Christmas Cracker Ravioli

 

Ihr öffnet doch bestimmt alle fleissig die Türchen des Kulinarischen Adventskalenders? Immerhin schon zum 15. (!) mal findet er statt; die wunderbare Zorra ist einfach unermüdlich. Das Öffnen der Türchen und das Lesen lohnen sich auch dieses Jahr wieder – nicht nur wegen der tollen Rezepte und der schönen Geschichten, nein, es gibt auch wieder viele tolle Gewinne.

Und auch ich darf wieder ein Türchen sein; ich freue mich. Das macht den Advent erst zum Advent für mich. Dieses Mal serviere ich Euch Christmas Crackers in Ravioli-Form. Christmas Crackers kennt Ihr? Die sind ja Teil der britischen Weihnachtstradition. Es sind gefüllte Knallbonbons, man zieht an ihnen und mit einem Knall geben sie ihren Inhalt frei. Ich habe mal welche gekauft, aber der Inhalt war so enttäuschend, ich habe es nie wieder getan.

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Clementinen-Posset

Der kulinarischen Weltreise, die ja diesen Monat nach Großbritannien führt, verdanken wir es, dass es hier tatsächlich mal wieder Nachtisch gibt.

Und zwar gibt es Posset – einen wirklich traditionellen Nachtisch. Ursprünglich war das ein Getränk: Milch wurde mit Wein oder Bier zum Gerinnen gebracht. Das Ganze wurde gerne mit Gewürzen versetzt und als Medizin betrachtet. (Liest sich auch so, finde ich 😉).

Heute steht der Begriff für einen Nachtisch – Sahne wird mit Hilfe des Saftes von Zitrusfrüchten zum Gerinnen gebracht und so entsteht rasch ein feiner, puddingartiger Nachtisch.

Klassisch ist Lemon Posset. Ich hatte aus einer Bestellung aber sehr viele Clementinen übrig, also habe ich die verwendet. Neulich gab es ganze nochmal mit  Meyer-Lemons – da haben die Possets es nicht auf ein Foto geschafft.


Für 4 Portionen:
  • 4 bis 5 Bio- Clementinen, je nach Größe und Saftigkeit
  • 1 EL Zitronensaft
  • 100 g Zucker
  • 425 ml Crème double
Von einer Clementine die Schale fein abreiben. Eine Clementine filetieren: die Schale rundherum nahe an Fruchtfleisch mit einem scharfen Messer rundherum abschneiden, dann die Filets zwischen den Häutchen auslösen. Entstehenden Saft auffangen, Filets beiseite stellen. Von den restlichen Clementinen den Saft auspressen, man braucht 100 ml.
Clementinensaft mit Zitronensaft,  der Hälfte des Schalenabriebs und dem Zucker in einem Topf zum Kochen bringen, bis der Zucker sich aufgelöst hat.  Warm halten.
In einem weiteren Topf Crème double zum Kochen bringen. Den Sirup hineinrühren und alles mit einem Schneebesen verquirlen.
Die Masse gleichmäßig auf kleine Gläschen verteilen. Abkühlen lassen, dann für einige Stunden zum Festwerden in den Kühlschrank stellen.
Zum Servieren die Possets mit den Clementinenfilets belegen und mit dem restlichen Schalenabrieb bestreuen.

Lust auf mehr britische Küche? Dann klickt mal bei den Mitreisenden rein:
Turbohausfrau: Fish and Chips
Salzig Süß Lecker: Sticky Toffee Pudding
Our Food Creations: Warme Crumpets

Saag Halloumi

Ich habe es schon mehrfach erwähnt, wir sind hier große Halloumi-Fans. Ganz klassisch landet er gerne auf dem Grill, aber ich schrecke da auch sonst vor nichts zurück ;-).
Heute gibt es die Abwandlung eines indisch-britischen Klassikers – eigentlich ist es Saag Paneer, also Frischkäse mit Spinat. Und hier eben statt Paneer Halloumi. Das passt ganz wunderbar – der Halloumi ist schön frisch und salzig und harmoniert schön mit den Gewürzen. Die Idee stammt von John Whaite, der aus guten Gründen gerade bei mir hoch im Kurs steht.
Halloumi ist relativ fest und lässt sich gut knusprig braten – einfach eine beschichtete Pfanne benutzen  und vorsichtig beim Wenden sein.
Den Beitrag schicke ich zur kulinarischen Weltreise, die ja diesem Monat in Großbritannien halt macht. Man hat ja vor langer Zeit angefangen, die indische Küche quasi einzugemeinden, da sind ganz eigene Gerichte entstanden. Das legendäre Chicken Tikka Masala ist ein britisches Gericht, original gibt es das in Indien nicht. Und Saag Paneer, also Spinat mit Frischkäse, gibt es in jedem britischen Curry-House. Das hier ist eine Weiterentwickung, die mir gut gefällt.
Mögt Ihr Halloumi auch so gern? Dann findet Ihr hier noch mehr Ideen: Halloumi-Rezepte

Für 2 Portionen:
  • 2 EL Olivenöl
  • 250 g Halloumi
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 4 cm Ingwer
  • 1 TL gemahlener Koriander
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 TL gemahlene Kurkuma
  • 1/2 TL Cayennepfeffer
  • 200 g Kirschtomaten
  • 250 g Spinat
  • Salz
Halloumi in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Zwiebel schälen und in Scheiben schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Ingwer schälen und reiben. Kirschtomanten halbieren.
1 EL Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Halloumi darin von allen Seiten goldbraun anbraten, dann herausnehmen und beiseite stellen.
Nun die Zwiebel in die Pfanne geben und goldbraun braten. Knoblauch, Ingwer und Gewürze zugeben, alles kurz anrösten, dann Tomaten und 3 EL Wasser zugeben. Salzen, Deckel  auflegen und die Masse köcheln lassen, bis die Tomaten gerade noch ihre Form behalten; ca. 5 min. Immer wieder umrühren, damit sich nichts anlegt.
Hitze reduzieren und den Halloumi in die Pfanne geben. Spinat nach und nach zugeben, dann mit Salz abschmecken und gleich servieren.

Die britische Küche ist spannend geworden in den letzten Jahren. Und entsprechend lesen sich auch die Beiträge meiner Mitreisenden, schaut mal rein:

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Fishcakes 2.0 mit Tartar-Véloute

 

Diesen Monat legt die kulinarische Weltreise von Volker einen Stopp in Großbritannien ein. Das freut mich, ich habe nämlich einen Hang zu britischem Essen. Ich weiß, das Essen dort hat traditionell einen schlechten Ruf, aber der ist nicht mehr gerechtfertigt. Es gibt viele kreative Köpfe, die sich tolle Rezepte ausdenken.

Zum Beispiel  Tommy Banks*. Er betreibt in Oldstead das michelin-besternte Restaurant “The black Swan” – und ganz nebenbei war er mit seinen damals 24 Jahren der jüngste Küchenchef, der einen Stern erhielt.

Von ihm habe ich mir dieses Rezept gemopst. Fishcakes sind ein sehr traditionelles Essen; kleine Küchlein auf der Basis von Kartoffelpüree mit geräucherten und frischem Fisch. Sie werden gerne auch als Resteverwertung für übrig gebliebenes Kartoffelpüree benutzt. Diese Variante ist etwas feiner – es werden frisch gemachte Ofenkartoffeln verwendet, ein wenig Crabmeat darf in die Küchlein und dazu gibt es eine Bechamelsauce mit den Aromen von Sauce Tartar.


Für 4 Personen:
  • 150 g  Kartoffeln
  • 150 g  Geräucherter Fisch (ich hatte Makrele)
  • 150 g weißfleischiger Fisch (ich hatte Seelachs)
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 TL scharfer Senf
  • 300 ml  Milch
  • Muskatnuss
  • Salz, Pfeffer
  • Saft und Schalenabrieb von 1/2 Zitrone
  • 50 g  Reifer Cheddar
  • 50 g  Crabmeat
  • 1 Bund  Frühlingszwiebeln
  • 2 Eier
  • 100 g Mehl
  • 100g Panko
  • Öl zum Braten
  • Erbsensprossen zum Servieren
Tartare Velouté:
  • 25 g Butter
  • 25 g Mehl
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • 1 Handvoll gehackte Petersilie
  • 2 EL gehackte Kapern
  • Salz, Pfeffer
Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Kartoffeln rundherum einstechen und ca. eine Stunde im Ofen garen. Kartoffeln durchschneiden, das Fruchtfleisch herauskratzen und mit einer Gabel zerdrücken.
Inzwischen allen  Fisch mit der Milch, dem Senf und den Lorbeerblättern in eine Pfanne geben, salzen. Zum Kochen bringen, dann Hitze abstellen und den Fisch 10 min ziehen lassen.
Cheddar reiben. Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden. Kartoffel in eine Schüssel geben. Eigelb, Butter, Muskatnuss, Saft und Schale der Zitrone, Cheddar, Frühlingszwiebeln, und Crabmeat zugeben, alles vermengen, salzen und einen EL der Pochierflüssigkeit zugeben.
Fisch aus der Milch heben, die Milch in  einen Messbecher gießen. Den Fisch zu den Kartoffeln zupfen und alles gut vermengen. Mischung zu 6 Buletten formen.
Eier in einem Suppenteller verschlagen, Mehl und Panko in 2 andere Suppenteller geben. Jeden Fischcake erst im Mehl, dann im Ei und schließlich in Panko wenden.
Für die Sauce Butter in einem Topf schmelzen. Mehl einrühren und unter Rühren kurz mit anrösten. Nach und nach unter Rühren so viel von der Pochiermilch angießen, bis eine seidige Sauce entsteht. Petersilie und Kapern einrühren und mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Warm halten.
Zum Braten der Fischcakes Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Buletten auf jeder Seite ca. 4 bis 5 min braten.
Zum Servieren auf jeden Teller einen Fischcake geben, rundherum großzügig Sauce angießen und mit Erbsensprossen garniert servieren. Dazu passt Kartoffelstampf.

Natürlich haben auch die Mitreisenden spannende Rezepte auf Lager:
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Welsh Cakes mit Sauerkirschen und Mahlep

15 Jahre! 15 Jahre wird Zorras Kochtopf bald. Seit 15 Jahren versorgt Zorra uns nicht nur mit Rezepten, sondern organisiert auch unermüdlich Blogevents und hilft, wo sie kann. Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist. Aber erst mal gratuliere ich von Herzen – es ist toll, dass es Dich und Deinen Kochtopf gibt!

Blog-Event CLVI - Gebäck zum Afternoon Tea zum 15. Blog-Geburtstag (Einsendeschluss 15. September 2019)Geburtstagskinder können sich etwas wünschen – und Zorra wünscht sich britisches Gebäck zur Tea Time. Da stelle ich doch gerne etwas auf den Tisch. Ich bringe Welsh Cakes mit – das sind kleine Küchlein aus einem Mürbteig. Klassisch werden sie mit Rosinen und Gewürzen angereichert. Meine sind nicht ganz so klassisch, es sind Sauerkirschen darin und als Gewürz wird Mahlep verwendet. Mahlep sind die gemahlenen Kerne der Steinweichsel. Es schmeckt fruchtig und ein wenig nach Mandeln. Ach, ein Schluck Amaretto ist auch im Teig – es gibt immerhin etwas zu feiern.

Liebe Zorra, allerherzlichsten Glückwunsch! Ich freue mich auf die nächsten Jahre mit Dir. Und ich hoffe, die Welsh Cakes gefallen Dir – und sind kein allzu krasser Regelverstoß, sie werden nämlich in der Pfanne gebacken ;-).


  • 250 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL Mahlep
  • 75 g Zucker, plus etwas zum Bestreuen
  • 120 g Butter, Zimmertemperatur, in Würfeln
  • 80 g getrocknete Sauerkirschen, grob gehackt
  • 1 Ei (Größe L)
  • 3 EL Amaretto

Mehl, Backpulver, Salz, Zucker und Mahlep in einer Schüssel vermischen. Butter zugeben und alles mit den Fingerpitzen zu Streuseln verarbeiten. Ei und Amaretto zugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten, zuletzt die Sauerkirschen einarbeiten.

Teig in Frischhaltefolie packen und für 30 min in den Kühlschrank stellen.

Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben und den Teig vorsichtig einen cm dick ausrollen. Kreise von 6 cm ausstechen. Teigreste kann man verkneten und nochmals ausrollen.

Eine große Pfanne erhitzen. Butter darin schmelzen und die Welsh Cakes darin portionsweise von jeder Seite in 3-4 min goldbraun ausbacken.

Fertig gebackene Küchlein auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und dann mit etwas Zucker bestreuen.


Inspiration:

Welsh Rarebit Waffeln

Welsh rarebit ist ein Klassiker, den ich in Reinkultur noch nie zubereitet habe. Warum eigentlich? Immerhin sprechen wir ja von geschmolzenem Käse. Aber bevor ich es ausprobiert habe, musste mir erst ein Waffelrezept unterkommen.

Es gibt große Waffelfans hier im Hause; meine Tochter steht bestimmt einmal die Woche vor dem Waffeleisen und backt. Allerdings ist das immer die süße Variante. In diesem Buch*gibt es eine gute Mischung süßer und herzhafter Rezepte; und wie das so ist – die herzhaften interessieren mich mehr.

Ganz besonders angesprungen haben mich diese – Waffel, Käse, Tomate, das lässt keine Wünsche offen. Das Käsetopping gefällt mir besonders gut; es wird mit Ei gebunden und bekommt Würze durch Senf und Worcestershiresauce. Also, ab ans Waffeleisen mit Euch!


Für 4 Portionen:

Waffeln:

  • 200 g Mehl
  • 1/2 TL Backpulver
  • 3 Eier
  • 250 ml Milch
  • 70 g Butter
  • Salz

Geröstete Tomaten:

  • 300 g Kirschtomaten
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 EL Balsamico
  • 1 EL Zucker
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Käse-Topping:

  • 300 g Cheddar
  • 1 Ei
  • 1 EL grober Senf
  • 1 EL Worchestershiresauce
  • Salz

Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Tomaten je nach Größe ganz lassen oder halbieren, in eine Auflaufform geben, mit Olivenöl, Salz, Pfeffer,  Zucker und Balsamico vermengen und 20 bis 30 min backen, bis sie weich und leicht schrumpelig sind.

Für den Waffelteig die Eier trennen und die Eiweiße mit einer Prise Salz steif schlagen. Butter schmelzen. Mehl, Eigelbe, Milch und die geschmolzene Butter in einer Schüssel mit den Quirlen des Handrührers verrühren, bis ein glatter Teig entstanden ist. Mit Salz würzen und den Eischnee portionsweise unterheben.

Ein Waffeleisen für belgische Waffeln vorheizen und, wenn nötig, mit etwas Butter fetten. Die Waffeln portionsweise goldbraun ausbacken; fertige Waffeln warm halten.

Für das Käsetopping den Käse reiben und mit allen anderen Zutaten vermischen.

Den Backofengrill vorheizen. Die Waffeln auf ein Backblech legen und auf jede Waffel etwas von dem Käsetopping geben. Unter dem Grill überbacken, bis der Käse Blasen wirft und goldbraun ist.

Waffeln mit den gerösteten Tomaten anrichten und gleich servieren.


 

Kochbuch: change your appetite | Diana Henry

Diana Henry ist ein kulinarisches Genie und ein absoluter Genussmensch. Sie lebte noch nie ungesund – verarbeitete Lebensmittel kommen ihr nicht auf den Tisch. Sie isst gern, manchmal vielleicht etwas viel und hat eine Schwäche für süßes Gebäck. Irgendwann schlug der Hausarzt Alarm und warnte vor zu hohem Blutdruck; außerdem fiel ihr auf, dass Freunde sie immer mehr nach gesundem Essen fragten. Zeit also, etwas zu ändern.

Diana Henry hatte keine Lust, Kochen und Essen rein vom gesundheitlichen Aspekt her zu betrachten; das klingt ja auch zu freudlos. Und abgesehen davon – was ist denn überhaupt gesund? Da gibt es ja eine Menge widersprüchlicher Empfehlungen; jeden Monat mindestens zwei Neue.  Sie beschloss daher, sich nicht zu kasteien, zu essen, was sie genießen konnte und dabei darauf zu achten, dass die Lebensmittelauswahl ganz nebenbei auch gesund war. Zudem machte sie sich daran, herauszufinden, was ihr gut tut. Und so ist dieses Buch entstanden.

Die Rezepte sind nach Jahreszeiten geordnet. Zu jeder Jahreszeit gibt es zunächst einige Worte zur angemessenen Ernährung und einen Saisonkalender für Obst , Gemüse und Fisch. Dann geht es an die Rezepte. Es gibt peruanische Hühnerbrühe und Eis mit Aprikosen und griechischem Joghurt im Frühling, skandinavischen Lachsburger mit Dill-Tomaten-Sauce oder Meerbarbe aus dem Ofen mit Tahini-Dressing und Gersten-Taboulé im Sommer, gebackene Tomaten und Linsen mit Ei und Dukka-Streuseln oder burmesischen Chili-Fisch mit scharf-sauerem Salat im Herbst sowie Rote-Bete-Karotten-Puffer mit Joghurt-Dill-Sauce oder Blutorangen-Kardamom-Sorbet im Winter. In jedem der Kapitel gibt es außerdem noch der Jahreszeit angepasste Menüs; so gibt es im Winter Rote-Linsen-Karotten-Köfte mit Granatapfel, Koriander und Tahin, Wachteln mit Blutorangen-Dattel-Salat und Joghurt mit Safran-Honig-Sirup, Mandeln und Aprikosenkompott. Immer wieder gibt es auch thematische Einschübe mit Rezepten oder Tipps, zum Beispiel zum Thema “Frühstück in der kalten Jahreszeit” oder “Mittagessen für zuhause oder zum Mitnehmen”.

Die Gerichte sind unbestreitbar gesund. Es gibt viel  Gemüse und Obst, es werden Vollkornprodukte verwendet und viele Hülsenfrüchte. Zucker ist nicht ganz verschwunden, es gibt durchaus Dessert und Kuchen, aber auch da wird viel mit Obst gemacht, Vollkornmehl verwendet – und es gibt eine Menge Sorbets auf Obstbasis. Diana Henry verwendet gesunde Fette, es gibt viele Fischgerichte und eher Hühnchen als Schweinefleisch.

Langweilig ist das alles nicht – im Vordergrund steht wirklich der Genuss. Diana Henry setzt auf starke, klare Aromen. Sie nimmt Anleihen an der nahöstlichen Küche und bei den Traditionen Japans, Thailands und Vietnams und setzt auf abwechslungsreiche Konsistenzen.

Die Rezepte sind gelingsicher formuliert. Die Zutaten sind gut erhältlich, wobei sich für manches  der Gang in den Bioladen empfiehlt. Von einfachen Gerichten für hektische Tage bis hin zu gästetauglichen Festessen ist alles dabei.

Nun gibt es aber mehr als Rezepte in diesem Buch. Immer wieder sind kleine Kapitel eingestreut, die sich mit den gesundheitlichen Aspekten unserer Ernährung befassen. So erfahren wir zum Beispiel, dass Kalorien unterschiedliche Auswirkungen auf unseren Körper haben, je nachdem welche Lebensmittel sie beisteuern. Es gibt ein Kapitel über gesunde und weniger empfehlenswerte Fette, eines über japanisches Essen, über Dal, über Brühe. Alles ist gut recherchiert und leichtfüssig geschrieben. Am Ende des Buches gibt es neben einem übersichtlichen Register und einer Übersicht über Bezugsquellen auch noch eine kleine Zusammenfassung zum Thema gesunde Ernährung: kleine Mantras (“Die Früchte essen, nicht den Saft trinken”), eine Übersicht über Fett, Kohlehydrate, Tipps zum gesunden Genießen.

Noch ein paar Worte zur Optik: das ist ein hochwertig aufgemachtes Buch mit Fadenbindung, Lesebändchen und mattem Papier. Das Layout ist hell, aufgeräumt und freundlich und es gibt viele großformatige Fotos. Auch diese sind hell gehalten, schön dekoriert, aber nicht überstylt.

Es ist nur ein kleines Element – aber ich musste den Ziegenquark ausprobieren. Und seit ich das getan habe, bin ich dem Zeug verfallen und habe immer welchen da: Ziegenmilch wird erwärmt und mit Lab und Zitronensaft vermischt. Das Ganze dickt an und nach dem Abtropfen bekommt man einen wunderbar milden, aromatischen Quark. Mein favorisierter Brotbelag, seit ich es probiert habe. Allerdings hat das Rezept nicht im ersten Anlauf funktioniert – ich musste die Milch stärker erwärmen als es im Rezept steht.

Das hier ist kein ausgearbeitetes Rezept – sondern eher eine kleine Randbemerkung. Eine Suppe auf der Basis von Karottensaft, angereichert mit etwas Kokosmilch, Lauch, Süßkartoffeln und Kichererbsen. Die Suppe ist sehr einfach – und überaus köstlich. Das Rezept findet Ihr hier bei Petra.

Mimosa – das ist eine Bezeichnung für Gerichte, über die zum Servieren hart gekochtes Ei gegeben wird.  Klassisch ist das für Spargel; ich fand, das geht auch gut mit Brokkoli. Traditionell wird das Ei durch ein Sieb gestrichen, bei Diana Henry geht es etwas rustikaler zu. Abgesehen vom Ei bekommt der gedämpfte Brokkoli ein ganz klassisches Dressing aus Zitronensaft, Olivenöl, Petersilie und Kapern.

Linsensalat – einfach und gut. Etwas gebratener Staudensellerie ist da noch dran und ein Dressing aus Olivenöl und Petersilie.

Ich habe den Brokkoli und den Linsensalat zusammen mit einem Fladenbrot als eine Mahlzeit serviert. Das Brot besteht je zur Hälfte aus Vollweizenmehl und Typenmehl und Joghurt steuert etwas Säure bei. Es ist sehr einfach zu machen, aber wird fanden es etwas zu krümelig.

Das ist ein Püree aus weißen Bohnen mit einem Topping aus gegrillten roten Zwiebeln und Radiccio – die Komponenten ergänzen sich super: cremige Bohnen, bitterer Salat, süße Zwiebeln.

Das japanisch inspirierte Knoblauch-Ingwer-Hühnchen mit dem Salat aus geprügelter Gurke kocht sich nahezu von selbst: Das Fleisch bekommt eine Marinade aus Sojasauce, Sherry, Miso, Knoblauch und Ingwer und wandert nach der Marinierzeit einfach in den Ofen. der Salat bekommt ebenfalls Knoblauch und Ingwer ab. Das Ganze ist frisch und würzig.

Fazit:

Ich teile Diana Henrys Einstellung: Essen soll in erster Linie schmecken, und wenn es dann noch gesund ist – wunderbar! Mit den Rezepten ist ihr das hervorragend gelungen. Es gibt Ideen für jeden Anlass und jeden Appetit. Auch Vegetarier werden gut fündig. Was mir außerdem gefällt, ist die gänzlich undogmatische Einstellung – auf den Tisch kommt, was schmeckt und gut tut, jenseits von starren Ernährungsformen und strengen Regeln.

  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: ars vivendi verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3869139807
  • 30,00

Selleriesuppe mit Graupen und Speck

Graupen gab es bei uns früher gar nicht, die habe ich tatsächlich erst relativ spät entdeckt. Mir ist bewusst, dass es viele Menschen gibt, die keine guten Erinnerungen mit Graupen verbinden – mir sind da jegliche Erfahrungen erspart geblieben, das ist ganz nett. Vorurteilsfreie Graupennutzung ;-).

Abgesehen davon, dass ich die Graupen mag, ist das auch ein furchtbar praktisches Lebensmittel – so eine Packung Graupen ist wirklich ergiebig, so eine zuverlässige Zutat. Das Rezept für die Suppe kommt aus dem delicious magazine; Georgina Hayden hat es beigesteuert. Es ist einfach, wärmt wohlig und wirkt dank einer großzügigen Menge Rosmarin richtig schön aufmunternd.

Die Suppe lässt sich außerdem gut vorbereiten und einfrieren. Und wer lieber eine vegetarische Variante mag, lässt den Speck weg, fügt statt dessen gegen Ende der Kochzeit etwas Blattgrünn (z.B. Spinat oder Cavolo Nero) hinzu und reibt ein wenig Hartkäse darüber.


  • 150 g Räucherspeck
  • 1 EL Butter
  • 2 Zwiebeln
  • 600 g Knollensellerie
  • 125 g Gerstengraupen
  • 1,75 l Hühnerbrühe
  • 1 TL Apfelessig
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • 6 Zweige Rosmarin

Speck in Streifen schneiden. Zwiebeln schälen und fein hacken. Sellerie schälen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden.

Butter in einem großen Topf schmelzen. Speck zusammen mit 3 Zweigen Rosmarin 8 bis 10 min braten, bis alles knusprig ist. Etwas Speck und Rosmarin für die Garnitur beiseite legen, dann das geschnittene Gemüse in den Topf geben, die Hitze etwas reduzieren und alles in ca. 15 min weich braten.

Restlichen Rosmarin zupfen, die Nadeln fein hacken und in den letzten 2 Minuten mit in den Topf geben.

Graupen und Brühe zugeben, alles zum Kochen bringen, würzen und ca. 40 min bedeckt köcheln lassen, bis die Gerste weich ist. Mit Salz, Pfeffer, Apfelessig und Muskat abschmecken.

In Schalen schöpfen, und mit etwas von der übrigen Speck-Mischung garnieren.


Mildes Curry mit Fleischbällchen

Ich gebe zu, ein Curry in Reinkultur ist das nicht, eher eine britische Adaption, die ich im sainsbury magazine gefunden habe; der Link führt zum Original-Rezept.  Aber was soll’s – das Ganze schmeckt herrlich. Und meine Vorliebe für angloindische Küche ist ja bekannt, oder?

Dass das toll schmeckt, liegt zum einen an der Sauce – die Kokos-Curry-Kombination ist mild und cremig. Aber auch an den Bällchen, die haben nämlich einen gewissen Twist: Außer Fleisch ist eingeweichter Bulgur darin, und die Fleischmasse wird nicht nur verknetet, sondern gemixt. Das sorgt für eine unnachahmlich zarte Konsistenz.

Im Original ist das ein Gericht, das in nur einem Topf hergestellt wird; ich finde es aber schöner, die Fleischbällchen anzubraten, bevor sie in der Sauce garziehen dürfen.


  • 100 g Bulgur, am besten feinkörniger
  • 2 EL Rapsöl
  • 2 Zwiebeln
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 20 g Ingwer
  • 2 EL rote Currypaste
  • 250 g Rinderhack
  • 1/2 Bund Koriandergrün
  • Salz
  • 2 EL Mehl
  • 250 ml Hühnerbrühe
  • 250 ml Kokosmilch
  • 200 g Spinat
  • etwas Zitronensaft

Bulgur in ein Sieb geben, das in eine Schüssel passt. Sieb in die Schüssel geben, kaltes Wasser angießen, bis der Bulgur bedeckt ist und alles 30 min quellen lassen. Dann das Sieb herausholen und überschüssige Flüssigkeit ausdrücken.

Während der Bulgur einweicht, Zwiebeln schälen und fein hacken, ebenso Knoblauch und Ingwer.

Koriander zupfen, Blätter und feine Stängel getrennt voneinander hacken.

Öl in einem Topf  erhitzen. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer darin mit einer Prise Salz braten, bis die weich sind. Einen Teelöffel Currypaste einrühren, dann von der Hitze nehmen und beiseite stellen.

Die Hälfte der Zwiebelmischung mit Hackfleisch, Korianderstängeln, Bulgur und etwas Salz ca. 3 min mixen, dann mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Hände anfeuchten und aus der Masse ca. 20 kleine Fleischbällchen formen. Für 30 min in den Kühlschrank stellen, damit sie fest werden.

Für die Sauce die restliche Currypaste und das Mehl zu der Zwiebelmischung in den Topf geben und eine Minute auf mittlerer Hitze rösten. Nach und nach 250 ml Brühe angießen, dabei rühren. Kokosmilch angießen, alles zum Kochen bringen und simmern lassen.

Fleischbällchen in einer Pfanne rundherum anbräunen, dann in die Sauce geben und in der Sauce ca. 10 min garziehen lassen.

Spinat verlesen, waschen, gut abtropfen lassen und hacken.

Spinat zugeben und alles köcheln lassen, bis er zusammengefallen ist. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren auf Teller verteilen und mit Koriandergrün bestreuen.

Dazu passt Basmati-Reis.


Hähnchentopf mit Graupen

Langsam wird es frisch draußen, da kommt ein wärmender Eintopf gerade recht, oder? Das ist ein typisches Nigella-Lawson-Rezept*: es ist sehr einfach holt in der Einfachheit aus den Zutaten das Beste heraus. Oder anders gesagt – es ist mehr als die Summe seiner Teile. Es wird tatsächlich alles nur ohne Anbraten in einem Topf gegart und bei all der Einfachheit bekommt man ein aromatisches, molliges Gericht.

Nigella Lawson meint, der Eintopf ist so eine Mischung aus Schmorgericht und suppig geratenem Risotto; einfach und wohltuend. Ein Essen, so sagt sie, das im Instagram-Zeitalter gerne mal auf der Strecke bleibt, weil es nicht spektakulär aussieht – aber was soll’s; das ist einfach Comfort Food, und jetzt ist die Saison dafür.

Im Gericht werden gehäutete Hähnchenschenkel verwendet. Und nach dem Garen wird das Fleisch von den Knochen gezupft. Nichts davon ist verschwendet: die Haut kann man knusprig braten und entweder so knuspern oder über einen Salat streuen und die Knochen hebe ich auf, um daraus Brühe zu kochen.

Und noch etwas – im Gericht wird Senf verwendet; da könnt Ihr einfach den nehmen, den Ihr am liebsten mögt.


Für 6 Portionen:

  • 300 g Lauch, geputzt gewogen
  • 500 g Karotten
  • 175 g Perlgraupen
  • 1 kg Hähnchenschenkel
  • 1,5 l Hühnerbrühe, heiß
  • 4 TL Senf
  • 1/2 Bund glatte Petersilie
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Die Hähnchenschenkel häuten. Den Lauch in ca. 3 cm dicke Scheiben schneiden. Die Karotten schälen und in dicke Stifte schneiden.

Karotten zusammen mit Graupen und Hähnchenschenkel in eine großen Topf geben. 

Die heiße Brühe in einen Messbecher geben und mit dem Senf verquirlen; dann alles auf den Topfinhalt gießen. Zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren und alles mit halb aufgelegtem Deckel 60 min köcheln lassen. Hin und wieder umrühren. 

Nach einer Stunde sollten Gemüse, Graupen und Fleisch  weich sein. Alles vom Herd nehmen und ohne Deckel noch 10 min durchziehen lassen. 

Petersilie zupfen und hacken. 

Das Fleisch mit zwei Gabeln von den Knochen zupfen. Etwas Petersilie an das Gericht geben und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

In Tellern anrichten und weitere Petersilie zum Bestreuen dazu reichen.