Brot-Gnocchi auf Zucchini-Creme

Bleibt bei Euch manchmal Brot übrig? Und was macht Ihr dann damit? Bei mir landet das oft erst mal in der Tiefkühle – entweder fein in Scheiben geschnitten für Knödel und Konsorten, oder einfach zerkleinert als Brösel. Oder ich schneide es in Würfel, röste es und verwende es als Croutons.

Aber natürlich gibt es da weitaus mehr Möglichkeiten – man kann Arme Ritter (aka French Toast) machen, oder einen süßen Ofenschlupfer. Brotsuppe ist ein bayerischer Klassiker, der genau auf diese Resteverwertung abzielt. Oder Panzarella, oder Frikadellen auf Brotbasis, oder Pasta mit gerösteten Brotkrumen. Oder man gibt das Brot geröstet, zerbröselt und eingeweicht an einen frischen Brotteig.

Nur eines, das kann man mit altbackenem Brot gar nicht machen – es wegwerfen. Es gibt so viele tolle Möglichkeiten, es zu verwerten.  Ich hab mich also etwas schwer getan ein Rezept auszusuchen für das Event, das gerade bei Zorra im Kochtopf läuft. Christine möchte gerne wissen, was wir so mit altbackenem Brot anstellen.

Eigentlich wollte ich Euch einen herzhaften Ofenschlupfer vorstellen – aber dafür war es mir zu warm. So kam ich auf Gnocchi –  das Rezept habe ich im Silberlöffel* gefunden und es hat trotz ähnlicher Zutaten erstaunlich wenig Ähnlichkeit mit den klassischen bayerischen Knödeln. Original werden die Gnocchi mit Salbeibutter serviert, ich hatte aber eine Menge Zucchini bekommen und habe mich deshalb für Zucchini-Creme entschieden. Das Rezept habe ich hier schon einmal vorgestellt; der Vollständigkeit halber schreibe ich es Euch nochmal dazu.


4 Portionen:

Gnocchi:

  • 250 g altbackenes Brot
  • 400 ml Milch
  • 2 Eier
  • 200 g Mehl
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • frisch geriebener Parmesan zum Servieren

Zucchini-Creme:

  • 4 kleine Zucchini
  • 1 Schalotte
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 gekochte Kartoffel
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für die Gnocchi das Brot zerkleinern.

Milch mit etwas Salz in einem Topf bis zum Siedepunkt erhitzen, dann das Brot zugeben und quellen lassen, dabei hin und wieder umrühren.

Mehl und Eier energisch unterrühren, dann herzhaft mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.

Nun den Teig an einem kühlen Ort 2 Stunden durchziehen und quellen lassen.

Inzwischen kann man schon mal die Zucchini-Creme machen:

Dafür  die Zucchini waschen, trockenreiben und in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebeln schälen und in feine Ringe schneiden.

Etwas Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin glasig andünsten; sie soll nicht bräunen. Zucchiniwürfel zugeben, kurz mit anschwitzen. Bis zur Hälfte mit Wasser bedecken und in ca. 15 min weich garen. Inzwischen die Kartoffel schälen und in feine Würfel schneiden. Gegen Ende der Garzeit zu den Zucchini geben. Die Creme fein pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und warm halten.

Jetzt wieder zu den Gnocchi:

Einen großen Topf mit Salzwasser erhitzen. Das Wasser soll sanft vor sich hin köcheln, es darf nicht sprudelnd kochen.

Mit zwei Teelöffeln Klösschen vom Teig abstechen und portionsweise in das siedende Wasser gleiten lassen. Die Klösschen fünf Minuten ziehen lassen; sie sind fertig, wenn sie an der Oberfläche schwimmen,

Mit einem Schaumlöffel herausholen, gut abtropfen lassen und warmhalten. Portionsweise weitermachen, bis der ganze Gnocchi-Teig aufgebraucht ist.

Zum Servieren etwas Zucchini-Creme auf die Teller verteilen, die Gnocchi darauf platzieren und alles mit etwas Parmesan bestreut auf den Tisch bringen.


 

Ricotta-Buchweizen-Gnocchi mit rustikaler Tomatensauce

So, da bin ich wieder. Das kleine Päuschen war dem Umstand geschuldet, dass ich mein Köfferchen gepackt  und den Blog in ein neues Zuhause verfrachtet habe. Ein paar Kisten muss ich noch auspacken und ein paar Regale umsortieren, aber im Großen und Ganzen ist es vollbracht.

So richtig spaßig ist so ein Umzug ja nicht, also braucht es währenddessen Comfort Food – und das wiederum ist für mich mit Kohlehydraten verknüpft – und am besten mit Pasta. Gnocchi sind Pasta  – und tun gut. Genau wie die Handarbeit beim Formen, solche Tätigkeiten erden mich immer wieder.

Meiner Vorliebe für Buchweizen habe ich ja schon oft genug Ausdruck verliehen. Gnocchi hatte ich allerdings noch nie damit gemacht. Nun hatte ich eine große Menge Ricotta im Kühlschrank – und riskierte einen Blick in “Pasta by Hand“*, ein Buch in dem ich immer eine Idee finde.

Das Rezept kommt aus Südtirol,  wo Buchweizen gerne verwendet wird. Der Buchweizen wächst gut unter den dortigen rauen Bedingungen, die für viele andere Getreidesorten nicht optimal sind. Das erdige Aroma der Gnocchi verlangt nach einer deftigen Sauce; Räucheraromen passen gut; deshalb gibt es eine mit Speck angereicherte Tomatensauce dazu.

Ich weiß, dass viele davor zurückschrecken, Gnocchi selbst zu machen – diese hier sind aber wirklich recht unaufwendig. Es muss nichts vorgegart oder abgetropft werden und der Teig ist beim Garen stabil.

Für 4 Portionen:

Gnocchi:

  • 250 g Ricotta
  • 2 Eigelb
  • Muskatnuss
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 15 g Pecorino
  • 85 g Weizenmehl 405, plus etwas zum Arbeiten
  • 60 g Buchweizenmehl

Sauce:

  • 125 g Räucherspeck
  • 1 rote Zwiebel
  • 1/4 TL Chiliflocken
  • 500 g Passata
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zuerst die Sauce ansetzen: dafür den Speck in feine Würfel schneiden. In einer Pfanne braten, bis er leicht knusprig wird. Zwiebel schälen, fein würfeln und zum Speck in die Pfanne geben. Mitbraten, und wenn sie zu bräunen beginnt, die Chiliflocken zugeben. Passata angießen, alles mit Salz und Pfeffer würzen und die Sauce bedeckt bei mäßiger Hitze köcheln lassen.

Inzwischen für die Gnocchi Ricotta und Eigelbe in eine Schüssel geben. Die Mehlsorten dazu geben, den Pecorino dazu reiben, alles kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und mit den Händen rasch zu einem Teig verkneten.

Die Arbeitsfläche leicht mit Mehl bestäuben. Den Teig zu einer ca.1,2 cm dicken, langen Wurst rollen. Mit einem Messer Stückchen von ca. 0,6 cm von der Wurst schneiden. Ich habe die Stückchen danach noch über ein Gnocchibrett gerollt. Fertige Gnocchi mit Abstand zueinander auf einem leicht bemehlten Geschirrtuch lagern.

In einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Gnocchi hineingeben und garkochen. Sie sind fertig, wenn sie an der Oberfläche schwimmen. Bei mir hat das ca. 1 min gedauert. Gnocchi mit einem Schaumlöffel herausholen, gut abtropfen lassen und mit der Sauce anrichten.

Gnocchi alla Bismark – und ein besonderer Schinken

Neulich hatte ich das Glück, zum Essen eingeladen zu sein. Die Einladung kam von Rovagnati, einem der größten italienischen Schinkenhersteller. Zusammen mit einer Freundin hatte ich einen netten Abend im Café Luitpold.

Natürlich haben wir nicht nur gequatscht, sondern auch gut gegessen. Schaut mal, was es gab:

Erst mal einen Salat mit Radieschen, Schwarzbrotcroutons und dem Gran-Biscotto-Kochschinken von Rovagnati.

Danach Kalbsinvoltini mit Rovagnati-Parmaschinken und ein Trüffelrisotto .

Danach waren wir satt – aber die Espresso-Crème-Brulé mit Beerenragout haben wir doch noch geschafft.

Ist euch was aufgefallen? Der Schinken in der Vorspeise trägt den lustigen Namen “Gran Biscotto” – das heißt “großer Keks”. Nun, wie ein Keks schmeckt der Schinken nun wirklich nicht. Aber Rovagnati hat hohe Qualitätsansprüche. Nur ausgesuchte Ware wird zum Gran Biscotto verarbeitet. Der Schinken durchläuft eine achttägige Produktionszeit (Standard für Kochschinken sind lediglich drei Tage). Damit die Lake besonders gut in den Schinken einzieht wird er von speziellen Maschinen massiert. Das schmeckt man – ich habe den Schinken als besonders zart,  aromaintensiv und ausgewogen erlebt. Das finde wohl nicht nur ich. “Biscotto” war im Italien der 1980er Jahre, in denen der Schinken kreiert wurde, ein Synonym für “besonders wohlschmeckend”. Nach langem Experimentieren gab damals Paolo Rovagnati den Schinken seiner Tante zum Probieren. Die war so begeistert, dass sie ihm bescheinigte, der Schinken schmecke wie ein gran biscotto. So kam der Schinken zu seinem Namen. Bis heute ist er das Aushängeschild der Firma und der meistverkaufte Schinken Italiens. Die Produktpalette umfasst aber weit mehr – Rohschinken, Bresaola, Mortadella, Salami und vieles mehr wird ebenfalls mit Sorgfalt hergestellt. Wer die Produkte probieren möchte: es gibt einen Webshop, allerdings nur die italienische Variante. Direkt kaufen kann Rovagnati-Schinken in einigen ausgewählten Feinkostgeschäften wie zum Beispiel bei Farnetani in München oder bei Girardi bei Düsseldorf.

Jetzt habe ich Euch einiges über Schinken erzählt. Aber ohne Rezept kann ich Euch natürlich nicht gehen lassen. Schließlich kann man guten Schinken nicht nur auf Brot essen, sondern auch wunderbar damit kochen. Zum Beispiel diese Gnocchi, die aus dem Piemont kommen. Warum sie ausgerechnet “alla Bismark” (und das tatsächlich ohne “c”) heißen, habe ich nicht herausgefunden; aber es ist eine klassische Zubereitung aus Semmelbröseln – und Schinken, naturalmente ;-).

Für 4 Portionen:

  • 100 g Semmelbrösel, getrocknet, nicht frisch
  • 200 g Mehl (ich hatte Weizen 405)
  • 80 g Parmesan, frisch gerieben
  • 1 Ei plus ein Eigelb
  • 55 g Prosciutto Cotto (zum Beispiel von Rovagnati)
  • 1/2 TL Zimtpulver
  • Muskatnuss, frisch gerieben
  • 1 TL Salz
  • 100 g Milch, wenn nötig, etwas mehr
  • Hartweizengrieß zum Arbeiten

Für die Salbeibutter:

  • 170 g Butter
  • 12 Blätter Salbei
  • etwas Salz

Die Semmelbrösel im Blitzhacker fein mahlen. Den Kochschinken ganz fein hacken.

Mehl, gemahlene Semmelbrösel und Parmesan in einer Schüssel mischen. Ei und Eigelb, Schinken, Zimt und etwas geriebene Muskatnuss zugeben, salzen und mit den Händen vermischen. Milch zugeben, dabei mit einem Löffel rühren, bis alles zusammenkommt. Esslöffelweise mehr Milch zugeben, bis ein Teig entsteht. Der Teig soll weich sein, aber nicht klebrig.

Teig auf die Arbeitsfläche geben und kneten, bis er er richtig gut zusammenhält. Dann zurück in die Schüssel geben, mit Frischhaltefolie abdecken und 30 min ruhen lassen.

Einen Bogen Backpapier auf die Arbeitsfläche legen und leicht mit Hartweizengrieß bestreuen.

Ein Stück Teig abschneiden und zu einer Wurst von ca. 1,2 cm Dicke rollen. Davon ca. 1,2 dicke Stücke abschneiden. Jetzt braucht Ihr ein Gnocchi-Brett. Jedes Teigstück wird mit der Innenseite des Daumens über das Gnocchibrett gerollt. So entstehen kleine Knödel, die aussen gerillt sind und innen eine Vertiefung haben. Fertige Gnocchi auf das Backpapier legen. Weiterarbeiten, bis der ganze Teig verbraucht ist. Den restlichen Teig dabei immer mit Frischhaltefolie abdecken, damit er nicht austrocknet.

Für die Salbeibutter Salbei und Butter in einem Topf bei mäßiger Hitze köcheln lassen, bis die Molke der Butter zu Boden sinkt, die Butter etwas bräunt und die Salbeiblätter knusprig werden. Das dauert etwa 10 min. Mit Salz abschmecken.

Zum Garen einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Gnocchi hineingeben und garen, bis sie an die Oberfläche kommen; das dauert ca. 1 bis 3 Minuten. Mit einem Schaumlöffel herausholen, gut abtropfen lassen und in der Salbeibutter schwenken. Gleich servieren.

 

Cesars Gnocchi

cesars gnocchi

Ich habe tatsächlich noch nie Cesar Salad gemacht. Immer noch nicht, obwohl ich ihn seit langer Zeit auf meiner (geistigen) Liste der Dinge habe, ich unbedingt einmal ausprobieren muss. Es ist auch schon wieder etwas länger her, da habe ich bei ihr eine Suppe nach der Art eines Cesar Salad gesehen – die wollte ich auch nachbauen. Naja, bis jetzt blieb es beim Willen.
Aber dafür habe ich jetzt Cesar Gnocchi gemacht – das ist doch schon mal ein Fortschritt. Das Rezept aus Sebastian Dickhauts Nudelbuch* hat mich förmlich angesprungen. Und es hat uns alle begeistert.
Erstmal braucht man Gnocchi. Die werden im Buch aus dem Kühlregal genommen; ich habe sie lieber selbst gemacht.Das passt ganz gut, denn derzeit geistert immer wieder ein Gericht durchs  Netz, bei dem mit Begeisterung Fertig-Gnocchi benutzt werden. Völlig unnötig – selbst gemacht ist ganz einfach und schmeckt um Welten besser.

Die Gnocchi werden mit Knoblauch, Speck und Sardellen angebraten und kommen in eine Auflaufform, die vorher mit geviertelten Romana-Salatherzen ausgelegt wurde. Überbacken wird das Ganze mit einer Käsesauce. Das alles hat uns gut gefallen. Mich hat besonders der gebackene Romana-Salat begeistert, der gibt mit seiner Bitternote dem Gericht den letzten Kick.

…..und eine Rezension des Nudel-Buchs gibt es dann als nächstes 🙂

Für 4 Personen:

Für die Gnocchi:
• 500 gr. Kartoffeln, mehlige Sorte
• Salz
• Ca. 50 gr. Mehl (ich: Dinkel 630)
• Ca. 40 gr. Grieß (ich: Dinkelgrieß)

Für den Auflauf:
• 500 gr. Gnocchi
• 2 Romanasalatherzen
• 100 gr. Räucherspeck
• 2 Zehen Knoblauch
• 2 Sardellenfilets
• 100 gr. Sahne
• 100 ml Hühnerbrühe
• 100 gr. Parmesan
• 2 Eigelb
• Salz, Pfeffer aus der Mühle
• Öl für die Form

Für die Gnocchi die Kartoffeln in Salzwasser garen. Gleich nach dem Abgießen schälen, durch die Kartoffelpresse drücken und zusammen mit Mehl und Grieß rasch zu einer glatten, nicht klebenden Masse verkneten. Es kann sein, dass Ihr etwas mehr Mehl oder Grieß braucht, das hängt von der Kartoffelsorte ab.
Auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche daumendicke Rollen formen, diese in ca. 2 cm große Stücke schneiden. Dann kann man die Gnocchi noch abrollen und mit dem Zinken einer Gabel ein Muster eindrücken. Ich rolle die Gnocchi immer über mein heißgeliebtes Gnocchi-Brett*.
Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Die Gnocchi darin, wenn nötig, portionsweise, garen. Sie sind fertig, wenn Sie an die Oberfläche steigen. Gnocchi mit einem Schaumlöffel herausholen, gut abtropfen lassen und beiseite stellen.

Für den Auflauf den Salat putzen, mitsamt dem Strunk vierteln und mit kaltem Wasser abbrausen. Beiseite stellen und gründlich abtropfen lassen.
Den Speck würfeln, Knoblauch schälen und fein hacken. Sardellen ebenfalls kleinschneiden. Den Parmesan reiben. Den Ofen auf 200°C vorheizen.
Die Brühe mit der Häfte der Sahne in einem kleinen Topf kurz aufkochen, dann den geriebenen Parmesan einrühren und schmelzen lassen. Topf von der Hitze nehmen, Eigelbe mit der restlichen Sahne verquirlen und in die Sauce rühren. Sauce mit Salz und Pfeffer würzen.
Den Speck in einer Pfanne bei mittlerer Hitze langsam auslassen. Knoblauch und Sardellen kurz mitbraten, dann die Gnocchi zugeben und alles zusammen etwas anrösten.
Eine Auflaufform mit Öl auspinseln. Den Boden der Form mit den Salatvierteln auslegen, die Gnocchi darauf verteilen. Die Käsesauce darüber gießen. Alles im heißen Ofen ca. 15 min überbacken.
Fertig. Lasst es Euch schmecken!

Ameisen, die auf Bäume klettern

ameisen auf bäumen

Keine Angst, es wird hier nicht allzu exotisch. Die Ameisen bleiben im Bau.

Ich hatte Glasnudeln übrig und eine kümmerlichen Rest gemischtes Hackfleisch….und da fiel mir meine chinesische Freundin ein. Wir haben uns eine Zwei-Zimmer-Wohnung geteilt. Und damals war sie defintiv mehr in der Küche als ich, weil sie weit weg von zuhause keine andere Wahl hatte, als die Gerichte, die sie gewohnt war, selbst zu kochen. Klein und zierlich wie sie ist, verfügt aber über ein beträchtliches Ausmaß an Energie. Das hat sich auch in der Küche bemerkbar gemacht.

“Ameisen, die auf Bäume klettern” ist ein Gericht, bei dem Hackfleisch mit Glasnudeln gebraten wird. Und wenn man es gut hinbekommt, dann sieht es eben so aus, als ob Ameisen (kleine Hackfleischkrümelchen) einen Baumstamm (mit Sojasauce braun gefärbte Glasnudeln) hochklettern. Meiner Freundin, die Wert auf perfekte Ergebnisse legt, hat das Gericht einige energische Äußerungen (man könnte auch Flüche sagen) abgerungen, wenn die Optik nicht ihren Vorstellungen entsprach.  Und ganz ehrlich….nachdem ich es versucht habe, kann ich ihre Flüche verstehen. An der gleichmäßigen Verteilung der Hackfleisch-Krümelchen könnte man noch arbeiten. Der Geschmack aber, der ist einwandfrei.

Da Rezept stammt von der wunderbaren Fuchsia Dunlop – und ich bin sicher, bei ihr würde auch die Optik stimmen..

Für vier, wenn noch andere chinesische Gerichte auf dem Tisch stehen:

  • 100 gr. Glasnudeln
  • 1 TL Reiswein (Shaoxing, zur Not halbtrockener Sherry)
  • 100 gr. Hackfleisch (Rind, Schwein, oder eine Mischung von beiden)
  • Neutrales Öl zum Braten
  • 1 1/2 TL Bohnenpaste mit Chili (Asia-Shop)
  • 300 ml Hühnerbrühe
  • 1/2 TL Sojasauce
  • 3 Frühlingszwiebeln, die grünen Teile, in feine Ringe geschnitten

Mindestens 15 Minuten, bevor man loslegen will, die Glasnudeln in heißem Wasser einweichen. Das Hackfleisch mit dem Reiswein und etwas Salz gründlich vermischen.

Zwei EL Öl in einer Pfanne oder einem Wok erhitzen. Das Hackfleisch unter ständigem Rühren braten, bis er braun und knusprig wird, dabei etwas Sojasauce zugeben. Bohnenpaste dazu geben und weiterrühren, bis sich das Öl absetzt; dabei aufpassen, dass nichts verbrennt; zur Not den Wok vom Feuer nehmen.

Nudeln in einem Sieb kurz abtropfen lassen, dann zusammen mit der Brühe in den Wok geben. Aufkochen lassen, dabei tüchtig rühren. Mit Sojasauce abschmecken. Alles kochen lassen, bis die Flüssigkeit absorbiert ist. Am Ende die Frühlingszwiebeln unterheben und alles auf einen Servierteller geben.

Rezept: Fuchsia Dunlop, Land of Plenty

Maronengnocchi mit Rosenkohl und scharfen Fleischbällchen

maronengnocchi

Man kann ja über die Jahreszeit sagen, was man möchte, aber sie hat ihre Vorteile. Rosenkohl zum Beispiel. Und Maronen. Womöglich stehe ich damit allein auf weiter Flur, aber ich liebe Rosenkohl. Maronen mag ich auch sehr gerne. Wenn die beiden zusammenkommen, ist die klassische Rezeptvariante wohl das Rosenkohlgemüse mit Maronen.

Hier funktioniert die Familienzusammenführung anders: die Maronen landen in den Gnocchi und treffen den Kohl in der Pfanne wieder; Fleischbällchen gibt es dazu. Das Rezept steht schon lange auf meiner Liste – aber im Sommer kocht man ja eher keinen Rosenkohl….Das Warten hat sich gelohnt: die Gnocchi sind schön mürbe und haben eine nussige Note und die scharfen, leicht süßen Fleischbällchen sind ein prima Kontrast.

Johann Lafers Originalrezept verwendet Wildschwein für die Fleischbällchen – dafür hat es bei mir nicht gereicht; ich habe Rindfleisch verwendet. Das Rezept sieht außerdem etwas mehr Maronen vor; in meinem Päckchen waren 200 Gramm, die habe ich verwendet und die Mehl- und Flüssikeitsmengen entsprechend angepaßt. Ich habe außerdem darauf verzichtet, die Maronen in Sahne zu garen – wer es etwas üppiger mag, kann das ja machen 🙂

Ich bin nicht die einzige, die diese Gnocchi mag: Ein fast identisches Rezept für und mit Maronengnocchi – auch von Lafer 🙂 – findet Ihr hier bei Eva, der Kochpoetin.

  • 400 gr. Kartoffeln (ich habe immer vorwiegend festkochende)
  • 200 gr. vorgegarte Maronen
  • 100 gr. Milch
  • 2 Eigelb
  • 100 gr. Mehl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 400 gr. Rosenkohl
  • 300 gr. Rinderhack
  • 1 Ei
  • 3 EL Semmelbrösel
  • 2-3 TL Paprika rosenscharf
  • 1 TL Honig
  • Sonnenblumenöl zum Braten
  • 50 gr. Butter

Für die Gnocchi die Kartoffeln in Salzwasser gar kochen.

Zwischenzeitlich die Maronen grob hacken, dann mit der Milch in einem kleinen Topf ca. 6 min bei schwacher Hitze köcheln lassen. Maronen danach mit dem Mixer oder Stabmixer pürieren.

Die Kartoffeln noch heiß schälen und durch die Presse geben. Dann zusammen mit dem Maronenpüree, Mehl und Eigelb zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten; mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Teig zu ca. 2 cm dicken Rollen formen, 2 cm lange Stücke abnehmen und zu Klösschen formen.

Den Rosenkohl putzen, die Röschen halbieren, dann in kochendem Salzwasser in ca. 7 min bissfest kochen. Abgießen und beiseite stellen.

Für die Fleischbällchen das Hackfleisch mit Ei, Semmelbröseln und Honig mischen, dann mit Paprika, Salz und Pfeffer kräftig abschmecken. Die Masse zu kleinen Bällchen rollen.

Zum Garen der Gnocchi einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Die Gnocchi portionsweise in ca 6 min bei schwacher Hitze gar kochen, dann mit einem Schaumlöffel herausnehmen und gut  abtropfen lassen.

Zum Fertigstellen etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Zunächst die Hackbällchen anbraten, dann Rosenkohl und Gnocchi zugeben und alles ca 12 min zusammen abraten. Vorsicht beim Wenden, die Gnocchi sind empfindlich.

Zum Servieren alles mit der Butter durchschwenken und nochmal mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Rezept adaptiert aus: Johann Lafer, Meine Heimatküche*

Gnocchi mit Mascarpone-Kokos-Sauce und Koriander-Kokos-Dukka nach Silvena Rowe

gnocchi mit kokos-mascarpone-sauce und koriander-dukka

“Ähhh…Entschuldige….ich hab schon gegessen. Ich hab den Teller angerichtet und fotografiert und dann hat das so gut geschmeckt….da hab ich ihn leergefuttert. Ist aber noch was für Dich da.” So ist das, wenn der Mann zu spät von der Arbeit nach Hause kommt.

Für das Gnocchi-Rezept werden die Kartoffeln im Backofen gegart. Nicht die energiesparendste Varainte, ich weiß. Ich habe aber gute Erfahrungen damit gemacht. Den Kartoffeln wird Flüssigkeit entzogen. Der Geschmack konzentriert sich und zugleich braucht man weniger Mehl, damit die Gnocchi zusammenhalten und nicht kleben.

Die Kokos-Sauce ist ein Traum in cremig, und durch die Dukka, der Gewürz-Nussmischung, kommt Biß und Würze ins Spiel. Kurz gesagt: Nachmachen!

Von der Dukka bleibt nach dem Rezept einiges übrig. Das ist aber kein Schaden. Man kann sie einfach wegknabbern, mit Olivenöl vermischt als Dipp verwenden oder andere Gerichte damit aufpeppen.

Für die Gnocchi:

  • 500 gr. mehlig kochende Kartoffeln
  • etwas Salz
  • 1 Eigelb
  • ca. 150 gr. Mehl

Für die Sauce:

  • 150 gr. Mascarpone
  • 4 EL Kokosmilch
  • 40 gr. frische Kokosnuss, fein geraffelt
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 Handvoll Koriandergrün, fein gehackt

Für die Dukka:

  • 100 gr. Mandeln, geschält
  • 2 EL Korinadersamen
  • 2 EL Kreuzkümmelsaat
  • 2 EL frische Kokosnuss, fein geraffelt
  • 2 EL Sesamsamen
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zunächst für die Gnocchi den Backofen auf 200°C vorheizen. Die Kartoffeln auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und je nach Größe in ca. 1,5 h weich garen. Dann herausnehmen, soweit abkühlen lassen, dass man sie anfassen kann, längs halbieren, das Fruchtfleisch mit einem Löffel herausschaben und durch die Kartoffelpresse drücken. In einer Schüssel mit Eigelb, Salz und drei Vierteln des Mehls zu einem homogenen Teig verarbeiten. Wenn der Teig zu klebrig ist, noch etwas Mehl einarbeiten.

Den Teig dann in 4 Portionen teilen und diese jeweils zu dicken Würsten (ca. 2,5 cm) rollen. Würste in Scheiben von ca. 1 cm schneiden und diese mit einer Gabel leicht flach drücken.

Zum Garen reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Gnocchi, wenn nötig portionsweise, in ca. 2-3 min garen. Sie sind fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen. Dann gleich mit einem Schaumlöffel herausholen und abtropfen lassen.

Für die Dukka alle Zutaten in einer Pfanne ohne Fett unter ständigem Rühren ca. 2 min anrösten. Dann abkühlen lassen und im Mörser grob zerstoßen.

Für die Sauce Kokosmilch und Mascarpone bei mittlerer Hitze in einem kleinen Topf einige Minuten köcheln lassen. Dann mit Salz und Pfeffer abschmecken, Kokosnuss und Koriander unterrühren.

Zum Servieren die Gnocchi auf Teller verteilen, mit etwas Sauce übergießen, mit der Dukka bestreuen. Ein paar essbare Blüten zur Deko können auch nicht schaden. Ich habe hierfür meinen Oregano geplündert.

Rezept aus: Silvena Rowe, Orient Express

Rote-Bete-Gnocchi

rote bete gnocchiGanz früher fand ich Rote Bete schrecklich. Im großen und ganzen war Rote Bete dieser viel zu saure Salat  aus zu weicher Bete mit viel zu groben Kümmelkörnern. Im allerschlimmsten Fall gab es den Salat auch noch im Wirtshaus, und da kam er aus dem Glas. Wenn ich mich recht erinnere, war zur Abrundung noch Süßstoff drin. So kann einem auch das schönste Gemüse noch verleidet werden.

Inzwischen mag ich Rote Bete sehr gern. Roh geraffelt als Salat mit knuspriger Senfsaat garniert, im Risotto, im Eintopf, oder als Kuchen – Rote Bete geht eigentlich immer. Nur nicht matschig, zu sauer und aus dem Glas.

Mein absoluter Favorit sind aber seit langem diese Gnocchi. Allein die Farbe bringt schon Leben auf den Teller. Normalerweise werden sie richtig pink – diesmal hat es merkwürigerweise nur für zartrosa gereicht. Die Gnocchi schmecken auch pur, nur mit etwas Butter und Parmesan. Ich mache aber auch gerne eine Sauce aus Blauschimmelkäse, Gemüsebrühe und Sahne dazu.

  • 500 gr. mehlig kochende Kartoffeln
  • 1 kleine Rote Bete, gegart und geschält
  • 200 gr. Mehl
  • 50 gr. Parmesan, frisch gerieben
  • 1 Ei, leicht verschlagen
  • Butter zum Servieren

Kartoffel in einem großen Topf mit Salzwasser ungeschält weich garen.

Abgießen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken oder zerstmpfen.

Die Rote Bete pürieren. Ca. 125 ml vom Püree zur Kartoffelmasse geben. Mehl, Parmesan und Ei zugeben und alles zu einem homogenen Teig verarbeiten.

Dann gleich die Gnocchi formen: Teig in vier Portionen teilen und jede Portion zu einer ca. 1/2 cm dicken Rolle formen. Rollen in kurze Stücke schneiden und die Stücke über die Zinken einer Gabel rollen.

In einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Gnocchi portionsweise garen; das geht recht schnell. Sie sind gar, sobald sie an die Oberfläche steigen. Mit einem Schaumlöffel herausnehmen, gründlich abtropfen lassen und in einer vorgewärmten Schüssel mit etwas Butter vermischen.

Und weil heute Donnerstag ist und das grade passt, machen die Gnocchi mit beim Veggi-Day.

Rezeptidee: Tessa Kiros, Familienrezepte*

gnocchi mit topinambur

Gnocchi mit Topinambur und Salbeisauce

topinambur-gnocchi

Ich habe eher einen braunen Daumen, aber der Salbei, den ich irgendwann im Beet verbuddelt habe, wächst wie verrückt. Topinambur war in der Gemüsekiste. Und Gnoccchi gehen sowieso immer. Da kam dieses Gericht aus der neuen Saveurs gerade recht. Außerdem fallen jegliche Art von Knödel(chen) für mich unter Soul Food, und das kann ich grade brauchen, denn bei uns herrscht grade Chaos.

Wir haben da eine schicke Entfeuchtungsanlage, die in den nächsten Woche unseren Keller trocken legen soll. Die Löcher im Boden sind egal, die werden halt wieder zu gemacht, irgendwann. Das nervige ist der Lärm. Wir haben ein offenes Treppenhaus, und die Anlage, besonders der Kompressor, lärmt Tag und Nacht durchs Haus, dass es im Grunde das Beste ist, man wäre nicht da. Gut, wenigstens sollten wir trockene Weihnachten kriegen.

Zu den Gnocchi: Ich hab den Topinamburanteil erhöht, was den Knödelchen nicht geschadet hat; die Sauce hab ich mit einem Schuss Gemüsebrühe verlängert; blanke Sahne, wie im Rezept fand ich zu heftig und auch zu langweilig.

  • 250 gr. Topinambur
  • 200 gr. mehlig kochende Kartoffeln
  • 1 Eigelb
  • ca. 200 gr. Mehl, je nach Feuchtigkeit der Gnocchimasse
  • Olivenöl
  • 100 gr. Schlagsahne
  • 50 ml Gemüsebrühe
  • Salbeiblättchen
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Am Vortag Topinambur schälen und in ca. 20 min weich dämpfen. Dann pürieren, das Püree in ein Sieb geben, mit Frischhaltefolie abdecken und das Püree über Nacht an einem kühlen Ort abtropfen lassen.

Am nächsten Tag Kartoffeln kochen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Topinamburpüree und Eigelb zugeben, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und mit Mehl zu einem Teig verarbeiten; der Teig sollte glatt sein und nicht mehr kleben. Nun aus dem Teig Röllchen formen (ca 2 cm dick), die Röllchen in Scheibchen schneiden und die Scheibchen mit einer Gabel flach drücken.

Zum Garen die Gnocchi (wenn nötig üportionsweise) in reichlich kochendes Salzwasser geben und 3-5 min ziehen lassen. Sie sind gar, wenn Sie an die Oberfläche kommen.

Zum Servieren die Gnocchi in heißem Olivenöl anbraten, Sahne und Gemüsebrühe angießen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit kleingehackten Salbeiblättchen bestreuen.

Ich habe zusätzlich noch ein paar ganze Salbeiblättchen fritiert und zum Knuspern auf den Teller gelegt.

Und weil grade Donnerstag ist, dürfen die Gnocchi mitmachen bei Kerstins Veggi Day.