Kalinte mit Paprika und Feta

Kalinte ist ein herzhafter Kuchen auf der Basis von Kichererbsenmehl; eine Art Mischung zwischen Rührküchen und herzhafter Quiche.  Eigentlich ist das klassisch marokkanisches Streetfood – mit Paprika und Kreuzkümmel bestreut wird die Kalinte in Baguette serviert.

Nargisse Benkabbou* serviert eine aufgepeppte Variante – sie gibt zusätzlich rote Paprika und Feta an den Teig. Das passt hervorragend und macht das Ganze zu einem Hauptgericht.

Kalinte ist samtig und von eher weicher Konsistenz. Den Geschmack von Kichererbsenmehl sollte man mögen, denn er ist bestimmend. Der Name leitet sich ab von “caliente” – ein netter Hinweis darauf, dass der Kuchen heiß gegessen werden sollte.

Kalinte

Herzhafter marokkanischer Kichererbsenkuchen

Gericht Hauptgericht
Länder & Regionen Marokko
Keyword glutenfrei, vegetarisch
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 1 TL Butter plus etwas für die Form
  • 1 rote Paprikaschote
  • 80 ml Olivenöl
  • 1 Ei
  • Salz
  • 180 g Kichererbsenmehl
  • 100 ml Milch
  • 1 TL Backpulver
  • 50 g Feta

Anleitung

  1. Backofen auf 200°C Ober-und Unterhitze vorheizen. Eine runde Form von 20 cm Durchmesser mit Butter ausstreichen; ich habe statt 4 kleinere Portionsförmchen verwendet. 

  2. Paprikaschote putzen und in kleine Würfel schneiden. 

    Butter in einer Pfanne erhitzen, die Paprikastücke darin ca. 7 min mit aufgelegtem Deckel garen, bis sie weich sind. Salzen und beiseite stellen.

  3. Olivenöl mit Ei und einem Teelöffel Salz in eine Schüssel geben und mit den Quirlen des Handrührers schaumig rühren. Ca. 550 ml Wasser und die Hälfte des Kichererbsenmehls einrühren. Dann die Milch, das restliche Kichererbsenmehl und das Backpulver einrühren. Es soll ein dünner, klümpchenfreier Teig entstehen. 

  4. Den Teig in die Form gießen. Paprikastücke darauf verteilen und den Feta darüber bröseln. Im heißen Ofen ca. 25 bis 30 min backen. Die Oberfläche soll schön goldbraun sein und der Kuchen auf Fingerdruck elastisch nachgeben. 

  5. Herausholen und vor dem Abkühlen 5 min ruhen lassen. 

Kochbuch: Casablanca – Authentische Rezepte aus Marokko | Nargisse Benkabbou

Nargisse Benkabbou ist in Belgien geboren und aufgewachsen. Ihre Familie kommt ursprünglich aus Marokko. In ihrer Familie kochte und aß man schon immer mit großer Leidenschaft und man legte großen Wert darauf, dass sie die traditionelle marokkanische lernte und an ihre Wurzeln erinnert wurde. Als Erwachsene zog Nargisse Benkabbou nach London. Dort absolvierte sie nicht nur eine Ausbildung zur Köchin an der Leith’s School of Food and Wine, sondern sie begann auch ihren Blog über die marokkanische Küche. Vor mir liegt nun ihr erstes Buch.

Ich fange mal von außen an: das ist ein hübsches, hochwertig gestaltetes Hardcover mit Fadenbindung. Das Layout ist schön übersichtlich und nicht zu verspielt, hat aber dank Farbwahl und kleiner Grafiken schöne Anleihen an das Thema Marokko genommen. Es gibt zu jedem Rezept ein Foto – meist ganzseitig, manchmal auch eine Doppelseite. Die Fotos sind hübsch, aber nicht überstylt – das Essen bleibt auf dem  Teller und steht im Mittelpunkt.

Jetzt zu den Rezepten: da gibt es zunächst wichtige Grundrezepte, zum Beispiel für Harissa oder Ras El Hanout. Dann folgen Kapitel über Mezze, Gemüse, Fleisch,  Geflügel, Fisch, Brot und Süßes. Wir finden zum Beispiel Süßkartoffel-Feta-Plätzchen im Ausbackteig, Florentiner Eier mit Harissa-Hollandaise, Tajine mit Rindfleisch, Zucchini und Thymian, Brasse mit Mangold-Rosen-Füllung, Harissa-Zitronenhähnchen, klassisch marokkanisches Brot (Khubz) oder Mandelzigarren aus Filo-Teig mit Honig-Glasur.

Die Rezepte sind eine schöne Mischung aus marokkanischen Klassikern, marokkanischen Gerichten, die modernisiert wurden und europäischen Gerichten, denen man ein marokkanisches Gewand verpasst hat; die persönliche Handschrift der Autorin ist immer sichtbar. Alle Rezepte sind gut gegliedert und problemlos nachkochbar.

Was für mich wichtig ist, ist, dass es nicht bei bloßen Rezepten bleibt: es gibt zu jedem Rezept eine kleine Einführung, in der die Autorin etwas über das jeweilige Gericht erzählt. Außerdem sind im Buch wieder kleine Kapitel eingestreut, die uns typische Produkte wie Blütenwasser oder Couscous beibringen oder erklären, was eine Tajine wirklich ausmacht.

Ich bin ja eine großer Fan von Registern – und hier gibt es ein nach Zutaten geordnetes, in dem man findet, was man sucht.

Baghrir sind Pfannkuchen; traditionell werden sie süß mit einer Mischung aus Honig und Butter gegessen. Die Pfannkuchen selbst sind neutral: der Teig aus Grieß, Wasser, Hefe und Backpulver wird in einer sehr heißen Pfanne ausgebacken und wirft dabei viele kleine Bläschen. Die dazu servierte Pilz-Rahmsauce punktet mit Crème fraîche und Parmesan und passt super zu den Pfannkuchen.

Blumenkohlsuppe mit Ras El Hanout und Crabmeat – der Blumenkohl wird zunächst im Ofen geröstet, damit hat man bei mir ja schon gewonnen. Dazu gesellen sich Gemüsebrühe, Ras EL Hanout, Sahne und eben Krebsfleisch. Die Suppe ist sämig und aromatisch; die hat es hier nicht zum letzten Mal gegeben.

Natürlich muss man eine Tajine ausprobieren, wenn es um ein marokkanisches Kochbuch geht – besonders angelacht hat mich eine mit Kartoffeln, Artischocken und Salzzitrone. Im Prinzip war die toll, aber der eine Teelöffel Kurkuma, der da ran sollte, der war dann doch etwas viel…

Zur Tajine gab es Harcha, ein Rezept aus dem umfangreichen Brot-Kapitel. Das sind kleine Brötchen auf der Basis von Weizengrieß, die in der Herstellung ein wenig an Scones erinnern und in der Pfanne gebraten werden. Sie sind innen weich und außen knusprig, fix gemacht und vielseitig.

Kalinte ist eine Art salziger Kuchen aus Kichererbsenmehl; klassischerweise wird es mit Kreuzkümmel gewürzt und als Streetfood in Baguette serviert. Hier wird der Kuchen mit gebratener Paprika und Feta verfeinert – das hat das Zeug zum Lieblingsessen.

Fazit:

Marokkanisches Essen scheint gerade sehr im Trend zu liegen; entsprechend gibt es nicht wenige Bücher, die sich damit befassen. “Casablanca” hebt sich da angenehm aus der Masse ab: Nargisse Bakabbou ist verwurzelt in der traditionellen Küche, gleichzeitig aber sehr modern. Und so stehen in diesem Buch klassische Gerichte neben solchen, die modernisiert und weiterentwickelt wurden.

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Südwest Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3517097336
  • 25,00

Hühnchen-Tajine mit Salzzitrone und Oliven

hähnchentajine mit oliven und eingelegten zitronen

Salzzitrone! Ich liebe das. Ein Glas davon habe ich immer vorrätig. Sie laden in allem Möglichen, aber manchmal muss es auch ein Gericht sein, in dem das Aroma der Salzzitrone die Hauptrolle spielt. So wie in diesem saftigen, würzigen Schmorgericht aus Marokko. Das Hühnchen badet ausgiebig in einer kräuterwürzigen Marinade und schmort dann sachte in einer Tajine vor sich hin – ein Seelentröster-Essen, und ein einfach zuzubereitendes noch dazu. Kleine Randbemerkung: eine Tajine ist ein Topf aus Lehm; sozusagen ein marrokanischer Römertopf.

Gefunden habe ich das Rezept im Buch “Cook Caravan“*, einem wunderschönen Buch über die marokkanische Küche. Ich habe dieses Buch zur Verfügung gestellt bekommen, um mir die Caramelized-App näher anzusehen. Caramelized kennt Ihr? Es ist eine Kochbuch-App. Bislang gab es sie nur für Apple-Geräte, aber seit einigen Wochen gibt es die App auch für Android-Nutzer wie mich.

Nun bin ich eigentlich ein Fan des gedruckten Buches. Einen E-Reader habe ich zwar und finde ihn für unterwegs wirklich praktisch, aber Bücher die mir wirklich wichtig sind, kaufe ich in Papierform. Kochbücher auch. Das Blättern und Schmökern finde ich in elektronischer Form schwierig.

Die App hat mich trotzdem beeindruckt, und zwar positiv. Das liegt am Zusatznutzen 😉 Caramelized bietet nicht nur einfach Kochbücher. Sie sind auf eine sehr praktische Art aufbereitet, und das hat mir gefallen. Bei den Rezepten kann man zwischen verschiedenen Ansichten hin- und herschalten, nämlich zwischen Rezept – und Schritt für Schritt-Ansicht. Außerdem gibt es eine Funktion, um die Zutatenmengen umzurechnen…auf zwei Personen, auf acht….was man grade so braucht. Mein persönliches Highlight ist ehrlich gesagt der in die Rezepte eingebaute Timer: wenn da steht, dass das Huhn 50 min schmoren soll, patscht man auf die 50 Minuten-Angabe und ein Timer startet. Seit ich Kinder habe, bin ich notorisch abgelenkt und mache immer mehrere Sachen gleichzeitig – und deswegen sind Timer entsetzlich nützlich für mich. In manche Kochbücher sind auch kleine Videos eingebaut, das macht Spaß. Mankann auch mehrere Tabs gleichzeitig öffnen, was klasse ist, wenn man mehrere Gerichte auf einmal machen möchte – kein lästiges Blättern mehr. Absehen davon finde ich die Suchfunktion praktisch. Man gibt ein Stichwort ein und bekommt die Rezepte dazu aus allen Bücher, die man gespeichert hat, geliefert.

Die App gibt es kostenlos  im Google Play Store. Sie kommt mit einem kompletten Buch und einigen Vorschauen zum Reinspickern. Die Bücher muss man natürlich kaufen; das geht über den Shop der App.  Praktisch ist dabei, dass man auch einzelne Rezepte kaufen kann.

Jetzt zum Hühnchen – das hat uns alle begeistert. Saftig, frisch und würzig kommt es daher. Und nach ein wenig Vorbereitungs- und Marinierzeit kocht es sich von selbst.

Eine Tajine übrigens ist ein unglasierter Lehmtopf. Die schicken glasierten Keramikteile oder diejenigen aus Edelstahl  haben zwar die äußere Form einer Tajine; sind von deren Kocheigenschaften aber meilenweit entfernt. Meine Tajine kommt von hier. Ich sag das nicht, weil ich Geld dafür bekomme, sondern weil ich von der Original-Tajine überzeugt bin.

Für 4 Personen:

  • 1 Hühnchen, in 8 Teile geteilt oder die entsprechende Menge Hühnerschenkel
  • 1 Zwiebel, geschält und fein gehackt
  • 2 EL Sonnenblumenöl
  • 1 Salzzitrone
  • Schwarze Oliven, z.B. Kalamata

Für die Marinade:

  • 2 EL Koriandergrün, gehackt
  • 2 EL Blattpetersilie, gehackt
  • 2 Zehen Knoblauch, fein gehackt
  • Saft einer Zitrone
  • 1 TL gemahlener Ingwer
  • 1 TL Kurkuma
  • einige Fäden Safran, gemörsert und in etwas heißem Wasser eingeweicht
  • 1/2 TL Pfeffer
  • 1/2 TL Salz

Zunächst die Marinade vorbereiten: Dazu alle Zutaten vermischen, dann das Hühnchen gründlich mit der Marinade einreiben. Hühnchen in eine Schüssel geben, zudecken und mindestens 2 h marinieren lassen, besser noch über Nacht.

Wenn es ans Kochen geht, die Tajine und den Deckel ca. 30 min wässern.

Dann auf den Herd stellen und bei mittlerer Hitze heiß werden lassen. Öl hineingeben und die Hünchenteile von allen Seiten goldbraun anrösten. Hühnchen dann aus der Tajine nehmen und warmstellen.

Die Zwiebeln in die Tajine geben und glasig dünsten. Dann das Hühnchen wieder hineingeben, restliche Marinade und etwas Wasser zugeben. Deckel aufsetzen und die Dampfsperre mit Wasser füllen. Hühnchen auf  kleiner Flamme ca. 50 min schmoren lassen. Ab und zu nachschauen, ob noch genug Flüssigkeit in der Tajine ist, und nötig, ein wenig dazugeben.

Die Zitrone mit Wasser abbrausen und in feine Streifen schneiden. Zusammen mit den Oliven zum Hühnchen geben und alles nochmal 10 min köcheln lassen, damit die Aromen sich verbinden können.

Zum Anrichten etwas Zitronensaft über das Hühnchen geben und mit gehackter Petersilie und Koriander bestreuen.