Möhrentajine mit Joghurt und Honigpinienkernen

möhrentajine

Diese Tajine aus “Orientalisch vegetarisch“* hat schlicht und ergreifend das Zeug zum Leibgericht. Karotten gehen hier sowieso immer…und Kichererbsen auch. Dazu Üppigkeit und feine Säure durch Joghurt, alles schön.

Aber der Knaller ist das Pinienkern-Topping. Das müsst Ihr ausprobieren. Wenn Ihr keine Karotten-Tajine mögt, dann werft das Topping meinetwegen woanders drüber 😉 , aber probiert es. Die leicht harzigen Pinienkerne, in Honig karamellisiert und mit Salz abgeschmeckt, die haben es mir echt angetan.

Man kann das Gericht (natürlich) auch ohne Tajine kochen. Ich habe einen ofenfesten Topf benutzt. Denn meine Lehm-Tajine, die funktioniert auf dem Indusktionsherd nicht. Und eh Ihr eine Edelstahl-Tajine oder etwas Ähnliches kauft – da tut es auch ein normaler Topf. Das Entscheidende an einer Tajine ist das Material, nicht die Form. (Auch wenn die Teile von Emile Henry hübsch sind……)

Für 4 Personen:

Tajine:

  • 1 große Zwiebel
  • 1 Möhre
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Cumin, gemahlen
  • 1 TL Koriander, gemahlen
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1 EL Honig
  • 400 gr. gegarte Kichererbsen (ca. 200 gr. Trockenware)
  • 400 gr. kleine, zarte Möhren, am besten Bundmöhren
  • 600 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 200 gr. Joghurt
  • 1 EL Speisestärke
  • 1 Eigelb
  • Koriandergrün zum Servieren

Honigpinienkerne:

  • 1 EL Butter
  • 1 TL Honig
  • 60 gr. Pinienkerne
  • 1 großzügige Prise Meersalz

Backofen auf 200°C Ober- Unterhitze vorheizen.

Für die Tajine Zwiebel, Knoblauch und die eine Möhre schälen und fein reiben. Das Öl in einem ofenfesten Topf erhitzen. Zwiebel, Knoblauch, geriebene Möhre, Gewürze und Honig darin ca. 10 min anschwitzen.

Inzwischen die restlichen Möhren vorbereiten: wer feine Bundmöhren hat, schrubbt sie gründlich unter fließendem Wasser und entfernt das Grün. Andere Karotten werden gewaschen und geschält, dann je nach Größe der Länge nach halbiert oder geviertelt und noch einmal quer durchgeschnitten.

Möhren und Kichererbsen in den Topf geben, Brühe angießen. Alles einmal aufkochen lassen, dann zugedeckt im heißen Ofen ca. 30 min garen.

Inzwischen den Joghurt in einer kleinen Schüssel mit Eigelb und Speisestärke verquirlen.

Für die Pinienkerne die Butter und Honig  in einer kleinen Pfanne erwärmen. Wenn die Butter geschmolzen ist, die Pinienkerne zugeben und alles salzen. Ca. 2 min braten, bis die Pinienkerne eine schöne goldbraune Farbe haben.

Die Joghurtmischung unterrühren. Nochmals vorsichtig erhitzen, aber nicht mehr kochen lassen. Die Tajine mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Anrichten in Schalen schöpfen, mit Pinienkernen und Korianderblättchen bestreuen.

Spargelsuppe mit Kartoffel und Limette zum #tierfreitag

spargelsuppe mit kartoffel und limette

Ich merke es gerade….auf mich ist kein Verlaß. Neulich habe ich Euch noch erzählt, wie konservativ bei weißem Spargel bin. Na, und nun komme ich Euch mit dieser cremigen Suppe daher. Kann man ja auch grade brauchen. Ich weiß nicht, wie es bei Euch ist, aber bei uns ist defintiv Suppenwetter 🙂

Nun, scheinbar habe ich jetzt doch genügend Spargel auf klassische Art gegessen….dieses Saison habe ich gut zugeschlagen und nun bin ich doch offen für was Neues. Und diese Suppe aus der “Slowly Veggie” hat mich sehr interessiert: Spargel in Kombination mit Kartoffeln, okay. Dazu Limette, gut. Dann noch Ingwer und Kurkuma…ob da wohl noch was vom Geschmack des Spargels übrig bleibt? Ja, er bleibt – die leichte Bitternote des Spargels macht sich gut in der Suppe und durch den Limettenabrieb und -Saft ist sie schön frisch.

Eins habe ich zu meckern….im Rezeptfoto ist die Suppe schneeweiß. Da hat man den Teelöffel Kurkuma wohl vergessen, der meine Suppe so schön gelb gefärbt hat.

Diese Suppe ist zufällig vegan – und deshalb darf sie beim #tierfreitag mitmachen.

Für 4 Portionen:

  • 500 gr. weißer Spargel
  • 3 große Kartoffeln (ich: mehlig kochende Sorte)
  • 1 Zwiebel
  • 3 cm frischer Ingwer
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 TL Kurkuma
  • 750 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • 2 Limetten (Bio)
  • etwas Koriandergrün zum Anrichten

Spargel und Kartoffeln schälen und waschen. Spargel in Scheiben schneiden, Kartoffeln würfeln. Zwiebel und Ingwer schälen und fein hacken.

Das Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebel und Ingwer darin andünsten, dann Spargel und Kartoffeln zugeben und kurz mitbraten, dann das Kurkuma einrühren.

Gemüsebrühe angießen, mit Salz würzen, Deckel auflegen, zum Kochen bringen und bei mittlerer Hitze in ca. 15- 20 kochen lassen, bis das Gemüse gar ist.

Inzwischen die Limetten heiß abwaschen. Die Schale abreiben, den Saft auspressen.

Die Suppe mit dem Pürierstab aufmixen, den Limettenabrieb einrühren. Mit Salz, Pfeffer, Muskat und Limettensaft abschmecken.

Zum Anrichten in Schalen geben und mit gehacktem Koriandergrün bestreuen.

Lasst es Euch schmecken!

Tajine mit neuen Kartoffeln, Salzzitrone und Oliven

kartoffeltajine

Es ist Freitag – Tierfreitag. Dazu gibt es eine feine, würzige Tajine. WIe das immer so ist, mir ist erst beim Kochen aufgefallen, dass das Gericht vegan ist.

Es ist ein einfacher, aber sehr aromatischer in der Tajine gekochter Eintopf nach einem Rezept von Virginie Besançon*. Ob das Ganze nun original marokkanisch ist  – ich weiß es nicht. Der Geschmack jedenfalls ist wunderbar: mit Salzzitrone kriegt man mich sowieso immer, und die neuen Kartoffeln harmonieren damit auf das Beste.

Am Rezept habe ich ein wenig geschraubt: Original kommen zwei Salzzitronen rein, diese werden geviertelt und mitgekocht. Ich habe mich mit einer Zitrone begnügt und die Schale verwendet; die kann man dann mitessen. Auf ein eingesalzenes Zitronenviertel würde ich eher nicht beißen wollen. Außerdem habe ich die Kartoffeln kürzer vorgegart und sie dafür länger in dem würzigen Sud garkochen lassen, damit sie mehr Geschmck annehmen.

Natürlich kann man das Rezept auch ohne Tajine nachbasteln 🙂

Für 4 Personen:

  • 1 kg neue Kartoffeln
  • Salz
  • Olivenöl
  • 2 weiße Zwiebeln
  • 2 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 TL Zimt
  • 2 TL Koriandersaat
  • 4 cm frischer Ingwer
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Rohrohrzucker (Rapadura)
  • 1 eingelegte Zitrone
  • 1 Prise Safranfäden
  • 24 schwarze Oliven (ich hatte Kalamata)
  • 1 Bund Koriander

Tajine vor Beginn 30 min wässern; ich wässere auch den Deckel. Ob das nötig ist? ich weiß es nicht…aber sicher ist sicher 😉 .

Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Ingwer schälen und fein reiben. Knoblauch schälen und in feine Scheibchen schneiden. Safranfäden in ca. 300 ml warmen Wasser einweichen. Die Salzzitronen zerteilen, das Fruchtfleisch herauskratzen und die Schale in feine Würfel schneiden. Korianderblättchen abzupfen und fein hacken.

Kartoffeln unter fließendem Wasser gründlich abschrubben, dann je nach Größe vierteln oder halbieren. Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen; die Kartoffeln darin 5 min vorgaren. Dann abgießen und zur Seite stellen.

Wasser aus der Tajine gießen, Topf auf den Herd stellen und bei mittlerer Hitze heiß werden lassen. Olivenöl hineingeben, darin die Zwiebeln glasig andünsten. Danach alle trockenen Gewürze, Ingwer, Knoblauch und Zucker geben und alles salzen. Die Mischung 5 min anschmoren.

Kartoffeln und Salzzitronen zugeben, das Safranwasser angießen. Deckel auflegen und die Dampfsperre mit Wasser füllen. Alles zum Kochen bringen und dann bei milder Hitze ca. 15 min köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind.

Oliven und Korianderblättchen unterheben. Eintopf nochmals abschmecken, womöglich braucht er noch etwas Zucker oder Salz.

Hühnchen-Tajine mit Salzzitrone und Oliven

hähnchentajine mit oliven und eingelegten zitronen

Salzzitrone! Ich liebe das. Ein Glas davon habe ich immer vorrätig. Sie laden in allem Möglichen, aber manchmal muss es auch ein Gericht sein, in dem das Aroma der Salzzitrone die Hauptrolle spielt. So wie in diesem saftigen, würzigen Schmorgericht aus Marokko. Das Hühnchen badet ausgiebig in einer kräuterwürzigen Marinade und schmort dann sachte in einer Tajine vor sich hin – ein Seelentröster-Essen, und ein einfach zuzubereitendes noch dazu. Kleine Randbemerkung: eine Tajine ist ein Topf aus Lehm; sozusagen ein marrokanischer Römertopf.

Gefunden habe ich das Rezept im Buch “Cook Caravan“*, einem wunderschönen Buch über die marokkanische Küche. Ich habe dieses Buch zur Verfügung gestellt bekommen, um mir die Caramelized-App näher anzusehen. Caramelized kennt Ihr? Es ist eine Kochbuch-App. Bislang gab es sie nur für Apple-Geräte, aber seit einigen Wochen gibt es die App auch für Android-Nutzer wie mich.

Nun bin ich eigentlich ein Fan des gedruckten Buches. Einen E-Reader habe ich zwar und finde ihn für unterwegs wirklich praktisch, aber Bücher die mir wirklich wichtig sind, kaufe ich in Papierform. Kochbücher auch. Das Blättern und Schmökern finde ich in elektronischer Form schwierig.

Die App hat mich trotzdem beeindruckt, und zwar positiv. Das liegt am Zusatznutzen 😉 Caramelized bietet nicht nur einfach Kochbücher. Sie sind auf eine sehr praktische Art aufbereitet, und das hat mir gefallen. Bei den Rezepten kann man zwischen verschiedenen Ansichten hin- und herschalten, nämlich zwischen Rezept – und Schritt für Schritt-Ansicht. Außerdem gibt es eine Funktion, um die Zutatenmengen umzurechnen…auf zwei Personen, auf acht….was man grade so braucht. Mein persönliches Highlight ist ehrlich gesagt der in die Rezepte eingebaute Timer: wenn da steht, dass das Huhn 50 min schmoren soll, patscht man auf die 50 Minuten-Angabe und ein Timer startet. Seit ich Kinder habe, bin ich notorisch abgelenkt und mache immer mehrere Sachen gleichzeitig – und deswegen sind Timer entsetzlich nützlich für mich. In manche Kochbücher sind auch kleine Videos eingebaut, das macht Spaß. Mankann auch mehrere Tabs gleichzeitig öffnen, was klasse ist, wenn man mehrere Gerichte auf einmal machen möchte – kein lästiges Blättern mehr. Absehen davon finde ich die Suchfunktion praktisch. Man gibt ein Stichwort ein und bekommt die Rezepte dazu aus allen Bücher, die man gespeichert hat, geliefert.

Die App gibt es kostenlos  im Google Play Store. Sie kommt mit einem kompletten Buch und einigen Vorschauen zum Reinspickern. Die Bücher muss man natürlich kaufen; das geht über den Shop der App.  Praktisch ist dabei, dass man auch einzelne Rezepte kaufen kann.

Jetzt zum Hühnchen – das hat uns alle begeistert. Saftig, frisch und würzig kommt es daher. Und nach ein wenig Vorbereitungs- und Marinierzeit kocht es sich von selbst.

Eine Tajine übrigens ist ein unglasierter Lehmtopf. Die schicken glasierten Keramikteile oder diejenigen aus Edelstahl  haben zwar die äußere Form einer Tajine; sind von deren Kocheigenschaften aber meilenweit entfernt. Meine Tajine kommt von hier. Ich sag das nicht, weil ich Geld dafür bekomme, sondern weil ich von der Original-Tajine überzeugt bin.

Für 4 Personen:

  • 1 Hühnchen, in 8 Teile geteilt oder die entsprechende Menge Hühnerschenkel
  • 1 Zwiebel, geschält und fein gehackt
  • 2 EL Sonnenblumenöl
  • 1 Salzzitrone
  • Schwarze Oliven, z.B. Kalamata

Für die Marinade:

  • 2 EL Koriandergrün, gehackt
  • 2 EL Blattpetersilie, gehackt
  • 2 Zehen Knoblauch, fein gehackt
  • Saft einer Zitrone
  • 1 TL gemahlener Ingwer
  • 1 TL Kurkuma
  • einige Fäden Safran, gemörsert und in etwas heißem Wasser eingeweicht
  • 1/2 TL Pfeffer
  • 1/2 TL Salz

Zunächst die Marinade vorbereiten: Dazu alle Zutaten vermischen, dann das Hühnchen gründlich mit der Marinade einreiben. Hühnchen in eine Schüssel geben, zudecken und mindestens 2 h marinieren lassen, besser noch über Nacht.

Wenn es ans Kochen geht, die Tajine und den Deckel ca. 30 min wässern.

Dann auf den Herd stellen und bei mittlerer Hitze heiß werden lassen. Öl hineingeben und die Hünchenteile von allen Seiten goldbraun anrösten. Hühnchen dann aus der Tajine nehmen und warmstellen.

Die Zwiebeln in die Tajine geben und glasig dünsten. Dann das Hühnchen wieder hineingeben, restliche Marinade und etwas Wasser zugeben. Deckel aufsetzen und die Dampfsperre mit Wasser füllen. Hühnchen auf  kleiner Flamme ca. 50 min schmoren lassen. Ab und zu nachschauen, ob noch genug Flüssigkeit in der Tajine ist, und nötig, ein wenig dazugeben.

Die Zitrone mit Wasser abbrausen und in feine Streifen schneiden. Zusammen mit den Oliven zum Hühnchen geben und alles nochmal 10 min köcheln lassen, damit die Aromen sich verbinden können.

Zum Anrichten etwas Zitronensaft über das Hühnchen geben und mit gehackter Petersilie und Koriander bestreuen.