Reisnudelsuppe mit Hackfleischklösschen

Ich gebe es ja zu, die Variationen von Teig aus Reismehl, die Leela Punyaratabandhu in ihrem Buch über die Kochkunst Bangkoks* zeigt, haben mich in ihren Bann gezogen.

Diese Suppe hier ist ein Klassiker; die Nudeln heißen auch Nudeln nach Teochew-Art. Sie werden von Hand so gerollt, dass sie in der Mitte eine Verdickung haben und an den Enden spitz auslaufen. Die Nudeln bestehen aus Tapiokastärke und Reismehl, sind also glutenfrei. Das Rollen macht Spaß, und nach dem Kochen hat man wunderbar zarte, seidige Nudeln.

Die Nudeln landen in einer Suppe auf der Basis von Hühnerbrühe – das kann man ja gerade im Herbst gut brauchen. Als Einlagen gibt es Fleischbällchen, blanchierte Bohnensprossen und eingelegten Kohl. Weitere Toppings kann sich jeder bei Tisch nehmen, wie er möchte.


Für 4 Personen:

Nudeln:

  • 190 g Tapiokastärke
  • 75 g Reismehl, plus etwas zum Arbeiten
  • 75 g Klebreismehl
  • 1/2 TL Salz
  • 2 EL neutrales Öl
  • 480 ml kochendes Wasser (man braucht nicht alles)

Suppe:

  • 3 l Hühnerbrühe
  • 450 g Schweinehack
  • 1 EL helle thailändische Sojasauce
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Fischsauce zum Abschmecken
  • 2 EL eingelegter Kohl (Asia-Shop)
  • 200 g Bohnensprossen
  • 1 Frühlingszwiebel, in Ringe geschnitten
  • 5 g Korianderblätter
  • 2 EL gebratener Knoblauch (siehe unten)
  • 2 EL Knoblauchöl (siehe unten)

Zum Würzen bei Tisch:

  • Fischsauce
  • Zucker
  • Chilipulver

Gebratener Knoblauch und Knoblauchöl:

  • 2 Knollen Knoblauch
  • 180 ml neutrales Öl

Zunächst zum Knoblauch, Öl und gebratener Knoblauch können auf Vorrat hergestellt werden. Knoblauch in Zehen teilen, schälen und fein würfeln.

Öl und Knoblauch in einer kleinen Pfanne bei mittlerer Hitze ca. 5 min braten, dabei hin und wieder umrühren. Hitze etwas reduzieren und weiterbraten, bis der Knoblauch hellbraun ist. Öl durch ein Sieb in eine Flasche gießen. Knoblauch auf Küchenpapier abtropfen lassen, dann einen luftdichten Behälter füllen.

Für die Nudeln die Mehlsorten mit dem Salz in einer Schüssel vermengen. Das Öl mit einem Kochlöffel einarbeiten. Nun nach und nach das Wasser in einem dünnen Strahl angießen und mit dem Kochlöffel in das Mehl rühren. Sobald ein Teigball entsteht, der sich vom Rand der Schüssel löst, kein Wasser mehr zugeben. Den Teig in der Schüssel durchkneten, in Frischhaltefolie packen und 30 min ruhen lassen.

Teig in 4 gleiche Portionen teilen. Mit einer Portion arbeiten, die restlichen eingewickelt lassen, damit sie nicht austrocknen. Hände und Arbeitsfläche leicht mit Reismehl bestäuben und eine Teigportion zu einem 1 cm dicken Strang rollen. Strang in 2,4 cm lange Stücke schneiden und jedes Stück mit den Handflächen zu einer Nudel mit spitz zulaufenden Enden rollen. Die Nudeln sind ca. 10 cm lang und in der Mitte ungefähr einen cm dick. Fertige Nudeln auf der leicht mit Reismehl bestäubten Arbeitsplatte lagern. Mit den restlichen Teigportionen ebenso verfahren.

Für die Suppe die Brühe in einem Topf zum Kochen bringen.

Inzwischen für die Fleischbällchen das Hackfleisch in eine Schüssel geben und mit Sojasauce und Pfeffer vermischen. Mit den Händen zu kleinen Bällchen rollen. Sobald die Brühe kocht, die Hitze reduzieren und die Bällchen nach und nach in die Brühe geben. Die Brühe mit Fischsauce abschmecken und auf ganz niedriger Hitze simmern lassen.

In einem zweiten Topf 2 l Wasser zum Kochen bringen. Bohnensprossen darin kurz blanchieren, dann mit einem Schaumlöffel herausheben und in einem Sieb abtropfen lassen. Jetzt die Nudeln in das Wasser geben. Einmal umrühren, damit sie nicht zusammenkleben. Die Nudeln sind gar, sobald sie an die Oberfläche gestiegen sind. Dann mit einem Schaumlöffel herausholen und in die Brühe geben.

Zum Servieren Schalen bereit stellen. In jede Schale einen Teil der Bohnensprossen und etwas eingelegten Kohl geben. Darauf etwas von der Suppe mit Nudeln und Fleischbällchen schöpfen. Mit Frühlingszwiebelringen, Korianderblättchen und gebratenem Knoblauch garnieren und mit etwas Knoblauchöl beträufeln.

Bei Tisch kann dann jeder die Suppe nach Geschmack mit Fischsauce, Chilipulver und Zucker würzen.


 

Erbsen-Kokossuppe mit gebratenen Garnelen

Suppe gibt es hier oft als leichtes Abendessen – etwas Brot dazu, die Mahlzeit ist gerettet. Und Erbsen habe ich immer da. In der Tiefkühle – das ist toll. Frische Erbsen haben nur ja nur kurz Saison, und ehrlich gesagt, mache ich mir da meist gar nicht die Mühe, etwas damit zu kochen. Auslösen und futtern. Ok, vielleicht vorher kurz in Butter schwenken. Tiefkühlerbsen sind mein Notvorrat für die schnelle Küche.

Pasta in Erbsen-Schinken-Sahne-Sauce ist so ein Essen, das im Notfall fix auf dem Tisch steht und alle glücklich macht. Oder eben eine Suppe – da sind die Erbsen eine Basis für alle möglichen Ideen.

Ich mag ja Rezepte, die verschiedene Kochtraditionen mischen – so wie dieses hier. Die Kombination Erbse-Minze bringt einen gedanklich erst mal nach Großbritannien. Das Rezept kommt aber aus Neuseeland –  und wenn dann Kokosmilch, Sojasauce und Kreuzkümmel ins Spiel kommen, merkt man gleich, dass es da auch andere Einflüsse gibt. Und das Topping aus gebratenen Garnelen ist auch nicht zu verachten.


Für 4 Portionen:

  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 450 g Erbsen, TK-Ware
  • 400 ml Hühnerbrühe
  • 1/2 Bund Minze
  • 100 g Kokosmilch
  • 2 EL helle Sojasauce
  • Salz
  • Cayennepfeffer
  • 250 g Garnelen, geschält
  • 1 EL süße Sojasauce

Zwiebel schälen und fein hacken.

1 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebel darin glasig anschwitzen. Kreuzkümmel kurz mitrösten, dann die Erbsen zugeben und 3 min mitbraten. Brühe angießen, alles aufkochen und bedeckt 20 min köcheln lassen.

Minze zupfen und die Blätter in Streifen schneiden. Einige Streifen zum Garnieren beiseite legen, den Rest in die Suppe geben und kurz mitziehen lassen.

Die Suppe pürieren, Kokosmilch zugeben und mit  1 EL heller Sojasauce, Limettensaft, Salz und Cayennepfeffer würzen.

1 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Garnelen hineingeben, kurz wenden, dann mit heller und süßer Sojasauce ablöschen. Kurz weiterbraten, dann von der Hitze nehmen.

Zum Servieren die Suppe auf Teller verteilen und mit Minze und Garnelen bestreut servieren.


 

Japanische Maissuppe

Es sieht auf den ersten Blick nicht so aus, aber das hier ist eine typisch japanische Suppe. Es ist eines der Gerichte, die aus dem Ausland übernommen und an den japanischen Geschmack angepasst wurden, ein Gericht der yoshoku-Küche (洋食). yoshoku heißt westliches Essen, im Gegensatz zu washoku (和食), der traditionellen japanischen Küche.

Die Suppe ist ein richtiger Gaumenschmeichler, sie ist cremig, üppig und leicht süß. Damit es nicht zu langweilig wird, gibt Tim Anderson*, von dem ich das Rezept gemopst habe, noch etwas Mais im Ganzen hinein. Ich habe die Suppe außerdem mit etwas Hühnerbrühe gestreckt. An das Original kommt nur Sahne, da hätte ich wohl eher Maispüree bekommen. Vegetarier können natürlich Gemüsebrühe verwenden.

Ich sagte schon, die Suppe ist äußerst beliebt in Japan. Man bekommt sie nicht nur im Restaurant, sondern auch als gewärmte Dose im Getränkeautomaten. Und natürlich gibt es sie auch als Tütensuppe, die man nur noch mit heißem Wasser aufgießen muss. Aber das brauchen wir nicht, wir machen unsere Suppe frisch. Und zwar so:


Für 4 Portionen:

  •  25 g Butter
  •  1/4   Zwiebel
  •  400 g  Mais frisch vom Kolben geschnitten oder TK
  •  240 ml  Sahne
  • 250 ml Hühnerbrühe
  •  Salz, Pfeffer aus der Mühle
  •  1  Prise  Zucker
  •  200 ml  Milch
  •  2 EL Mehl
  • 30 g  Parmesan, frisch gerieben
  • 150 g  Mais aus der Dose

Zwiebel schälen und in feine Streifen schneiden. Dosenmais abtropfen lassen.

Butter in einem Topf schmelzen. Zwiebel darin glasig andünsten. Mais, Sahne, Hühnerbrühe, Salz, Pfeffer und Zucker zugeben und alles sanft köcheln lassen, bis der Mais gar ist. TK-Mais muss vorher nicht aufgetaut werden.

Mehl und Milch zu einer glatten Masse verquirlen, zur Suppe geben und alles unter Rühren eindicken lassen. Glatt mixen und den Parmesan unterheben.

Dosenmais zugeben, Suppe nochmals erhitzen, mit Salz abschmecken und servieren.


Inspiration:

 

Wildreis-Chowder

Es ist immer wieder ein großer Spaß, bei der kulinarischen Weltreise mitzumachen. Vielen Dank für’s Organisieren, Volker!

Wobei ich gestehen muss – diesen Monat geht es nach Kanada, und das war eine kleine Herausforderung für mich. Was ich in den Weiten des Netzes fand, riss mich nicht so vom Hocker, und was ich anschließend ausprobierte, auch nicht. Blockade, sozusagen. Also zurück auf Anfang, lassen wir das mit dem Internet. Wozu hat man schließlich das eine oder andere Kochbuch – wobei ich feststellen musste, Kanada ist da, gelinge gesagt, unterrepräsentiert.

Aber im vegetarischen Lieblingskochbuch* gibt es immerhin drei (!) kanadische Rezepte. Am besten gefallen hat mir da diese Suppe, also los:

Wildreis ist eigentlich kein Reis; es sind die Samen eines Wassergrases. Früher war er ein Grundnahrungsmittel der indianischen Ureinwohner, heute wird er auch kultiviert. Er schmeckt wunderbar nussig und ein wenig rauchig; ich verwende ihn normalerweise gern in einer Mischung zusammen mit Vollkornreis.

Der Chowder ist eine sehr sättigende Suppe mit einer samtigen, cremigne Konsistenz. Es wird keine Brühe verwendet, sondern das Kochwasser des Reises; dadurch kommt das Aroma noch besser zur Geltung.


Für 4 Portionen:

  • 190 g Wildreis
  • 1 l Wasser
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 EL Olivenöl
  • 200 g Champignons
  • 2 Stangen Sellerie
  • 1 grüne Paprikaschote
  • 1 rote Paprikaschote
  • 4 EL Mehl
  • 375 ml Milch
  • 125 g Sahne

Wildreis in ein feinmaschiges Sieb geben und abbrausen.

Mit dem Wasser in einen Topf geben, Lorbeerblätter zugeben, alles leicht salzen, zum Kochen bringen und den Reis köcheln lassen, bis er weich ist. Das dauert zwischen 40 und 50 min. Reis nicht abgießen, wir brauchen das Kochwasser noch.

Inzwischen Zwiebel schälen und hacken. Pilze putzen und hacken, ebenso Sellerie und beide Sorten Paprikaschote.

Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebel darin glasig anbraten, dann Pilze, Sellerie und Paprikaschoten zugeben. Salzen, dann unter Rühren braten, bis alles weich ist.

Das Gemüse mit dem Mehl bestäuben und alles unter Rühren ca. 3 min rösten. Den Reis mitsamt dem Garwasser zugeben und alles unter Rühren zu Kochen bringen. MIlch und Sahne zugeben und die Suppe noch kurz köcheln lassen. Wenn sie zu dick ist, noch etwas Flüssigkeit zugeben.

Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und gleich servieren.


Für mehr kanadische Rezepte bitte hier entlang:

The Road Most Travelled: Nanaimo Bars

Küchenlatein: Poutine und Habitant Pea Soup

Backmädchen 1967: Nanaimo Bars

Fränkische Tapas: Saibling grillen wie die Indianer und Piroggen aus Manitoba

Liebe & Kochen: Butter Tartes

Zimtkringel: Maple Fennel Bacon und Butter Tart Pinwheels

Küchenmomente: Moose Farts

Chili und Ciabatta: Geschmorter Ancho-Rehbraten mit Bacon und cremigem Kartoffelpüree mit Frühlingszwiebeln und  Toutons und traditionelles Weißbrot aus Neufundland

Brotwein: Topfbrot ohne Kneten

Savory Lens: Blueberry Grunt

Brittas Kochbuch: Schweinerippchen in Ahornsirup

Papilio Maackii: Blueberry Grunt

Volker mampft: Montreal Bagels und Mac and Cheese

Gourmandise: Ahornsiruplimonade und Schweinerippchen mit Hash Browns

Mein wunderbares Chaos: No Bake Himbeer Nanaimo Bars

Kamo nanban soba (南蛮そば鴨) – Soba nach Art der Barbaren im Süden

Es wird Zeit für eine Nudelsuppe; Rezepte genug gibt es ja in “Asia Noddles“*. Diese hier kommt aus Japan: Buchweizennudeln in einer würzigen, süß-salzigen Brühe mit Entenbrust und gebratenem Lauch.

Der Rezepttitel mag etwas seltsam klingen, aber tatsächlich ist das eine klassische japanische Zubereitung. Vor sehr langer Zeit galt in Japan jeder, der aus dem Süden kam – also zum Beispiel Vietnam oder China – als Barbar. Das Wort dafür ist 南蛮 (nanban ) und dieses Wort wurde dann im Lauf der Zeit für alle Speisen verwendet, die exotische Zutaten, wie in diesem Fall Ente, verwenden und süß-salzig gewürzt sind. Kamo (鴨) bedeutet Ente; mit Hühnchen heißt das Gericht dann tori nanban soba (鳥 蛮そば鴨).

Wie auch immer es um den Namen bestellt ist – die Suppe ist toll. Das liegt zum größten Teil an der Brühe: Ente, Lauch und Soba liegen in Tsuyu, das ist eine Mischung aus der bekannten Dashi mit einem Anteil an Kaeshi, einer Würzung aus Sojasauce, Mirin und Zucker. Das gibt einen tiefen, süß-salzigen Geschmack. Und Ente, Lauch und erdige Soba tun ihr Übriges.


Für 4 Portionen:

  • 400 g Soba
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 1 Stange Lauch
  • 1 Entenbrustfilet
  • Shichimi Togarashi zum Servieren (Rezept zum Selbermachen siehe hier)

Für die Brühe:

  • 10 ml Mirin
  • 15 g Zucker
  • 100 ml japanische Sojasauce
  • 10 g Kombu
  • 20 g Katsuoboshi (Bonitoflocken)

Brühe:

Zuerst zur Brühe; diese setzt sich aus 2 Komponenten zusammen. Für die Kaeshi Mirin, Zucker und Sojasauce in einem kleinen Topf erhitzen, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Das Ganze soll nicht kochen. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Für das Dashi den Kombu mit einem feuchten Tuch abwischen und mit einem Liter Wasser in einen Topf geben, dann mindestens eine Stunde einweichen lasssen.

Das Wasser ganz leicht zum Sieden bringen; es darf nicht kochen. Kombu herausnehmen. Die Thunfischflocken hineingeben, Topf von der Hitze nehmen und stehen lassen, bis die Flocken zum Boden gesunken sind. Brühe durch ein mit Küchenpapier ausgelegtes Sieb abgießen.

Für die endgültige Brühe die Kaeshi mit 700 ml der Dashi in einem Topf vermischen und vorerst beiseite stellen.

Ente und Nudeln:

Frühlingszwiebel in Ringe schneiden. Lauch putzen, in Ringe schneiden, in ein Sieb geben und gründlich waschen.

Entenbrust in ca. 5 mm dünne Streifen schneiden. Eine Pfanne stark erhitzen und das Fleisch darin ohne Fettzugabe anbräunen. Fleisch herausnehmen.

Den Lauch in die Pfanne geben und im Entenfett goldbraun braten.

Die Brühe erhitzen, Entenbrustscheiben und Lauch hineingeben.

Soba nach Packungsanleitung bissfest garen.

Zum Servieren die Nudeln auf Schalen veteilen. Die heiße Brühe mit dem Entenfleisch und dem Lauch darüber schöpfen und alles mit Frühlingszwiebeln und Shichimi Togarashi bestreut servieren.


 

Blumenkohlsuppe mit Ras El Hanout und Krebsfleisch

Diese  Suppe ist ein schönes Beispiel dafür, wie Nargisse Benkabbou* marokkanische Ideen und Aromen an Gerichte bringt, ursprünglich nicht aus Marokko kommen.

Eine sahnige Suppe mit Blumenkohl und  – eben – Sahne würde man nicht unbedingt nach Marokko verorten, aber das Ras el Hanout sorgt dann doch für die gewisse Note. Ras el Hanout bedeutet “Kopf des Ladens” und ist eine sehr komplexe Gewürzmischung. Sie ist inzwischen überall gut erhältlich; allerdings sollte man auf die Qualität achten; günstige Mischungen bestehen oft nur aus Kreuzkümmel und Koriander. Ras el Hanout gibt nicht nur marokkanischen Gerichten das gewisse Etwas; es passt zu sehr viel; auch in Kuchen, übrigens. Und in dieser Suppe ist es, neben dem Krebsfleisch, das Tüpfelchen auf dem i.

Die Suppe ist cremig und würzig – Blumenkohl, Krebsfleisch und Ras el Hanout sind eine traumhafte Kombination.


Für 4 Portionen:

  • 600 g Blumenkohl
  • 3 Schalotten
  • 2 EL Olivenöl plus etwas zum Servieren
  • 3 Zehen Knoblauch
  • Salz
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 1 TL Ras el Hanout
  • 200 g Krebsfleisch
  • 200 g Schlagsahne
  • Kürbiskerne zum Garnieren

Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Schalotten schälen und grob hacken. Knoblauch schälen und ebenfalls hacken.

Blumenkohl in Röschen teilen. Blumenkohlröschen in einer Auflaufform mit Schalotten, Knoblauch und Salz vermischen und im Ofen 30 min backen.

Den Inhalt der Form in einen Topf geben. Die Gemüsebrühe, 250 ml Wasser und das Ras el Hanout einrühren. Salzen, bei großer Hitze zum Kochen bringen. Deckel auflegen, Hitze reduzieren und Suppe 30 min köcheln lassen.

Suppe mit dem Stabmixer pürieren. Krebsfleisch und Sahne zugeben und mit Salz abschmecken.

Suppe zum Servieren in Schalen schöpfen, mit Olivenöl beträufeln und mit Kürbiskernen bestreut servieren.


 

Polenta-Gorgonzola-Suppe mit Pilz-Topping

Ich esse wirklich gerne Suppe. Bei meiner Eltern gab es immer die klassische Abfolge Suppe – Süßspeise, das fand ich toll. Heute reichen mir tatsächlich Suppe und etwas Brot dazu.

Es gibt so Abende, da sind die Kids inzwischen unterwegs und mein Mann und ich essen alleine. Oft geht er danach noch zum Sport, dann muss man sich vorher nicht unnötig vollstopfen – so langsam werden diese Abende zu Suppen-Abenden.

Diese Suppe  hier habe ich in einer Ausgabe der “So isst Italien” gefunden – und sie war optimal, den letzten Rest Polentagriess loszuwerden und auch gleich noch die Champignons zu verarbeiten, die in der Abokiste waren. Die Suppe ist schön cremig und sättigend, dank Gorgonzola auch würzig und nicht zu schwer. Die gibt es mal wieder….


Für 4 Portionen:

  • 2 Schalotten
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Olivenöl
  • 100 g Polentagrieß (keine Instantpolenta!)
  • 1,25 l Gemüsebrühe; ggf. etwas mehr
  • 1 EL Zitronensaft
  • 100 g Gorgonzola
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 2 EL Butter
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Knoblauch und Schalotten schälen und fein hacken. 1 EL Öl in einem Topf erhitzen; Knoblauch und Schalotten darin glasig anbraten. Polentagriess zugeben und kurz mitrösten. Brühe angießen, alles unter Rühren zum Kochen bringen und die Suppe 15 min köcheln lassen; dabei hin und wieder umrühren. Wenn die Suppe zu dick wird, noch etwas Brühe angießen.

Inzwischen die Pilze putzen und blättrig schneiden, dann mit dem Zitronensaft vermischen. Gorgonzola würfeln. Petersilie zupfen und hacken. Käse zur Suppe geben und unter Rühren darin schmelzen lassen. Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Butter mit restlichem Öl in einer Pfanne erhitzen. Champignons bei großer Hitze braten, bis sie ihre Flüssigkeit abgegeben haben und leicht gebräunt sind. Salzen und pfeffern.

Einen Großteil der Petersilie unter die Suppe rühren. Suppe auf Schalen oder Teller verteilen, mit Champignons und der restlichen Petersilie garnieren.


 

Tomatensuppen-Würfel

Wäre ich eine US-amerikanische Lifestylebloggerin würde ich schreiben – lebensverändernde Suppenwürfel ;-).

Es ist nämlich so … gerade in der kühlen Jahreszeit steht mir hin und wieder der Sinn nach einem Schluck warmer Suppe oder Brühe. Es muss nicht viel sein, nur eine kleine Tasse, um die Lebensgeister zu wecken das kleine Hungerloch bis zur nächsten Mahlzeit zu überbrücken. Klar kann man einen großen Vorrat an Brühe kochen, aber selbst wenn ich das dann portionsweise einfriere dauert es ganz schön, bis alles aufgetaut ist und ich hinter meiner ersehnten Tasse Suppe sitze.

Und genau deshalb hat mich dieses Rezept von Makiko Itoh* richtig schnell in die Küche gebracht – das ist sozusagen selbstgemachte Instantsuppe. Die Basis ist Tomatenmark, Karotte und Paprika sind auch dabei. Die Basis wird portionsweise eingefroren und ergibt, mit heißem Wasser aufgegossen ganz fix eine Suppe. Also fix ohne Fixprodukte.

Schmeckt nicht nur und tut gut, sondern ist übrigens auch richtig gesund – Tomatenmark enthält viel Lycopin, ein Carotinoid, das freie Radikale im Körper unschädlich macht und vorbeugend bei Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirkt.


Für ca. 20 Portionen:

  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 rote Paprika
  • 1 Karotte
  • 225 g Tomatenmark
  • 1 TL getrockneter Thymian
  • 1 El Gemüsebrühpulver
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Paprika putzen und in kleine Stücke schneiden. Karotte schälen und fein würfeln.

Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebel darin glasig anbraten, dann Knoblauch, Paprika und Karotte zugeben und alles braten, bis es weich ist. Aus der Pfanne nehmen, in einen Messbecher füllen und abkühlen lassen.

Alle anderen Zutaten ebenfalls in den Messbecher geben und alles mit dem Pürierstab fein mixen. Mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Das Ganze darf ruhig etwas überwürzt schmecken; es kommt ja später Wasser dazu.

Makiko Itoh rollt die Masse zu Bällchen und friert sie dann ein; ich finde, das ist eine Herausforderung – die Masse ist sehr weich. Ich habe alles in die Mulden einer Silikon-Financièreform* gefüllt und so eingefroren. Wenn alles durchgefroren ist, kann man die Würfel in einen Gefrierbeutel geben und portionsweise entnehmen.

Zum Servieren einen Würfel mit 180 ml kochendem Wasser aufgießen und umrühren.


 

Graupen-Kräuter-Suppe

Das ist ein Gericht, das sehr typisch für die persische Küche ist: der Umgang mit Kräutern ist ein ganz anderer, als wir es in Mitteleuropa gewohnt sind. Wir benutzen Kräuter gerne als würzende oder dekorative Elemente, in der persischen Küche sind sie gerne auch einmal die Hauptzutat; man denke nur an den Kräuterteller oder das Omelette mit Kräutern, das gerne auf dem dem Tisch steht.

So ist es auch bei dieser Suppe aus “Persisch vegetarisch“*: es sind Graupen drin und Linsen, das macht wohlig satt. Die Hauptsache aber sind die vielen Kräuter. Das schmeckt nicht nur toll und sorgt für Farbe, sondern gerade im Immer-noch-Winter, wenn frische Grünzeug nicht so toll verfügbar ist wie im Sommer, wirkt das richtig aufmunternd.

Traditionell wird die Suppe mit Kashk, also getrocknetem Joghurt verfeinert. Wer das nicht zur Verfügung hat, kann statt dessen Sauerrahm verwenden. So habe ich es gemacht.


Für 4 Portionen:

  • 75 g grobe Gerstengraupen
  • 2 Zwiebeln
  • Rapsöl zum Braten
  • 100 g glatte Petersilie
  • 100 g Koriandergrün
  • 200 g Blattspinat
  • 1/2 TL gemahlene Kurkuma
  • 75 g grüne Linsen
  • 100 ml Kashk oder 100 g saure Sahne
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 EL getrocknete Minze

Die Graupen in ein feinmaschiges Sieb geben, abbrausen, dann in einen großen Topf geben, 2 cm hoch mit Wasser bedecken und mindestens 2 h einweichen.

Die Linsen ebenfalls abbrausen, dann zu den Graupen in den Topf geben und alles 30 min köcheln lassen. Dabei nach Bedarf weiteres Wasser angießen.

Während alles kocht, die Zwiebeln schälen und fein hacken. Kräuter zupfen, Spinat putzen, alles fein hacken.

Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin goldgelb anbraten. Kräuter, Spinat und Kurkuma zugeben und alles bei mittlerer Hitze unter Rühren weitere 5 min braten.

Kräuter und Zwiebeln und Graupen und Linsen geben, alles bei mäßiger Hitze weitere 30 min köcheln lassen. Wenn die Suppe zu dick wird, weiteres Wasser angießen.

Wer Kashk verwendet, verdünnt ihn mit 100 ml Wasser und läßt die Mischung in einem Topf 20 min köcheln. Danach zur Suppe geben. Sauerrahm einfach am Ende des Kochvorganges zur Suppe geben. Suppe mit Salz und Pfeffer würzen.

Knoblauch schälen und fein hacken. 2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen, den Knoblauch darin goldgelb braten. Minze zugeben und kurz mitbraten.

Suppe in Schalen schöpfen und mit der Knoblauchmischung bestreut servieren


Suppe der Braut Ezo

Das ist eine herrlich sämige, sättigende Suppe und ein Rezept, wie ich es mag – es wird aus einfachen Zutaten das Beste herausgeholt. Es gibt verschiedene Versionen, was die Würzung angeht; Basis der Suppe sind aber immer rote Linsen, dazu kommen ein wenig Bulgur und Reis. In dieser Version, die ich in “Türkei vegetarisch“* gefunden habe, wird die Suppe zusätzlich noch mit einer Mehlschwitze gebunden; gewürzt wird mit Paprikamark und Minze. Ich habe zum Servieren noch etwas Chilibutter darauf geträufelt; wenn man das weglässt oder statt dessen Chiliöl nimmt, dann ist die Suppe vegan.

Die Suppe kann komplett aus dem Vorrat gekocht werden – und mit ihrer molligen Konsistenz und ihrem tiefen Aroma ist sie ein echter Seelentröster. Und der Legende nach, die sich um die Suppe rankt, war das für die Erfinderin des Rezeptes auch dringend nötig:

Ezo gab es wirklich; sie soll eine richtige Schönheit gewesen sein und wurde zweimal zwangsverheiratet. Beim zweiten Mal wurde sie mit einem Cousin verheiratet, der in Syrien lebte. Sie hatte großes Heimweh und ist sehr jung und weit weg von zuhause gestorben. Die Suppe hat sie mit dem gekocht, was gerade im Hause war, denn sie lebte in Armut.

Im Rezept wird Salça verwendet. Das ist ein Tomaten-Paprikamark, das es im orientalischen Laden zu kaufen gibt; es gibt es in mild und scharf. Wer keines bekommt, kann zur Not Paprikamark aus dem Supermarkt und etwas scharfes Paprikapulver verwenden.


Für 6 Portionen:

  • 20 g Risottoreis
  • 40 g grober Bulgur
  • 200 g rote Linsen
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • etwas frisch gehackte Minze zum Servieren

Mehlschwitze:

  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Mehl
  • 2 TL Salça
  • 400 ml Gemüsebrühe
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • 1 TL getrocknete Nana-Minze

Chili-Butter:

  • 2 EL Butter
  • 1 TL Salça
  • 1/4 TL Pul Biber
  • 1/2 TL getrocknete Nana-Minze

Zunächst für die Suppe Reis, Bulgur und Linsen in ein feinmaschiges Sieb geben und unter fließendem Wasser spülen, bis das Wasser klar bleibt.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken.

Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebel glasig anbraten, dann den Knoblauch zugeben und kurz mitbraten. Linsen, Reis und Bulgur zugeben und alles weitere 3 min braten. 1,25 l kochendes Wasser angießen, das Lorbeerblatt zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen, alles zum Kochen bringen und bei mäßiger Hitze 15 min köcheln lassen.

Für die Mehlschwitze das Olivenöl in einem Topf erhitzen. Mehl zugeben und unter Rühren anschwitzen. Salça zugeben, unter Rühren eine Minute weiter rösten.

Die Gemüsebrühe angießen, alles unter Rühren aufkochen lassen und unter Rühren köcheln lassen, bis alles glatt ist. Paprika und Minze zugeben.

Die Mehlschwitze zur Suppe in den Topf geben und alles weitere 15 min köcheln lassen.

Inzwischen für die Chili-Butter die Butter in einem Töpfchen schmelzen und alle anderen Zutaten einrühren. Beiseite stellen.

Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Servieren in Schalen oder tiefe Teller schöpfen,mit Chili-Butter beträufeln und mit frischer Minze bestreuen.

Rezept-Anmerkungen

Salça ist ein Tomaten-Paprikamark, das es im orientalischen Laden zu kaufen gibt; es gibt es in mild und scharf. Wer keines bekommt, kann zur Not Paprikamark aus dem Supermarkt und etwas scharfes Paprikapulver verwenden.