Sautiertes Hähnchen mit Käse und Milch

So langsam fange ich mal an, Euch Gerichte zu zeigen, die bei uns immer wieder mal auf dem Tisch stehen, das gibt es nämlich auch. Ich probiere zwar leidenschaftlich gern und auch dauernd Neues aus, aber manchmal habe ich dann doch keine Lust auf Experimente und mache aus den eingekauften Zutaten etwas Bewährtes. Viele dieser Gerichten kommen ursprünglich aus der Feder von Tessa Kiros*; so auch dieses hier.

Das Hühnchen war gekauft und hätte eigentlich einen arbeitsintensiven Taco-Rezept landen sollen, aber dann hat mich der Kampfgeist verlassen und ich habe mich an dieses bewährte Rezept erinnert. Und zwar auch deshalb, weil ich doch den Kühlschrank voller Käse habe – ich habe nämlich neulich bei Evchens Blogevent ein großes Paket Käse gewonnen, ein ein winziger Bruchteil davon steckt in diesem Gericht. Danke, Evchen, du hast unser Abendessen gerettet. Und noch einige andere Mahlzeiten….

Das ist ein einfaches Gericht, das immer wieder gut ankommt: Hühnchenbrust wird geteilt und geklopft, dann nur kurz in der Pfanne gebraten, anschließend in Milch fertig gegart und mit etwas Käse belegt. Ich habe Kartoffelwedges aus dem Ofen dazu serviert und glasierte Karotten. Ich könnte mir aber auch Kartoffelpüree vorstellen, etwas sautierten Brokkoli….

Sautiertes Hähnchen mit Käse und Milch

In Milch gegarte Hähnchenbrust mit Käse

Gericht Hauptgericht
Länder & Regionen alle
Keyword Käse
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 2 kleine Hähnchenbrustfilets
  • ca. 3 EL Mehl zum Bestäuben
  • 2 EL Olivenöl
  • 4 Scheiben gut schmelzender Käse, groß und dünn z.b. Raclette, Gruèyere oder Appenzeller
  • 125 ml Milch
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung

  1. Die Hähnchenbrüste waagrecht halbieren, so dass man insgesamt 4 dünne Schnitzel erhält. Frischhaltefolie darauf legen und das Fleisch mit einem Fleischklopfer gleichmäßig dünn klopfen. Anschließend von beiden Seiten mit Mehl bestäuben.

  2. Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Das Fleisch darin braten, bis es an der Unterseite appetitlich gebräunt ist. Wenden, die gegarten Seiten salzen. Milch angießen und auf jedes Schnitzel eine Scheibe Käse legen. Deckel auflegen und alles garen, bis der Käse geschmolzen ist.

  3. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und heiß servieren.

Inspiration:

Kochbuch: Von der Provence nach Pondicherry | Tessa Kiros

Tessa Kiros wurde in London geboren. Ihre Mutter kommt aus Finnland, der Vater aus dem griechischen Teil von Zypern – eine spannende Mischung. Als Tessa vier Jahre alt war, übersiedelte die Familie nach Südafrika. Nach der Schule begann sie, durch die Welt zu reisen und dabei in den verschiedensten Restaurants zu arbeiten; nebenbei schloß sie ein Fernstudium in Anthropologie und Soziologie ab. Heute ist sie mit einem Italiener verheiratet, lebt in der Toskana und widmet sich außer ihrer Familie ihren Leidenschaften – Kochen und Reisen. Bisher hat Tessa Kiros 10 Kochbücher veröffentlicht, dieses hier ist ihr Neustes.

Von Frankreich in die Welt

Tessa Kiros nimmt uns mit auf eine Reise, die von der Provence über Guadeloupe, Vietnam, Pondicherry und La Réunion schließlich wieder in die französische Normandie führt. Ihr habt es gemerkt – es geht um Frankreich und um seine ehemaligen Kolonialgebiete. Provence und Normandie waren die Ausgangspunkte der Seefahrt und auch alle gewählten Orte sind mit dem Schiff erreichbar.

Jedem Land bzw. jeder Region ist ein Kapitel gewidmet. Das beginnt mit so etwas wie einer gezeichneten Landkarte als Titelblatt, in der außerdem ein paar markante Eckpunkte aufgeschrieben sind – verschiedene Namen für die Region, an welchem Meer die Gegend liegt, Sprache, typische Produkte….Immer gibt es auch einen kleine Einführung in die Geschichte und Gewohnheiten der Region, und natürlich bekommt Tessa Kiros auch immer die Kurve und erzählt uns, wo genau denn der französische Einfluss sich bemerkbar macht.

Rezepte: Klassiker und Neuentdeckungen

Für jede Region gibt es bekannte, klassische Rezepte, aber auch welche, die man nicht so gut kennt. Wir bekommen in der Provence zum Beispiel Knoblauchhähnchen und Mangoldgratin, auf Guadeloupe Schweinefleisch-Ragout mit Yams und Gungobohnen oder kreolisches Ratatouille. In Vietnam warten Miesmuscheln mit Limette, Chili, Zitronengras und Kokos ebenso wie Bun cha, in Pondicherry essen wir Tomaten-Rasam oder ein mildes Fischcurry. La Réunion wartet auf mit Kartoffelpüree mit Bourbon-Vanille oder Wurst-Rougail und in der Normandie finden wir Cidre-Butter-Sauce oder Cidre-Sorbet mit Karamellsauce. Immer gibt es auch einige Grundrezepte für Würzmischungen oder Saucen, die man für die weiteren Rezepte benötigt.

Rezepte mit Geschichte

Das ist ein sehr persönliches Buch mit einem interessierten, liebevollen Blick auf die besuchten Regionen, ihre Menschen und ihre Lebensart. Tessa Kiros hat bei ihren Reisen den Menschen beim Kochen über die Schulter geschaut und sich die Rezepte geben lassen. Zu jedem Rezept gibt es auch einige einführende Worte, die oft nicht nur über Rezept und Zutaten erzählen, sondern auch über die Person, die es gestiftet hat, oder über den kulturellen Zusammenhang, in dem es steht. Das macht für mich das Besondere an diesem Buch aus –  Rezepte finde ich im Internet zuhauf, aber persönliche Geschichten nicht.

Die Rezepte stammen allesamt aus der jeweiligen Familienküche, sind also nicht so kompliziert und gut nachkochbar. Eine Grenze bilden einige der verwendeten Zutaten – grade bei La Réunion und Guadeloupe bin ich da manchmal ein wenig ins Grübeln gekommen.

Ich bin ja jemand, der ein gutes Register sehr zu schätzen weiß – und dieses Buch hat eines, geordnet nach Zutaten und und Gerichten. Man findet, was man sucht.

Romantik inklusive

Es geht um Essen, und es geht um die Menschen, die dahinterstehen. Da passen die wunderschönen, atmosphärischen Fotos von Manos Chatzikonstantis gut hinein. Sie sind hübsch, aber nicht aufgehübscht und nehmen einen mit in die entsprechende Region. Auch das Layout des Buches ist hübsch, ein wenig verspielt, man denkt ein bisschen an ein Tagebuch oder eine Reise-Kladde. Aber das passt ja zum Thema und übersichtlich ist es trotzdem.

Schon mal ausprobiert

Ich habe ein bisschen mehr gekocht, denn ich wollte aus jedem Kapitel ein Gericht ausprobieren.

Ich liebe ja Artischocken, da ist klar, dass ich die gefüllten Artischocken, ein Rezept aus der Provence, ausprobieren musste. Aber das Rezept und ich, wir wurden keine Freunde. Die Artischocken werden in einer Sauce aus Zwiebeln, Speck und Weißwein gegart, am Ende kommt noch Salat dazu. Füllung konnte ich keine finden im Rezept und habe deshalb einige der festen Saucenbestandteile zusammen mit dem Salat, der am Ende noch mitgegart wird, in die Artischocken gegeben. Aber irgendwie schmeckte das Ganze am Ende etwas langweilig.

Keine Enttäuschung war das Auberginen-Curry aus Pondicherry. Die Auberginen werden mit einer Menge Schalotten, einer Masala-Mischung, Ingwer und Knoblauch gebraten, dazu gesellen sich Tomaten und Tamarinde. Im Original auch noch Moringa-Schoten (Drumsticks). Ich habe leider keine bekommen und statt dessen auf Flügelbohnen zurückgegriffen. Am Ende kommt noch ein Würzöl über das Ganze und man bekommt ein Gericht mit zarten Auberginen, leichter Schärfe und Säure – perfekt.

Das Rezept  für die Fischsuppe kommt aus Guadeloupe. Dafür wird Snapper in einer würzigen Brühe pochiert und dann filetiert. Die rote Farbe kommt von einer mit Annato-Samen und Paprika aromatisierten Butter.

Die würzigen Bohnenküchlein aus Martinique haben in der Herstellung gewisse Ähnlichkeit mit Falafel: eingeweichte Bohnen werden gemixt und die Masse wird hinterher ausgebraten. Die Würzung ist aber eine ganz andere: Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriandergrün und Petersilie sowie frische Chilischote  – so machen sie ihrem Namen alle Ehre.

Weiter geht es in die Normandie. Da fallen uns erst mal Milch, Butter und Käse ein – und so gibt es ein einfaches Hähnchenschnitzel mit einer Camembert-Sauce. Für das Schnitzel werden Hähnchenbrustfilets geschnitten, geklopft und paniert und die Sauce besteht im Wesentlichen aus Camembert und Sahne. Zusammen mit einem Salat und Kartoffeln ein schönes Alltagsessen.

Das in Rotwein geschmorte Rinderragout aus Vietnam ist richtiges Fusion-Food, und ein Knaller.  Rind, Rotwein, Kartoffeln und Karotten vertragen sich bestens mit den verwendeten Gewürzen wie Sternanis, Fischsauce, Ingwer, Sichuan-Pfeffer und Cassia, und  dank einer vorhergehenden Marinierzeit ist das Fleisch wunderbar zart und aromatisch.

Fazit

Tessa Kiros ist eine Geschichtenerzählerin. Ich oute mich als Fan, ich habe viele ihrer Bücher und ich nutze sie dauernd. Und zwar genau deswegen – es gibt Rezepte, sie sind authentisch, sie passen in unseren Alltag. Aber sie sind auch liebevoll erzählt; immer gibt es auch eine Geschichte hinter dem Rezept.

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Gerstenberg Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3836921411
  • 34,00

Mango-Hühnchen

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Es ist ja noch immer relativ unwirtlich draußen. Der Schnee liegt noch, aber langsam geht die Pracht in ein schmutziges Grau über. Da tut es gut, sich ein wenig Urlaubsstimmung auf den Teller zu bringen. Sowie dieses Hühnchen, das eigentlich aus La Réunion kommt. Das Rezept ist von Tessa Kiros*…sie hat es auf einer ihrer vielen Reisen gefunden.

Gewürzt mit Ingwer, Nelken und Chili, dazu eine Sauce auf der Basis von Tomaten und Mango….da scheint jedenfalls auf den Teller die Sonne.

Für den Fall, dass ihr keine aromatische frische Mango bekommt: es gibt auch Tiefkühlware in guter Qualität. Tomaten haben ja gerade auch nicht Saison – da hilft gute Dosenware sehr weiter.

Es ist kein Fehler, Basmatireis zu diesem Hühnchen zu reichen. Etwas grünes Blattgemüse kann auch nicht schaden :-).

mango-chicken

Für 4 Personen:

  • 1 Hühnchen, in 8 Teile geteilt
  • 3 EL neutrales Öl
  • 1 große Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 6 cm frischer Ingwer
  • 2 Chilischoten
  • Muskatnuss
  • 1 Nelke
  • 3 Tomaten; ich hatte geschälte Dosenware
  • 1 reife Mango
  • einige Zweige Koriandergrün

Zwiebel, Knoblauch und Ingwer schälen und fein hacken. Chilis ebenfalls fein hacken.

Das Öl in einer weiten Pfanne erhitzen. Das Hühnchen hineingeben und von allen Seiten goldbraun anbraten. Gegen Ende die Zwiebel zugeben und ebenfalls goldbraun braten.

Chili, Knoblauch und Ingwer im Mörser zerstoßen. Zum Hühnchen in die Pfanne geben. Das Hühnchen von beiden Seiten mit Salz und Pfeffer würzen und eine schöne Dosis Muskat darüber reiben.  Nelken mörsern und ebenfalls in die Pfanne geben. Tomaten grob hacken und zum Hühnchen geben, alles durchrühren, damit die Tomaten auf dem Boden der Pfanne zu liegen kommen. Einen Deckel auflegen und alles bei geringer Hitze 30 min schmurgeln lassen.

Inzwischen die Mango schälen, das Fruchtfleisch vom Kern schneiden und würfeln, dann zum Hühnchen in die Pfanne geben. Weitere 15 min köcheln lassen.

Koriandergrün zupfen und grob hacken.

Hühnchen mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Koriandergrün bestreut auf den Tisch bringen.

 

Hühnchen-Kroketten

hühnchen-kroketten

Hühnersuppe gehört zu den Küchenstandards – und bestimmt nicht nur bei mir. Manchmal koche ich daraus einen Eintopf oder etwas anderes, wofür ich das ganze Huhn brauche. Manchmal möchte ich auch nur Brühe haben…..und was ist dann mit dem Fleisch?

Kroketten! Auch ein Suppenhuhn, das, wenn es schlecht läuft, nicht wirklich ein Genuss ist, verwandet sich in diesen Kroketten in eine feine Mahlzeit.  Das Rezept läßt sich abwandeln….ein paar fein gehackte Gemüsereste lassen sich sicherlich auch noch in die Krokettenmasse schmuggeln. Ich habe es diesmal einfach gehalten und die Kroketten mit Reis und knackig gegarten Ingwer-Karotten serviert. Die Reste haben am Nachmittag mein Sohn und sein mitgebrachter Besuch mit Begeisterung vertilgt – das Essen in der Schulkantine scheint nicht so der Brüller zu sein……

Für 4 Personen:

  • 1 gekochtes Suppenhuhn
  • etwas Butter
  • 1 Schalotte
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Tomate
  • 1 EL Mehl
  • 250 ml Hühnerbrühe
  • 1 Ei
  • Semmelbrösel zum Panieren (ich hatte Panko)

Olivenöl zum Braten

Zunächst das Fleisch von den Knochen des Suppenhuhns lösen, Haut und Knorpel entfernen. Das Fleisch fein hacken und in eine Schüssel geben.

Die Schalotte und die Knoblauchzehe schälen und fein hacken. Butter in einem kleinen Topf schmelzen; Schalotte und Knoblauch darin glasig dünsten. Tomate schälen, würfeln und mit in den Topf geben. Alles kurz einkochen lassen, mit Mehl bestäuben und  unter Rühren anrösten. Dann die Hühnerbrühe angießen, unter Rühren kochen, bis die Masse etwas andickt. Vom Herd nehmen und ein wenig abühlen lassen. Dann die Masse zum Huhn geben, das Ei einarbeiten und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Masse mindestens 30 min in den Kühlschrank stellen, damit sie etwas fester wird und sich besser formen lässt.

Mit einem Esslöffel etwa hühnereigroße Portionen abstechen, zu Kroketten formen und in den Semmelbröseln wälzen. Vorsichtig arbeiten, die Masse ist recht weich. Olivenöl in einer großen Pfanne (beschichtet wäre in diesem Fall gut) erhitzen und die Kroketten, wenn nötig portionsweise rundherum goldbraun ausbraten.

Rezept adaptiert aus: Tessa Kiros, Familienrezepte

Mariniertes und gebratenes Hendl für die Frau Neudecker

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Hendl wünscht sie sich, die Frau Neudecker. Und Karin von Food for Angels and Devils möchte ihr gerne ganz viele schenken. Angeblich braucht die Frau Neudecker außerdem dringend Tipps, weil ihr Hühnchen immer staubtrocken geraten. Ich habe manchmal den leisen Verdacht, dass das gar nicht stimmt. Ich argwöhne, dass sie in Wahrheit eine begnadete Köchin ist und selbst komplexeste Zubereitungen aus dem Ärmel schüttelt. Die Katastrophen-Berichte liefert bestimmt nur ab, um uns alle zu erfreuen.

Aber egal, weil sowohl der Blog der Frau Neudecker als auch ihr neues Buch* mir so manchen trüben Tag erhellt haben, spendiere ich ihr natürlich ein Hendl. Und noch dazu ein idiotensicheres. Für dieses Gericht, dass hier oft auf dem Tisch steht, werden die Hühnchenteile vor dem Braten ausgiebig in Buttermilch mariniert. Das sorgt dafür, dass sie ganz zart werden und beim Braten auf jeden Fall saftig bleiben. Außen knusprig – innen mürbe und saftig – was will man mehr.

Das Rezept ist recht einfach und grundlegend – es bleibt Raum genug für Variationen bei der Würzung. Die Frau Neudecker möchte ja eigentlich auch noch Tipps haben, woran man erkennt, dass ein Hendl zwar gar, aber noch nicht staubtrocken ist. Ich tue mich da schwer, ich gestehe…..bei Hendl arbeite ich immer nach Gefühl. Aber bei diesem Rezept braucht man auch keine Tipps – das Huhn hat dank der Marinade gar nicht die Chance, trocken zu werden.

  • 1 Hühnchen, in 10 Teile geteilt (oder 1 kg Hühnerschenkel, im Gelenk geteilt)
  • 2 Zehen Knoblauch, geschält und angedrückt
  • 2 Zweige Rosmarin, Nadeln abgezupft und grob gehackt
  • 500 gr Buttermilch (also 1 Becher)
  • ca. 125 gr. Mehl
  • 2 TL Paprika edelsüß
  • Olivenöl zum Ausbacken
  • Zitronenschnitze zum Anrichten

Die Hühnchenstücke in eine große Schüssel geben. Knoblauch und Rosmarin zufügen, 1 TL Salz darüberstreuen und die Buttermilch angießen. Alles ordentlich durchmischen, so dass das Hühnchen von der Buttermilch überzogen ist. Schüssel abdecken und in den Kühlschrank stellen. Das Hühnchen bleibt da mindestens 12 Stunden, gerne aber auch einen Tag. Je länger es durchzieht, desto zarter wird das Fleisch.

Wenn man das Hühnchen, Verzeihung, Hendl zubereiten will, die Marinade durch ein Sieb abgießen. Das Mehl auf einen tiefen Teller geben und mit dem Paprikapulver und 1 TL Salz mischen. Die abgetropften Hühnchenstücke im Mehl wälzen, dabei darauf achten, dass sie gut mit Mehl überzogen sind.

Reichlich Olivenöl in einer großen Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen. Das Hendl muss nicht fritiert werden, aber sparen muss man grade auch nicht am Öl. Die Hendlstücke einlegen und von allen Seiten goldbraun und knusprig ausbraten. Je nach Größe dauert das ca. 10 min. Das Fleisch ist durch, sobald klarer Bratensaft austritt, wenn man mit einem spitzen Messer in das Fleisch piekt.

 Das Hendl mit Zitronenspalten zum beträufeln servieren. Dazu  passen Kartoffelwedges aus dem Ofen.

Rezept adaptiert aus: Tessa Kiros – Familienrezepte*

Dolce di Marie

dolce di marie

Kaffee und Kuchen gefällig? Dann habe ich gute Nachrichten, denn in diesem Kuchen ist der Kaffee schon enthalten. Eine weitere gute Nachricht für den Fall, dass es doch noch einmal heiß werden sollte: Ihr braucht keinen Backofen für diesen Kuchen, er muss nur zusammengebaut werden und im Kühlschrank durchziehen.

Der Name “Dolce di Marie” kommt von der in Italien verwendeten Keks-Sorte: Marie-Kekse eben. Es scheint sich um eine beliebte Sorte italienischer Butterkekse zu handeln. Mit diesen konnte ich nicht aufwarten, bei mir mußten es andere Butterkekse tun. Dem Ergebnis tut das keinen Abbruch: eine stärkende Leckerei mit Buttercreme und Kaffee.

Den fertigen Kuchen könnt Ihr ruhig in recht kleine Stücke schneiden, denn er ist ziemlich mächtig. Womit wir bei der nächsten guten Nachricht wären: dieser kleine Kuchen reicht für viele.

  • 160 gr. Zucker
  • 120 ml starker Espresso
  • 200 gr. weiche Butter
  • 300 gr. einfache Butterkekse
  • 30 gr. Bitterschokolade, gerieben
  • 1 TL gemahlene Espressobohnen

Im heißen Espresso 1 EL Zucker auflösen und dann alles abkühlen lassen.

Butter zusammen mit dem restlichen Zucker mit dem Handmixer aufschlagen, bis alles glatt und cremig ist.

Dann eine rechteckige Auflaufform bereitstellen (ca. 25×18 cm). Die Kekse in den Kaffee tunken. Sie sollen von allen Seiten eingetaucht werden, aber nicht durchgeweicht sein. Den Boden der Form mit den getränkten Keksen auslegen. Dann einen Teil der Buttercreme darauf verstreichen, die Creme mit einer Prise Espressopulver bestreuen und dann einen Teil der geriebenen Schokolade darüber streuen. So verfahren, bis alle Zutaten aufgebraucht sind; wobei mit einer Schicht Creme, Espresso und Schokolade abgeschlossen werden soll. Je nach Größe der Form reichen die Zutaten für 3-4 Schichten. Bei mir waren es drei.

Vor dem Anschneiden 1-2 h im Kühlschrank durchziehen lassen.

Rezept adaptiert aus: Tessa Kiros, Limoncello and Linen Water

Einmal im Jahr Brot

einmal im jahr brot

Dies hier ist ein klassisches Brotrezept aus Griechenland. Traditionell wird es, wie der Name schon sagt, nur einmal im Jahr gebacken, nämlich am “Reinen Montag”, der den Beginn den Beginn der vorösterlichen Fastenzeit markiert. Uns schmeckt es aber so gut, dass wir es öfter backen.

Im Grunde ist es ein einfaches Fladenbrot aus Hefeteig. Was das Brot zu etwas Besonderem macht, ist die Mehl-Wasser-Mischung, mit der es vor dem Backen bepinselt wird. Dadurch wird es besonders knusprig und aromatisch. Der Sesam gibt zusätzliche Würze.

Das Brot schmeckt frisch am besten. Am nächsten Tag kann man es aufschneiden und ohne Fett im Backofen rösten – für einen Toast der anderen Art 🙂

Und weil das Brot bestrichen wird, passt es auch zum Thema des aktuellen Bread Baking Day – es ist schon der 60. Gratulation, Zorra!

  • 400 gr. Mehl 550
  • 10 gr. frische Hefe oder 1 TL Trockenhefe
  • 1/2 TL Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 200 ml Wasser, lauwarm
  • 4 EL Olivenöl

Zum Bestreichen:

  • 1 EL Mehl
  • 1/2 EL Olivenöl
  • 1/4 TL Salz
  • 1 1/2 EL Sesam

Das Mehl zusammen mit Salz und Zucker in eine große Schüssel geben. Alle übrigen Zutaten zugeben und alles zu einem elastatischen Teig kneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Sollte der Teig zu trocken sein, vorsichtig noch etwas Wasser zugeben. Die Schüssel bedecken und den Teig an einem warmen Ort ca. 2 1/2 h ruhen lassen, bis er zu doppelter Höhe aufgegangen ist.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Den Teig aus der Schüssel holen und nochmal kurz durchkneten. Dann zu einem Rechteck formen, das knapp einen cm hoch sein sollte und  auf das Blech legen. Nochmals 30 min bedeckt ruhen lassen.

Inzwischen den Backofen auf 200°C vorheizen.

Zum Bestreichen Mehl, Olivenöl Salz und Sesam mit 2 EL Wasser kräftig verrühren und die Masse mit einem Backpinsel auf das Brot streichen.

Im heißen Ofen in ca. 20 min goldbraun ausbacken.

Rezept adaptiert aus: Tessa Kiros; Griechenland in meiner Küche*

Kichererbseneintopf mit Garnelen

kichererbsensuppe mit garnelen

Das ist eines dieser Gerichte, bei dem mit einfachen Zutaten etwas Tolles entsteht.

Ich bin mir zwar etwas unschlüssig, wie ich das Ganze denn nun nennen soll, denn für einen Eintopf ist es eigentlich zu wenig stückig – und für eine Suppe zu dickflüssig. Im Original heißt es einfach Kichererbsen mit Garnelen – keine schlechte Lösung 😉 .

Wie auch immer man es tauft – dieses Essen kommt rustikal und elegant zugleich daher. Salbei, Rosarin und Knoblauch sorgen für eine mediterranes Gefühl. Trotzdem hat das ganze eine deftige Note und ist ein schönes Essen für die kühlen, trüben Tage, wie wir sie leider gerade wieder haben.

Ganz wichtig finde ich, die Portionen mit einem senfartigen Blattgemüse anzurichten, das gibt der Suppe etwas Schärfe und haucht ihr erst richtig Leben ein. Im Original wird Rucola genommen. Ich habe erfreut festgestellt, dass die Brunnenkresse in meinem Kräutertopf sich fröhlich ausbreitet und habe diese verwendet.

  • 300 gr. getrocknete Kichererbsen, über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 Zweig Salbei
  • 3 El Olivenöl
  • 400 gr. Garnelen, geschält
  • 1 EL Rosmarinnadeln, gehackt
  • 1 Dose gehackte Tomaten
  • 2 ordentliche Prisen Chili
  • eine große Handvoll Brunnenkresseblättchen oder Rucola

Zunächst die Kichererbsen abgießen, dann mit einer geschälten ganzen Knoblauchzehe, dem Salbei und dem Lorbeerblatt in einen großen Topf geben, mit reichlich Wasser bedecken und zum Kochen bringen. Die Kichererbsen in ca. 50 min weich kochen, dabei entstehenden Schaum immer wieder abschöpfen. Ihr braucht reichlich Wasser im Topf, denn am Ende wird ein Großteil der Kichererbsen mit ca. 750 ml Kochwasser püriert. Gegen Ende der Kochzeit Salz zufügen. Wenn die Kichererbsen gar sind, diese abgießen, das Kochwasser aber zurückbehalten. Ca 1 Tasse (250 ml) Kichererbsen zurückbehalten, den Rest mit 750 ml Kochwasser pürieren.

Restlichen Knoblauch schälen und fein hacken. 2 EL Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Knoblauch darin kurz andünsten, dann Tomaten und Chili zugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen und alles kurz einkochen lassen. Dann das Kichererbsenpüree zugeben und alles nochmals ca. 5 min köcheln lassen, damit sich die Geschmäcker verbinden können. Wenn der Eintopf zu sehr eindickt, noch etwas Wasser zugeben.

Inzwischen in einer großen Pfanne das restliche Olivenöl erhitzen. Garnelen und Rosmarin zugeben und auf jeder Seite nur kurz braten, bis die Garnelen außen goldfarben und innen noch saftig sind. Mit etwas Salz und Pfeffer würzen.  Vom Feuer nehmen und warmstellen.

Zum Anrichten die Suppe auf Teller verteilen.  Auf jeden Teller einige Garnelen und ganze Kichererbsen geben und mit Brunnenkresse oder Rucola dekorieren.

Rezept adaptiert aus: Tessa Kiros; Limoncello and Linen Water

Kleine Käsepastetchen

kleine käsepastetchen

Ein Geburtstag steht an. Bushcook hat gleich zwei Gründe zu feiern. Ihren zweiten Blog-Geburtstag hat sie schon hinter sich. Nun kommt noch der richtige Geburtstag. Den ganzen Tag will sie ihre Türe für Gäste offen halten. Da braucht es natürlich auch etwas zu essen. Also bringt jeder etwas mit – am besten etwas buffettaugliches.

Ich bringe Käsepastetchen mit. Klein und handlich sind sie, mit einer buttrigen, blättrigen Hülle und einer würzigen Füllung aus Feta und Quark. Sie sind ganz nett anzusehen und können theoretisch einen Tag auf dem Buffet überstehen. Theoretisch, weil sie dann doch eher schnell weggehappst werden. Ich gebe zu, dass mein Mitbringsel nicht besonders originell ist sondern eher erprobt, dann ich mache diese Pastetchen recht oft, als Snack zum Mitnehmen oder eben als Beitrag für ein Buffet.

Im Original wird die Füllung mit Feta und Ricotta gemacht. Ich mag sie lieber mit Quark, das wirkt etwas frischer. Der Essig im Teig soll übrigens keine Geschmackskomponente sein. Er sorgt vielmehr dafür, dass der Teig sich leichter verarbeiten läßt; die Säure sorgt für Elastizität, indem sie den Mehlkleber aktiviert. Also kein Stress beim Ausrollen 😉

So, genug erzählt – die Pastetchen sind jetzt eingepackt. Man soll ja nicht im voraus gratulieren, also hebe ich mir das für später auf. Aber bestimmt darf ich Bushcook schon mal eine rauschende Geburtstagsparty wünschen. Und natürlich auch, dass bei ihrem tollen Event viele schöne Rezepte zusammenkommen.

Für ca. 25 Pasteten:

Teig:

  • 300 gr. Mehl
  • 200 gr. Butter, in Stückchen
  • 1 Ei, verschlagen
  • 50 ml Milch
  • 2 Tl Weißweinessig oder Apfelessig

Füllung:

  • 125 gr. Quark
  • 125 gr. Feta
  • 2 TL Parmesan, frisch gerieben
  • 1/2 TL getrocknete Minze
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • 2 Eier
  • 1 TL Milch

Für den Teig Mehl, Butter und ca. 1/2 Tl Salz in eine Schüssel geben und alles mit den Fingerspitzen zu einer krümeligen Masse verarbeiten. Ei und Milch zugeben und alles verkneten, dann den Essig hinzugeben und gründlich einarbeiten. Den Teig kneten, bis er weich und elastisch ist, dann eine Kugel formen, diese etwas flach drücken, in Frischhaltefolie einschlagen und ca. 1 h im Kühlschrank lagern.

Inzwischen für die Füllung den Feta mit einer Gabel zerdrücken. Quark, 1 Ei, Minze und Paprika einarbeiten und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zwei Bleche mit Backpapier auslegen. Den Ofen auf 160°C Umluft vorheizen. Das zweite Ei mit der Milch verquirlen.

Die Arbeitsfläche leicht bemehlen und den Teig ca. 3mm dick ausrollen. Mit einer Ausstechform oder einem Glas ca. 10 cm große Kreise ausstechen. Teigreste kann man rasche wieder zusammenkneten und erneut ausrollen. Die Ränder der Kreise mit dem Eigelb bepinseln. Auf jedes Rund einen guten Teelöffel der Füllung geben. Die Kreise zu Halbkreisen zusammendrücken. Den Rand mit Daumen und Zeigefinger gut zusammendrücken und die Enden etwas nach aussen ziehen, so dass kleine Halbmonde entstehen.

Die Pasteten auf die Bleche legen und mit der restlichen Eimischung bepinseln. Wer mag, bestreut die Pasteten noch mit Ölsaaten.

Die Bleche in den Ofen schieben und die Pastetchen in ca. 20 min goldbraun backen.

Quelle:

Tessa Kiros, Familienrezepte*

Schokoladen-Brot

schokoladenbrot

Vor längerer Zeit gab es bei der Tomatenblüte einen Kuchen, der wie ein Brot aussah. Bei uns ist das umgekehrt – da gibt es öfter mal Brot, das wie Kuchen aussieht. Schokoladenbrot. Es ist wirklich ein Brot, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht. Im Grunde handelt es sich um ein einfaches Hefebrot mit etwas Kakao im Teig – schokoladig, aber nicht zu süß. Bei uns ist dieses Brot am Wochenende immer wieder mal eine schöne Bereicherung auf dem Frühstückstisch. Seit ich es einmal gemacht habe, wird es immer wieder verlangt, vom Nachwuchs, natürlich.

Schmeckt prima einfach nur Butter oder auch mit Marmelade; ich mag am liebsten Orangenmarmelade dazu.  Wie nicht anders zu erwarten war, machen sich die Kinder ein Fest daraus, Schokoladenbrot mit Nuss-Nougat-Creme zu verputzen. Getoastet ist es auch nicht zu verachten.

Für 1 Laib:

  • 200 gr. Weizenvollkornmehl
  • 200 gr. Weizenmehl 550
  • 50 gr. Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 50 gr. Kakao
  • 10 gr. Hefe
  • 300 gr. Milch
  • Fett für die Form

Die Hefe in der Milch auflösen.

Mehlsorten, Salz und Zucker in eine Schüssel geben, den Kakao dazu sieben.

Die Milch-Hefemischung dazugießen; geschmolzene Butter zugeben und alles zu einem elastischen Teig kneten, der Blasen wirft und sich vom Rand der Schüssel löst. Den Teig ca. 1 1/2 h ruhen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.

Eine Kastenform mit Butter einfetten.

Den Teig aus der Schüssel holen und zu einem Laib formen, der in die Kastenform passt. Den Laib in die Form legen, mit einem Geschirrtuch decken und nochmals 1 h ruhen lassen.

Den Backofen auf 180°C vorheizen.

Das Brot im heißen Ofen ca. 40 min backen.