Auberginenröllchen mit Sonnenblumencreme

Gefüllte Auberginenröllchen wollte ich schon ewig mal machen; mit dem Rezept von Sarah Britton* habe ich den Vorsatz endlich mal umgesetzt.

Die Auberginen werden in dünne Scheiben geschnitten, mit Öl bepinselt und im Backofen gegart. Die Füllung besteht aus einer Creme aus eingeweichten Sonnenblumenkernen – Sonnenblumenkernfeta, so  nennt Sarah Britton die Creme, und tatsächlich erinnert der Geschmack etwas daran. Serviert wird das Ganze auf Tomatensauce – ein Gericht, das ein wenig Sommerstimmung auf den Teller holt.

Sarah Britton nennt die Röllchen “Auberginencannelloni”. Sie schreibt, das Gericht spare sich die Nudeln, dadurch wird es leichter und getreidefrei. Ich sage: das sind feine gefüllte Auberginen, mit Pasta hat es nichts, aber auch gar nichts zu tun.

Das Rezept für die Füllung ergibt mehr als benötigt, aber die Creme ist auch ein schöner Brotaufstrich. Man benötigt etwas Vorlauf; zunächst müssen die Kerne einweichen, und dann muss die Creme noch im Kühlschrank durchziehen.

Für 4 Portionen:

Füllung:

  • 420 g Sonnenblumenkerne, mindestens 2 h in reichlich Wasser eingeweicht
  • 1 TL Salz
  • 1 große Zehe Knoblauch
  • 60 ml Zitronensaft, frisch gepresst

Auberginenröllchen:

  • 2 große Auberginen
  • 1 TL Olivenöl (original: Kokosöl)
  • 1/2 TL Salz
  • 250 g der Sonnenblumencreme
  • 80 g Kalamata-Oliven
  • 1 Handvoll Basilikum

Sauce:

  • 1 EL Olivenöl, plus etwas zum Beträufeln
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 TL Chiliflocken
  • 800 g gehackte Tomaten aus der Dose

Für die Creme die Sonnenblumenkerne in einem Sieb gründlich spülen und abtropfen lassen. Knoblauch grob hacken. Sonnenblumenkerne, Knoblauch, Salz und Zitronensaft im Mixer grob zerkleinern, dann den Motor weiterlaufen lassen, in dünnem Strahl 80 bis 125 ml Wasser einlaufen lassen und mixen, bis das Ganze eine cremige Konsistenz hat; sie sollte in etwa der von Hummus entsprechen. Zwischendurch den Mixer immer wieder mal abschalten und die Masse vom Rand kratzen. Die Creme in einen dicht verschließbaren Behälter füllen und mindestens 30 min im Kühlschrank durchziehen lassen.

Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Auberginen in ca. 0,5 cm dünne Scheiben schneiden. Mit etwas Öl bepinseln, leicht salzen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Im heißen Ofen ca. 10 bis 15 min braten, dann wenden und nochmals 5 bis 10 min rösten. Die Scheiben sollen weich und goldbraun sein.

In der Zwischenzeit für die Sauce den Knoblauch schälen und hacken. Olivenöl in einem Topf erhitzen und den Knoblauch kurz anbraten, dann die Tomaten zugeben, mit Salz und Chiliflocken würzen und alles ca. 15 min köcheln lassen. Dabei hin und wieder umrühren.

Für die Füllung die Oliven entsteinen und hacken. Basilikumblättchen zerzupfen. Beides unter die Sonnenblumencreme mischen. Abschmecken und wenn nötig salzen.

Zum Fertigstellen jede Auberginenscheibe mit 2 EL der Füllung bestreichen. Scheiben aufrollen und mit der Naht nach unten wieder auf das Blech setzen. In den Ofen schieben und wieder heiß  werden lassen.

Zum Servieren jeweils etwas Sauce auf einen Teller geben. Auberginenröllchen darauf legen. Jede Portion mit etwas Olivenöl beträufeln und ein wenig Basilikum darüber zupfen.

Süßkartoffel-Blumenkohl-Auflauf mit Kokosmilch

Das ist mein bisheriges Lieblingsrezept aus Sarah Brittons “Einfach gut essen“*. Ihr wisst ja, ch habe eine gewissen Vorliebe für den klassischen Blumenkohl mit Käsesauce; und dies hier ist ein Auflauf, der ebenso heimelig wirkt, obwohl er ganz anders ist.

Es werden Blumenkohl und Süßkartoffeln geschichtet, mit einer Sauce aus Kokosmilch und Sojasauce übergossen und dazu gibt es eine herzhafte Kruste aus Haferflocken und Nüssen. Das ist würzig und macht satt und zufrieden, ohne dass man hinterher ein Verdauungsnickerchen braucht.

Gewürzt wird mit Nelken, Kardamom und Muskat; alternativ kann man auch getrocknete Kräuter verwenden.

Für 6 Portionen:

  • 400 ml Kokosmilch
  • 2 EL Sojasauce (original: 1 EL Tamari)
  • je 1/4 TL gemahlene Nelken, Kardamom und Muskat
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 27 g Mandelkerne
  • 80 g Sonnenblumenkerne
  • 100 g Haferflocken (original: glutenfreie)
  • 2 EL Rapsöl (original: Kokosöl)
  • 500 g Süßkartoffeln
  • 1 Blumenkohl
  • frische Kräuter für die Deko

Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Kokosmilch mit Sojasauce und Gewürzen verquirlen und  alles mit Salz würzen.

Die Mandeln, Sonnenblumenkerne und Haferflocken mit 1/2 TL Salz im Mixer grob mahlen. Rapsöl und 2 EL der Kokosmilchmischung zugeben und alles nochmals kurz mixen.

Süßkartoffeln schälen (original bleibt die Schale dran) und in 8 mm dünne Scheiben schneiden. Den Blumenkohl vierteln und mitsamt dem Strunk ebenfalls in 8 mm dünne Scheiben schneiden. Blumenkohl und Süßkartoffeln abwechselnd in eine Auflaufform schichten, dabei jede Schicht salzen.

Die Kokosmilchmischung über das Gemüse gießen, dann die Mandelmasse darauf verteilen. Die Form abdecken.

Gemüse ca. 35 min im heißen Ofen braten, dann die Abdeckung entfernen und den Auflauf weitere 10 min braten.

Mit frisch gehackten Kräutern bestreut servieren.

Fenchel-Linsensuppe mit Seetang

Eine spannende Kombination, mit der Hugh Fernley-Whittingstall* da auffährt, findet Ihr nicht auch?

Mich hat die Kombination jedenfalls gleich gepackt. Linsen und Seetang mag ich ohnehin und ich war gespannt, wie der Fenchel da hineinpasst. Und er passt. Die Suppe ist schön cremig dank der Linsen und Fenchel und Seetang sorgen für Geschmack; wobei ich mich beim nächsten Mal sicherlich dazu hinreissen lassen werde, die Suppe mit Dashi statt mit Wasser zu kochen.

Genau, Seetang. Ich bin ja Fan. Ihr bekommt Seetang in den verschiedensten Varianten im Asia-Shop oder im Bioladen. Ich habe hier Meeressalat verwendet, aber ich könnte mir auch Wakame oder Hijiki vorstellen.

Für 4 bis 6 Portionen:

  • 2 EL Rapsöl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • ca. 700 g Fenchel
  • 100 g rote Linsen
  • 20 g verzehrfertige Algen, am besten Meeressalat
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • kaltgepresstes Rapsöl zum Servieren

Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken.

Den Fenchel putzen, halbieren und den Strunk herausschneiden. Knolle in ca. 5 mm dünne Scheiben schneiden.

Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel und Knoblauch hineingeben, leicht salzen und bei moderater Hitze glasig anschwitzen. Dann die Fenchelscheiben dazu geben, salzen, die Hitze etwas erhöhen und alles zugedeckt 10 min garen, dabei hin und wieder umrühren.

Die Linsen in ein feinmaschiges Sieb geben und gründlich abbrausen. Dann mit der Hälfte des Seetangs in den Topf geben. Ca. 1 Liter Wasser angießen, alles zum Kochen bringen und bedeckt ca 20 min köcheln lassen.

Topfinhalt in einen Mixer umfüllen, und, wenn nötig portionsweise pürieren. Wieder in den Topf geben. Wenn die Suppe zu dickflüssig ist, mit etwas Wasser verdünnen. Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und nochmals erwärmen.

Zum Servieren in Schalen schöpfen, mit dem restlichen Seetang bestreuen und mit Rapsöl beträufeln.

Zweierlei Gemüsetatar nach Hugh-Fearnley Whittingstall

Es hat tatsächlich ein bisschen was an meinen Essgewohnheiten verändert, das neue vegetarische Kochbuch von Hugh Fearnley-Whittingstall*. Ich bin eigentlich keine großer Rohkost-Esserin. Ich liebe Gemüse, aber im Grunde esse ich es lieber gegart. Hier gibt es zum Beispiel nicht oft kalten Salat, sondern lieber eine warme Gemüse-Beilage.

Nun aber präsentiert HFW in seinem Buch eine Menge an Salaten und anderen Rohkostgerichten, von denen mich viele sehr neugierig gemacht haben. Besonders angetan haben es mir die zahlreichen Varianten von Gemüse-“Tatar”; davon möchte ich Euch heute zwei Sorten vorstellen; nämlich einmal Tatar aus roter Bete und solchen aus Karotten.

Tatar heißt in diesem Zusammenhang, dass das Gemüse stark zerkleinert und mit verschiedenen Zutaten aromatisiert und verfeinert wird. Das Gemüse bleibt bissfest und schmeckt richtig schön peppig. Durch das Zerkleinern und Mischen enthält jede Gabel von allen Geschmäckern ein bisschen – so macht Rohkost Spaß. Sogar mir. Was auch toll ist: gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt, halten sie die Tatars einige Tage im Kühlschrank; so hat man immer einen kleinen Snack oder eine Beigabe zum Essen vorrätig. Ich finde sogar, dass sie noch besser schmecken, wenn sie etwas durchziehen konnten.

Für die Tatars braucht Ihr einen Küchenmaschine mit Blitzhacker, damit alles fein genug wird. Ich verwende seit längerem diese hier*; die ist für solche Aufgaben super.

Das Tatar aus roter Bete erinnert fast ein wenig an Hummus, denn neben Koriandergün, Knoblauch, Sojasauce und Limettensaft wandert auch etwas Erdnussbutter in den Blitzhacker. Das macht alles schön cremig; man kann das Tatar auch gut als Dipp servieren:

  • 300 g rote Bete
  • 5 EL Erdnussbutter, mit Stückchen, ohne Zucker
  • 1 EL Sojasauce
  • Saft von 1 Limette
  • 1/2 Zehe Knoblauch
  • 1 Bund Koriandergrün
  • 1 Prise getrocknete Chiliflocken
  • Salz

Die roten Beten schälen und grob würfeln. Knoblauch schälen und fein hacken; Koriandergrün zupfen und mitsamt den feinen Stängeln grob hacken.

Alle Zutaten in den Blitzhacker geben. Relativ fein hacken, aber nicht vollständig pürieren; das Ganze soll noch Biss haben. Immer wieder Rückstände vom Rand der Schüssel kratzen.

Die Mischung sollte ausbalanciert schmecken, wenn nicht, noch nach Bedarf mit Limettensaft, Salz oder Chiliflocken nachwürzen.

Das Karottentatar besticht durch marokkanische Aromen: grüne Oliven wandern hinein, Salzzitronen, Koriandergrün und etwas Chili. Es ist wunderbar zum Mitnehmen geeignet, passt aber auch gut zu herzhaften Gemüsegerichten.

  • 300 g Karotten
  • 1 kleine rote Zwiebel
  • 50 g grüne Oliven ohne Stein (oder 70 g mit Stein)
  • eingelegte Zitrone – je nach Größe ein viertel oder eine Ganze; ich hatte statt dessen zwei Salz-Kumquats
  • 1 frische rote Chilischote
  • 1 Bund Koriandergrün
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Die Karotten schälen und in ca. 3 mm dünne Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und grob hacken. Oliven, wenn nötig, entsteinen (das geht ganz gut mit einem Kirschentkerner). Aus der Zitrone die Kerne entfernen,den Rest grob hacken. Koriander mitsamt der feinen Stängel grob hacken. Chili in Ringe schneiden; wer es nicht so scharf mag, entfernt die Kerne.

Karotten, Zwiebeln, Oliven und Zitrone in den Blitzhacker geben. Kurz laufen lassen, dann Chili, Koriander und Olivenöl zugeben. Alles hacken und gleichmäßig vermengen, das Ganze soll nicht zu fein werden und noch etwas Biss haben.

Pfeffern und, wenn nötig, mit Salz abschmecken.

Wärmender Gurkensalat, Five-Spice-DIY und TCM-Küche für alle

Ich hänge keiner bestimmten Ernährungsphilosophie an, außer, man stuft “Von ois a bissl” als solche ein. Ich bin einfach der Überzeugung, dass man gut fährt, wenn man sich ausgewogen ernährt, sich nichts verbietet und es auch mit nichts übertreibt. Ich bin aber auch ein neugieriger Mensch und und interessiere mich für traditionelle Ernährungsformen wie Ayurveda oder auch die Ernährung nach den 5 Elementen, die aus der klassischen chinesischen Medizin kommt – die übrigens auch ein sehr spannendes Thema ist.

Wer hin und wieder mit Chinesen am Tisch sitzt, der weiß, dass der Gedanke, dass Lebensmittel nicht einfach nur Energie liefern, sondern auch andere Wirkungen haben, in der chinesischen Kultur tief verwurzelt ist. Man kann sich da beim Essen den einen oder anderen interessanten Vortrag anhören.

Man könnte sehr viel schreiben über die Traditionelle chinesische Medizin – aber wenn ich das nun mache, komme ich heute gar nicht mehr auf den Punkt. Ich empfehle einfach mal diesen Artikel hier, der bringt alles gut auf den Punkt. Bei der Ernährung geht es ganz kurz ausgedrückt darum, die Lebensenergie “Qi” am fließen zu halten. Oder auf Deutsch: um ein gutes Bauchgefühl.

Beatrice Trebuth befasst sich seit mehr als 30 Jahren mit TCM. Sie ist Physiotherapeutin und Heilpraktikerin und Spezialistin für Akupunktur und chinesische Arzneimittel. Sie hat bereits mehrere Bücher über die TCM-Küche verfasst, dieses hier hier nun hat sie zusammen mit ihrer Tochter Franziska geschrieben. Die beiden wollen es uns ermöglichen, die Prinzipien der TCM-Küche in unseren Alltag einzubauen.

Das Ziel ist es nicht, irgendwelche starren Konzepte zu befolgen. Es geht ganz einfach darum, zu erkennen, was einem ganz persönlich gut tut und dieses dann in der Küche umzusetzen. Dazu startet das Buch mit einer gründlichen Einführung, die erklärt, was tatsächlich wichtig ist, wenn man sich gesund ernähren möchte. Es werden einem auch mit einfachen Grundregeln und Typbeschreibungen Werkzeuge an die Hand gegeben, mittels derer man herausfinden kann,  was man gerade braucht.

Dann geht es auch schon an die Rezepte, unterteilt in Getränke, Frühstück, Mittagessen, Snacks und Abendessen. Wir trinken Kardamomtee, frühstücken gekochte Hirse mit Ei, essen zu Mittag Rosenkohl mit Kokossauce, machen uns für zwischendurch einen Bratapfel und beschließen den Tag mit Mangoldküchlein. Zu jedem Kapitel gibt es ein Einführung, die erklärt, was für die jeweilige Tageszeit wichtig ist und natürlich gibt es auch bei den Rezepten Erläuterungen, wie sie wirken. Kleine Icons kennzeichnen zudem,  ob es sich um spezielle Heilnahrung handelt, ob das das Essen gut zum Mitnehmen ist, ob etwas besonderes schnell geht und anderes. Die Rezepte sind absolut alltagstauglich und setzen keine besonderen Zutaten voraus.

Ich habe Euch ein Rezept-Beispiel mitgebracht. Einen Gurkensalat. Gurken gelten ja im Grunde eher als kühlend und erfrischend. Also eigentlich nichts, was man in der kalten Jahreszeit dauernd essen möchte. Nicht umsonst haben sie im Hochsommer Saison. In meiner Abokiste findet sich aber auch außerhalb der Saison hin und wieder eine Gurke, und so habe ich sie in diesem Salat verarbeitet. Ein kleiner Kniff ändert die Qualität des Salates  – durch das klassische chinesische Fünfgewürz wird der Bauch gewärmt und der Stoffwechsel angeregt. Das Gewürz sorgt außerdem für eine leichtere Verdaulichkeit der Speisen; wer bei Hülsenfrüchten oder Kohlgerichten mit Blähungen reagiert, der sollte es bei diesen Gerichten auch mal mit Five Spice versuchen.

Ach so – was mit am Wichtigsten ist: der Salat schmeckt. Süß-Sauer, schön würzig und die Cashews sorgen für Biss.

Five-Spice:

  • 4 Nelken
  • 2 TL Sichuan-Pfeffer
  • 1 EL Fenchelsaat
  • 1 TL Zimtpulver (Ceylon)
  • 2 Sternanis

Nelken, Sichuan-Pfeffer und Fenchel in einer kleinen Pfanne trocken anrösten, bis die Gewürze zu duften beginnen. Abkühlen lassen, dann zusammen mit Zimt und Sternanis im Blitzhacker pulverisieren.

Salat:

  • 1/2 frische Chilischote
  • 1 Salatgurke (bio)
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1/2 TL Ingwer, frisch gerieben
  • 2 EL Cashewkerne
  • eine Handvoll Koriandergrün
  • 30 g Rohrohrzucker
  • 1/2 TL Five-Spice
  • Salz
  • 150 ml Weißweinessig

Die Chilischote in feine Ringe schneiden. Original wird sie auch noch entkernt. Knoblauch schälen und fein hacken. Gurke in dünne Scheibchen hobeln und in eine Schüssel geben. Koriander zupfen. Cashews hacken, in einer Pfanne trocken rösten, bis sie zu duften beginnen, dann beiseite stellen.

Den Zucker in einem kleinen Topf erhitzen und köcheln lassen, bis er schmilzt. Knoblauch, Chili und Ingwer zugeben und mit dem Essig ablöschen, Five Spice zugeben und rühren, damit sich der Zucker auflöst. Einmal aufkochen lassen, dann über die Gurkenscheiben gießen. Salat mit Koriander und Cashews garnieren und servieren.

  • Taschenbuch: 144 Seiten
  • Verlag: BLV Buchverlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3835416901
  • 20,00

Kekse mit Tahin und Nori

Es gibt so Zutaten und Geschmacksrichtungen, die lösen einen sofortigen Haben-Wollen-Reflex aus. In diesem Fall lauten die Zauberworte: “Tahin”, “Nori” und “süß-salzig.” In der Elle à Table hatten die Kekse nur ein winziges Foto, trotzdem sind sie mir sofort ins Auge gesprungen.

Ich dachte erst an salzige Kekse, aber sie sind grundsätzlich süß. Im Original kommt die Süße von Ahornsirup; ich hatte keinen da und habe auf den vorhandenen Agavendicksaft zurückgegriffen. Bestimmt gehen auch Reissirup oder Kokosblütensirup oder ein Honig mit nicht zu starkem Charakter – Hauptsache flüssig und klebrig.

Die Kekse enthalten nämlich weder Mehl noch Eier, für den Zusammenhalt sorgen allein Tahin und Süßungmittel. Sie dürfen sich mit den Schlagwörtern vegan und glutenfrei schmücken, vor allem aber mit dem Prädikat “süchtigmachend”. Das nur als Warnung….

Für 8-10 Kekse:

  • 130 g gemahlene Mandeln
  • 85 g Tahin
  • 85 g Agavendicksaft
  • 1 Blatt Nori
  • 3 g Salz
  • 1/2 TL Natron (Baking Soda)
  • 70 g Sesamsaat
  • Fleur de Sel

Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Das Noriblatt fein zerkrümeln. Die Sesamsaat in eine kleine Schüssel geben.

Gemahlene Mandeln, Nori, Salz und Natron in einer Schüssel vermischen. In einer zweiten Schüssel Tahin und Agavendicksaft verrühren. Die flüssigen Zutaten zu den festen geben und alles zu einem Teig verkneten.

Vom Teig kleine Portionen abnehmen und zu Kugeln rollen. Meine Portionen waren ungefähr tischtennisballgroß; ich habe neun Stück bekommen. Die Kugeln in den Sesamsamen wälzen und auf das Backblech legen.

Die Kugeln mit der Handfläche zu Kreisen flachdrücken und jeden Keks mit etwas Fleur de Sel bestreuen.

Im heißen Ofen backen, bis die Kekse an den Rändern leicht gebräunt sind. Bei mir hat das ca. 12 min gedauert.

Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

Radieschensalat mit Mohndressing


Uff. Das ist so simpel, ich habe lange überlegt, ob ich das überhaupt hier aufschreiben soll. Aber das Ganze schmeckt so toll – ich muss Euch die Chance geben, es auch zu probieren ;-).
Das Rezept ist aus dem neuen Buch von Hugh Fearnley-Whittingstall*, das einen ganz großen Schwerpunkt auf Gemüse setzt. Das Buch hat mich bezaubert; ich habe mich schon um Kopf und Kragen gekocht. Eine Buchvorstellung folgt demnächst.
Jetzt aber zu den Radieschen: die werden einfach in Scheiben gehobelt und mit einem mit Mohn angereicherten Dressing serviert. Das nussige Dressing passt prima zu den pfeffrigen Radieschen. Und mir gefällt gut, dass die Radieschen in feinen Scheiben daher kommen. Ich finde ihr Aroma sonst etwas dominant, durch das Hobeln wird es etwas sanfter und die Radieschen nehmen auch mehr vom Dressing auf.
Gehobelt ist ein gutes Stichwort: ich schicke die Radieschen als zweiten Beitrag zu Zorra, die sucht nämlich für ihr laufendes Blogevent gerade noch heute Gerichte mit fein gescheibelten Lebensmitteln.

Für 3 bis 4 Personen:

  • 200 g Radieschen
  • Meersalzflocken (ich liebe Maldon Salt)

Dressing:

  • 2 EL kalt gepresstes Rapsöl
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL Zitronensaft, plus ggf. etwas mehr
  • 1/2 TL Dijonsenf
  • 1/2 EL Mohnsaat
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für das Dressing alle Zutaten in einer kleinen Schüssel verrühren; dabei nur leicht salzen; es kommt später noch mehr dazu.
Die Radieschen putzen und dann in feine Scheiben schneiden. Das geht am besten mit einem Gemüsehobel oder einer Mandoline. Ich habe diese hier*, die ist klein, scharf und in 4 Stufen verstellbar.
Radieschen auf einem Teller auslegen und das Dressing darüber träufeln. Alles mit Salzflocken bestreuen. Eine Scheibe probieren, und, wenn nötig noch etwas Salz und/oder Zitronensaft zugeben.
Man kann den Salat gleich essen oder 15 min ziehen lassen; mir hat er nach kurzer Zieh-Zeit besser geschmeckt.

Risotto sauer-scharf

Peking-Suppe, so heißt das doch, was in jedem Chinarestaurant, das etwas auf sich hält auf den Tisch kommt. Meist in eher zweifelhafter Form, und abgesehen davon hat die Suppe mit Peking auch nicht viel zu tun. Das Original heißt “suan la tang”, also sauerscharfe Suppe, kommt ursprünglich aus Sichuan oder Hunan und ist inzwischen landesweit ein beliebtes Wintergericht. Die Suppe kann mit Fleisch oder in einer vegetarischen Version auf den Tisch kommen.

Suppe gibt es aber heute nicht, auch kein klassisch chinesisches Essen, sondern eher Fusion-Food. Nämlich ein sauer-scharf abgeschmecktes Risotto. Ich habe es ein bisschen angepasst, im Original kommen noch Spargel und frische Tomaten vor; ich habe statt dessen mehr Pilze, Sellerie und getrocknete Tomaten verwendet.

Das Gericht habe ich in einem witzigen Buch über vegane chinesische Küche* gefunden; die Autoren haben es in einem Restaurant in Hongkong gegessen und der Köchin das Rezept abgebettelt. Und das haben sie zurecht getan – das Risotto macht richtig Spaß.

Für 2 bis 3 Personen:

800 ml Gemüsebrühe

  • 100 g Champignons
  • 2 Stangen Sellerie
  • 2 rote Chilis, frisch
  • 2 EL Olivenöl
  • 200 g Risotto-Reis (ich hatte Arborio)
  • 4 getrocknete Soft-Tomaten
  • 200 g gehackte Tomaten aus der Dose
  • 5 EL heller Reisessig
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Koriandergrün zum Anrichten

Gemüsebrühe zu Kochen bringen.

Pilze und Sellerie putzen und zusammen mit den Chilis klein hacken.  Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Gemüsemischung darin anbraten, bis sie weich wird. Reis dazugeben, kurz mitrösten, dann einen Schöpflöffel der heißen Brühe angießen. Köcheln lassen, bis der Reis die Brühe aufgesogen hat, dann den nächsten Schöpflöffel angießen. So weiter machen, bis alle  Brühe aufgebraucht und der Reis gegart ist. Zwischendurch immer wieder mal umrühren.

Inzwischen die getrockneten Tomaten fein würfeln.

Kurz bevor der Reis fertig gegart ist, den Essig und sämtliche Tomaten zum Reis geben, durchrühren und alles weiterköcheln lassen, bis der Reis schön cremig ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit gehackten Korianderblättern bestreut sofort servieren.

Tofu Hausmacherart und sauer-scharfe Kartoffelstreifen

Ich bin eigentlich gar nicht der Typ für Neujahrsvorsätze. Wenn ich unzufrieden bin und etwas ändern möchte, mache ich das lieber gleich und nicht dann, wenn sich zufällig eine Jahreszahl im Kalender ändert. Aber dieses Jahr habe ich mir tatsächlich etwas vorgenommen: ich esse einfach unglaublich gern chinesisch. Und auch an Inspirationsquellen fehlt es mir nicht….ich habe da das eine oder andere Buch im Regal stehen 😉 . Dennoch steht recht selten chinesisches Essen auf dem Tisch. Zu selten. Und das möchte ich ändern.

Den Anfang machen zwei einfache Gerichte aus der chinesischen Hausmannskost. Es ist durchaus nicht so, dass in einem normalen Haushalt dauernd Fleisch auf dem Tisch steht. Es ist eher das Gemüse, das im Vordergrund steht. Auch Tofu wird gerne gegessen, nicht als Ersatz für Fleisch, sondern als eigenständiges Lebensmittel. Die Zubereitung ist oft einfach und geht rasch, und es kommen mehrere Gerichte auf den Tisch; gerne eines pro Person, die mitisst. Beide Rezepte habe ich in dem schönen Buch “Shanghai Streetfood“* gefunden, das eigentlich jeder im Regal stehen haben sollte, der sich für chinesisches Essen interessiert.

Das Rezept für den Tofu kommt aus Shanghai – und Tofu, richtig zubereitet, schmeckt kein bisschen langweilig. Er ist eine Grundlage, die man abwechslungsreich mit vielen Aromen zubereiten kann. Hier wird er gebraten und mit Sojasauce, Ingwer und Knoblauch aromatisiert. Das Ganze schmeckt aber nur, wenn Ihr guten Tofu nehmt. Bitte kauft den Tofu nicht im Supermarkt; geht in den Asiashop oder nehmt den Tofu von Taifun, den es im Bioladen gibt.

  • 250 g fester Tofu
  • Rapsöl zum Braten
  • 1 rote Paprikaschote
  • 1 große Karotte
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 3 cm Ingwer
  • 1/2 TL geröstetes Sesamöl
  • 1 EL Sambal Oelek
  • ein gehäufter EL Kartoffelstärke
  • 250 ml Gemüsebrühe

Tofu in 5 mm breite Scheiben schneiden und trocken tupfen. Reichlich Öl ein einem Wok auf hoher Stufe erhitzen. Tofu hineingeben und von beiden Seiten goldbraun ausbraten, dann mit Sojasauce ablöschen. Tofu aus dem Wok nehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Paprika putzen und in 2 cm große Würfel schneiden. Karotte schälen und in 2 mm dünne Scheiben schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken; Ingwer schälen und in feine Scheiben schneiden.

Den Wok mit dem darin verbliebenen Öl nochmals erhitzen. Paprika, Karotten und Ingwer kurz bei hoher Hitze anbraten. Knoblauch, Sesamöl und Sambal zugeben und kurz durchrühren.

Stärke in der Gemüsebrühe auflösen, alles zum Gemüse geben und köcheln lassen, bis alles andickt. Den Tofu zugeben. Gleich servieren.

Kartoffeln gelten in China nicht als Sättigungsbeilage, sondern als Gemüse. So richtig oft stehen sie nicht auf dem Tisch, aber in der Shanghaier Hausmannskost spielen Sie durchaus eine Rolle. Ich bin kein großer Fan der Geschmacksrichtung süß-sauer (die auch in China nicht soooo oft auf den Tisch kommt), aber sauer-scharf, das mag ich sehr. Wer etwas zarter beseitet ist, nimmt weniger Chili…

  • 250 g Kartoffeln
  • Rapsöl zum Braten
  • 3 getrocknete Chilischoten
  • 3 EL Reisessig
  • 2 EL Sojasauce
  • Salz
  • Sesamöl

Die Kartoffeln schälen und längs in feine Streifen schneiden. Kartoffelstreifen in eine Schüssel mit kaltem Wasser geben und 10 min stehen lassen. Danach in ein Sieb geben, nochmals abbrausen und schließlich abtropfen lassen.

Öl in einem Wok erhitzen. Die Kartoffelstreifen darin 2 min unter Rühren anbraten. Wenn alles Wasser verdampft ist, mit Essig und Sojasauce ablöschen, die Chilis dazu krümeln und alles weitere 2 min braten.

Wenn die Kartoffeln nicht mehr roh, aber noch knackig sind, herausnehmen und mit Salz und Sesamöl abschmecken.

Pastinakensuppe mit Curryduft

Pastinaken sind ein Problemgemüse. Jedenfalls für mich. Regelmäßig liegen sie im Winter in der Abokiste, und im Grunde ist ja auch nichts dagegen zu sagen. Aber sie sind halt süß. (Man denke sich an dieser Stelle einen tiefen Seufzer). Und süß schlägt ganz leicht in “zu süß” um. Wenn ich mir überlege, dass Pastinaken im angelsächsischen Kulterkreis gerne mal mit Ahornsirup in Verbindung gebracht werden, schüttelt es mich. Genauso wie bei den berühmten Süßkartoffeln mit Marshmallowhaube, übrigens. Aber das nur am Rande. Mein Horrorerlebnis war, als ich spaßeshalber mal versucht habe, die Wurzeln sous-vide zu garen. Tut das nicht! Ausser, Ihr wollt sie danach in einem Kuchen verarbeiten.

Für mich braucht es bei Pastinaken etwas, das die Süße ausgleicht. Gewürze und leichte Schärfe zum Beispiel, so wie in dieser Suppe, die ich im delicious magazine entdeckt habe. Die Currynote passt super. Da gibt es außerdem ein Topping aus Pastinakenchips – ich bin jetzt noch ganz stolz, dass es ein paar Chips auf die Suppe geschafft haben…

Was auch gut passt: ich hatte etwas Suppe übrig, die habe ich am nächsten Tag gegessen. In die Suppe habe ich in Scheiben geschnittenen gebratenen Chicorée gegeben; die Bitternote ist sehr schön in der Suppe.

Anerkanntermaßen sind Pastinaken ja Wurzeln – und genau deshalb schicke ich diese Suppe auch zu Zorra. Dort sucht Eva nämlich gerade Rezepte mit winterlichem Wurzelgemüse.

Für 6 Portionen:

  • 750 g Pastinaken
  • 2 EL Olivenöl
  • 1/4 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 TL gemahlener Koriander
  • 1/4 TL Kurkuma
  • 2 cm  frischer Ingwer
  • 1/2 TL Cayennepfeffer
  • 1 große Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1,3 l Gemüsebrühe
  • Koriandergrün zum Anrichten
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • einige Spritzer Zitronensaft
Pastinaken schälen. Ingwer schälen und fein reiben. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken.
Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ca. 100 g der Pastinaken mit einer Mandoline oder einem scharfen Messer in dünne Scheiben schneiden und trocken tupfen. Mit einem Esslöffel des Öls, dem Kreuzkümmel und etwas Salz und Pfeffer vermengen und im Ofen in ca. 20 min backen, bis die Ränder schön gebräunt sind.
Inzwischen den Rest der gemahlenen Gewürze in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie duften. Die restlichen Pastinaken würfeln. Koriander zupfen und hacken.
Restliches Öl in einem Topf erhitzen. Die Zwiebel darin braten, bis sie weich wird.  Knoblauch zu den Zwiebeln geben und kurz mitbraten. Geröstete Gewürze und Lorbeer zugeben, kurz durchrühren, dann die gewürfelten Pastinaken zufügen. Brühe angießen, alles zum Kochen bringen und mit aufgelegtem Deckel köcheln lassen, bis die Pastinaken weich sind; das dauert ca. 30 Minuten.
Lorbeerblätter entfernen, die Suppe mit dem Stabmixer pürieren. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.
Die Suppe zum Servieren auf Schalen verteilen und mit Pastinakenchips und  Koriandergrün garnieren.