Scharfe rote Linsen

Das ist sozusagen ein äthiopischer Küchenklassiker, den Yohanis Gebreyesus* in seinem Buch vorstellt. Diese Linsen stehen zu allen möglichen Gelegenheiten auf dem Tisch, und ich kann das sehr gut verstehen.

Denn einerseits passen sie zu so vielem; und dann wäre da noch der Geschmack. Die Linsen sind gewürzt mit einer schönen Dosis Berbere. Berbere ist scharf, aber nicht zu scharf. Es überwiegt die herbwürzige Note. Traditionell werden die Gewürze zu einer Paste verarbeitet, die trocknen und reifen muss, bevor alles zu einer Gewürzmischung gemahlen wird. Ich biete Euch unten eine etwas schnellere Lösung an.

Die Linsen schmecken am besten, wenn man sie etwas durchziehen lässt und dann aufwärmt. Es lohnt sich also, ein bisschen mehr zu kochen.


Berbere:

Für ca. 90 g:

  • 50 g mittelscharfe getrocknete Chilischoten
  • 1/2 Schwarzkümmelsamen
  • 1/2 TL Gewürznelken
  • 1/2 TL Ajowan-Samen (Königskümmel; Asia-Shop oder hier*)
  • 1/2 EL Zwiebelpulver
  • 1 TL Knoblauchpulver
  • 1 TL getrockneter gemahlener Ingwer
  • 1/2 TL gemahlener Kardamom
  • 1 Prise gemahlener Zimt
  • 1/2 TL Salz

Die Stiele der Chilischoten entfernen und die Schoten in einer Gewürz- oder Kaffeemühle mahlen. Das Pulver in eine Schüssel geben.

Eine kleine Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen. Nacheinander Schwarzkümmelsamen, Nelken und Ajowan anrösten, bis die Gewürze duften. Abkühlen lassen und zu den Chilischoten geben. Restliche Zutaten ebenfalls in die Schüssel geben und alles gut vermengen.

Gewürzmischung in der Mühle oder im Mörser fein mahlen.

Kühl, trocken und luftdicht verschlossen aufbewahren.


Linsen:

Für 4 Personen:

  • 250 g rote Linsen
  • 4 EL Sonnenblumenöl
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 1/2 EL feingehackter Knoblauch
  • 2 TL berbere
  • 1/2 TL Schwarzkümmelsamen
  • Salz

Linsen in ein feinmaschiges Sieb geben und gründlich abbrausen.

Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und die Linsen darin ca. 12 min garen, bis sie weich sind. In ein Sieb abgießen und die Kochflüssigkeit auffangen.

Zwiebeln schälen und fein hacken. Öl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebeln darin bei milder Hitze in ca. 10 min glasig anschwitzen. Knoblauch zugeben, kurz mitbraten und nach einer Minute das berbere und den Schwarzkümmel zugeben. Deckel auflegen und alles bei niedriger Temperatur 10 min garen. Wenn nötig, ein wenig Wasser zugeben, damit sich nichts anlegt.

Linsen zugeben, salzen und unter Rühren 5 min mitgaren. Ca. 125 ml des Linsenwassers unterrühren und alles noch kurz offen köcheln lassen.

Durchziehen lassen, dann zum Servieren wieder erwärmen. Wenn nötig, dabei noch etwas Kochwasser einarbeiten.

 

Daube mit Kidneybohnen, Butternutkürbis und Kartoffeln

Im klassisch französischen Sinn ist eine Daube ein Schmorgericht auf der Basis von Fleisch, gerne auch Wild. Ganz früher wurde es morgens in den Ofen gestellt und nach einem langen Arbeitstag war dann das Essen fertig.

Diese Variante hier kommt von Mauritius und ist zufällig vegan. Bohnen und Gemüse werden in einer mit Chili gewürzten Tomatensauce gegart. Das ist ein leichtes, gemüsiges Essen, das nach Thymian und Zimt duftet. Die verwendeten Kartoffeln dicken die Sauce etwas an und der milde Kürbis gleicht die Chili-Schärfe aus.

Das ist für sich ein wunderbares Essen; aromatisch, sättigend und ausgewogen. Wir hatten etwas Brot dazu. Selina Periampillai, aus deren kreolischen Kochbuch* das Rezept stammt, serviert Kokosreis dazu – und extra Chilis.


Für 4 Portionen:

  • 1 Zwiebel
  • 2 EL neutrales Öl
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2,5 cm frischer Ingwer
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • 1 TL Cayennepfeffer
  • 1 kleines Bund Koriandergrün
  • 1 Stange Zimt (oder ein TL Pulver)
  • 400 g geschälte Tomaten (Dose)
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Zucker
  • 2 mittelgroße mehligkochende Kartoffeln
  • 300 g Butternut-Kürbis
  • 1 Dose Kidneybohnen (400 g)

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken, ebenso den Ingwer. Thymian zupfen. Koriandergrün ebenfalls zupfen und Blätter und Stängel getrennt fein hacken. Kartoffeln schälen und würfeln, ebenso den Kürbis.

Öl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebel glasig andünsten. Dann Knoblauch, Ingwer, Paprika, Cayennepfeffer, Thymian, Korianderstängel und Zimt zugeben. Unter Rühren kurz anrösten, dann die Tomaten und 150 ml Wasser zugeben. Salzen, eine Prise Zucker zugeben und kurz schmoren lassen.

Kartoffel, Kürbis und Bohnen zugeben. Alles bedeckt 15 bis 20 min köcheln lassen.

Wenn das Gemüse gar ist, die Zimtstange herausnehmen, die Daube mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit gehackten Korianderblättchen bestreut servieren.


 

Knusprige Tapioca-Kartoffelküchlein

Tapioca wird in der indischen Küche recht gern verwendet; vor allem in Südindien. Ich wollte meinen Tapiocavorrat etwas abbauen und habe bei der Rezeptsuche sogar eine Art Risotto auf Tapioca-Basis gefunden. Das hat mich aber nicht so sehr angelacht.

Dafür aber diese Küchlein. Cyrus Todiwala*, von dem das Rezept stammt, erzählt, dass die Küchlein ein typisches Streetfood aus Bombay sind. Sie sind aussen knusprig und innen ein wenig zäh, aber nicht nur die Konsistenz macht Spaß, auch der Geschmack von Kreuzkümmel, Chili und Erdnuss. Erdnuss ist typisch, wer aber keine Erdnüsse veträgt, kann die Küchlein auch mit Cashewkernen zubereiten.

Original werden die Küchlein frittiert; ich habe sie einfach in der Pfanne gebraten. Dazu isst man tradtionellerweine ein Chutney – in Indien aber auch gerne Ketchup. Ich hatte Zucchini übrig und habe mir zu den Küchlein ein Zucchini-Chutney ausgedacht.


Für 12- 14 Küchlein:

  • 2 große mehligkochende Kartoffeln
  • 200 g Tapioca, größere Kügelchen
  • 3 EL geschälte rohe Erdnüsse oder Cashews
  • 1 TL Kreuzkümmelsamen
  • 2 grüne Chilis
  • 1 TL Limettensaft
  • Salz
  • 1-2 EL gehacktes Koriandergrün
  • ca. 2 EL Reismehl
  • Öl zum Braten

Das Sago gut waschen, dann in eine Schüssel geben, mit Wasser bedecken und über Nacht einweichen lassen. Die Kügelchen sollen prall aussehen und sich auf Druck weich anfühlen. Wie lange sie einweichen müssen, hängt von Größe und Alter des Tapioca ab.

Die Kartoffeln weich kochen, schälen und zerstampfen. Chilis fein hacken; wer es nicht so scharf mag, nimmt vorher noch die Samen heraus.

Erdnüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie duften, dann abkühlen lassen und hacken. Alle Zutaten ausser Reismehl und Öl in einer Schüssel vermengen und die Masse mit Salz würzen.

Hände mit Reismehl bestäuben und die Masse zu kleinen, runden Küchlein formen. Wenn die Masse zu feucht ist, etwas Reismehl einarbeiten. Küchlein mindestens 30 min kühl stellen.

Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Küchlein darin portionsweise von beiden Seiten goldbraun braten. Fertige Küchlein warm halten.

Küchlein heiß mit einem Chutney oder Ketchup servieren.


Zucchini-Chutney:

  • 700 g Zucchini
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 6 EL Apfelessig
  • 1/4 TL gemahlene Nelken
  • 1/4 TL gemahlene Kurkuma
  • 2 cm frischer Ingwer
  • 1/2 TL Paprikapulver
  • 1/4 bis 1/2 TL Cayennepfeffer
  • Salz
  • 100 g Zucker

Zuchini putzen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebel schälen und würfeln. Knoblauch und Ingwer schälen und fein hacken.

Alle Zutaten in einen Topf geben und köcheln lassen, bis die Zucchini weich sind und die Aromen sich verbunden haben. Mit Salz, Zucker und Apfelessig abschmecken.

Chutney heiß in sterisilierte Gläser füllen. Vor dem Servieren abkühlen lassen.


Inspiration:

 

 

 

Pasta con ceci

Ich mag diese einfachen Pastagerichte, die etwas Eintopfartiges haben. Es gibt hier schon pasta e patate und pasta lenticchie, und beides sind so richtige Wohlfühlgerichte. Und jetzt gesellt sich noch pasta con ceci dazu.

Zwei Dinge haben mir besonders gut gefallen an diesem Gericht, das Cettina Vizenzino in Super Olio* vorstellt: Da sind die getrockneten Tomaten, die mitgaren und dem Eintopf ein besonderes Aroma verleihen. Und die Süßkartoffel, die statt der traditionellen Kartoffel das Gericht anreichert.

Als Öl wird ein mittelfruchtiges bis intensives der Sorten Ascolana Tenera, Casalieva, Frantoio u.ä. empfohlen, das Noten von grüner Mandel oder Gras aufweist; ich gestehe, ich bin aus der Reihe getanzt. Ich hatte ein leicht pikantes Mani aus Griechenland aus Koroneiki-Oliven, das etwas kräuterig schmeckt. Ich weiß, dass Öl dieser Sorte gerne als seelenloses Massenöl abgestempelt wird, weil sich die Olivensorte für den großflächigen Anbau eignet. Aber da gibt es dieses bestimmte Öl – das ist einfach meins. Schon immer. Wir haben uns gefunden und sind unzertrennlich.


Das Rezept reicht für 4 Personen:

  • 250 g getrocknete Kichererbsen
  • 2 Schalotten
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Karotte
  • 1 Stange Staudensellerie
  • 4 getrocknete Tomaten, in Öl eingelegt
  • 1 Handvoll glatte Petersilie
  • 250 g Süßkartoffel
  • 200 g gemischte Pasta
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • frische Kräuter wie Thymian, Oregano
  • Olivenöl zum Beträufeln

Kichererbsen in reichlich kaltem Wasser über Nacht einweichen.

Am nächsten Tag das Wasser abgießen. Schalotten und Knoblauch schälen und fein hacken. Sellerie putzen und würfeln. Karotte schälen und klein schneiden. Tomaten abtropfen lassen und ebenfalls fein würfeln. Petersilie mit Stängeln grob hacken.

Etwas Olivenöl in einem Topf erhitzen. Schalotten, Knoblauch, Sellerie und Karotte unter Rühren anbraten, dann Kichererbsen, Kräuter und 1,5 l Wasser zugeben.

Salzen und alles 60 min halb bdeckt köcheln lassen.

Süßkartoffeln schälen, klein würfeln und zur Suppe geben. 15 min weiterköcheln lassen,

Pasta zugeben. Wenn nötig, noch etwas Wasser angießen. Alles köcheln lassen, bis die Pasta al dente ist, dann mit Salz abschmecken.

Zum Servieren in Schalen schöpfen, mit reichlich Pfeffer übermahlen, mit Kräutern bestreuen und mit Olivenöl beträufeln.


Erdbeersorbet mit Campari und Basilikum

Es ist Sommer und Erdbeerzeit. Zeit für Eis. Ich bin keine Süße, aber Eis geht immer. Besonders gern mag ich Sorbet.

Ich genieße es sehr, eine Eismaschine zu haben, denn da kann ich mich richtig austoben und Eissorten auf den Tisch bringen, die es sonst nirgendwo gibt – so wie dieses hier.

Erdbeersorbet ist ja ohnhin schon wunderbar, aber dieses hier wird aufgepeppt mit leicht pfeffrigem Basilikum und einem Schuss Bitterlikör – ein schöner Kontrast und Nachtisch für Erwachsene. Wer auf Alkohol verzichten möchte, kann auf entsprechende Sorten oder einen Sirup ausweichen.

Und ich bin noch rechtzeitig. Die liebe Eva feiert nämlich noch immer ihren Bloggeburtstag und fahndet nach Erdbeerzepten, also schwupps rüber mit einer Portion Eis. Ich glaube, du magst Eis, oder, Eva 😉 ?


  • 100 ml Zitronensaft
  • 250 g Zucker
  • 1/2 Bund Basilikum
  • etwas grob gemahlener Pfeffer
  • 450 g Erdbeeren, geputzt und püriert gewogen
  • 100 ml Campari oder ein anderer Bitterlikör

Zitronensaft mit Zucker, 200 ml Wasser und dem Basilikum unter Rühren erhitzen, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Von der Hitze nehmen und ganz abkühlen lassen.

Basilikum entfernen. Zuckermischung, Erdbeerpüree und Campari gut verrühren und den Pfeffer zugeben.

In der Eismaschine nach Anleitung gefrieren, dann in eine geeignete Box geben und in der Tiefkühle aufbewahren.


 

Pasta mit getrockneten Salzerdbeeren

Aus irgendwelchen Gründen ist die Spargelsaison dieses Jahr an mir vorbei gerauscht – ich habe viel zu wenig Spargel gegessen. Mit den Erdbeeren passiert mir das nicht – ich kaufe und futtere geradezu weltmeisterlich. Und ich habe schon eine Menge Marmelade gekocht. Und Erdbeerketchup gemacht. Und natürlich Erdbeeressig angesetzt. Fast ein bisschen manisch… ;-).

Und ich habe mich noch ein mal daran gemacht, Erbeeren zu fermentieren. Das Vorhaben mag etwas merkwürdig klingen, aber ich war einfach neugierig, was dabei herauskommt und wie das schmeckt. Und natürlich wollte ich das Pasta-Rezept ausprobieren, das im Fermentationsbuch* (hier geht es zur Rezension) als Verwendungsidee steht.

Zum Fermentieren werden die Erdbeeren mit Salz und Zucker in ein Glas geschichtet. Dabei geben sie ihren Saft ab und schon nach kurzer Zeit setzt die Milchsäuregärung ein. Die fermentierten Erdbeeren werden dann in Scheiben geschnitten und getrocknet. Das Ergebnis sind salzig-säuerlich-süße Erdbeerchips; die sich nicht nur an der Pasta gut machen; sie sind auch ein schönes Topping für Salate.

Ich bin ja nicht der einzige Erdbeerfan, ich weiß. Eva zum Beispiel ist auch einer. Und zwar so sehr, dass sie sich zu Ihrem 4. Bloggeburtstag Rezepte mit Erdbeeren wünscht. Also, eine große Portion Pasta wandert zu Evchen. Happy Blogbirthday; ich hoffe, die Pasta schmeckt dir.

Für 4 Portionen:

Für die Salzerdbeeren:

  • 500 g Erdbeeren
  • 25 g Meersalz, unbehandelt und ohne Zusatzstoffe
  • 25 g Zucker

Für die Pasta:

  • 30 getrocknete Salzerdbeeren
  • 1/2 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1 EL Olivenöl
  • 40 g Butter
  • 80 ml Einlegeflüssigkeit der Erdbeeren
  • 400 g Spaghetti
  • 1 Handvoll Basilikumblätter
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Salzerdbeeren:

Die Erdbeeren waschen, vorsichtig trocken tupfen und putzen. Dabei gründlich sein; die Beeren müssen einwandfrei sein, sonst verderben sie beim Fermentieren.

Beeren in ein ausreichend großes Glas geben. Zwischen die Früchte immer wieder Salz und Zucker streuen. Mit einer dicken Schicht Salz und Zucker abschließen. Die Früchte beschweren (ich verwende einen mit etwas Wasser gefüllten Gefrierbeutel) und das Glas verschließen.

In den folgenden Tagen geben die Erdbeeren Flüssigkeit ab. Es ist wichtig, dass sie von Flüssigkeit bedeckt sind, damit sie nicht verderben. Es dauert 2 bis 3 Tage, bis die Erdbeeren ihre Flüssigkeit abgegeben haben. Dass der Fermentationsprozess eingesetzt hat, erkennt man daran, dass im Glas kleine Luftbläschen hochsteigen. Wenn das geschieht, die Erdbeeren noch ca. 5 Tage stehen lassen, danach sind sie fertig.

Den Saft nicht wegschütten, wir brauchen ihn noch.

Nun die Erdbeeren in ca. 3 mm dünne Scheiben schneiden und entweder auf einem mit Backpapier belegten Blech bei 50°C Ober- und Unterhitze im Backofen oder einem Dörrgerät trocknen.

Für die Pasta:

Erdbeeren in Streifen schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden.

Pasta nach Packungsanleitung in reichlich Salzwasser al dente kochen.

Olivenöl und Butter in einer großen Pfanne erhitzen. Frühlingszwiebeln darin braten, bis sie weich sind, aber nicht bräunen. Mit Erdbeersaft ablöschen und kurz einkochen lassen.

Hitze wegnehmen, die Hälfte der getrockneten Erdbeeren zugeben. Gut durchrühren und mit Pfeffer würzen.

Pasta abgießen, abtropfen lassen und zur Sauce in die Pfanne geben. Probieren, wenn nötig salzen Restliche Erdbeeren zusammen mit den zerzupften Basilikumblättchen unterheben.

Pasta auf Tellern anrichten, Pfeffer darüber mahlen und gleich servieren.


 

Grünes Spargelcurry mit Kardamom und Kokosmilch

Oh Hilfe, wo bleibt nur die Zeit? Noch stecken wir in der Spargelsaison, also, eigentlich geht es auf das Ende zu. Und irgendwie bin ich noch nicht zu so viel Spargel gekommen, wie ich gerne hätte. Ich habe Nachholbedarf.

Wo ich dieses Curry genau gefunden habe, weiß ich nicht mehr – im Zweifel war es ein britisches Food-Magazin. Es stand seit dem Frühjahr auf meiner geistigen Nachkochliste, und hui, jetzt war ich ja doch schnell. Ich will ja nicht warten bis nächstes Jahr…

Das ist ein einfaches Gericht – wenn die Currypaste mal gemixt ist, steht es fix auf dem Tisch. Und grüner Spargel mit seinem kräftigen Aroma und die Chilipaste, die sind ein wirklich gutes Team. Fix noch machmachen, ehe wieder keinen Spargel mehr gibt….


Für 4 Portionen:

  • 1 daumengroßes Stück Ingwer
  • 3 Stängel Zitronengras
  • 1 grüne Chili
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 25 g Koraiandergrün plus einige Blättchen zum Anrichten
  • 6 Kapseln grüner Kardamom
  • 3 EL Erdnussöl
  • 1 Dose Kokosmilch (400 ml)
  • Salz
  • 1 Bund grüner Spargel (ca. 500 g)
  • etwas Limettensaft

Für die Currypaste den Ingwer schälen und grob hacken. Die äußeren harten Blätter des Zitronengrases ablösen, den Rest grob hacken. Chili in Ringe schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und hacken; Knoblauch schälen und hacken. Koriandergrün mit den zarten Stängeln grob hacken. Kardamom im Mörser anstoßen und die Samen aus den Kapseln holen.

Ingwer, Zitronengras, Chili, Frühlingszwiebeln, Koriandergrün, Knoblauch und Kardamom in einen Blitzhacker oder Mixer geben und mit dem Öl zu einer Paste pürieren.

Spargel putzen und in ca. 3 cm lange Stücke schneiden.

Wok auf dem Herd erhitzen. Die Paste erhitzen und unter Rühren zwei Minuten anrösten, bis sie duftet. Kokosmilch angießen, salzen, alles zum Kochen bringen und die Spargelstücke zugeben.

Alles ca. 5 min offen köcheln lassen, dann mit Salz und Limettensaft abschmecken.

Mit Koriandergrün bestreut servieren. Dazu passt Reis.


Gemista-Risotto

Gemista ist ein griechischer Klassiker – gefülltes Gemüse. Das mit Reis oder Hackfleisch gefüllte Gemüse wird in einer reichhaltigen Tomatensauce gemort. Auch für den Klassiker gibt es ein Rezept in der “Neuen griechischen Küche“*: es gibt auch diesen Risotto, der aus den typischen Zutaten des Gerichts etwas Neues macht.

Die Zubereitung ist etwas anders als bei einem klassischen Risotto, funktioniert aber prächtig. Das ist ein leichtes, feines Essen das man auch unter Woche gut auf den Tisch bringen kann. Und zudem noch zufällig glutenfrei und vegan….


Für 4 bis 6 Personen:

  • 500 g Risottoreis
  • 600 g gehackte Tomaten aus der Dose
  • 25 g Zucker
  • 100 ml Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Aubergine
  • 2 Zucchini
  • 1/2 grüne Paprikaschote
  • 1 Karotte
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 1 Bund Minze
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Den Reis für 15 min in kaltem Wasser einweichen, dann durch ein Sieb abgießen, abbrausen und mit einem Liter Wasser und etwas Salz in einen Topf geben. Bei mäßiger Hitze ca. 20 min garen, bis der Reis gegart und das Wasser aufgenommen wurde.

Tomaten mit Zucker und 300 ml Wasser pürieren. Die Mischung in einen Topf geben, salzen und alles köcheln lassen, bis es leicht andickt.

Inzwischen die Zwiebel schälen und fein hacken. Aubergine putzen und würfeln.  Karotte schälen und reiben, Zucchini ebenfalls reiben. Paprikaschote entkernen und das Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Kräuter zupfen und hacken.

Öl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel, Aubergine, Paprika und Karotte darin ca. 15 min andünsten, bis das Gemüse weich ist. Salzen, Tomatenmark zugeben und kurz mitrösten, dann 100 ml Wasser angießen und alles einkochen lassen.

In einer großen Schüssel den Reis mit der Gemüsemischung, der Tomatensauce und den gehackten Kräutern vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Gericht schmeckt warm und kalt.


 

Kohlrabi-Apfel-Salat

Kohlrabi mag ich richtig gern, bin manchmal aber etwas ratlos, was die Zubereitung angeht. Diesmal hatte ich dazu noch viele Äpfel übrig, da kam das Salatrezept von Maria Groß* gerade richtig.

Meine älteste Erinnerung ist übrigens Kohlrabi-Cocktail, kennt Ihr das? Das war (oder ist) ein Rohkostgericht, das in den 1980ern als Vorspeise ganz hip war. Ich weiß nicht mehr so ganz wie das ging, es gab gewürfelten Kohlrabi in einer Joghurtsoße. Das war gut, und sehr schlank machend, denn der Cocktail musste sehr gut gekaut werden, man war echt satt danach.

Marias Salat läßt aber noch Platz für andere Köstlichkeiten – der Kohlrabi wird in Scheiben geschnitten, mariniert und gegart. Dazu gesellen sich dann Äpfel und etwas Chili und im Original auch stattliche 50 (!) Gramm gehackte Thymian-Blättchen. Davon habe ich Abstand genommen.


Für 4 Portionen:

  • 3 kleine Kohlrabi
  • 4 EL Weißweinessig
  • 100 ml Sonnenblumenöl (kalt gepresst)
  • 1 EL Zucker
  • Cayennepfeffer
  • 1 Schalotte
  • 2 kleine Äpfel
  • 1 rote Chilischote
  • Öl zum Braten
  • etwas gehackte Thymianblättchen
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Am Tag vor dem Servieren die Kohlrabi putzen, schälen und in feine Scheiben schneiden. In kochendem Salzwasser kurz blanchieren und gut abtropfen lassen.

Kohlrabischeiben in einer Schüssel mit Essig, Öl, einem Teelöffel Salz, Zucker und etwas Cayennepfeffer in einer Schüssel mischen und mindestens 24 h marinieren lassen.

Am nächsten Schalotte schälen und fein hacken. Äpfel vierteln, entkernen und in Scheiben schneiden. Chili der Länge nach halbieren, entkernen und Streifen schneiden.

Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und Schalotte darin anbraten. Kohlrabi mitsamt der Marinade zugeben und braten, bis die Kohlrabischeiben etwas weich sind.

Zum Servieren Apfelscheiben, Chili und Thymian untermischen, alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und auf einen Teller geben.


 

Auberginenröllchen mit Walnüssen

Ich hatte ein wirklich sehr großzügige Menge toller Walnüsse geschenkt bekommen. Klasse; aber sie wollten tatsächlich nicht weniger werden. Und als dann noch Auberginen in der Abokiste waren, war mir klar, was es geben würde.

Das Rezept hier ist ein georgischer Klassiker; sowohl mit Auberginen als auch mit Walnüssen wird dort sehr viel gekocht. Entsprechend viele Rezepte für dieses Gericht gibt es auch; diese Variante hier habe ich in “Immer schon vegan“* gefunden – ein Buch in dem ich immer wieder gerne blättere. Hier geht es übrigens zur Rezension…

Die Auberginen werden in Scheiben geschnitten, gebraten, mit einer Paste aus gerösteten Walnüssen, Granatapfelkernen und Kräutern gefüllt und kalt auf den Tisch gebracht. Das Gericht lässt sich super vorbereiten, es schmeckt sogar noch besser, wenn es Zeit zum Durchziehen hatte. Ganz nebenbei ist es zufällig vegan, glutenfrei und buffetgeeignet. Wenn ich wollte, könnte ich jetzt noch über die gesundheitlichen Vorteile der Walnuss referieren – aber wisst Ihr was – die Röllchen schmecken phänomenal und nebenbei tut Ihr etwas für Euer Herz-Kreislaufsystem und Euer Hirn. Das muss reichen als Exkurs.

Bockshornkleesaat stammt ursprünglich aus Persien. Sie schmeckt würzig und leicht bitter und wird gerne in Currymischungen verwendet. Kaufen könnt Ihr das Gewürz im indischen und orientalischen Lebensmittelhandel.

Und noch kurz zum Granatapfel. Die Kerne auszulösen geht ganz einfach, wenn man am Blütenansatz einen Deckel abschneidet und dann die Frucht der Länge nach an den Stellen einschneidet, an denen man die weißen Häutchen sieht. Dann kann man den Granatapfel auseinanderbrechen, die weißen Häutchen entfernen und die Kerne herausholen.


  • 3- 4 schlanke Auberginen (ca. 700 g)
  • Sonnenblumenöl zum Braten
  • 1 TL Bockshornkleesamen
  • 1 TL Koriandersaat
  • 150 g Walnusskerne
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 TL scharfes Paprikapulver
  • ein kleines Bund Koriandergrün
  • ein kleines Bund Petersilie
  • ein kleines Bund Dill
  • 1 EL Rotweinessig
  • Salz
  • 1 Granatapfel

Walnüsse auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen und im auf 180°C vorgeheizten Ofen 5 min rösten. Dann herausnehmen und abkühlen lassen.

Auberginen putzen und der Länge nach in ca. 7 mm dünne Scheiben schneiden. In einer beschichteten Pfanne pro Bratdurchgang einen Esslöffel Sonnenblumenöl erhitzen und die Auberginen von beiden Seiten braten, bis sie appetitlich braun und richtig weich sind. Auf Küchenpapier abtropfen und auskühlen lassen.

Koriander und Bockshornklee in einer kleinen Pfanne kurz anrösten, dann auskühlen lassen. Im Blitzhacker fein mahlen.

Nüsse ebenfalls in den Blitzhacker geben und mahlen. Knoblauch schälen, grob hacken und zur Nussmasse geben. Kurz mixen, dann 100 ml kochendes Wasser angießen. Paste in eine Schüssel füllen.

Kräuter zupfen und die Blättchen fein hacken. Einen EL Petersilie oder Koriander zum Garnieren zurückbehalten, den Rest zur Nusspaste geben. Essig zugeben, salzen und alles gut vermengen.

Die Granatapfelkerne auslösen.

Auberginensscheiben mit der Paste bestreichen, Granatapfelkerne darauf streuen. Scheiben einrollen und auf einem Teller oder einer Platte drapieren. Etwas durchziehen lassen, dann mit Granatapfelkernen und Kräutern bestreut servieren.