Kochbuch: Komm in meine Küche | Aveen Khorschied, Mehmet Ismail Birinci

Heute gibt es ein Kochbuch, aber keines der gewöhnlichen Art. Es ist ein Kochbuch, das von den Menschen erzählt, die in Puchheim leben. Puchheim kennt Ihr wahrscheinlich nicht, es ist eine Kleinstadt im Speckgürtel von München. Und für mich eine Station auf dem S-Bahn-Plan, die ich noch nie besucht habe.

Das sollte ich aber wohl mal tun. Puchheim hat gut 20.000 Einwohner, und die verteilen sich auf 100 Nationen. Und da gibt es Aveen Korschied und Mehmet Birinci, die dort als Quartiersmanager arbeiten und versuchen, alle unter einen Hut zu bringen. Für die beiden ist ihre Heimatstadt ein buntes Mosaik und die Vielfalt macht sie bunt und lebenswert. Sie haben sich gefragt, was die unterschiedlichen Menschen denn verbindet – und kamen aufs Kochen und Essen. Und so entstand die Idee, die Menschen in ihren Küchen zu besuchen, sich ihre Geschichten erzählen zu lassen und ihre Rezepte einzusammeln.

Mehr als 20 Menschen haben Einblick in ihre Küchen gewährt, ihre Leibgerichte gekocht, erzählt, woher sie kommen und was sie mögen. So ist ein buntes Mosaik aus Gerichten und Geschichten entstanden, das einem die Menschen näher bringt.

Die Rezepte sind schlicht solide Hausmannskost – es ist das, was die Menschen zuhause gerne kochen, um sich an ihre Heimat zu erinnern. Dazu gibt es richtig viele Fotos, die nicht nur die Gerichte zeigen, sondern auch die Menschen und ihre Küchen. Zusätzlich erzählen die Leute in kleinen Einleitungstexten etwas von sich – woher sie ursprünglich kommen, wie lange sie schon in Puchheim leben, was für Musik sie mögen – das macht alles sehr persönlich.

Reis mit Dill und dicken Bohnen aus dem Irak: so ähnlich gab es das hier schon mal – aber mit getrockneten Bohnen. Diese Version stammt aus dem südlichen Irak und wird gerne zu Hochzeiten und Trauerfeiern gekocht. Beigesteuert hat es Barakat Bustan Faraj. Er ist in Basra geboren, lebt seit 2011 in Puchheim und mag die Musik von Oum Kalthoum (Ich auch!).

Jolof-Reis stand schon lange auf meiner Liste – et voilà, da ist er endlich. Der Gemüsereis, der mit gebratenem Fleisch serviert wird ist ein Familiengericht aus Togo, Nigeria, Ghana und Benin. Vorgestellt wird er von Zourahatou Assoumanou-Mamanh aus dem Togo, die Ihr auch auf dem Buchtitel abgebildet seht. Wenn sie heimische Gerichte kocht, fühlt sie sich ihren Lieben zuhause besonders verbunden.

Ragù napoletana ist für Ciro Carraturo ein Sonntagsgericht, denn an diesem Tag brachte seine Mutter das Schmorgericht mit Rind- und Schweinefleisch immer auf den Tisch. Heute versetzt es ihn zurück in seine Heimat.

Dass ich Teigtaschen machen muss, liegt auf der Hand, oder? Ich habe mir die Empanadas argentinas ausgesucht. Das Rezept kommt von Monica Nickisch. Sie ist 61 Jahre alt und lebt seit 1995 in Puchheim. Empanadas stehen bei ihr immer auf den Tisch, wenn sich Besuch ankündigt. Das Rezept kommt aus ihrer Familie und sie genießt es am liebsten mit warmem Mate. Mich hat vor allem der Teig interessiert, denn für ihn werden je zur Hälfte Weizenmehl und Maisstärke verwendet.

Fazit:

Ich bin ja der festen Überzeugung, dass Essen die Menschen einander näher bringt. Wo man sich trifft, zusammen kocht und isst, da haben Vorurteile keine Chance. Dieses Buch leistet einen tollen Beitrag dazu – es macht einfach Spaß, die Rezepte auszuprobieren und dabei die Menschen dahinter ein wenig kennenzulernen.

Und übrigens – heute lohnt sich das Lesen mal doppelt. Ich habe hier nämlich noch ein Exemplar des Buches zum Verlosen liegen. Sagt mir einfach in den Kommentaren, was Euch an dem Buch besonders interessiert.

Einsendeschluß ist Freitag, der 16.10.2020, 23.59 h. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Wer gewonnen hat, wird unter diesem Beitrag bekannt gegeben.

Die Verlosung ist geschlossen.

Gewonnen hat Martina Kneisel – Martina, du hast eine eMail ;-).

24 Kommentare

    • Ja, das ist eine tolle Idee. Ich lese inzwischen die meisten Bücher als eBook, aber bei Kochbüchern komme ich mit dem Format nicht klar; da fehlt mir das einfache Suchen und Blättern.

  1. Ja, kochen verbindet! Ich nehme gerne an der Verlosung teil, ich darf ja nur keine Kochbücher mehr kaufen 😉

    Ich denke, wenn sich die Menschen verschiedenster Nationen zum Austausch ihrer Lieblingsgerichte träfen, gäbe es weniger Hass und Vorurteile.

    • Ich denke auch, wenn die Menschen sich treffen, sich austauschen und zusammen kochen, dann bleiben Vorurteile auf der Strecke, das ist ein gutes Konzept.

  2. Ach das Buch und die tolle Rezension machen Lust aufs Essen und nachkochen! Ich hätte gerne so ein Buch und interessiere mich besonders für afrikanische und arabische Gerichte. Da hab ich etwas Nachholbedarf und vor allem Interesse, wollte mir aber nicht einfach ein Kochbuch kaufen. Ich würde mich sehr freuen!
    Vielen Dank für die Verlosung und die Mühen

    Claudia

  3. Was für ein Zufall! Heute Mittag bin ich darüber gestolpert – und habe gaaaanz kurz gezuckt… 😀
    Super Konzept für ein Kochbuch! Ich denke, da kann man sich wirklich von vorne nach hinten durchkochen – ohne dass es langweilig wird 🙂

  4. Mich würde das Rezept aus Togo interessieren. Mein Mann stammt aus Togo und es gibt einfach kein Kochbuch mit togolesischen Rezepten. Ich liebe aber grundsätzlich die abwechslungsreiche Küche unterschiedlichster Nationen. Essen bringt Menschen zusammen!

    • Das Hühnchenrezept stelle ich noch vor; sonst gibt es in dem Buch nur ein Rezept aus dem Togo, das sind Poff Poff, frittierte Teigbällchen. Ansonsten gibt es doch diese kleinen Büchlein aus der Edition Dià, da gibt es auch eines über westafrikanische Küche; es sind auch Rezepte aus dem Togo drin.

  5. Deine Rezension allein macht Lust, das Buch durchzublättern; aber auch die ganz archaische Logik, dass wenn man zusammen isst erst mal Frieden entsteht – bzw. hierfür herrschen muss ist das vielleicht das Ur-Verbindende. Und wenn man dann zusammen gegessen hat, dann ist man sich ja näher.. ach egal; zusammen zu essen ist einfach gut. Und bekocht werden und bekochen.. und Kochbücher zu blättern hat ja schon mal visuell diesen Charakter.. genug geschwätzt; gern nehm ich an der Verlosung Teil und bedanke mich für die Auslobung. Beste Grüße aus Luxemburg, Eylem

  6. Das ist ein schönes Buchkonzept. Erinnert mich an unser Zusammleben mit Mensvhen u terschiedlicher Herkunft und die Klassenkameraden in den späten 70er Und 80er-Jahren. Ich würde alle vorgestellten Rezepte kochen. Momentan mag ich sehr gerne persische Reisgerichte.

  7. Das würde mich sehr freuen, wenn ich das Buch gewinne. Ich mag das Bunte an den Gerichten, die du gezeigt hast. So etwas hellt einen regnerischen und kalten Herbsttag sehr auf! Und ich würde mich freuen, von den ganzen Geschichten zu lesen.

  8. Was für ein tolles Buch, ein tolles Projekt. Ich habe auf Insta das Bild vom Reis mit Dill und dicken Bohnen gesehen und war sofort begeistert. Ich würde mich ehrlich freuen. Eigentlich wären wir derzeit nämlich unterwegs quer durch die Welt, aber das geht ja nicht.

  9. Was für eine wunderbare Kochbuch-Idee! Ich kann die unterschiedlichen Aromen schon beim Lesen riechen 😊 Besonders schön finde ich, dass die jeweiligen Köche ihre eigene Geschichte zu den Lieblingsgerichten erzählen. Ein Kochbuch mit Tiefgang – sowas gefällt mir 😊

  10. Liebe Susanne,
    ich freue mich mehr als sehr! Das ist eine wunderbare Überraschung und ich bin sehr gespannt auf das Buch.
    Kochen ist für mich wie für dich Kulturverständnis und Menschenverbindung.
    Dafür mag und lese ich deinen Blog.
    Ich muss mich noch mal heftig öffentlich freuen 😉 und sage herzlichen Dank! :-)))
    Liebe Grüße Martina

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