Hühnchen mit Lavendel und Zitrone

hühnchen mit lavendel und zitrone

Der Gewürzlavendel im Terrassenbeet blüht – das muss genutzt werden.

Ich liebe Lavendel. Duft und Farbe sind einfach himmlisch. Der Duft trägt mich sofort in den Urlaub. Gleich fühle ich mich in die Provence versetzt. Ich mag Lavendel an süßen Sachen, ein Sirup ist auch nicht zu verachten, Lavendelhonig auf dem Frühstücksbrötchen kann einen Tag retten. Lavendelduft an der Wäsche soll angeblich die Motten vertreiben – aber egal, Hauptsache, es duftet.

Und natürlich hat der duftende Lavendel auch einen Platz in der herzhaften Küche. In diesem Fall ergibt er zusammen mit Zitrone und Honig ein sommerliches Hühnchengericht. Zitrone und Lavendel zaubern die Sonne auf den Tisch. Trotz des Honigs ist das Gericht nicht zu süß, sondern schön rund. Aber Achtung: Vorsicht bei der Lavendel-Dosierung. Etwas Lavendel gibt ein wunderbares Aroma….zuviel schmeckt eher wie Omas Badeseife.

Leider war der Lavendel dieses Jahr nicht so motiviert, was das Blühen angeht. Die schönen Blüten sind alle an das Huhn gewandert, da blieb für die Deko nur noch ein trauriger Rest.

  • 1 Hühnchen
  • 2 EL Lavendelblüten
  • 4 EL Olivenöl
  • 4 EL Honig (wer hat, nimmt Lavendelhonig)
  • 1 Handvoll Oreganoblättchen
  • Saft und Schale von 1 Zitrone
  • Salz

Das Hühnchen in 8-10 Teile teilen.  Lavendelblüten grob hacken. Oreganoblättchen fein hacken.

Für die Marinade Lavendel, Honig, Öl, Oregano Zitronensaft und -schale gut verrühren.

Die Hühnchenteile in eine große Schüssel geben und mit der Marinade vermischen; dabei darauf achten, dass alle Teile mit der Marinade überzogen sind. Die Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und das Fleisch mindestens 30 min und bis zu 4 h im Kühlschrank durchziehen lassen.

Den Backofen auf 200°C vorheizen.

Die Hühnchenteile mitsamt der Marinade auf einem Backblech verteilen und großzügig mit Salz würzen.

Im heißen Ofen 45 min braten; dabei nach der Hälfte der Garzeit wenden.

Dazu passen Kartoffeln und ein einfacher grüner Salat.

Und weil es grade passt:

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Rezept adaptiert aus: Rachel Khoo, Paris in meiner Küche*

Eingelegte Shiitake nach Momofuku

eingelegte shiitake

Nur mal so zwischendurch und ohne Wertung: habt Ihr auch manchmal das Gefühl, dass Ihr nicht ganz normal seid?

Beim morgendlichen Schauen durch die Blogs stieß ich bei Valentinas auf eingelegte Shiitake. Das weckte sofort ein Haben-Wollen-Gefühl. Jetzt. Sofort. Auf der Stelle. Gestern. Was sage ich – vorgestern. Rezept? Nicht auf Valentinas. Also Google. Der Link führte, wie könnte es anders sein, zu Petras Chili und Ciabatta.

Wer hätte es gedacht, ich hatte alles da. Und habe heute morgen bei Gluthitze meinen Herd köcheln lassen und die Pilze eingelegt.

Überflüssig, zu erwähnen, dass ich auch das Kochbuch* gekauft habe.

Womöglich gibt es ja Leute, die bei diesem Wetter anderes zu tun haben….

Ach so, das Rezept….das findet hier bei Petra. Man könnte es auch auch an kühleren Herbsttagen nachbauen….

Kapern von der Kapuzinerkresse

kapuzinerkresse-kapern

Erinnert Ihr Euch noch? Grauslig war er, der Frühling. Und genauso grauslig sahen die Beete vor unserer Terrasse aus. In Trübsinn hätte man verfallen können, wenn man versehentlich mal draufschaute. Und weil sich so gar nichts regte, habe ich im Gartencenter ein paar Pflänzchen Kapuzinerkresse erstanden, damit wenigstens irgendwas blüht. Und seitdem haben die Pflänzchen einen Dschungel aus Blattwerk gebildet und blühen wie verrückt. Und das bei mir und meinem braunen Daumen. Und das Beste ist: die blühen nicht nur wunderbar, nein, wenn sie abgeblüht sind, kann man die Samenkapseln einlegen und hat im Winter auch noch was von der Blütenpracht.

Die Grundlage für die Kapern findet Ihr, wenn Ihr ein bisschen im Grün der Kapzinerkresse herumwühlt. Da gibt es diese grünen Bobbels, die pflückt Ihr. Nur die Grünen, die auch ein bißchen rot gesprenkelt sein dürfen. Wenn sie schon gelb sind, lasst ihr die Finger davon, dann schmecken sie nicht mehr.

Die Samenkapseln schmecken pfeffrig und ein wenig scharf. Wenn man sie einlegt, entwickeln sie eine erstaunliche Ähnlichkeit mit “richtigen” Kapern. Wenn meine restliche Kapuzinerkresse auch abgeblüht ist, setze ich noch ein zweites Glas an.

Weitere tolle Kapernideen gibt es bei der Tomatenblüte mit Holunder und bei Bushcook mit Bärlauch.

Für ein kleines Glas:

  • 100 gr. frische Samenkapseln der Kapuzinerkresse
  • 15 gr. Salz
  • ein paar Pfefferkörner
  • 1-2 Lorbeerblätter
  • ca. 200 ml. Weißweinessig oder Apfelessig

Das Salz in 300 ml Wasser auflösen. Die Samenkapseln in eine Schüssel geben, mit der Salzlösung bedecken und 24 h durchziehen lassen.

Ein oder mehrere (je nach Größe) Gläschen sterilisieren. Dazu die Gläschen und die Deckel mit heißem Wasser ausspülen und im 110°C heißen Backofen kopfüber trocknen lassen.

Dann die Samen abgießen und gründlich abtrocknen. Samen mit Pfeffer und Lorbeer in das Glas geben. Nach oben sollte noch etwas Platz bleiben, denn die Samen müssen mit Essig bedeckt sein. Mit Essig aufgießen und verschließen.

Die Gläschen an einem trockenen, kühlen Ort aufbewahren. Nach ein 2-3 Wochen sind die Kapern fertig und können benutzt werden.

Rezeptidee: River Cottage Handbook Preserves *

Sommerlicher Salat mit Auberginen und Olivenkraut

sommerlicher salat mit auberginen und olivenkraut

Uda ist die Spezialistin für ungewöhliche Zutaten. Alles Mögliche treibt sie auf, testet es und steckt uns alle damit an. 🙂 Zuletzt (oder ist es inzwischen schon zu vorletzt ?) war es das Olivenkraut. Ein Kraut, das nach Olive schmeckt? Ich machte mich sofort auf die Suche und es dauerte nicht lange, da stand ein Töpfen mit Olivenkraut auf meiner Fensterbank. Claudia ist die erste Adresse für feinstes vegetarisches Essen – und für fantastische Fotos aus Berlin. Zusammen haben die beiden etwas ausgeheckt: Sie wollen wissen, was wir denn nun mit dem Olivenkraut anstellen.

Claudia hat uns wunderbare Karottenspaghetti gemacht. Und bei Uda gibt es Sushi mal ganz anders und Auberginenkaviar.

http://mittagbeimutti.files.wordpress.com/2013/07/button-olivenkraut-eng.jpg?w=740

 Ich springe mal auf den Auberginen-Zug auf, denn was könnte sommerlicher sein als ein Salat mit Aubergine und Tomate? Die Idee, gebackene Auberginen für einen Salat zu verwenden, habe hier bei Semiha abgeschaut. Für mich müßten in einen solchen Salat dann auch noch Oliven. Normalerweise werden die dann von den übrigen Familienmitgliedern wieder herausgepickt (so bleibt mehr für mich). Da ist das Olivenkraut eine gute Lösung: toller Olivengeschmack ohne sichtbare Oliven.

  • 2 Auberginen
  • 1 Tomate
  • 1 Schalotte
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 3 EL Olivenöl + 1 TL extra
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 TL Salz
  • Piment d’Espelette
  • 4 Zweiglein Olivenkraut

Auberginen waschen, rundherum mit einem Messer einstechen, auf ein mit Alufolie belegtes Backblech geben und im 220°C heißen Ofen backen, bis sie außen schrumpelig und innen ganz weich sind. Das dauert mindestens 30 min. Dann die Auberginen etwas abkühlen lassen, längs aufschneiden, das Fruchtfleisch herausschaben, in Würfel schneiden und in eine Salatschüssel geben.

Schalotte und Knoblauch schälen und fein hacken, dann in einer kleinen Pfanne mit 1 TL Olivenöl glasig braten und zu den Auberginen in die Schüssel geben.

Die Tomate kreuzweise einschneiden, mit kochendem Wasser überbrühen, schälen, würfen und ebenfalls in die Schüssel geben.

Die Blättchen (kann man das so sagen?) von den Olivenkrautzweiglein abstreifen und einmal mit dem Messer grob darüber hacken.

Für das Dressing 3 EL Olivenöl, 1 TL Salz, und Piment d’Espelette verquirlen. Es mag nach wenig Dressing klingen, aber die Auberginen geben auch noch Flüssigkeit ab. Das Dressing sollte aber kräftig abgeschmeckt sein, damit der Salat nicht fade schmeckt. Möglicherweise müßt Ihr etwas an der Salz- und Zitronenmenge schrauben.

Das Dressing und die Olivenkrautblättchen über den Salat geben und alles gut durchmischen.

Zhou (Congee) – und Reis im Mittelpunkt

Reis esse ich für mein Leben gerne. Nur gut muss er sein, nicht das Zeug vom Onkel aus der Werbung. Zur Zeit essen wir noch mehr Reis als sonst. Nicht ganz unschuldig daran ist die Tomatenblüte. Die hat nämlich vor einiger Zeit ihren liebsten Sushi-Reis mit uns geteilt, und das hat bei mir zu einer Einkaufsorgie bei Reishunger geführt. Kurz nach meinem motivierten Einkauf traf hier auch noch ein Probierpaket ein.

Im Paket waren waren: Jasmin-Reis, Risotto-Reis (Carnaroli), Pusa-Basmati, Milchreis (Arborio), Roter Reis, Schwarzer Reis und ein Päckchen Bio-Convenience-Risotto mit Paprika. So viel Reis….. Alle Reissorten sind  von höchster Qualität und wunderbar in Geschmack und Kochverhalten. Mich hat der Jasminreis besonders beeindruckt. Den mag ich nämlich eigentlich nicht. Ich kenne ihn als ein etwas überaromatisiertes Produkt, das beim Kochen relativ klebrig wird. Aber dieser hier hatte ein schönes Aroma und eine angenehme Konsistenz. Nur zu dem Convenience-Risotto, zu dem sag ich jetzt mal nichts…..

Der Basmati wanderte in den spacigen Reiskocher und wurde zu persischem Reis mit Kruste. Das ist meine allerliebste Art Reis zu essen. Der Risotto-Reis wurde zu Risotto-Küchlein mit Speck und gegrillten Tomaten. Der Milchreis wurde zu…..Milchreis, wie originell. Der Rote und der Schwarze glänzten zusammen mit einem Restchen Basmati in diesem wunderbaren Reissalat, den ich neulich hier bei der Turbohausfrau gesehen und dann doch etwas anders gemacht habe. Das Päckchen Jasminreis war das größte, und um den geht es in diesem Rezept.

Zhou, also Reissuppe, ist ein urchinesisches Frühstücksgericht. Echtes Comfort-Food. Besonders im Süden Chinas kommt man ohne diese Suppe nicht aus. Vor einigen Jahren war meine chinesische Freundin bei uns zu Besuch, nachdem sie vorher mit ihrer Familie eine längere Europa-Reise unternommen hatte. Kaum angekommen, stand sie in der Küche mit einer lebenswichtigen Frage: “Hast Du Reis? Wir müssen Suppe kochen; die Kinder halten es nicht mehr aus.” Natürlich hatte ich Reis….

zhou

Zhou ist in der einfachsten Version eine Suppe, in der wenig Reis in viel Wasser so lange gekocht wird, bis sich alles zu einer einheitlichen, seidigen Masse verbunden hat. (Man könnte jetzt Reisschleim sagen, aber das klingt ja gar nicht schön). So pur isst man das allerdings nur, wenn es einem gar nicht gut geht. 🙂 Normalerweise wird die Suppe noch garniert ….fermentierter Tofu bietet sich an oder eingesalzenes oder gebratenes Gemüse. Für eine üppigere Version kann man auch Brühe, am besten Hühnerbrühe, zum Kochen nehmen. Hier ist meine Lieblingsversion, die mit getrockeneten Shiitake und ein wenig Hühnchen daherkommt.

Für 4 Personen:

  • 150 gr. Duftreis
  • 1/2 Tl Salz
  • 2 TL neutrales Pflanzenöl
  • 1 Hühnerbrust
  • 1 Scheibchen Ingwer
  • etwas Sojasauce
  • 6 getrocknete Shiitake-Pilze
  • Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Sesamöl
  • Frühlingszwiebelröllchen zum Anrichten

Den Reis gründlich waschen und abtropfen lassen. Mit Salz und Öl mischen und ca. 30 min ziehen lassen.

In einem großen Topf ca. 2,5 l Wasser aufkochen. Den Reis zugeben, alles zum Kochen bringen, den Deckel halb aufklegen und die Suppe ca. 1 1/2 h auf kleiner Flamme köcheln lassen.

Inzwischen die Shiitake mit kochendem Wasser übergießen und 30 min einweichen. Dann die Stiele entfernen und die Hütchen klein schneiden.

Die Hühnchenbrust in feine Scheibchen schneiden. Ingwer fein reiben und die Hühnchenbrustreifen in etwas Ingwer und Sojasauce marinieren.

5 min vor Ende der Kochzeit Shiitake und Hühnchen zur Suppe geben und mitköcheln lassen.

Zum Anrichten mit Frühlingszwiebelröllchen bestreuen, mit Sesamöl beträufeln und mit Pfeffer übermahlen.

Vielen Dank an Reishunger für das schöne Päckchen!

Rezept adaptiert aus: Fuchsia Dunlop, Every Grain of Rice

Mit Walnüssen gefüllte Tomaten aus Georgien

mit walnüssen gefüllte tomaten

Jetzt aber schnell. Vor lauter Buchbesprechungen hätte ich beinahe den Termin heute verschwitzt.

Zorra möchte nämlich unsere Walnussrezepte haben. Nicht irgendwelche Rezepte mit Walnüssen, nein quer durch das Jahr will sie mit uns reisen für einen Kalender mit Walnussrezepten. Das ist wunderbar, denn Walnüsse sind meine liebsten Nüsse. Andererseits ist das gar nicht so einfach, denn im Grunde verbindet man mit Nüssen doch hauptsächlich herbstliche und winterliche Genüsse.

Doch halt – es gibt auch Länderküchen, in denen das ganz anders ist. In der persischen Küche verwendet man gerne rund ums Jahr Walnüsse, beispielsweise um Saucen zu binden. Und auch aus der georgischen Küche ist die Walnuss nicht wegzudenken. Und in dieser Ecke bin ich auch auch fündig geworden: Ein sommerliches Rezept für gefüllte Tomaten, das mich spontan angesprochen hat.

Für das Rezept werden die Nüsse vermahlen und mit dem Fruchtfleisch der Tomaten zu einer Füllung verarbeitet. Das gibt eine recht unansehnliche Pampe, deren Optik mich etwas erschreckt hat, als sie so in der Pfanne vor sich hinköchelte. Dem Geschmack tut das Ganze aber keinen Abbruch. Eigentlich braucht man für das Rezept auch Granatapfelpaste. Die konnte ich nicht auftreiben; ich habe statt dessen etwas Granatapfelmelasse aus dem türkischen Lebensmittelladen verwendet.

  • 6 große, feste Tomaten
  • Olivenöl zum Braten
  • 1 TL Koriandersamen
  • 1 TL Kreuzkümmelsamen
  • 1 Zwiebel
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 180 gr. Walnüsse
  • 2 TL Salz
  • Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1/2 TL Chilipaste (ich: türkische Pfefferpaste), oder 1/4 TL Cayennepfeffer
  • 1/4 TL Zimtpulver
  • 1/2 Bund glatte Petersilie
  • 1 EL Granatapfelmelasse
  • 1 TL Zucker

Von den Tomaten den Deckel abschneiden und die Tomaten mit Hilfe eines Teelöffels oder eines Kugelausstechers aushöhlen. Das Fruchtfleisch aufmixen und beseite stellen.

Walnüsse fein mahlen. Zwiebel und Knoblauch abziehen und fein hacken. Petersilie ebenfalls hacken.

2 EL Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Koriander- und Kreuzkümmelsamen hineingeben und einige Sekunden anrösten. Dann die Zwiebel zugeben und in ca. 10 min unter Rühren glasig dünsten. Den Knoblauch in die Pfanne geben und kurz mitdünsten. Die Hitze etwas reduzieren, das Tomaten-Fruchtfleisch, die Walnüsse, Salz, Pfeffer, Chilipaste, Petersilie, Grantapfelmelasse und Zucker zugeben und die Füllung 5 min köcheln lassen.

Den Backofen auf 220°C vorheizen und eine ofenfeste Form mit etwas Öl ausstreichen. Die Tomaten mit der Walnuss-Masse füllen und die Deckel wieder aufsetzen. Tomaten in die Fomr geben, mit etwas Salz bestreuen und im heißen Ofen ca. 20 min backen, bis die Tomaten weich sind, aber noch ihre Form behalten.

Die Tomaten kann man heiß oder kalt essen. Dazu past Joghurt (gerne auch mit Gurke und Walnuss) und Fladenbrot.

Rezept adaptiert aus: Najmieh Batmanglij, Silk Road Cooking

Brunnenkressesuppe mit Curryblätter-Öl und karamellisierten Birnen

brunnenkressesuppe mit curryöl

Brunnenkresse….wächst bei uns in dem Bach, der ein paar Meter hinter dem Haus fließt. Aber obwohl ich sonst gerne alles mögliche rupfen gehe, war ich bisher immer zu faul, mit Gummistiefeln in den Bach zu steigen und welche zu pflücken. Nun, dieses Jahr habe ich das Problem elegant gelöst: Jetzt wächst Brunnenkresse in dem Kräuterkübel auf meiner Terrasse. In diese Suppe hier ist schon die zweite Ernte eingeflossen, hurra!

Ich mochte die Suppe sehr gern – warte auf die dritte Ernte, um sie nochmal zu machen 🙂 : Die Brunnenkresse ist schön pfeffrig, das Würzöl gibt einen zusätzlichen Kick und die Birne ein wenig Süße.

Frische Curryblätter für das Würzöl gibt es für kleines Geld im Asia-Shop. Das Rezept gibt mehr Öl, als man für die Suppe braucht, aber man kann es vielseitig verwenden. Die restlichen Curry-Blätter kann man einfrieren.

Das Rezept stammt aus dem Buch “Jahreszeitenküche”*, das mir netterweise zur Rezension überlassen wurde.

Für 4 Personen:

  • 3 EL frische Curryblätter
  • 175 ml Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 2 Kartoffeln
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 250 gr. Brunnenkresse
  • 2 EL Crème fraîche
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für das Topping:

  • 1 Birne
  • 2 EL Puderzucker
  • 1 EL Crème fraiche
  • Schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zunächst das Curry-Öl vorbereiten. Dazu die Curry-Blätter 30 sek. in kochendem Wasser blanchieren, mit kaltem Wasser abbrausen und gründlich trocken tupfen. 150 ml Olivenöl in einem kleinen Topf erwärmen. Die Blätter in einen Mixer geben, dann bei laufendem Mixer nach und nach das Öl zugeben, bis man eine Paste hat. Die Paste abkühlen lassen, durch ein mit Küchenpapier ausgelegtes Sieb gießen und gründlich abtropfen lassen.

Nun für die Suppe die Zwiebel schälen und fein hacken. Die Karoffeln schälen und würfeln. Das restliche Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel und Kartoffel darin einige Minuten anschwitzen, dann die Gemüsebrühe angießen und alles ca. 10 min köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.

Die Birne schälen, das Kerngehäuse entfernen, dann fein würfeln und mit Puderzucker und reichlich grob gemahlenem Pfeffer mischen. Birnenwürfel in einer heißen Pfanne bei mittlerer Hitze karamellisieren lassen.

Inzwischen die Brunnenkresse waschen und die Blättchen von den Stielen zupfen. Brunnenkresse und 3-4 TL Curry-Öl zur Suppe geben und kurz mitkochen lassen. Suppe im Mixer oder mit dem Stabmixer fein pürieren. Wer es ganz zart mag, streicht die Suppe anschließend noch durch ein Sieb. Crème fraîche unterrühren.

Zum Servieren die Suppe in Teller oder Schalen geben, ein paar Birnenwürfelchen einlegen und mit etwas Curry-Öl beträufeln.

Pfannengerührte Radieschen

pfannengerührte radieschen

Radieschen sind grade recht oft in der Gemüsekiste. Ich esse scharfen hübschen Mini-Rettiche gerne einfach so mit Butter und Salz. Auch im Salat machen Sie, klassisch wie in Kartoffelsalat oder so wie hier, eine gute Figur.

Hier kommt eine weitere Verwendungsmöglichkeit: pfannengerührt. Das Gericht ist einfach und schnell zu machen, im Ergebnis aber eine richtige Leckerei: seidige und gleichzeitig knackige Radischenscheiben, ein wenig Schärfe und ein wenig erfrischende Säure. Hübsch anzusehen ist es noch dazu mit seinem pastelligen Rosa und den grünen Farbtupfern.

Im Originalrezept wird ein Rettich (Daikon) verwendet.

  • 1 Bund Radieschen
  • Salz
  • 1 frische rote Chilischote
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 TL Sojasauce
  • 1 1/2 TL Reisessig
  • 1 TL Sesamöl
  • 2 EL Erdnussöl zum Braten

Die Radieschen putzen und in feine Scheibchen schneiden. In einer Schüssel mit 3/4 TL Salz mischen und ca. 15 min durchziehen lassen.

Die Chili entkernen und in feine Streifen schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden.

Radieschen abspülen und trockentupfen.

Einen Wok auf hoher Flamme erhitzen, dann das Öl hineingeben, Chili zugeben und kurz durchrühren. Dann Radieschen zugeben und alles einige Minuten pfannenrühren; dabei Sojasauce zugeben und, wenn nötig, salzen. Zuletzt Frühlingszwiebeln und Essig einrühren und alles unter Rühren nochmals heiß werden lassen.

Vor dem Servieren mit Sesamöl abschmecken.

Karottensalat aus Usbeskistan

usbekischer karottensalat

Eigentlich habe ich diesen Salat nur zusammengerührt, weil im Gemüsefach jede Menge Karotten ihr Dasein fristeten, die endlich verarbeitet werden mußten. Aber ich sage Euch, der Salat ist ein Knaller, den müßt ihr machen. Die Sesamnote gibt dem Salat einen ganz besonderen Dreh. Und die Aromen sind wunderbar ausbalanciert: ein wenig scharf, etwas süß und nussig. Und natürlich ich passt so ein frischer Salat bestens zum aktuellen Wetter. Im Kühlschrank hält sich der Salat außerdem ein paar Tage.

Der Salat trägt zwar die Herkunft usbekisch im Titel – es scheint sich aber eher um ein koreanisches Rezept zu handeln: Tatsächlich stammt das Rezept von Koreanern, die um 1900 herum in Usbeskistan angesiedelt worden waren.

  • 500 gr. Karotten (ich hatte orange und gelbe)
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 EL Reisessig
  • 2 EL geröstetes Sesamöl
  • 1 EL Zucker
  • 1/4 TL Chilipaste
  • 2 EL Sesamsaat
  • 1 Frühlingszwiebel

Karotten schälen und in Julienne schneiden. In einem großen Topf mit Salzwasser kurz blanchieren, dann abgießen, abtropfen lassen und auskühlen lassen.

Die Knoblauchzehe schälen und ganz fein hacken. Die Sesamsaat in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Frühlingszwiebel putzen und fein hacken.

Knoblauch, Sojasauce, Reisessig, Chilipaste, Zucker und Sesamöl verquirlen. Karotten in eine Schüssel geben, mit Dressing, Sesam und Frühlingszwiebeln vermischen. Dann mindestens 30 min durchziehen lassen.

Rezept adaptiert aus: Najmieh Batmanglij, Silk Road Cooking

Schalgham Bata – Rundkornreis mit Kohlrabi

bagari mit rundkornreis

“In the morning, they woke up to the distant bleating of sheep and the high-pitched toot of a flute as Gul Daman’s shepherds led their flock to graze on the grassy hillside. Mariam and Nana milked the goats, fed the hens, and collected eggs. They made bread together. Nana showed her how to knead dough, how to kindle the tandoor and slap the flattend dough onto the its inner walls. Nana tought her to sew too, and to cook rice and all the different toppings: shalqam stew with turnip, spinach sabzi, cauliflower with ginger.”

Khaleed Hosseini, A Thousand Splendid Suns

Shermin vom Magischen Kessel hatte die Idee zu einem wunderbaren Blogevent: Ihr Lesehunger verbindet Literatur und Kochen. Mir ist dazu spontan Khaleed Hosseinis wunderbares Buch “Tausend strahlende Sonnen” eingefallen. Ich lese viel zu gern und zu viel um mich auf ein Lieblingsbuch festlegen zu können, aber wenn man mich danach fragen würde, steht dieses Buch recht weit oben auf meiner Bestenliste. Dabei hatte ich es ursprünglich in einem Buchladen am Londoner Flughafen nur gekauft, um meine restlichen Britischen Pfund loszuwerden 🙂 .

Das Buch erzählt sehr eindringlich über ein Frauenleben in Afghanistan: Mariam wird nach dem Selbstmord ihrer Mutter mit 15 aus der isolierten Provinz nach Kabul geschickt und mit dem 30 Jahre älteren, gewalttätigen Schuster Rasheed verheiratet.  Als Jahre später die Familie einer Nachbarin bei einem Bombenangriff getötet wird, muss die Nachbarin Raheeds Zweitfrau werden. Die beiden Frauen freunden sich an und wehren sich gemeinsam gegen den brutalen Rasheed. Gemeinsam überleben sie auch die Herrschaft der Taliban.

Die Geschichte ist mitreissend – und gekocht wird auch; als selbstverständlicher Teil des Alltags. Es gibt Szenen wie den nervenaufreibenden ersten Gang der jungen Mariam zum Gemeinschaftsbackofen in der großen Stadt. Ihr Mann läßt sich anfangs gerne von ihr bekochen. Später dann benutzt er ihre Küchenpflichten als weiteres Instrument der Unterdrückung: nichts, was sie ihm vorsetzt, kann ihn zufriedenstellen. Die oben zitierte Passage stammt vom Anfang des Buches: Hier bringt die Mutter Mariam die notwendigen Haushalts-Basics bei.

Das Rezept wird im Original mit Kohlrüben zubereitet. Ich habe sie durch Kohlrabi ersetzt. Sollte sich jemand über die fröhliche gelbe Farbe meines Reises wundern – das Kurkuma ist mir etwas ausgerutscht 🙂 .

Für den Reis:

  • 2 El neutrales Öl
  • 1 Zwiebel
  • 250 gr. Rundkornreis
  • 2-3 El Butter
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1/2 TL Kurkuma

Für den Kohlrabi:

  • 2 Kohlrabi
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Butter
  • 1 EL Gewürzmischung für Reis
  • 1/2 TL gemahlener Ingwer
  • optional: Chilifäden zum Dekorieren

Gewürzmischung:

  • 1 EL Kreuzkümmel
  • 1 EL Korianderkörner
  • 10 Kapseln grüner Kardamom
  • 2 TL Nelken
  • 2 TL Kümmel
  • 2 TL schwarze Pfefferkörner
  • 2 Stangen Zimt
  • 4 Lorbeerblätter

Zunächst für die Gewürzmischung alle Zutaten vermischen und  im Mörser oder einer sauberen Kaffeeemaschine fein vermahlen. In einem luftdichten Behälter hält die Mischung sich einige Wochen.

Für den Reis zunächst die Zwiebel ganz fein hacken oder auch reiben. Den Reis waschen und abtropfen lassen. Das Öl in einem Topf, der auch in den Backofen kann, erhitzen und die Zwiebel glasig anbraten. 500 ml Wasser angießen, aufkochen lassen, mit Salz und Pfeffer würzen und den Reis zugeben. Bei milder Hitze köcheln unter gelegentlichem Rühren köcheln lassen, bis das Wasser fast ganz aufgesogen würde. Möglicherweise muß man noch etwas zusätzliches Wasser angießen. Dann den Topf in den Ofen geben und den Reis bei 150°C  ca. 30 min garen.

Inzwischen für das Bagari die Kohlrabi schälen und in mundgerechte Würfel schneiden. Zwiebel ebenfalls schälen und fein hacken. Butter in einer Pfanne erhitzen, die Zwiebel darin glasig anbraten. Dann die Kohlrabiwürfel zugeben und mitbraten. Die Gewürze zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Etwa 150 ml Wasser angießen und alles köcheln lassen, bis die Kohlrabi gar sind.

Zum Anrichten die restliche Butter in einer kleinen Pfanne erhitzen. Den Knoblauch fein hacken. Knoblauch und Kurkuma anbraten, dann alles über den Reis geben und vermischen. Mit dem Bagari servieren.

Rezepte adaptiert aus: Afghanisch kochen; Gerichte und ihre Geschichte