Bircher-Wurzelgemüse

Knollensellerie und ich, das ist, vorsichtig ausgedrückt, nicht immer eine Liebesbeziehung gewesen. Es gab da in meiner Kindheit einen Selleriesalat, der war mir richtig lange im Weg. Inzwischen mag ich Sellerie recht gern, aber der Gedanke, ihn roh zu essen lag mir bis vor kurzem wirklich fern.

Und dann kam Hugh Fearnley-Whittingstall* mit seinem herzhaften Birchermüesli an. Die Idee fand ich ungewöhnlich genug, um sie auszuprobieren. Und es hat überzeugt – auf ganzer Linie. Das Ganze hat genau die richtige Balance zwischen herzhaft und süß, ist schön frisch und sättigend genug, um als Mittagessen durchzugehen. Man kann den Salat, denn als solcher ist er im Buch deklariert, gut vorbereiten und mitnehmen.

Ach, und für Abwechslung ist auch gesorgt: man kann Karotten, Pastinaken oder Rote Bete statt des Selleries nehmen und auch Nüsse und Saaten sind variabel.

Für 2 bis 3 Personen:

  • 100 g Knollensellerie
  • 1 Apfel
  • 100 g Haferflocken
  • 50 g Rosinen
  • 50 g Mandeln, ganz und ungeschält
  • 50 g gemischte Samen, zb. Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Sesam, oder einfach nur eine Sorte
  • 3 EL kalt gepresstes Rapsöl
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 200 ml Apfelsaft, naturtrüb
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Sellerie schälen, das Innere in eine Schüssel reiben. Den Apfel zum Sellerie in die Schüssel reiben, schälen ist nicht nötig, man kann einfach von allen Seiten bis zum Kerngehäuse herunter reiben. Apfel und Sellerie vermischen. Die restlichen Zutaten zufügen, alles mit Salz und Pfeffer würzen und gut vermischen.

Der Salat muss jetzt mindestens eine Stunde durchziehen, länger schadet aber überhaupt nicht. Er ist also geradezu prädestiniert dazu, ihn am Vorabend zusammenzuwerfen und ihn dann am nächsten Tag zur Arbeit mitzunehmen.

Zweierlei Gemüsetatar nach Hugh-Fearnley Whittingstall

Es hat tatsächlich ein bisschen was an meinen Essgewohnheiten verändert, das neue vegetarische Kochbuch von Hugh Fearnley-Whittingstall*. Ich bin eigentlich keine großer Rohkost-Esserin. Ich liebe Gemüse, aber im Grunde esse ich es lieber gegart. Hier gibt es zum Beispiel nicht oft kalten Salat, sondern lieber eine warme Gemüse-Beilage.

Nun aber präsentiert HFW in seinem Buch eine Menge an Salaten und anderen Rohkostgerichten, von denen mich viele sehr neugierig gemacht haben. Besonders angetan haben es mir die zahlreichen Varianten von Gemüse-“Tatar”; davon möchte ich Euch heute zwei Sorten vorstellen; nämlich einmal Tatar aus roter Bete und solchen aus Karotten.

Tatar heißt in diesem Zusammenhang, dass das Gemüse stark zerkleinert und mit verschiedenen Zutaten aromatisiert und verfeinert wird. Das Gemüse bleibt bissfest und schmeckt richtig schön peppig. Durch das Zerkleinern und Mischen enthält jede Gabel von allen Geschmäckern ein bisschen – so macht Rohkost Spaß. Sogar mir. Was auch toll ist: gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt, halten sie die Tatars einige Tage im Kühlschrank; so hat man immer einen kleinen Snack oder eine Beigabe zum Essen vorrätig. Ich finde sogar, dass sie noch besser schmecken, wenn sie etwas durchziehen konnten.

Für die Tatars braucht Ihr einen Küchenmaschine mit Blitzhacker, damit alles fein genug wird. Ich verwende seit längerem diese hier*; die ist für solche Aufgaben super.

Das Tatar aus roter Bete erinnert fast ein wenig an Hummus, denn neben Koriandergün, Knoblauch, Sojasauce und Limettensaft wandert auch etwas Erdnussbutter in den Blitzhacker. Das macht alles schön cremig; man kann das Tatar auch gut als Dipp servieren:

  • 300 g rote Bete
  • 5 EL Erdnussbutter, mit Stückchen, ohne Zucker
  • 1 EL Sojasauce
  • Saft von 1 Limette
  • 1/2 Zehe Knoblauch
  • 1 Bund Koriandergrün
  • 1 Prise getrocknete Chiliflocken
  • Salz

Die roten Beten schälen und grob würfeln. Knoblauch schälen und fein hacken; Koriandergrün zupfen und mitsamt den feinen Stängeln grob hacken.

Alle Zutaten in den Blitzhacker geben. Relativ fein hacken, aber nicht vollständig pürieren; das Ganze soll noch Biss haben. Immer wieder Rückstände vom Rand der Schüssel kratzen.

Die Mischung sollte ausbalanciert schmecken, wenn nicht, noch nach Bedarf mit Limettensaft, Salz oder Chiliflocken nachwürzen.

Das Karottentatar besticht durch marokkanische Aromen: grüne Oliven wandern hinein, Salzzitronen, Koriandergrün und etwas Chili. Es ist wunderbar zum Mitnehmen geeignet, passt aber auch gut zu herzhaften Gemüsegerichten.

  • 300 g Karotten
  • 1 kleine rote Zwiebel
  • 50 g grüne Oliven ohne Stein (oder 70 g mit Stein)
  • eingelegte Zitrone – je nach Größe ein viertel oder eine Ganze; ich hatte statt dessen zwei Salz-Kumquats
  • 1 frische rote Chilischote
  • 1 Bund Koriandergrün
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Die Karotten schälen und in ca. 3 mm dünne Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und grob hacken. Oliven, wenn nötig, entsteinen (das geht ganz gut mit einem Kirschentkerner). Aus der Zitrone die Kerne entfernen,den Rest grob hacken. Koriander mitsamt der feinen Stängel grob hacken. Chili in Ringe schneiden; wer es nicht so scharf mag, entfernt die Kerne.

Karotten, Zwiebeln, Oliven und Zitrone in den Blitzhacker geben. Kurz laufen lassen, dann Chili, Koriander und Olivenöl zugeben. Alles hacken und gleichmäßig vermengen, das Ganze soll nicht zu fein werden und noch etwas Biss haben.

Pfeffern und, wenn nötig, mit Salz abschmecken.

Radieschensalat mit Mohndressing


Uff. Das ist so simpel, ich habe lange überlegt, ob ich das überhaupt hier aufschreiben soll. Aber das Ganze schmeckt so toll – ich muss Euch die Chance geben, es auch zu probieren ;-).
Das Rezept ist aus dem neuen Buch von Hugh Fearnley-Whittingstall*, das einen ganz großen Schwerpunkt auf Gemüse setzt. Das Buch hat mich bezaubert; ich habe mich schon um Kopf und Kragen gekocht. Eine Buchvorstellung folgt demnächst.
Jetzt aber zu den Radieschen: die werden einfach in Scheiben gehobelt und mit einem mit Mohn angereicherten Dressing serviert. Das nussige Dressing passt prima zu den pfeffrigen Radieschen. Und mir gefällt gut, dass die Radieschen in feinen Scheiben daher kommen. Ich finde ihr Aroma sonst etwas dominant, durch das Hobeln wird es etwas sanfter und die Radieschen nehmen auch mehr vom Dressing auf.
Gehobelt ist ein gutes Stichwort: ich schicke die Radieschen als zweiten Beitrag zu Zorra, die sucht nämlich für ihr laufendes Blogevent gerade noch heute Gerichte mit fein gescheibelten Lebensmitteln.

Für 3 bis 4 Personen:

  • 200 g Radieschen
  • Meersalzflocken (ich liebe Maldon Salt)

Dressing:

  • 2 EL kalt gepresstes Rapsöl
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL Zitronensaft, plus ggf. etwas mehr
  • 1/2 TL Dijonsenf
  • 1/2 EL Mohnsaat
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für das Dressing alle Zutaten in einer kleinen Schüssel verrühren; dabei nur leicht salzen; es kommt später noch mehr dazu.
Die Radieschen putzen und dann in feine Scheiben schneiden. Das geht am besten mit einem Gemüsehobel oder einer Mandoline. Ich habe diese hier*, die ist klein, scharf und in 4 Stufen verstellbar.
Radieschen auf einem Teller auslegen und das Dressing darüber träufeln. Alles mit Salzflocken bestreuen. Eine Scheibe probieren, und, wenn nötig noch etwas Salz und/oder Zitronensaft zugeben.
Man kann den Salat gleich essen oder 15 min ziehen lassen; mir hat er nach kurzer Zieh-Zeit besser geschmeckt.

Wassermelonenpickles


Es sind Ferien! Sechs Wochen lang. Und sie sind wohlverdient – das Schuljahr war….sagen wir mal …spannend. Sommerferien – auch hier wird es etwas ruhiger werden. Sommerferien mit Betonung auf “Sommer”. Und da passt das gerade im Kochtopf laufende Event ja wirklich ganz genau. Die liebe Birgit wünscht sich nämlich Sommergerichte aus aller Welt und ich weiß da was 🙂 :

Wassermelone ist bei uns im Sommer ein Muss. Den Großteil verputzen wird einfach so. Ich mache auch gerne Sorbet, das ist nochmal erfrischender als Wassermelone pur. Und außerdem ist so eine Melone ja gern auch etwas größer…Verwertungsmöglichkeiten sind willkommen.

Folglich habe ich mich mit Begeisterung auf diese diese Pickles gestürzt – ich habe sie in der Elle à Table gesehen und behaupte deshalb einfach mal, dass sie aus Frankreich kommen ;-). Gut, dass Wassermelonen so groß sind, da bleibt Raum für Experimente. In diesem Fall hat das Experiment sich ausgezahlt – das Einlegen macht aus der Wassermelone etwas ganz neues. Die Pickles sind super als Beilage zum Grillen. Allerdings gehöre ich in diesem Fall zu den Naschern. Will sagen, man kann auch so oft am Glas vorbeilaufen und sich bedienen, dass hinterher keine Grillbeilage mehr übrig ist…..

Für ein 1-Liter-Glas:

  • 1 kg Wassermelonenfleisch
  • 1/2 l Weißweinessig
  • 3 Sternanis
  • 5 cm Ingwer
  • 20 g Zucker
  • 3 g Salz

Den Ingwer in kleine Stäbchen schneiden. Essig, Sternanis, Ingwer, Zucker und Salz in einem Topf kurz aufkochen, dann von der Hitze nehmen und abkühlen lassen.

Inzwischen das Melonenfleisch in mundgerechte Würfel schneiden und in ein passendes Einmachglas schichten. Die abgekühlte Flüssigkeit darüber gießen, das Glas verschließen und in den Kühlschrank stellen.

Man kann die Pickles nach frühestens 4 Stunden essen, sie schmecken aber besser, wenn sie länger durchgezogen sind. Man sollte sie innerhalb von ein paar Tagen aufessen, sonst zieht der Essig zu sehr in das Fruchtfleisch ein und die Pickles sind zu sauer.

 

Quinoa-Crêpes mit Forellencreme und Birnenchutney

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Dieses Rezept aus “sweet & salty“* ist nicht ganz so spektakulär wie das Chili, das ich Euch schon vorgestellt habe.

Bei uns war es ein Renner, der alle begeistert hat: die Crêpes werden gefüllt mit einer Creme aus Frischkäse und Räucherforelle. Diese Creme ist toll, die geht für mich auch einfach so als Brotaufstrich durch. Das Birnenchutney passt sehr gut zu dem Ganzen.

Ich fand die Crêpes am spannendsten: sie bestehen aus Quinoa-Mehl und sind glutenfrei. Ich hatte etwas Bedenken, ob sie sich gut ausbacken lassen, aber es gab keine Probleme. Geschmacklich war das Quinoa-Mehl auch angenehm. Das heißt nicht, dass ich in Zukunft ständig Pfannkuchen aus Quinoa-Mehl backen werde, aber wer auf Gluten verzichten muss, der findet hier eine gute Alternative.

quinoa-crepes

Für 4 Portionen:

Chutney:

  • 1 TL Butter
  • 2 reife Birnen
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 100 ml Balsamico Bianco
  • 1/2 TL frischer Ingwer, gerieben
  • 1 EL Zucker
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Crêpes:

  • 150 g Quinoamehl
  • 1 Prise Salz
  • 2 EL Kokosöl, plus etwas zum Ausbacken
  • 200 ml Mandelmilch
  • 2 Eier
  • 1 TL Agavendicksaft

Füllung:

  • 200 g Räucherforellenfilets
  • 125 g Frischkäse
  • 1 EL Dill, gezupft und gehackt
  • 1 EL Schnittlauchröllchen
  • 2 TL süßer Senf
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Zitronensaft zum Abschmecken

Zuerst zum Chutney: dafür die Birnen entkernen und würfeln. Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Im Original werden 3 Frühlingszwiebeln verwendet, davon aber nur das Weisse. Ich mag es nicht, das Grün wegzuwerfen und verwende sie ganz.

Butter in einem Topf schmelzen, Birnen und Frühlingszwiebeln unter Rühren anbraten, bis die Birnen etwas weich werden. Dann mit dem Essig ablöschen. Ingwer und Zucker zugeben und alles etwa 10 min köcheln lassen. Dann mit Salz und Pfeffer abschmecken und abkühlen lassen.

Für die Crêpes Quinoamehl und Salz in einer Schüssel mischen. Kokosöl in einem kleinen Topf schmelzen, mit der Mandelmilch vermischen und zusammen mit Eiern und Agavendicksaft zum Mehl geben. Alles gründlich mit dem Schneebesen zu einem glatten Teig verrühren; wenn er zu dick ist, etwas mehr Mandelmilch zugeben.

Etwas Kokosöl in einer Pfanne schmelzen. Aus dem Teig nacheinander dünne Crêpes ausbacken und diese auf einem Teller auskühlen lassen.

Für die Füllung die Forellenfilets zerzupfen, Frischkäse und Senf zugeben und alles mit einer Gabel vermischen. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

Zum Fertigstellen jedes Crêpe mit etwas Forellencreme bestreichen, aufrollen und gut andrücken. Jede Rolle in ca. 2 cm dünne Scheiben schneiden.

Zum Servieren Crêpes mit Birnenchutney auf Tellern anrichten und mit etwas Dill dekorieren.

 

Nektarinen-Gazpacho

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Ab und zu kommt der Sommer ja nun doch vorbei, und dann ist es richtig schön heiß.

Im Grunde Blog-Event-CXXII-Steinobststört mich das in der Küche nicht weiter – ich bin durchaus in der Lage, auch bei anhaltenden 30 °C Schmorgerichte zuzubereiten, wenn es mich überkommt.

Trotzdem- als ich in der Essen & Trinken diese kalte Suppe entdeckt habe, erschien es mir sehr reizvoll, einfach nur den Mixer anzuwerfen anstatt des Herdes. Und das, obwohl ich eher zurückhaltend bin, was Obst in pikanten Gerichten angeht. Die Gazpacho ist fix zusammengemixt. Den Nektarinenanteil habe ich ein wenig erhöht, die leichte Süße passt gut. Die Suppe hält sich im Kühlschrank gut. Wir haben sie nicht auf einmal gegessen, sondern uns immer wieder mal zwischendurch ein kleines Gläschchen zur Erfrischung gegönnt.

Genau – Nektarinen: die Gazpacho kommt wie gerufen für das gerade laufende Event im Kochtopf. Die Apricot-Lady (nomen est omen) sucht da nämlich Rezepte mit Steinobst.

nektarinengazpacho

Für 4 Portionen:

  • 1 rote Paprikaschote
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • 1 rote Zwiebel
  • 300 g Tomaten
  • 1 kleine Zehe Knoblauch
  • 1 rote Chili
  • 3 Nektarinen
  • 1 TL mildes Currypulver
  • 2 EL Sherry-Essig
  • 2 EL Limettensaft
  • Salz, Pfeffer
  • 2 Stängel Estragon

Paprika vierteln und entkernen. Sellerie putzen und entfädeln. Knoblauch und Zwiebel schälen. Chilischote ggf entkernen. Nektarinen halbieren, Kerne herausholen.

Paprika, Sellerie, Tomaten, Zwiebel, Chili, Nektarinen und Zwiebel in grobe Stücke schneiden. Alles in den Mixer geben. Currypulver, Essig, Limettensaft, 350 ml Wasser und 1 TL Salz zugeben und alles ganz fein aufmixen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Suppe umfüllen und mindestens 1 h in den Kühlschrank stellen.

Vor dem Servieren die Estragonblättchen zupfen und fein hacken. Suppe damit dekorieren und kalt servieren.

Orangensalat

orangensalat

Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber je länger der Winter dauert, desto mehr sehne ich mich nach etwas Frischem auf dem Teller. Knackig und bunt darf es auch noch sein. Und obwohl Salat im Winter nicht unbedingt auf meiner Favoritenliste steht – er ist ja kalt, brrrrr – dieser hier hat mich sehr angelacht. Allein die Farben lassen schon die Sonne aufgehen.

Bein ersten Versuch habe ich eine halbe Portion zubereitet – ein Fehler. Dieser Salat ist einfach himmlisch, den gibt es immer wieder. Ich kann nicht genug davon bekommen. Orangen, klar. Die esse ich grade fast kistenweise. Schalotte passt gut, Granatapfel steuert Biss bei und die Oliven eine leichte Bitternote. Das Dressing macht das Ganze richtig rund – Zimt und Kreuzkümmel geben zusätzlich Aroma. Habe ich schon erwähnt, dass man nicht aufhören kann, zu essen? Ich bin quasi schon wieder auf dem Sprung für die nächste Portion.

Der Salat passt immer – als Beilage, als Vorspeise, oder einfach so als kleine Vitaminbombe zwischendurch.

Es ist mir mal wieder erst hinterher aufgefallen – der Salat ist vegan und damit allerbestens geeignet für den Tierfreitag.

Für 4 Portionen:

  • 4 Orangen
  • 1 Schalotte (original: 1 rote Zwiebel)
  • einige Oliven (original: schwarze; ich habe damit meine selbsteingelegten grünen zum ersten Mal benutzt)
  • einige Stängel Petersilie
  • Kerne von 1/2 Granatapfel
  • 2 EL Olivenöl
  • 1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 Prise Zimt
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle (ich: Roter Kampot)

Die Orangen gründlich schälen. Dazu mit einem scharfen Messer rundherum die Schale abschneiden, bis nur noch das Fruchtfleisch übrig bleibt. Die Orangen dann in möglichst dünne Scheiben schneiden – auch hier kann ein scharfes Messer nur nützen. Den Saft, der beim Vorbereiten der Orangen anfällt, auffangen. Wir brauchen ihn für das Dressing.

Die Orangenscheiben auf einer Platte drapieren.

Für das Dressing den entstandenen Orangensaft mit Olivenöl, Kreuzkümmel und Zimt verrühren; alles mit Salz und Pfeffer würzen. Das Dressing über die Orangenscheiben geben.

Schalotte schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden. Petersilienblättchen abzupfen und fein hacken. Schalottenringe, Granatpfelkerne, Petersilie und Oliven über die Orangenscheiben geben.

Rezept inspiriert von: Caroline Hofberg, Wohlig warme Winterküche*

Halwa-Trüffel

halawa-trüffel

Nun ist ja bald so weit…..fast ist schon Weihnachten. Habt Ihr alles, was Ihr braucht? Ich hätte noch rasch einen kleinen Vorschlag, sollte es Euch noch an Geschenken fehlen. Diese Trüffel hier eignen sich nämlich wunderbar als kleine Aufmerksamkeit oder als Mitbringsel zum Weihnachtskaffee. Aber natürlich kann an sie auch selbst essen…..immerhin sind die kleinen Kugeln allerbeste Nervennahrung.

Hauptbestandteil der Trüffel ist Halwa. Halwa bekommt Ihr problemlos beim türkischen Lebensmittelhändler und in gut sortierten Supermärkten. Halwa ist verbreitet im gesamten Orient, aber auch in Osteuropa. Basis ist ein Püree von Ölsamen, meist Sesam,  und Zucker oder Honig. Verfeinert wird die Nascherei mit Vanille, Nüssen oder auch Kakao.

Halva allein ist schon eine Leckerei – und diese Trüffel setzen noch eins drauf. Sie sind rasch hergestellt; die Halva wird mit Sesammus (Tahin) zu einer homogenen Masse verarbeitet, zu Kugeln gerollt und dann in verschiedenen Aromazutaten gewälzt. Das schafft man selbst dann noch, wenn man schon im Weihnachtsstress ist 🙂

Mit diesem Rezept verabschiede ich mich in die Weihnachtsferien. Hier wird es zwischen den Jahren ein wenig ruhiger. Ich wünsche Euch allen ein schönes, geruhsames Weihnachtsfest. Möge es so werden, wie Ihr es Euch wünscht.

Und nun zu den Trüffeln. Das Rezept ergibt ungefähr 25 Stück. Das Rezept ist aus dem Buch “Rosenwasser & Granatapfelkerne“*. Eine Rezension werdet Ihr nächstes Jahr bei mir finden 🙂

  • 200 gr. Halwa
  • 40 gr. Tahin (Sesammus)
  • 50 gr. Sesamsamen
  • 50 gr. Kakaopulver
  • 50 gr. Pistazienkerne

Halwa in eine Schüssel bröckeln. Das Tahin dazu geben und alles mit einer Gabel zu einer homogenen Masse verarbeiten. Aus der Masse mit den Händen etwa haselnussgroße Kugeln formen. Das geht am besten, wenn man etwas Masse erst zusammendrückt und dann zwischen den Handflächen vorsichtig zu einer Kugel rollt.

Die Kugeln auf einen Teller legen und für 30 min zum Festwerden in den Kühlschrank stellen.

Inzwischen die Pistazienkerne fein hacken. Sie müssen wirklich ganz fein gehackt sein, sonst bleiben sie nachher nicht an den Kügelchen haften.

Fein gehackte Pistazie, Sesamsamen und Kakao jeweils in kleine separate Schälchen geben. Ein Drittel der Trüffel in den gehackten Pistaziensamen wälzen, das nächste Drittel in den Sesamsamen und den Rest im Kakao. Gründlich arbeiten, die Trüffel sollen rundherum bedeckt sein.

Die fertigen Trüffel im Kühlschrank aufbewahren.

Dreierlei von der Erbse

erbse hoch drei

Ich hatte ja erwähnt, dass es in Maria Elias Buch “Meine neue vegetarische Küche“* ein paar Kapitel gibt, in denen sie aus einer Grundzutat verschiedene Variationen auf den Tisch stellt. Und weil ich Erbsen hier immer auf den Tisch bringen kann, habe ich mir aus dem Erbsenvariationen drei herausgepickt. Neben den hier vorgestellten Gerichten gibt es da noch eine  Erbsenbrühe aus frischen Erbsenhülsen und eine Erbsensuppe mit Basilikum und Minze.

Die Variationen mit ihren verschiedenen Konsistenzen und Aromen haben mir gut gefallen. Es macht Spaß, zu sehen, wie vielfältig so ein einfaches, allgegenwärtiges Grundprodukt wie unsere Erbse sein kann. Die Erbsencreme ist mit Minze gewürzt; sie wird im Wasserbad gegart. Beim Gelee, das mit Agar-Agar hergestellt wird, bestimmt Estragon die Richtung. Und die Crostini werden mit Feta, Zitrone und Dill aufgehübscht.

Ich habe Tiefkühlerbsen verwendet; ich finde, sie sind eine akzeptable Lösung, wenn es keine frischen Erbsen gibt. Tiefkühlerbsen werden so schnell gar, dass ich sie vor der Verwendung nicht auftaue.

Alle Rezepte sind für 4 Personen. Aber man kann auch 8 Probier-Portionen daraus machen.

Für die Erbsencreme:

  • 350 gr. Erbsen
  • 1 Handvoll frische Minzeblätter
  • 3 Eier
  • 150 gr. Crème double
  • 1 TL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Öl für die Förmchen

Salzwasser in einem Topf zum Kochen bringen. Die Erbsen darin ca. 8 min weich kochen; dabei in den letzten 30 sek. die Minzeblätter zugeben. Alles abgießen und mit kaltem Wasser abspülen, damit die grüne Farbe erhalten bleibt.

Erbsen und Minze im Mixer zusammen mit Eiern, Crème double und Zitronensaft pürieren. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Wasser  zum Kochen bringen. Den Backofen auf 180°C vorheizen.  4 kleine Förmchen mit Öl auspinseln. Eine Auflaufform, in der die Förmchen Platz haben, mit einem Geschirrtuch auslegen. Die Förmchen darauf stellen, dann so viel Wasser angießen, dass es bis zur halben Höhe der Förmchen geht. Creme im hießen ca. 25-30 min garen, dann herausnehmen und abkühlen lassen. Abgekühlte Creme aus den Förmchen lösen und in Würfel schneiden.

Für das Gelee:

  • 150 ml Wasser
  • etwas Salz
  • 125 gr. Erbsen
  • 15 gr. Butter
  • 1 Schalotte
  • 2 El gehackte Estragonblättchen
  • 20 gr. Sahne
  • 1,5 gr. Agar-Agar
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Wasser zum Kochen bringen, salzen und die Erbsen darin weich kochen. Erbsen abgießen, Kochsud aufheben.

Schalotte schälen und fein hacken. Butter in einer kleinen Pfanne erhitzen, Schalotte darin glasig dünsten. Erbsen, Estragon und Sahne zugeben und alles 4 min köcheln lassen. Den Erbsen-Kochsud wieder auf 150 ml auffüllen. Sud erhitzen, Agar-Agar einrühren und alles 2 min köcheln lassen, dann zu den Erbsen geben. Die Masse pürieren, anschließend durch ein Sieb streichen.

In einen flachen Behälter gießen, abkühlen lassen, dann in den Kühlschrank stellen, bis alles geliert ist. Das dauert ca. 1 Stunde. Das Gelee in Würfel schneiden.

Für die Crostini:

  • 1 Zehe Knoblauch
  • 2 EL Dill, frisch gehackt
  • Salz, Pfeffer
  • 150 gr. Erbsen
  • 5 EL Olivenöl
  • 100 gr. Feta
  • 25 gr. Parmesan
  • 2 EL Zitronensaft
  • 4 Scheiben Baguette, schräg aufgeschnitten

Die Erbsen in kochendem Salzwasser 4 min garen, dann abgießen und abtropfen lassen. Erbsen zusammen mit Knoblauch und Dill grob pürieren; es dürfen ruhig noch Stücke drin sein.

Feta zerbröseln, Parmesan reiben. Erben in einer Schüssel mit Feta, Parmesan, 1 EL Olivenöl und Zitronensaft vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Restliches Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Das Brot darin von beiden Seiten anrösten. Erbsenpüree auf dem Brot anrichten.

Erbsen Apfel Gazpacho mit Kreuzkümmel und Basilikum

erbsen-gazpacho

Als beispielhaftes Rezept für das schöne Gewürzbuch* von Tanja Grandits habe ich mich für diese kalte Suppe entschieden.

Die Suppe war das erste, was ich nachgekocht habe und sie hat mich gleich nachhaltig beeindruckt. Erbsen und Apfel passen wirklich ganz erstaunlich gut zusammen. Und die Sauerrahm-Mousse, die in die Suppe gegeben wird, ist einfach ein Gedicht. Schwer herzustellen ist das ganze auch nicht: die blanchierten Erbsen wandern zusammen mit Gemüsebrühe und Apfelsaft in den Mixer. Für die Mousse läßt man Basilikum in Sahne ziehen; das kann man auch schon am Vortag erledigen.

Die Suppe ist nicht nur sehr aromatisch, sondern auch herrlich erfrischend – grade recht für heiße Sommertage. Vorbereiten kann man sie auch – perfekt also für einen Sommerabend.

Nur eins: meine Apfelkugeln hatten Kanonenkugelgröße; das hat etwas gestört. Also, entweder Ihr habt einen ganz kleinen Kugelausstecher oder Ihr dekoriert die Suppe besser mit kleinen Apfelwürfelchen. Das ist vielleicht nicht ganz so schick, schmeckt aber besser.

Für 4 Personen:

Für die Sauerrahm-Basilikum-Mousse:

  • 1 Töpfchen Basilikum
  • 210 ml Schlagsahne
  • 100 gr. Sauerrahm
  • 1/2 Limette, der Saft
  • 1 Blatt Gelatine
  • Salz

Für die Suppe:

  • 800 gr. Erbsen (frisch oder TK)
  • 80 ml Olivenöl
  • Saft einer Zitrone
  • 15 gr. Koriandergrün, die Blättchen abgezupft
  • 500 ml Apfelsaft
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1/2 TL Fenchelsaat
  • 1/4 TL Anis
  • 2 Kapseln Kardamom

Für die Garnitur:

  • 1 saurer Apfel
  • 200 gr. Erbsen
  • 1 Prise ganzer Kreuzkümmel, gemörsert

Zuerst für die Mousse die Blätter vom Basilikum zupfen. Blätter in die Sahne geben und mindestens 30 min ziehen lassen – meine waren viel länger in der Sahne.

Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Sahne mit dem Handrührgerät halbsteif schlagen. Einen Teil des Sauerrahms in einem kleinen Topf erhitzen. Den Limettensaft zugeben, dann die ausgedrückte Gelatine darin auflösen. Die Mischung zum anderen Teil des Sauerrahms geben, dann die angeschlagene Sahne unterziehen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, in einen Spritzbeutel füllen und beseite stellen.

Für die Suppe die Erbsen blanchieren. Mit allen anderen Zutaten in einen Mixer geben, aufmixen, dann durch ein Sieb streichen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und kühl stellen.

Für die Einlage aus dem Apfel kleine Kugeln ausstechen oder das Fruchtfleisch in Würfelchen schneiden. Die Erbsen in kochendem Salzwasser bissfest garen.

Zum Anrichten die Suppe in Schalen geben. Jeweils einige Erbsen und Apfelkugeln hineingeben. Sauerrahmmousse aufspritzen. Mit gemörsertem Kreuzkümmel bestreuen.