Grüne Bohnen nach Südstaaten-Art aus dem Slowcooker

Zugegeben, Bohnen sehen schöner aus, wenn man sie nur so lange gart, dass sie ihre tolle grüne Farbe noch behalten. Diese hier sehen nicht ganz so frisch aus. Auf dem Food-Foto in Hugh Achesons Slow-Cooker-Buch* sind sie sogar noch viel tarnfarbener.

Aber Optik hin, Optik her – diese Bohnen sind der Hammer. Die werden hier sicherlich noch oft auf dem Tisch stehen. Durch die lange Garzeit verbinden sich die Aromen; die Bohnen selbst schmecken nussig und ein wenig süß. Und die Sauce aus Hühnerbrühe, Essig, etwas Süße, Chiliflocken und Speck ist schlecht genial. Meine Bohnen waren etwas früher fertig als die Hauptmahlzeit, zu der sie serviert werden sollten und ich habe sehr viel genascht.

Das Ganze ist eigentlich eine Beilage, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es das nächste Mal als Hauptmahlzeit hier auf den Tisch kommt; ich bin wirklich hingerissen.

Vier Portionen als Beilage:

  • 400 g grüne Bohnen (Buschbohnen)
  • 50 g Räucherspeck am Stück
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 60 ml Apfelessig
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 2 Zweige Thymian
  • 250 ml Hühnerbrühe
  • 1 EL Honig (original: Zuckerrohrsirup)
  • Salz

Slowcooker 20 min auf “low” vorheizen. Ich habe mir das gespart. Ich habe das Gericht im Instant Pot gekocht und darin auch den Speck angebraten, damit war alles schon genug vorgeheizt.

Bohnen waschen, die Enden abschneiden und die Bohnen trocken tupfen.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken, Speck in feine Würfel schneiden.

Eine Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen und den Speck darin ca 10 min anbraten, bis das meiste Fett ausgetreten ist. Zwiebel und Knoblauch zugeben, noch ca. 5 min weiterbraten, bis alles weich ist, dann Essig und Chiliflocken zugeben. Aufkochen und eine Minute kochen lassen, dann von der Hitze nehmen.

Bohnen in den Einsatz des Slowcookers geben. Speckmischung, Brühe, Thymian und Honig zugeben und alles salzen.

Auf “low” 4 Stunden garen.

Mit Salz abschmecken. Bohnen auf eine Servierplatte geben und mit etwas Sauce anrichten.

Fleischbällchen in Tomaten-Spinatsauce aus dem Slowcooker

Fleischbällchen kann ich hier wirklich oft auf den Tisch bringen – und tue das auch gerne. Sie sind so variabel, was das Servieren angeht und auch die Rezeptideen sind Legion. Diese Variante von Hugh Acheson* hat uns besonders positiv beeindruckt.

Die Fleischbällchen sind superfluffig – es ist etwas Ricotta in der Masse, das macht einen großen Unterschied.  Und der Spinat in der Tomatensauce macht sich auch richtig gut. Das ist insgesamt einfach die Art von Essen, auf das sich generationenübergreifend alle mit Begeisterung stürzen. Und der Aufwand hält sich sehr in Grenzen, es schmurgelt alles entspannt im Slowcooker. Der natürlich auch wie immer dafür sorgt, dass sich die Aromen wunderbar verbinden.

Für 4 bis 6 Portionen:

  • 800 g gemischtes Hackfleisch
  • 200 g Ricotta
  • 2 Eier, Größe L
  • 50 g Semmelbrösel (ich hatte Panko)
  • 1 1/2 frische Thymianblättchen, gehackt
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 kleine Zwiebel
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 60 ml Balsamico Bianco
  • 2 Dosen Tomaten (insg. 800 g)
  • eine Handvoll Basilikumblättchen
  • 500 g Spinat
  • Parmesan zum Servieren

Hackfleisch in eine Schüssel geben und mit Ricotta, den verquirlten Eiern, Semmelbröseln und Thymian vermengen. Kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken, dann zu Bällchen formen. Hugh Acheson macht 16 große Klopse, ich habe die doppelte Menge kleiner Bällchen gemacht.

Öl in einer Pfanne erhitzen und die Bällchen darin portionsweise rundherum goldbraun anbraten, dann in den Einsatz des Slowccokers geben.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. In die Pfanne geben und in ca. 3 min glasig braten. Essig angießen und einkochen lassen, bis die Pfanne fast trocken ist. Dann die Tomaten zugeben und alles weitere 3 min köcheln lassen. Basilikum zupfen und zugeben.  Soße über die Fleischbällchen gießen. Deckel auflegen und alles 2 h auf “High” garen.

Spinat blanchieren, die Flüssigkeit ausdrücken und Spinat hacken.

Die Fleischbällchen aus der Sauce holen, den Spinat in die Sauce geben und alles kurz erhitzen. Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Fleischbällchen wieder hineingeben.

Zum Servieren Fleischbällchen und Sauce auf Tellern anrichten und mit ordentlich Parmesan bestreut servieren. Bei uns ist der Parmesan erst nach dem Foto auf dem Essen gelandet…

Kochbuch: The Chef and The Slowcooker | Hugh Acheson

Ich muss gestehen, dass der Slowcooker in letzter Zeit ein Schattendasein bei mir gefristet hat. Das hat sich nun geändert, und ich bedanke mich dafür bei Hugh Acheson. Hugh Acheson ist in Kanada geboren. Er begann recht früh mit dem Kochen; ein Studium der politischen Philosophie brach er ab, um in italienischen und französischen Restaurants zu arbeiten. Heute lebt er in den USA und betreibt mehrere Restaurants in Georgia. Er tritt außerdem im Fernsehen auf und hat bereits mehrere Kochbücher veröffentlicht, einige davon preisgekrönt.

Der Mann kann übrigens nicht nur kochen, sondern hat auch ein komisches Talent – wenn Ihr mal schauen wollt:

Jetzt aber zum Buch. Ich habe darin geblättert und ob der 70er-Jahre-Optik in der Aufmachung erst mal leicht schmerzvoll die Stirn gerunzelt. Dann habe ich die Einführung gelesen – und zack, Hugh Acheson hatte mich. Er hält da eine ebenso flammende wie lustige Rede für die Benutzung des Slowcookers:

Warum nicht einfach im Schmortopf kochen? Ach, wo fange ich an…diese schönen Töpfe wiegen mehr als ein V-8-Motor und sind in einem normalen Spülbecken schwierig zu säubern. Auf dem Herd die richtige Temperatur, bei der alles nur simmert,  zu finden und zu halten, ist ungefähr so, wie Fermats letzten Satz zu verstehen, und möglicherweise schafft man es gar nicht. Der Slowcooker hat ein Thermostat, das das erledigt. Der Slowcooker muss nicht auf dem Herd stehen, und folglich muss man ihn nicht bewachen um zu verhindern, dass das Haus abbrennt.  Der Slowcooker ist ein Gerät, das Dein Leben produktiver und vergnüglicher macht, in dem es Dir Zeit schenkt, andere Dinge zu tun.

Also los: das Buch beginnt mit eben diesem Vorwort, in dem auch noch ein paar technische Hinweise gegeben werden. Die Rezepte selbst sind unterteilt in Grundrezepte für Brühen und ähnliches, Suppen, Hülsenfrüchte, Gemüse, Schweinefleisch, Hähnchenrezepte und Eier, Gerichte mit Rind, Lamm und Ziege, Fischgerichte und Marmeladen und Chutneys. Ich habe da noch viel, das ich ausprobieren möchte. Die Pho-Brühe zum Beispiel mit der zugehörigen Pho mit Rib-Eye, Hoppin’ John mit Augenbohnen und Reis, Hühnersuppe mit Chili, Kokosmilch und Limette, Tomatenconfit, Shrimp-Pilaw, Pochierte Eier in Romesco-Sauce, und, und, und.

Die Rezepte sind gut aufgebaut und funktionieren. Zu jedem Rezept wird angegeben, für welche Slowcooker-Größe es berechnet ist, wie viele Personen davon satt werden und wie lange die Vorbereitungszeit und Garzeit sind. Was es leider nicht gibt, ist eine alternative Zeitangabe zu den Garstufen, das habe ich ein wenig vermisst. Will sagen, wenn ein Gericht auf “high” gegart wird, gibt es keinen Vorschlag, wie viel länger man es auf “low” garen müsste und umgekehrt. Zu jedem Rezept gibt es auch eine persönlich geschriebene Einführung. Wie erwähnt – Hugh Acheson hat Humor, und so macht auch das Lesen der Rezepte Spaß. Die einen oder andere Pointe ist da eingebaut.

Wir haben es mit einem amerikanischen Buch zu tun – und folglich mit Unzen, Quarts und Cups. Und bei dem einen oder anderen Rezept auch mit schwer erhältlichen Zutaten  – so würde ich nur zu gerne die Tortilla-Suppe machen, aber bislang konnte ich keine hominy grits, also nixtamalisierte Maisgrütze  auftreiben.

Die Rezepte machen richtig Spaß. Gerade bei amerikanischen Slowcooker-Büchern ist es ja leider oft so, dass sie allzu simpel gehalten sind; gerne werden auch mal verschiedene Fertigprodukte zu einer Mahlzeit zusammengeworfen. Nicht so bei Hugh Acheson, er holt das beste aus den Zutaten heraus: die Zutaten werden meist erst mal angebraten, es gibt schöne Beilagen, das fertig gekochte Gericht wird gerne mit Kräutern oder anderen Zutaten aufgewertet. Das bringt es mit sich, dass manche Rezepte ein paar Arbeitsschritte mehr erfordern, aber das lohnt sich.

Noch ein Wort zur Optik: das Rezept-Layout ist klassisch. Auf einer Buchseite das Rezept, auf der gegenüberliegenden Seite ein ganzseitiges Food-Foto. Die Fotos konzentrieren sich ohne großes Drumherum auf das Essen. Zwischendurch ist die Aufmachung dann hin und wieder etwas schräg; da gibt es viele putzige Grafiken mit bunten Slowcookern, die offensichtlich in den 1970ern auf dem Markt waren. In jedem Kapitel gibt es außerdem  ein Foto von Hugh Acheson, wie er einer Beschäftigung nachgeht – Lesen, in der Badewanne liegen…mit im Bild ist auch da jeweils ein originell aussehender Slowcooker. Die Fotos sind etwas gewöhnungsbedürftig, vermitteln aber eine Botschaft: Nutzt den Slowcooker, dann habt Ihr mehr Zeit für anderes.

Ich habe mich erst mal über das Kapitel mit den Brühen hergemacht. Hühnerbrühe im Slowcooker, das ist ja nichts Neues. Aber da gibt es eine dunkle Hühnerbrühe, die habe ich ausprobiert. Für die Brühe wird das Huhn zerlegt und erst mal gründlich angebraten. Das gibt einerseits ordentlich Aroma. Gleichzeitig wird aber das ausgetretene Fett abgegossen, und man hat gleich eine weniger fette Brühe. Ein zusätzlicher Geschmackskick wird durch Tomatenmark erreicht.

Das in Kimchi geschmorte Hühnchen ist klasse – die Hühnchenteile werden gebraten, dann in Hühnerbrühe und Kimchi 4 Stunden auf “low” geschmort. Das Ergebnis ist saftiges Hähnchenfleisch in einer Sauce mit ordentlich Pep.

Die Bohnen auf Südstaaten-Art werden in einer Mischung aus Hühnerbrühe und Essig gegart. Dazu gesellen sich ausserdem gebratener Speck, Chiliflocken und Thymian. Sie werden dabei etwas tarnfarben – schmecken aber fantastisch.

Linsensuppe – Gemüse braten, Gemüsebrühe erwärmen, drei Stunden auf High garen. Dann Grünkohl braten und zur Suppe geben, alles ebenso einfach wie fein.

Fleischbällchen gehen immer, jedenfalls bei uns.Und diese hier in einer würzigen Tomatensauce, sind eine besonders feine Sache. Wunderbar fluffig sind sie dank Ricotta in der Bällchenmasse.

Fazit: wer einen Slowcooker hat, des Englischen mächtig ist und spannende Rezeptideen sucht, der wird dieses Buch mögen. Es ist eine Fundgrube an Rezepten und Ideen, die Spaß machen. Hugh Acheson holt das Beste aus dem Slowcooker heraus und hat den einen oder anderen Tipp auf Lager.

Euer Buchhändler bestellt das Buch gerne für Euch. Alternativen wären amazon* oder bücher.de

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Clarkson Potter
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-13: 978-0451498540

Aus dem Slowcooker: Fleischbällchen in süß-saurer Chilisauce

fleischbaellchen1

Zur Zeit ist der Slowcooker recht selten im Einsatz. Wenn die Zeit knapp wird, greife ich oft auf Reste zurück. Neulich aber war es mal wieder so weit. Und diese Hackbällchen – das Rezept habe ich natürlich von Gabi und  Ulrike* – haben uns so gut gefallen, dass ich sie Euch nicht vorenthalten möchte.

Der Clou ist nämlich die Sauce – süß, sauer, scharf. Auch wenn sie nicht nach Chilisauce aussieht – sie hat sich geweigert, rot zu werden – sie schmeckt so. Ich liebe ja diese süße Chilisauce…zu allem möglichen und hier verwandelt sie einfache Hackbällchen in ein sehr erfreuliches Essen. Um so besser, dass es schon auf einen wartet, wenn man abgekämpft nach Hause kommt.

Das Original-Rezept ist ohne Paprika, aber ich wollte noch etwas Gemüse dabei haben – Paprika passt. Und gibt einen kleinen Farbtupfer. (Wenn schon die Sauce nicht rot wird….).

Zu einem solchen Essen passt Reis am besten, finde ich. Ich habe den Reis einfach schon mal mit der erforderlichen Menge Wasser in den Topf gegeben, bevor wir das Haus verlassen haben. Der Reis quillt dann schon mal vor und ist tatsächlich später in ein paar Minuten fertig. Alternativ könnte man ihn wohl auch im Schnellkochtopf kochen – aber ich habe mich das bis heute nicht getraut.

fleischbaellchen

Für 2-3 Personen:

  • 500 g Schweinehack
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 60 g frische Semmelbrösel oder Panko
  • 2 TL Sesamöl
  • 1/2 TL Salz
  • 1 EL geröstete Sesamsaat (ich hatte schwarzen)
  • 1 Ei
  • 1 rote Paprikaschote
  • etwas Öl zum Braten

Chilisauce:

  • 3 Zehen Knoblauch
  • 2 rote Thai-Chilis
  • 60 ml Weißweinessig
  • 50 g Zucker
  • 9 g Speisestärke
  • 210 ml Wasser
  • außerdem:
  • 120 ml Rinderfond
  • Frühlingszwiebelringe zum Garnieren

Für die Fleischbällchen Knoblauch schälen und fein hacken. In einer Schüssel das Fleisch mit Knoblauch, Semmelbröseln, Sesam, Sesamöl und Ei verkneten und alles mit Salz würzen. Aus der Masse ca. 20 Bällchen zu 30 g. formen.

Ein wenig Öl in einer ausreichend großen Pfanne erhitzen und die Fleischbällchen darin rasch von allen Seiten anbräunen. Dann in den Einsatz des Slowcookers geben.

Die Paprika halbieren, Kerne und die wattigen Scheidewände entfernen und das Fruchtfleisch in mundgerechte Würfel schneiden. Paprika in der Pfanne anbräunen, dann zu den Fleischbällchen in den Einsatz geben. Den Rinderfond angießen.

Jetzt zur Sauce: Knoblauch schälen und grob hacken. Die Chilis halbieren und  – je nach Konstitution – die Kerne herausholen. Alles Zutaten in einen Messbecher geben und mit den Stabmixer aufmixen, dann über die Fleischbällchen gießen.

Deckel aufsetzen und das Ganze 4-5 h auf “low” garen.

Mit Reis auf Tellern anrichten und mit Frühlingszwiebelringen bestreuen.

Belgisches Biergulasch aus dem Slowcooker

biergulasch

Erinnert Ihr Euch noch an das Geburtstags-Blogevent von Gabi? Nun, das hier ist eine Konsequenz daraus. Ich habe nämlich einen schicken neuen Slowcooker* gewonnen – vielen Dank nochmal :-). Und dann sind da ja so viele tolle langsame Rezepte zusammengekommen – schaut mal in die Zusammenfassung.

Mir haben es da so einige Rezepte angetan, was aber ganz oben auf der Liste stand, war das belgische Biergulasch, das Miri vorgestellt hat. In den kalten, dunklen Monaten habe ich einfach eine Vorliebe für geschmortes Rindfleisch, und diese Variante mit Bier, Brot und Senf klang einfach zu verlockend.

Und weil der neue Slowcooker ja auch eingeweiht werden möchte, habe ich das Rezept für den Slowcooker umgemodelt. Und was soll ich Euch sagen? Dieses Gulasch ist klasse! Und mir ging es ähnlich wie Miri: mein Mann macht ja geduldig alle möglichen Experimente mit – wenn es unbedingt sein muss, isst er sogar Kürbis und Auberginen. Aber über das Gulasch hat er sich ausnehmend gefreut. Ich mich übrigens auch. Das Fleisch war butterzart und die Sauce ein Traum. Und: ich habe alles am Morgen vorbereitet und hatte dann kaum noch was tun.

Zum Gulasch gab es Spätzle Knöpfle. (Ich übe das mit dem Schaben ja schon, aber meine schwäbischen Gene sind nicht so ausgeprägt). Und ich habe noch blanchierte grüne Bohnen in der Tiefkühle gefunden, die ich mit etwas Speck gebraten habe. So als fauler Ersatz für Bohnen im Speckmantel…

Jetzt aber zum Rezept. Und wer keinen Slowcooker hat…nun, der beschafft sich einen (es lohnt sich) oder kocht das Originalrezept und schmort im Ofen.

Und eine kleine Anmerkung: man findet oft Rezepte, in denen das Fleisch für Schmorgerichte im Slowcooker nicht angebraten wird. Klar, gar wird es auch ohne Anbraten. Ich finde aber, dass die Röstaromen, die beim Anbraten entstehen so einem Gericht erst richtig Geschmack geben. Das ist eine Viertelstunde Zeit, für die man dann wirklich mit Genuss belohnt wird.

biergulasch1

Für 6 Personen ( oder für 4 und Reste 🙂 ):

  • 1kg Schmorfleisch vom Rind in nicht zu kleinen Würfeln
  • 1 kg Zwiebeln
  • Rapsöl zum Braten
  • 400 ml Bier (ich hatte Altbier…belgisches war nicht verfügbar)
  • 500 ml Rinderbrühe
  • 2 Scheiben Roggenbrot
  • 2 EL Dijonsenf
  • 2-3 EL Balsamico
  • 2-3 EL Zucker
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Das Fleisch trockentupfen. Zwiebeln schälen und in Würfel schneiden.

Öl in einer Pfanne erhitzen und das Fleisch von allen Seiten braun anbraten. Salzen, dann in den Einsatz des Slowcookers geben.

Die Zwiebeln im Bratfett ebenfalls anrösten, bis sie glasig und leicht gebräunt sind. Ebenfalls in den Einsatz des Slowcookers geben.

Das Brot mit dem Senf bestreichen und in den Einsatz geben. Bier und Brühe angießen, einmal kurz durchrühren. Dann den Deckel auflegen und das Gulasch auf “low” 9 bis 10 Stunden garen. Mehr schadet auch nicht. Wer es eilig hat, wählt ca. 4 bis 5 Stunden auf “high”.

Vor dem Servieren das Gulasch mit Salz, Pfeffer, Zucker und Balsamico abschmecken.

Rouladengeschnetzeltes aus dem Slowcooker

rouladengeschnetzeltes

Rindroulade – ein Klassiker deutscher Hausmannskost: bestrichen mit Senf, gefüllt mit Gewürzgurke und Speck. Ich gebe zu, sie steht hier nicht oft auf dem Tisch. Meist ist irgendwas im Weg, was dringend ausprobiert werden muss.

Folglich hat die Familie sich gefreut, als ich diese Version aus “Slowcooker für 2” ausprobiert habe. Die Idee ist originell – statt die Aromen in die Rouladen zu packen, kommen sie in die Sauce. Das geht recht fix und schmeckt. Mein Mann hat sich tatsächlich an die legendäre Roulade seiner Oma erinnert gefühlt 🙂

Ich war ein wenig misstrauisch, denn es wird geschnetzelter Rinderbraten verwendet – aber das Fleisch war schön zart. Und es gibt reichlich Sauce, das ist mir immer wichtig. Sauce in homöopatischen Dosen finde ich immer enttäuchend.

Ach so, und weil es so schön viel Sauce gibt, braucht Ihr als Beilage unbedingt etwas, das die Sauce auch aufnehmen kann. Wir hatten Spätzle Knöpfle, aber Serviettenknödel oder Semmelknödel sind bestimmt auch fein.

Für ca. 3 Portionen:

  • 500 g Rinderbraten
  • 2 EL Butterschmalz
  • 150 g Zwiebeln
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 75 g Frühstücksspeck
  • 50 g Gewürzgurke
  • 30 g Tomatenark
  • 1 EL Senf (scharf oder mittelscharf)
  • 100 ml Rotwein
  • 250 ml Rinderfond
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle, Paprika edelsüß

Das Fleisch schnetzeln. (Oder habt vorher schon den Metzger gebeten, das für Euch zu tun…). Zwiebel und Knoblauchzehe schälen und hacken. Speck und Gewürzgurke würfeln.

Butterschmalz in einer Pfanne sehr hoch erhitzen und die Fleischstreifen darin portionsweise kurz anbraten; nur von einer Seite reicht. Fleisch in den Einsatz des Slowcookers geben.

Zwiebel, Knoblauch und Speck in der gleichen Pfanne kurz anbraten, dann auf das Fleisch geben.

Rotwein in die Pfanne gießen und alles kurz aufkochen, um den Bratensatz zu lösen. Dann über das Fleisch gießen. Gewürzgurke, Tomatenmark, Rinderfond und Senf zugeben, gründlich durchrühren, dann mit Salz, Pfeffer und Paprika abschmecken.

Den Deckel aufsetzen und den Slowcooker anschalten. Die Garzeit beträgt 4 Stunden auf “high” oder ca. 8 Stunden auf “low”.

Nochmals abschmecken und servieren.

Pumpernickel aus dem Slowcooker

pumpernickel

Richtig kräftiges Vollkornbrot steht bei uns hoch im Kurs. Die größte Anhängerin ist meine Tochter; für die kann es gar nicht kräftig und dunkel genug sein. Am liebsten mag sie Pumpernickel, das muss regelmäßig beschafft werden.

Klar, dass Selbermachen da eine Option ist. Ein Rezept habe ich gefunden – natürlich bei Lutz. Seither steht das Brot regelmäßig bei uns auf dem Tisch…und das immerhin seit 2 Jahren 🙂

Einen Haken hat das Pumpernickel aber….und das ist ist die lange Garzeit. 18 Stunden bei 105°C braucht das Brot. Da zuckt die Energiesparerin in mir zusammen…..Als ich bei Lutz las, dass das Brot dabei mehr gedünstet als gebacken wird fiel bei mir der Groschen – das müßte doch auch im Slowcooker gehen. Und das tut es. Ich habe Lutzs Rezept halbiert. Dann passt es in eine kleine Kastenform, die wiederum in den den Keramikeinsatz des 3,5-L-Slowcookers passt. Das Ergebnis ist ein perfektes Pumpernickel – kräftig, saftig und leicht süßlich. Das Brot steht seit Jahren immer wieder mal bei uns auf dem Tisch.

So bittesehr – einmal Brot ohne Backofen :-). Das Rezept ist für eine kleine Kastenform von 21×12 cm Kantenlänge:

Sauerteig:

  • 55 gr. Roggenschrot (mittel)
  • 55 gr. Wasser
  • 10 gr. Anstellgut

Brühstück:

  • 162 gr. Roggenschrot (mittel)
  • 217 gr. Roggenschrot (grob)
  • 330 gr. Wasser
  • 7 gr. Salz

Brotpaste:

  • 16 gr. Altbrot
  • 16 gr. Wasser

Hauptteig:

  • Sauerteig
  • Brühstück
  • Brotpaste
  • 110 gr. Roggenschrot (fein)
  • 10 gr. Rübensirup
  • 5 gr. frische Hefe
  • 20 gr. Wasser

Für den Sauerteig die Zutaten mischen und ca. 18-22 h reifen lassen.

Für das Brühstück die beiden Sorten Roggenschrot und das Salz mit kochendem Wasser überbrühen, abkühlen lassen und dann zugedeckt im Kühlschrank 6-8 h quellen lassen.

Das Altbrot fein mahlen und mit dem Wasser mischen; ein paar Stunden quellen lassen.

Für den Hauptteig alle Zutaten 20 min auf niedriger Stufe kneten. Den Teig 30 min ruhen lassen.

Die Kastenform gründlich ausfetten und den Teig hineingeben. Ein Stück Alufolie ebenfalls gründlich fetten und den Teig damit richtig dicht abdecken; die Form muss geschlossen sein. Lutz schreibt, das Alufolie am Teig festbäckt…mit der gefetteten Alufolie habe ich diese Erfahrung nicht gemacht.

Den Teig nochmals eine Stunde ruhen lassen. Dann die Form in den Keramikeinsatz des Slowcookers geben. Wasser in den Einsatz gießen, die Form darf ruhig ein wenig im Wasser stehen. Deckel auf den Einsatz geben und das Brot 18 h auf “high” garen. Ab und zu mal nachsehen, ob Wasser nachgegossen werden muss.

Die Form aus dem Slowcooker nehmen, die Alufolie abnehmen. Brot auf einem Kuchengitter etwas abkühlen lassen, dann aus der Form stürzen und auf dem Gitter ganz abkühlen lassen. Das Pumpernickel muss 1-2 Tage reifen, bevor man es anschneidet.

Asiatisch inspiriertes Rinderragout aus dem Slowcooker

crockpot asian beef stew

Ich weiß, wir haben erst Ende Januar. Aber aus irgendwelchen Gründen war ich geistig schon in den Frühling abgedampft. Die Realität hat mich jetzt eingeholt – und zwar mit beachtlichen Massen an Schnee.

Winterzeit ist Schmorgerichtezeit, oder? Kein Wunder, dass mich der Rezeptitel “Crockpot Asian Beef Stew” gleich ansprungen hat. Ein Schmorgericht – ja, bitte! Und dann verspricht das Rezept noch, dass das Gericht für ein Gefühl. sorgt, als ob man durch die Straßen von Hongkong laufen würde. Mit solchen Versprechungen hat man mich gleich am Haken.

Zubereitet wird das ganze im Slowcooker, was nicht nur den Vorteil mit sich bringt, dass das Fleisch ohne Aufwand butterzart wird. Nein, man auch immer wieder Schnee schippen, während das Essen vor sich hingart.

Ich hab das Rezept etwas verändert – die Fleischmenge verdoppelt und den Gemüseanteil stark erhöht; die Würzung habe ich entsprechend angepasst. Außerdem habe ich die Zwiebel und das Fleisch angebraten, statt sie einfach so in den Topf zu werfen; das schmeckt besser, finde ich. Ich habe an Gemüse genommen, was der Kühlschrank hergab – bei den Sorten seid Ihr also flexibel.

Voilà – einmal Kurzurlaub für 4:

  • 1 große Zwiebel
  • 2 dicke Zehen Knoblauch (wenn sie klein sind, eine mehr nehmen)
  • 20 gr. Ingwer
  • 500 gr. Schmorfleisch vom Rind
  • etwas neutrales Öl zum Braten
  • 3 Karotten (ich hatte 2 gelbe und eine weiße)
  • 1 große rote Paprika
  • 1 Stange Sellerie
  • 4 EL Sojasauce (mit Tamari ist das Essen glutenfrei)
  • 4 EL Austernsauce
  • 1 EL geröstetes Sesamöl
  • 2 EL Chin. Reiswein
  • knapp 350 ml Wasser
  • Salz, Pfeffer
  • Frühlingszwiebelröllchen zum Anrichten

Zwiebel schälen und fein würfeln, ebenso Ingwer und Knoblauch. Fleisch trockentupfen und in nicht zu große Würfel schneiden.

Karotten schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Paprika halbieren, das Innere entfernen und das Fruchtfleisch würfeln. Sellerie putzen und in Ringe schneiden.

Die Zwiebel in wenig Pflanzenöl glasig düsten, dann in den Keramikeinsatz des Slowcookers geben.

Das Fleisch, wenn nötig, portionsweise, ebenfalls mit wenig Öl rundherum braun anbraten, dann zur Zwiebel geben.

Knoblauch, Ingwer, die Gemüse, Sojasauce, Reiswein, Austernsauce und Sesamöl zugeben, alles einmal durchrühren und das Wasser angießen. Den Deckel aufsetzen und das Gericht in ca. 8 h auf “low” oder, wenn man es eilig hat, in 5 h auf “high” garen.

Vor dem Servieren mit Salz und Pfeffer abschmecken und zum Anrichten mit Frühlingszwiebelröllchen bestreuen. Dazu passt einfacher gekochter Reis.

Überbackener Fenchel aus dem Slowcooker

fenchel aus dem crockpot

Habt Ihr alle die Feiertage gut überstanden? Gab es einen Kochmarathon? Bei uns beginnt mit dem 24. Dezember so eine Art Strudel. Erst ist Weihnachten, klar. Dann hat mein Sohn Geburtstag, und schwupp, schon ist wieder Silvester. Man kommt gar nicht so richtig raus aus dem Machen, Tun und Vorbereiten. Ich bin schon immer froh, wenn Neujahr ist, da tauche ich wieder auf aus dem Strudel und die ruhige Zeit beginnt.

Da kommt etwas Hilfe beim Kochen grade recht. In unserem Haushalt wohnt schon seit längerer Zeit ein Slowcooker*. Nach anfänglich begeisterter Nutzung ist das Gerät in letzter Zeit etwas in Vergessenheit geraten – sehr zu unrecht.

So ein Slowcooker ist nämlich eine furchtbar praktische Sache. Er gart langsam bei niedriger Temperatur. Kein Anbrennen, kein Überkochen, geringer Energieverbrauch. Praktisch bedeutet das: man kann morgens sein Essen ansetzen und das Haus verlassen. Und wenn man wiederkommt, ist eine Mahlzeit fertig. Oder man läßt das Gerät arbeiten und macht was anderes zuhause. Das geht mit allem Möglichen….Suppen und Eintöpfe sind die Königsdisziplin, Schmorfleisch wird butterzart, Milchreis brennt nicht an….ich habe auch schon Pumpernickel “gebacken” in dem Topf. Bevor er in der Versenkung verschwand.

Das ich mich an das Gerät erinnert habe und es nun wieder eifrig nutze, daran sind Gabi Frankemölle schuld und Frau Küchenlatein. Die beiden haben nämlich ein Buch veröffentlicht – Slowcooker vegetarisch. Das gefällt mir ausnehmend gut – neben Rezepten für Suppen, Hauptgerichte, Pasta-Saucen und Nachtisch gibt es auch einen umfangreichen Grundlagenteil. Der ist besonders nützlich, um sich in die Grundlagen des Slow Cooking einzulesen, um Garzeiten nachzuschlagen oder den passenden Topf auszuwählen.

So, jetzt gibt es aber was zu essen. Den Fenchel hier, den solltet Ihr ausprobieren.

Für 2 Portionen:

  • 2 Knollen Fenchel (je ca. 270 gr.)
  • 2 EL Rapsöl
  • 100 ml Sahne
  • 100 gr. kräftiger Käse (ich hatte Bergkäse), gerieben
  • 4 EL Gemüsebrühe
  • 2 Spritzer Worchestershiresauce
  • 1 TL Speisestärke
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 TL Kräuter der Provence (getrocknet)

Den Fenchel gründlich waschen. Den Strunk der Fenchelknollen abschneiden. Stängelansätze wegschneiden, in feine Streifen schneiden und beiseite stellen. Die Knollen der Länge nach halbieren.

Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Fenchelknollen mit der Schnittfläche nach unten in die Pfanne legen, mit Salz und Pfeffer würzen und in  ca. 5 min anbraten, bis die Schnittflächen eine schöne goldbraune Farbe haben. Die Fenchelknollen mit der Schnittseite nach oben in den Keramikeinsatz des Slowcookers legen.

Die Brühe mit Worcestershiresauce und Kräutern verrühren und alles über den Fenchel gießen.

Den Großteil des geriebenen Käses, Stärke und Sahne mit dem Pürierstab aufmixen. Den Brei auf die Schnittflächen des Fenchels geben, den restlichen Käse darüber streuen.

3-4 h auf low garen; der Fenchel soll dann gar sein und der Käse zu bräunen beginnen. Wer es eiliger hat, kann auch 1,5 bis 2 h auf high garen.

Zum Servieren den Fenchel ganz vorsichtig aus dem Sud heben, damit die Käsekruste erhalten bleibt. Mit den Fenchelstreifen bestreuen und die restlich Sauce dazu reichen. Wer mag, kann die Sauce nochmals aufmixen.