Curry Puffs

Teigtaschen! Um die Herstellung von Curry Puffs habe ich mich richtig lange gedrückt, das Ganze ist nämlich sehr aufwändig. Aber nachdem es da in Shiok Singapur* ein Rezept gibt, musste ich mich dann doch mal drüber her machen.

Curry Puffs ist ein Snack, der in Singapur, aber auch in Malaysia und Thailand weit verbreitet ist. Die Teigtaschen sind mit einem dickflüssigen Ragout aus Hühnchenfleisch und Kartoffeln gefüllt, das mit ordentlich Curry gewürzt ist. Der Clou ist die Teighülle (und auch das, was richtig Arbeit macht…): sie besteht aus zwei verschiedenen Teigen, die aufeinandergelegt und zusammen verarbeitet werden; die Mischung der Teige bewirkt das spektakuläre Aufblättern der Teighülle beim Garen.

Die Herstellung macht schon Mühe und man sollte sich einen Tag dafür aussuchen, an dem man Lust hat, etwas länger in der Küche zu stehen und zu basteln. Das Ergebnis aber lohnt jede Mühe: Blättrige Teighülle, gefüllt mit curryduftendem, weichem Ragout. Bei uns waren sie schneller verschwunden, als ich frittieren konnte :-).

Für 15 bis 20 Taschen:

Füllung:

  • 2 Eier
  • 500 g Kartoffeln
  • 250 g Hühnchenbrustfilet
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 rote Chilischote
  • 10 bis 12 Curryblätter, frisch oder tiefgekühlt
  • 3 EL neutrales Öl
  • 2 EL Currypulver
  • 250 bis 300 ml Hühnerbrühe
  • 1 TL Zucker
  • Salz

Teighülle:

Wasserteig:

  • 300 g Mehl (Weizen 405)
  • 1 EL Zucker
  • 1/2 TL Salz
  • 3 EL neutrales Öl

Fettteig:

  • 150 g Mehl (Weizen 405)
  • 75 g sehr kalte Butter

zum Fertigstellen:

  • Mehl zum Arbeiten
  • hocherhitzbares Öl zum Frittieren

Für die Füllung die Eier in ca. 9 min hart kochen, dann kalt abspülen und schälen.

Zwiebeln und Knoblauch schälen und hacken, Chilischote, wenn gewünscht, entkernen und fein würfeln. Kartoffeln schälen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden, das Hähnchenbrustfilet in ebenso große Würfel schneiden. Curryblätter fein hacken.

Öl in einer großen Pfanne erhitzen und Zwiebel zusammen mit Chili und Knoblauch darin andüsten. Currypulver und Curryblätter untermischen und kurz mitrösten, dann Kartoffeln und Zucker zugeben. Hühnerbrühe angießen und alles 10 min mit aufgelegtem Deckel köcheln lassen.

Dann die Hühnchenbrust zugeben und alles ohne Deckel weitere 5 bis 10 min köcheln lassen. Kartoffeln und Fleisch sollen gar und die Flüssigkeit größtenteils verdampft sein.

Eier klein Würfeln, unter die Füllung mengen, alles mit Salz abschmecken und auskühlen lassen.

Jetzt zum Teig:

Für den Wasserteig das Mehl mit Zucker und Salz in eine Schüssel geben. Öl und 150 ml lauwarmes Wasser zugeben, alles mit dem Knethaken des Handmixers zu einem glatten Teig verarbeiten, in zwei Teile teilen, zu Kugeln rollen und abgedeckt mindestens 15 min ruhen lassen.

Für den Fettteig das Mehl in eine Schüssel geben. Butter in kleine Würfel schneiden und zum Mehl geben, dann alles mit den Händen rasch zu feinen Bröseln reiben; ähnlich wie bei Mürbteig, das so lange machen, bis sich alles zu einem Teig kneten läßt. Man braucht Zeit und Geduld, wenn man das nicht gründlich macht, ist der Teig später bröckelig. Teig halbieren und zu Kugeln formen.

Nun auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche eine Kugel Wasserteig zu einem Teigkreis flachdrücken. Eine Kugel Fettteig in die Mitte geben, dann den Fettteig komplett mit dem Wasserteig umschließen und alles wieder zu einer Kugel formen. Mit den restlichen Teigen ebenso verfahren.

Nun die Teigkugeln jeweils vorsichtig flachdrücken und zu einem rechteckigen Streifen von ca. 40 x 15 cm ausrollen. Teigstreifen von der Schmalseite her fest aufrollen und die Rolle in 1 cm dicke Scheiben schneiden.

Die Teigscheiben rund auf eine Größe von 10 bis 12 cm ausrollen, die Ränder mit Wasser bepinseln und je einen großzügigen Esslöffel Füllung in die Mitte geben. Teig zu Halbmonden verschließen und die Ränder kräftig festdrücken. Fertige Puffs auf einem leicht bemehlten Geschirrtuch zwischenlagern.

Frittieröl in einem großen Topf erhitzen. Die richtige Temperatur ist erreicht, wenn an einem Holzkochlöffel Blasen hochsteigen.

Die Curry Puffs portionsweise in 5 bis 8 Minuten goldbraun ausbacken, dann mit einem Schaumlöffel herausheben und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Curry Puffs schmecken heiß, lauwarm und kalt.

Kleine Pastetchen mit Süßkartoffel und Aubergine

Irgendetwas war schief gelaufen. Ich habe ja nun wirklich schon lange eine Abokiste, und normalerweise klappt das auch ganz gut mit dem Aufbrauchen. Aber diesmal quoll das Gemüsefach über – Zeit, eine Lieferpause einzulegen und erst mal die Reste aufzubrauchen. Unter anderem: zwei Süßkartoffeln, eine Aubergine, eine Menge Paprikaschoten.

Ich esse jegliche Sorten Gemüse. Der Rest der Familie ist von manchen Sorten dann aber doch weniger begeistert und Süßkartoffeln und Auberginen stehen für sie recht weit oben auf der Liste der verzichtbaren Pflanzen. Aber manchmal ist es dann eben doch einfach eine Frage der Verpackung – die Pastetchen waren blitzschnell weggeputzt. Schmeckt wie Barbecue, meinte mein Sohn…..Ja, geräuchertes Paprikapulver und Cabanossi haben ihre Arbeit getan.

Das Rezept habe ich in diesem schönen jüdischen Kochbuch* gefunden. Und mich dann doch ein wenig gewundert. Ob das wirklich koscher ist mit der Butter im Blätterteig und der Wurst in der Füllung? Und in meiner Cabanossi war noch dazu Schweinefleisch. Aber wie auch immer – ich lebe ja nicht koscher….

Für ca. 30 Pastetchen:

Teighülle:

  • Topfenblätterteig aus 300 g Mehl, 300 g Quark und 150 g Butter oder zwei Rollen Butterblätterteig aus dem Kühlregal

Füllung:

  • 1 kleine Süßkartoffel
  • 1 kleine Aubergine
  • 1 kleine gelbe Paprikaschote
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 150 g Cabanossi
  • 1/2 TL geräuchertes Paprikapulver
  • 1 EL Balsamico
  • Salz, Pfeffer
  • Mehl zum Arbeiten
  • 1 Ei, verquirlt mit etwas Milch

Wenn nötig, Topfenblätterteig herstellen wie hier beschrieben und kühl stellen.

Für die Füllung Süßkartoffel schälen und in höchstens 3 mm kleine Würfel schneiden. Aubergine und Paprika putzen und ebenso klein würfeln; Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Cabanossi ebenfalls ganz fein würfeln.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Süßkartoffeln darin anbraten, dann nach und nach Aubergine, Zwiebel, Paprika und Knoblauch zugeben. Braten, bis das Gemüse weich ist, dabei immer wieder mal umrühren. Gegen Ende der Garzeit Cabanossi zugeben, dann mit Salz,  Pfeffer, Paprika und Balsamico würzen. Von der Hitze nehmen und abkühlen lassen.

Ofen auf 180°C Umluft vorheizen. Zwei Bleche mit Backpapier auslegen.

Die Hälfte des Topfenblätterteigs auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche nicht zu dünn ausrollen, den Rest wieder kühl stellen. Mit einem runden Ausstecher von ca. 8 cm Durchmesser so viele Kreise wie möglich ausstechen. In die Mitte jedes Kreises einen großzügig gehäuften Teelöffel Füllung geben. Die Teigkreise zu Halbmonden zusammenklappen und die Ränder mit den Fingern Falten in die Teigränder kneifen. Man sieht das später nicht mehr, aber es sorgt dafür, dass die Taschen beim Backen nicht aufgehen. Fertige Pastetchen auf das Blech legen. Mit der zweiten Hälfte von Teig und Füllung ebenso verfahren.

Die Teigtaschen mit der Ei-Mischung bepinseln. Im heißen Ofen in ca. 20 min goldbraun ausbacken, dabei nach der halben Zeit die Bleche einmal durchrotieren.

Frühlingszwiebel-Baozi mit Kreuzkümmel-Hackfleischfüllung

Mehr chinesisch kochen und essen, das war ja mein Vorsatz. Tatsächlich steht hier auch mehr chinesisches Essen auf dem Tisch; aber auf den Blog hat es noch nicht so viel geschafft. Aber jetzt. Und sogar Teigtaschen.

Baozi gibt es, das sind kleine gedämpfte Brötchen aus Hefeteig. Sie werden ohne Füllung als Sattmacher gegessen und mit Füllung als eigenständige Mahlzeit; und zwar besonders gerne zum Frühstück.

Es gibt sehr viele verschiedene Füllungen; ich vermute mal, die bekannteste die Char-siu-Füllung mit gegrilltem Schweinefleisch; im übrigen gibt es auch süße Varianten. Diese Variante hier ist gefüllt mit Rinderhack, Wasserkastanien, Frühlingszwiebeln und einer schönen Dosis gerösteten Kreuzkümmels. Wenn man die Füllung macht, dann sollte man Kreuzkümmel wirklich mögen; das nur als Hinweis am Rande.

Die Teighülle ist toll – superflauschig durch das Dämpfen mit knusprigen Stellen durch das anschließende Braten. Als Treibmittel werden Hefe und Backpulver verwendet – das ergibt eine ganz spezielle Luftigkeit und Struktur; also bitte nicht auf eines von beiden verzichten.

Diese Bao-Füllung ist in Hong Kong besonders beliebt, jedenfalls erzählt das Jeremy Pang, von dem das Rezept stammt. Seine Familie stammt aus Hong Kong und hat schon immer begeistert gekocht und gegessen; schon seit drei Generationen gibt es Köche in der Familie; das ist beeindruckend. Seinen Eltern zu Ehren hat Jeremy Pang ein Buch* geschrieben, das sich mit der typischen Hong-Kong-Küche befasst, und darin gibt es eben auch diese Baozi.

Das Rezept macht ungefähr 6 Leute satt:

Teig:

  • 530 g Mehl Type 405 oder 550
  • 1/2 TL Salz
  • 7 g Trockenhefe
  • 40 g Zucker
  • 15 g Backpulver
  • 50 ml MIlch
  • 200 bis 250 ml Wasser, je nach Mehlsorte und Luftfeuchtigkeit
  • 25 ml Sonnenblumenöl
  • 1 Frühlingszwiebel
  • etwas Öl zum Braten

Füllung:

  • 1 EL Kreuzkümmelsaat
  • 50 g Wasserkastanien
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 2 cm frischer Ingwer
  • 5 Stängel Koriandergrün
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 200 g Rinderhack
  • 1 Eigelb
  • 1/2 TL Chiliöl
  • 1 EL Austernsauce
  • 1/2 TL Zucker
  • Salz
  • 1 TL geröstetes Sesamöl

Für den Teig alle trockenen Zutaten in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Die nassen Zutaten in einem Messbecher verquirlen. Die Frühlingszwiebel für später aufheben. Die Küchenmaschine anmachen und während sie auf niedriger Geschwindigkeit läuft, langsam die Flüssigkeit angießen. Wenn alles zu einem Teig zusammenkommt, weitere 2 min bei mittlere Geschwindigkeit kneten. Die Schüssel luftdicht abdecken und den Teig in einer bis eineinhalb Stunden zu doppelter Größe aufgehen lassen.

Inzwischen für die Füllung den Kreuzkümmel in einer Pfanne ohne Fett rösten, bis er zu duften beginnt. Abkühlen lassen, dann in einen Mörser geben und grob zerstoßen.

Knoblauch und Ingwer schälen und fein hacken. Wasserkastanien abtropfen lassen und ebenfalls fein hacken. Koriander mit den feinen Stängeln fein hacken, die Frühlingszwiebeln putzen und ebenfalls fein hacken. Hackfleisch, Kreuzkümmel, Ingwer, Knoblauch, Koriandergrün und Frühlingszwiebeln in einer Schüssel vermengen. Chiliöl, Austernsauce, Zucker und Sesamöl einarbeiten und die Füllung mit Salz abschmecken.

Zum Fertigstellen der Baozi den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 1/2 cm dünn ausrollen. Die verbleibende Frühlingszwiebel in feine Röllchen schneiden und diese auf den Teig streuen. Kreise von ca. 7 cm Durchmesser ausstechen. In die Mitte jedes Kreises einen gehäuften Teelöffel der Füllung geben. Jetzt kommt das Verschließen. Ich habe gemerkt, dass ich etwas aus der Übung war; ich stand da und habe erst mal geraume Zeit auf meinen Teigling gestarrt, bis mir wieder dämmerte, wie das geht. Also, den mit der Füllung belegten Teigkreis in die Handfläche der dominanten Hand legen, dabei den Teig mit dem Daumen aussen abstützen. Dann immer ein Stück des Teiges über die Füllung legen, den Teigling dabei in der Handfläche mit Hilfe des Daumens  jeweils ein Stückchen weiter drehen. Die hochgezogenen Teigstücke müssen sich dabei jeweils überlappen. Wenn man einmal rundherum gefaltet hat, die Oberseite des Teiges einmal vorsichtig verdrehen, damit alles gut verschlossen ist.

Jetzt geht es ans Garen; die Baozi werden erst gedämpft. Ihr braucht also einen Wok mit Dämpfeinsatz, stapelbare Bambuskörbchen oder einen Dämpftopf oder Dampfgarer. Also Wasser im entsprechenden Behältnis erhitzen. Damit die Baozi nicht an der Unterlage kleben bleiben, schneidet Ihr aus Backpapier kleine Quadrate aus Backpapier. Jedes Baozi auf ein Stück Backpapier setzen, und auf das Dämpfgitter geben. Baozi  8 min dämpfen; dabei auf keinen Fall den Deckel öffnen, sie fallen sonst zusammen.

Baozi herausholen und das Backpapier abziehen. Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Baozi darin an  der Ober- und der Unterseite knusprig braten. Heiß servieren und gleich essen.

Ousi – Gefüllter Blätterteig aus Palästina

Es gibt ein paar Teigtaschenrezepte in “Jaan“* – klar, dass ich zumindest eines ausprobieren musste.

Ousi sind Blätterteigtaschen aus Palästina; es ist also eines der Schwiegersohnrezepte aus dem Buch. Das Rezept ist ein Klassiker, der in jedem arabischen Land anders zubereitet wird. In Alis Familie besteht die Füllung aus Rinderhack, gegartem Reis, Karotten, Erbsen und Rosinen und gewürzt wird mit Kurkuma, Zimt und Kardamom.

Wir haben die Taschen noch warm gegessen, sie schmecken aber auch kalt sehr gut und sind prima zum Mitnehmen.

Im Original wird auf gekauften Blätterteig zurückgegriffen; ich habe statt dessen den bewährten Topfenblätterteig verwendet.

Für 8 Teigtaschen:

  • Topfenblätterteig aus 200 g Mehl, hergestellt wie hier beschrieben oder 1 Rolle Blätterteig (275 g)
  • 20 g Pinienkerne
  • 20 g Mandelstifte
  • 2 EL Olivenöl
  • 50 g Basmatireis
  • 50 g Butterschmalz
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Karotte
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 150 g Rinderhack
  • 50 g Erbsen (TK)
  • 2 TL Gemüsebrühpulver
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 TL Zimt
  • 1 Msp Kardamompulver, frisch gemörsert
  • 60 g Rosinen
  • 1 Eigelb
  • 1 EL Schwarzkümmel oder Sesamsaat
  • Öl zum Arbeiten

Pinienkerne in der Pfanne ohne Fett anrösten.

Reis mit 20 g Butterschmalz und etwas Salz in einem Topf unter Rühren anrösten, dann 150 ml Wasser angießen und den Reis zudeckt bei schwacher Hitze ausquellen lassen. Vom Herd nehmen.

Karotte schälen und fein würfeln. Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. Zwiebel im restlichen Butterschmalz glasig anbraten, dann Knoblauch und Karotte zugeben und 5 min mitbraten.

Hackfleisch, Erbsen und Brühpulver zugeben und das Fleisch unter Rühren krümelig braten. Mit Kurkuma, Salz, Pfeffer, Zimt und Kardamom würzen. 100 ml Wasser angießen und alles kochen, bis das Wasser verkocht ist.

Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen und ein Blech mit Backpapier auslegen. Reis und Nüsse unter die Hackfleischmasse rühren.

Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem nicht zu dünnen Rechteck ausrollen und dieses dann in 8 gleich große Quadrate schneiden. Ein nicht zu tiefes Dessertschälchen mit Öl auspinseln, ein Teigquadrat hineinlegen, gut 2 EL der Füllung hineingeben, die Ecken des Teiges nach innen klappen und die Ränder gut zusammendrücken.Teigtasche auf das Blech setzen und weitermachen, bis Teig und Füllung aufgebraucht sind.

Eigelb verquirlen, Teig damit bestreichen und mit dem Schwarzkümmel bestreuen. Im heißen Ofen ca. 30 min backen.

Dazu passt Joghurt.

Geburtstagsteigtaschen: Kartoffel-Knishes mit Hühnchenfüllung

Fünf Jahre! Es gibt keine Verlosung, kein Event, keine großen Feierlichkeiten. Aber ein herzliches Dankeschön an Euch! Denn ohne Euch würde das hier ja alles weder Sinn noch Spaß machen. Also – vielen herzlichen Dank für’s Mitlesen und Kommentieren. Ich freue mich noch immer über jeden Klick und jeden Kommentar. Und auf die nächste Zeit mit Euch :-).

Und natürlich gibt es Teigtaschen. Traditionen wollen schließlich gepflegt werden ;-). Ich habe mich diesmal für einen Klassiker aus der jüdischen Küche entschieden – Knishes; das sind Taler aus einem Kartoffelteig. Knishes gibt es in vielen Varianten und mit den unterschiedlichsten Füllungen. Diese Version hier kommt vom New Yorker Hot Bread Kitchen* und ist ein Gericht für Pessach.

Die Füllung besteht aus gegartem Hühnchenfleisch – man kann da auch gut das Fleisch verwenden, dass vom Hühnerbrühe-Kochen übrig geblieben ist. Und es spricht auch rein gar nichts dagegen, andere Reste in den Teig zu packen.

Im Rezept wird Matzenmehl für die Teigmasse verwendet; ich hatte noch Matzen im Vorrat und habe die einfach im Blitzhacker zerkleinert.

Für 12 Knishes:

Teig:

  • gut 1 kg Kartoffeln, geschält und in ca. 5 cm große Würfel geschnitten
  • 2 EL Rapsöl
  • 50 g Matzenmehl oder Panko
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Ei (Größe L)

Füllung:

  • ca. 250 g gegartes Hühnerfleisch
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Schalotte
  • 1 kleine Karotte
  • 1 Stange Sellerie
  • Salz

Für den Teig die Kartoffeln in Salzwasser garkochen. Abgießen und zurück in den trockenen Topf geben. Mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken, bis eine glatte Masse entsteht. Matzenmehl und Öl einrühren, mit Salz und Pfeffer würzen, dann das Ei verquirlen und in den Teig einarbeiten. Der Teig sollte relativ trocken sein.

Für die Füllung das Fleisch fein zerkleinern. Karotte und Schalotte schälen und fein hacken, Selleriestange fein würfeln.

Öl in einer Pfanne erhitzen. Karotte, Sellerie und Schalotte darin braten, bis sie weich und leicht gebräunt sind. Fleisch einrühren und alles großzügig mit Salz würzen. Füllung abkühlen lassen.

Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.

Die Kartoffelmischung in 12 gleich große Teile teilen. Jedes Teil zwischen den Handflächen zu einem Ball rollen, dann flach drücken, bis man ein rundes Stück von ca. 10 cm Durchmesser hat. Auf die Mitte jedes Stücks ca. 2 EL Füllung geben, dann die Ränder mit den Händen über der Füllung zusammendrücken. Jeden Knish mit den Handflächen wieder flach drücken, das ergibt dann runde Plätzchen von ca. 6 cm Durchmesser. Jetzt mit dem Daumen in die Mitte jedes Knishes noch eine Mulde drücken und die fertigen Knishes auf das Blech legen.

In ca. 40 min goldbraun backen und heiß servieren.

 

Empanadas mit Hühnchenfüllung

Da habe ich mich schon durch alle möglichen Teigtaschenrezepte gearbeitet, aber noch nie Emapanadas gemacht. Da war die Rezension des Teigtaschen-Buches* ein schöner Anlass, das endlich mal zu ändern.

In Lateinamerika gibt es Emapanadas an jeder Strassenecke – und auch in Spanien werden sie gerne gegessen. Empanda heisst eigentlich “eingebrotet” – und die Taschen sind relativ groß. Außerdem sind sie auch ein festliches Gebäck für Ostern und Weihnachten. Auch süße Varianten gibt es.

Stellt sich noch die Frage nach der Herkunft – in Brasilien hält man sie für einen Nachbau der japanischen Gyoza. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Teigtaschen mit den spanischen Eroberern auf den Kontinent kamen.

Bisher hatte ich immer nur Empanda-Rezepte gesehen, bei denen ein sehr reichhaltiger Teig verwendet und die Teigtaschen dann hinterher auch noch frittiert wurden; das hat mich Zurückhaltung üben lassen. Hier werden die Teigtaschen im Ofen gebacken. Gefüllt sind sie mit Hähnchenfleisch, Frühlingszwiebeln, Mascarpone und gekochten Eiern – eine durchaus sättigende Angelegenheit.

Für ca. 45 Empanadas:

Teig:

  • 300 ml Gemüsebrühe, lauwarm und kräftig gewürzt
  • 1 Ei, verquirl
  • 190 g Butterschmalz, geschmolzen
  • 1 kg Weizenmehl, Type 405

Füllung:

  • 2 EL Öl
  • 700 g Hühnchenschenkel, ausgelöst oder Hühnchenbrustfilets (ich hatte Letzteres)
  • 2 Bund Frühlingszwiebeln
  • 2 cm frischer Ingwer
  • 1 TL Koriandersaat
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • 2 TL Currypulver
  • Cayennepfeffer nach Geschmack
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 500 g Mascarpone
  • 4 Eier, hart gekocht

Zuerst für den Teig die Gemüsebrühe mit Ei und Butterschmalz verquirlen. 800 g Mehl langsam in die Flüssigkeit rühren. Dann die Schüssel abdecken und den Teig ca. 30 min ruhen lassen.

Inzwischen für die Füllung die Lauchzwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Ingwer schälen und fein reiben.

Öl in einer Pfanne erhitzen, Hähnchenfleisch, Frühlingszwiebeln und Ingwer darin scharf anbraten. Das Fleisch herausnehmen und abkühlen lassen, dann fein hacken. Dann zurück in die Pfanne geben und bei hoher Hitze braten, bis das Fleisch gegart und die Flüssigkeit verdampft ist. Die Gewürze und den Mascarpone zugeben und rühren, bis sich alles verbunden hat. Zuletzt die Eier schälen, hacken und ebenfalls unterrühren. Kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Ofen auf 250°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Jetzt weiter mit dem Teig: Den gut durchkneten, dabei das restliche Mehl einarbeiten. Es dauert ein bisschen, bis sich alles verbunden hat. Jetzt den Teig ca. 2 mm dünn ausrollen. Ich habe dazu die Arbeitsfläche gar nicht bemehlen müssen. Aus der Teigplatte Kreise von 12 cm Durchmesser ausstechen. Auf jedes Teigblatt 1 EL Füllung geben, die Teigplatte dann zu einem Halbmond zusammenklappen und anschließend mit Daumen und Zeigefinger kleine Falten in den Rand kneifen. Meine Empanadas sind leider nicht artgerecht geworden – eigentlich gehören die ja gekrendelt. Und ich habe das wieder nicht hinbekommen.

Fertige Empanadas auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen.

Im heißen Ofen in ca. 10 min goldbraun ausbacken.

Empanadas isst man mit der Hand. Frisch und noch heiß schmecken sie am besten. Ich habe eine kalte Tomatensauce mit etwas Chili dazu gereicht.

 

Bauernravioli mit Blutwurst, Bergkäse und Wildkräutern

Dass ich an Teigtaschen nicht vorbeikomme, muss ja nicht extra betont werden. Bei diesem Rezept von Gregor Wittmann* war es aber nicht die bloße Teigtasche, die mich interessiert hat. Die Ravioli (ok…in meinem Fall Mezzelune, ich weiß….) sind nämlich mit Blutwurst gefüllt. Und ich  liebe Blutwurst. Frische Blutwurst (und Leberwurst) war schon als Kind ein Highlight für mich, und daran hat sich nichts geändert.

Hier ist die Blutwurst in den Teigtaschen versteckt, das ist etwas gefälliger als so eine ganze Wurst auf dem Teller ;-). Bergkäse darf sich noch dazu gesellen und Pistazien. Im Rezept stehen außerdem Wildkräuter zum Anrichten – da seid Ihr frei. Ich bin in den Garten gegangen und habe Frauenmantel und Gänseblümchen geräubert, aber alles andere geht auch.

Für 2 bis 3 Personen:

Teig:

  • 120 g Weizenmehl 405
  • 80 g Hartweizengrieß
  • 2 Eier (Größe M)
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Prise Salz

Füllung:

  • ca. 300 g Blutwurst
  • 100 g Bergkäse
  • 1 TL Pistazienkerne, fein gehackt
  • 1 EL Butter, geschmolzen

Außerdem:

  • optional: 1 Ei
  • Salz
  • 3 EL Butter
  •  1 TL Pistazienkerne, fein gehackt
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Handvoll Wildkräuter

Zuerst den Teig herstellen: Mehlsorten und Salz in eine Schüssel geben. Eier und Olivenöl zufügen und alles zu einem elastischen Teig verkneten. In Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30 min bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Für die Füllung die Wurst aus dem Darm holen. Bei geringer Temperatur in einem kleinen Topf zerfließen lassen; sie soll aber nicht zu flüssig werden sondern nur cremig. Den Käse ganz klein würfeln und zusammen mit Pistazien und Butter zur Wurst geben. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Den Nudelteig in vier Teile teilen. Portionsweise ausrollen (bei mir war es Stufe 5 von 10 auf der Nudelmaschine). Mit einem runden Ausstecher Kreise von ca. 6 cm Durchmesser ausstechen. Auf jeden Kreis einen TL Füllung setzen, die Kreise zu Halbmonden zusammenklappen und die Ränder gut festdrücken. So weiter verfahren, bis Teig und Füllung aufgebraucht sind. Gregor Wittmann macht es anders: er rollt Bahnen aus, bestreicht sie mit verquirtem Ei, setzt in regelmäßigen Abständen je 1 TL Füllung auf die Bahnen, legt eine zweite Bahn darüber und sticht dann Kreise aus. Geht bestimmt schnell, wenn man es kann, ist aber eine Technik, die mich regelmäßig an den Rand des Wahnsinns bringt ;-).

Mit welcher Methode auch immer, die Ravioli sind jetzt fertig zusammengebaut. Jetzt geht es ans Fertigstellen. Dafür einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und die Ravioli darin bissfest garen; das geht recht schnell – sie sind fertig, sobald sie an der Oberfläche schwimmen.

Parallel dazu die Butter mit den Pistazienkernen in einer großen Pfanne aufschäumen lassen. Die Ravioli mit einer Schaumkelle aus dem Wasser holen, gut abtropfen lassen und in der Pistazienbutter schwenken.

Mit den Wildkräutern garniert anrichten und gleich servieren.

 

Pogaca-Blumen

Mein erstes Erlebnis mit Pogaca liegt einige Jahre zurück. Genaugenommen war es ein Nicht-Erlebnis. Die Kinder waren noch im Kindergarten; und ich stand während des Sommerfests am Buffet und schnitt Wassermelone im Akkord. Und während ich das tat, wanderte mein Blick die Tafel entlang und blieb immer wieder an appetitlich aussehenden,  kleinen gefüllten Brötchen hängen. Mein Vorsatz war klar – davon muss ich mir nachher unbedingt eines holen. Ich war nicht die Einzige – als ich fertig war, waren die Brötchen weg.

Ein wenig Recherche ergab, dass es sich um Pogaca handelte. Und weil ich keine abbekommen hatte, musste ich sie eben selbst backen. Das tue ich seitdem immer wieder.

Sonst mache ich immer eine recht einfache Form. Nun haben mich aber in Soframiz *diese wunderbaren Pogaca angelacht, die aussehen wie Blumen – eine tolle Idee, die nach Nachahmung schrie.

Den Teig kann man auch ungefüllt zu weichen Brötchen verarbeiten. Die Kräuter an der Füllung sind variabel, man kann zum Beispiel auch Dill nehmen, oder eine Mischung verschiedener Kräuter; ich mag da Petersilie, Dill und Minze.

Wir haben die Pogaca als Reiseproviant mitgenommen. Ich bin noch ein wenig unterwegs, aber diese Schätzchen musste ich Euch schon mal zeigen.

Für 12 Pogaca:

  • 400 g Mehl (ich hatte Weizen 550)
  • 250 ml Milch, lauwarm
  • 1 TL Trockenhefe
  • 2 TL Zucker
  • 1 Ei (Größe L)
  • 60 ml Sonnenblumenöl
  • Mehl (ich hatte Weizen 550)
  • 1 TL Salz
  • 350 g Feta
  • eine Handvoll Minze und  glatte Petersilie

Zum Bepinseln:

  • 1 Ei
  • 2 EL Milch

Zunächst zum Teig: das Mehl mit Hefe, Salz und Zucker in eine Schüssel geben. Milch, Ei und Öl zugeben und alles zu einem glatten, elastischen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Schüssel luftdicht abdecken und den Teig in 1 bis 1,5 h zu doppelter Größe aufgehen lassen.

Für die Füllung die Petersilien- und Minzeblättchen fein hacken.  Den Käse in eine Schüssel krümeln, die Petersilie zugeben und alles mit einer Gabel vermischen.

Die Arbeitsfläche leicht mit Mehl bestäuben. Den Teig in 12 gleich große Stücke teilen und diese zu Kugeln formen. Mit einem Tuch bedecken 30 min ruhen lassen.

Nun jede Kugel zu einem Kreis mit ca. 12 cm Durchmesser ausrollen. In jeden Kreis an je 2 gegenüberliegenden Stellen (also oben und unten, rechts und links) insgesamt 4 Schnitte machen, die aber nicht bis ganz zur Mitte gehen. In der Mitte bleibt eine Stelle frei, auf diese kommt ein Esslöffel von der Füllung. Jetzt geht es ans Falten: dazu  das obere Viertel des Teiges über den Käse falten. Nun den Teig ein Stück (ca. 0,5 cm) nach hinten umknicken, so bildet sich ein geöffnetes Blütenblatt.  Nun das Gleiche mit dem unteren Teil des Teiges machen, dann mit dem rechten und schließlich mit dem linken. Beim letzten Teil beim Umknicken die Blätter unter der Rose festdrücken. So mit allen Teigkreisen weitermachen.

Fertig gefaltete Pogaca auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben. Abdecken und ca. 45 min ruhen lassen.

Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ei und Milch verquirlen und die Pogaca damit bepinseln. Im heißen Ofen in ca. 25 bis 30 min goldbraun ausbacken.

Pogaca kann man warm oder  kalt essen; sie schmecken aber am besten, wenn man sie noch an dem Tag isst, an dem sie gebacken wurden.

 

Potstickers mit Spargel und Bärlauch

Es ist angespargelt – endlich! Spargel ist tatsächlich das, worauf ich mich im Frühjahr am meisten freue. Einmal muss es ihn klassisch mit Hollandaise geben, die restliche Zeit bleibt fröhlichen Experimenten überlassen. So kann der Spargel auch in Potstickers wandern.

Ich bin ja ein wenig stolz auf mich. Dieses Rezept von Lizzie Mabbott* habe ich nämlich im Winter gefunden und gleich auf meine imaginäre Nachkochliste gesetzt. Und als jetzt der erste heimische Grünspargel auftauchte, habe ich mich tatsächlich erinnert – obwohl die Ausprobierensliste nicht gerade kurz ist. Das Gericht hatte wohl eine gewisse Dringlichkeitsstufe.

Ich habe auch die Kurve gekriegt und schnell noch Bärlauch gesammelt, bevor er nicht mehr genießbar ist. Wenn ihr keinen Bärlauch mehr bekommt (oder keinen mögt) kann man statt dessen gut Spinat und etwas feingehackten Knoblauch nehmen; den Spinat würde ich aber vorher blanchieren und die Flüssigkeit ausdrücken.  Statt Spargel geht auch anderes grünes Frühlingsgemüse – Erbsen, Dicke Bohnen, vielleicht auch Brunnenkresse.

Das ist also mein allererstes Frühlingsgericht – und ich freue mich sehr, dass die Auswahl an Gemüse und Obst jetzt langsam wieder bunter und vielfältiger wird. Und weil es gerade so gut passt, wandern die Potstickers zum Kochtopf. Dort veranstaltet nämlich gerade Jeanette aus der Cuisine Violette ein Event – es geht um frühlingshaften Genuss.

Für ca. 18 Potstickers:

  • 150 g Garnelen
  • 1 EL Natron, vermischt mit 2 EL Wasser (optional)
  • 100 g Schweinehack
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 1 1/2 EL fein geriebener Ingwer
  • 1 EL Sojasauce
  • 1/2 TL Sesamöl
  • 1/2 TL Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 125 g grüner Spargel
  • 50 g Bärlauch
  • 1 TL Maisstärke
  • 1 Packung Dumpling Wrappers
  • Mehl zum Arbeiten
  • 2 EL neutrales Öl zum Braten

Für den Dipp:

  • 60 ml Sojasauce
  • 3 EL Chinjiang-Essig
  • 2, 5 cm frischer Ingwer

Für die Füllung die Garnelen fein hacken, dann in der Natron-Lösung marinieren, während man die anderen Zutaten vorbereitet.

Die Frühlingszwiebeln putzen und in ganz feine Ringe schneiden. Den Spargel von holzigen Enden befreien und in feine Scheiben schneiden, dabei die Spitzen zurücklegen. Den Bärlauch fein hacken.

Die Garnelen abtropfen lassen und trocken tupfen. Dann Garnelen, Schweinehack, Spargel, Frühlingszwiebeln, Ingwer, Bärlauch und Speisestärke in einer Schüssel vermischen. Mit Salz, Pfeffer, Sojasauce und Sesamöl würzen.

Zum Füllen einen Dumpling-Wrapper in die Handfläche legen. Einen Esslöffel der Füllung in die Mitte geben, die Teigplatte zu einem Halbmond zusammenklappen und die Ränder gut andrücken. Dann jeweils mit Mittelfinger und Daumen kleine Falten in den Rand kneifen. So weitermachen, bis Wrapper und Füllung aufgebraucht sind. Fertige Potstickers auf einem bemehlten Geschirrtuch lagern.

Die Spargelspitzen der Länge nach vierteln.

Zum Garen das Öl in einer Pfanne (beschichtet wäre gut) erhitzen. Die Dumplings in die Pfanne stellen und ca. 3 min braten, der Boden soll knusprig werden. Dann von der Seite her ein wenig Wasser angießen und einen Deckel auf die Pfanne setzen. Weitergaren, bis das Wasser verdampft ist. So werden die Potstickers fertig gedämpft. Gegen Ende der Garzeit die Spargelspitzen mit in die Pfanne geben.

Während die Potstickers garen,  für die Dippsauce den Ingwer schälen und fein reiben. Mit Sojasauce und Essig vermischen.

Die Potstickers mit Spargelspitzen und Dipp servieren.

 

Crystal Dumplings mit Pilzfüllung

Lest Ihr eigentlich gerne? Ich schon. Irgendein Buch habe ich immer in den Fängen. Aber natürlich gibt es Abstufungen: da gibt es die Bücher, bei denen man so gemütlich vor sich hinliest, es gibt diejenigen, bei denen man sich bis zum Schluss durcharbeitet, und es gibt die, die man verschlingt.

Zu letzter Kategorie zählen bei mir die Bücher von Stevan Paul. Ich habe sie alle gelesen – wobei: inhaliert wäre wohl die bessere Formulierung. Ich spreche gerade nicht von den Kochbüchern. Ja, die sind auch großartig. Aber gerade geht es um die Belletristik. Stevans letztes Buch, den “Großen Glander” habe ich auf einer Bahnfahrt verschlungen. Gut, dass ich noch ein zweites Buch dabei hatte, sonst wäre ich auf der Rückfahrt auf dem Trockenen gesessen.

Es geht um einen jungen Künstler,  der nach New York geht und dort mit spektakulären Werken und Happenings auf sich aufmerksam macht; er macht Kunst rund ums Essen. Eines Tages verschwindet er spurlos. Jahre später meint ein Journalist, den großen Glander in einem Lokal in Hamburg wiederzuerkennen. Und er beginnt zu recherchieren. Den Rest lest Ihr dann bitte selbst….

Ich habe mich also riesig gefreut, als ich gelesen habe, dass der Mairisch Verlag eine Blogparade zum Großen Glander veranstaltet. Schaut doch immer wieder mal rein – wenn alle mitgemacht haben, habt Ihr für jedes im Buch erwähnte Gericht ein Rezept. Das Kochbuch zum Buch – klasse! Ich habe mir aus der Liste die gedämpften Pilz-Dumplings geschnappt – was auch sonst ;-).

Gedämpfte Dumplings, da musste ich gleich an diese Teigtaschen denken, die beim Garen durchsichtig werden. Ich bin – wie üblich bei Andrea Nguyen fündig geworden. Der Teig für die Hüllen besteht aus Weizenstärke und Tapiokastärke. Das findet Ihr beides im Asia-Shop. Ein wenig Bammel hatte ich beim Lesen des Rezepts – aber es hat alles erstklassig funktioniert. Das gemischte Gemüse aus dem Original-Rezept habe ich durch Pilze ersetzt. Das Rezept ergibt 24 Dumplings – ein Snack für 6 bis 8 Leute oder eine Hauptmahlzeit für 3 bis 4.

Füllung:

  • 3 große getrocknete Shiitake-Pilze
  • 2 getrocknete Mu-Err-Pilze
  • 1 Schalotte
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 EL neutrales Öl
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 250 g Champignons
  • 1 Karotte
  • 1 TL geröstetes Sesamöl
  • 2 TL Sojasauce
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1,5 TL Speisestärke, verrührt mit 2 EL vom Pilz-Einweichwasser

Teighüllen:

  • 128 g Weizenstärke
  • 64 g Tapiokastärke
  • eine großzügige Prise Salz
  • 240 ml kochend heißes Wasser
  • 4 TL neutrales Öl, plus etwas zum Arbeiten

Dipp:

  • 60 ml Sojasauce
  • 2 EL Chinjiang-Essig (Asia-Shop; im alleräußersten Notfall kann man auch Balsamico nehmen)
  • 1 rote Chilischote

Als allererstes für die Füllung die getrockneten Pilze eine Stunde in kochend heißem Wasser einweichen. Dann herausholen und kräftig ausdrücken. Das Einweichwasser aufbewahren. Von den Shiitake die Stiele entfernen und die Hütchen fein hacken; die Mu-Err fein hacken. Schalotte und Knoblauch schälen und fein hacken. Frühlingszwiebeln putzen und feine Ringe schneiden.  Pilze putzen und in ganz feine Würfelchen scheiden. Karotte schälen und grob reiben. Es muss alles wirklich klein geschnitten werden, sonst habt Ihr später keinen Spaß beim Füllen der Dumplings.

Neutrales Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Schalotte, Knoblauch und die getrockneten Pilze darin anbraten, bis die Schalotte weich ist. Dann Frühlingszwiebel, Champignons und Karotte zugeben. Weiterbraten, bis die Pilze gegart und alle Flüssigkeit verdampft ist. Sesamöl und Sojasauce zugeben und kurz einkochen lassen. Jetzt die angerührte Stärke zugeben und unter Rühren kochen, bis alles abbindet. In eine Schüssel umfüllen und abkühlen lassen.

Jetzt zu den Teighüllen. Dafür die beiden Sorten Mehl zusammen mit dem Salz in eine Schüssel geben. Eine Mulde in die Mitte machen und 14 Esslöffel von dem Wasser hineingeben. Mit einem Löffel oder  – besser – mit einem Silikon -Teigschaber alles zu einem Teig verarbeiten. Dabei langsam und vorsichtig vorgehen, die Stärke staubt ziemlich. Teig sieht erst transparent aus, danach wird er weiß und klumpig. Wenn alles Wasser eingearbeitet ist, das Öl zugeben. Weiter mit dem Spatel arbeiten. Wenn der Teig zu trocken wirkt, noch etwas Wasser zugeben. Der Teig soll eher fest sein, er erinnert an Knetmasse. Nicht die harten Stangen Schulknete, sondern eher Playdough. Die Zutaten zu einem Ball pressen, auf die  Arbeitsfläche und den warmen Teig noch ein bis zwei Minuten kneten. Der Teig soll nicht brüchig sein, wenn man ihn presst. Wenn er bröckelig ist, etwas Öl auf eine Handfläche geben und durch Kneten in den Teig einarbeiten. Fertigen Teig in 4 Teile teilen, in einen Gefrierbeutel geben, luftdicht verschließen und 5 min ruhen lassen.

Jetzt bauen wir die Teigtaschen zusammen. Der Teig wird nicht ausgerollt. Chinesische Profis ziehen ihn mit dem Küchenbeil zu runden Teigscheiben aus. Mir war das (noch?) etwas zu spektakulär. Ich habe mit Gefrierbeutel und Wasserglas gearbeitet. Dafür aus einem Gefrierbeutel 2 Quadrate ausschneiden und sie jeweils auf einer Seite mit Öl einreiben.

Ein Stück Teig nehmen und auf der unbemehlten Arbeitsfläche zu einem länglichen Klotz formen. Den Klotz in 6 Teile schneiden. Jedes Teil zwischen den Handflächen zu einem flachen Kreis pressen. Je einen Kreis auf die geölte Seite des Frischhaltebeutels geben, den zweiten Beutel mit der geölten Seite auf den Teigkreis legen. Ein Wasserglas mit flachem Boden auf den Teigkreis stellen und kräftig pressen, bis man einen runden Teigfladen von ca. 2 mm Dicke hat. Das Plastik abziehen.

Zum Füllen einen Teigkreis in die leicht gewölbte Handfläche legen. Eine gut gehäuften Teelöffel der Füllung leicht von der Mitte weg auf die obere Hälfte des Wrappers legen; jeweils etwas Abstand zum Rand lassen. Die Enden zusammenbringen und durch Drücken zu einem Halbmond verschließen. Fertige Dumplings auf einem sauberen Geschirrtuch lagern.

Mit Hüllen pressen und füllen weitermachen, bis Teig und Füllung aufgebraucht sind. Es ist wichtig, dass Ihr portionsweise arbeitet und den nicht verwendeten Teig immer luftdicht verpackt; er trocknet leicht aus.

Fast geschafft – jetzt dämpfen wir. Ihr könnt dafür einen Wok und Bambuseinsätze verwenden oder einen Topf mit Dämpfeinsatz. Wichtig ist, dass Ihr den Einsatz mit Backpapier auslegt, damit die Dumplings nicht festkleben. Die Dumplings werden sieben Minuten über kochendem Wasser gedämpft. Die Hüllen gehen dabei ein wenig auf und werden durchscheinend.

Während die Dumplings dämpfen, kann man rasch den Dipp zusammenrühren: dafür Sojasauce und Essig in ein Schälchen geben. Die Chili in Ringe schneiden und zugeben.

Die Dumplings heiß mit dem Dipp servieren.