
Ich bin grade mal ein paar Tage weg und lasse euch Frühstück da: Das ist ein Kuchen, wie er in den Niederlanden gerne zum Frühstück gegessen wird. Manchmal liest man auch Frühstückbrot – aber ontbijtkoek ist ebensowenig Brot wie Bananenbrot. Es ist eine Art Honig-Gewürzkuchen; gewürzt mit Ingwer, Zimt, Piment, Muskatnuss und Nelken.
Dieses Rezept hier ist nicht ganz klassisch – ich habe es mir bei Emily Wight* abgeschaut. (Hier habe ich ein paar Worte über das entsprechende Buch verloren). Sie verwendet keinen Honig, sondern Melasse für den Kuchen; daher auch die dunkle Farbe. Pur finde ich die Melasse sehr gewöhnungsbedürftig, aber im Kuchen macht sie sich gut. Der Kuchen ist weniger süß, als wenn Honig verwendet wird und ganz nebenbei bringt die Melasse auch noch ein paar Vitamine und Mineralstoffe mit. Außerdem enthält das Rezept einen Anteil Roggenmehl, der Kuchen ist also auch etwas herzhafter als die Standardversion aus Weizenmehl.
Ontbijtkoek kann man einfach so zum Kaffee oder Tee genießen; ich mache auch gerne etwas Salzbutter darauf. In den Niederlanden gibt es wohl auch Gegenden, in denen ein Stück von dem Kuchen auf eine Scheibe Butterbrot mit Käse oder Wurst gelegt wird – die Kombination süß-salzig weiß man dort zu schätzen.
Ontbijtkoek schmeckt frisch am besten, ich toaste ihn aber auch gerne.
Dieser Beitrag ist Teil der kulinarischen Weltreise, dort gibt es diesen Monat Frühstücksideen aus aller Welt.

Für eine Kastenform:
Zutaten:
- Butter für die Form
- 250 ml Milch
- 175 ml Zuckerrohrmelasse
- 1 Ei
- 120 g Weizenmehl Type 405
- 120 g Roggenvollkornmehl
- 1 TL Natron
- 1/2 TL Salz
- 2 TL gemahlener Ingwer
- 1 TL Zimtpulver
- 1/2 TL gemahlener Piment
- 1/2 TL frisch geriebene Muskatnuss
- 1/4 TL gemahlene Nelken
Arbeitsschritte:
Backofen auf 180°C Ober und Unterhitze vorheizen und eine Kastenform mit Butter ausstreichen.
Milch, Melasse und Ei in einem Messbecher verquirlen.
In einer Schüssel die Mehlsorten mit Natron, Salz und den Gewürzen vermengen. Die Milchmischung dazu gießen und alles rasch mit den Quirlen des Handmixers zu einer homogenen Masse verrühren.
Den Teig in die vorbereitete Form gießen und im heißen Ofen 45 bis 50 min backen. Der Kuchen ist fertig, wenn ein Zahnstocher, mit dem man in die Mitte sticht, sauber wieder herauskommt.
Kuchen gleich auf ein Kuchengitter stürzen und auskühlen lassen.
Und hier geht es wie immer zu den Rezepten der Mitreisenden; die Liste wird im Laufe des Monats immer wieder ergänzt:
Simone von zimtkringel mit Petit Pains au Chocolat Wilma von Pane-Bistecca mit Birchermuesli Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Semiya Upma – Vermicelli Upma Sylvia von Brotwein mit Cilbir – Rezept für türkische Eier mit Joghurt Wilma von Pane-Bistecca mit Roggen-Vollkorn Brot mit Joghurt Britta von Brittas Kochbuch mit Strammer Max Jenny von Jenny is baking mit Huevos pericos – kolumbianisches Rührei Cornelia von SilverTravellers mit Moltebeerenmarmelade ohne Kerne – das Gold aus dem Moor Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Brioche Rezept – Einfaches süßes Hefebrot Friederike von Fliederbaum mit Frühstücks- oder Altwiener Guglhupf Regina von bistroglobal mit Nasi Lemak

In meiner Kindheit hat es den häufig gegeben, dick mit Butter bestrichen. Köstlich! Heute ist er nicht mehr so einfach im Supermarkt zu finden.
So ähnlich ist ja auch das französische Pain d’épices, das ich schon öfter gebacken habe, in verschiedenen Abwandlungen.
Ich bedauere fast, dass ich zur Zeit nichts Süßes mag.
Es gibt ihn im Supermarkt um die Ecke, aber der gekaufte ist mir oft zu süß.
Oh das erinnert mich an meine Kindheit, meine Mutter hat diesen Kuchen gelegentlich gekauft und ich mochte den sehr, grade mit Butter und Käse😋😉. Danke fürs Rezept und hoffentlich ein paar schöne Tage für dich
Die Bezeichnung sagte mir auf Anhieb erst mal gar nichts – aber dein Rezept liest sich wirklich gut, stelle ich mir auch ganz köstlich vor.
[…] mit Petit Pains au Chocolat Wilma von Pane-Bistecca mit Birchermuesli Susanne von magentratzerl mit Ontbijtkoek Sylvia von Brotwein mit Cilbir – Rezept für türkische Eier mit Joghurt Wilma von Pane-Bistecca […]
Interessant, von dem Kuchenbrot habe ich noch nie gehört. Wieder eine Bildungslücke geschlossen 🙂
Der Jüngere hat das mal aus den Niederlanden mitgebracht, und interessanterweise gibt es den hier zu kaufen – genau wie stroopwafels.
Das klingt sehr gut, ein wenig Lebkuchenartig? Ich sehe die feinen Gewuerze.
LG Wilma
Ja, man sagt teilweise auch Honigkuchen.
Ich suche schon ewig ein solches Rezept dass ohne Schnickschnack auskommt. Danke dafür.
Es gibt ein Fertigprodukt von DeRit, dass ganz gut ist. Aber selber machen ist natürlich genial.
Das von DeRit muss ich mal testen, das herkömmliche ist mir oft zu süß.
Ich kannte „Ontbijtkoek“ bisher nur als fertige Version vom Bio-Supermarkt. Die Variante mit Roggenmehl und Melasse klingt rustikaler, das probier ich mal aus. Toasten mit Butter stelle ich mir besonders gut vor.
Ich mag das mit Salzbutter, an Wurst habe ich mich noch nicht getraut 😜.
[…] Susanne von magentratzerl mit Ontbijtkoek […]
Ontbijtkoek kannte ich noch nicht, obwohl wir früher von Bonn aus öfter mal nach Maastricht gefahren sind. Ich stelle mir diesen Kuchen gerade mit einer Scheibe buttrigem Gouda vor! Mmmmh!
Lieber Grüße
Britta
Lustig, dass niemand das kennt, ich dachte echt, das wäre Allgemeingut.
Spannend. Wir waren gerade 2 Wochen in den Niederlanden, aber Ontbijtkoek ist mir da tatsächlich nicht begegnet oder vielleicht habe ich das Brot auch nicht wahrgenommen. Das wäre vielleicht mal noch eine schöne Alternative zum Frühstück gewesen.
Frisch habe ich den noch nicht gesehen, aber im Supermarkt in der Frühstücksabteilung oder beim Gebäck ist das eigentlich Standard – gleich in der Nähe vom Hagelslag 😜.
Ein interessantes „Kuchenbrot“. Ich habe auch gleich an Pain d´epices gedacht, das habe ich für einen Schmortopf mit Fleisch (und Bier) einmal gemacht…
Ja, das hat Ähnlichkeit. Bei Schmortopf fällt mir ein – hier in Bayern gibt es auch „Saucenlebkuchen“ zum Binden und Aromatisieren von dunklen Saucen, es wäre einen Versuch wert, das mit dem niederländischen Frühstückskuchen zu machen. Dafür muss ich aber erst einen neuen backen.
[…] ich bin da kurz in das Kaninchenloch „niederländisches Frühstücksgebäck“ gepurzelt. Frühstückskuchen gab es schon, heute gibt es kleine Gebäckteilchen, wie man sie in Den Haag serviert; und sie […]
[…] Susanne von magentratzerl mit Ontbijtkoek […]
Liebe Susanne, ich kenne den „Kuchen“ auch noch aus meiner Kindheit. Meine Eltern haben mit mir oft Ferien in Holland verbracht. Ich mochte ihn sehr gerne. Viele Grüße, Regina