Oktoberfestschmankerl: Wurstsalat von Regensburgern

Noch ist sie in vollem Gange, die Wiesn. Und ich sage es ganz ehrlich – ich bin aus vielerlei Gründen keine Wiesngängerin mehr. Ich bin eher froh, wenn der Spuk vorbei ist. Die Wiesn ist zu einer Art zweiwöchigem Münchner Ballermann mutiert.  So, wie sich das Oktoberfest präsentiert, mag ich es nicht mehr.  Wenn ich keine schulpflichtigen Kinder hätte, dann wäre ich zu dieser Zeit garantiert anderswo.

Dass ich Euch heute trotzdem ein typisches Brotzeitgericht, wie man es auf dem Oktoberfest findet, präsentiere, liegt daran, dass die Rettungstruppe  – gegründet von Susi und derzeit organisiert von Ingrid – heute Oktoberfest-Spezialitäten rettet. Im Grunde gibt es da ja klassisch bayerisches Essen.

Nanu? Muss man das retten? Die kann man doch im Zweifel auf dem Oktoberfest kaufen? Stimmt. Aber inzwischen nicht mehr nur da. Gerade in der Vorwiesenzeit überschlagen sich nicht nur die Discounter mit Angeboten – von der Schweinshaxn übers halbe Grillhendl bis hin zum Fertig-Kaiserschmarrn ist alles dabei. Schmeckt garantiert nicht wie auf der Wiesn sondern eher wie aus der Tütn ;-). Und ich sehe nicht ein , warum man klassisch bayerische Gerichte der Lebensmittelindustrie überlassen sollte.

Also, ich stelle Euch heute ein Brotzeitgericht vor – eine gute Unterlage für die eine (oder andere) Maß Bier. Wurstsalat. Damit arbeite ich auch gleich ein Kindheitstrauma auf; Wurstsalat gab es oft. Es war Fleischwurst mit ganz viel rohen Zwiebeln und einer extrem essigsauren Marinade; vermutlich aus Branntweinessig. Ich habe es gehasst. Und daher noch nie Wurstsalat gemacht geschweige denn irgendwo bestellt.

Deswegen gibt es jetzt eine frischere Variante mit einer feinsäuerlichen, harmonisch abgeschmeckten Marinade. Grob abschaut habe ich mir das Rezept bei Florian Lechner*, wobei ich unter anderem die rohen Zwiebeln durch Frühlingszwiebeln ersetzt habe.

Ein Wort zur verwendeten Wurst: Regensburger sind kurze, dicke, gebrühte Würste. In die fein gekutterte Wurstmasse kommen kleine, gröber geschnittene Fleischwürfel. Außerhalb Bayerns sind Regensburger schwer zu bekommen – und richtige Regensburger kommen ohnehin nur aus Regensburg. Man kann für den Salat ersatzweise auch auf Fleischwurst zurückgreifen.

Wurstsalat von Regensburgern

Bayerischer Wurstsalat, frisch interpretiert

Gericht Brotzeit
Länder & Regionen Bayern
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 400 g Regensburger Wurst
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1/2 Bund Radieschen
  • 8 Kirschtomaten
  • 1/2 Salatgurke

Dressing:

  • 1 Schalotte
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 TL Zucker
  • 300 ml Gemüsebrühe
  • 2 TL Senf, mittelscharf
  • 3 EL Weißweinessig
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung

  1. Zunächst das Dressing vorbereiten: Schalotte schälen und in feine Ringe schneiden. Das Öl in einem Topf erhitzen und die Schalotte bei mäßiger Hitze glasig braten. Mit dem Zucker bestreuen und karamellisieren lassen. 

  2. Jetzt die Gemüsebrühe angießen, Senf und Essig einrühren. Knoblauch schälen und fein hacken und ebenfalls zugeben. Die Sauce ca. 10 min leise köcheln lassen, dann mit Salz und Pfeffer abschmecken und von der Hitze nehmen. Sie soll lauwarm abkühlen.

  3. Während die Sauce abkühlt, kann man die Salatzutaten schnippeln. Die Würste häuten, dann der Länge nach halbieren und quer in feine Scheiben schneiden. Radieschen putzen und in feine Scheiben schneiden. Tomaten je nach Größe vierteln oder achteln. Die Gurke der Länge nach halbieren, die Kerne herauskratzen, dann die Hälften nochmals der Länge nach  halbieren  und in feine Scheiben schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und in Röllchen schneiden. 

  4. Alle Salatzutaten in eine Schüssel geben, das lauwarme Dressing angießen und alles vorsichtig vermengen.

  5. Vor dem Servieren unbedingt 30 min durchziehen lassen.

Natürlich gibt es heute noch mehr Oktoberfest – Spezialitäten. Klickt Euch mal durch:

auchwas – Haxen mit Kraut
Brigittas Kulinarium – Rettungsaktion -Weisswurst in der Breznpanier mit Bayerischen Erdäpflsalat
Brittas Kochbuch – Knusprig gebratene Haxe mit Sauerkraut und Semmelknödelchen
Brotwein – Laugenbrezeln – bayerische Brezen zum Oktoberfest
CorumBlog 2.0 – Schnitzel mit Kartoffelsalat
Das Mädel vom Land – Vegetarische Wies’n-Jause
evchenkocht – Brezen-Salat mit Weißwurst und Rettich
genial-lecker – Backhendl nach Schuhbeck
Katha kocht! – Obazda “Light”
lieberlecker – Weisswurst Salat
Madam Rote Rübe – Handgeschabte Käse-Dinkelvollkorn-Spätzle mit Pfifferlinge
magentratzerl – Wurstsalat von Regensburgern
our food creations – Wiesn-Tapas
Pane-Bistecca – Selbstgemachte Schweinsbratwurst
Turbohausfrau – Obazda

Cakes, Cookies & more – Semmelknödel mit Pilzrahmsauce

Radieschen-Tonnato mit Sonnenblumenkernen und Zitrone

Ich bin immer noch ziemlich begeistert von Joshua Mc Faddens “6 Jahreszeiten”*. Wir haben ja eine Abokiste, und auf der Suche nach Inspiration geht mein Blick dann meist zuerst in dieses Buch.

Diesmal gab es Radieschen, also, unter anderem ;-), und mit war gleich klar – das gibt Tonnato. Dafür werden die Radieschen mit einer cremigen Thunfischsauce serviert, für den Biss gibt es noch Sonnenblumenkerne dazu und Zitronensaft für die Frische.

Das Ganze kann als Beilage fungieren (zum Beispiel zu einem schönen Stück Fleisch) oder als kleines Hauptgericht für Zwei. Ich plädiere ja für Hauptgericht, denn der Salat steht echt für sich und ist suchtfördernd. Ich habe jedenfalls nichts weiter dazu gebraucht.

Ach so – Joshua McFadden verwendet die Radieschenblätter nicht; er dekoriert statt dessen mit Sonnenblumensprossen.

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Radieschen-Tonnato

Pfeffrige Radieschen in cremiger Thunfischsauce

Gericht Hauptgang
Portionen 2 Portionen als Hauptgericht, 4 Portionen als Beilage

Zutaten

  • 2 Bund Radieschen mit etwas Grün
  • eine Handvoll frische Minze
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 30 g Sonnenblumenkerne

Tonnato:

  • 1 Dose Thunfisch im eigenen Saft
  • Salz
  • 50 g Mayonnaise
  • 2 EL Olivenöl
  • frisch gepresster Zitronensaft

Anleitung

  1. Für das Tonnato den Thunfisch abgießen. 

  2. Dann in eine Schüssel geben und mit einer großzügigen Prise Salz gut durchmischen. Die Mayonnaise (Rezept zum Beispiel hier) einarbeiten, dann das Olivenöl und den Zitronensaft. Kosten und mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

  3. Für die Radieschen die Sonnenblumenkerne in einer kleinen Pfanne ohne Fett leicht anrösten, dann beiseite stellen.

  4. Die Radieschen putzen und je nach Größe der Länge nach halbieren oder vierteln. Vom Grün einige Blätter grob hacken. Minze ebenfalls hacken. 

  5. Das Tonnato in eine Schüssel geben und etwas Zitronensaft dazu pressen. Radieschen dazu geben und alles gut vermischen. Jetzt die Minze und einen Teil der Radieschenblätter zugeben, alles mit Salz und Pfeffer und, wenn nötig, weiterem Zitronensaft würzen. 

  6. Die Hälfte der Sonnenblumenkerne zugeben. Alles gut vermischen und  mit weiteren Sonnenblumenkernen und Radieschenblättern bestreut gleich servieren.

Bircher-Wurzelgemüse

Knollensellerie und ich, das ist, vorsichtig ausgedrückt, nicht immer eine Liebesbeziehung gewesen. Es gab da in meiner Kindheit einen Selleriesalat, der war mir richtig lange im Weg. Inzwischen mag ich Sellerie recht gern, aber der Gedanke, ihn roh zu essen lag mir bis vor kurzem wirklich fern.

Und dann kam Hugh Fearnley-Whittingstall* mit seinem herzhaften Birchermüesli an. Die Idee fand ich ungewöhnlich genug, um sie auszuprobieren. Und es hat überzeugt – auf ganzer Linie. Das Ganze hat genau die richtige Balance zwischen herzhaft und süß, ist schön frisch und sättigend genug, um als Mittagessen durchzugehen. Man kann den Salat, denn als solcher ist er im Buch deklariert, gut vorbereiten und mitnehmen.

Ach, und für Abwechslung ist auch gesorgt: man kann Karotten, Pastinaken oder Rote Bete statt des Selleries nehmen und auch Nüsse und Saaten sind variabel.

Für 2 bis 3 Personen:

  • 100 g Knollensellerie
  • 1 Apfel
  • 100 g Haferflocken
  • 50 g Rosinen
  • 50 g Mandeln, ganz und ungeschält
  • 50 g gemischte Samen, zb. Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Sesam, oder einfach nur eine Sorte
  • 3 EL kalt gepresstes Rapsöl
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 200 ml Apfelsaft, naturtrüb
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Sellerie schälen, das Innere in eine Schüssel reiben. Den Apfel zum Sellerie in die Schüssel reiben, schälen ist nicht nötig, man kann einfach von allen Seiten bis zum Kerngehäuse herunter reiben. Apfel und Sellerie vermischen. Die restlichen Zutaten zufügen, alles mit Salz und Pfeffer würzen und gut vermischen.

Der Salat muss jetzt mindestens eine Stunde durchziehen, länger schadet aber überhaupt nicht. Er ist also geradezu prädestiniert dazu, ihn am Vorabend zusammenzuwerfen und ihn dann am nächsten Tag zur Arbeit mitzunehmen.

Zweierlei Gemüsetatar nach Hugh-Fearnley Whittingstall

Es hat tatsächlich ein bisschen was an meinen Essgewohnheiten verändert, das neue vegetarische Kochbuch von Hugh Fearnley-Whittingstall*. Ich bin eigentlich keine großer Rohkost-Esserin. Ich liebe Gemüse, aber im Grunde esse ich es lieber gegart. Hier gibt es zum Beispiel nicht oft kalten Salat, sondern lieber eine warme Gemüse-Beilage.

Nun aber präsentiert HFW in seinem Buch eine Menge an Salaten und anderen Rohkostgerichten, von denen mich viele sehr neugierig gemacht haben. Besonders angetan haben es mir die zahlreichen Varianten von Gemüse-“Tatar”; davon möchte ich Euch heute zwei Sorten vorstellen; nämlich einmal Tatar aus roter Bete und solchen aus Karotten.

Tatar heißt in diesem Zusammenhang, dass das Gemüse stark zerkleinert und mit verschiedenen Zutaten aromatisiert und verfeinert wird. Das Gemüse bleibt bissfest und schmeckt richtig schön peppig. Durch das Zerkleinern und Mischen enthält jede Gabel von allen Geschmäckern ein bisschen – so macht Rohkost Spaß. Sogar mir. Was auch toll ist: gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt, halten sie die Tatars einige Tage im Kühlschrank; so hat man immer einen kleinen Snack oder eine Beigabe zum Essen vorrätig. Ich finde sogar, dass sie noch besser schmecken, wenn sie etwas durchziehen konnten.

Für die Tatars braucht Ihr einen Küchenmaschine mit Blitzhacker, damit alles fein genug wird. Ich verwende seit längerem diese hier*; die ist für solche Aufgaben super.

Das Tatar aus roter Bete erinnert fast ein wenig an Hummus, denn neben Koriandergün, Knoblauch, Sojasauce und Limettensaft wandert auch etwas Erdnussbutter in den Blitzhacker. Das macht alles schön cremig; man kann das Tatar auch gut als Dipp servieren:

  • 300 g rote Bete
  • 5 EL Erdnussbutter, mit Stückchen, ohne Zucker
  • 1 EL Sojasauce
  • Saft von 1 Limette
  • 1/2 Zehe Knoblauch
  • 1 Bund Koriandergrün
  • 1 Prise getrocknete Chiliflocken
  • Salz

Die roten Beten schälen und grob würfeln. Knoblauch schälen und fein hacken; Koriandergrün zupfen und mitsamt den feinen Stängeln grob hacken.

Alle Zutaten in den Blitzhacker geben. Relativ fein hacken, aber nicht vollständig pürieren; das Ganze soll noch Biss haben. Immer wieder Rückstände vom Rand der Schüssel kratzen.

Die Mischung sollte ausbalanciert schmecken, wenn nicht, noch nach Bedarf mit Limettensaft, Salz oder Chiliflocken nachwürzen.

Das Karottentatar besticht durch marokkanische Aromen: grüne Oliven wandern hinein, Salzzitronen, Koriandergrün und etwas Chili. Es ist wunderbar zum Mitnehmen geeignet, passt aber auch gut zu herzhaften Gemüsegerichten.

  • 300 g Karotten
  • 1 kleine rote Zwiebel
  • 50 g grüne Oliven ohne Stein (oder 70 g mit Stein)
  • eingelegte Zitrone – je nach Größe ein viertel oder eine Ganze; ich hatte statt dessen zwei Salz-Kumquats
  • 1 frische rote Chilischote
  • 1 Bund Koriandergrün
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Die Karotten schälen und in ca. 3 mm dünne Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und grob hacken. Oliven, wenn nötig, entsteinen (das geht ganz gut mit einem Kirschentkerner). Aus der Zitrone die Kerne entfernen,den Rest grob hacken. Koriander mitsamt der feinen Stängel grob hacken. Chili in Ringe schneiden; wer es nicht so scharf mag, entfernt die Kerne.

Karotten, Zwiebeln, Oliven und Zitrone in den Blitzhacker geben. Kurz laufen lassen, dann Chili, Koriander und Olivenöl zugeben. Alles hacken und gleichmäßig vermengen, das Ganze soll nicht zu fein werden und noch etwas Biss haben.

Pfeffern und, wenn nötig, mit Salz abschmecken.

Radieschensalat mit Mohndressing


Uff. Das ist so simpel, ich habe lange überlegt, ob ich das überhaupt hier aufschreiben soll. Aber das Ganze schmeckt so toll – ich muss Euch die Chance geben, es auch zu probieren ;-).
Das Rezept ist aus dem neuen Buch von Hugh Fearnley-Whittingstall*, das einen ganz großen Schwerpunkt auf Gemüse setzt. Das Buch hat mich bezaubert; ich habe mich schon um Kopf und Kragen gekocht. Eine Buchvorstellung folgt demnächst.
Jetzt aber zu den Radieschen: die werden einfach in Scheiben gehobelt und mit einem mit Mohn angereicherten Dressing serviert. Das nussige Dressing passt prima zu den pfeffrigen Radieschen. Und mir gefällt gut, dass die Radieschen in feinen Scheiben daher kommen. Ich finde ihr Aroma sonst etwas dominant, durch das Hobeln wird es etwas sanfter und die Radieschen nehmen auch mehr vom Dressing auf.
Gehobelt ist ein gutes Stichwort: ich schicke die Radieschen als zweiten Beitrag zu Zorra, die sucht nämlich für ihr laufendes Blogevent gerade noch heute Gerichte mit fein gescheibelten Lebensmitteln.

Für 3 bis 4 Personen:

  • 200 g Radieschen
  • Meersalzflocken (ich liebe Maldon Salt)

Dressing:

  • 2 EL kalt gepresstes Rapsöl
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL Zitronensaft, plus ggf. etwas mehr
  • 1/2 TL Dijonsenf
  • 1/2 EL Mohnsaat
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für das Dressing alle Zutaten in einer kleinen Schüssel verrühren; dabei nur leicht salzen; es kommt später noch mehr dazu.
Die Radieschen putzen und dann in feine Scheiben schneiden. Das geht am besten mit einem Gemüsehobel oder einer Mandoline. Ich habe diese hier*, die ist klein, scharf und in 4 Stufen verstellbar.
Radieschen auf einem Teller auslegen und das Dressing darüber träufeln. Alles mit Salzflocken bestreuen. Eine Scheibe probieren, und, wenn nötig noch etwas Salz und/oder Zitronensaft zugeben.
Man kann den Salat gleich essen oder 15 min ziehen lassen; mir hat er nach kurzer Zieh-Zeit besser geschmeckt.

Wassermelonenpickles


Es sind Ferien! Sechs Wochen lang. Und sie sind wohlverdient – das Schuljahr war….sagen wir mal …spannend. Sommerferien – auch hier wird es etwas ruhiger werden. Sommerferien mit Betonung auf “Sommer”. Und da passt das gerade im Kochtopf laufende Event ja wirklich ganz genau. Die liebe Birgit wünscht sich nämlich Sommergerichte aus aller Welt und ich weiß da was 🙂 :

Wassermelone ist bei uns im Sommer ein Muss. Den Großteil verputzen wird einfach so. Ich mache auch gerne Sorbet, das ist nochmal erfrischender als Wassermelone pur. Und außerdem ist so eine Melone ja gern auch etwas größer…Verwertungsmöglichkeiten sind willkommen.

Folglich habe ich mich mit Begeisterung auf diese diese Pickles gestürzt – ich habe sie in der Elle à Table gesehen und behaupte deshalb einfach mal, dass sie aus Frankreich kommen ;-). Gut, dass Wassermelonen so groß sind, da bleibt Raum für Experimente. In diesem Fall hat das Experiment sich ausgezahlt – das Einlegen macht aus der Wassermelone etwas ganz neues. Die Pickles sind super als Beilage zum Grillen. Allerdings gehöre ich in diesem Fall zu den Naschern. Will sagen, man kann auch so oft am Glas vorbeilaufen und sich bedienen, dass hinterher keine Grillbeilage mehr übrig ist…..

Für ein 1-Liter-Glas:

  • 1 kg Wassermelonenfleisch
  • 1/2 l Weißweinessig
  • 3 Sternanis
  • 5 cm Ingwer
  • 20 g Zucker
  • 3 g Salz

Den Ingwer in kleine Stäbchen schneiden. Essig, Sternanis, Ingwer, Zucker und Salz in einem Topf kurz aufkochen, dann von der Hitze nehmen und abkühlen lassen.

Inzwischen das Melonenfleisch in mundgerechte Würfel schneiden und in ein passendes Einmachglas schichten. Die abgekühlte Flüssigkeit darüber gießen, das Glas verschließen und in den Kühlschrank stellen.

Man kann die Pickles nach frühestens 4 Stunden essen, sie schmecken aber besser, wenn sie länger durchgezogen sind. Man sollte sie innerhalb von ein paar Tagen aufessen, sonst zieht der Essig zu sehr in das Fruchtfleisch ein und die Pickles sind zu sauer.

 

Quinoa-Crêpes mit Forellencreme und Birnenchutney

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Dieses Rezept aus “sweet & salty“* ist nicht ganz so spektakulär wie das Chili, das ich Euch schon vorgestellt habe.

Bei uns war es ein Renner, der alle begeistert hat: die Crêpes werden gefüllt mit einer Creme aus Frischkäse und Räucherforelle. Diese Creme ist toll, die geht für mich auch einfach so als Brotaufstrich durch. Das Birnenchutney passt sehr gut zu dem Ganzen.

Ich fand die Crêpes am spannendsten: sie bestehen aus Quinoa-Mehl und sind glutenfrei. Ich hatte etwas Bedenken, ob sie sich gut ausbacken lassen, aber es gab keine Probleme. Geschmacklich war das Quinoa-Mehl auch angenehm. Das heißt nicht, dass ich in Zukunft ständig Pfannkuchen aus Quinoa-Mehl backen werde, aber wer auf Gluten verzichten muss, der findet hier eine gute Alternative.

quinoa-crepes

Für 4 Portionen:

Chutney:

  • 1 TL Butter
  • 2 reife Birnen
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 100 ml Balsamico Bianco
  • 1/2 TL frischer Ingwer, gerieben
  • 1 EL Zucker
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Crêpes:

  • 150 g Quinoamehl
  • 1 Prise Salz
  • 2 EL Kokosöl, plus etwas zum Ausbacken
  • 200 ml Mandelmilch
  • 2 Eier
  • 1 TL Agavendicksaft

Füllung:

  • 200 g Räucherforellenfilets
  • 125 g Frischkäse
  • 1 EL Dill, gezupft und gehackt
  • 1 EL Schnittlauchröllchen
  • 2 TL süßer Senf
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Zitronensaft zum Abschmecken

Zuerst zum Chutney: dafür die Birnen entkernen und würfeln. Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Im Original werden 3 Frühlingszwiebeln verwendet, davon aber nur das Weisse. Ich mag es nicht, das Grün wegzuwerfen und verwende sie ganz.

Butter in einem Topf schmelzen, Birnen und Frühlingszwiebeln unter Rühren anbraten, bis die Birnen etwas weich werden. Dann mit dem Essig ablöschen. Ingwer und Zucker zugeben und alles etwa 10 min köcheln lassen. Dann mit Salz und Pfeffer abschmecken und abkühlen lassen.

Für die Crêpes Quinoamehl und Salz in einer Schüssel mischen. Kokosöl in einem kleinen Topf schmelzen, mit der Mandelmilch vermischen und zusammen mit Eiern und Agavendicksaft zum Mehl geben. Alles gründlich mit dem Schneebesen zu einem glatten Teig verrühren; wenn er zu dick ist, etwas mehr Mandelmilch zugeben.

Etwas Kokosöl in einer Pfanne schmelzen. Aus dem Teig nacheinander dünne Crêpes ausbacken und diese auf einem Teller auskühlen lassen.

Für die Füllung die Forellenfilets zerzupfen, Frischkäse und Senf zugeben und alles mit einer Gabel vermischen. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

Zum Fertigstellen jedes Crêpe mit etwas Forellencreme bestreichen, aufrollen und gut andrücken. Jede Rolle in ca. 2 cm dünne Scheiben schneiden.

Zum Servieren Crêpes mit Birnenchutney auf Tellern anrichten und mit etwas Dill dekorieren.

 

Nektarinen-Gazpacho

nektarinengazpacho1

Ab und zu kommt der Sommer ja nun doch vorbei, und dann ist es richtig schön heiß.

Im Grunde Blog-Event-CXXII-Steinobststört mich das in der Küche nicht weiter – ich bin durchaus in der Lage, auch bei anhaltenden 30 °C Schmorgerichte zuzubereiten, wenn es mich überkommt.

Trotzdem- als ich in der Essen & Trinken diese kalte Suppe entdeckt habe, erschien es mir sehr reizvoll, einfach nur den Mixer anzuwerfen anstatt des Herdes. Und das, obwohl ich eher zurückhaltend bin, was Obst in pikanten Gerichten angeht. Die Gazpacho ist fix zusammengemixt. Den Nektarinenanteil habe ich ein wenig erhöht, die leichte Süße passt gut. Die Suppe hält sich im Kühlschrank gut. Wir haben sie nicht auf einmal gegessen, sondern uns immer wieder mal zwischendurch ein kleines Gläschchen zur Erfrischung gegönnt.

Genau – Nektarinen: die Gazpacho kommt wie gerufen für das gerade laufende Event im Kochtopf. Die Apricot-Lady (nomen est omen) sucht da nämlich Rezepte mit Steinobst.

nektarinengazpacho

Für 4 Portionen:

  • 1 rote Paprikaschote
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • 1 rote Zwiebel
  • 300 g Tomaten
  • 1 kleine Zehe Knoblauch
  • 1 rote Chili
  • 3 Nektarinen
  • 1 TL mildes Currypulver
  • 2 EL Sherry-Essig
  • 2 EL Limettensaft
  • Salz, Pfeffer
  • 2 Stängel Estragon

Paprika vierteln und entkernen. Sellerie putzen und entfädeln. Knoblauch und Zwiebel schälen. Chilischote ggf entkernen. Nektarinen halbieren, Kerne herausholen.

Paprika, Sellerie, Tomaten, Zwiebel, Chili, Nektarinen und Zwiebel in grobe Stücke schneiden. Alles in den Mixer geben. Currypulver, Essig, Limettensaft, 350 ml Wasser und 1 TL Salz zugeben und alles ganz fein aufmixen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Suppe umfüllen und mindestens 1 h in den Kühlschrank stellen.

Vor dem Servieren die Estragonblättchen zupfen und fein hacken. Suppe damit dekorieren und kalt servieren.

Orangensalat

orangensalat

Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber je länger der Winter dauert, desto mehr sehne ich mich nach etwas Frischem auf dem Teller. Knackig und bunt darf es auch noch sein. Und obwohl Salat im Winter nicht unbedingt auf meiner Favoritenliste steht – er ist ja kalt, brrrrr – dieser hier hat mich sehr angelacht. Allein die Farben lassen schon die Sonne aufgehen.

Bein ersten Versuch habe ich eine halbe Portion zubereitet – ein Fehler. Dieser Salat ist einfach himmlisch, den gibt es immer wieder. Ich kann nicht genug davon bekommen. Orangen, klar. Die esse ich grade fast kistenweise. Schalotte passt gut, Granatapfel steuert Biss bei und die Oliven eine leichte Bitternote. Das Dressing macht das Ganze richtig rund – Zimt und Kreuzkümmel geben zusätzlich Aroma. Habe ich schon erwähnt, dass man nicht aufhören kann, zu essen? Ich bin quasi schon wieder auf dem Sprung für die nächste Portion.

Der Salat passt immer – als Beilage, als Vorspeise, oder einfach so als kleine Vitaminbombe zwischendurch.

Es ist mir mal wieder erst hinterher aufgefallen – der Salat ist vegan und damit allerbestens geeignet für den Tierfreitag.

Für 4 Portionen:

  • 4 Orangen
  • 1 Schalotte (original: 1 rote Zwiebel)
  • einige Oliven (original: schwarze; ich habe damit meine selbsteingelegten grünen zum ersten Mal benutzt)
  • einige Stängel Petersilie
  • Kerne von 1/2 Granatapfel
  • 2 EL Olivenöl
  • 1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 Prise Zimt
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle (ich: Roter Kampot)

Die Orangen gründlich schälen. Dazu mit einem scharfen Messer rundherum die Schale abschneiden, bis nur noch das Fruchtfleisch übrig bleibt. Die Orangen dann in möglichst dünne Scheiben schneiden – auch hier kann ein scharfes Messer nur nützen. Den Saft, der beim Vorbereiten der Orangen anfällt, auffangen. Wir brauchen ihn für das Dressing.

Die Orangenscheiben auf einer Platte drapieren.

Für das Dressing den entstandenen Orangensaft mit Olivenöl, Kreuzkümmel und Zimt verrühren; alles mit Salz und Pfeffer würzen. Das Dressing über die Orangenscheiben geben.

Schalotte schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden. Petersilienblättchen abzupfen und fein hacken. Schalottenringe, Granatpfelkerne, Petersilie und Oliven über die Orangenscheiben geben.

Rezept inspiriert von: Caroline Hofberg, Wohlig warme Winterküche*