Fermentierter Honig mit Mango und Chili

Ja, klingt erst mal merkwürdig – warum sollte man Honig milchsauer fermentieren, so wie man es im Noma-Handbuch Fermentation* findet? Weil es geht, ist wohl die falsche Antwort; es war aber trotzdem das, was mich erst mal neugierig gemacht hat.

Die Basis ist Honig, der wird mit Wasser verdünnt, bis er so wenig Zucker hat, dass die Milchsäurebaktierien eine Chance haben, ihre Arbeit zu tun. Dazu gesellen sich (natürlich) Salz, Mango und etwas Chilischote. Ich habe das aus Neugierde probiert – das Ergebnis hat mich überzeugt: man bekommt eine Art Sirup mit Honig-Mango-Aroma, aber auch leicht säuerlich und salzig und mit einer leichten Schärfe. Im Noma-Buch wird vorgeschlagen, das Ganze als Zuckerersatz zu verwenden oder Birnen darin zu pochieren. Ich finde, dass ein Schuss davon sich gut an Salatdressings und Saucen macht – und auch in Prosecco oder Mineralwasser.

Fermentierter Honig mit Mango und Chili

Milchsauer fermentierter Honig-Sirup

Gericht Vorratskammer
Keyword fermentiert
Portionen 700 Gramm

Zutaten

  • 375 g Wasser
  • 20 g Meersalz ohne Zusatzstoffe wie Jod und Rieselhilfen
  • 375 g Honig
  • 5 g frische Chilischoten in Ringe geschnitten
  • 250 g Mango (bio) gewürfelt, mit Schale, ohne Kern

Anleitung

  1. Das Wasser mit dem Salz verrühren, bis das Salz sich aufgelöst hat. Dann den Honig zugeben und weiterrühren, bis alles gut vermischt ist.

  2. Die Mischung in ein ausreichend großes, sauberes Einmachglas geben. Mango und Chiliringe zugeben.

  3. Ein Stück Frischhaltefolie auf die Oberfläche geben; dabei darauf achten, dass auch die Ränder abgedeckt sind. Glas locker mit einem Deckel verschließen; entstehende Gase sollen austreten können.

  4. Der Honig bleibt jetzt stehen, bis er angenehm gesäuert ist und das Aroma von Mango und Chili angenommen hat. Bei Zimmertemperatur dauert das ca. eine Woche.

  5. Wenn alles fertig fermentiert ist, die festen Bestandteile abseihen (man kann Churntey daraus kochen) und den Sirup in sterilisierte Gläser füllen.

  6. Fertigen Sirup im Kühlschrank aufbewahren, er blubbert sonst munter weiter vor sich hin.

Fränkische Oliven

Huch? Was ist das denn? Wachsen in Franken neuerdings Oliven? Nein, das nicht. Aber in Franken wachsen Schlehen, und die kann man wunderbar einlegen und wie Oliven benutzen.

Ich habe ja für die Buchvorstellung von “Heimat im Glas“* eifrig Hagebutten gesammelt. Und beim Blättern durch das Buch, da sind mir die Schlehenrezepte durchaus ins Auge gesprungen. Mir war nur nicht klar, wo ich Schlehen finde. Als ich dann am Spielplatz um die Ecke die Hagebutten einsammelte, fiel mein Blick auf Sträucher, die ich bisher nicht beachtet hatte. Hm. Blaue Beeren. Wüste Stacheln. Nach googeln und Beratungsgesprächen war klar – Schlehen. Ich habe einige mitgenommen und eingelegt.

Nächstes Jahr mache ich das wieder, denn die “Oliven” sind richtig toll. Und ich nehme auch noch mehr mit – vor meinem geistigen Auge sehe ich nämlich eine schöne Ration an Sloe Gin. Dieses Jahr hat das nicht geklappt. Wie gesagt, ich war auf dem Spielplatz am Ernten. Und als ich da so rupfte, kam ein gut instruiertes kleines Mädchen, das mir mitteilte, dass ich das nicht pflücken und essen darf. Offensichtlich hatten die Eltern gut gearbeitet und dem Kind beigebracht, nicht einfach irgendwelche Beeren zu pflücken und zu essen. Eigentlich super. Aber das Kind war sehr besorgt um meine Gesundheit und ging nicht weg, bevor ich aufhörte, zu ernten. Nächstes Mal komme ich, wenn alle im Kindergarten sind ;-).

Jetzt aber zum Rezept. Es ist einfach zu machen, man muss aber etwas Wartezeit einplanen…

Fränkische Oliven

Schlehen, wie Oliven eingelegt

Gericht Vorratskammer
Länder & Regionen Franken

Zutaten

  • 500 g Schlehen
  • 1 l Wasser
  • 300 g unbehandeltes Meersalz (kein Jod, keine Trennmittel)
  • 1 Bund Thymian
  • etwas Gewürznelke

Nach zwei Monaten:

  • ca. 500 ml Olivenöl
  • etwas frischer Knoblauch
  • Rosmarin
  • Lorbeer

Anleitung

  1. Die Schlehen müssen einen Frost erlebt haben. Man kann sie entweder nach dem ersten Frost ernten, oder man steckt sie einfach einen Tag lang in die Tiefkühle. So habe ich es gemacht. 

  2. Wasser mit Salz und Gewürzen aufkochen, bis das Salz sich aufgelöst hat. Beiseite stellen und abkühlen lassen. 

  3. Die Schlehen in ein passendes hohes Glas geben und mit der Salzlösung übergießen. Glas verschließen und an einem kühlen, dunklen Ort mindestens 2 Monate durchziehen lassen.

  4. Nach zwei Monaten die Schlehen abgießen und gründlich abtropfen lassen. 

  5. Auf saubere Gläser verteilen. Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden. In jedes Glas etwas Koblauch, Rosmarin und ein Lorbeerblatt geben. Mit Olivenöl aufgießen, die Gläser verschließen und die Schlehen weitere 3 Wochen durchziehen lassen. 

Hagebutten-Zwiebelsauce

Ja, ich weiß – es ist ein wenig spät, um jetzt ein Rezept mit Hagebutten vorzustellen. Ihr müsst Euch das dann wohl für nächsten Herbst merken, denn die Sauce ist sehr apart und außerdem vielseitig verwendbar.

Ausprobiert habe ich die Sauce erst mal hauptsächlich deshalb, weil man ja mit Hagebutten meist Marmelade kocht; die herzhafte Verwendung war mir neu. Und sie ist toll – die Sauce ist schön ausbalanciert nach Süße und Säure. Daniela Wattenbach*, von der das Rezept stammt, schreibt, dass die Sauce gut zu kurzgebratenem Fleisch passt und zu Kartoffelgratin. Ich könnte sie mir aber auch zu Gemüse- oder Getreidepflanzerl gut vorstellen.

Die Sauce macht ein wenig Arbeit, denn die Hagebutten müssen entkernt werden. Ihr braucht 250 g entkernte Früchte, das sind ca. 450 g ungeputzte Hagebutten. Man kann das aber auch vorbereiten, die Hagebutten also an einem Tag entkernen, luftdicht verpackt in den Kühlschrank stellen oder die Früchte einfrieren und die Sauce dann später kochen.

Hagebutten-Zwiebel-Sauce

Eine etwas andere Verwendung für Hagebutten

Portionen 1 Liter

Zutaten

  • 250 g Hagebutten geputzt und entkernt
  • 3 rote Zwiebeln
  • 3 weiße Zwiebeln
  • Rapsöl zum Garen
  • 2 Äpfel säuerliche Sorte
  • 120 g Zucker
  • 3 cm Ingwer
  • 125 ml Weißweinessig
  • 125 ml Weißwein
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung

  1. Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Äpfel entkernen und würfeln. Ingwer schälen und reiben.

  2. Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebelringe darin glasig anschwitzen. Die Apfelwürfel dazugeben und kurz mitbraten, dann alles mit 3 Esslöffeln des Zuckers bestreuen und alles karamellisieren lassen.

  3. Restlichen Zucker, Hagebutten, Ingwer, Essig und Wein zugeben und mit Salz würzen.

  4. Alles in ca. 45 min zu einer dicken Sauce einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und heiß in sterilisierte Gläser füllen. 

Kochbuch: Heimat im Glas | Daniela Wattenbach

Daniela Wattenbach lebt im Fränkischen und ist gelernte Hauswirtschafterin. Sie kocht leidenschaftlich gern; und da wiederum gehört ihre Liebe besonders den traditionellen Rezepten ihrer Heimat und dem Haltbarmachen saisonaler Produkte. Und genau darum geht es in ihrem ersten Buch.

Vor mir liegt kleines Hardcover mit hellem, freundlichem Layout. Es gibt viele, hübsch gemachte Bilder  – Rezeptbilder ebenso wie solche von Produkten. Und mir gefällt, dass jedem Kapitel eine eigene Farbe zugeordnet wurde – die ist dann die Gleiche für Überschriften, Rahmen und zusätzliche Küchentipps.

Kapitel – das ist ein gutes Stichwort: Das die Rezepte sind nach Jahreszeiten strukturiert; das bietet sich ja bei diesem Thema an. Bevor wir aber die Früchte der jeweiligen Jahreszeiten verarbeiten, gibt es erst noch ein paar Basics zum Thema “Haltbarmachen”, da wird gut erklärt, was man beim Einkochen, Einfrieren, Dörren und anderen Methoden beachten sollte und es wird erläutert, wie man Säfte herstellt und was für eine Grundausstattung man benötigt.

Auch in den einzelnen Kapiteln gibt es mehr als “nur” Rezepte: immer wieder eingestreut sind Infotexte über das, was die Natur in der entsprechenden Jahreszeit zu bieten hat. So gibt es zum Beispiel im Frühjahr Informationen über Wiesenkräuter, über Bärlauch, Löwenzahn und Holunder sowie Waldmeister und Brennnesseln. Es wird beschrieben wie man die Pflanzen erkennt, was ihre Wirkungen sind und worauf man beim Ernten und Verarbeiten achten sollte.

Die Rezepte selbst sind sehr vielfältig – das geht von Sirup über Marmelade und Likör bis hin zu Ketchup, herzhaft Eingelegtem und Brotaufstrichen. Es sind bekannte Klassiker dabei wie Holunderblütensirup oder Gemüse-Würzpaste, aber auch unbekannteres wie ein Brotaufstrich aus Eichelmehl, Erdkammersirup (ein Hustensirup, der zum Reifen in der Erde vergraben wird) oder Brennnesseleis.

Die Rezepte sind gut strukturiert; allerdings die Arbeitsanleitungen manchmal ein wenig kurz gefasst. Immer ist angegeben, wie viele Gläser oder Portionen das Rezept ergibt. Und meist  werden es auch zusätzliche Küchentipps oder kleine Geschichten mitgeliefert. Abgeschlossen wird der Rezeptteil durch ein alphabetisch geordnetes Register.

Schon mal ausprobiert:

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich liebe Hagebuttenmarmelade. Und als das Buch eintraf,  war gerade Hagebuttenzeit. Ich habe also eifrig gepflückt, bei uns gibt es sehr viele Sträucher. Im Buch wird die Marmelade aus nicht entkernten Hagebutten gekocht. Das geht erst mal schneller, denn das Entkernen ist eine Sysiphos-Arbeit. Es bleibt aber auch sehr viel Frucht im Passiersieb zurück. Beim nächsten Mal entkerne ich wieder. Und das Rezept ist auch sehr kurz gefasst, vor allem ist da zu viel Gelierzucker angegeben.

Ich hatte noch Hagebutten übrig; die habe ich brav entkernt und zu einer Hagebutten-Zwiebelsauce verarbeitet. Die Hagebutten werden hierfür mit Zwiebeln, Zucker, Essig und Weißwein gegart – die Sauce ist schön ausbalanciert in Süße und Säure eine schöne Beigabe zu kurzgebratenem Fleisch; aber auch zu Kartoffelgratin.

So. Und wenn man sich schon die Mühe gemacht hat, Hagebutten zu ernten und zu verarbeiten, dann ist es doch eine gute Idee, sie auch so weit wie möglich zu verwerten. Ich wußte das vorher nicht, aber aus den Hagebuttenkernen kann man gut einen Tee kochen. Der Tee schmeckt nicht nur gut – die Kerne enthalten auch Kieselsäure und stärken die Lunge; das kann man gerade im Herbst gut gebrauchen.

Die Schlehen hingen auch gerade reif an den Sträuchern, und so konnte ich die “Fränkischen Oliven” ausprobieren. Hierfür werden die Schlehen erst 2 Monate in Salzlake, danach in Olivenöl und Gewürze eingelegt.

Fazit:

Wer gerne die Früchte der Jahreszeiten sammeln und konservieren möchte, der wird an diesem Buch Freude haben. Es gibt vielfältige Rezepte und nützliche Tipps für alles von Apfel bis Zwetschge, von Brennnessel bis Waldmeister. Was mich besonders anspricht ist, dass klassische Rezepte ebenso vorgestellt werden wie solche, die modernisiert wurden.

  • Hardcover: 208 Seiten
  • Verlag: Südwest Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3517096919
  • 18,00

Kaffee-Kardamom-Shrub

“Shrub”, das klingt ganz witzig, oder? Das Wort hat seinen Ursprung im arabischen “sharab”, was schlicht “trinken” bedeutet. Shrubs sind Sirupe auf Essigbasis, die mit etwas Mineralwasser aufgespritzt ein erfrischendes Getränk ergeben. Man kann sie auch zum Mixen von Cocktails verwenden. und sie machen sich gut zum Aromatisieren von Marmeladen, zum Abrunden von Saucen oder als kleiner Kick auf Eiscreme.

Der größte Teil der Shrubs, die in “Essig und Shrubs selbstgemacht“* vorgestellt werden, verwenden neben Essig und Zucker Früchte und Kräuter als Basis. Ich wollte etwas anderes probieren  – in diesem Shrub geben Kaffee, Kardamom und Vanille das Aroma.

Klingt gewöhnungsbedürftig? Schmeckt sehr gut, ich gieße gerne etwas davon Mittags mit Mineralwasser auf; das erfrischt und holt einen aus dem Mittagstief. Der Shrub passt auch zu Nachtisch – sofern dieser keine Milch enthält – oder zum Mixen von Cocktails.


Für 200 ml:

  • 15 g Kaffeebohnen, ganz
  • 3 Kapseln Kardamom
  • 1/2 Vanilleschote
  • 150 ml Weißweinessig
  • 200 g Rohrzucker

Kaffeebohnen und Kardamom im Mörser zerkleinern.

Vanilleschote der Länge nach aufschneiden, das Mark herauskratzen, die Schote klein schneiden.

Gesamte Vanille mit der Kaffee-Kardamom-Mischung und dem Essig in einem Topf erhitzen, aber nicht kochen lassen. Den Topf von der Hitze nehmen, Deckel auflegen und alles eine Stunde durchziehen lassen.

Den Zucker zugeben, alles unter Rühren sanft erhitzen, bis der Zucker sich aufgelöst hat.

Grobe Bestandteile durch ein Sieb abfiltern und Sirup in Flaschen füllen.


Dattelessig

Dieser Fruchtessig aus “Essig und Shrubs selbst gemacht“* erinnert im Ergebnis etwas an die Balsamico-Creme, die überall zu kaufen gibt. Geschmacklich allerdings ist er eine ganz andere Nummer…

Für diesen Ansatz-Essig werden Datteln mit Balsamico gemixt, dazu gesellen sich außerdem noch etwas Limettenabrieb und Kardamom. Das Ergebnis ist ein cremiger, säuerlich-süßer Essig, den man für viele unterschiedliche Dinge verwenden kann. Er passt zu Salat, besonders gut zu Tomaten, aber auch zu Wild oder als Finish für nahöstliche Gerichte, gerne auch statt Granatapfelmelasse. Mit Mineralwasser aufgespritzt ergibt er außerdem ein erfrischendes Getränk.


Für 200 ml:

  • 100 g getrocknete Datteln, ungeschwefelt
  • 200 ml Aceto Balsamico
  • Schalenabrieb von 1 Bio-Limette
  • 1 Kapsel Kardamom

Datteln entkernen und zusammen mit dem Balsamico cremig pürieren.

Kardamom grob mörsern und zusammen mit dem Limettenabrieb zum Püree geben.

Alles in ein Gefäß mit Schraubdeckel füllen, verschließen und 5 Tage lang ziehen lassen.

Danach durch ein feines Sieb filtern, dabei die Fruchtmasse vorsichtig ausdrücken. In kleine Fläschchen füllen.

Die Fruchtmasse kann noch ein zweites Mal verwendet werden. Dazu wieder mit 200 ml Balsamico verrühren und dieses Mal 14 Tage durchziehen lassen.


Kochbuch: Essig und Shrubs selbst gemacht | Elisabeth Engler

Mein Verhältnis zu Essig war nicht immer das Beste. Gut, genaugenommen fand ich Essig furchtbar. Das lag wohl daran, was seinerzeit so verwendet wurde – das nehme ich heute höchstens noch zum Entkalken ;-). Ein bisschen geprägt war meine Abneigung auch durch diese labbrigen, essiglastigen Salate, die es im Wirtshaus immer gab. Als ich anfing zu kochen, habe ich lange Zeit nur Zitronensaft verwendet, dann durfte Apfelessig einziehen. Und nachdem ich verstanden hatte, dass Essig nicht gleich Essig ist, ist er aus meiner Küche nicht mehr wegzudenken. Nicht für Salatdressings, sondern auch überall da, wo ein Spritzer Säure einem Gericht gut tut. Oder als erfrischendes Getränk im Sommer.

Wenn man die Vielfalt der Essigsorten so richtig geniessen möchte,  liegt es nahe, sich selbst an der Herstellung von Essig  zu versuchen. Dabei hilft dieses Buch. Es ist grob unterteilt in fünf Bereiche:

Essig-Basics

Es gibt eine kleine kleine Einführung zum Thema Essig – Herstellung, Sorten, gesundheitliche Vorteile und Inhaltsstoffe sowie Tipps zum Ansetzen von Aroma-Essig. In diesem Kapitel wird auch erklärt, wie man Essig selbst herstellen kann; es gibt ein Grundrezept für Weinessig, für den man zunächst eine Essigmutter benötigt, sowie Rezepte für Apfel- und Birnenessig.

Essig mit Aroma

Dann folgen zwei Kapitel, die sich mir dem Aromatisieren von (gekauftem oder selbst herstelltem) Essig befassen. Da gibt es zunächst mit Früchten oder Blüten aromatisierte Essige und dann solche, die von Kräutern oder Gewürzen profitieren dürfen. Da locken süßer Aprikosenessig (mit getrockneten Aprikosen), Frühlingsblütenessig,  Hagebuttenbalsam oder Tomatenessig. Im Gewürzteil gibt es unter anderem einen Amaro-Essig mit verschiedenen herben Gewürzen und Kräutern, eine Mischung mit Zitronengras, Ingwer und Koriander, die zu Gerichten mit asiatischer Note passt, aber auch Fischessig, der an “Karpfen blau” erinnert oder Salbeiessig.

Essig zum Trinken

Die letzten beiden Kapitel widmen sich Shrubs und Cocktails. Shrub kommt wohl vom arabischen “sharab”, was “trinken” bedeutet. Es handelt sich im Prinzip um Sirup auf Essigbasis, dem die verschiedensten aromatischen Zutaten zugesetzt werden können. Mit etwas Wasser aufgespritzt ergibt das Ganze dann ein herrlich erfrischendes Getränk oder mit Sekt einen ungewöhnlichen Aperitif. Da gäbe es zum Beispiel Himbeershrub mit Sherryessig und Ingwer, Pfirsich-Earl-Grey-Shrub oder auch Schokoladenbalsam-Shrub. Schließlich gibt es noch einige Rezepte für Cocktails, in denen die vorher vorgestellten Shrubs verwendet werden.

Vielfalt im Essig-Regal

Die Rezepte im Buch sind sehr vielfältig; es ist für jeden Geschmack und jeden Verwendungszweck etwas dabei. Zu jedem Rezept ist beschrieben, wie der jeweilige Essig  schmeckt und wozu er besonders gut passt. Es ist auch immer angegeben, wie lange Arbeits- und Ruhezeit sind und wie viel Ausbeute man hat. Oft gibt es auch zusätzliche Tipps. Die Rezepte haben oft einen schönen Twist, der für ein schönes Ergebnis sorgt.

Und die Optik?

Das ist ein schmales, hochformatiges  Taschenbuch; auf den knapp 100 Seiten sind 65 Rezepte versammelt. Die einzelnen Kapitel sind an den Seitenrändern farblich hinterlegt; die Kapitel sind dann in den gleichen Farben gehalten; das ist schön übersichtlich. Von vielen Rezepten gibt es Fotos; sie sind manchmal ganzseitig, manchmal in die Rezepte eingebunden.

Schon mal ausprobiert:

Ich habe versucht, Weinessig zu machen. Sagen wir mal so….die Versuche laufen noch. Das Ganze ist … ein weites Feld und nicht einfach, was nicht an der Anleitung im Buch liegt, sondern schlicht daran, dass der Wein, den man kauft, geschwefelt ist, um eben genau zu verhindern, dass er zu Essig wird. Wie stark die Schwefelung ist, kann man eher nicht herausfinden, und so ist das Ganze eher ein Glücksspiel. Ich arbeite daran.

Für den Provence-Essig landen Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Lorbeer im Glas, dazu gesellen sich Zitronenschale, Pfeffer und Knoblauch. Das Ganze badet zwei Wochen in Condimiento bianco, und danach ist ein Ansatzessig fertig, der die Aromen Südfrankreichs wunderbar einfängt.


Der erste Shrub, den ich ausprobiert habe, ist einer mit Kaffee und Kardamom. In der Kombination mit der Essig-Basis klingt mag das seltsam klingen, aber es fügt sich alles zu einem harmonischen Ganzen. Ich mag den Shrub gern, um die Lebensgeister in der Mittagszeit wieder zu wecken; aber er eignet sich auch gut zum Mixen von Cocktails.

Der Dattelessig hat im Ergebnis etwas Ähnlichkeit mit dieser Balsamico-Creme, die man überall kaufen kann. Für die Herstellung werden Datteln mit Balsamico püriert, dazu kommt noch etwas Limettenabrieb und Kardamom. Nach einer Ruhezeit werde die festen Bestandteile abgesiebt. Der Essig passt gut zu Salat, aber auch zu Desserts und kann mit Mineralwasser oder Prosecco verdünnt als Aperitif genossen werden.

Fazit:

Wenn man Essig mag und richtig Lust auf Vielfalt hat, dann hat man Spaß an diesem Büchlein. Es gibt schöne Ideen und gut umsetzbare Rezepte, die gerne auch mal etwas ungewöhnlicher sind.

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: Riva 
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3742305268
  • 9,99

Instantnudel-Gewürzpaste auf Vorrat

Sprechen wir doch mal über Nudeln. Wenn man so an den Regalen der Supermärkte entlang läuft, dann fällt einem auf, dass es da unglaublich viele unterschiedliche Fertigprodukte gibt. Das reicht von Nudelsaucen oder Pesto im Glas über frische Pasta im Kühlregal oder Tiefkühle bis hin zu fertigen Pastagerichten in der Dose oder Tüte. Kaufe ich alles nicht.

So, und jetzt das Eingeständnis einer Schwäche. Genaugenommen einer ehemaligen Schwäche. Ich bin ja Stammgast im Asia-Shop, und hin und wieder wandert da eine Packung Instant-Nudeln ins Körbchen. Das sind besonders schnellkochende Nudeln und ein paar Tütchen mit Gewürzen. Und alle heilige Zeit, wenn ich alleine zuhause bin, keine Lust auf nix und das Gefühl habe, dass es heute echt mal Junkfood sein müsste, dann landet so ein Tütchen im Topf. Also, nicht die Tüte. Der Inhalt.

Landete. Denn neulich habe ich bei Mandy Lee diese Gewürzpaste entdeckt – und die ist derart genial, dass der Asiashop seine Tütchen an jemand andere verkaufen darf, ich nehme nur noch die Zutaten für diese Paste. Allerdings esse ich jetzt öfter diese Nudeln. Mandy Lee nennt das Ganze “Crack Slurp Mix”, und das hat seinen Grund. Das Ganze schmeckt einfach phänomenal, man kann gar nicht aufhören zu futtern.

Womit ein weiteres Mal bewiesen wäre, dass Fertigprodukte verzichtbar sind und selbstgemachtes einfach besser schmeckt. Und genau das ist heute das Thema bei der von Susi ins Leben gerufenen Rettungstruppe – wir kümmern uns heute um Nudelgerichte.

  • 6 kleine Schalotten
  • 205 g Rapsöl
  • 3 kleine Frühlingszwiebeln
  • 80 g Sichuan Douban Chili Paste
  • 140 g Sojasauce
  • 20 g Balsamico
  • 10 g Fischsauce
  • 1,5 TL Rohrzucker
  • 1,5 EL Sichuanpfeffer, gemahlen
  • 1/2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Die Schalotten schälen und in dünne Scheiben schneiden. Am besten geht das mit einer Mandoline oder einem Gemüsehobel. Es ist nicht so wichtig, wie dünn die Scheiben geschnitten sind, aber sie sollen gleich dünn sein. Die Schalotten werden nachher frittiert und sie sollen gleichmäßig garen.
Das Öl in einen Topf geben; beschichtet wäre gut, damit nichts anhängt. Die Schalotten zugeben und alles auf hohe Hitze stellen. Sobald alles anfängt zu brutzeln, auf mittlere Hitze stellen und alles ca. 10 bis 13 min garen, dabei immer wieder umrühren. Die Schalotten sollen goldbraun werden, lieber zu hell als zu dunkel.
Ein feinmaschiges Sieb über eine hitzefeste Schüssel setzen und die Schalottenmischung in das Sieb gießen. Die Schalotten  gut abtropfen lassen und mit einer Gabel auflockern. Das Öl behalten, das ist unsere Grundzutat.
Die Frühlingszwiebeln putzen und in Stücke schneiden.
2 EL des Öl wieder in die Pfanne geben und die Frühlingszwiebeln bei hoher Hitze braten, bis sie an den Rändern braun werden. Dann die Chilipaste zugeben und 2 min mitbraten.
Die Mischung zusammen mit Sojasauce, Balsamico, Fischsauce und Zucker in einen Mixer geben.
Jetzt das ganze restliche Öl in den Topf geben, Sichuan-Pfeffer und schwarzen Pfeffer zugeben und alles bei hoher Hitze einmal aufwallen lassen; dann zusammen mit den Schalotten ebenfalls in den Mixer geben. Den Mixer ca. 2 min laufen lassen, bis die Sauce gleichmäßig püriert ist. Dann alles in saubere Gläser füllen und im Kühlschrank aufbewahren. Dank des Salzgehalts ist die Masse gut haltbar.
Zum Servieren könnt Ihr schnellkochende asiatische Nudeln (gibt es inzwischen in jedem Supermarkt) nehmen; Reisnudeln passen auch gut, finde ich. Einfach die Nudeln kochen und mit etwas von der Paste vermischen. Wieviel Ihr braucht, hängt davon ab, wie dick die Nudeln sind. Ein paar Frühlingszwiebeln als Deko schaden nicht und ein Spiegelei als Topping wäre auch keine schlechte Idee.
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Kombu-Pesto

So ganz kurz gibt es diesen Blog ja nicht. Es sind schon mehr als fünf Jahre. Und nur drei oder vier Pesto-Rezepte. Kaum zu fassen. Da kann man gut noch eine Variante hinzufügen, findet Ihr nicht auch?

Ich bin ja ein bekennender Fan von Seetang. Ich mag ihn gerne auch außerhalb der asiatischen Küche. Und so war es auch gleich um mich geschehen, als ich in einer Ausgabe der Saveur von Kombu-Pesto las. Der Haben-Wollen-Reflex war gleich da.

Kombu ist ja die Grundzutat für japanische Dashi. Sein Aroma ist recht robust und ich denke deshalb, man kann für dieses Rezept auch Kombu verwenden, aus dem man bereits Dashi zubereitet hat. Wir haben es einfach zu Pasta gegessen, der Rest ist bei mir auf Brot gelandet. Es passt aber auch gut zu Fisch oder gegrilltem Fleisch. Es möbelt Gemüsegerichte auf und macht sich gut in einer Suppe  – Seetang-Pistou. Ihr seht schon – ich bin hingerissen. Das Pesto wird sicherlich dauerhaft in meinem Kühlschrank einziehen.

Für ein Glas von ca. 300 ml:

  • 15 g Kombu
  • 180 ml Olivenöl
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 120 g Mandeln, geröstet
  • 50 g Parmesan, grob gerieben
  • 1 Handvoll glatte Petersilie
  • 1 EL Zitronensaft
  • Salz

Den Kombu in einer Schüssel mit Wasser bedecken und ca. 30 min einweichen. Alternativ kann man auch Kombu nutzen, aus dem man bereits Dashi gekocht hat. Dann abgießen.

Knoblauch schälen und hacken, Kombu ebenfalls hacken. Der Kombu ist etwas glitschig, also Vorsicht beim Schneiden.

1 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den Knoblauch glasig anbraten. Beiseite stellen.

Mandeln im Blitzhacker zerkleinern. Käse und Knoblauch zugeben und weitermixen, dann den Kombu mitmixen. Weitermixen, dabei die Hälfte des Olivenöls zugeben. Dann die restlichen Zutaten zugeben und alles zu einer Paste pürieren. Mit Salz abschmecken.

Das fertige Pesto hält sich im Kühlschrank ein paar Tage.

Chili-Öl nach Georgina Hayden

Ihr müsst bitte dieses Würzöl machen, ich neige dazu sagen, dass das in jede Küche gehört. Ja, ich weiß, Rezepte für Chiliöl gibt es wie Sand am Meer. Ich selbst habe auch schon etliche davon angesetzt und auch alle brav benutzt. Aber dieses hier ist nochmal eine ganz andere Hausnummer.

Es ist nicht einfach Öl mit Chili, was man ja durchaus auch findet. Nein, es macht auch noch Knoblauch mit und Salz. Zusätzlich Sesam für eine nussige Note und Sichuan-Pfeffer, der eine andere Art von Schärfe mitbringt und für Prickeln sorgt.

Kurz: es gibt (fast) nichts, was durch dieses Öl nicht gewinnt, sei eine Pizza, eine Salatsauce, eine Suppe oder eine Schüssel heißes, frisch gedämpftes Gemüse. Also, ab in die Küche mit Euch!

Für 500 Milliliter:

  • 2 frische rote Chilischoten
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 1 EL Chiliflocken
  • 1 TL Sichuanpfeffer
  • 1 TL Meersalz
  • 1 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 EL Sesamsaat
  • 500 ml neutrales Öl (Erdnussöl oder Rapsöl sind gut)

Von den Chilis die Stiele entfernen; die Schoten grob hacken. Knoblauch schälen und zusammen mit Chiliflocken, Chilischoten, Sichuanpfeffer, Salz und schwarzem Pfeffer im Blitzhacker fein zerkleinern. Alles zusammen mit dem Öl in einen Topf geben und ca. 10 min bei niedriger Temperatur erhitzen, bis alle Zutaten leicht gebräunt sind.

Das Öl abkühlen lassen und mitsamt der Gewürzmischung in eine Flasche füllen. Es hält sich mehrere Monate. Theoretisch.