Hähnchentopf mit Graupen

Langsam wird es frisch draußen, da kommt ein wärmender Eintopf gerade recht, oder? Das ist ein typisches Nigella-Lawson-Rezept*: es ist sehr einfach holt in der Einfachheit aus den Zutaten das Beste heraus. Oder anders gesagt – es ist mehr als die Summe seiner Teile. Es wird tatsächlich alles nur ohne Anbraten in einem Topf gegart und bei all der Einfachheit bekommt man ein aromatisches, molliges Gericht.

Nigella Lawson meint, der Eintopf ist so eine Mischung aus Schmorgericht und suppig geratenem Risotto; einfach und wohltuend. Ein Essen, so sagt sie, das im Instagram-Zeitalter gerne mal auf der Strecke bleibt, weil es nicht spektakulär aussieht – aber was soll’s; das ist einfach Comfort Food, und jetzt ist die Saison dafür.

Im Gericht werden gehäutete Hähnchenschenkel verwendet. Und nach dem Garen wird das Fleisch von den Knochen gezupft. Nichts davon ist verschwendet: die Haut kann man knusprig braten und entweder so knuspern oder über einen Salat streuen und die Knochen hebe ich auf, um daraus Brühe zu kochen.

Und noch etwas – im Gericht wird Senf verwendet; da könnt Ihr einfach den nehmen, den Ihr am liebsten mögt.


Für 6 Portionen:

  • 300 g Lauch, geputzt gewogen
  • 500 g Karotten
  • 175 g Perlgraupen
  • 1 kg Hähnchenschenkel
  • 1,5 l Hühnerbrühe, heiß
  • 4 TL Senf
  • 1/2 Bund glatte Petersilie
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Die Hähnchenschenkel häuten. Den Lauch in ca. 3 cm dicke Scheiben schneiden. Die Karotten schälen und in dicke Stifte schneiden.

Karotten zusammen mit Graupen und Hähnchenschenkel in eine großen Topf geben. 

Die heiße Brühe in einen Messbecher geben und mit dem Senf verquirlen; dann alles auf den Topfinhalt gießen. Zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren und alles mit halb aufgelegtem Deckel 60 min köcheln lassen. Hin und wieder umrühren. 

Nach einer Stunde sollten Gemüse, Graupen und Fleisch  weich sein. Alles vom Herd nehmen und ohne Deckel noch 10 min durchziehen lassen. 

Petersilie zupfen und hacken. 

Das Fleisch mit zwei Gabeln von den Knochen zupfen. Etwas Petersilie an das Gericht geben und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

In Tellern anrichten und weitere Petersilie zum Bestreuen dazu reichen.


Kochbuch: Nigella lädt ein | Nigella Lawson

Ein Tisch ist mehr als ein Möbelstück, so wie Essen mehr als Nahrung ist.”

“At my table”, also “An meinem Tisch”, so heißt dieses neue Buch von Nigella Lawson im Original. Das erkärt auch, warum sie in ihrer Einführung so ausführlich darüber erzählt, warum der Esstisch das wichtigste Möbelstück in ihrem Haus ist.

Eine Lanze für das Homecooking

Es ist ein ungewöhnliches Kochbuch geworden, das eine Lanze für das Kochen zuhause (aka Homecooking) brechen möchte. Entsprechend ist der Aufbau des Buches – es gibt keine vorgefertigte Struktur, keine klassische Einteilung in Kapitel. Es ist eine ununterbrochene Abfolge von Rezepten; Nigella Lawson sieht Kochen und Leben als Kontinuität, und das wollte sie mit dieser Abfolge zum Ausdruck bringen.

Eine gewisse, lockere Reihenfolge gibt es aber dennoch: es beginnt mit Gerichten, die sich gut für Frühstück oder Brunch eigenen – Türkische Eier zum Beispiel oder herzhafte Arme Ritter mit Parmesan. Danach gibt es einige Pastagerichte, gefolgt von Gemüse und Salaten wie Süßkartoffeltacos mit Avocado-Koriander-Sauce oder Tomatensalat mit Meerrettich. Es gibt Fisch, dann Hühnchen und Fleisch wie Ente mit Orange, Sojasauce und Ingwer, Rinderbraten mit karamellisierten Zwiebeln oder Lammköfte mit Knoblauchsauce. Und natürlich gibt es Süßes und Drinks zum Abschluß – Schokotrüffel-Eis zum Beispiel, Möhrenkuchen mit Ingwer und Walnüssen oder Grapefruit-Margarita.

Die Rezepte sind gut aufgebaut und greifen auf problemlos erhältliche Zutaten zurück. In der Mitte der Seite steht farbig abgehoben die Zutatenliste, daneben die Arbeitsanweisung. Ich habe ja erwähnt, dass es keine bewusst strukturierten Kapitel gibt – man findet aber trotzdem, was man sucht: Am Anfang des Buches findet man ein Inhaltsverzeichnis, in dem die Rezepte den entsprechenden Seitenzahlen zugeordnet sind. Und am Ende des Buches gibt es ein alphabetisch geordnetes Register, plus zusätzliche Register mit vegetarischen Rezepten, veganen Rezepten, Rezepten ohne Milchprodukte und glutenfreien Rezepten. Was es auch noch gibt: ein nach Seitenzahlen geordnete Übersicht über Gerichte, die sich vorbereiten und aufbewahren lassen mit Tipps, wie man das macht; im Rezept ist der entsprechende Hinweis auch erwähnt.

Eine Geschichtenerzählerin am Herd

Das ist ein Buch von Nigella Lawson – das bedeutet,  es gibt mehr als “nur” Rezepte. Es ist zugleich eine Sammlung von Geschichten und Erinnerungen. Nigella Lawson ist überzeugt davon, dass jede Mahlzeit auch eine Geschichte erzählt, und so gibt es zu jedem Rezept einige einführende Worte, die manchmal ein bisschen geschwätzig anmuten (im positiven Sinne), immer sehr persönlich sind, und die man immer gerne liest.

Ach so, die Optik: das ist ein hochwertig aufgemachtes Buch mit Fadenheftung – und es gibt sozusagen ein Farbkonzept: Überschriften, Zutatenlisten und Schnitt sind im gleichen Magenta-Ton gefärbt. Das Layout ist klassisch – jedes Rezept hat eine Doppelseite; eine Seite für das Rezept, die gegenüberliegende ist in der Regel für das Food-Foto. Bei den Fotos steht das Essen klar im Mittelpunkt – da ist nicht viel Drumherum.

Schon mal ausprobiert

Tortilla Pie – ebenso simpel wie gut: eine Tortilla auf den Boden einer passenden Form, darauf Schinken, Käse und zwei Eier, ein Deckel aus einer zweiten Tortilla, mehr Käse. Aus dem Ofen zieht man dann eine kleine Pie für 2 Personen mit geschmolzenem Käse und perfekt gegarten Spiegeleiern.

Hähncheneintopf mit Graupen – sehr einfach, und dabei ein richtiges Wohlfühlessen: Graupen, eine Menge Gemüse und gehäutete Hühnerschenkel garen in einer senfwürzigen Hühnerbrühe.

Nachtisch…Karamell-Töpfchen heißt das hier. Es wird ein Karamell gekocht, ein Eigelb, etwas Salz und mit Milch angerührte Speisestärke gesellen sich dazu – so geht Pudding. Das Ganze ist eine schnelle Leckerei für Zwei – ok, ich habe drei Portionen daraus gemacht…

Ich liebe ja Schmorgerichte. Nun ist ja die Zeit dafür, aber eigentlich kann ich das gut auch im Sommer essen. Hier gibt es Lamm, im Ofen geschmort mit Kartoffeln, getrockneten Aprikosen und gut gewürzt mit Koriander, Zimt, Kreuzkümmel, Piment und geräuchertem Paprika.

Dieses Buch wohnte hier schon einige Zeit in der englischen Originalversion – es gibt also noch mehr Rezepte.

Dieses geniale Hühnchengericht mit Lauch und Erbsen mit einem ganz besonderen Kniff zum Beispiel.

Und dieses asiatisch inspirierte Pastagericht mit Buchweizennudeln und Pilzen.

Fazit

Ich mag es. Es gibt alltagstaugliche Rezepte für jeden Geschmack und jeden Anlass, garniert mit ganz vielen Geschichten und einer Menge Persönlichkeit.

Buchweizenspaghetti mit würzigen Sesampilzen

Auch wenn man es an den Beiträgen nicht merkt, Pasta hat in diesem Haushalt Hochkonjunktur. Immer. Und manchmal schafft ein Gericht es sogar auf den Blog (In den Blog? Das Blog? Also, hierher halt….). Jaja, simple Alltagsküche. Aber superaromatisch. Und rein zufällig übrigens auch vegan. Gäbe es den Tierfreitag noch, das hier wäre ein geeigneter Kandidat.

Nigella Lawson* nimmt für ihr Gericht Dinkelspaghetti. Sie gibt ehrlich zu dass, Vollkornpasta sonst nicht so ihre erste Wahl ist, aber in diesem Falle passt sie gut zu den robusten Aromen. Sie wirft das Wort “Soba” in den Raum, und das hat mich auf die Idee gebracht, Buchweizen zu verwenden.

Also gut, wir sprechen von Pilzen, Sojasauce, Sesam und Chili. Das das schmeckt, ist klar. Ihr könnt Dinkelspaghetti verwenden, Soba könnte ich mir auch vorstellen, eigentlich sogar die glutenfreie Pasta aus Linsen. Jedenfalls etwas, das Aroma mitbringt. Ich habe meinen Pastamaker angeworfen und Spaghetti mit Buchweizenanteil gemacht, das passt auch gut zu den kräftig gewürzten Pilzen.

Für 2 bis 3 Personen:

  • 200 g Dinkelspaghetti oder: 200 g Mehl 405, 50g Buchweizenmehl und 90 g Wasser
  • 1 EL Rapsöl
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 300 g Egerlinge
  • 2 TL Sesamsaat
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Sojasauce
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • Schalenabrieb von 1 Bio-Zitrone, plus 2 EL vom Saft
  • Salz
  • eine Handvoll glatte Petersilie

Ich habe meine Spaghetti mit dem Pastamaker* gemacht. Dafür den Spaghetti-Einsatz verwenden. Die Mehlsorten in den Pasta-Maker geben, das Programm für 250 g Mehl wählen, anschalten und die Flüssigkeit langsam zugeben. Spaghetti in der gewünschten Länge abschneiden.

Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Pilze ebenfalls putzen und blättrig schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Petersilie zupfen und die Blätter hacken.

Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Frühlingszwiebeln darin kurz anbraten, bis sie richtig schön knallgrün werden. Pilze zugeben und braten, bis sie ihre Feuchtigkeit abgegeben haben. Sesamsaat, Zitronenschale und einen Esslöffel des Saftes, den Großteil der Petersilie, Knoblauch, Sojasauce und die Chiliflocken zugeben. Durchrühren, dann einen Deckel auflegen und alles 5 min simmern lassen, bis die Pilze gegart sind.

Gleichzeitig die Spaghetti in reichlich Salzwasser bissfest kochen, dann abgießen und etwas Kochwasser aufheben.

Spaghetti zu den Pilzen geben, alles durchheben und die Sauce mit etwas Kochwasser sämig machen Mit Salz und Zitronensaft abschmecken. . Pasta auf Teller verteilen und mit der restlichen Petersilie garniert servieren.

Hühnchen mit Erbsen und Lauch aus dem Ofen

Erbsen sind so ein Standardgemüse, das ich immer in der Tiefkühle habe. Kann man immer brauchen. Diesmal war dann noch etwas Lauch in der Abokiste, und meine Rumsucherei in der Kochbuchbibliothek spuckte dieses Gericht aus.

Das Rezept ist von Nigella Lawson*, und das bedeutet wie üblich Folgendes: es ist sehr einfach und trotzdem ist ein besonderer Dreh dabei: das Ganze ist ein sehr einfach zuzubereitendes Gericht, es wird einfach alles zusammen in einer Form im Ofen gegart.  “Traybake” – ist gerade schwer angesagt. Ob es wohl “one pot” ablösen wird? Der Clou ist, dass die Erbsen einfach als unterste Schicht noch tiefgefroren in die Form kommen. Die Erbsen bekommen zwar so eine 70er-Jahre-Dosenerbsen-Farbe durch die lange Garzeit, werden aber genau richtig weich und schön süß. Und außerdem produzieren sie am Anfang der Garzeit beim Auftauen ordentlich Dampf. Das heißt, das Hühnchen wird erst gedämpft und dann gebraten, es ist also butterzart und saftig innen und herrlich knusprig außen.

Klingt gut? Dann los! Aber achtet darauf, dass Eure Auflaufform groß genug ist; zwischen den Hühnchenstücken muss Platz sein, damit das Ganze funktioniert.

Für 4 Personen:

  • 500 g Erbsen, tiefgefroren
  • 200 g Lauch (eine Stange)
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 50 ml trockener Wermut
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Bund Dill
  • 4 Hühnerschenkel

Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Lauch putzen, in 2 cm dicke Ringe schneiden, gründlich waschen und abttropfen lassen. Knoblauch schälen und fein hacken. Dill zupfen und die Blättchen grob hacken. Die Hühnerschenkel im Gelenk teilen.

Die gefrorenen Erbsen auf dem Boden der Auflaufform verteilen. Lauch, Knoblauch, Wermut, 1 EL Olivenöl und einen Großteil des Dills zugeben. Alles gründlich durchmischen und mit Salz würzen.

Hühnchenteile auf das Gemüse legen, salzen und mit dem zweiten Esslöffel Olivenöl beträufeln. Alles für 45 min in den Ofen schieben.

Form herausnehmen und die Erbsen etwas druchmischen. Die Erbsen, die an der Oberfläche liegen, sollen in die Garflüssigkeit, damit sie nicht austrocknen. Der Lauch kann ruhig an der Oberfläche bleiben und ein wenig karamellisieren. Die Form für weitere 30 min in den Ofen schieben, bis das Hähnchen gegart und die Haut knusprig ist.

Zum Servieren den restlichen Dill über das Gericht geben. Dazu passen Kartoffeln oder knuspriges Brot, jedenfalls etwas, um die köstliche Flüssigkeit aufzusaugen, die beim Garen entsteht.

Rugelach mit Schokoladenfüllung

Hier hakt es gerade ganz gewaltig. Denn ursprünglich wollte ich diesen Post beginnen mit den Worten: “Ich bin nicht gläubig”. Das ist aber Blödsinn, denn ich glaube an ganz vieles. So ganz ohne Halt hangle ich mich nicht durchs Leben. Sagen wir so: ich hänge keiner bestimmten Religion  an, finde Religion aber grundsätzlich spannend. Die Konzepte, mit denen sich die Menschheit die Welt erklärt, ihre Unterschiede, ihre Gemeinsamkeiten.

Und auch den Kontext Religion – Essen finde ich interessant: Rituale, Festessen, Verbote….Und so bin ich gerne dabei bei Peters laufendem Blogevent. 2017 ist ja Reformationsjahr und Peter möchte  den Zusammenhang zwischen Religion und Essen erforschen.

Und so möchte ich Euch heute ein Gericht aus der jüdischen Küche vorstellen. Das dazu passende Fest ist Channukkah oder Hanukkah – das Lichterfest. Das Fest erinnert an den Makkabäeraufstand. Die Makkabäer beseitigten die Herrschaft der hellenisierten Juden. Als sie als Sieger nach Jerusalem zurückkehrten, mussten sie feststellen, dass der Tempel entweiht worden war. Die Ölvorräte waren mit Substanzen verschmutzt, die von den Juden als unrein betrachtet werden. Dabei ist das Öl so wichtig: im Tempel befindet sich der vielarmige Leuchter, die menora, und deren Licht darf nie verlöschen. Es war nur noch Öl für einen Tag da. Aber als man es in die Lämpchen goss, brannte der Leuchter für weitere acht Tage.

In Erinnerung daran feiert man heutzutage Chanukkah. Das Fest dauert 8 Tage. Jeden Abend erinnert man sich an das Ölwunder im Tempel, indem man eine Kerze mehr an der Menora anzündet, so lange, bis am achten Abend alle Kerzen brennen. Und das Öl hat auch Eingang ins Essen gefunden: Chanukkah ist ein wunderbarer Anlass, Frittiertes zu essen.

Klassisch sind da Latkes, also Kartoffelpuffer, oder Krapfen. Aber Nigela Lawson*, von der das Rezept hier stammt, findet, dass die Rugelach hier genügend Butter enthalten, um als Chanukka-Essen durchzugehen. Ich möchte ihr da nicht widersprechen.

Für 36 Rugelach:

Teig:

  • 425 g Mehl (ich hatte Weizen 550)
  • eine großzügige Prise Salz
  • 50 g Zucker
  • 5 g frische Hefe (optional)
  • 250 g kalte Butter, in Stücken
  • 100 g Frischkäse
  • 1 Ei
  • 60 ml Sauerrahm

Füllung:

  • 250 g dunkle Schokolade
  • 50 g Rohrzucker, eine helle Sorte
  • 50 g Butter

Zum Bestreichen vor dem Backen:

  • 1 Ei, mit einer Prise Zucker verqurlt
  • Zum Bestreichen nach dem Backen:
  • 3 EL Zucker (Haushaltszucker, kein Puderzucker)
  • 3 EL kochendes Wasser

Für den Teig Mehl, Salz und Zucker in eine Schüssel geben. Die Hefe zugeben, alles kurz vermengen. Die Hefe ist kein klassischer Bestandteil des Rezepts, sorgt aber dafür, dass die Hörnchen schön fluffig werden. Die Butter dazugeben und alles mit den Fingerspitzen verreiben, bis es die Konsistenz von grobem Sand hat. Den Frischkäse, das Ei und den Sauerrahm zugeben und alles zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche in drei Teile teilen, jeden Teil zu einer flachen, runde Scheibe zurechtdrücken, in Frischhaltefolie packen und für 30 min in den Kühlschrank stellen.

Inzwischen für die Füllung die Schokolade fein zerkleinern. Das Ganze soll krümelig sein; ich habe den Blitzhacker dazu benutzt. Am Ende den Zucker untermischen. Die Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen.

Denn Backofen auf 170°C Umluft vorheizen. Zwei Bleche mit Backpapier auslegen.

Eine Teigscheibe auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche legen und zu einem Kreis von ca. 25 cm Durchmesser ausrollen. Mit einem Messer in 12 gleich große Dreiecke schneiden. Jedes Dreieck mit etwas Butter bepinseln und mit einem Teil der Füllung bestreuen. Von der breiten Seite her zu Hörnchen aufrollen und auf das Blech legen. So weitermachen, bis Teig und Füllung aufgebraucht sind.

Die Hörnchen mit dem verquirlten Ei bepinseln und im heißen Ofen 20 min backen. Ich rotiere nach der halben Backzeit einmal die Bleche, damit die Hörnchen gleichmäßig bräunen.

Zucker und heißes Wasser verquirlen und die noch heißen Hörnchen mit der Mischung bestreichen, damit sie schön glänzen. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

 

Lammragout mit karamellisiertem Knoblauch

lammragout

Das ist ein typisches Gericht aus “Nigella“*: es kocht sich fast von alleine und ist ein echter Gaumenschmeichler.

Besonders, wenn man so gerne Lamm isst wie wir. Seit ich eine gute Bezusquelle in der Nähe aufgetan habe, gibt es öfter mal Lamm. Das Essen hier erfodert eine kurze Vorbereitungszeit und gart dann im Ofen alleine vor sich hin.

Der Clou ist der karamellisierte Knoblauch, der am Ende an das Ragout gegeben wird: ganze Knoblauchknollen garen in Alufolie gewickelt im Ofen mit. Sie werden karamellig und süß. Nigella Lawson hat derzeit eine gewisse Vorliebe für diese Zutat –  und sie hat mich damit angesteckt.

Das Originalrezept ist für 8 Personen; mir waren das etwas zu viel Reste, ich habe es halbiert.

  • 1 Knolle Knoblauch
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 1 TL getrockneter Thymian
  • 1 TL Zimtpulver
  • 600 g Lammschulter ohne Knochen, in Würfel geschnitten
  • 125 ml roter Wermut oder ein körperreicher Rotwein
  • 2 Karotten
  • 1 Aubergine
  • 1 Sternanis
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Von der Knoblauchknolle das obere Ende abschneiden, so dass die Spitzen der Zehen sichtbar werden. Die Knolle in Alufolie wickeln und in eine ofenfeste Form geben.

Den Backofen auf 170°C vorheizen.

Die Zwiebeln schälen und grob hacken. Die Karotten schälen, längs vierteln (wenn sie klein sind, nur halbieren). Die Aubergine in grobe Würfel schneiden.

Das Olivenöl in einem Bräter, der auch in den Backofen kann und für den es einen Deckel gibt, erhitzen. Zwiebel bei schwacher Hitze ca 10 min unter Rühren anbraten, dann Thymian und Zimt einrühren.

Temperatur erhöhen und das Fleisch in den Topf geben. Kurz unter Rühren anbraten, dann den Alkohol angießen. Rühren, dabei den Bratensatz vom Boden lösen. Karotten und Auberginen zugeben, ca. 175 ml heißes Wasser angießen und Salz und Sternanis zugeben. Alles zum Kochen bringen, dann den Deckel auflegen und den Topf in den heißen Ofen geben. Den Knoblauch in der Form ebenfalls dazugeben.

Das Ragout 2 h garen. Dann den Topf  und den Knoblauch aus dem Ofen nehmen. Sobald man den Knoblauch anfassen kann, die weichen Zehen in das Ragout drücken. Durchrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.

Das Ragout schmeckt noch besser, wenn man es auskühlen lässt und am nächsten tag aufgewärmt serviert.

Malziger Schokoladenkuchen

malziger schokoladenkuchen

Manchmal muss es einfach Schokoladenkuchen sein, findet Ihr nicht auch? Und diesmal musste es dieser Schokoladenkuchen sein. Der hat bei uns das Prädikat “Lieblingskuchen” Schuld daran, dass er mal wieder zu Ehren kam war ein Blick in den Vorratsschrank, der eine Packung Ovomaltine zutage förderte. Ich habe wirklich keine Ahnung, warum ich die gekauft habe; niemand trinkt hier Ovomaltine.

Ein Glück, dass man sie anderweitig verwenden kann: zum Backen zum Beispiel. Das Rezept stammt von Nigella Lawson, meiner ungekrönten Königin der Schokoladenkuchen. In meinem Lieblingskochbuch “Feast”* gibt es ein ganzes Kapitel, dass sich den Schokoladenkuchen widmet; die “Chocolate Cake Hall of Fame” 🙂

Im Original wird der Kuchen nicht mit Ovomaltine gemacht, sondern natürlich der brititsche Klassiker Horlicks* benutzt; früher habe ich das oft verwendet. Dei Ovomaltine macht sich aber auch gut. Die Malznote ist da, aber nicht übermäßig präsent. Der Kuchen wird mit einer Buttercreme gefüllt – und die ist denkbar einfach in der Herstellung: Es die Zutaten kommen in den Blitzhacker, etwas heißes Wasser sorgt für Bindung.

Ihr ahnt es schon – die Ovomaltine musste weg, und somit ist dies hier mein Beitrag zur Schatzsuche im Vorratsschrank.

Los geht es. Das Rezept ist für eine 20-cm-Springform ausgelegt.

Für den Kuchen:

  • 150 g Rohrohrzucker
  • 100 g Haushaltszucker
  • 3 Eier
  • 175 ml Milch
  • 15 g Butter
  • 2 EL Ovomaltine
  • 175 g Mehl (ich: Dinkel 630)
  • 25 g Kakao, gesiebt
  • 1 TL Backpulver
  • 1/2 TL Backsoda

Für die Füllung:

  • 250 g Puderzucker
  • 1 TL Kakao
  • 45 g Ovomaltine
  • 125 g Butter, weich
  • 2 EL kochendes Wasser

Für die Dekoration:

  • 1 Packung Maltesers

Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Boden einer 20-cm-Springform mit Backpapier auslegen, die Rändern buttern.

Milch, Butter und Ovomaltine in einem kleinen Topf unter Rühren erhitzen, bis die Butter geschmolzen ist.

Die Eier mit den beiden Zuckersorten weißschaumig rühren, die Masse soll deutlich an Volumen zunehmen. Die heiße Milchmischung einrühren, dann Mehl, Kakao, Backpulver und Soda darüber sieben und ebenfalls rasch einarbeiten.

Die Masse in die Springform gießen und im heißen Ofen ca. 50 min backen. Der Kuchen ist fertig, wenn an einem Zahnstocher, mit dem man in den Kuchen pieckt, kein Teig mehr hängen bleibt. Kuchen herausnehmen, aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

Für die Füllung Puderzucker, Kakao und Ovomaltine in einen Blitzhacker geben und alles mixen, bis die Masse klumpenfrei ist. Butter zugeben und nochmal mixen; es bildet sich eine streuselähnliche Masse. Jetzt das heiße Wasser durch die Einfüllöffnung zugießen, dabei weiter mixen. Nun bildet sich eine glatte Buttercreme.

Zum Fertigstellen den Kuchen in der Mitte waagrecht durchschneiden. Die untere Häfte mit der Hälfte der Buttercreme bestreichen, dann die obere Hälfte daraufsetzen und mit der restlichen Creme bestreichen. Den Rand rundherum mit Maltesers dekorieren.

Ganz schnelle Granatapfel-Eiscreme

granatapfel-eis

“I scream, you scream, we all scream for ice-cream!”

Kennt Ihr diese Szene? Sie ist aus einem meiner liebsten Filme – “Down by Law”  eines der frühen Werke von Jim Jarmush. Ich mag diesen Film einfach zu gern – und amüsiere mich immer wieder über die drei Kerle aus der Zwangs-WG, die nach dem Kartenspielen im Gefängnis eine Eiscreme-Revolte anzetteln. 🙂

Ungefähr so geht es grade bei uns zu. Es war richtig heiß – und alle schreien nach Eis. Tonnenweise habe ich das Zeug nach Hause geschleppt. Eine Eismaschine hatte ich schon lange im Hinterkopf. Ich hatte früher mal eine, bei der man den Kühlakku in die Tiefkühle legen muss. Die Ergebnisse waren alles andere als zufriedenstellend; und irgendwann habe ich das Ding weggeben. Eine “richtige” Eismaschine mit Kompressor ging mir schon lange durch den Kopf….und letzte Woche, nach einem grauenerregenden Tag, habe ich mir eine zugelegt. So. Und ich bin begeistert – es funktioniert. Nie wieder Eis kaufen 🙂 Aktuell befinden sich in unserer Tiefkühle ein einfaches Schokoeis, Frozen Yoghurt, ein luxoriöses Vanilleeis – und diese Granatapfel-Eiscreme. Die hatte ich schon lange auf dem Schirm – ich liebe Granatäpfel – , und jetzt konnte ich sie endlich machen.

Das Rezept aus dem superschnellen Kochbuch* von Nigella Lawson ist geradezu erschreckend einfach…..und ich brüste mich jetzt auch noch damit, dass ich es noch einfacher gemacht habe. Im Original werden nämlich frische Granatäpfel ausgepresst; die haben aber gerade keine Saison und waren nicht aufzutreiben. Ich habe deswegen Granatapfel-Muttersaft verwendet.

So, jetzt. Das Ganze ergibt ungfähr 1,5 l Eis….man kann das Rezept aber auch leicht halbieren.

  • 200 ml Granatapfelsaft – reiner Saft ohne Zucker (oder den Saft von 2 Granatäpfeln)
  • 1 Limette, der Saft
  • 175 gr. Puderzucker
  • 500 gr. Creme double

Puderzucker in eine Schüssel geben. Granatapfel- und Limettensaft zugießen; dabei mit dem Handrührgerät rühren. Weiterrühren, bis der Puderzucker sich aufgelöst hat.

Dann die Crème double unter die Saftmischung rühren. Weiterschlagen, bis die Masse etwas an Volumen gewonnen hat.

Masse in die Eismaschine füllen und nach Anleitung gefrieren. Nigella Lawson sagt, man kann auch einfach eine Dose mit der Eismasse in die Tiefkühle stellen und über Nacht einfrieren; das Eis soll dann auch cremig werden. Ich mag da nicht so recht daran glauben; aber vielleicht gibt es ja mutige unter Euch, die das ausprobieren wollen.

Nigella Lawson serviert die Eiscreme mit Granatapfelkernen bestreut; das ist grade schlecht, so ohne Granatäpfel. Etwas Granatapfelsirup passt aber auch gut dazu, finde ich. Den Sirup (nicht zu verwechseln mit Grenadine) gibt es im orientalischen Lebensmittelhandel. Oder man macht ihn selbst; dazu kocht man Granatapfelsaft mit Zucker und  Zitronensaft sirupartig ein.

Fast Food: Garnelencurry mit Mango

garnelencurry mit mango

Zur Zeit sind wir hier nur am Herumhetzen – die alljährliche Hektik vor den Sommerferien. Es ist jedes Jahr dasselbe – und trotzdem bin ich jedes Jahr wieder überrascht, wieviele unterschiedliche Veranstaltungen in eine Woche passen.

Wenn man dann abends ermattet zur Hautüre hereinstolpert, dann wäre etwas zu Essen recht. Aber was Schnelles bitte. Glücklicherweise muss man dazu nicht das Etablissement mit dem goldenen M aufsuchen und auch der Pizzadienst kann sein Geschäft mit jemand anderem machen. Denn es gibt Gerichte, die im Handumdrehen auf dem Tisch stehen und die trotzdem nicht nur den Magen füllen, sondern auch ausbalanciert sind und schmecken. Nach einem hektischen Tag tut so etwas besonders gut, finde ich.

So ist es mit  diesem Curry hier. Es stammt nicht etwa aus Thailand, sondern von der unnachahmlichen Nigella Lawson*. Im Original handelt es sich um ein rotes Curry, aber naja, die Notfalldose Currypaste in meinem Kühlschrank entpuppte sich wider Erwarten als die grüne Variante. Tant pis. Das Curry steht tatsächlich schnell auf dem Tisch und das Rezept ist unglaublich einfach. Das Aroma bringt einen nach einem langen Tag wieder auf die Beine: die gesunde Schärfe wird durch die süße Mango perfekt ausbalanciert. Das Gericht ist ein wenig suppig und schreit nach Reis als Beilage.

Für 3-4 Personen:

  • 1 EL neutrales Öl
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 1/2 EL grüne Thai-Currypaste
  • 200 ml Kokosmilch
  • 250 ml Hühnerbrühe
  • 2 TL Fischsauce
  • 1 Süßkartoffel
  • 1 Mango
  • 250 gr. Riesengarnelen
  • 1 TL Limettensaft
  • 1 Mango
  • gehacktes Koriandergrün zum Fertigstellen

Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden. Süßkartoffeln schälen und in Würfel schneiden; ebenso die Mango.

Das Öl in einem großen Topf erhitzen. Frühlingszwiebelringe darin kurz andünsten, dann die Currypaste zugeben und unter Rühren kurz mitbraten.

Kokosmilch, Hühnerbrühe und Fischsauce zugeben und alles aufkochen lassen.

Süßkartoffelwürfel in die Sauce geben, Deckel auflegen und alles 15 min köcheln lassen, bis die Süßkartoffeln gegart sind.

Die Garnelen zugeben und das Curry einmal aufwallen lassen, damit die Garnelen gegart werden. Dann Mangowürfel und Limettensaft einrühren. Alles noch eine Minute erhitzen – und fertig.

Zum Servieren mit Koriandergrün bestreuen.

Kinderlieblingsessen: Überbackene Tortillachips mit Barbecue-Hackfleisch-Sauce.

barbecue mince beef

Yushka möchte gerne wissen, was das Lieblingsessen unserer Kinder ist. Da mache ich natürlich gerne mit. Und das mit einer Schweinerei, die ich mich sonst vielleicht nicht zu posten trauen würde 😉 .

Kinderlieblingsessen – was ist das denn bei uns? Spontan fallen mir Pfannkuchen ein. Käsespätzle. Topfennocken. Backhendl und Pommes. Bratkartoffeln und Spiegelei. Mein Sohn mag am liebsten Schweinebraten; den wünscht er sich zu jedem Geburtstag. In aller Regel mögen Kinder, jedenfalls meine, am liebsten einfache Gerichte ohne viel Chichi. Also, eigentlich wollte ich Euch an dieser Stelle Bratkartoffeln servieren. Mit Spiegelei und Rahmspinat. Na gut, der Spinat, der ist dann eher für mich….Aber dann habe ich für ein anderes Gericht Staudensellerie gebraucht und mir fiel schlagartig wieder ein, wie toll meine Kinder eben dieses Gericht hier finden. Zugegebenermassen: nicht gesund, und auch optisch keine Augenweide. Man könnte etwas Grünes drüberstreuen, Koriander zum Beispiel. Das würde ein wenig Abhilfe schaffen – aber jedenfalls bei uns wäre es dann kein Kinderlieblingsessen mehr….

Die Sauce ist eine Hackfleischsauce, die von der Machart her Ähnlichkeit mit einer Bolognese hat. Allerdings wird das Gemüse in mikroskopisch kleine Bestandteile zerlegt. Und die Gewürze stammen etwas aus der Barbecue-Schiene. Die Sauce wird weich und sämig und leicht süß. Was das Servieren angeht, gibt es mehrere Möglichkeiten: wer starke Nerven hat und sich vor Geklecker nicht scheut, füllt das Ganze in Burger-Buns. Ich muss aber gestehen, dass bei uns die Variante beliebt ist, bei der überbackene Tortilla-Chips zur Sauce serviert werden. Zum Einen: wann gibt es schon mal Chips zum Abendessen? Und zum anderen…..man braucht noch nicht mal Messer und Gabel…..Und womöglich könnte man die Sauce auch mit Pasta essen.

Und weil es grade noch so passt: das wäre doch ein Essen für einen Fußball-Abend, oder? 🙂

Für 4:

Für die Sauce:

  • 1 Stange Sellerie
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 Zwiebel
  • 2 Karotten
  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • 2 EL brauner Zucker
  • 1 Prise gemahlene Nelken
  • 1/2 TL gemahlener Piment
  • 500 gr. Rinderhack
  • 1 Dose Passata
  • 200 ml Wasser
  • 3 EL Worcestershire-Sauce
  • 2 EL Tomatenmark
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zum Servieren:

  • 1 Packung Tortilla-Chips (in meiner waren 200 gr.)
  • 175 gr. reifer Cheddar oder ein anderer würziger Käse

Sellerie in grobe Stücke schneiden. Zwiebel, Knoblauch und Karotten schälen und gob würfeln. Alle Gemüsesorten im Mixer klein häxseln.

Öl in einem großen Topf erhitzen. Das zerkleinerte Gemüse zugeben und bei schwacher Hitze ca. 20 min braten. Ab und zu mal umrühren nicht vergessen.

1 EL Zucker zusammen mit Nelken und Piment in den Topf geben, kurz durchrühren, dann das Hackfleisch einrühren. Unter Rühren weiterbraten, dabei alle Klümpchen zerdrücken, die sich im Hackfleisch bilden.

Jetzt die Passata, das Wasser, Worcestershiresauce, Tomatenmark und den restlichen Zucker einrühren. Alles mit Salz und Pfeffer würzen, zum Kochen bringen, Deckel auflegen und bei niedriger Hitze weitere 25 min köcheln lassen.

Den Backofen auf 200°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Käse grob reiben. Die Tortillachips auf dem Blech verteilen, den Käse darüber streuen und alles im heißen Ofen rösten, bis der Käse geschmolzen ist. Das sollte nicht länger als 5 – 10 Minuten dauern.

Die Sauce nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dann zusammen mit den überbackenen Chips servieren.