Eintopf-Enchiladas

Ich gebe es ja zu, ich wollte unbedingt diese Enchiladas aus Hugh Fearnley-Whittingstalls Resteküche* machen. Aber wie das so ist, es wollte partout kein Eintopf übrig blieben. Einmal hatten wir ein Chili, eine sehr üppige Portion. Ich freute mich schon diebisch auf die zu erwartenden Reste und die Enchiladas – und zack, hatte mein Sohn alles weggemampft. Pubertierende Jungs sind ganz erstaunlich gute Nahrungsvernichter. Ich mache so oft in froher Erwartung den Kühlschrank auf und finde …. nichts. Zumindest nicht das, was ich erwartet habe.

Reste gekochter Mahlzeiten sind bei uns also eher selten; aber neulich blieb tatsächlich Bolognese übrig. Und auch Nudeln. Aus den Nudeln habe ich eine Pasta-Tortilla gemacht, und die Bolognese ist in den ersehnten Enchiladas gelandet. Und die sind so empfehlenswert, für die kann man auch mal ein wenig mehr kochen und Reste einplanen.

Was Ihr braucht, ist ein Rest Eintopf, gerne auch gemischt mit Hülsenfrüchten. Hühnerfrikasee oder Gulasch sind willkommen. Wer ein vegetarisches Gericht haben möchte, kann auch Reste von gegartem Gemüse verwenden. Bratkartoffeln, gemischt mit Spinat, sind auch prima.

Man braucht außerdem Tortillas – aber eher nicht die Weizenwraps, die es im Supermarkt gibt. Ihr könnt Maistortillas verwenden, oder Ihr macht es wie ich und macht Schummeltortillas nach diesem Rezept.


Für 4 Portionen:

  • Maistortillas – 3 bis 4 große oder 6 bis 8 kleine
  • 400 bis 500 g Eintopf, gerne mit Hülssenfrüchten
  • 150 g würziger Hartkäse, frisch gerieben

Tomatensauce:

  • 1 EL Rapsöl
  • 1 Zwiebel
  • 2 Chilischoten
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1/2 TL gemahlener Koriander
  • 200 g Maiskörner
  • 400 g Tomaten aus der Dose
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Garnitur:

  • Sauerrahm
  • Frühlingszwiebeln

Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Auflaufform mit Öl einpinseln.

Für die Tomatensauce Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Chilischoten putzen und ebenfalls hacken.

Etwas Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebel mit einer ordentlichen Prise Salz bei mittlerer Hitze braten, bis sie weich ist. Chili, Knoblauch und die Gewürze zugeben, alles unter Rühren kurz braten, dann Tomaten und Maiskörner zugeben. Salzen, dann 10 min köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Tortillas im Ofen oder der Mikrowelle aufwärmen, damit sie weich werden.

Nun die Hälfte der Tomatensauce in der Auflaufform verteilen.

Jeweils einen Teil des Eintopfs in die Mitte einer Tortilla geben, alles aufrollen und mit der Nahtseite nach unten in die Form legen. Alles mit der restlichen Tomatensauce übergießen und mit dem geriebenen Käse bestreuen.

Im heißen Ofen ca. 25 bis 30 min backen, bis die Sauce blubbert und der Käse geschmolzen und appetitlich gebräunt ist.

Zum Servieren mit Sauerrahm und in Röllchen geschnittenen Frühlingszwiebeln garnieren.


Bohnen-Tostadas mit Nopales und Ei

Im Grunde finde ich die mexikanische Küche und auch die Tex-Mex-Küche wirklich spannend, aber ich koche daraus weniger, als ich möchte. Zutatenprobleme. Es gibt ja hier in München an jeder zweiten Ecke einen Asia-Shop, was auch toll ist. Aber mexikanische Lebensmittel sind leider Mangelware. Einen kleinen, sehr netten Laden gibt es – aber der hat in schöner Regelmäßigkeit exakt das, was ich brauche, nicht.

Insofern habe ich große Augen gemacht und Appetit bekommen, als ich bei Erin Alderson dieses Rezept gesehen habe. Aber hey, Nopales? Also Kaktus? Ich hatte meinen Appetit geistig schon ad acta gelegt, da fand ich doch tatsächlich ganz unerwartet eingelegten Kaktus mit Supermarkt um die Ecke. Mitgenommen, Tostadas gemacht.

Solltet Ihr auch, das schmeckt klasse. Im alleräußersten Notfall vielleicht mit Gurke statt Kaktus, das könnte funktionieren.

Man braucht Mais-Tortillas für dieses Rezept. Eigentlich. Ich habe statt dessen mal wieder meine Schummel-Tortillas benutzt, aber so langsam muss ich eine vernünftige Tortilla-Presse auftreiben und mich mal an den wahren Stoff machen.

Für 3 Portionen:

Tortillas:

  • 2-3 EL neutrales Öl
  • 4 kleine Maismehltortillas oder 3 große

Nopales:

  • 1 rote Paprikaschote
  • 1 Glas eingelegter Kaktus
  • 1 EL Limettensaft
  • Salz
  • eine Handvoll Koriandergrün, plus etwas zum Servieren

Eier und Bohnen:

  • 2 Eier
  • 2 TL neutrales Öl
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • Salz
  • 250 g gegarte Kidneybohnen oder Pintobohnen mit Kochflüssigkeit

Eine Pfanne bei mittlerer Hitze auf den Herd stellen. Einen EL Öl darin erhitzen, eine Tortilla hineingeben und von beiden Seiten knusprig braten. Beiseite stellen. Mit dem restlichen Tortillas ebenso verfahren, dabei, wenn nötig weiteres Öl in die Pfanne geben.

Paprikaschoten putzen und in Würfel schneiden. Kaktus abtropfen lassen. Koriander zupfen, Blätter und feine Stängel hacken.

Es sollte noch etwas Öl in der Pfanne sein. Darin Paprika und Kaktus anbraten, bis alles leicht gebräunt ist, dann von der Hitze nehmen, salzen, Limettensaft und Koriandergrün unterheben. In eine Schüssel geben und warm stellen.

Knoblauch schälen und fein hacken. Etwas Öl in der Pfanne erhitzen. Knoblauch anrösten bis er duftet, dann Bohnen mitsamt der Flüssigekeit und Kreuzkümmel zugeben, alles salzen, dann zum Kochen bringen. Köcheln lassen, bis die Bohnen heiß sind und die Flüssigkeit verdampft ist, dann alles mit einer Gabel zerdrücken.

Jetzt noch die Eier in einer kleinen beschichteten Pfanne als Rührei zubereiten.

Und dann geht es ans Zusammenbauen. Meine Tortillas waren etwas groß, ich habe sie deshalb geviertelt. Kleine kann man auch gut ganz lassen. Jede Tortilla mit etwas Bohnenmasse bestreichen, dann etwas Ei darauf verteilen und schließlich großzügig Nopales-Masse darüber geben. Mit zusätzlichem Koriander bestreuen und gleich servieren.