Für das Silvester-Buffet: Pizza-Scones

Na, habt Ihr schon Essenspläne für Silvester? Wir haben uns dieses Jahr für ein wohliges, üppiges Käsefondue entschieden. Mal sehen, ob ich es nach dem Essen noch bis Mitternacht schaffe ;-).

Wie auch immer, ich finde es schön, für den Abend noch ein paar Kleinigkeiten zu knabbern auf dem Tisch zu haben. Ich glaube, zu Silvester haben die Kartoffelchips-Produzenten Hochbetrieb, oder? Ich bin ja lieber für etwas Selbstgemachtes – zum Beispiel diese herzhaften Scones. Die gehen gut zum Aperitif, oder aber auch einfach zum Knabbern zwischendurch.

Das Originalrezept ist von hier; da wird eine italienische Würzmischung verwendet und Peperoniwurst, ich habe das anders gemacht. Und auch Ihr könnte Eurer Phantasie freien Lauf lassen.

Was auch immer Ihr auftischt – kommt gut rüber! Wir lesen uns im neuen Jahr :-).

Pizza-Scones

Herzhafte Scones mit Mozarella und Paprika

Länder & Regionen USA
Portionen 22 Stück

Zutaten

  • 350 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 1 TL Salz
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Prise Chiliflocken
  • 80 g Butter, kalt
  • 1 Packung Mozzarella
  • 1/2 rote Paprikaschote
  • 190 ml Schlagsahne
  • 1 Ei

Anleitung

  1. Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen und ein Blech mit Backpapier auslegen. 

  2. Butter in kleine Würfel schneiden. Knoblauch schälen und sehr fein hacken. Paprika putzen und das Fruchtfleisch in sehr feine Würfel schneiden. Mozzarella abtropfen lassen und ebenfalls sehr fein würfeln. 

  3. Mehl zusammen mit Salz, Backpulver, Oregano, Knoblauch und Chiliflocken in eine Schüssel geben. Die Butter zugeben und alles mit den Fingerspitzen verreiben, bis etwa erbsengroße Streusel entstanden sind.

  4. Ca. 2/3 des Mozzarella und 2/3 der Paprikawürfel untermischen. Sahne angießen und alles vermengen, bis ein Teig zusammenkommt. Nicht zu sehr kneten, sonst werden die Scones zäh. 

  5. Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 1 cm dick ausrollen und Kreise von ca. 6 cm Durchmesser ausstechen. Teigreste kann man rasch zusammenkneten und erneut ausrollen und ausstechen. 

  6. Scones auf das mit Backpapier belegte Blech geben. Das Ei mit einem Schuss Wasser verquirlen und die Scones an der Oberseite damit bepinseln. Restliche Paprika und restlichen Mozzarella auf den Scones verteilen.

  7. Im heißen Ofen in ca. 30 min goldbraun backen.

Rezept-Anmerkungen

Die Scones schmecken warm am besten, man kann sie aber auch problemlos nochmals im Ofen aufbacken. 

Chili Cheese Fries

Heute gibt es Comfort Food – das kann ich gerade sehr gut brauchen. Aber erst gibt es einen Hinweis in eigener Sache: irgendjemand in Vietnam hat meine alte, abgelaufene Domain (magentratzerl dot net) gekauft und postet nun unter diesem Namen massenweise merkwürdige Dinge. Falls Ihr darüber stolpert – nein, das bin nicht ich. Ich muss mal sehen, ob ich diesen Bot wieder vertreiben kann, die Sache ist ärgerlich und irgendwie auch gruselig.

Und deswegen Comfort Food: Knusprige Kartoffelwedes auf einem scharfen Hackfleischragout, und das dann auch noch  mit Käse gratiniert. Das ist ein  typisch amerikanisches Comfort Food, wobei wohl diskutabel ist, ob die Hackfleischsauce wirklich dazu gehört.

Gut, so ganz stimmt der Rezepttitel nicht: Diese Variante, die ich in einer Zeitschrift gefunden habe, ist ein wenig leichter als der Klassiker – im Ofen gebackene Kartoffelwedges statt frittierte Pommes. Das mag ich – ein Wohlfühlessen, bei dem man danach trotzdem nicht direkt ins Fresskoma fällt.

Im Original werden für das Fleischragout Chilipulver und geräuchertes Paprika verwendet; ich mag gerade rauchige Geschmacksnoten und habe deshalb Ancho-Chili statt Cayennepfeffer benutzt.

Chili Cheese Fries

Comfort Food

Gericht Hauptgang
Länder & Regionen USA
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 6 EL Rapsöl
  • 500 g Rinderhack
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 TL Ancho-Chilipulver
  • 1 TL geräuchertes Paprikapulver
  • 1 Dose stückige Tomaten (400g)
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 100 g Emmentaler
  • ca. 100 g Salat (ich hatte Eichblatt)
  • 2 EL Sauerrahm
  • 1 EL Mayonnaise
  • 1 TL Tomatenketchup
  • 3 EL Condimiento Balsamico

Anleitung

  1. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. 2 EL Öl in einem Topf erhitzen und das Hackfleisch darin krümelig braten. Dann Zwiebel und Knoblauch zugeben und mitbraten. Tomatenmark ebenfalls zugeben und kurz mit anrösten.

  2. Die Gewürze vermischen und die Hälfte der Mischung an die Hackfleischmasse geben. Die Tomaten und 200 ml Wasser angießen, alles salzen und bedeckt 30 min köcheln lassen.

  3. Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Kartoffeln schälen,  der Länge nach je nach Größe in 4 bis 6 Stücke schneiden und in eine Schüssel geben. Die restliche Gewürzmischung mit 2 EL Öl und etwas Salz verrühren, zu den Kartoffel geben und alles gut durchmischen; die Kartoffeln sollen von der Mischung überzogen sein. Kartoffeln auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und in heißen Ofen ca. 30 min backen; die Kartoffeln sollen gegart und goldbraun-knusprig sein.

  4. Nun das Chili auf 4 ofenfeste Portionsförmchen verteilen. Die Kartoffelwedges darüber geben. Den Käse reiben und die Wedges damit bestreuen. Alles nochmals für 5 min in den Ofen schieben, bis der Käse geschmolzen ist.

  5. Den Salat putzen, waschen und trocken schleudern. Für das Dressing den Sauerrahm mit Mayonnaise, Ketchup, Essig und dem letzten Esslöffel Öl vermischen und alles mit Salz und Pfeffer würzen. Dressing über den Salat geben.

  6. Die Chili Cheese Fries mit dem Salat servieren.

Bohnen-Tostadas mit Nopales und Ei

Im Grunde finde ich die mexikanische Küche und auch die Tex-Mex-Küche wirklich spannend, aber ich koche daraus weniger, als ich möchte. Zutatenprobleme. Es gibt ja hier in München an jeder zweiten Ecke einen Asia-Shop, was auch toll ist. Aber mexikanische Lebensmittel sind leider Mangelware. Einen kleinen, sehr netten Laden gibt es – aber der hat in schöner Regelmäßigkeit exakt das, was ich brauche, nicht.

Insofern habe ich große Augen gemacht und Appetit bekommen, als ich bei Erin Alderson dieses Rezept gesehen habe. Aber hey, Nopales? Also Kaktus? Ich hatte meinen Appetit geistig schon ad acta gelegt, da fand ich doch tatsächlich ganz unerwartet eingelegten Kaktus mit Supermarkt um die Ecke. Mitgenommen, Tostadas gemacht.

Solltet Ihr auch, das schmeckt klasse. Im alleräußersten Notfall vielleicht mit Gurke statt Kaktus, das könnte funktionieren.

Man braucht Mais-Tortillas für dieses Rezept. Eigentlich. Ich habe statt dessen mal wieder meine Schummel-Tortillas benutzt, aber so langsam muss ich eine vernünftige Tortilla-Presse auftreiben und mich mal an den wahren Stoff machen.

Bohnen-Toastadas mit Nopales und Ei

Geröstete Tortilla, refried Beans, Kaktus, Ei

Gericht Hauptgericht, vegetarisch
Länder & Regionen Tex Mex
Keyword Tortillas, Nopales
Portionen 3 Portionen

Zutaten

Tortillas

  • 2-3 EL neutrales Öl
  • 4 kleine Maismehltortillas oder 3 größere

Nopales:

  • 1 rote Paprikaschote
  • 1 Glas eingelegter Kaktus
  • 1 EL Limettensaft
  • Salz
  • eine Handvoll Koriandergrün plus etwas zum Servieren

Eier und Bohnen:

  • 2 Eier
  • 2 TL neutrales Öl
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1/2 TL Kreuzkümmel gemahlen
  • Salz
  • 250 g gegarte Kidneybohnen oder Pintobohnen mit Flüssigkeit

Anleitung

  1. Eine Pfanne bei mittlerer Hitze auf den Herd stellen. Einen EL Öl darin erhitzen, eine Tortilla hineingeben und von beiden Seiten knusprig braten. Beiseite stellen. Mit dem restlichen Tortillas ebenso verfahren, dabei, wenn nötig weiteres Öl in die Pfanne geben. 

  2. Paprikaschoten putzen und in Würfel schneiden. Kaktus abtropfen lassen. Koriander zupfen, Blätter und feine Stängel hacken. 

  3. Es sollte noch etwas Öl in der Pfanne sein. Darin Paprika und Kaktus anbraten, bis alles leicht gebräunt ist, dann von der Hitze nehmen, salzen, Limettensaft und Koriandergrün unterheben. In eine Schüssel geben und warm stellen. 

  4. Knoblauch schälen und fein hacken. Etwas Öl in der Pfanne erhitzen. Knoblauch anrösten bis er duftet, dann Bohnen mitsamt der Flüssigekeit und Kreuzkümmel zugeben, alles salzen, dann zum Kochen bringen. Köcheln lassen, bis die Bohnen heiß sind und die Flüssigkeit verdampft ist, dann alles mit einer Gabel zerdrücken.

  5. Jetzt noch die Eier in einer kleinen beschichteten Pfanne als Rührei zubereiten.

  6. Und dann geht es ans Zusammenbauen. Meine Tortillas waren etwas groß, ich habe sie deshalb geviertelt. Kleine kann man auch gut ganz lassen. Jede Tortilla mit etwas Bohnenmasse bestreichen, dann etwas Ei darauf verteilen und schließlich großzügig Nopales-Masse darüber geben. Mit zusätzlichem Koriander bestreuen und gleich servieren. 

Kochbuch: vegan comfort classics | Lauren Toyota

Es wird heute ein wenig exotisch, aber ich erkläre das gerne ;-). Ich mag US-amerikanisches Comfort Food ziemlich gern. Eine Veganerin wird in diesem Leben zwar nicht mehr aus mir. Aber eine neugierige, experimentierfreudige Köchin, die sich nicht gern von Etiketten und Schubladen einschränken lässt, das bin ich schon. Deswegen habe ich auch fröhlich zugesagt, als man mich fragte, ob ich Euch dieses Buch hier vorstellen möchte – amerikanisches Comfort Food, aber vegan interpretiert.

Von der Musik zum Essen

Aber von vorn – wer ist eigentlich diese Lauren Toyota? Ursprünglich ist die Kanadierin in der Musikszene zu Hause, hat unter anderem für Sony und MTV gearbeitet. Sie ist Veganerin und teilt seit 2014 ihre Ideen und Rezepte auf ihrem YouTube-Channel und ihrem Blog “hot for food“. In ihrem ersten Buch hat sie sich vorgenommen, Comfortfood-Rezepte vorzustellen, die typischerweise mit Fleisch hergestellt werden. Die Rezepte sollen vor allem eines: Spaß machen. Und sie möchte, dass man  kein Veganer sein muss, um ihre Rezepte zu lieben. Schauen wir mal nach, ob das gelungen ist ;-).

Fangen wir von außen an: vor mir liegt ein hübsch aufgemachtes Paperback. Das Layout ist schön übersichtlich: im Großen und Ganzen hat jedes Rezept eine Doppelseite bekommen; eine Seite für das Rezept, die gegenüberliegende für das Foto. Bei den Rezepten gibt es am Rand eine Spalte mit Zutaten, die Arbeitsanleitung steht daneben. Jedes Rezept hat ein ganzseitiges Foto bekommen. Hübsch anzusehen sind die Fotos, aber nicht überstylt.

Comfort Food satt – rein pflanzlich

Jetzt zum Inhalt: da gibt es Rezepte für den Brunch, Finger Food, Beilagen und Salate, Suppen, Sandwiches, Pasta, Hauptgerichte , Süßes und ein Kapitel mit Saucen-Rezepten. Die Rezepte orientieren sich an dem, was in den USA und Kanada als Comfort Food gilt und so finden wir Tofu Benny mit Sauce Hollandaise statt Eggs Bénédict, es gibt Waffeln, Lasagnesuppe, ein Filet-O-Tempeh-Sandwich statt eines mit Fisch. Es gibt Pizza mit gefülltem Rand, Bangers and Mash, Zimtschnecken und Tiramisu Trifle. Besonders ausführlich ist das Kapitel mit den Saucen – Sour Cream, Ranch Dressing, Aioli, Bratensauce – es fehlt an nichts.

Selbstgemacht – und frech

Bei diesem Thema ist klar, dass die Rezepte nicht ohne “Ersatzprodukte” auskommen: man braucht einen guten Vorrat an pflanzlicher Milch und Cashewkernen und Hefeflocken, aber auch Tofu hat seinen Platz; selbstgemachten Seitan und Rezepte mit Tempeh gibt es auch. Ich bin kein Fan davon, Fleisch oder Fisch nachzubauen, muss aber sagen, dass Lauren Toyotas Ideen mich trotzdem begeistert haben; ich finde sie weitaus origineller und frecher als das, was man auf diesem Gebiet sonst so antrifft. Es werden keine hochverarbeiteten Ersatzprodukte mit zweifelhaften Inhaltsstoffen verwendet, sondern es wird schlicht alles selbst gemacht. Was ich versucht habe, hat geschmeckt und Spaß gemacht; ich war zum Teil wirklich beeindruckt, wie gut.

Die Rezepte sind ordentlich strukturiert und gut nachzubauen – wenn auch aufgrund der vielen selbstgemachten Komponenten die Zutatenlisten gerne etwas länger sind. Außerdem ist man gut beraten, wenn man einen vernünftigen Mixer hat, sonst wird es manchmal etwas mühsam. Der Verlag dieses englischsprachigen Buches sitzt in den USA – Cup-Maße und Fahrenheit sind also allgegenwärtig, aber das Umrechnen lohnt sich.

Schon mal ausprobiert

Ja, ich habe mit dem Kochen während der Spargelsaison angefangen. Und ich habe zum Einstand ein ganzes Bund davon verdrückt. Einfach nur mit der veganen Hollandaise auf Basis von Mandeln und Pflanzenmilch, die Laura Toyota vorstellt. Die Hollandaise hat wirklich überraschende Ähnlichkeit mit dem Original  – und sie ist extrem schnell und einfach hergestellt.

Wenn ein Rezepttitel mit “loaded” anfängt, dann locken üblicherweise ein paar Kalorien mehr. “Loaded Fries” klingt entsprechend fast schon nach Overkill, aber nein: Die Pommes frites werden im Backofen knusprig gegart. Für die Toppings braucht man ein wenig Vorbereitungszeit: da wäre zunächst der “Speck”: Tofu nimmt ein Bad in Sojasauce, Ahornsirup und Flüssigrauch und wandert dann in den Ofen. Es gibt eine Sour Cream auf der Basis von Cashews (die weißen Tupfer auf dem Foto), die eine gute Konsistenz hat und schön säuerlich schmeckt. Wirklich beeindruckt hat mich aber der “Nacho-Käse”. Ihr kennt die Rezepte, bei denen für diese Sauce Schmelzkäse in Milch geschmolzen wird? Brrrr…. das hier ist tatsächlich besser: Kartoffel, Karotte, etwas Hefeflocken, Pflanzenmilch und einige Gewürze. Die poppige Farbe kommt von Tomatenmark. Die Sauce wird bestimmt Standard bei uns; wobei ich dann möglicherweise auf Kuhmilch zurückgreifen werde.

Fettucine  Alfredo – in der Urversion eine cremige Pasta mit Butter und Parmesan. Beides gibt es hier nicht- die Cremigkeit kommt von eingeweichten, gemixten Cashews und das Aroma von einer zerkleinerten Mischung aus Cashews und Hefeflocken. Pilze und Spinat sind auch noch mit von der Partie. Wir haben das mit Begeisterung weggeputzt.

Brownies – schön feucht und schokoladig. Statt Ei kommt eine Mischung aus gemahlenen Leinsamen und Wasser in den Teig.

Würstchen im Schlafrock – aber nicht mit gekaufter “Wurst” aus der veganen Ecke des Supermarkts, sondern selbst gemacht.  Der Blätterteig ist gekauft; die Füllung besteht aus Bohnen, Pilzen, Kräutern und Gluten. An Würstchen hat das Ganze mich nicht erinnert, aber nette Häppchen sind es trotzdem.

Fazit

 Was mich angeht, hat Lauren Toyota ihr Ziel erreicht – mir macht dieses Buch definitiv Spaß. Es gibt eine Menge kreativer Rezeptideen, die schmecken, unabhängig davon, ob man nun vegan lebt oder nicht. Für mich ist auch spannend, wie sie mit den Zutaten spielt und uns zeigt, was für Möglichkeiten es gibt.

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Ten Speed Press
  • Sprache: Englisch
  • ISBN: 978-0399580147

Kochbuch: Molly’s Kitchen | Molly Yeh

Eigentlich ist Molly Yeh ja Percussionistin. Aufgewachsen ist sie in einem Vorort von Chicago, hat dann in New York studiert und lebt nun mit ihrem Mann auf einer Zuckerrübenfarm im North Dakota. Der Umzug von der Großstadt auf das Land war ein großer Einschnitt, und so begann sie dort, sich sehr stark auf ihren Blog zu fokussieren. Sie fing außerdem an, für andere Websites zu arbeiten und nach und nach wurde der Blog zu einem Vollzeit-Job. Und nun liegt ihr erstes Kochbuch vor mir.

Erster Eindruck

Das Buch ist sehr hübsch aufgemacht; es macht großen Spaß, darin zu blättern. Das liegt zum einen am Layout: das ist von den Schrifttypen und Druckfarben her recht ruhig und klassisch, aber es gibt viele lustige kleine Zeichnungen und Grafiken, die alles auflockern und einem das eine oder andere Kichern entlocken. Und natürlich gibt es auch viele Fotos; nicht nur von den vorgestellten Gerichten, sondern auch vom Leben auf der Farm.

Rezeptideen für jede Lebenslage

Die Rezepte sind unterteilt in Frühstück und Brunch, Hauptgerichte, Snacks und Partyfood sowie Desserts und Kuchen. Und, naja, ich möchte so gut wie alles essen, was da vorgestellt wird. Ich muss unbedingt noch den Schakschuka-Couscous probieren, die Kubaneh mit Kardamom und Orange, die Schnitzelbao mit Sriracha-Mayo oder die frittierten Essiggurken mit Käse. Genau wie die verschiedenen Varianten von Mac and Cheese, die verschiedenen Challahs oder die selbstgemachten Mozartkugeln. Ihr merkt schon, die Rezepte haben eine beachtliche Bandbreite. Molly Yeh hat jüdische und chinesische Wurzeln, und das merkt man den Rezepten immer wieder deutlich an; sie hat keine Scheu davor, Elemente aus beiden Küchen zu vermischen.

Geschichten inklusive

Man findet also viele originelle Rezepte, aber das ist es nicht allein, was dieses Buch zu etwas Besonderem macht. Molly Yeh ist nämlich auch eine begnadete Geschichten-Erzählerin. Immer wieder erzählt sie – von ihrer Kindheit, dem Leben in New York und auf der Farm, und das alles so kurzweilig, lustig und ein bisschen verrückt, dass man das Buch schon alleine um der Geschichten willen lieben muss. Auch zu den Rezepten gibt es immer kleine, persönlich und humorvoll geschriebene Vorworte.

Schon mal ausprobiert:

Fangen wir doch mal mit etwas Süßem an. Ihr verdankt das dem Umstand, dass Rhabarber in der Abokiste war. Malabi gibt es da, aber in einer etwas aufwändigen Version: auf dem Boden der Gläschen befindet sich eine Knusperschicht aus Nüssen, Zucker und Kokosöl, darüber ein mit Rosenwasser und Vanille aromatisierter Pudding auf Kokosmilch-Basis und die oberste Schicht schließlich ist ein Kompott aus ofengeröstetem Rhabarber. Rhabarberkompott gehört zu meinen Kindheits-Traumata, aber so mag sogar ich es.

Ab und zu blitzen Molly Yehs chinesische Wurzeln durch. So wie bei diesem Frühlingszwiebelpfannkuchen, die ja klassisch chinesisches Streetfood sind. Schon lange wollte ich sie machen – und es hat sich gelohnt; sie sind toll und fanden reissenden Absatz. Allerdings habe ich die Flüssigkeitsmenge im Teig deutlich reduziert. Ebenfalls toll: der dazu servierte, mit Sojasauce, Ahornsirup und Reisessig angemachte Karottensalat.

Auf die Spaghetti mit Tomatensauce und Nussbällchen hatte ich mich sehr gefreut, aber leider haben die Bällchen nicht so toll geschmeckt wie erhofft: sie waren sehr hart und trocken. Es wurden Walnüsse und Mandeln als Nussorten vorgeschlagen; ich habe Mandeln verwendet. Ob es daran lag oder ob ich alles zu sehr gemixt habe – ich weiß es nicht. ich werde wohl einen zweiten Versuch starten, dann aber mit Walnüssen.

Molly Yeh benutzt auch gerne mal den Slowcooker. Ich habe das Gulasch ausprobiert, das sie darin macht. Sie hat es auf ihrer Hochzeitsreise in den Alpen gegessen und war so begeistert, dass sie es nachkochen musste. Zum Gulasch gibt es Semmelknödel – ein wenig ungewöhnlich mit Frühlingszwiebeln und Käse darin, das hat uns allen gut gefallen.

Auch die Chatchapuri sind toll – statt verschiedener Käsesorten kommen unter anderem Spinat und Ei hinein – nicht so üppig wie das Original, aber sehr gut.

Es gibt einige Variationen von Mac and Cheese im Buch und eine ist reizvoller als die andere, jedenfalls wenn man, so wie ich, Nudeln in Käsesauce zu schätzen weiß. Es gab Makkaroni mit Brie, Äpfeln und Pancetta, ein bisschen außer Konkurrenz, denn ich habe mir die Sauce von der Küchenmaschine rühren lassen. Aber die Kombination ist einfach eine Wucht!

Fazit:

Fazit: Ihr habt es beim Lesen schon gemerkt – das ist ein tolles Buch. Zum einen wegen der vielseitigen, alltagstauglichen und originellen Rezepte, aber auch wegen der vielen lustigen Geschichten. Zusammen mit den den kleinen Zeichnungen und Grafiken, die überall im Buch verstreut sind, machen sie dieses sehr persönliche Buch mit alltagstauglichen Rezepten zu etwas, das sich angenehm aus der Masse hervorhebt.

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Südwest Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN 978-3517096223
  • 24,99

Mac and Cheese mit Brie, Äpfeln und Pancetta | Werbung

– Enthält Werbung für Krups iPrep&Cook Gourmet –

Pasta mag ich ja sowieso, und Mac and Cheese – ja, geht eigentlich immer. Es muss aber nicht immer das Gleiche sein; bei Molly Yeh zum Beispiel findet man da viele tolle Varianten. (Das zugehörige Buch stelle ich Euch auch noch vor…). Diese hier hat mich  sooo angelacht, und zu Recht: da ist Brie an der Sauce, das macht sie richtig schön zart-schmelzend, die Apfelstückchen passen super und ganz ehrlich – ein Topping aus Nüssen kann ohnehin nicht schaden.

Die Sauce beruht ja auf einer Bechamel, und ich habe sie komplett in der Krups iPrep&Cook Gourmet gemacht – das ist eine weitere Vereinfachung zur Bechamel aus dem Mixer, die ich hier schon mal vorgestellt habe. Jetzt ist es nochmal ein bisschen einfacher – die Zutaten für die Grundsauce werden zusammen unter Rühren erhitzt, dann  kurz der Käse darin geschmolzen. Geht klümpchenfrei und nebenbei und in nur einem Topf, denn ich habe am Ende auch gleich noch die Nudeln und alle anderen Zutaten untergehoben unterheben lassen.

Für 4 Portionen:

  • 250 g kurze Nudeln
  • 30 g Butter
  • 1 Schalotte
  • Salz
  • 1/4 TL Paprika edelsüß
  • 1/4 TL Cayennepfeffer
  • Muskatnuss
  • 1 Prise Piment
  • Pfeffer aus Mühle
  • 40 g Mehl
  • 750 ml Milch
  • 125 g Brie
  • 125 g Gruyère
  • 100 g Pancetta
  • 1 Apfel
  • 75 g Walnusskerne
  • etwas Parmesan am Stück
  • Butter für die Form

Die Pasta nach Packungsanleitung kochen, dabei die Garzeit um eine Minute verkürzen. Abgießen und abtropfen lassen.

Schalotte schälen und vierteln. In die Arbeitsschüssel der Prep&Cook geben, Universalmesser einsetzen  und alles 10  Sekunden bei Geschwindigkeit 12 zerkleinern,

Das Universalmesser durch den Rühraufsatz ersetzen. Ein kleines Stückchen von der Butter zur Schalotte geben, außerdem Salz, Paprika, Cayennepfeffer, Muskat, Piment und Pfeffer. Alles 2 Minuten  bei Geschwindigkeit 4 und 100 °C anrösten, dann die Milch angießen, alles auf Stufe 6  30 Sekunden mixen. Die restliche Butter zugeben, und die Sauce 9 Minuten bei 95°C garen, dabei über Geschwindigkeit  4 immer wieder mal rühren lassen.

Inzwischen Ofen auf 190°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Eine große oder 4 bis 6 kleine Auflaufformen mit Butter ausstreichen.

Den Brie entrinden und in kleine Stücke schneiden. Den Gruyère reiben. Den Pancetta in Streifen schneiden, in einer Pfanne knusprig braten und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Den Apfel vierteln, das Kerngehäuse entfernen und den Rest in kleine Würfel schneiden.

Walnusskerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten, abkühlen lassen und grob hacken.

Wenn die Sauce gegart ist, die Käsesorten zugeben und alles eine Minute auf Stufe 6 rühren lassen, dann die Nudeln und 3/4 der Apfelstücke kurz unterheben.

Die Masse in die vorbereiteten Formen füllen, mit den restlichen Apfelstücken und den Walnüssen belegen und etwas Parmesan darüber reiben. Im heißen Ofen ca. 25 min backen, dann vor dem Servieren 5 min ruhen lassen.

Mokka-Marshmallows

Marshmallows standen schon recht lang auf meiner geistig geführten To-Do-Liste. Das Rezept in Pacific Food* war der Anlaß, sie endlich mal selbst zu machen.

Das Rezept kommt aus Los Angeles. Dort gibt es inzwischen Gourmetshops, in denen handgefertigte Marshmallows in verschiedenen Geschmacksrichtung angeboten werden. Wir brauchen keinen Shop, wir machen die selbst, es ist nicht schwer.

Das Rezept könnt Ihr auch als Grundrezept nehmen – den Kaffee könnt Ihr durch Wasser ersetzen und ein Aroma nach Eurem Wunsch zugeben. Was Ihr aber unbedingt braucht ist ein Thermometer, denn der Zucker muss 125°C erreichen, damit er seine Struktur verändert.

  • 50 g Puderzucker
  • 50 g Maisstärke
  • 25 g Gelatine in Pulverform (kalt löslich)
  • 150 ml Kaffee, kalt
  • 1 Eiweiß
  • 1 Prise Salz
  • Öl für das Backpapier, Thermometer

Stärke und Puderzucker mischen.

Die Gelatine in 65 ml Kaffee quellen lassen. Das Eiweiß mit Salz sehr steif schlagen; eine große Schüssel nehmen oder die Schüssel der Küchenmaschine, denn in das Eiweiß kommt nachher auch die restliche Masse.  Zucker und den restlichen Kaffee auf 125°C erhitzen; das dauert seine Zeit. Von der Hitze nehmen, dann die Gelatinemischung einrühren, bis sie sich aufgelöst hat.

Das Folgende wird im Rezept mit dem Handrührer gemacht – ich empfehle aber, lieber die Küchenmaschine zu nehmen, denn man ist ganz schön lange am Rühren. Die Quirle des Handrührers oder den Schneebesen der Küchenmaschine auf mittlerer Geschwindigkeit laufen lassen und die heiße Zuckerlösung nach und nach in den Eischnee rühren. Dann bei hoher Geschwindigkeit weiterschlagen, bis die Masse kalt ist, dick wird und deutlich an Volumen gewonnen hat. Geschwindigkeit dann langsam reduzieren.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit Öl bepinseln. Etwas von der Puderzuckermischung darauf streuen. Die Marshmallow-Masse ca. 2 cm hoch auf das Backpapier streichen. Bei Zimmertemperatur ca. 24 h fest werden lassen.

Marshmallows in Würfel schneiden – am besten mit einem leicht  geölten Messer – und in der Puderzuckermischung wälzen.

Grüne Bohnen nach Südstaaten-Art aus dem Slowcooker

Zugegeben, Bohnen sehen schöner aus, wenn man sie nur so lange gart, dass sie ihre tolle grüne Farbe noch behalten. Diese hier sehen nicht ganz so frisch aus. Auf dem Food-Foto in Hugh Achesons Slow-Cooker-Buch* sind sie sogar noch viel tarnfarbener.

Aber Optik hin, Optik her – diese Bohnen sind der Hammer. Die werden hier sicherlich noch oft auf dem Tisch stehen. Durch die lange Garzeit verbinden sich die Aromen; die Bohnen selbst schmecken nussig und ein wenig süß. Und die Sauce aus Hühnerbrühe, Essig, etwas Süße, Chiliflocken und Speck ist schlecht genial. Meine Bohnen waren etwas früher fertig als die Hauptmahlzeit, zu der sie serviert werden sollten und ich habe sehr viel genascht.

Das Ganze ist eigentlich eine Beilage, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es das nächste Mal als Hauptmahlzeit hier auf den Tisch kommt; ich bin wirklich hingerissen.

Vier Portionen als Beilage:

  • 400 g grüne Bohnen (Buschbohnen)
  • 50 g Räucherspeck am Stück
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 60 ml Apfelessig
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 2 Zweige Thymian
  • 250 ml Hühnerbrühe
  • 1 EL Honig (original: Zuckerrohrsirup)
  • Salz

Slowcooker 20 min auf “low” vorheizen. Ich habe mir das gespart. Ich habe das Gericht im Instant Pot gekocht und darin auch den Speck angebraten, damit war alles schon genug vorgeheizt.

Bohnen waschen, die Enden abschneiden und die Bohnen trocken tupfen.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken, Speck in feine Würfel schneiden.

Eine Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen und den Speck darin ca 10 min anbraten, bis das meiste Fett ausgetreten ist. Zwiebel und Knoblauch zugeben, noch ca. 5 min weiterbraten, bis alles weich ist, dann Essig und Chiliflocken zugeben. Aufkochen und eine Minute kochen lassen, dann von der Hitze nehmen.

Bohnen in den Einsatz des Slowcookers geben. Speckmischung, Brühe, Thymian und Honig zugeben und alles salzen.

Auf “low” 4 Stunden garen.

Mit Salz abschmecken. Bohnen auf eine Servierplatte geben und mit etwas Sauce anrichten.

Kochbuch: The Chef and The Slowcooker | Hugh Acheson

Ich muss gestehen, dass der Slowcooker in letzter Zeit ein Schattendasein bei mir gefristet hat. Das hat sich nun geändert, und ich bedanke mich dafür bei Hugh Acheson. Hugh Acheson ist in Kanada geboren. Er begann recht früh mit dem Kochen; ein Studium der politischen Philosophie brach er ab, um in italienischen und französischen Restaurants zu arbeiten. Heute lebt er in den USA und betreibt mehrere Restaurants in Georgia. Er tritt außerdem im Fernsehen auf und hat bereits mehrere Kochbücher veröffentlicht, einige davon preisgekrönt.

Der Mann kann übrigens nicht nur kochen, sondern hat auch ein komisches Talent – wenn Ihr mal schauen wollt:

Jetzt aber zum Buch. Ich habe darin geblättert und ob der 70er-Jahre-Optik in der Aufmachung erst mal leicht schmerzvoll die Stirn gerunzelt. Dann habe ich die Einführung gelesen – und zack, Hugh Acheson hatte mich. Er hält da eine ebenso flammende wie lustige Rede für die Benutzung des Slowcookers:

Warum nicht einfach im Schmortopf kochen? Ach, wo fange ich an…diese schönen Töpfe wiegen mehr als ein V-8-Motor und sind in einem normalen Spülbecken schwierig zu säubern. Auf dem Herd die richtige Temperatur, bei der alles nur simmert,  zu finden und zu halten, ist ungefähr so, wie Fermats letzten Satz zu verstehen, und möglicherweise schafft man es gar nicht. Der Slowcooker hat ein Thermostat, das das erledigt. Der Slowcooker muss nicht auf dem Herd stehen, und folglich muss man ihn nicht bewachen um zu verhindern, dass das Haus abbrennt.  Der Slowcooker ist ein Gerät, das Dein Leben produktiver und vergnüglicher macht, in dem es Dir Zeit schenkt, andere Dinge zu tun.

Also los: das Buch beginnt mit eben diesem Vorwort, in dem auch noch ein paar technische Hinweise gegeben werden. Die Rezepte selbst sind unterteilt in Grundrezepte für Brühen und ähnliches, Suppen, Hülsenfrüchte, Gemüse, Schweinefleisch, Hähnchenrezepte und Eier, Gerichte mit Rind, Lamm und Ziege, Fischgerichte und Marmeladen und Chutneys. Ich habe da noch viel, das ich ausprobieren möchte. Die Pho-Brühe zum Beispiel mit der zugehörigen Pho mit Rib-Eye, Hoppin’ John mit Augenbohnen und Reis, Hühnersuppe mit Chili, Kokosmilch und Limette, Tomatenconfit, Shrimp-Pilaw, Pochierte Eier in Romesco-Sauce, und, und, und.

Die Rezepte sind gut aufgebaut und funktionieren. Zu jedem Rezept wird angegeben, für welche Slowcooker-Größe es berechnet ist, wie viele Personen davon satt werden und wie lange die Vorbereitungszeit und Garzeit sind. Was es leider nicht gibt, ist eine alternative Zeitangabe zu den Garstufen, das habe ich ein wenig vermisst. Will sagen, wenn ein Gericht auf “high” gegart wird, gibt es keinen Vorschlag, wie viel länger man es auf “low” garen müsste und umgekehrt. Zu jedem Rezept gibt es auch eine persönlich geschriebene Einführung. Wie erwähnt – Hugh Acheson hat Humor, und so macht auch das Lesen der Rezepte Spaß. Die einen oder andere Pointe ist da eingebaut.

Wir haben es mit einem amerikanischen Buch zu tun – und folglich mit Unzen, Quarts und Cups. Und bei dem einen oder anderen Rezept auch mit schwer erhältlichen Zutaten  – so würde ich nur zu gerne die Tortilla-Suppe machen, aber bislang konnte ich keine hominy grits, also nixtamalisierte Maisgrütze  auftreiben.

Die Rezepte machen richtig Spaß. Gerade bei amerikanischen Slowcooker-Büchern ist es ja leider oft so, dass sie allzu simpel gehalten sind; gerne werden auch mal verschiedene Fertigprodukte zu einer Mahlzeit zusammengeworfen. Nicht so bei Hugh Acheson, er holt das beste aus den Zutaten heraus: die Zutaten werden meist erst mal angebraten, es gibt schöne Beilagen, das fertig gekochte Gericht wird gerne mit Kräutern oder anderen Zutaten aufgewertet. Das bringt es mit sich, dass manche Rezepte ein paar Arbeitsschritte mehr erfordern, aber das lohnt sich.

Noch ein Wort zur Optik: das Rezept-Layout ist klassisch. Auf einer Buchseite das Rezept, auf der gegenüberliegenden Seite ein ganzseitiges Food-Foto. Die Fotos konzentrieren sich ohne großes Drumherum auf das Essen. Zwischendurch ist die Aufmachung dann hin und wieder etwas schräg; da gibt es viele putzige Grafiken mit bunten Slowcookern, die offensichtlich in den 1970ern auf dem Markt waren. In jedem Kapitel gibt es außerdem  ein Foto von Hugh Acheson, wie er einer Beschäftigung nachgeht – Lesen, in der Badewanne liegen…mit im Bild ist auch da jeweils ein originell aussehender Slowcooker. Die Fotos sind etwas gewöhnungsbedürftig, vermitteln aber eine Botschaft: Nutzt den Slowcooker, dann habt Ihr mehr Zeit für anderes.

Ich habe mich erst mal über das Kapitel mit den Brühen hergemacht. Hühnerbrühe im Slowcooker, das ist ja nichts Neues. Aber da gibt es eine dunkle Hühnerbrühe, die habe ich ausprobiert. Für die Brühe wird das Huhn zerlegt und erst mal gründlich angebraten. Das gibt einerseits ordentlich Aroma. Gleichzeitig wird aber das ausgetretene Fett abgegossen, und man hat gleich eine weniger fette Brühe. Ein zusätzlicher Geschmackskick wird durch Tomatenmark erreicht.

Das in Kimchi geschmorte Hühnchen ist klasse – die Hühnchenteile werden gebraten, dann in Hühnerbrühe und Kimchi 4 Stunden auf “low” geschmort. Das Ergebnis ist saftiges Hähnchenfleisch in einer Sauce mit ordentlich Pep.

Die Bohnen auf Südstaaten-Art werden in einer Mischung aus Hühnerbrühe und Essig gegart. Dazu gesellen sich ausserdem gebratener Speck, Chiliflocken und Thymian. Sie werden dabei etwas tarnfarben – schmecken aber fantastisch.

Linsensuppe – Gemüse braten, Gemüsebrühe erwärmen, drei Stunden auf High garen. Dann Grünkohl braten und zur Suppe geben, alles ebenso einfach wie fein.

Fleischbällchen gehen immer, jedenfalls bei uns.Und diese hier in einer würzigen Tomatensauce, sind eine besonders feine Sache. Wunderbar fluffig sind sie dank Ricotta in der Bällchenmasse.

Fazit: wer einen Slowcooker hat, des Englischen mächtig ist und spannende Rezeptideen sucht, der wird dieses Buch mögen. Es ist eine Fundgrube an Rezepten und Ideen, die Spaß machen. Hugh Acheson holt das Beste aus dem Slowcooker heraus und hat den einen oder anderen Tipp auf Lager.

Euer Buchhändler bestellt das Buch gerne für Euch. Alternativen wären amazon* oder bücher.de

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Clarkson Potter
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-13: 978-0451498540

Kochbuch: Dinner in an Instant | Melissa Clark

Vor einiger Zeit ist hier ein Instant Pot eingezogen. Das ist ein, sagen wir mal, Multifunktionskocher: er ersetzt Schnellkochtopf und Slowcooker und Joghurt machen kann er auch. Es gibt Automatikprogramme für Dinge wie Suppe oder Reis, man kann alles aber auch manuell regeln  und eine Anbratstufe hat er auch. Bei mir ist er erst mal hauptsächlich deswegen eingezogen, weil ich endlich wieder Platz in der Speisekammer haben wollte: zwei Slowcooker habe ich weggeben, ein Dampfkochtopfset und auch das Joghurtgerät. Im Gegensatz zum Schnellkochtopf, den ich mich immer überwinden musste zu benutzen, nutze ich den Instant Pot regelmäßig. Das liegt daran, dass bei der Schnellkochfunktion der Druck elektronisch geregelt wird – es zischt nichts, es muss nichts reguliert werden. Der Topf kocht still vor sich hin. Und wenn ich still sage, meine ich still.

Ich sage Instant Pot, weil hier so einer wohnt und weil es der bekannteste Multikocher ist; inzwischen gibt es da aber eine breite Auswahl verschiedener Hersteller.

Wer noch mehr wissen will: Gabi hat den Wundertopf hier einem Test unterzogen. Das deckt sich auch ganz gut mit meinen Erfahrungen, allerdings mit einem Unterschied: bei meinem Gerät gibt es an der Gebrauchsanleitung absolut nichts auszusetzen, die ist ebenso verständlich wie ausführlich. Da hat man wohl inzwischen etwas nachgearbeitet….

Der Instant Pot kommt ursprünglich aus Kanada und ist in den USA und Großbritannien gerade die ganz große Nummer. Natürlich gibt es auch unzählige Kochbücher, die sich mit dem Wundertopf befassen. Und natürlich sind auch viele Bücher dabei, denen es nur um Bequemlichkeit und Geschwindigkeit geht – da werden schon mal eine Menge Convenience-Produkte zu einer schnellen Mahlzeit verarbeitet.

Nicht so bei Melissa Clark: die Kochbuchautorin mit eigener Kolumne bei der New York Times hat sich einen Instant Pot gekauft, um den Hype zu ergründen. Sie wollte ausprobieren, was man mit dem Gerät machen kann – und war schlussendlich begeistert. Sie ist eine anspruchsvolle Köchin, und entsprechend geht es in dem Buch nicht darum, was man im Instant Pot alles machen kann. Es geht darum, was man darin machen sollte, weil es in dem Gerät schneller geht oder einfacher oder weil es schlicht und ergreifend besser schmeckt.

Das Buch beginnt mit einer kurzen technischen Einführung und Tipps für den Umgang mit dem Multikocher; dann geht es auch schon an die Rezepte. 75 Stück gibt es, unterteilt in die Kapitel Joghurt, Käse und Eier, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, Getreide und Pasta, Bohnen, Suppen, Gemüse und Süßes. Das ist eines der Bücher, in denen ich unzählige Rezepte mit Klebezetteln markiert habe: ich möchte die Shakshouka ausprobieren, die in Tamarinde geschmorten Rippchen, das Coq au vin in Rosé, den persischen Reis mit Kruste, die Linsen mit Würstchen, die klassische Zwiebelsuppe, und ach, fast alles.

Die Rezepte sind übersichtlich strukturiert und funktionieren ohne Wenn und Aber. Zu jedem Rezept gibt es einige einführende Worte, was ich sehr mag. Alles ist auf die Schnellkochfunktion des Gerätes ausgelegt. Wenn es möglich ist, das Rezept im Slowcooker zuzubereiten, dann wird das in einer Anmerkung erwähnt und erklärt, wie man es machen soll. Wir haben es mit einem US-amerikanischen Buch zu tun, das bedeutet, es wird in quarts, cups und pounds gemessen; aber das Umrechnen ist ja kein Problem. Und: natürlich kann man alle Rezepte auch in einem normalen Schnellkochtopf zubereiten. Allerdings sind die Garzeiten dann ein wenig kürzer, denn der Instant Pot arbeitet mit etwas weniger Druck als herkömmliche Schnellkochtöpfe.

Noch ein Wort zur Optik: das Layout ist schön klar, hell und aufgeräumt. Nicht jedes Rezept hat ein Foto, aber die Bilder, die es gibt, sind ohne großes Drumherum hübsch und aussagekräftig. Die Rezepte kommen in Spalten daher: links fett gedruckt die Zutatenlisten, daneben die Arbeitsanleitung. Anmerkungen für den Slowcooker sind mit einem kleinen Topf-Icon markiert.

Mac and Cheese in der cremigen Variante, als One-Pot-Pasta aus dem Schnellkochtopf? Ich gebe zu, ich war misstrauisch. Die Nudeln werden in einer Mischung aus Milch, Sahne und Frischkäse gegart; nach Ablauf der Garzeit wird noch rasch der geriebene Käse eingerührt. Funktioniert – und schmeckt.

ich hatte noch viel Lachs in der Tiefkühle – daraus wurde der vietnamesische Karamell-Lachs. Dafür werden Lachsfilets in einer Sauce aus braunem Zucker, Fischsauce, Sojasauce und Limettensaft gegart. Kochzeit eine Minute – für uns hätte es etwas kürzer sein dürfen; wir mögen den Fisch etwas glasig.

Das japanische Rindfleischcurry ist etwas aufwändiger – man muss immer wieder mal Dampf ablassen und ein paar Zutaten zufügen – was man spart ist die Zeit, die das Fleisch herkömmlicherweise zum Schmoren braucht. Genau das ist aber auch, was ich an dem Buch mag. Es geht nicht nur darum, möglichst rasch etwas zusammenzuschustern.  Die Vorteile des Instant Pot werden genutzt, aber es geht darum, etwas Tolles auf den Tisch zu bringen.

Auch die Hühnersuppe mit Klösschen dauert ihre Zeit und erfordert ein paar Arbeitsschritte. Dafür gibt es dann einen aromatischen Eintopf mit fluffigen Klösschen. Ich war überrascht, dass die kleinen Klösschen aus Mehl, Butter, Milch und Backpulver tatsächlich 10 min unter Druck gegart werden müssen – aber sie waren genau richtig.

Risotto – das gehörte zu den Dingen, bei denen ich etwas misstrauisch war. Das Safran-Risotto ging wirklich fix und war in Ordnung – aber ich finde, auf dem Herd mit ab und mal umrühren ist die Konsistenz dann doch besser.

Fazit: das ist kein durchschnittliches Buch für den Schnellkochtopf, sondern eines, das das Beste aus dem Gerät herausholt. Die Rezepte sind etwas Besonderes und machen richtig  Spaß. Wer einen Schnellkochtopf hat, der sollte auch das Buch haben. Mich hat das Buch zum Melissa-Clark-Fan gemacht;  dies ist bestimmt nicht mein letztes Buch von ihr.

Euer Buchhändler bestellt das Buch bestimmt gern für Euch. Bücher.de oder amazon* haben es vorrätig.

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Clarkson Potter 
  • Sprache: Englisch
  • ISBN: 978-1524762964