Cuditt’ i patane

Ja, ich weiß. Pasta mit Kartoffel gab es hier schon mal. Aber erstens ist das Comfort Food in Reinkultur, das kann man öfter essen. Und dann ist es zwar ein sehr einfaches Gericht, aber trotzdem gibt es Variationen.

Diese hier kommt aus Claudios Pasta-Buch und wird mit handgemachter Pasta serviert. Es ist ein einfacher Hartweizenteig, der zu dicken Spaghetti gerollt und in ganz kurze Stummel geschnitten wird – und genau das bedeutet cuditt’ auch – Stummel.

Das Gericht ist wirklich minimalistisch und macht aus den wenigen Zutaten das Beste. Die cremige Sauce kommt sogar ohne Tomaten aus.


Für 4 Personen:

Pasta:

  • 300 g Semolina (fein vermahlener Hartweizengrieß)
  • 135 g Wasser

Sauce:

  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Stange Sellerie
  • 1 Lorbeerblatt
  • 500g Kartoffeln
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • Parmesan oder Pecorino zum Servieren

Für die Pasta das Mehl in eine Schüssel geben, das Wasser angießen und alles mit den Fingern zu einem Teig verarbeiten. Sobald alles zu einem Teigklumpen zusammenkommt, auf der Arbeitsfläche weiterkneten. Teig 10 min lang bearbeiten, indem man die Ränder zur Mitte faltet, mit dem Handballen flach drückt und dann wieder faltet. Teig zu einer dicken Rolle formen, senkrecht vor sich hinlegen und unter Druck mit dem Handballen von oben einrollen. Mehrfach wiederholen, dann den Teig in Frischhaltefolie packen und mindestens 30 min bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Vom Teig eine Scheibe von ca. 1,5 cm herunterschneiden; restlichen Teig wieder in Klarsichtfolie packen, damit er nicht austrocknet. Teigscheibe in 1,5 cm breite Streifen schneiden und diese mit den Handflächen zu 5 mm dicken Spaghetti rollen. Spaghetti leicht mit Semolina bemehlen, parallel nebeneinander auslegen und mit dem Messer in 2-3 cm lange Stücke schneiden. Fertige Pasta auf einem bemehlten Brett oder Geschirrtuch lagern.

Knoblauch schälen und halbieren. Sellerie grob zerteilen. Kartoffeln schälen und in ca. 2 cm große Würfel schneiden.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Sellerie, Knoblauch und Lorbeer darin braten, bis sie ihr Aroma abgegeben haben, dann herausnehmen. Kartoffeln zugeben, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Mit Wasser bedecken und 30 min köcheln lassen. Die Kartoffeln sollen etwas zerfallen (aber nicht ganz) und cremig werden; man kann auch ein wenig mit dem Kartoffelstampfer nachhelfen. Ragù nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Pasta in reichlich Salzwasser bissfest kochen, abgießen und mit den Kartoffeln vermengen.

Mit geriebenem Käse bestreut servieren.


 

Pilzfrikadellen mit Gorgonzalasauce

Ich liebe ja so gut wie jede Art von Frikadellen, Pflanzerl oder Fritter (nur Bratlinge mag ich nicht, da habe ich ein Trauma 😉 ). Es muss kein Fleisch drin sein, das Konzept ist ja flexibel.

Und genau deswegen gibt es heute Frikadellen auf Pilzbasis. Das Rezept habe ich bei der wunderbaren Cettina Vicenzino* abgeschaut.

Man kann beliebige Pilze verwenden, ich hatte ganz einfach dunkle Champignons. Mit Steinpilzen wird es edel, mit Shiitake bekommen die Buletten eine leicht fleischige Note. Wer mag, kann für noch mehr Pilzgeschmack auch noch einige eingeweichte getrocknete Pilze zugeben; das mache ich gerne. Die Frikadellchen bestehen aus einfachen Zutaten und sind schön knusprig und würzig.

Und die Sauce macht auch Spaß, jedenfalls, wenn man so wie ich eine große Verehrerin von Gorgonzola ist….


Für 2 Portionen:

Pilzbällchen:

  • 200 g Pilze, Sorte nach Belieben
  • Olivenöl
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 40 g Pecorino
  • 70 g Semmelbrösel
  • 1 Ei
  • 1 EL gehackte Petersilienblättchen
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Gorgonzolasauce:

  • 80 g Gorgonzola
  • 150 g Sahne
  • 1 EL gehackte Walnusskerne
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Pilze putzen und grob hacken. Knoblauch schälen und ebenfalls hacken. Pecorino reiben.

Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Pilze zusammen mit dem Knoblauch und etwas Salz anbraten.

Etwas abkühlen lassen, dann zusammen mit Pecorino, Ei, Semmelbröseln und Petersilie zu einer homogenen Masse mixen.

Masse zu ca. 10 gleich großen Frikadellen formen.

Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Frikadellen darin von beiden Seiten knusprig braun braten.

Für die die Sauce den Gorgonzola zusammen mit der Sahne in einem kleinen Topf unter Rühren erwärmen, bis der Käse schmilzt und sich mit der Sahne vermischt. Walnüsse unterrühren und die Sauce mit ordentlich Pfeffer würzen, wenn nötig auch salzen.

Pilzfrikadellen mit der Sauce auf Tellern anrichten und gleich servieren.


 

Rote-Bete-Pasta mit Zitrone und Dill

Ganz ehrlich….manchmal nervt mich die Abokiste, und manchmal passt es auch nicht und ich bestelle sie ab. Die Vorteile überwiegen aber ganz eindeutig. Ich merke zum Beispiel, dass wir gleich weniger Gemüse essen, wenn nicht schlicht eine Auswahl ins Haus geliefert wird. Und man muss sich mit dem auseinandersetzen, was einem vorgesetzt wird – auch mit weniger geliebten Sorten.

Rote Bete gehört dazu, ich mag sie gern, aber ich bin ein wenig alleine damit. Inzwischen ist es aber so, dass ich immer mehr Rezepte aufgetrieben habe, die die Bete hier sozusagen massentauglich machen – und dieses hier ist neu im Repertoire. Das Original ist von hier; ein bisschen was hab eich geändert.

Die Rote Bete wird im Ofen geröstet – Pluspunkt, es geht nichts über ofengeröstetes Gemüse – dann mit etwas Sahne, Zitronensaft und Dill gemixt. Pasta dazu und ein Topping mit Feta und Walnüssen. Gewonnen, so mögen alle Rote Bete. Ihr bestimmt auch.


Für 3-4 Portionen:

  • 225 g Rote Bete
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 60 ml Sahne
  • 3 EL Zitronensaft
  • 2 EL frisch gehackter Dill plus etwas zum Servieren
  • 1 Handvoll Walnusskerne
  • etwas Feta
  • 300 g Pasta nach Wahl

Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Rote Bete unter fließendem Wasser gründlich schrubben, dann in eine Auflaufform geben und mit Olivenöl und etwas Salz vermengen. Form abdecken und Bete im heißen Ofen ca. eine Stunde rösten, bis sie gar ist. Herausnehmen, so weit abkühlen lassen, dass man sie anfassen kann, dann schälen und grob würfeln.

Nüsse in einer Pfanne ohne Fett rösten, bis sie duften, dann abkühlen lassen und anschließend grob hacken. Feta zerkrümeln.

Inzwischen Pasta nach Packungsanweisung in reichlich Salzwasser gar kochen. Abgießen und etwas Kochwasser aufheben.

Rote Bete zusammen mit Sahne, Dill und 120 ml Pastakochwasser nicht zu fein pürieren. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

Pasta mit der Sauce vermengen und auf Teller verteilen.

Zum Servieren mit restlichem Dill, gerösteten Walnüssen und Feta bestreuen.


 

Saag Halloumi

Ich habe es schon mehrfach erwähnt, wir sind hier große Halloumi-Fans. Ganz klassisch landet er gerne auf dem Grill, aber ich schrecke da auch sonst vor nichts zurück ;-).
Heute gibt es die Abwandlung eines indisch-britischen Klassikers – eigentlich ist es Saag Paneer, also Frischkäse mit Spinat. Und hier eben statt Paneer Halloumi. Das passt ganz wunderbar – der Halloumi ist schön frisch und salzig und harmoniert schön mit den Gewürzen. Die Idee stammt von John Whaite, der aus guten Gründen gerade bei mir hoch im Kurs steht.
Halloumi ist relativ fest und lässt sich gut knusprig braten – einfach eine beschichtete Pfanne benutzen  und vorsichtig beim Wenden sein.
Den Beitrag schicke ich zur kulinarischen Weltreise, die ja diesem Monat in Großbritannien halt macht. Man hat ja vor langer Zeit angefangen, die indische Küche quasi einzugemeinden, da sind ganz eigene Gerichte entstanden. Das legendäre Chicken Tikka Masala ist ein britisches Gericht, original gibt es das in Indien nicht. Und Saag Paneer, also Spinat mit Frischkäse, gibt es in jedem britischen Curry-House. Das hier ist eine Weiterentwickung, die mir gut gefällt.
Mögt Ihr Halloumi auch so gern? Dann findet Ihr hier noch mehr Ideen: Halloumi-Rezepte

Für 2 Portionen:
  • 2 EL Olivenöl
  • 250 g Halloumi
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 4 cm Ingwer
  • 1 TL gemahlener Koriander
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 TL gemahlene Kurkuma
  • 1/2 TL Cayennepfeffer
  • 200 g Kirschtomaten
  • 250 g Spinat
  • Salz
Halloumi in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Zwiebel schälen und in Scheiben schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Ingwer schälen und reiben. Kirschtomanten halbieren.
1 EL Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Halloumi darin von allen Seiten goldbraun anbraten, dann herausnehmen und beiseite stellen.
Nun die Zwiebel in die Pfanne geben und goldbraun braten. Knoblauch, Ingwer und Gewürze zugeben, alles kurz anrösten, dann Tomaten und 3 EL Wasser zugeben. Salzen, Deckel  auflegen und die Masse köcheln lassen, bis die Tomaten gerade noch ihre Form behalten; ca. 5 min. Immer wieder umrühren, damit sich nichts anlegt.
Hitze reduzieren und den Halloumi in die Pfanne geben. Spinat nach und nach zugeben, dann mit Salz abschmecken und gleich servieren.

Die britische Küche ist spannend geworden in den letzten Jahren. Und entsprechend lesen sich auch die Beiträge meiner Mitreisenden, schaut mal rein:

Turbohausfrau: Fish and Chips
Salzig Süß Lecker: Sticky Toffee Pudding
Our Food Creations: Warme Crumpets

Kürbis-Mac-and-Cheese

Kürbiszeit! Ich bin ja recht glücklich mit Kürbis, aber bei der Restfamilie ist der Beliebtheitsgrad da eher …. nicht so hoch. Das ruft nach dosiertem Einsatz. Das wiederum ist gar nicht so einfach, denn so ein Kürbis gibt ja mehrere Mahlzeiten her.

Diesmal war ein Butternut in der Abokiste. Ein Teil davon landete in einem Eintopf, den Rest habe ich zur weiteren Verwendung gedämpft und püriert. Noch besser schmeckt es, wenn man den Kürbis vor dem Pürieren im Ofen röstet. Kürbispüree ist ganz vielseitig; ich packe zum Bespiel gerne etwas davon ins Brot. Das bekommt dann eine weiche Krume und einen milden Geschmack.

Blog-Event CLVIII - Kür mit Biss (Einsendeschluss 15. November 2019)Und weil Pasta hier immer geht, und Pasta mit Käsesauce sogar noch öfter, ist das restliche Püree in einer Käsesauce gelandet. Ganz unauffällig – das fällt unter Gemüseversteck ;-). Das trifft sich alles ganz gut – es passt nämlich zu gerade laufenden Event im Kochtopf. Jenny sucht da Rezepte mit Kürbis. Es könnte sein, dass dies mein einziges Rezept mit Kürbis diese Saison ist, also schiebe ich es da mal ganz fix rüber.

Es gibt ja zwei Arten von Mac and Cheese – die eine Variante wird im Ofen überbacken und wartet mit einer knusprigen Kruste auf. Das hier ist die cremige Variante, für die die Pasta einfach mit der Käsesauce vermischt wird.


Für 3 bis 4 Personen:

  • 300 g kurze Pasta
  • 30 g Butter
  • 2 EL Mehl
  • 350 ml Milch
  • 1 TL Dijon-Senf
  • Cayennepfeffer
  • geriebene Muskatnuss
  • 100 g Kürbispüree
  • 80 g Cheddar
  • 30 g Parmesan, plus etwas zum Servieren
  • 80 g Frischkäse
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • optional: in Streifen geschnittene Salbeiblättchen zum Servieren
Pasta nach Packungsanleitung in reichlich Salzwasser al dente kochen. Abgießen und zur Seite stellen.
Butter im Topf schmelzen, dann das Mehl einrühren und alles unter Rühren anrösten. Milch unter Rühren nach und nach angießen. Senf, Cayennepfeffer und Muskat einrühren, salzen, dann das Kürbispüree und den Frischkäse einrühren. Käse reiben und in der Sauce schmelzen lassen. Alles glatt rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Pasta in die Sauce rühren.
Alles auf Schalen verteilen. Nach Wunsch mit ordentlich frisch gemahlenem Pfeffer und  in Streifen geschnittenen Salbeiblättchen servieren.

Falafelwürziger Tofu mit luftiger Tahin-Creme

Ich weiß gar nicht so genau, was mich an dieser Überschrift zu allererst hat aufhorchen lassen. War es das “falafelwürzig”? Oder doch eher die “luftige Tahin-Creme”? Ich kenne mich und meine Schwäche für Tahin, also war es wohl eher letzteres.

Ist im Grunde aber egal, denn die Kombination macht richtig Spaß:

Die Tahin-Creme möchte ich Euch dringend ans Herz legen; die gewinnt nämlich ungemein dadurch, dass sie luftig aufgeschlagen wird.

Wenn man statt frischem Knoblauch Knoblauchpulver verwendet, kann man die Gewürzmischung, die für den Tofu verwendet wird auch auf Vorrat herstellen. Sie macht sich gut auf Croutons, zum Aromatisieren von Popcorn, in Joghurt-Dips…und natürlich auch in Falafel.

Ich habe ofengeröstete Karotten dazu serviert, denen ich mit etwas Sumach eine feine Säure verpasst habe.


Tofu und Würzmischung:

  • 400 g fester Tofu
  • 2 Zehen Knoblauch oder 1 TL  Knoblauchgranulat
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 3/4 TL gemahlener Koriander
  • 1 TL Salz
  • 3/4 TL frisch gemahlener Pfeffer
  • eine Prise Cayennepfeffer
  • 2 EL Olivenöl, plus etwas für die Auflaufform
  • gezupfte Minzeblättchen zum Servieren

Tahincreme:

  • 1 Bio-Zitrone
  • 100 g Tahin
  • 100 g Joghurt
  • 60 ml Wasser
  • Salz
  • 1 TL Harissa

Karotten:

  • 400 g Karotten
  • Olivenöl
  • Salz
  • 1 TL Sumach
  1. Den Tofu in einige Lagen Küchenpapier wickeln und mit einem schweren Gegenstand beschweren, um die überschüssige Flüssigkeit herauszupressen. Das dauert ca. 15 Minuten.
  2. Inzwischen den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Karotten schälen und in mundgerechte, nicht zu kleine Stücke schneiden. In eine Auflaufform geben, salzen, mit Olivenöl beträufeln und alles gut vermischen.
  3. Für die Würzmischung die frische Knoblauchzehe sehr fein reiben. Alle Zutaten in einer Schüssel gut vermengen. Den Tofu aus dem Papier holen, in mundgerechte Stücke schneiden und gut in der Gewürzmischung wenden. Eine Auflaufform mit Öl auspinseln und den Tofu so hineinlegen, dass die Stücke nicht überlappen.
  4. Tofu und Karotten in den Ofen schieben und 20 min backen. Dann sowohl Tofu als auch Karotten wenden und weitere 15 min backen.
  5. Für die Tahin-Creme die Schale der Zitrone abreiben und ca. 1,5 EL Saft auspressen. Alle Zutaten in einen Mixer geben. Mixer langsam laufen lassen bis die Creme ihre Farbe verändert, andickt und gleichzeitig an Volumen gewinnt. Wie lange das dauert, hängt vom verwendeten Mixer ab. Mit Salz abschmecken.
  6. Zum Servieren etwas Tahin-Creme auf Teller verteilen, den Tofu darauf arrangieren und mit Minze bestreuen. Die Karotten mit etwas Sumach bestreuen und daneben anrichten.
  7. Dazu passt Fladenbrot, damit man auch noch den letzten Rest der Creme vom Teller holen kann. Wir hatten Bazlama.

 

Busiate mit Pesto trapanese

Es gab lange keine selbstgemachte Pasta mehr; der heiße Sommer hat mich da etwas träge gemacht. Aber als ich dieses Rezept in “Sizilien in meiner Küche” gesehen habe, bekam ich einen Motivationsschub.

Busiate ist eine typische Pasta aus der sizilianischen Provinz Trapani. Sie besteht aus Hartweizengriess und Wasser. Der Name kommt von vom Stiel einer Pflanze, den man “busa” nennt. Früher wurde der Stiel verwendet, um Bündel von Getreideähren zusammenzubinden – und man rollte frische Pasta daran spiralförmig zum Trocknen auf. Heute wickelt man die Busiate einfach um eine Stricknadel.

Für das Pesto kann man nun die letzten sonnengereiften Tomaten verwenden. Klassischerweise wird es mit gerösteten Mandeln hergestellt;  Cettina Vicenzino verwendet statt dessen Rauchmandeln, das gibt eine wunderbare Geschmackstiefe.


Für 4 Personen:

Busiate:

  • 400 g Vollkorn-Semola oder 140 g Hartweizengriess und 260 g Emmervollkornmehl; das hatte ich
  • eine großzügige Prise Salz
  • 200 bis 250 ml lauwarmes Wasser

Pesto:

  • 400 g Kirschtomaten
  • 2 große Zehen Knoblauch
  • 40 g geröstete gesalzene Rauchmandeln
  • 50 g Basilikum
  • Meersalzflocken; ich hatte nicht ganz authentisch geräuchertes Maldon
  • 40 ml Olivenöl nativ extra, plus etwas zum Beträufeln
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Salz für das Nudelwasser
  • 4 EL Pecorino, frisch gerieben

Für die Pasta das Mehl bzw. die Mehlsorten mit einer ordentlichen Prise Salz vermischen. Nach und nach so viel vom warmen Wasser unterkneten, dass ein kompakter Teig entsteht. Teig abgedeckt mindestens 30 min bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Inzwischen die Tomaten kreuzweise einritzen, mit heißem Wasser übergießen, kurz ziehen lassen und dann die Haut abziehen. Tomaten grob hacken und in eine Schüssel geben.

Knoblauch schälen, grob hacken und in einem Mörser mit den Mandeln grob zerkleinern. Ca. 2/3 der Mischung mit den Tomaten vermengen, den Rest beiseite stellen.

Basilikum zupfen, einige Blättchen zurückbehalten  und die restlichen Blätter zusammen mit einer Prise Salzflocken zerstoßen, dabei nach und nach die 40 ml Olivenöl einarbeiten. Die so entstandende Pasta unter die Tomatenmasse mischen. Mit Salzflocken und Pfeffer würzen und mindestens 30 min durchziehen lassen.

Zeit, sich der Pasta zu widmen:

Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu 5 mm dünnen Strängen rollen und diese in Stücke von 10 bis 12 cm Länge schneiden. Die Stücke dann um einen dünnen, leicht bemehlten Metallstab, etwa eine Stricknadel wickeln. Dann die Nadel herausziehen. Das sieht in etwa so aus:

Fertige Busiate auf einem bemehlten Geschirrtuch lagern.

In einem Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Busiate darin al dente kochen. Abgießen, die Pasta mit dem Pesto vermischen und auf 4 Teller verteilen. Pasta mit den restlichen Knoblauch-Mandeln bestreuen und mit etwas Olivenöl beträufeln. Pecorino seperat dazu reichen.

 

 

Omelett mit Erbsen, Kartoffeln, Erbsensprossen und Erbsenpulver

Ich liebe Erbsen, eine Packung davon habe immer in der Tiefkühle. Natürlich sind frische Erbsen am allerbesten, aber ich finde, tiefgekühlte sind ein guter Ersatz. Dieses Rezept von Mikkel Karstad* enthält Erbsen gleich auf drei verschiedene Arten: frische Erbsen, Erbsensprossen und getrocknete, pulverisierte Erbsen.

Neugierig gemacht hat mch das Erbenpulver: Mikkel Karstad macht das im Mörser, ich war faul und habe einen Blitzhacker benutzt. Und was bringt uns das Pulver, ausser, dass es spektakulär klingt? Es bringt nochmal zusätzlichen Erbsengeschmack ans Omelett, und Konsistenz bringt es auch mit – ich habe mir einen Vorrat angelegt ;-).


Für 4 Portionen:

Zutaten:

  • 6 Eier
  • 200 ml Milch
  • 300 g Kartoffeln, gekocht und geschält
  • 2 EL Olivenöl
  • 200 g Erbsen, ausgepahlt oder TK
  • 1 Schalotte
  • 20 g getrocknete grüne Erbsen
  • 2 Handvoll Erbsensprossen
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung:

Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Eier in eine Schüssel aufschlagen. Milch zugeben, salzen und pfeffern und alles verquirlen.

Olivenöl in einer ofengeeigneten Pfanne erhitzen und die Kartoffelstücke darin anbraten, bis sie etwas Farbe angenommen haben. Salzen und pfeffern.

Die frischen Erbsen zu den Kartoffeln geben und alles mit der Eiermasse begießen. Kurz stocken lassen, dann in den Ofen geben. Ca. 15 min backen, bis die Oberfläche vollständig gestockt ist.

Schalotte schälen und in feine Scheiben schneiden. Getrocknete Erbsen im Blitzhacker zu Pulver mahlen.

Pfanne aus dem Ofen holen (Topflappen!) und das Omelett mit Schalotte, Erbsensprossen und Erbsenpulver bestreut servieren.


Kochbuch: Immergrün | Mikkel Karstad

Mikkel Karstadt habe ich Euch hier schon näher vorgestellt. Er ist bekannt für seine einfachen, aber effektvollen Rezepte, die das Beste aus den Zutaten herausholen und ihre Eigenschaften betonen. Nun hat er nachgelegt; in seinem neuen Buch geht es um Gemüse.

Schön ist das Buch geworden. Mattes Papier, Fadenbindung und passend zum Thema ist nicht nur der Umschlag grün, sondern auch der Schnitt. Es geht um eine einfache, reduzierte Küche und dazu passt auch das Layout: es ist einfach, ruhig und übersichtlich in zurückhaltenden Farben. Und dann wären da noch die Fotos von Anders Schønnemann, die immer etwas Besonderes sind. Auch sie sind reduziert und fangen das Wesen der Gerichte und Zutaten wunderbar ein.

Jetzt zum Inhalt; der ist nach Gemüsesorten geordnet. Neben Zucchini, Erbsen, Bohnen, Brokkoli, Möhren, Mais, Zwiebeln, Topinambur, Roter Bete und Sellerie haben auch Wald, Wiesen und Felder je ein eigenes Kapitel bekommen. Die Rezepte sind einfach und auf die Zutaten fokusiert. Es gibt Spiegelei mit gebratenen Rapsblüten und Sauerklee, im Ganzen gebackene Zucchini mit eingelegten roten Zwiebeln, Kräutern und Sesam, frittierte Bohnen mit Frühlingszwiebelasche, Ramen mit Brokkolistrunk – alles ebenso einfach wie kreativ. Und natürlich wird berücksichtigt, dass die Gemüse je nach Jahreszeit einen anderen Charakter haben – Frühmöhren knabbert man am besten roh, im Herbst oder Winter machen sie sich gegart besser.

Die Rezepte sind alltagstauglich und man steht meist nicht lange dafür in der Küche. Alle Rezepte sind vegetarisch; auch Veganer werden gut fündig. Eine Grenze für die Alltagstauglichkeit gibt es allerdings für manchen von uns – die Zutaten. Ich wäre neulich gerne aus dem fahrenden Zug gesprungen, um Rapsblüten zu ernten, in meiner Gegend wird nämlich keiner angebaut. Gut, wer einen eigenen Garten hat und regelmäßig in die Natur kommt –  der kann Fichtensprossen sammeln, Schnittlauchblüten ernten oder auf unreife rote Johannisbeeren zurückgreifen. Alle anderen lassen sich eben einen kreativen Ersatz einfallen; so kann man statt Rapsblüten gut Brokkoli nehmen und statt Wildkräutern eben auch eine bunte Mischung vom Markt.

Pasta mit Bohnen, Nüssen und Parmesan, das ist ein ebenso einfaches wie wirkungsvolles Rezept: Die Bohnen werden sehr klein geschnitten, das sorgt für eine kurze Garzeit. Die Bohnen sind gegart, aber noch knackig.

Die Spargelsaison musste genutzt werden: auch der Spargel wird nur sehr kurz gebraten und hat dadurch eine schöne Konsistenz. Dazu gibt es gebratenen Brennesseln und Wildkräuter (bei mir Frauenmantel) und selbst gemachten Frischkäse. Das Rezept findet Ihr hier; ich habe es servicebewusst in der Spargelsaison verbloggt ;-).

Zucchini und Curry ist ja eine relativ klassische Kombination. Hier landet das Currypulver an einer säuerlich-süßen Marinade, in die die Zucchini eingelegt werden. Eigentlich sollte dazu auch noch Eisenkraut verwendet werden; ich habe statt dessen Zitronentymian benutzt.

Ich liebe Erbsen und alles, was damit zu tun hat. Am Erbsenomelette mit Kartoffeln,  das ganz einfach im Ofen gegart wird, hat mich aber fasziniert, dass es mit pulverisierten Trockenerbsen dekoriert wird.

Zum Omelette gab es nicht nur die eingelegten Zucchini, sondern auch noch ein in der Pfanne gebratenes Fladenbrot, das mit einem schönen Anteil an Maismehl punktet.

Fazit:

Esst mehr Gemüse und zieht zur Inspiration dieses Buch heran, es macht einfach Spaß. Die Rezepte sind nicht nur alltagstauglich, sondern auch auf den Punkt – sie betonen den Charakter der Zutaten und holen das Beste aus ihnen heraus. Sie sind gleichzeitig einfach und kreativ. Hinzu kommt, dass es großen Spaß macht, in dem Buch zu blättern –  mit den wunderbaren Fotos gleicht es einem Bildband.

  • Gebundene Ausgabe: 296 Seiten
  • Verlag: Prestel Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3791385228
  • 36,00

Geburtstagteigtasche: Pupusas mit schnellem Curtido

Meine Güte, ich war nachlässig. Teigtaschenkrise auf dem Blog. Ok, Krise ist übertrieben, einfach eine gewisse Faulheit Bequemlichkeit. Es war viel los im richtigen Leben und die Muse zum Teigtaschen-Falten fehlte etwas.

Gut, dass es den Bloggeburtstag gibt. Der ist nämlich heute (der siebte schon, hui….).  Und da gibt es ja traditionsgemäß Tasche statt Torte. Zeit also, etwas Neues auszuprobieren. Ich habe eigentlich nach etwas anderem gesucht und bin dabei auf Pupusas gestoßen. Pupusa ist das Nationalgericht von El Salvador – eine Art Tortilla aus Masa Harina mit eingebackener Füllung. In El Salvador ist dem Gericht sogar ein nationaler Feiertag gewidmet. Außerdem sind die Teigtaschen ein richtiger Wirtschaftsfaktor, denn sie werden nicht nur im Land gegessen, sondern auch exportiert – zum Beispiel in den USA – und tragen nicht unerheblich zum Bruttosozialprodukt bei.

Ein Rätsel, wie diese Teigtasche bisher an mir vorbeigehen konnte….aber jetzt. Die Hülle besteht aus Masa Harina, das bekommt ihr in lateinamerikanischen Spezialitätenläden und interessanterweise auch im Asia-Shop. Bei der Füllung gibt es viele Möglickeiten; das reicht von klassischem Bohnenmus über Fisch, Avocado oder Schweineschwarte bis hin zum Käse, den meine Rezeptquelle* vorschlug.

Klassischerweise wird zu den Pupusas Cortido serviert, das ist eingelegter Weißkohl, der mit seiner Säure gut zu den Teigtaschen passt. Ich habe eine schnelle Version mit Chinakohl gebastelt.


Curtido:

  • 100 g Chinakohl
  • 1 Karotte
  • 1 Schalotte
  • 1/2 TL getrockneter Oregano
  • 1/2 TL Salz
  • 50 ml Weißweinessig
  • 50 ml Wasser

Für den Curtido den Chinakohl in feine Streifen schneiden. In ein Sieb geben, mit kochendem Wasser übergießen und gut abtropfen lassen.

Karotte schälen und raffeln, Schalotte schälen und in feine Ringe schneiden.

Gemüse mit Salz, Oregano, Essig und Wasser in eine Schüssel geben und mindestens eine Stunde durchziehen lassen.

Pupusas:

Teighülle:

  • 250 g Masa Harina
  • 1/2 TL Salz
  • 350 ml warmes Wasser

Füllung:

  • 50 g Feta
  • 50 g Cheddar
  • 150 g Mozzarella
  • Chilisauce zum Servieren

 

Für die Teighülle Masa Harina und Salz in einer Schüssel vermengen. Das Wasser dazugießen und rasch unterrühren. Schüssel abdecken und die Mischung 15 min ruhen lassen.

Für die Füllung die Käsesorten zerkleinern. Die Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Alle Zutaten in einer Schüssel mit einer Gabel so gründlich vermengen, dass sie zusammenhalten.

Die Masa-Harina-Mischung mit den Händen durchkneten, bis ein Teig entsteht. Das Ganze fühlt sich am Ende etwas an wie Knetmasse und lässt sich gut verarbeiten.

Teig in 12 gleich große Stücke teilen und zu Kugeln formen. Je eine Kugel in die Handfläche legen und mit dem Daumen der anderen Hand in die Mitte der Kugel drücken, so dass eine kleine Tasse entsteht. In den Hohlraum einen Esslöffel der Füllung geben, dann den Teig über der Füllung zusammendrücken und zwischen den Handflächen zu einem ca. 0,5 cm dicken Fladen zurechtdrücken. So weitermachen, bis Teig und Füllung aufgebraucht sind.

Eine große, schwere Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Pupusas hinlegen und von jeder Seite 4 bis 5 min braten, bis sie trocken sind und braune Flecken haben. Fertige Pupusas unbedingt warm halten.

Pupasas heiß mit Curtido und Chilisauce servieren.

 


Inspiration: