Fricasé de Pollo Cubano |Kubanischer Hühnereintopf mit Pilaw

Die kulinarische Weltreise macht Station in Kuba. Spontan fiel mir dazu gar nicht so viel…Reis und Bohnen? Cuba libre?

Schlecht sortiert ist mein Kochbuchregal ja nicht, aber zum Thema Kuba war die Ausbeute erstaunlich mager. Fündig wurde ich in der Gran Cocina Latina*, ein wirklich dicker Wälzer, der die lateinamerikanische Küche gut abdeckt.

Unter den kubanischen Rezepten, die da vorgeschlagen wurden, hat mich dieses hier am meisten angesprochen. “Fricasé”, das ist auf Kuba die Bezeichnung für Eintopfgerichte mit Fleisch, Gemüse und Kartoffeln, die in einer knoblauchlastigen Tomatensauce gegart werden. Der spanische Einfluß spiegelt sich in den verwendeten Kapern, Oliven und Rosinen wider.

Der dazu servierte Pilaw war mir auch neu – das kenne ich eher aus dem Nahen Osten. Und tatsächlich brachten die muslimischen Eroberer diese Garmethode nach Spanien; und von dort aus ist sie dann weiter gewandert.

Für den Pilaw wird als Bratfett gerne Schmalz verwendet – ich habe das Fett genommen, das sich nach dem Durchkühlen oben auf der Hühnerbrühe absetzt und fest wird.

Kubanischer Hühncheneintopf

Hüncheneintopf mit den Aromen Kubas

Gericht Hauptgericht
Länder & Regionen Kuba
Keyword Hühnchen
Portionen 6 Portionen

Zutaten

  • 1 Hühnchen, ca. 1,2 kg

Marinade:

  • 6 Zehen Knoblauch
  • 2 EL frisch gepresster Limettensaft
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL Pfeffer aus der Mühle

Zum Garen:

  • 3 EL Olivenöl
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 1 Zwiebel
  • 3 grüne Paprikaschoten
  • 1 rote Paprikaschote
  • 125 ml Passata
  • 125 ml helles Bier
  • 20 grüne, mit Paprikapaste gefüllte Oliven
  • 2 EL Kapern
  • 3 EL Rosinen
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 6 mittelgroße Kartoffeln
  • 375 ml Hühnerbrühe
  • einige Zweige glatte Petersilie

Pilaw:

  • 250 ml Langkornreis (ich habe parboiled verwendet)
  • 1 EL Olivenöl oder Hühnerfett
  • 375 ml Wasser
  • Salz

Anleitung

  1. Das Hühnchen in 8 Teile teilen.

  2. Für die Marinade den Knoblauch schälen und grob hacken. Mit allen anderen Zutaten zu einer Paste mixen und die Hühnchenteile damit einreiben. Fleisch abdecken und mindestens 2 Stunden oder bis zu 12 Stunden marinieren. 

  3. Den restlichen Knoblauch schälen und fein hacken, ebenso die Zwiebel. Paprikaschoten putzen und das Fruchtfleisch würfeln. Kartoffeln schälen und in mundgerechte Stücke schneiden.

  4. Olivenöl in einer breiten Pfanne erhitzen. Von den Hühnchenteilen so viel Marinade wie möglich abschaben; die Marinade aber aufbewahren. Hünchenteile im Öl rundherum goldbraun anbraten, dann aus der Pfanne nehmen. 

  5. Jetzt den Knoblauch in die Pfanne geben und kurz braten, dann die Zwiebel hinzugeben und braten, bis sie glasig ist. Nun die Paprikaschoten in die Pfanne geben und drei Minuten mitbraten. 

  6. Passata, die aufbewahrte Marinade und das Bier angießen. Unter Rühren fünf Minuten köcheln lassen, dann Oliven, Kapern, Lorbeerblätter und Kreuzkümmel zugeben, ebenso die Hühnchenstücke, Kartoffeln und Rosinen. Salzen, alles zum Kochen bringen und bei milder Hitze mit aufgelegtem Deckel köcheln lassen, bis das Hühnchen gar und die Kartoffeln weich sind. 

  7. Während das Ragout gart, für den Pilaw die Knoblauchzehe schälen und fein hacken. 

  8. Olivenöl oder Hühnerfett in einem Topf erhitzen und die Knoblauchzehe kurz braten, bis sie duftet. Reis zugeben und unter Rühren anrösten, bis jedes Reiskorn vom Fett überzogen ist. 

  9. Wasser angießen, salzen, Deckel auflegen und alles zum Kochen bringen. Bei mittlerer Hitze kochen, bis das meiste Wasser absorbiert ist und sich kleine Krater auf der Oberfläche des Reises bilden. Dann bei sehr milder Hitze fertig ausquellen lassen. Vor dem Servieren mit einer Gabel auflockern. 

  10. Petersilie zupfen und hacken und die Blättchen gegen Ende der Garzeit zum Fleisch geben. 

  11. Lorbeerblätter aus dem Ragout entfernen, das Ragout mit Salz und Pfeffer abschmecken und gleich mit dem Pilaw auf den Tisch bringen. 

Ich reise nicht alleine nach Kuba. Die Mitreisenden haben tolle Gerichte im Gepäck; schaut mal:

Küchenlatein: Picadillo a la habanero de Rolando

Küchenmomente: Pastel de tre Leches und Mojito

Chili und Ciabatta: Vaca Frita mit Salat von Moros y Christianos und Mango-Salsa

und Creme Café con Leche

Brittas Kochbuch: Moros y Christianos und  Ropa vieja

Zimtkringel: Tostones

Herbs and Chocolate: Arroz Congris

Auch was: Papas rellenas

Volker mampft: Pan Cubano und Arroz con Pescado al Ron

Savory Lens: Picadillo con arroz amarillo cubano

Mein wunderbares Chaos: Huevos habaneros

 

Tagliatelle mit schnellem Bratwurst-Stroganoff

Wir haben Verwandte im Fränkischen. Und der Gatte ist ein großer Anhänger der fränkischen Bratwurst; er hat ja recht damit – fränkische Bratwurst ist toll. Allerdings bringt er in seiner Begeisterung oft mal ein bisschen viel davon mit, und ewig halten die Würste auch in der Tiefkühle nicht.

Ich dachte also gerade über eine Verwertungsmöglichkeit nach, als dann auch noch Champignons in der Abokiste waren – und BBC Good Food mit diesem Rezept aufwartete. Jetzt muss ich wohl bei nächster Gelegenheit neue Würste beschaffen, damit ich das wieder machen kann ;-). Nein, Spaß. Man muss natürlich nicht unbedingt fränkische Bratwürste verwenden, aber grobe, ungebrühte müssen es schon sein.

Das ist ein Essen, das nicht nur rasch auf dem Tisch steht, sondern auch richtig Spaß macht – die würzigen Würste in der cremigen, leicht säuerlichen Sauce in Kombination mit einer guten Portion Pilzen ist einfach toll.

Tagliatelle mit schnellem Bratwurst-Stroganoff

Pasta mit würziger, cremiger Sauce 

Gericht Hauptgericht, Pasta
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 1 EL Rapsöl
  • 6 grobe Schweinsbratwürste
  • 350 g Champignons
  • 1 TL geräuchertes süßes Paprikapulver
  • 300 ml Sauerrahm
  • 2 TL Senf, original groben, ich hatte statt dessen Savora
  • 150 ml Rinderbrühe
  • 400 g Tagliatelle
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 kleines Bund glatte Petersilie

Anleitung

  1. Das Brät aus den Bratwürsten holen. Pilze putzen und blättrig schneiden.

  2. Rapsöl in einer Pfanne erhitzen. Das Brät in groben Stücken hineingeben und in 5 bis 8 min goldbraun anbraten. 

  3. Pilze zugeben und alles weitere 5 min braten. Mit Paprikapulver und Salz würzen und eine weitere Minute braten. 
  4. Sauerrahm, Senf und Brühe zugeben und alles zum Kochen bringen. 
  5. Pasta nach Packungsanleitung in gut gesalzenem Wasser al dente kochen, dann abgießen.
  6. Petersilie zupfen und die Blättchen hacken. Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Hälfte der Petersilie unterrühren.
  7. Zum Servieren die Pasta mit der Sauce vermengen und alles mit der restlichen Petersilie bestreut servieren.

Fischcurry aus dem Dampf

Dieses Gericht aus Amelia Vasilievs Buch über das Dampfgaren* hat quasi so eine Art Orden verliehen bekommen – die Formel lautet: “Das kannst Du öfter machen”.

Es ist ein sehr einfaches Curry, fix gemacht und mit jeder Menge Aroma: Fisch und Gemüse werden über der Sauce aus Kokosmilch und Currypaste gegart und erst auf dem Teller vermischt. Der Fisch ist herrlich zart und das Gemüse hat noch Biss – passt alles.

Im Original werden als Gemüse Zuckerschoten verwendet, ich hatte statt dessen Zucchini.

Fischcurry aus dem Dampf

Leicht und aromatisch

Gericht Hauptgang
Keyword Curry
Portionen 2 Portionen

Zutaten

  • 1 TL Rapsöl
  • 1 Schalotte
  • 1 großzügiger TL rote Currypaste
  • 1 Dose Kokosmilch (400 ml)
  • 250 g weißfleischiges Fischfilet (ich hatte Seelachs)
  • 150 g Zucchini oder Zuckerschoten
  • 1/2 Limette, der Saft
  • 2 TL Fischsauce
  • 1/2 Bund Koriandergrün
  • 1 rote Chili
  • Salz

Anleitung

  1. Schalotte schälen und fein hacken. Fisch in mundgerechte Stücke schneiden. Zucchini putzen und in Scheiben schneiden; wer Zuckerschoten verwendet, halbiert sie längs.

  2. Das Öl in einem Topf erhitzen. Schalotte und Currypaste darin eine Minute anbraten. Sobald die Currypaste zu durften beginnt, die Kokosmilch angießen. 

  3. Einen  passenden Dämpfeinsatz mit Backpapier auslegen, Fisch und Gemüse hingeben, den Einsatz auf den Topf stellen und einen dicht schließenden Deckel auflegen. 

  4. Hitze auf niedrig stellen und alles ca. 5 min dämpfen, bis der Fisch gar ist. 

  5. Inzwischen Koriander zupfen und hacken; Chilischote in Ringe schneiden. 

  6. Fisch und Gemüse auf Servierschalen verteilen. Die Garflüssigkeit mit Fischsauce und Limettensaft würzen, mit Salz abschmecken und über den Fisch geben. 

  7. Alles mit Chiliringen und Koriandergün bestreuen und gleich servieren. 

Hühnchen mit Chorizo aus dem Dampf

Das ist unser vorläufiges Lieblingsgericht aus “Alles aus dem Dampf“*. Wir sprechen von gedämpfter Hühnerbrust – das könnte ja auch fade sein. Die Hühnerbrust wird aber vor dem Garen mit Chorizo und süßer Chilisauce mariniert, und das hat durchaus einen Effekt – die Chorizo gibt gut Aroma ab, und ja, auch Fett. Ist ja ein Geschmacksträger.

Das ist ein schönes Hauptgericht für zwei, das mit minimalem Zeitaufwand auf dem Tisch steht. Die Hühnerbrust wird in Streifen geschnitten und zusammen mit der Chorizo mariniert, das kann man gut im voraus erledigen. Wenn es ans Kochen geht, schneidet man nur noch Karotte und Frühlingszwiebel und dämpft alles 10 Minuten. Würzen, und dann nichts wie an den Tisch.

Huhn mit Chorizo aus dem Dampf

Schnell und würzig aus dem Dampf

Gericht Hauptgang
Keyword Chorizo
Portionen 2 Portionen

Zutaten

  • 250 g Hühnerbrust
  • 60 g Chorizo
  • 2 EL süße Chilisauce
  • 1 Karotte
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 EL Honig
  • 3 EL Sojasauce
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung

  1. Hühnerbrust in dünne Scheiben schneiden, ebenso die Chorizo. In eine Schüssel geben, gründlich mit der Chilisauce vermischen und zugedeckt mindestens eine Stunde marinieren lassen.

  2. Karotte schälen und in Scheiben schneiden. Frühlingszwiebel putzen und ebenfalls in Scheiben schneiden. 

  3. Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und einen passenden Dämpfeinsatz mit Backpapier auskleiden. Fleisch und Chorizo zusammen mit der Marinade zugeben, dann das Gemüse. 

  4. Einen dicht schließenden Deckel auflegen und alles 10 bis 12 min dämpfen, bis das Fleisch gar ist. 

  5. Alles mitsamt dem entstandenen Sud in eine Schüssel geben, Sojasauce und Honig zufügen, gut durchmischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und gleich servieren. 

Ingwer-Fleischbällchen auf Mangold

Es würde sich ja lohnen, Rezepte bis zum Ende zu lesen, bevor man beschließt, sie zu kochen. Ich gebe zu, oft mache ich das nicht. Ich überfliege Zutatenliste und Foto, stelle fest, dass die Idee mir gefällt und gut zur Vorratslage passt und setze das Gericht auf den Speiseplan.

So geschehen mit diesem Fleischbällchen, die Melissa Clark* im Instant Pot/Schnellkochtopf gart. Mangold war da, die Idee gefiel mir. Als es dann aber ans Kochen ging, gefiel mir die Umsetzung nicht  –  die Fleischbällchen werden im Schnellkochtopf gedämpft, der Mangold eigentlich nur quasi als Trennblatt verwendet, damit man die Bällchen im Dämpfkorb lagenweise stapeln kann. Dazu hatte ich keine Lust – zum einen werden Fleischbällchen auch in der Pfanne rasend schnell gar und dann – was soll ich denn mit ganzen, ungewürzten Mangoldblättern in meinem Essen?

Ich habe es also anders gemacht, denn die Bällchen an sich sind toll – sie schmecken wie die Füllung von Teigtaschen, sind aber wesentlich fixer gemacht. Und das Gemüse gibt es gleich dazu….

Ingwer-Fleischbällchen auf Mangold

Saftige Fleischbällchen, die an Dumplings erinnern

Gericht Hauptgang
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 10 g getrocknete Shiitake
  • 2 Schalotten
  • 2 EL geröstetes Sesamöl
  • 1 frische Chilischote
  • 1 EL frischer Ingwer, fein gerieben
  • 3 Zehen Knoblauch
  • Schalenabrieb von 1 Bio-Limette
  • 2 TL Sojasauce
  • 1,5 TL Fischsauce
  • Salz
  • 500 g Schweinehack
  • 50 g Panko
  • 1 Ei
  • 1 Bund Mangold

Anleitung

  1. Zunächst die Shiitake mit kochendem Wasser übergießen und 30 min einweichen lassen. Dann abgießen, das Einweichwasser aufheben. Die zähen Stiele der Pilze entfernen, die Kappen fein hacken. 

  2. Während die Pilze einweichen, Schalotten und Knoblauch schälen und fein hacken. Chilischote ebenfalls fein hacken. 

  3. Mangold vorbereiten: dazu die Blätter von den Stielen trennen. Getrennt voneinander die Stiele quer in feine Scheiben schneiden, die Blätter ebenfalls quer in etwas breitere Streifen.

  4. 1 EL Sesamöl in einem Wok oder einer Pfanne erhitzen. Shiitake, Schalotte, Chili und Knoblauch darin 5 min braten, dann zur Seite stellen.

  5. Das Hackfleisch in einer Schüssel mit Ingwer, Limettenabrieb, Sojasauce und Fischsauce vermengen. Den Inhalt der Pfanne zusammen mit Ei und Panko einarbeiten und alles mit Salz abschmecken, Fleischmasse zu ca. walnussgroßen Bällchen formen.

  6. Den zweiten EL Öl in Wok oder Pfanne erhitzen. Die Mangoldstile darin ca. 5 min anbraten. Dann die Blätter in die Pfanne geben und etwas vom Einweichwasser der Pilze angießen; der Boden soll bedeckt sein. Salzen, dann die Fleischbällchen auf das Gemüse legen.

  7. Einen Deckel auflegen und Fleischbällchen und Gemüse bei mittlerer Hitze 15 min dämpfen.

  8. Heiß auf den Tisch bringen. Dazu passt Reis. 

Geschmortes Rindfleisch mit Biersauce und Johannisbeersirup

Schwedisches Essen, was fällt Euch dazu ein? Köttbullar und Zimtschnecken? Lussekatter? Janssons Versuchung?  Knäckebrot? Ich kann auf den ersten Blick gar nicht so viel mehr beitragen; und das, obwohl ich das Land besucht habe. Ich muss aber gestehen, dass ich damals nicht so unglaublich begeistert war – aus einem einfachen Grund: wir hatten vorher eine Rundreise durch Norwegen gemacht. Auf dem Rückweg besuchten wir meine Schwiegermutter, die damals noch ein Haus in Südschweden hatte.

Nach dem spektakulären Norwegen mit seinen Bergen, Fjorden, seiner unglaublichen Landschaft seinen entspannten Menschen erschien uns das flache Schweden mit seinen schnell wachsenden Wäldern ein wenig….langweilig. Entschuldigung.

Es wird Zeit für eine zweite Chance – fangen wir doch einfach mal mit dem Essen an.  In den letzten Jahren habe ich nämlich ein kleines Faible für die skandinavische Küche entwickelt (die Küche war das Einzige, was uns damals im Urlaub nicht so recht begeistern konnte…). Es trifft sich also hervorragend, dass Tina ein richtiges  Faible für die schwedische Küche hat und im Kochtopf ein Event zur schwedischen Küche ausrichtet.

Typisch schwedisch, so lautet das Motto. Was ist denn nun typisch? Ich denke an eher deftige Küche, an Wurzelgemüse, an Beeren; und dank Pfefferkuchen auch an Gewürze. Da passt dieses Gericht gut hinein:  ein deftiges Fleischgericht. Das Rindfleisch wird in dunklem Bier geschmort, und schwarzer Johannisbeersirup gibt der Sauce den Kick. Das mag etwas merkwürdig klingen, aber das Bittere des Biers zusammen mit der Süße und Säure des Sirups, das ergibt eine Sauce zum Hineinlegen. Das Original-Rezept ist von Margareta Schildt Landgren*; ich habe aber ein wenig damit gespielt: ich habe Schmorfleisch verwendet statt Steak und dem Gericht noch ein wenig Gemüse spendiert. Und mehr Sauce gibt es bei mir auch….

Biergeschmortes Rindfleisch mit Johannisbeersirup

Geschmortes Rindfleisch in einer Sauce aus Stout und Johannisbeersirup

Gericht Hauptgericht
Länder & Regionen Schweden

Zutaten

  • 1 kg Rindfleisch zum Schmoren, am besten Wade
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 330 ml Stout oder ein anderes dunkles Starkbier
  • 100 ml schwarzer Johannisbeersirup
  • 50 ml Sojasauce
  • 4 schwarze Pfefferkörner
  • 4 Wacholderbeeren
  • 1 TL getrockneter Thymian
  • Salz
  • 2 Karotten
  • 2 Pastinaken
  • 100 ml Sahne
  • 1 EL Speisestärke

Anleitung

  1. Das Fleisch in nicht zu kleine Würfel schneiden und trocken tupfen. 

  2. Öl in einem Schmortopf erhitzen und das Fleisch darin portionsweise rundherum braun anbraten, dann jeweils herausnehmen und auf einen Teller legen. 

  3. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. 

  4. Zwiebel und Knoblauch im Brattfett glasig anbraten, dann das gesamte Fleisch wieder in den Topf geben. Stout, Sojasauce und Johannisbeersirup angießen, Thymian zugeben und alles salzen. Pfefferkörner und Wacholderbeeren in ein Gewürzsäckchen (ich nehme einen Papier-Teebeutel, den ich mit einer Klemme verschließe) geben und zum Fleisch geben.  

  5. Deckel auflegen und alles bei milder Hitze eine Stunde schmoren. 

  6. Inzwischen Karotten und Pastinaken schälen und in Scheiben schneiden.

  7. Nach einer Stunde Karotten und Pastinaken zum Fleisch geben, salzen und mit aufgelegtem Deckel weitere 30 min köcheln lassen.

  8. Speisestärke mit Wasser anrühren. 

  9. Die Sahne zum Ragout gießen, die Stärkemischung ebenfalls einrühren. Alles nochmals kurz aufkochen, bis die Sauce leicht andickt. 

  10. Nochmals mit Salz abschmecken und vor dem Servieren den Gewürzbeutel herausfischen. 

  11. Dazu passt Kartoffelstampf. 

Rezept-Anmerkungen

Schwarzen Johannisbeersirup kann man ganz einfach selbst machen: ich habe Johannisbeermuttersaft (Bioladen oder Drogeriemarkt) eins zu eins mit Zucker aufgekocht. So bekommt man einen Sirup, der viel Geschmack hat und auch die nötige Säure mitbringt.

Schweinefleisch mit Ingwer, Frühlingszwiebeln und Auberginen

Das ist ein weiteres Gericht aus Ottolenghis “Simple”*, das uns richtig Spaß gemacht hat. Ich würde es als asiatisch inspiriert bezeichnen – es ist gebratenes Schweinehack mit Aubergine, gewürzt mit Ingwer, Knoblauch, Mirin und zwei verschiedenen Sojasaucen.

Also, grob zusammengefasst. Denn die Zutatenliste ist schon etwas länger. Allerdings sind das alles Dinge, die man gut im Vorrat haben kann – ein Gang zum Asiashop, und man ist für längere Zeit gut ausgerüstet.

Insgesamt ist das nicht nur ein superaromatisches Essen, sondern auch eines, das ganz fix auf dem Tisch steht. Wenn man ganz von vorne anfängt, muss man 30 Minuten einkalkulieren. Man kann aber auch vorarbeiten, das Fleisch schon am Vortag braten und kühl stellen und auch die Auberginen schon mal dämpfen. Dann geht es im Ernstfall noch schneller ;-).

Schweinefleisch mit Ingwer, Frühlingszwiebel und Auberginen

Asiatisch inspiriert, leicht, und aromatisch

Gericht Hauptgang
Keyword Ottolenghi
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 3 Auberginen (ca. 900 g)
  • 4 EL neutrales Öl
  • 2 Bund Frühlingszwiebeln
  • 7 cm frischer Ingwer
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 1 grüne Chilischote
  • 500 g Schweinehack
  • 3 EL Mirin
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 EL Kecap manis (süße Sojasauce)
  • 1 TL Sesamöl
  • 1,5 EL Reisessig
  • 15 g Koriandergrün
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung

  1. Auberginen putzen und in ca. 3 cm große Würfel schneiden. Frühlingszwiebeln ebenfalls putzen und schräg in grobe Stücke schneiden. Ingwer schälen und in feine Streifen schneiden. Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden. Chilischote in feine Ringe schneiden. Koriander zupfen und mit den feinen Stielen grob hacken. 

  2. Die Auberginen in einer Schüssel mit 1 1/2 TL Salz mischen, dann in einen Dämpfeinsatz geben. 

  3. Einen passenden Topf 3 cm hoch mit Wasser füllen und das Wasser zum Kochen bringen. Auberginen hineinsetzen, Topf gut abdecken, so dass kein Dampf entweichen kann. Auberginen 12 Minuten dämpfen, dann herausnehmen und beiseite stellen. 

  4. Inzwischen 2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen. Frühlingszwiebeln, Ingwer, Knoblauch und Chili zufügen und alles unter Rühren 5 min anbraten. In eine Schüssel umfüllen und beiseite stellen.

  5. Das restliche Öl erhitzen und das Hackfleisch darin unter Rühren krümelig braten. Mirin, Sojasauce, Kecap manis, Sesamöl und Reisessig zugeben und alles salzen. 2 min köcheln lassen, dann die Frühlingszwiebelmischung und die Auberginen unterrühren. Eine weitere Minuten köcheln lassen, dann von der Hitze nehmen.

  6. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und einen Großteil des Koriandergrüns unterziehen.

  7. Zum Servieren mit dem restlichen Koriandergrün bestreuen. Dazu passt Reis. 

Ofenkartoffel mit Ei und Tonnato-Sauce

Ofenkartoffeln sind für mich echtes Comfort Food; manchmal gibt es sie einfach als Beilage, dann werden sie nur aufgebrochen und mit etwas Butter und/oder Sauerrahm serviert. Was auch toll ist, sind zweimal gebackene Kartoffeln, dafür hole ich das gebackene Fruchtfleisch aus der Kartoffel, vermische es mit weiteren Zutaten und das Ganze geht nochmals in den Ofen.

Ottolenghi stellt in seinem neuen Buch* eine Variante vor, die wir mit Begeisterung gegessen haben: Die Kartoffeln werden gebacken, dann aufgebrochen und mit einer Thunfischsauce gefüllt serviert.

Das Ganze ist kein Schnellgericht – die Kartoffeln brauchen ihre Zeit im Ofen. Aber da backen sie ja ohne unser Zutun. Die Sauce rasch gemacht, und wenn man möchte, kann man sie auch am Tag vorher machen und im Kühlschrank aufbewahren. Ein zusätzlicher Pluspunkt: wer einen gut bestückten Vorratsschrank hat, der muss für dieses Gericht nicht einkaufen gehen.

Ofenkartoffeln mit Ei und Tonnato-Sauce

Comfort Food aus dem Vorrat

Gericht Hauptgang
Keyword Ofenkartoffel
Portionen 4 Portionen

Zutaten

Kartoffeln:

  • 4 Kartoffeln
  • 1 EL Olivenöl, plus etwas zum Servieren
  • 4 große Eier
  • Salz

Tonnato-Sauce

  • 2 große Eigelb
  • 3 EL Zitronensaft
  • 25 g Petersilie
  • 120 g Thunfisch in Öl, abgetropft
  • 20 g Kapern, kleine
  • 2 Sardellenfilets in Öl
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 180 ml Olivenöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung

  1. Für die Kartoffeln den Backofen auf 220°C Umluft vorheizen. 

  2. Die Kartoffeln auf ein Backblech legen, mit Öl beträufeln, mit etwas Salz bestreuen und ca. 55 min backen, bis sie außen knusprig und innen weich sind. 

  3. In einem Topf Wasser zum Kochen bringen. Die Eier hineingeben, in 6 min wachsweich kochen, dann kalt abspülen und schälen. 

  4. Die Petersilie zupfen und grob hacken. Wenn die Kapern etwas größer sind, ebenfalls hacken. Sardellenfilets abspülen und trocken tupfen. Knoblauch schälen und zerdrücken.

  5. Die Eigelbe mit Zitronensaft, 20 g der Petersilie, Thunfisch, Kapern, Sardellenfilets und Thunfisch 1 Minute mixen, bis eine grobe Paste entstanden ist. Ich habe dafür den Pürierstab* verwendet. 

  6. Weitermixen, dabei nach und nach das Öl angießen. Die Sauce soll emulgieren und die Konsistenz von dünnflüssiger Mayonnaise haben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

  7. Zum Servieren die Kartoffeln fast halbieren, sie sollen unten noch zusammenhalten. Von außen etwas etwas drücken, damit das Fruchtfleisch etwas lockerer wird. Das Innere mit etwas Salz würzen. Etwas Sauce in jede Kartoffel geben, dann ein Ei hinsetzen. Die Eier anschneiden, damit das Eigelb in die Sauce läuft. Salzen, mit der restlichen Petersilie bestreuen und gleich servieren. 

Gerösteter Fenchel mit Apfel, Camembert und Mandeln

Du meine Güte, das geht mir etwas auf die Nerven – das hier ist ganz klar ein Gericht, bei dem mein Foto dem Geschmack nicht so recht gerecht wird. Irgendwann lerne ich bestimmt mal, Aufläufe so zu fotografieren, dass sie genauso gut aussehen, wie sie schmecken. Es kann sich nur noch um Jahre handeln…..

Von Joshua McFadden* habe ich Euch ja schon oft genug vorgeschwärmt. Ich glaube, sein Buch ist das, das ich 2018 am meisten benutzt habe. Immer, wenn hier ein Gemüse rumliegt, das mich leicht ratlos zurücklässt, ziehe ich das Buch aus dem Regal. Diesmal waren es zwei Knollen Fenchel, die mich ins Grübeln brachten – und zack, wurde ich fündig.

Mit Käse wird ja alles besser, und an diesem Auflauf ist Käse. Original Taleggio, bei mir Camembert. Mandeln geben Knusper, und der Fenchel bekommt durch Apfel noch etwas Süße zur Seite gestellt – schlicht genial.

Ach so – das ist kein vegetarisches Gericht, da sind noch Salsicce dran, die zusätzliche Würze und Substanz mitbringen. Wer keine Salsicce hat, kann grobe Bratwurst nehmen und zusätzlich etwas Fenchelsaat.

Gerösteter Fenchel mit Apfel, Mandeln und Camembert

Fenchelauflauf mit Kick

Gericht Hauptgericht
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • Olivenöl
  • 250 g Salsicce (oder grobe Bratwurst und 1/2 TL Fenchelsaat)
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 2 Knollen Fenchel (ca. 700g)
  • 70 g Mandeln, geröstet
  • 1 Apfel (ca. 250 g)
  • 1 TL frische Thymianblättchen
  • 170 g Camembert
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 50 g getrocknete Brotbrösel
  • 1 EL Butter

Anleitung

  1. Wurst aufschneiden und das Brät aus der Pelle lösen. 

  2. Eine große Pfanne bei mittlerer Hitze auf den Herd stellen. 1 TL Olivenöl darin erhitzen, dann das Wurstbrät zugeben. Unter Rühren  braten und mit dem Kochlöffel zerdrücken, bis die Wurst nicht mehr rosa ist und sich in etwa popcorngrosse Stücke teilt.  Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. 

  3. Knoblauch schälen und fein hacken. Fenchel putzen, halbieren, den Strunk herausschneiden und die Knollen der Länge nach in Achtel schneiden. 

  4. Hitze etwas herunterstellen. Einen weiteren EL Öl und den Knoblauch in die Pfanne geben und alles unter Rühren 5 min rösten. Der Knoblauch soll weich und goldbraun werden, aber nicht verbrennen. 

  5. Ofen auf 190°C Ober- und Unterhitze vorheizen. 

  6. Chiliflocken zugeben, kurz umrühren, dann den Fenchel und ca. 5 EL Wasser in die Pfanne geben. Deckel auflegen und den Fenchel ca. 10 min gar dämpfen. Dabei immer wieder mal nachsehen, ob noch genügend Flüssigkeit in der Pfanne ist und, wenn nötig, etwas zugeben.

  7. Apfel schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch in dünne Scheiben schneiden. Käse fein würfeln. Mandeln grob hacken. 

  8. Wurstmasse zusammen mit Apfel, Thymian, Mandeln und der Hälfte des Käses wieder in die Pfanne geben. Alles gründlich vermengen und gut mit Salz und Pfeffer würzen. 

  9. Mischung in eine passende Auflaufform geben. Mit restlichem Käse und den Brotkrumen bestreuen und die Butter als Flöckchen darauf setzen. Im heißen Ofen ca. 30 min überbacken, dann 5 min ruhen lassen.

  10. Heiß servieren.

Wirsing-Lasagne

Rezepttitel – schwierig, jedenfalls manchmal. “Layered Leaf Lasagne”, so heißt das Rezept im Original. Klingt toll. Geschichtete Blatt-Lasagne hingegen – naja… Und überhaupt, jetzt, da ich tippe – ist Lasagne nicht sowieso immer geschichtet?

Also Wirsing-Lasagne. Und die ist toll; probiert die aus, so lange Wirsing noch Saison hat: blanchierte Wirsingblätter werden geschichtet mit Lammhack und Reis; es gibt keine Bechamelsauce, sondern statt dessen Sauerrahm. Ich bin vom Original* etwas abgewichen und habe auch etwas Joghurt benutzt, der Auflauf ist auch so noch üppig genug; ein richtiges Wintergericht.

Ich habe Lammhack verwendet, aber Ihr könnt jede Sorte Hackfleisch benutzen – oder Ihr kocht die Sauce mit Linsen, wenn ein vegetarisches Gericht gewünscht ist.

Wirsing-Lasagne

Geschichteter Auflauf mit Wirsing, Hackfleisch und Sauerrahm

Gericht Hauptgang
Länder & Regionen Ungarn
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 200 ml Sauerrahm
  • 200 ml Naturjoghurt
  • 1 Ei
  • 50 g Langkornreis
  • 1 kleiner Kopf Wirsing
  • 1 EL Rapsöl plus etwas für die Form
  • 100 g Räucherspeck
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 500 g Lammhack
  • 1/2 TL getrockneter Majoran
  • 1 EL Mehl
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • 50 g Semmelbrösel
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung

  1. Sauerrahm, Joghurt und Ei in einer Schüssel verquirlen, mit Salz würzen und beiseite stellen. 

  2. Reis in ein feinmaschiges Sieb geben und abbrausen, bis das Wasser klar bleibt. Dann mit Wasser in einen Topf geben, aufkochen und bei milder Hitze garziehen lassen. Kalt abbrausen und beiseite stellen. 

  3. Den Wirsing vom Strunk befreien und die Blätter eines nach dem anderen ablösen. Blätter in einem großen Topf mit kochendem Salzwasser portionsweise blanchieren und dann gut abtropfen lassen. 

  4. Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine hohe Auflaufform mit ca. 25 cm Seitenlänge mit Öl einstreichen. 

  5. Speck fein würfeln. Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. 

  6. Öl in einer Pfanne erhitzen. Speck darin braten, bis er sein Fett abgegeben hat, dann Paprika, Zwiebeln und Knoblauch zugeben. Bei mittlerer Hitze braten, bis die Zwiebeln zu bräunen beginnen, dann Hackfleisch und Majoran zugeben und weiter braten, bis das Fleisch bräunt. 

  7. Das Mehl darüber stäuben und eine Minute unter Rühren anrösten. Dann die Brühe angießen, alles 5 min köcheln lassen, dann vorsichtig den Reis unterheben und alles mit Salz und Pfeffer würzen.

  8. Jetzt geht es ans Schichten: dafür zunächst den Boden der Auflaufform mit einem Drittel der Wirsingblätter auslegen. Darauf ein Drittel der Hackfleischmischung geben und schließlich ein Drittel der Sauerrahmmischung darauf verteilen.

  9. Den Vorgang wiederholen, bis alle Zutaten aufgebraucht sind. Am Ende die Semmelbrösel in einer gleichmäßigen Schicht darüber streuen.

  10. Im heißen Ofen 35 min backen, bis die Semmelbrösel goldbraun sind und der Auflauf an den Rändern blubbert.

  11. Vor dem Anschneiden 10 min ruhen lassen, der Auflauf lässt sich dann gut  in Stücke schneiden.