weiche ich am Vorabend in reichlich Wasser ein. Nach ca. 8 h abgießen, in einen Topf geben, mit frischem Wasser bedecken und ein Lorbeerblatt zugeben. Kichererbsen in ca. 45 min gar kochen. Schneller und energiesparender geht es im Schnellkochtopf, da sind die Kichererbsen in spätestens 15 min gar. Abgießen und etwas auskühlen lassen.

Inzwischen den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Kartoffeln gründlich waschen, dann rundherum mit einer Gabel einstechen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Im heißen Ofne ca. 50 min backen. Um zu testen, ob die Kartoffeln gar sind, mit einem spitzen Messer einstechen.

Inzwischen kann man die Dips vorbereiten:

Für die Guacamole die Avocado waagrecht durchschneiden, den Kern entfernen und mit einem Löffel das Fruchtfleisch herauskratzen. Das Fruchtfleisch mit dem Zitronensaft in einer Schale mit einer Gabel zerdrücken, mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel würzen.

Für die Kichererbsencreme die Petersilienblättchen abzupfen und fein hacken. Die Kichererbsen mit dem Joghurt pürieren und mit Tahin und Zitronensaft vermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen und die gehackte Petersilie unterheben.

Zum Servieren die Kartoffeln aufschneiden und füllen.

Und hier komme die Ideen der anderen Retter/innen:

Barbaras Spielwiese – Kartoffelpuffer

Obers trifft Sahne – Kartoffelchips

Feinschmeckerle.de – Das perfekte Kartoffelgratin

giftigeblonde – Erdäpfel-Speck Rösti

kebo homing – Kartoffelblattlen

Küchenliebelei – Kartoffelpuffer

Cuisine Violette – Kartoffelstampf

Sakriköstlich – Country Potatoes

Food for Angels and Devils – Kartoffelknödel aus gekochten Kartoffeln

lecker macht laune – Smashed Potatoes & more

LanisLeckerEcke – selbstgemachte Schupfnudeln

Kochen mit Herzchen – einfache Kartoffelsuppe

Aus meinem Kochtopf – Tartiflette mit Reblochon. Ein Kartoffelauflauf

Prostmahlzeit – Erdäpfelknödel mit Fleischfülle

Genial lecker – Kartoffelsalat mit Saurer Sahne

Jankes*Soulfood – Selbstgemachte Kroketten

Friederike vom Fliederbaum – Mohnstrudel aus Erdäpfelteig

http://fliederbaum.blogspot.com/2016/01/wir-retten-was-zu-retten-ist-sue.html

Nadine von SweetPie – Pastinaken Gnocchi

Kleine Chaosküche – Kartoffelwaffeln

widmatt- aus meiner Schweizer Küche Ofenrösti mit Rüebli

Anna Antonia – Bratkartoffeln

Paprika meets Kardamom – Simples und vielfältiges Kartoffelgratin

Ingrid von “auchwas” und Spitzbuwe: http://auchwas.blogspot.com/2016/01/wirrettenwaszurettenist-und-spitzbuwe.html

German Abendbrot – Kartoffelpüree und ein Best of Kartoffel

multikulinarisches – Schupfnudeln mit geröstetem Fenchelsamen

Das Mädel vom Land – Vollkornerdäpfelbutterteigkrapferl

1x umrühren bitte aka kochtopf – Kartoffelwedges

Sandra von from-snuggs-kitchen – Kartoffelpuffer aus dem Waffeleisen

Sabine von Bonjour Alsace – Kartoffelauflauf mit Sauerkraut

Alexandra von Meins! Mit Liebe selbstgemacht – Kartoffelmuffins mit Bärlauchpesto

Dynamite Cakes – Kartoffelkekse in süß & salzig

 

 

Kartoffelküchlein mit Dosa-Gewürz und schnellen Gurken-Pickles – außerdem: Buchgewinn und Tierfreitag

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Bevor es ans Essen geht, gibt es erst mal ein Buch zu verteilen: die Losfee hat heute ganz früh noch in Schlafanzug ein Zettelchen gezogen: Ulli Wührl, Du hast ein Exemplar von Deutsche Küche 2.0 gewonnen! Ich gratuliere – und brauche Deine Adresse.

Und jetzt zum Essen: gleich das erste Gericht, dass ich aus Anna Jones Kochbuch* ausprobiert habe, hat mir so gut gefallen, dass ich es mit Euch teilen muss. Genau wie alle anderen danach auch, aber man muss ja Prioritäten setzen 😉 .

Ich mag ja die anglo-indische Küche, und das hier gehört dazu. Anna Jones schwärmt für masala dosa…ich auch. allerdings sind die kleinen Pfannkuchen aus Reis- und Linsenmehl mit der würzigen Kartoffelfüllung relativ vertrackt in der Herstellung. Geständnis: mir ist bis jetzt noch jedes Dosa, das ich fabrizieren wollte, in der Pfanne kleben geblieben. Da ist es durchaus eine Lösung, sich auf die Füllung zu beschränken und diese als kleine Küchlein zu servieren.

Serviert werden die Küchlein mit etwas Avocadomus – und ganz fix gemachte Gurkenpickles sorgen für Frische und für Biss. Insgesamt – alles ganz einfach. Und eine traumhafte Kombination, die sicher nicht zum letzten Mal auf unserem Esstisch stand.

Die Küchlein beziehen ihr Aroma von Curryblättern. Die gibt es in jedem Asia-Shop. Es gibt eine getrocknete und eine frische Variante. Die getrocknete schmeckt eher nach Staub und Muff. Gönnt Euch ein Päckchen frische Curryblätter. Man kann sie in der Tiefkühle aufbewahren und bei Bedarf einfach die benötigte Menge entnehmen.

Zufällig ist dieses Gericht vegan und heute ist Freitag – deswegen schicke ich auch endlich mal wieder ein Rezept zum Tierfreitag.

Für 4 Personen:

Für die Kartoffelküchlein:

  • Olivenöl oder Kokosöl zum Braten
  • 4 große Kartoffeln, gekocht
  • 1 Zwiebel
  • 1 EL schwarze Senfsaat
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 10 Curryblätter
  • Salz, Pfeffer

Für die Avocado:

  • 2 Avocados
  • Saft von 1/2 Zitrone

Für die Gurken-Pickles:

  • 1/2 Salatgurke
  • 1 TL Koriandersaat
  • 1 Prise Zucker
  • Saft und Schale von 1/2 Bio-Zitrone
  • 1 EL Weißweinessig

Für die Küchlein die Zwiebel schälen und fein hacken.

Etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Zwiebel darin bei mittlerer Hitze ca. 5 min anbraten. Dann die Senfsamen zugeben. Deckel auflegen und kurz warten. Die Senfsamen werden wild durch die Pfanne hüpfen. Wenn sie damit fertig sind, Pfanne vom Feuer nehmen und ca. 1 EL der Zwiebelmischung aus der Pfanne nehmen, die kommt später an die Avocado.

Pfanne wieder auf den Herd stellen, Kurkuma und Curryblätter hineingeben und alles bei milder Hitze kurz anbraten. Beiseite stellen und ein wenig abkühlen lassen.

Die Kartoffeln schälen, in eine Schüssel geben und mit einer Gabel zerdrücken. Die Zwiebelmischung dazu geben, alles gründlich vermengen und mit Salz und Pfeffer herzhaft abschmecken. Aus der Masse 4 gleich große Küchlein formen. Küchlein für ca. 30 min in den Kühlschrank geben, damit sie etwas Stabilität gewinnen.

Inzwischen für die Pickles die Gurke schälen und längs in dünne Scheiben schneiden. Koriandersaat im Mörser zerstoßen. Gurkenscheiben mit allen anderen Zutaten vermischen, dabei mit der Hand kneten, damit sich alles gut verbindet.

Für das  Avocadomus  die Avocado halbieren, den Zitronensaft zugeben, das Fruchtfleisch aus den Schalen lösen, mit der Gabel zerdrücken. Die beiseite gestellten Zwiebelmischung einarbeiten und alles mit Salz und Pfeffer würzen.

Für die Küchlein etwas Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Küchlein in etwas Öl auf jeder Seite ca. 2-3 min behutsam anbraten, bis sie leicht gebräunt sind.

Zum Servieren die Küchlein mit der Avocado-Mischung garnieren und mit den Gurken-Pickles anrichten.

Pizza mit Crabmeat und Avocado

crabmeat, avocado

Gar nicht so leicht, sich für eine Pizza aus dem Buch von Jamie Young* zu entscheiden – im Grunde haben mir alle gefallen. Die Pizza mit Avocado und Crabmeat hat das Rennen gemacht. Das liegt zum Teil auch ein wenig am schrägen Look….sieht ein bisschen nach 70er Jahre aus mit dem schrillen Grün, dem knalligen Gelb und dem satten Rot, oder? 😉

Die Pizza schmeckt aber natürlich auch….Crabmeat mag ich ohnehin, und das passt mit dem cremigen Mozzarella gut auf die Pizza. Der Clou ist dann die würzige Salsa, die nach dem Backen auf die Pizza kommt.

Ich hab mich nicht so ganz an die Vorgaben gehalten. Jamie Young macht aus dem Teig eine Pizza. Dann wäre bei der Größe meines Pizzasteins der Boden sehr dick. Ich habe also zwei dünne Pizzas gemacht. Außerden habe ich die Oliven weggelassen – es waren schlicht keine im Haus.

Ach so….das Rezept für die Pizza mit Blutwurst gibt es dann morgen 🙂

Für den Teig:

  • 1 TL Honig
  • 1 TL Trockenhefe
  • 275 gr. Mehl, plus Mehl zum Arbeiten
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Olivenöl

Der Teig funktioniert laut Jamie Young mit den unterschiedlichsten Mehlsorten. Ich habe ihn sowohl mit Dinkel 630 als auch mit einer Mischung aus Weizen 405 und Hartweizenmehl gemacht – es gab jedes Mal einen krossen, aromatischen Teig.

Den Honig in 50 ml kaltem Wasser auflösen. Hefe einrühren, die Mischung 10 min ruhen lassen.

150 gr. Mehl in eine Rührschüssel geben. Hefemischung und 125 ml lauwarmes Wasser zugeben und alles mindestens 5 min kräftig vermischen. Dann den Vorteig 30 min bei Raumtemperatur offen ruhen lassen.

Salz, die restlichen 125 gr. Mehl und Olivenöl zufügen, alles zu einer homogenen Masse verkneten. Die Schüssel luftdicht abdecken. Der Teig kann nach 2 h Ruhezeit (Raumtemperatur) verwendet werden. Besser ist es aber, ihn für 3 Tage im Kühlschrank reifen zu lassen.

Wenn man den Teig im Kühlschrank hatte, muss man ihn  1 h, bevor man ihn verarbeiten will, aus der Kühlung nehmen, damit er Zimmertemperatur annehmen kann.

Jetzt zum Belag:

  • 100 gr. Krebsfleisch (gibt es als Crabmeat in kleinen Dosen im Asia-Shop)
  • 200 gr. Mascarpone
  • 150 gr. Cheddar, gerieben
  • 1/2 Avocado
  • 1-2 TL Koriandergrün, gehackt
  • Grün von 4 Frühlingszwiebeln, gehackt
  • optional: entsteinte schwarze Oliven, in Ringe geschnitten

Salsa:

  • 1 scharfe rote Chili (ob Ihr die Kerne drin lasst, dürft Ihr selbst entscheiden)
  •  1 Tomate (ich habe den entsprechenden Anteil Dosenware genommen)
  • 1/4 rote Zwiebel
  • Saft von 2 Limetten
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Den Backofen auf 250°C vorheizen und wenn vorhanden, einen Pizzastein mit vorheizen.

Die Salsa vorbereiten: Chilischote fein hacken. Tomate und Zwiebel fein würfeln und mit Chili und Limettensaft vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für den Belag das Crabmeat zerkleinern. Das aus der Dose ist in der Regel schon sehr fein – das muss man nur noch abtropfen lassen. Crabmeat mit Mascarpone, Frühlingszwiebeln und Koriandergrün vermengen und alles gut mit Salz und Pfeffer abschmecken.

 Den Teig in 2 Teile teilen und dünn ausrollen oder ausziehen. Oder auch den ganzen Teig zu einer Pizza ausrollen. Teig mit der Krebs-Mascarpone-Creme bestreichen , mit dem Cheddar bestreuen und Olivenringe darauf geben. (wenn man 2 Pizze macht, dann natürlich von allem nur die Hälfte…). Pizza mit Hilfe des Schiebers auf den Backstein bugsieren und im heißen Ofen ca. 20 min backen.

Das Fruchtfleisch aus der Avocado auslösen und in Spalten schneiden.

Zum Servieren die Avocadoscheiben auf der Pizza verteilen und einen großen Löffel Salsa in die Mitte geben.

Wer zwei Pizzas macht, bereitet die zweite genauso vor.

Lasst es Euch schmecken!

Tacu -Tacu de Palta deconstructed – Gebratener Reis auf peruanische Art

gebratener reis peruanische art

Barbara hat in ihrem Blog eine Kategorie mit dem Titel “Murks”. Vielleicht sollte ich das auch einführen. Normalerweise hülle ich mich in Stillschweigen über Misslungenes, aber diesmal muss ich mich Euch mitteilen und meinem Unmut Luft machen.

Das ist nämlich so: diesen Sommer ist ein Buch durch die Blogs gewandert – alle waren sie begeistert. Nach der gefühlt dreissigsten überschwänglichen Rezension gab ich meinen Widerstand auf und kaufte mir das Buch. Ich spreche von “Ceviche“* So richtig überspringen will der Funke aber nicht. Das Buch ist schön anzusehen, aber mit Inhalt tue ich mich ein wenig schwer. Und dann auch noch das…..Physalis hatte ich übrig. Da musste das Physalis-Coulis ausprobiert werden. Nun, ein Coulis wurde es nicht. Eher beinharte Karamellbonbons mit Physalis-Anteil. Naja. Der nächste Versuch war das “Quinotto de Valle Sagrado” eine  Art Risotto aus Quinoa und Pilzen. Geschmacklich war das ganz ok. Aber Risotto ist der falsche Ausdruck – Pampotto hätte besser gepasst. Und dann gab es da noch dieses Hühnchengericht – Hühnchen nach Tante Carmela; geschmorte Hühnerkeulen, auf Spaghetti serviert. Nett, aber auch nicht die große Offenbarung.

Also gut, noch ein Versuch: Reisfrikadellen mit Avocado. Ich habe mich ja beim Lesen des Rezepts schon gewundert, wie man aus vorgegartem Reis und Avocado Frikadellen formen soll, so ohne weiteres BIndemittel. Nun kann ich Euch sagen, wie – gar nicht. Versuch macht eben kluch.

Ich habe das Ganze in gebratenen Reis umgemodelt – geschmeckt hat es wirklich gut. Deswegen hier meine zerlegte Version von Tacu Tacu de Palta. Mit einer kleinen Anmerkung noch. Grundlage des Gerichts ist “Peruanischer Reis”, eine Art Pilaw auf peruanisch. Laut Rezept soll man für 4 Personen 350 gr. ungegarten Reis verwenden. Bei uns haben es 200 gr. getan.

So, aber nun: Das Rezept ist für 4:

Für die Reisbasis (Arrocito):

  • 2 EL Öl (ich: Rapsöl)
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 200 gr. Langkornreis (ich hatte Patna)
  • 300 ml Wasser (bei mir eher mehr)
  • 1/2 TL Salz
  • etwas gemahlener Kreuzkümmel

Zum Braten:

  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch (Original: 3)
  • 1 TL Chili Paste (Original: Amarillo-Chili-Paste; ich: scharfes türkisches Biber Salcasi)
  • 1 große Avocado
  • Salz, Pfeffer
  • den vorgegarten Reis
  • 4 Eier
  • optional: Bananen zum Braten, das Rezept sieht 4 vor, ich hätte 2 genommen

Erst machen wir den Arrocito. Der ist schnell hergestellt und wunderbar würzig. Dafür den Knoblauch schälen und fein hacken. Das Öl in einem Topf erhitzen und den Knoblauch ganz kurz anbraten. Reis dazugeben und unter Rühren 1 min mit anschwitzen. Dann Wasser, Salz und Cumin zugeben. Reis gare ich normalerweise, indem ich so viel Wasser angieße, dass es einen Finger breit über dem Reis steht…abmessen braucht man da eigentlich nichts. Hitze reduzieren und den Reis köcheln lassen, bis er das Wasser aufgesogen hat und gar ist.

Dann beiseite stellen und abkühlen lassen.

Inzwischen die Zwiebel schälen und fein hacken, ebenso den Knoblauch

Das Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Zwiebel darin glasig anschwitzen, dann Knoblauch und Chilipaste zugeben und weiter braten. Avocado schälen und in mundgerechte Würfel schneiden. Mit in die Pfanne geben, kurz durchrühren, dann den Reis zugeben und alles unter Rühren braten, bis Reis und Avocado heiß sind und die Geschmäcker sich verbunden haben.

Inzwischen in einer zweiten Pfanne die Eier als Spiegeleier braten. Das Rezept sieht vor, dass auch in Scheiben geschnittene, gebratene Bananen als Beilage serviert werden. Als ich zum Obstkorb spazierte, waren die Bananen auf wundersame Art und Weise verschwunden. Mein Sohn hatte wohl vor dem Essen Hunger …..

Den Reis mit Salz und Pfeffer abschmecken und zum Servieren mit je einem Spiegelei auf Tellern anrichten.

Spaghetti mit Krabben, Avocado und Grapefruit

pasta mit krabben, avocado, grapefruit

Merkwürdig, Pasta-Rezepte gibt es hier ja kaum. Dabei essen wir oft Pasta; meist ist die aber recht alltäglich. Die schnelle Lösung, wenn was auf den Tisch muss.

Auch dieses Essen steht schnell auf dem Tisch, hat mir aber so gut gefallen, dass ich es mit Euch teilen möchte. Das Rezept hat mich in der Essen & Trinken gleich angesprungen: Pasta in einer sahnigen Sauce, Garnelen dazu (im Original ist es Krebsfleisch), cremige Avocado und die spitze Säure und leichte Bitterkeit der Grapefruit, und schon weiß man wieder, dass Essen glücklich machen kann.

Für 4:

  • 400 gr. Spaghetti
  • 3 cm frischer Ingwer
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 rote Grapefruit
  • 2 Avocados
  • 250 gr. Garnelen
  • etwas Sonnenblumenöl
  • 300 ml Schlagsahne
  • einige Stängel Basilikum
  • 1 Bio-Zitrone
  • Salz, Pfeffer

Ingwer und Zwiebel schälen und fein hacken. Von der Grapefruit die Schale so abschneiden, dass die weiße Haut entfernt wird. Dann die Filets zwischen den Trennhäuten herausschneiden und in eine Schüssel geben; den Saft, der dabei austritt, ebenfalls in die Schüssel geben.

Avocados halbieren, Kerne entfernen. Das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus der Schale holen, quer in Streifen schneiden und zur Grapefruit geben. Kurz durchmischen.

Basilikum-Blättchen von den Stängeln zupfen und grob zerrupfen.

Öl in einer Pfanne erhitzen, Ingwer und Zwiebel darin glasig dünsten. Sahne angießen, kurz aufkochen lassen. Krabben hineingeben und in der Sauce garziehen lassen. Zitronenschale abreiben und zur Sauce geben. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Spaghetti in reichlich kochendem Salzwasser nach Packungsanleitung al Dente kochen, dann abgießen, kurz abtropfen lassen und mit der Sauce mischen. Alles kurz erwärmen.

Zum Anrichten Spaghetti mit Sauce auf Teller geben, Avocadomischung daraufgeben und mit Basilikum bestreuen.

Gebratene Teigtaschen mit Avocado, dazu Zwiebelschmelze

teigtaschen mit avocadofüllung und zwiebelschmälze

Dieser Beitrag zum vegetarischen Donnerstag fällt ja eigentlich in die Abteilung “Pleiten, Pech und Pannen”, denn die Teigtaschen hätten ursprünglich Maultaschen werden sollen. Aber scheinbar habe ich über Nacht die Fähigkeit verloren, einen vernünftigen Nudelteig herzustellen. Mein Teig war zu weich, viel zu weich. er wollte schon nicht durch die Maschine gedreht werden. Unter Einsatz eines (gefühlten) zusätzlichen Pfundes Mehl habe ich dann doch eine Teigbahn zustande gebracht. Füllen ging dann aber trotzdem nicht, alles viel zu weich und zu fragil.  Mist. Hunger! Mein Blick wanderte von der Avocado-Füllung zur Zwiebelschmelze und wieder zurück. Die Füllung muss irgendwo rein. Pasteten? Teig mit Butter, muss ruhen. Blätterteig? Guter Witz. Hefeteig? Muss ruhen, keine Zeit, siehe vorne. Moment….gab es nicht in der türkischen Küche einen Pastetenteig, der mit Joghurt und Ei daherkommt und gleich einsatzbereit ist? Genau, los geht es. Abendessen gerettet. So wurde aus den geplanten Maultaschen deutsch-türkisches Fusion-Food 😉 .

Das Rezept für Füllung und Zwiebelschmelze stammt aus der “Slowly Veggie!”, das für den Teig aus dem Untiefen meines Gedächtnisses 🙂 .

Für den Teig:

  • 250 gr. Mehl
  • 1 Ei
  • 2 EL Joghurt
  • 2 EL Butter
  • ein knapper TL Salz

Für die Füllung:

  • 2 kleine Avocados
  • 2 EL Zitronensaft
  • 120 gr. Frischkäse
  • 2 Frühlingszwiebeln

Für die Zwiebelschmelze:

  • 3 rote Zwiebeln
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 2 EL Olivenöl
  • 150 ml Portwein
  • 4 Zweige Thymian
  • 50 gr. Butter

Für die Zwiebelschmelze  Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. In einer Pfanne das Öl erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch bei schwacher Hitze braten, bis sie weich und süß werden, dann mit dem Portwein ablöschen, einkochen lassen. Thymianblättchen dazuzupfen. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und am Ende die Butter unterrühren.

Für den Teig Mehl und Salz in eine Schüssel geben und mit den anderen Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Wenn der Teig zu fest ist, noch etwas Joghurt zugeben. Der Teig soll geschmeidig sein, aber nicht kleben.

Für die Füllung die Avocados halbieren den Kern entfernen, das Fruchtfleisch herausholen und in eine Schüssel geben. Frischkäse und Zitronensaft zugeben und alles mit der Gabel zerdrücken. Frühlingszwiebeln waschen, putzen, in feine Ringe schneiden und unter die Füllung mischen. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Teig ca. messerrückendick ausrollen. Zur Herstellung der Teigtaschen Kreise ausstechen, jeweils mit etwas Füllung belegen und die Ränder fest zusammendrücken. Ich habe dafür diese praktischen Maultaschenformer verwendet.

Zum Braten etwas Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Teigtaschen einlegen und von beiden Seiten braten, bis sie außen schön goldbraun und knusprig sind.

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