Vietnamesisches Karamell-Hühnchen

karamell-huehnchen

Es gibt etwas zu feiern: Gabis Crockyblog hat Geburtstag. Das erste Jahrzehnt ist geschafft. 10 Jahre kenne ich Gabis Blog noch nicht, aber doch schon einige Jahre. Und ich verdanke ihr so manche Erkenntnis und Anregung zum Thema Slowcooking – und nicht nur dazu. Danke dafür, Gabi!

Es ist also klar, dass ich etwas beisteuere zu ihrem Geburtstags-Buffet. Sie wünscht sich logischerweise etwas, das ein wenig Zeit braucht, damit es richtig gut wird. Erst wollte ich ja den Slowcooker hervorholen, aber dann bin ich über dieses Rezept gestolpert.

blog-event_crockyblog_hochDiana Henrys Hähnchen* hat keine lange Garzeit – aber es muss ein paar Stunden marinieren. Perfekt also für Gabis Geburtstagstisch. Und ganz abgesehen davon – Ihr müsst bitte dieses Hühnchen machen, das ist so gut! Das Fleisch wird mariniert in Ingwer, Fischsauce, Chili und Zucker, dann gebraten und schließlich in einer Sauce auf Karamell-Basis fertig gegart. Das Fleisch ist butterzart, und die Sauce trifft genau die richtige Balance zwischen süß und pikat.

Ich weiß Gabi, Ingwer zählt nicht zu Deinen Lieblingen – aber ich schwöre, das Karamell macht alles wieder gut!

Zum Hühnchen passt einfacher gekochter Reis und ein wenig Gemüse aus dem Wok; bei uns waren es rasch gegarte Zucchini.

karamell-huehnchen1

Für 4 Personen:

Hühnchen:

  • 6 Hühnchenschenkel
  • 3 EL Fischsauce
  • 4 EL Zucker
  • 8 Zehen Knoblauch
  • 50 g frischer Ingwer
  • 1 rote Chilischote
  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • 1 Zwiebel
  • 400 ml Hühnerbrühe
  • 1 Limette, der Saft
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • etwas Koriandergrün

Für die Zucchini:

  • 2 Zucchini
  • 1 Zehe Knoblauch
  • etwas Öl zum Braten
  • 1 TL geröstetes Sesamöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • gerösteter schwarzer Sesam

Die Hühnerschenkel mit einem scharfen Messer im Gelenk trennen und die Teile in eine Schüssel legen.

Für die Marinade den Knoblauch schälen und ganz fein hacken. Chili in Ringe schneiden, Ingwer schälen und reiben.

1 EL Zucker, Knoblauch, Chili, Ingwer und Fischsauce zu den Hühnerteilen geben und alles gründlich durchmischen. Die Hühnchenteile sollen gut mit der Marinade überzogen sein. Schüssel abdecken und das Hühnchen im Kühlschrank mindestens 4 Stunden, noch besser über Nacht, durchziehen lassen.

Vor dem Garen aus dem Kühlschrank nehmen und Zimmertemperatur annehmen lassen. Die Zwiebel schälen, halbieren und in dünne Ringe schneiden.

Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Das Fleisch darin bei mittlerer Hitze rundherum anbräunen. Vorsichtig, das geht recht fix wegen des Zuckers in der Marinade. Die Marinade aufheben, die brauchen wir noch.

Das Fleisch aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Die Zwiebel in die Pfanne geben und ebenfalls anrösten, dann herausnehmen und zum Fleisch geben.

Jetzt kommt der spannende Teil – das Karamellisieren. Dazu das verbliebene Bratfett aus der Pfanne gießen. Den restlichen Zucker und 2 EL Wasser in die Pfanne geben, alles kurz durchschwenken, damit Zucker und Wasser sich verbinden. Nun köcheln lassen, bis alles goldbraun karamellisiert ist. Der Übergang von goldbraun zu pechschwarz ist ein kurzer, also besser dabei bleiben. Wenn der Zucker karamellsiert ist, gleich die Hühnerbrühe und den Limettensaft angießen. Alles unter Rühren zum Kochen bringen, damit das Karamell sich löst.

Fleisch, Zwiebel und die restliche Marinade in die Sauce geben. Alles ohne Deckel bei mittlerer Hitze ca. 20 min köcheln lassen, bis das Fleisch gar und die Sauce etwas einreduziert ist. Frühlingszwiebeln in Röllchen schneiden, Koriander zupfen und hacken. Unter die Sauce rühren und alles mit Salz abschmecken.

Während des Hühnchen gart, kann man die Zucchini braten: dafür die Zuchini längs halbieren und die Hälften in feine Scheiben schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Etwas Öl in einem Wok erhitzen. Die Zucchinischeiben ca. 2 min bei starker Hitze unter Rühren braten, dann den Knoblauch zugeben und nochmals 1 min weiterbraten. Von der Hitze nehmen. Sesamöl einrühren, mit Salz abschmecken. Mit geröstetem Sesam bestreuen.

Zum Servieren die Hühnchenteile auf Teller verteilen, mit Sauce nappieren und mit Zucchini und Reis anrichten.

 

Banh mi – Baguette auf vietnamesisch

banh mi

Zum ersten Mal bin ich in Dorries schönem Blog auf dieses Brot gestoßen, und im ersten Augenblick baute sich vor mir ein großes Fragezeichen auf. Baguette? In Vietnam? Ach ja…..die Kolonialzeit. Frankreich hat seine Spuren hinterlassen. Das Brot hat mich natürlich interessiert – neue Brotsorten reizen mich immer. Als erstes habe ich das von Dorrie verlinkte Rezept nachgebacken. Das Ergebnis hat mir damals nicht so zugesagt.

Nun habe ich beim Blättern ein neue Idee für Banh Mi gefunden. Das Brot kommt ohne Vorteig aus, benötigt aber sehr lange Gehzeiten. Dadurch wird es schön aromatisch. Der Clou an dem ganzen ist aber ein gewisser Anteil an Reismehl, was für eine eine schöne Krume und eine sehr helle Farbe sorgt. Das Brot ist schön luftig und hat eine dünne Kruste.

Banh mi ist nicht so lang und schlank geformt wie seine französischen Verwandten, sondern kommt eher kürzer und ein bisschen gedrungen daher. Es wird gerne benutzt, um köstliche Sandwiches herzustellen.

Für 4 Baguettes:

  • 140 gr. Reismehl
  • 350 gr. Weizenmehl 550
  • 10 gr. frische Hefe
  • 2 TL Salz
  • 350 ml Wasser, handwarm

Die Mehle zusammen mit dem Salz in eine Schüssel geben.

Die Hefe im Wasser auflösen.

Das Hefewasser zum Mehl geben und alles zu einem elastischen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst.

Dann die Schüssel gut zudecken (ich mag am liebsten Teigschüsseln mit Deckel, da trocknet nichts aus) und den Teig an einem Warmen Ort drei Stunden gehen lassen.

Dann den Teig nochmals kurz durchkneten. Die Arbeitsfläche leicht bemehlen. Den Teig aus der Schüssel holen und in 4 gleich schwere Teile teilen. Stücke abdecken, am besten mit Frischhaltefolie, und nochmals zwei Stunden ruhen lassen.

Nun die Stücke zu Kugeln formen. Jede Kugel zu einem länglichen Laib formen, der in der Mitte dicker ist und ann den Enden spitz zuläuft. Laibe auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und eine weitere Stunde gehen lassen.

Inzwischen den Backofen auf 250°C vorheizen. Die Laibe mit einem Cutter oder einem scharfen Messer je dreimal schräg einschneiden. Blech in den Ofen schieben und zur Dampferzeugung mit einer Blumenspritze einige Stöße Wasser in den Ofen geben.  Die Temperatur auf 230°C reduzieren und die Brote in ca. 20-25 min fertigbacken.

Rezept adaptiert aus: Curry: Die 120 besten Rezepte