Kimchi aus Wassermelonenrinde

Gibt es etwas Sommerlicheres als Wassermelone? Bei uns muss jedenfalls immer eine da sein, solange die Melonen Saison haben. Das einzig Ärgerliche ist, dass von den Melonen immer so viele Reste bleiben – der Biomüll quillt geradezu über von den Schalen.

Dabei muss das gar nicht sein,  denn jedenfalls der weiße und der hellgrüne Teil der Rinde sind essbar; für den Biomüll bleibt nur das bisschen dünne harte dunkelgrüne Schale. Für den Rest gibt es viele Verwendungsmöglichkeiten: man kann Pickles daraus machen oder, wie Olia Hercules* es tut, Marmelade kochen.

Ein anderer Klassiker ist Kimchi aus Wassermelonenrinde; das wollte ich ausprobieren. Ich habe schon lange kein Kimchi mehr gemacht, es wurde Zeit. Unter anderem, weil ich endlich mal Käsetoast mit Kimchi esssen möchte :-). Ich habe unmittelbar kein Rezept gefunden und mich deshalb grob am Rettich-Kimchi  aus dem koreanischen Kochbuch* orientiert.

Und weil das Kimchi den Sommer in ein Einmachglas packt darf es beim laufenden Event im Kochtopf mitmachen, das diesmal von Britta ausgerichtet wird.

Für 500 ml:

  • 500 g Wassermelonenrinde, der weiße und hellgrüne Teil
  • 1 EL unbehandeltes Meersalz
  • 1 TL Zucker
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 cm frischer Ingwer
  • 1 EL Fischsauce
  • 2 EL Gochugaru
  • 50 g Radieschen

Die Wassermelonenrinde in ca. 2 cm große Stückchen schneiden. In eine große Schüssel geben und gründlich mit Zucker und Salz vermengen. Das Ganze eine Stunde stehen lassen, damit es Wasser zieht.

Inzwischen die Radieschen putzen und in feine Scheiben schneiden. Die Knoblauchzehen schälen und ganz fein hacken. Ingwer ebenfalls schälen und fein reiben.

Die Flüssigkeit von der Wassermelonenrinde abgießen, aber nicht wegwerfen, wir brauchen sie noch.

Nun Knoblauch, Ingwer, Fischsauce, Gochugaru und Radieschen zur Wassermelonenrinde geben. Alles gründlich vermengen, dann in ein Einmachglas von ca. 500 ml Inhalt füllen. 2 EL von der Flüssigkeit dazu geben, dann das Glas verschließen. Alles einen Tag bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann sollten sich erste Bläschen zeigen und alles zu fermentieren beginnen. Dann das Glas in den Kühlschrank stellen.

Das ist ein schnelles Kimchi, es kann schon nach dem ersten Tag gegessen werden. Es reift aber im Kühlschrank weiter, der Geschmack wird dadurch immer intensiver. Nach 2 bis 3 Wochen ist es am besten.

 

Scharfer Rindfleischeintopf mit Gemüse aus Korea

rindfleischeintopf

So schnell kann es gehen. Neulich noch angespargelt, jetzt doch lieber wieder ein wärmender Eintopf…..

Tatsächlich steht dieser Eintopf bei uns  öfter mal auf dem Tisch. Zum ersten Mal gekocht habe ich ihn für die Rezension des Korea-Kochbuches. Gefallen hat uns das Gericht allen, aber mein Sohn war am meisten begeistert. Er fragt seither regelmäßig nach – “Kannst Du mal wieder…?”

Ja, kann ich. Der Eintopf ist nämlich wirklich klasse. Basis ist eine Brühe aus Rinderbrust; die muss eine Weile köcheln. Das ist etwas, was mich immer freut: wenn sich das Aroma einer Brühe langsam entwickelt und ein wohliger Duft durch’s Haus zieht. Durch die lange Garzeit wird das Fleisch schön weich, es landet dann zerzupft in der Suppe, die auf den Tisch kommt. Pulled Rind, sozusagen ;-).

Der Eintopf hat eine gesunde Schärfe – aber die kann man sehr einfach variieren. Sie kommt von Gochugaru, dem koreanischen Chili-Pulver, das auch bei der Herstellung von Kimchi verwendet wird. Je nach Konstitution kann man mehr oder weniger verwenden. Als Gemüse machen Lauch, Frühlingszwiebeln und Shiitake mit. Nicht zu vergessen das koreanische Lieblingsgewürz: Knoblauch.

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Für 4 Personen:

  • 400 g Rinderbrust
  • 1 Zwiebel
  • 10 Zehen Knoblauch (nein, das ist kein Tippfehler)
  • 1 El Öl
  • 125 g frische Shiitake
  • 5 getrocknete Shiitake (original sind einfach 150 g frische Shiitake)
  • 1 Stange Lauch
  • 2 El Sojasauce
  • 2 EL geröstetes Sesamöl
  • 3 EL Gochugaru
  • 1,5 TL Salz
  • 10 Frühlingszwiebeln
  • optional: Reis zum Servieren

Zunächst zur Brühe: dafür die Rinderbrust in einen Topf geben und mit ca. 2 l Wasser bedecken. Zwiebel schälen und vierteln, 6 Knoblauchzehen schälen. Zwiebeln und Knoblauch zum Fleisch geben. Alles zum Kochen bringen und bei milder Hitze 2 Stunden köcheln lassen, dabei den entstehenden Schaum immer wieder abschöpfen. Im Originalrezept werden 3 l Wasser verwendet und kein Deckel aufgelegt; ich habe lieber weniger Flüssigkeit angegossen mit mit aufgelegtem Deckel gegart. In den letzten 30 min die getrockneten Shiitake mitgaren.

Nach 2 Stunden das Fleisch herausnehmen und zum Abkühlen auf einen Teller legen. De Brühe durch ein feines Sieb in einen Messbecher gießen. Knoblauch und Zwiebel wegwerfen, die Pilze behalten. Sobald die Rinderbrust so weit abgekühlt ist, dass man sie anfassen kann, das Fleisch in mundgerechte Streifen zupfen. Das Fett dabei entfernen.

Die restlichen Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Von den Pilzen (den frischen und den getrockneten) die Stiele entfernen und die Kappen in Streifen schneiden. Lauch längs aufschneiden, gründlich waschen und in Ringe schneiden. Frühlingszwiebeln putzen, längs halbieren, dann in ca. 6 cm lange Stücke schneiden.

Das Öl in einem Topf erhitzen. Pilze und Lauch darin 5 min anbraten, dabei hin und wieder umrühren. Das Fleisch zusammen mit Sojasauce, Knoblauch, Sesamöl und Gochugaru zugeben. Alles anbraten, bis es anfängt zu duften. 1,3 l der Brühe angießen, salzen dann bei mäßiger Hitze einige Minuten kochen lassen. Die Frühlingszwiebeln in die Brühe geben und die Suppe  noch 3 min köcheln lassen, bis sich die Aromen verbunden haben.

Suppe zum Servieren auf Schalen verteilen. Wer mag, isst Reis dazu.

 

Fermentierte Chili-Birnen – Kaktugi

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Diese Birnen aus “Fermentieren leicht gemacht“* sind klasse – die müsst Ihr Euch bitte gönnen :-). Das unter der Voraussetzung, dass Ihr ein gutes Verhältnis zu Chili und Knoblauch habt.

Ich habe gelernt, dass in Korea schon die Kinder lernen, wie man Kimchi macht. Sie fangen dabei mit Kaktugi an, weil es einfach herzustellen ist und sehr beliebt. Oft ist daikon die Basis, Birne nimmt man aber auch gerne.

Ich habe das mit Birne probiert – süß-scharf ist ein Kontrast, der mir gut gefällt. Noch besser als Birne wäre Nashi, aber die gab es gerade nicht. Das Kaktugi ist wirklich unaufwendig herzustellen und es muss auch nur eine gute Woche ruhen – also los :-).

chili-birnen

Für ca. 500 ml:

  • 500 g Birnenfruchtfleisch von festen Birnen oder noch besser Nashi
  • 1 EL Salz ohne Zusätze
  • 35 g Frühlingszwiebeln
  • 20 g Gochugaru*
  • 1/2 TL frischer Ingwer, gehackt
  • 1 Zehe Knoblauch, gehackt
  • 1 EL Sojasauce
  • 1/2 TL Salz ohne Zusätze

Die Birnen in ca. 1,5 cm große Würfel schneiden, in eine Schüssel geben und mit dem Esslöffel Salz vermengen. 30 min stehen lassen, dann für 10 min zum Abtropfen in ein Sieb legen.

Die Frühlingszwiebeln in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Alle aufgelisteten Zutaten mit den abgetropften Birnenwürfeln vermischen. Die Mischung in ein Glas geben und dieses mit einem Deckel luftdicht verschließen. 2 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann dann für mindestens eine Woche in den Kühlschrank stellen.

Fertig! Das Kaktugi hält einen Monat, im Kühlschrank aber deutlich länger.

 

Kimchi und Kimchi-Pfannkuchen

kimchi

Keine koreanische Küche ohne Kimchi. Kimchi anzusetzen, war tatsächlich das erste, was ich gemacht habe, nachdem ich mich durch “So kocht Korea“* gearbeitet hatte. Denn das Kimchi wird nicht nur als Beigabe zum Essen serviert, es wird auch viel damit gekocht. Es gibt Eintöpe, Nudelgerichte und eben auch die Pfannkuchen, die ich Euch weiter unten vorstelle.

Erst mal zum Kimchi: es scheint wohl so zu sein, dass es unkompliziertere Möglichkeiten gibt, Kimchi herzustellen als es Jordan Bourke tut; die Methode hat aber gut funktioniert und das Kimchi gefällt mir sehr. Ich vermisse einzig den Hinweis, dass man Salz ohne Zusätze verwenden sollte, weil sonst die Fermentation verhindert wird.

  • 1 Chinakohl, ca. 1kg
  • 50 g Salz (nicht jodiert)
  • 70 g Meersalzflocken (ebenfalls ohne Zusätze)
  • 500 g Daikon-Rettich (ich hatte Radieschen)
  • 30 g Schnittlauch
  • 4 Frühlingszwiebeln

Mehlpaste:

  • 1,5 EL Klebreismehl oder Haushaltsmehl

Würzpaste:

  • 8 Zehen Knoblauch
  • 20 g frischer Ingwer
  • 100 g Zwiebel
  • 70 g Gochugaru-Pulver
  • 100 ml Fischsauce
  • 2 TL Sojasauce
  • 1 EL Vollrohrzucker
  • 2 EL Reisessig

Den Chinkohl längs teilen, ich habe ihn in Viertel geschnitten. Dann unter fließendem Wasser gründlich säubern. In einer flachen Auflaufform das Salz in 1 l Wasser auflösen. Den Kohl mit den Salzflocken einsalzen: dabei jedes Blatt, beginnend vom Wurzelende mit dem Salz bestreuen und bis zu den Blattspitzen weitermachen. Die Kohlstücke in das Salzwasser legen, 2 h liegen lassen, dann auf die andere Seite drehen und nachmals 2 h liegen lassen.

Inzwischen Rettich oder Radieschen putzen und in Stifte schneiden. Schnittlauch in 4 cm lange Stücke schneiden. Frühlingszwiebeln längs halbieren und in 4 cm lange Stücke schneiden.

Für die Mehlpaste das Mehl in einer Schüssel mit 2 EL Wasser verrühren, am besten mit einer Gabel. Dann nach und nach 250 ml Wasser einrühren. Das Ganze in einen Topf geben und unter Rühren zum Kochen bringen. Bei geringer Hitze ca. 5 min köcheln lassen, bis alles eingedickt ist. Von der Hitze nehmen und abkühlen lassen.

Für die Gewürzpaste Knoblauch, Ingwer und Zwiebel schälen und grob zerkleinern. Mit allen anderen Zutaten einschließlich der Mehlpaste im Mixer glatt pürieren. Die Masse in einer Schüssel mit Rettich oder Radieschen, Schnittlauch und Frühlingszwiebeln gründlich vermengen.

Den Kohl unter fließendem Wasser abspülen und gründlich abtropfen lassen. Nun die Würzpaste auf die Kohlstücke geben. Jedes einzelne Blatt muss von der Mischung bedeckt sein. Das äußerste Blatt der Kohlstücke jeweils um den Kohl wickeln, damit die Paste bleibt, wo sie ist.

Nun alles in ein sterilsiertes Einmachglas oder ein anderes sterilisiertes Behältnis geben und luftdicht verschließen. Den Behälter zunächst 2 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann in den Kühlschrank geben. Dabei den Behälter aufmachen, das Kimchi mit einem Löffel fest nach unten drücken, so dass es im eigenen Saft liegt. Das Kimchi sollte im Kühlschrank noch einige Wochen reifen, bevor man sich darüber hermacht.

kimchi-pfannkuchen

Jetzt zum Pfannkuchen. Wenn das Kimchi erst mal fertig ist, dann ist der Pfannkuchen ein Kinderspiel, er ist ganz rasch zusammengerührt und gebraten. Und wenn Ihr schon Kimchi gemacht habt, dann müßt Ihr diese Pfannkuchen unbedingt probieren – der Kontrast zwischen dem säuerlich-scharfen Kimchi und dem weichen Teig ist nämlich toll.

Für 2 Personen:

Teig:

  • 150 g Kimchi
  • 100 g Weizenmehl
  • 40 g Klebreismehl oder Speisestärke
  • 3 EL Kimchi-Saft
  • 1 Prise Salz
  • 2 EL plus 1 TL Öl

Dip:

  • 1 EL Sojasauce
  • 1 TL Reisessig
  • 1 Prise geröstete Sesamsamen
  • 1 Prise Gochugaru

Das Kimchi in mundgerechte Stücke schneiden. Die Stücke mit allen anderen Zutaten außer dem Öl in eine Schüssel geben, 130 ml Wasser zufügen und alles kurz vermischen, bis ein dicker Teig entstanden ist.

Zutaten für den Dipp in einem Schälchen verrühren. Ich finde, man kann ruhig die doppelte Menge machen. ;-).

2 EL Öl in einer großen beschichteten Pfanne bei starker Hitze erhitzen. Den Teig hineingeben und mit dem Löffelrücken verteilen. Pfannkuchen 3 min backen, dann wenden und von der anderen Seite ebenfalls 3 min braten. Dabei rundherum an den Rand des Pfannkuchens 1 TL Öl träufeln.

Pfannkuchen auf einen Teller gleiten lassen, in Portionen schneiden und gleich mit dem Dipp servieren.

 

Gebratene Fleischküchlein mit Sesam und gedämpfte Auberginen mit Sojasauce und Knoblauch

Fleischküchlein sind ja etwas, was ich hier jederzeit auf den Tisch bringen kann – und so war klar, dass die Fleischbällchen mit Sesam aus “So kocht Korea“* ausprobiert werden mussten.

Und ich finde, Ihr solltet das auch tun 😉 , die sind nämlich toll. Hergestellt werden sie aus Rinderlende. De Würzung mit Sesam in Form von geröstetem Öl und Samen ist klasse. Birne sorgt für etwas Süße und Walnüsse und Pinienkerne für Biss – Fleischküchlein der Sonderklasse also.

Man kann die Küchlein einfach so essen, in Salatblätter oder in Kimchi wickeln; wobei ich das Aroma von Kimchi da als etwas zu dominant empfinde. Ich habe Auberginen zu den Küchlein serviert. Und natürlich Reis.

fleischbaaellchen-mit-sesam

Für 4 bis 6 Personen:

  • 60 g Walnusskerne
  • 45 g Pinienkerne
  • 500 g Rinderlende (ausgelöste Querrippe geht auch)
  • 1 Birne (oder 1/2 Nashi, wenn verfügbar)
  • 1 Schalotte
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 3 EL Sojasauce
  • 1 1/2 EL Honig
  • 1 1/2 EL Mirin
  • 1 EL geröstetes Sesamöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 TL neutrales Öl
  • 2 TL geröstete Sesamsamen

Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Die Walnuss- und Pinienkerne auf dem Blech verteilen und 3-5 min im Ofen rösten, dann herausnehmen und abkühlen lassen.

Birne vom Kerngehäuse befreien. Schalotte und Knoblauch schälen und grob hacken.

Die Körner im Blitzhacker zerkleinern, aber nicht zu Pulver zermahlen, sie sollen nach Biss haben. In eine Schüssel geben. Das Fleisch portionsweise und in Intervallen ebenfalls im Blitzhacker zerkleinern. Zu den Nüssen geben. Birne, Zwiebel und Knoblauch ebenfalls zerkleinern, dann zum Fleisch geben. Sojasauce, Mirin, Honig und Sesamöl ebenfalls zum Fleisch geben. Alles von Hand gründlich mischen, dann den Teig mit Salz und Pfeffer abschmecken und 1 min kneten. Aus dem Teig kleine Küchlein von ca. 5 cm Durchmesser formen. Abdecken und 1-2 h kalt stellen, damit die Küchlein etwas fester werden und die Aromen sich verbinden.

Öl in einer Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen. Küchlein portionsweise von jeder Seite 2-3 min braten, bis sie appetitlich braun und durchgegart sind , dabei immer wieder mit Bratflüssigkeit bestreichen.

Herausnehmen und zusammen mit den Auberginen servieren.

Die Auberginen erinnern mich an ein Gericht, das meine chinesische Freundin immer zubereitet hat. Die Machart ist nahezu gleich. Die koreanische Variante sieht ein wenig hübscher aus, weil die Auberginen am Ende noch mit Frühlingszwiebeln bestreut werden. Ich habe das Gericht lange nicht mehr gekocht und habe mich gefreut, daran erinnert zu werden.

Ich habe keine asiatischen Auberginen bekommen und daher die herkömmlichen verwendet. Man muss ich etwas kleiner schneiden und etwas länger dämpfen.

aubergine-mit-sesam

4 Beilagen-Portionen:

  • 4 asiatische Auberginen oder 2 herkömmliche
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 EL geröstetes Sesamöl
  • 2 TL geröstete Sesamsamen
  • optional: Gochugaru-Chilipulver (ich habe es weggelassen)

Auberginen längs vierteln (asiatische nur halbieren), dann quer in ca. 7 cm große Stücke schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken, Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden.

Auberginen in einem Dämpftopf 10 – 15 min bei ordentlicher Hitze dämpfen, dann zum Auskühlen in eine Schüssel geben.

Wenn die Auberginen abgekühlt sind, die Flüssigkeit, die sich in der Schüssel angesammelt hat, weggießen und mit den Händen weitere Flüssigkeit aus den Auberginen drücken. Die restlichen Zutaten zugeben, alles gründlich vermengen und mindestens 30 min durchziehen lassen.

[Kochbuch]: So kocht Korea * Jordan Bourke, Reijina Pyo

9783831031214
Warum eigentlich habe ich mich bisher nicht näher mit der koreanischen Küche befasst? Da war tatsächlich ein blinder Fleck auf meiner Karte der Länderküchen. Zeit, etwas daran zu ändern.
Dass ich das nun getan habe, verdanke ich Jordan Bourke und Rejina Po, dem Paar, dass dieses Buch geschrieben hat. Jordan Bourke ist Koch. Zur koreanischen Küche kam er über seine Frau Reijina Po, eine Modedesignerin. Das Paar lebt in London.
Das Buch ist hübsch anzusehen: wir finden ein helles Layout mit vielen Bildern vor. Nicht jedes Gericht hat ein Foto bekommen, aber dafür gibt es stimmungsvolle Bilder aus Korea. So werden Appetit und Reiselust geweckt. Schön finde ich, dass es vor jedem Kapitel nochmal ein kleines Inhaltsverzeichnis gibt. Und für die Gerichte sind die Titel zuätzlich in koreanischer Schrift und auch in Umschrift niedergeschrieben, das ist toll.
Inhaltlich startet das Buch mit einer sehr persönlich geschriebenen Einführung zur koreanischen Küche. Da gibt es nicht nur Ausführungen zur koreanischen Esskultur, sondern auch eine ausführliche bebilderte Warenkunde und Menüvorschläge.
Jetzt zu den Rezepten: die sind nach Zutaten und Gerichten unterteilt. es gibt Kapitel über Reis, Suppen und Eintöpfe, über Pfannkuchen, Frittiertes und Tofu, Nudeln, Fisch und Meeresfrüchte, über Fleisch und Geflügel und schließlich auch Desserts. Ich habe da noch einiges, was ich ausprobieren möchte. Den gebratenen Reis mit Kimchi zum Beispiel, die knusprigen Chili-Reiskuchen, die Rindfleischsuppe mit Seetang und den wärmenden Hähncheneintopf mit Kartoffeln. Auf der Liste stehen auch noch die gedämpften Eier mit Frühlingszwiebeln und Chili, die selbstgemachten Nudeln mit Meeresfrüchtebrühe und natürlich die Teigtaschen Mandu. Ach, und das Eis mit schwarzem Sesam, das muss ich auch probieren.
Die Rezepte sind gut erklärt und funktionieren. Zu jedem Rezept gibt es ein paar einführende Worte  und es ist angegegeben, für wieviele Personen das Gericht gedacht ist. Abgerundet wird der Rezeptteil durch ein ausführliches, nach Zutaten geordnetes Register und eine übersicht über Bezugsquellen für koreanische Lebensmittel. Immer wieder gibt es auch kleine Einschübe, in denen Zutaten und Essgewohnheiten erklärt werden: so erfahren wir Wissenwertes über Reis, Tofu und andere wichtige Bestandteile der koreanischen Küche.
gurken-kimchi
Nach dem ersten Durcharbeiten des Buches war eines klar – Kimchi muss her. Nun dauert es ja ein wenig, bis so eine Portion Kimchi fertig ist. Wenn man die Wartezeit überbrücken möchte, kann man das schnelle Gurken-Kimchi ansetzen, das muss nicht fermentieren und ist nach ein paar Stunden genussbereit. Knoblauchig-chilischarf – mir hat es gut gefallen.
fleischbaaellchen-mit-sesam
Gebratene Fleischküchlein mit Sesam – Walnüsse und Pinienkerne, Birne und Querrippe, vermengt mit Knoblauch, Mirin und Sesamöl. Erstaunlich, wie Sesam und Birne die Fleischküchlein zu etwas ganz Besonderem machen.
aubergine-mit-sesam
Zu den Fleischküchlein habe ich Auberginen serviert. Die werden gedämpft, dann mit Knoblauch und Sesam aromatisiert. Das ist so ziemlich identisch mit dem, wie meine chinesische Freundin Auberginen serviert. Lange nicht mehr gegessen und gleich wieder für gut befunden. Sogar von meinem Mann, der Auberginen nicht wirklich mag.
glasierte-kartoffeln
Ich wollte unbedingt die in Honig und Soja glasierten Kartoffeln ausprobieren. Hierfür werden Kartoffeln in einer Mischung aus Sojasauce, Zucker, Honig, Mirin, Ingwer, Knoblauch und natürlich Wasser so lange gekocht, bis die Kartoffeln gar und der Sud zu einer Glasur eingekocht ist. Das hat prächtig funktioniert – letztendlich waren mir die Kartoffeln aber leider viel zu süß.
kimchi
Irgendwann war das Kimchi dann auch fertig….es ist gut gelungen und ich werde mich bald an Variationen wagen.
kimchi-pfannkuchen
Und wenn das Kimchi schon fertig ist, dann kann man auch damit kochen. Ich habe den Kimchi-Pfannkuchen ausprobiert – der ist toll. Das doch recht dominante Kimchi ist im Pfannkuchenteig genau richtig aufgehoben. Wenn das Kimchi mal vorhanden ist, dann steht der Pfannkuchen rasch auf dem Tisch. Nur vom Dipp hätte ich mehr vertragen können.
pikante-rindsuppe
Für den scharfen Rindfleischeintopf mit Gemüse wird zunächst mit Rinderbrust eine Brühe angesetzt. Das zerzupfte Fleisch landet dann mit Shiitake, Lauch, Frühlingszwiebeln, einer ordentlichen Dosis Knoblauch und Gochugaru in der Suppe. Ein richtiges Wohlfühlessen.
Fazit? Wer sich mit der koreanischen Küche befassen möchte, findet hier einen guten Einstieg. Das Buch bietet eine schöne Vielfalt an Rezepten, die allesamt gut nachzukochen sind. Auch Vegetarier können hier fündig werden.

  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: Dorling Kindersley
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3831031214
  • 24,95