Risotto al latte – Herzhaftes Milchrisotto

Milchreis kennt man ja gut, aber wusstet Ihr, dass man mit Milch auch gut ein herzhaftes Risotto kochen kann? Mir war das neu, aber als ich davon gelesen habe, musste ich es gleich ausprobieren.

Gefunden habe ich das Rezept in Tessa Kiros’ Buch über die Küche Venedigs*. Ursprünglich stammt das Rezept aus der Küche der Lombardei. Es besteht aus nur wenigen Zutaten; um so wichtiger ist es, dass diese von allerbester Qualität sind. Also einen guten Reis nehmen, frisch geriebenen Parmesan und frisch geriebene Muskatnuss und eine gute Milch – nicht homogenisierte Frischmilch schmeckt am besten.

Das Risotto-Kapitel in dem Buch ist übrigens überschrieben mit “Geduld und Risotto”. Das trifft das Wesen des Risottos ziemlich genau, finde ich. Ich rühre zwar nicht dauernd, sondern nur, wenn ich frische Flüssigkeit angieße, aber im Großen und Ganzen stehe ich schon daneben. Ich finde das normalerweise entspannend, und wenn mir der Gedanke ans Risotto-Rühren auf die Nerven geht – nun, dann gibt es eben kein Risotto. Man kann auch eine Thermoküchenmaschine die Arbeit tun lassen, so wie ich es hier ausprobiert habe. Das ist ok, aber ich finde, dass die Konsistenz schöner ist, wenn man von Hand rührt.

Noch ein paar Küchentipps: wer dem Ganzen noch einen anderen Geschmack geben möchte, kann eine zweite Käsesorte verwenden. Gorgonzola könnte ich mir gut vorstellen, aber auch Scamorza.

Original kommt kein Gemüse an das Risotto, aber ich musste einfach eine Karotte hineinschmuggeln….

Ich habe dem Gericht ein wenig hinterhergelesen und dabei noch einen Küchentipp gefunden – nicht ganz für Risotto-Puristen, aber bitte: wer Angst hat, dass ihm der Risotto anbrennt, kann ihn zunächst 10 min auf dem Herd garen und ihn dann bequem für weitere 15 min bei 130°C im Ofen fertig garen.

Mehr Risotti gibt hier: Risotto-Rezepte

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Herzhaftes Milchrisotto

  • Autor: magentratzerl
  • Menge: 4 Portioen 1x
  • Kategorie: Risotto
  • Methode: Kochen
  • Küche: Italien

Beschreibung

Herzhaftes, cremiges Risotto mit Milch statt Brühe


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Zutaten

  • 1,5 l Milch
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Schalotte
  • 1 Karotte
  • 300 g Risottoreis
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 EL Butter
  • 100 g Parmesan, frisch gerieben

Arbeitsschritte

Milch in einem Topf erwärmen.

Schalotte schälen und fein würfeln, ebenso die Karotte.

Öl in einem Topf erhitzen und Schalotte und Karotte darin anbraten, bis sie weich werden.

Den Reis zugeben und rühren, bis alle Reiskörner gleichmäßig vom Öl überzogen sind. Salzen, dann die Hälfte der warmen Milch zugießen. Hitze reduzieren und den Reis köchlen lassen, bis er nahezu die ganze Milch aufgenommen hat.

Nun weitere 500 ml Milch zum Reis geben und unter gelegentlichem Rühren weiter garen, bis die Reiskörner innen weich sind, aber noch Biss haben.

Die restliche Milch erst gegen Ende der Garzeit einrühren; so wird der Risotto schön saftig und cremig.

Parmesan und Butter einrühren; Risotto mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken und gleich auf den Tisch bringen.


Schlagworte: Risotto-Reis, Milch

Dauerbrenner: Flammeri aus Zitrusfrüchten

Mit das Beste am Winter sind ja die vielen Zitrusfrüchte, die es da gibt. Der Orangensaison hibble ich geradezu entgegen, und wenn es dann später auch noch Blutorangen gibt, ist mein Glück noch größer. Ich kaufe die wirklich kistenweise, und ja, die meisten werden tatsächlich einfach so weggefuttert. Ein bisschen was landet auch anderweitig im Essen. 

Und dann gibt es noch Dinge, die koche ich rauf und runter, wenn es Zitrusfrüchte gibt. So muss ich zwingend Bitterorangenmarmelade kochen. Und dann gibt es noch dieses Flammeri. Das Rezept kommt aus Katharina Seisers “Immer schon vegan“*  und ist im Original ein Orangenflammeri. Tatsächlich aber habe ich angefangen, es mit den unterschiedlichsten Zitrusfrüchten zu kochen:

Orangen am besten Blutorangen, sind super. Auf dem Foto ist das Flammeri mit Clementinen gekocht. Ich habe auch schon Zitronen verwendet, dann braucht es eben etwas mehr Zucker. Das Flammeri benötigt etwas Säure, da kann man, wenn es welche gibt, auch Bitterorangen mit hineinmischen . Und besonders apart sind Meyer-Zitronen. Das einzige, was ich noch nicht probiert habe, ist tatsächlich Grapefruit.

Blog-Event CLX - Rezepte mit Zitrusfrüchten (Einsendeschluss 15. Februar 2020)Ich koche das wirklich regelmäßig, fülle es in ganz kleine Gläschen (die auf dem Foto fassen ca. 60 ml) und habe so immer eine Kleinigkeit für den Süßhunger zwischendurch im Kühlschrank.

Ich muss grade leicht grinsen und an den Werbespruch “Gesunde Vitamine und naschen” oder so ähnlich denken, denn klar, es gibt ungesünderen Süßkram als so ein Zitrus-Flammeri. Zorra sieht das scheinbar genauso – Zitrusfrüchte bringen Farbe in den Winter, schmecken wunderbar und bringen noch dazu alles mit, um uns gut durch die kalte (gut, im Augenblick eher durch die trübe) Jahreszeit zu bringen. Kein Wunder, dass sie den Zitrusfrüchten ein Blogevent gewidmet hat. Und genau dahin schicke ich diese Flammeri.

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Dauerbrenner: Flammeri aus Zitrusfrüchten

  • Autor: magentratzerl
  • Menge: 4 bis 8 Portionen 1x
  • Kategorie: Nachtisch
  • Methode: Kochen
  • Küche: Türkei

Beschreibung

Fruchtig erfrischender Nachtisch aus Zitrusfrüchten, zufällig vegan.


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Zutaten

  • 75 g Zucker
  • Bio-Zitrusfrüchte wie Orangen, Clementinen, Mandarinen….man braucht 400 ml Saft
  • 1 Zitrone (oder Meyer-Lemon, oder Pomeranze, oder etwas Grapefruit)
  • 25 g Speisestärke

Arbeitsschritte

Alle Zitrusfrüchte heiß abwaschen und gut abtrocknen. Zucker in einen Topf geben Von einer halben Orange (oder einer ganzen Clementine ) und von einer viertel Zitrone die Schale fein abreiben und zum Zucker geben. Zesten und Zucker gut verrühren, dabei immer wieder mit dem Löffelrücken an den Topfrand drücken, damit die ätherischen Öl freigesetzt werden.

Die Zitrusfrüchte auspressen; man braucht ca. 400 ml Saft. Saft mit Wasser auf 500 ml ergänzen und zum Zucker in den Topf geben. Zitrone ebenfalls auspressen. Etwas vom Saft (ca. 1 TL) in den Topf geben. Aufkochen, dann probieren und noch etwas Zitronensaft zugeben, bis Süße und Säure schön ausbalanciert sind.

Die Stärke in etwas kaltem Wasser auflösen. In den Saft rühren und alles auf kleiner Flamme 5 min köcheln lassen; hin und wieder rühren.

Flammeri auf Gläschen verteilen. Ca. eine Stunde auskühlen lassen, dann mindestens 7 h im Kühlschrank gelieren lassen.

Kühl servieren.


Schlagworte: Zitrusfrüchte

Brokkolisuppe mit Tahin und Dukkah

Hier war es die ganze Zeit über viel zu warm, teilweise fast schon 15 Grad am Nachmittag. Sogar unsere Himbeeren treiben schon aus, das ist gruselig. Ich bin gar kein so großer Fan des Winters, aber für die Natur ist es besser, wenn es auch mal richtig knackig kalt wird und so freue ich mich gerade über sinkende Temperaturen. Gestern hat es sogar ein wenig geschneit. Aber Jetzt dominieren wieder Matsch und Düsternis. Nasskalt, matschig, duster – mit einem Wort: Suppenwetter.

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Paprikás krumpli

Auch im neuen Jahr geht die kulinarische Weltreise weiter. Im Januar futtert sich die Reisegesellschaft durch Ungarn.

Wenn ich an ungarische Küche denke, fallen mir zuerst  herzhafte Gerichte ein, die aus einfachen Zutaten das Beste herausholen. Und ich denke an Paprikapulver. Es sieht so aus, als ob das eines meiner liebsten Gewürze wäre, denn jedes Mal, wenn ich das Glas aus dem Gewürzschrank hole, wundere ich mich, dass nur noch so wenig drin ist im Glas. Ich mag nicht nur den Geschmack; mir gefällt auch, dass das Paprikapulver Saucen praktischerweise gleich mit andickt. Continue reading “Paprikás krumpli”

Panna Cotta mit Espresso und Datteln

So richtig oft gibt es hier ja nicht Nachtisch, aber manchmal lacht mich etwas dann doch so an, dass etwas Süßes auf den Tisch kommt. So wie diese Panna Cotta. Klassische Panna Cotta finde ich oft ein wenig langweilig, aber diese hier ist anders: ein wenig bitter dank Espresso, schön würzig dank Zimt und Tonka-Bohne und die Datteln steuern ein wunderbar karamelliges Aroma bei.

Haushaltszucker ist keiner drin, die Süße kommt allein von den Datteln. Somit wäre das ein klassisches Dessert, das anderswo mit dem Label “zuckerfrei” versehen werden würde. Stimmt aber nicht. Ich kann das alles auch nicht mehr hören und sehen, ich muss dazu etwas sagen. Continue reading “Panna Cotta mit Espresso und Datteln”

Gerösteter Rosenkohl mit Fischsaucen-Vinaigrette

Weihnachten steht unmittelbar vor der Tür und ich entlasse Euch in diese besondere Zeit mit einem Rezept für Rosenkohl. Wenn man es Weihnachten nicht ganz so klassisch halten möchte, dann kann das auch ein schöner Teil des Weihnachtsessens sein.

Bekanntlich bin ich ja ein großer Rosenkohl-Fan. Und geröstet mag ich den Rosenkohl am allerliebsten. So ist es kein Wunder, dass ich sofort auf dieses Rezept von David Chang angesprungen bin.

Mit Rosenkohl oder Blumenkohl steht es schon immer in der Ssäm Bar auf der Karte. Und es ist eines der wenigen Gerichte, zu denen es keine ausführliche Geschichte gibt. Man hatte Gemüse, man hatte etwas Fischsaucen-Vinaigrette übrig  und man hatte frittierte Kichererbsen übrig. Und man hat das Beste daraus gemacht. Die frittierten Kichererbsen wurden später durch Puffreis ersetzt. Ich habe statt dessen gepufften Buchweizen verwendet.

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Pfannengerührte Reiskuchen mit Pak Choi, getrockneten Shrimps und Rührei

Ok, aus meinem ehrgeizigen Projekt für die kulinarische Weltreise, die uns ja im Dezember nach China führt, ist nichts geworden. Die Teigtasche der Teigtaschen wollte ich Euch vorstellen – xiao long bao. Kleine Suppen-Teigtaschen, so heißen sie. Sie schwimmen nicht in Suppe, sie sind mit Suppe gefüllt. Nun ja, bei mir ist die Suppe nach dem Dämpfen der Teigtaschen aus den selbigen geflohen, und zwar zum wiederholten Mal. Ich muss da wohl noch dran arbeiten, irgendwo gibt es bestimmt einen Trick.

Bis dahin tröste ich mich. Und zwar mit Reiskuchen – niangao (  年糕). “nian” heißt Jahr und “gao” hoch;  der Name soll glücksbringend für das neue Jahr sein und traditionell werden Reiskuchen in China zu Neujahr gegessen (wie übrigens auch herzhafte Mochi in Japan); inzwischen sind sie aber fast zum Grundnahrungsmittel avanciert.

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Masala Dosa

Ich stelle Euch heute den Klassiker unter den Dosa-Rezepten vor – Masala Dosa ist ein klassisches südindisches Frühstück. Und ein richtiges Comfort Food, nicht nur für Inder ;-). Die Dosas werden gefüllt mit einem Kartoffelcurry, das scharf-säuerlich abgeschmeckt wird, dazu gibt es klassischerweise ein Kokoschutney. Die Kombination ist schlicht unschlagbar, und das nicht nur geschmacklich. Das Gericht wurde nicht umsonst von CNN unter die 50 besten Gerichte der Welt gewählt.

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Idli mit Sambar und Tomatenchutney

Es gibt so Gericht, die gehen mir ziemlich lange durch den Kopf, bevor ich endlich mal dazu komme, sie auf den Tisch zu bringen. Die Umstände… das Rezept… das Equipment….

Idli sind so ein Gericht. Die kleinen Klößchen bestehen aus einer fermentierten Reis-Bohnen-Masse und sind in Südindien ein typisches Frühstück. Ich war lange neugierig auf die Klößchen, allein, mir fehlte der passende Topf: die Klößchen werden gedämpft und dafür gibt es kleine Ständer, an denen Platten mit Mulden befestigt sind; das kann man dann zum Dämpfen  in einen Topf stellen. Ich habe mich lange um die Anschaffung gedrückt. Dann ist mir das Dosa-Buch in die Hände gefallen, in dem auch ein Idli-Rezept ist, denn im Prinzip ist das die gleiche Teigmasse.  Das gab einen Motivationsschub – ich bin durch die Asia-Shop gezogen und jetzt stolze Besitzerin eines Idli-Topfes.

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Kochbuch: Dosa Kitchen | Nash Patel mit Leda Scheintaub

Heute stelle ich Euch ein Buch vor, dessen Thema mich schon länger beschäftigt: es geht um Dosas. Dosas sind in Südindien ein typisches Frühstücksgericht; es sind Pfannkuchen aus einer fermentierten Reis-Bohnen-Masse. Ich esse sie sehr gerne, aber am selbst kochen bin ich schon oft genug gescheitert. Klar, dass ich gespannt war auf ein Buch, das sich mit dem Thema “Dosas” beschäftigt.

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