Verdauungsbitter – selbst angesetzt und ohne Alkohol

Mein Vater hat diese Vorliebe für Fernet Branca. Ich teile sie nicht, muss aber zugeben, dass der Likör tatsächlich hilft, wenn man sich mal den Magen verrenkt hat. Ich sehe das Getränk also eher als Medizin. Im Haus habe ich aber keinen. Und das, obwohl ich bitteren Geschmack sehr zu schätzen weiß.

Die Idee einen Verdauungsbitter selbst anzusetzen, kommt aus diesem Buch* und hat mich gleich angesprochen; denn, wie gesagt, “bitter” mag ich ja. Außerdem hat mich die Rezeptur interessiert; denn sie basiert auf Apfelessig.

In den Apfelessig wandern verschiedene Kräuter und Gewürze. Man kann sich da kreativ austoben und einmal durch Gewürzschublade und Vorratskammer gehen. Das Elixier kann man außerdem in beliebiger Menge herstellen; ich habe probehalber erst mal weniger gemacht, aber ich werde bestimmt nachproduzieren.

So ein Schluck Bitter nach dem Essen hilft bei der Verdauung, reduziert Blähungen und Aufstoßen. Na, werdet Ihr sagen, aber mit so viel Apfelessig? Ich sage mal so, es ist wie bei Fernet – der Geschmack ist Teil der Therapie ;-). Nein, im Ernst, ein Schlückchen davon reicht ja und das ist dann auch geschmacklich genau richtig. Außerdem macht sich der Bitter auch gut in Cocktails oder zur Abrundung von Speisen, die von einer bitteren Note profitieren.

Ein Wort noch zum Apfelessig: Ihr nehmt natürlich den naturbelassenen, nicht pasteurisierten. Der hat noch die gute Essigsäure sowie eine Menge Enzyme und wirkt probiotisch. Und: wusstet Ihr übrigens, dass (Apfel)essig basisch wirkt? Wenn die Portion Säure im Magen landet, reagiert der darauf nämlich ausgleichend und die Säureproktion wird zurückgefahren. Eine clevere Sache, oder?

Für eine beliebige Menge:

  • Apfelessig
  • 50 % Bestandteile mit bitterem Geschmack wie zum Beispiel Schalen von Zitrusfrüchten, Gänseblümchenwurzel, Süßholz, Kurkumawurzel oder Ingwer
  • 50% Bestandteile, die Aroma geben, also Gewürze wie Nelken, Fenchel, Zimt, Vanille, Kräuter und Blüten wie Kamille, Hibiskus, Minze, Rosmarin oder Zitronengras, verschiedene Nüsse, aber auch Kaffeebohnen oder Kakaonibs

Die Herstellung ist denkbar einfach. Die bitteren und geschmacksgebenden Bestandteile wiegt ihr ab und gebt sie zu gleichen Teilen in ein großes Einmachglas. Dann gießt Ihr mit Apfelessig auf, schüttelt alles einmal, schraubt einen Deckel auf und lasst die Mischung 3 Wochen bei Zimmertemperatur durchziehen.

Danach alles durch ein Mousselinetuch abseihen und in sterilisierte Flaschen füllen.

Tomato-Clamato und Prawn Toast

Hier sind sie also, die Rezepte aus der Bar Bibel*.

Krabbentoast steht schon sehr lange auf meiner inneren Nachkochliste; aber irgendwie ist es nie dazu gekommen. Also habe ich die Gelegenheit beim Schopf ergriffen. Das Rezept habe ich leicht verändert; es sieht 1 kg Garnelen für 4 Toasts vor. Bei uns haben es 500 g Garnelen getan, das war in Ordnung so. Dann soll zum Toast eine Sauce gereicht werden – Amai-Sauce aus Tomatensauce, Ketchup, Tom-Yum-Paste und anderen, zu erstehen im Asiashop. Die konnte ich nicht finden. Ich habe statt dessen eine Sauce nach diesem Rezept verwendet. Das ist etwas völlig anderes, ich weiß. Aber es hat gut geschmeckt und harmoniert. Nur hat es die Sauce nicht auf’s Foto geschafft. Der Drink hat wohl seine Wirkung getan, ich habe das Fehlen auf dem Foto erst bemerkt, als schon alles aufgefuttert war.

Genau, der Drink: Zum Toast wird eigentlich der Cocktail No. 5 vorgeschlagen; der basiert auf Whiskey, Kürbis und Ahornsirup. Ich habe statt dessen einen Cocktail auf Tomatenbasis und Wodka gewählt; ich finde, dass Tomate und Sichuanpfeffer die Krabbenmasse wunderbar ergänzen. Also los:

Prawn Toast (ergibt 4 Toasts):

  • 1/2 Limette, unbehandelt
  • 500 g rohe Garnelen
  • 2 Zehen Knoblauch
  • eine dicke Scheibe frischer Ingwer
  • Wurzeln von 1/2 Bund Koriander
  • 1/2 Chilischote
  • Salz
  • 1 EL Olivenöl
  • 25 g Sriracha-Sauce
  • 4 Scheiben Toast
  • 25 g Butter

Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Schale der Limette abreiben. Garnelen, Knoblauch, Ingwer und Korianderwurzeln grob hacken, dann im Blitzhacker zerkleinern. Mit Chili, Salz, Limettenabrieb, Olivenöl und Sriracha abschmecken.

Die Garnelenmasse auf die Toastscheiben verteilen. Butter in einer Pfanne schmelzen. Die Toasts in die Pfanne geben und zunächst von der Unterseite anrösten. Dann wenden und die mit Garnelenpaste bestrichenen Seiten je 2 min braten. Die Toasts mit der Krabbenseite nach oben auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und im heißen Ofen noch 5 min backen.

Dazu habe ich diese Sauce gereicht, das hat gut gepasst. Nur auf’s Foto hat sie es nicht geschafft; ich habe es zu spät gemerkt.

Tomato-Clamato:

Der Cocktail erfordert ein wenig Vorarbeit; ihr müsst eine Infusion herstellen, die zwei Tage durchziehen muss.

Sichuanpfeffer-Essenz:

  • 500 ml Wodka
  • 2 Handvoll Sichuan-Pfeffer
  • 1 Chilischote

Alles vermischen, 48 h ziehen lassen, dann abseihen.

Tomatensaft-Mix:

  • 1 l Tomatensaft
  • 1 Dose passierte Tomaten
  • 1 TL Misopaste

Alles in einen Mixer geben und pürieren. Ihr werdet nicht alles brauchen; man kann die Mischung im Kühlschrank aber aufheben. Ich habe übrigens mit einem Teil davon Baked Beans gemacht, das war klasse.

Jetzt zum Drink:

  • 5 cl Wodka (in Rezept steht Belvedere, bei mir musste es Finlandia tun)
  • 15 cl Tomatensaft-Mix
  • 1 cl Zitronensaft, frisch gepresst
  • 6 dashes Worcestershiresauce
  • 2 dashes Sichuanpfeffer-Essenz
  • 1 g Salz
  • 1/2 Zitrone zur Garnitur

Alle Zutaten (mit Ausnahme der Zitrone, natürlich) in einen Shaker geben. Auf Eiswürfeln nur ganz kurz (ca. 3 Sekunden) shaken, damit nichts verwässert. In ein Londrink-Glas abseihen und mit Zitrone garniert servieren.

 

Buchvorstellung: Bar Bibel | Cihan Anadologlu

Cihan Anadologlu ist Bartender aus Leidenschaft, und zwar einer der besten der Welt. Er besuchte Koch- und Hotelfachschulen, mixte in der legendären “Schuhmann’s Bar” in München, arbeitete mit Sterneköchen zusammen und sammelt Ideen von überall her. Heute ist er nicht nur als Berater und Autor tätig, sondern auch und vor allem Mitinhaber der Bar “Circle by Cihan Anaduloglu“. Die Bar befindet sich im Hearthouse, Münchens erstem Private Member Club. Mit dem vorliegenden Buch teilt er sein umfassendes Wissen mit uns.

Inhaltlich ist das Buch grob in vier große Kategorien unterteilt. Es geht los mit den 200 besten Drinks der Welt, hier findet man Rezepte für bekannte Cocktail-Klassiker. Die Rezepte werden nach Spirituosen geordnet vorgestellt; man findet Gin-Cocktails, Vodka-Cocktails und vieles mehr. Ich behaupte, dass jeder einigermaßen bekannte Cocktail hier vertreten ist.  Zu jedem Cocktail ist angegeben, wann, wo und von wem er kreiert wurde.

Danach kommen 50 Cocktails der Feder von Cihan Anadologlu; diese sind durchnummeriert. Die Rezepte sind durchweg einen gewissen Anspruch; ich nenne als Beispiel mal den Cocktail No. 23, das ist der Circle Milk Punch. Zu den Cocktail-Zutaten Bacardi 8 Rum, Hennessy VS Cognac, Reis-Kokosmilch und Demerarasirup gesellen sich ein Topping aus Kastanien-Espuma und eine Garnitur aus geriebener Muskatnuss und Sternanis. Die Rezepte für Espuma und Sirup findet man weiter hinten im Grundrezepte-Teil.

Wie gesagt, die Rezepte haben einen gewissen Anspruch. Man braucht eine gut gefüllte Hausbar und oft auch die eine oder andere Gerätschaft. Sie sind aber gut aufgebaut und nachvollziehbar. Die benötigten Komponenten, die oft voraus hergestellt werden müssen, findet man entweder direkt beim entsprechenden Cocktail oder im Grundrezepte-Teil. Zu jedem Rezept gibt es auch ein kleine Einführung; und selbstverständlich wird beschrieben, in welchen Glas der Drink serviert werden soll.

Dann finden wir nach 9 Rezepte von Gast-Bartendern, wobei nicht nur die Drinks vorgestellt werden, sondern auch die entsprechenden Bartender und ihre Bars.

Wenn man schon Cocktails trinkt, ist es eine gute Idee, auch für eine entsprechende Unterlage zu sorgen. Entsprechend gibt es da ein spannendes Kapitel zum Thema “Food- und Cocktailpairing. Ein Beispiel wären mit einer Kruste aus Asia Spiced Nuts servierte Baby Back Ribs, zu denen mit Sesam aromatisierte, pfannengerührte Zuckerschoten  serviert werden. Als passender Drink wird eine Variante des Long Island Ice Teas vorgeschlagen, die aufgrund von Fernet Branca, Portwein und Cola eine große Aromenvielfalt aufweist. Bei den Rezepten ist es leider nicht immer gelungen, sie aus der Sprache der Restaurantköche in massentaugliche Rezepte zu übertragen. Man muss flexibel sein und etwas mitdenken, wenn man sie umsetzen will.

An den Foodpairing-Teil schließen sich noch Kapitel mit Grundrezepten und dem benötigten Werkzeug an. In diesem Fall bedeutet Werkzeug ein wenig mehr als das typische Bar-Equipment, denn für die Drinks werden auch schon mal Espumas hergestellt oder Infusionen per Vakuum hergestellt. Internationale Tipps für Bars, eine Übersicht über wichtige Begriffe und ein Bezugsquellenverzeichnis runden den Rezeptteil ab.

Noch ein paar Worte zur Optik: Da ist ein großformatiges, hochwertig gemachtes Buch; die Aufmachung ist angelehnt an die Burger Unser.  Die Fotos von Daniel Esswein sind eindrucksvoll auf das Wesentliche reduziert; es macht Freude, in dem Buch zu blättern.

So, mixen wir uns einen Drink: ich habe ich für “Tomato Clamato” entschieden, das ist Cihan Anadologlus Version einer Bloody Mary: Es wird vorweg aus etwas Wodka, Sichuanpfeffer und einer Chilischote eine Sichuanpfeffer-Infusion hergestellt, von der ein wenig im Drink landet. Es wird auch nicht einfach Tomatensaft verwendet, sondern eine Mischung aus Tomatensaft und Passata, der etwas Miso noch zusätzlich Geschmack verleiht.

Dazu gegessen haben wir Prawn Toast, den wollte ich schon so lange machen. Auf den Toasts befindet sich eine Masse aus Garnelen, Korianderwurzel, Ingwer, Knoblauch und etwas Chili.

Fazit: Das Buch heißt nicht umsonst “Bar Bibel”; man findet darin wirklich alles, was man braucht, wenn man Drinks mixen will. Von ambitionierten Eigenkreationen Cihan Anadologlus bis hin zu bekannten Cocktail-Klassikern ist für jeden Anspruch etwas dabei. Mich faszinieren im Übrigens besonders die vielen kleinen Grundrezepte. Diese kann man sicherlich nicht nur zum Mixen von Cocktails gebrauchen.

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Callwey
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3766722805
  • 39,95

Teemischung: Im Zitronenhimmel

Die Bezeichnungen für die Teemischungen in Sebastian Poles Buch sind oft ganz schön blumig. Da gibt es “Vollmondfreudenfest” oder das “Glück der Götter” – oder eben “Im Zitronenhimmel”. Nun, wenn man Zitrone mag, dann ist diese Bezeichnung aber wirklich zutreffend. Gut, dass die Mischung aus Zitronenverbene, Zitronenmelisse und Zitronengras mit dem Spritzer Zitronensaft harmlos ist – ich trinke sie nämlich dauernd.
Was sagt Sebastian Pole über die Zitronengalore?

Zitronenverbene hilft, die Stimmung zu heben und schmeckt ganz sanft. Auch die Zitronenmelisse wirkt stimmungsaufhellend (stimmt, man muss nur dran riechen…), außerdem lindert sie Verdauungsprobleme. Das Zitronengras ist von allen Kräutern das intensivste. Es lockert einen auf, hebt die Stimmung und bringt die Verdauung auf Trab. Und der Spritzer Zitronensaft? Die Zitrone belebt die Verdauung, hilft der Leber beim Arbeiten und weckt die Lebensgeister.

Na, dann – prost. Das Rezept reicht für einen halben Liter:

  • 10 frische Zitronenverbeneblätter
  • 4 Zweige frische Zitronenmelisse
  • 1 Stängel frisches Zitronengras
  • 2 Spritzer frisch gepresster Zitronensaft

Die Kräuter und das Zitronengras grob zerkleinern und in eine Kanne geben. Mit 500 ml frisch gekochtem Wasser übergießen und 10 bis 15 min ziehen lassen. Abseihen, zwei Spritzer Zitronensaft zugeben und genießen.

 

Buchvorstellung: Die Kunst, Tee zu mischen | Sebastian Pole

Sebastian Pole bereiste Indien. Anfangs nur die Touristen-Hotspots, aber bald wollte er mehr erfahren. Er fing an, sich mit indischen Heilkräutern und Yoga zu befassen. Nachdem ein Kräuterkundiger auch noch Sebastian Poles Durchfallerkrankung kurierte, wollte der endgültig alles über Kräuterheilkunde wissen. Er ging zurück nach Großbritannien, zog in einen Wohnwagen und studierte ayurvedische, chinesische und westliche Kräuterheilkunde. Klingt nach einem Hippie-Lebenslauf? Nun, Sebastian Pole ist der Gründer von Pukka-Herbs, einem inzwischen sehr etablierten Anbieter von von Bio-Tees. Ich oute mich als Pukka-Fan und freue mich, dass Sebastian Pole sein Wissen nun auch in einem Buch zur Verfügung stellt.

Was die Pukka-Tees angeht, so bin ich ein bisschen auch Verpackungsopfer – die Packungen sind wirklich hübsch.  Und auch das Buch ist eine Zierde im Bücherregal: das weiß-goldene Cover mit seinem Muster erinnert an die Teepackungen. Auch innen findet man immer wieder pukka-typische Verzierungen, aber sie sind dezent. Es gibt viele Fotos von den Tees und den verwendeten Produkten. Die sind schön in Szene gesetzt, aber auf’s Wesentliche fokussiert. Und sie machen Lust, die Tees auszuprobieren. Im Übrigen ist die  Aufmachung hochwertig – Fadenbindung, mattes Papier in ruhigen Farben.

Jetzt aber zum Inhalt: es geht um Tee; um Kräutertee vorrangig, aber nicht nur. Es gibt nicht nur Rezepte für die unterschiedlichsten Teemischungen, sondern auch ganz viel Wissen drumherum. Ziel des Buches ist es auch, dass man selbst ein Gespür für Kräuter entwickelt und lernt, seine eigenen Mischungen herzustellen. Entsprechend umfangreich sind die Grundlagen-Kapitel. Das beginnt damit, dass man in die Sprache der Kräuter einsteigt. Kräuter enthalten ihre Wirkstoffe ja aus verschiedenen Gründen, zum Beispiel um Abwehrmechanismen zu entwickeln oder um sich fortzupflanzen. Entsprechend ist dann auch die Wirkung der Stoffe auf den menschlichen Körper. Wir erfahren auch etwas über die umstrittene, aber interessante Signaturenlehre. Die kennt Ihr bestimmt alle – man sagt ja zum Beispiel, dass Walnüsse, die einem Gehirn ähneln, gut für die Hirnfunktion sind. Es geht darum, was eine perfekte Teemischung ausmacht, wie man die Tees am besten zubereitet. Schließlich gibt es auch noch ein Lexikon mit nützlichen Begriffen und ein Register für Beschwerden und die entsprechenden Teemischungen. Im Anhang werden wir außerdem in die Grundbegriffe des Ayurveda eingeführt und finden im Kapitel “Pukkapedia” ein Lexikon der verwendeten Pflanzen und ihrer Wirkung.

Jetzt aber zu den Teemischungen: da sind die Rezepte in unterschiedliche Themenbereiche unterteilt. Es gibt Reinigen und Entgiften, Ernährung und Verdauung, Aktivieren und Verjüngen, Ruhe und Harmonie, Glück und Freude, Abwehr und Schutz, Mann, Frau und Kind sowie ein Kapitel, in dem es nicht nur um Tee geht. Da gibt es dann auch ein paar Cocktails und Aufsatzschnäpse. Verwendet werden heimische Heilkräuter, solche aus dem Ayurveda und solche aus der chinesischen Medizin, außerdem einige klassische Teesorten. Die Tees sind sehr ausführlich beschrieben: zunächst gibt es eine kleine Einführung, in der erklärt wird, wobei der Tee uns helfen kann. Dann folgen grammgenau die Zutaten und die Zubereitungsanleitung. Und schließlich wird auch noch jede einzelne Zutat beschrieben, und zwar nach Geschmack und Wirkung.

Die Bandbreite der verwendeten Zutaten ist groß. Das reicht von der heimischen Brennessel und den geläufigen Ingwer über schwerer erhältliche Weißdornbeeren und Haferblütenspitzen bis zu Exoten wie Shativariwurzel oder Ginseng. In Bioladen, Apotheke oder Reformhaus sollte man das meiste auftreiben können. Und im Anhang gibt es auch noch Bezugsquellen im Internet. Was man aber unbedingt braucht, ist eine Fein- oder Löffelwaage. Die Teemischungen sind meist für 0,5 Liter ausgelegt und so bewegen sich die benötigten Zutatenmengen im Bereich von einem bis höchstens 5 g.

Das Teemischungen sind sehr ausführlich und  – ich möchte sagen liebevoll – beschrieben. Man merkt dem Buch an, dass es sich um ein Herzensprojekt handelt. Bei Zutaten, die etwas kritisch in der Anwendung sind – Süßholz zum Beispiel, das in Massen genossen Wirkungen auf den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel haben kann – wird genau erklärt, worauf man achten muss.

Also, ich habe so einiges gemischt und getrunken:

Als erstes das Goldene Ingwer-Trio: Ingwertee gehört zu meinen Standards –  den trinke ich wirklich oft; und zwar unabhängig davon, ob er etwas auskurieren soll oder nicht. Hier kommt der Ingwer in Begleitung von Kurkuma (links oben), Galgant (oben Mitte) und Süßholz (unten auf dem Tellerchen) daher. Ingwer wärmt, regt die Verdauung und den Kreislauf an. Galgant hat ähnliche Eigenschaften und tut zudem noch der Lunge gut. Kurkumawurzel ist ja zur Zeit sowieso in aller Munde – sie schmeckt leicht bitter und erdig und bringt Immunystem und Stoffwechsel auf Trab. Süßholz kennen die meisten aus Lakritz. Die Wurzel stärkt Nervensystem, Verdauung, Nebennieren und Lungen. Und sie sorgt dafür, dass der Tee aromatisch ausgeglichen schmeckt. Ich trinke den Tee jetzt regelmäßig – ich mag ihn einfach.

Wenn man etwas müde ist, dann kommt der “Grüne Matcha-Zen” gerade richtig. Hierfür wird ein grüner Tee gekocht und dann zusätzlich mit ordentlich Matcha-Pulver aufgepeppt. Das macht nicht nur wach. Matcha hilft auch dank seiner Inhaltsstoffe, die Neurotransmitter im Gehirn zu versorgen, die unsere Stimmung positiv beeinflussen. Ruhe und Wachsamkeit werden gefördert.

“Im Zitronenhimmel” – der blumige Titel der Mischung trifft es ziemlich genau. Für Fans von zitronigen Aromen ist die Mischung aus Zitronenverbene, Zitronenmelisse und Zitronengras mit dem Spritzer Zitronensaft nämlich tatsächlich himmlisch. Außerdem hebt sie die Stimmung.

Dass Brennnesseln gesund sind wissen wir ja. Ich musste bei Brennnesseltee erst mal an die entwässernde Wirkung denken. Laut Sebastian Pole kann die Pflanze aber viel mehr: sie enthält reichlich Mineralstoffe, wirkt adstringierend, regenerierend und entgiftend  – ein kleines Kraftwerk. Der “nährende Brennnesseltee” ist sozusagen ein Cold Brew – er wird kalt angesetzt und nach frühestens zwei Stunden abgeseiht. Ich hatte zugegebenermassen etwas Angst vor dem Ergebnis, denn das ganze sieht schon sehr nach Medizin aus. Der Tee war aber überraschend angenehm im Geschmack. Nichts, was man sich schnell hinter die Binde kippt, aber auch keine bittere Medizin.

Fazit? Teetrinkerin und heilpflanzeninteressiert, wie ich bin, finde ich dieses Buch klasse. Es präsentiert die verschiedensten Teemischungen und legt dabei den Fokus nicht nur auf die Wirkung, sondern auch auf den Geschmack. Mich motiviert es, mich näher mit den Wirkungen verschiedener Kräuter zu befassen und mir meinen Tee öfter mal selber zu mischne.

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Stocker, L;
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3702016579
  • 24,90

Erdbeerlimo

Die Erdbeerzeit muss unbedingt gut genutzt werden, findet Ihr nicht auch? Wenn ich so drüber nachdenke, bin ich da ein wenig seltsam. Ich  esse gern saisonal; meistens jedenfalls. Ich freue mich zum Beispiel riesig über die Spargelzeit, aber wenn sie vorbei ist, dann ist das auch in Ordnung. Ich käme nie auf die Idee, Spargel einzuwecken oder mir einen Vorrat in die Tiefkühle zu legen.

Bei Erdbeeren ist das anders; da muss zumindest der Vorrat an Erdbeermarmelade aufgefüllt werden. Und ich mache viel Eis. Und jetzt auch Limo. Das Rezept hat mich in der essen & trinken (Ausgabe 5/2017) gleich angelacht, und sobald es die ersten heimischen Erdbeeren gab, musste es ausprobiert werden.

Die Limo ist toll – schmeckt erdbeerig-fruchtig, ist nicht zu süß und prickelt leicht. Ich gehe in die Massenproduktion, denn wir mögen sie alle.

Die Limo ist fermentiert; als Starter wird Molke benutzt. An die kommt man ganz einfach heran indem man Naturjoghurt abtropfen lässt. Das was in die Schüssel tropft, ist die Molke, die Ihr braucht.

Ein kleiner Hinweis: beim Fermentieren mit Molke kann etwas Alkohol entstehen (maximal 0,5 Volumen-%).

Für einen Liter:

  • 1 l Wasser
  • 3 EL Zucker
  • ca. 30 ml Zitronensaft, frisch gepresst
  • 1 EL Molke
  • 300 g Erdbeeren
  • ein verschließbares Gefäß aus Glas, ca. 1,5 l Inhalt

Die Erdbeeren waschen, gut trockentupfen, putzen und in kleine Stücke schneiden.

Wasser, Zucker, Zitronensaft und Molke in das Glasgefäß geben und rühren, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Dann die Erdbeeren zugeben und das Glas verschließen.

Das Gefäß für 2 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen; dabei zweimal am Tag kurz schütteln. Danach die Limo probieren. Wenn sie Euch noch nicht genug blubbert, noch einen weiteren Tag stehen lassen.

Die Erdbeeren abseihen, die Limonade in Flaschen füllen, kühl stellen und innerhalb weniger Tage aufbrauchen.

 

Kurkuma-Kombucha*

kurkuma-kombucha

Seit ich im letzten Herbst ein Päckchen von Petra bekommen habe, bin ich eifrig am Brauen. Milch und Wasserkefir habe ich Euch ja schon vorgestellt. Was mich aber damals und auch noch heute am meisten reizt, ist es, Kombucha selbst zu machen.

Kombucha? Was ist denn das nun wieder? Klingt exotisch, und tatsächlich hat die Tradition des Kombucha schon im alten China begonnen. Auch in Russland, Korea und Japan kennt man ihn. Die Basis ist Tee, Zucker und eben der Teepilz, Kombucha-Pilz, SCOBI (Symbiotic Colonia of Bacteria and Yeast). Ein Pilz also, und ehrlich gesagt…kein besonders hübsch anzusehender. Aber ein sehr fleissiger Geselle. Wie eine Essigmutter verwandelt der Pilz die Flüssigkeit in ein säuerliches, leicht prickelndes Gärgetränk.

Und warum sollte ich das trinken? Ich habe da ein zwingendes Hauptargument: weil es schmeckt. Leicht säuerlich, prickelnd – der verwendete Tee wird in etwas ganz anderes verwandelt. Aber gut, es gibt auch noch andere Gründe. Kombucha ist ein Gärprodukt, in dem nützliche Mikroorganismen – unter anderem Hefekulturen und Milchsäurebakterien – werkeln. Dabei entstehen auch zahlreiche Vitamine (unter anderem viele B-Vitamine, aber auch Vitamin C, D und K) und Mineralstoffe, sowie einige organische Säuren wie zum Beispiel rechtsdrehende Milchsäure. Ihr ahnt es  – Kombucha ist gesund, kann das Immunsystem stärken und den Darm auf Vordermann bringen. Was ich noch sagen sollte: es entsteht auch ein wenig Alkohol, zwischen 0,5 und 3 Volumen-Prozent.

Kombucha anzusetzen ist nicht schwierig. Als erstes müßt Ihr Euch natürlich einen Teepilz beschaffen. Ich habe, wie gesagt, meinen von hier bekommen und bin sehr zufrieden mit der Qualität. Neben Tee und Zucker benötigt man auch noch etwas Kombucha, der wird mit dem Pilz geliefert.

Man kocht also zunächst einen Tee. Pro Liter Wasser benötigt man 8 g Teeblätter. Kombucha arbeitet am liebsten mit schwarzem Tee. Er braucht nämlich Stickstoff, und davon enthält schwarzer Tee am meisten. Den Tee  lasst Ihr 15 bis 20 min ziehen. In den noch warmen Tee rührt Ihr dann Zucker ein – am besten Rohrohrzucker. Pro Liter sollten es 90 g Zucker sein. Wenn die Mischung auf Zimmertemperatur abgekühlt ist, gebt Ihr den Kombucha-Pilz hinzu sowie pro Liter  Tee 100 ml Kombucha-Ansatz. Jetzt noch das Gefäß abdecken – aber nicht luftdicht. Ich nehme Küchenkrepp, das ich mit einem Gummi befestige.

Jetzt darf der Kombucha bei Zimmertemperatur gären. Das dauert mindestens 5 Tage. Bei der Gärung wird Zucker abgebaut. Kombucha gärt essigsauer. Nach 5 Tagen schmeckt er noch sehr mild. Einmal habe ich den Ansatz tatsächlich 2 Wochen stehen lassen – das gab dann eine etwas zu deutliche Essig-Note.

Den Kombucha-Pilz müßt Ihr nur einmal kaufen. Er vermehrt sich bei jedem Gärvorgang. Wenn der Pilz an der Oberfläche des Tees schwimmt, wächst er dort weiter. Sinkt er während des Gärvorganges nach unten, wächst an der Oberfläche ein neuer Pilz.

Ich habe inzwischen eine Teepilz-Kleinfamilie. Die neu entstandenen Kombucha-Pilze nutze ich, um ein wenig mit den Zutaten zu experimentieren. Ich habe schon Kombucha mit Hibiskusblüten gebraut, aus grünem Tee, mit einer Chai-Mischung – es hat alles funktioniert und bekommt verschiedene Geschmacksrichtungen. Wichtig ist aber, dass Ihr Tee verwendet, der ohne Aromastoffe hergestellt wurde, die können dem Pilz schaden.

Eines meiner Experimente stelle ich Euch hier vor. Ich mag den leicht bitteren erdigen Geschmack von Kurkuma sehr gerne (von der Farbe ganz zu schweigen…) und so ist dieser Kombucha aus grünem Tee und frischem Kurkuma entstanden:

kurkuma-kombucha1

Für einen Liter:

  • 1 Liter Wasser
  • 8 g grüner Tee (ich hatte Sencha)
  • 15 g frische Kurkuma-Wurzel, gewaschen und ungeschält gerieben
  • 1 Kombucha-Pilz
  • 90 g Zucker

Das Wasser zum Kochen bringen. Tee und Kurkuma zufügen (ich gebe alles in einen Papier-Teebeutel) und alles ca. 15-20 min ziehen lassen.

Tee und Kurkuma entfernen, den Zucker im Tee auflösen. Alles auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Dann den Kombucha-Pilz mit 100 ml Kombucha-Ansatz zum Tee geben. Das Gefäß abdecken. Der Kombucha muss atmen können; also ein Käsetuch oder Küchenpapier nehmen und nicht etwa einen Deckel aufschrauben.

Jetzt den Ansatz die gewünschte Zeit stehen lassen. Ich lasse den Kombucha meist 10 Tage gären, dann finde ich die Säure genau richtig.

Wenn der Kombucha fertig ist, das Getränk abfüllen, dabei etwas Kombucha zurückhalten. Den Teepilz nimmt man heraus und bewahrt in dem übrigen Kombucha auf. Das ist der Ansatz für den nächsten Brauvorgang.

Prost!

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit natural-kefirdrinks-de. Er beinhaltet Werbung.

 

Ingwer-Minze-Shrub

ingwer-minz-shrub

Eigentlich bin ich ziemlich langweilig, was Getränke angeht. Ich trinke Tee. Am liebsten Grünen. Aber ab und zu brauche ich dann doch etwas anderes, und so haben mich Mary Karlins* Rezeptideen für Shrubs angelacht.

Shrubs sind Sirups auf Essigbasis. Sie werden verdünnt benutzt und sind wunderbar erfrischend. Man kann sie einfach mit Mineralwasser aufspritzen (Verhältnis: 5 Teile Wasser zu 1 Teil Shrub), sind aber auch eine schöne Ergänzung für Cocktails oder Limonaden.

Hier ist die Kombination Minze und Ingwer – beides mag ich sehr….ich koche mir auch gerne Tee aus diesem Zutaten. Aber natürlich ist man frei in der Kombination: Basilikum und Zitronenverbene gehen gut, aber auch Rosen- oder Hibiskusblätter.

Für ca. 350 ml

  • 50 g frischer Ingwer
  • eine Handvoll Minzeblätter
  • 180 ml Apfelessig, naturbelassen, ungefiltert (ich nehme den von Alatura)
  • 125 ml Limettensaft, frisch gepresst
  • 125 g Vollrohrzucker

Den Ingwer in feine Scheiben schneiden und zusammen mit den Minzeblättern in ein Einmachglas geben. Alles leicht zerdrücken, bis Saft abgegeben wird. Den Essig angießen, das Glas gut verschließen und dann für ca. 10 sek. Kräftig schütteln. Deckel wieder abnehmen, statt dessen ein Stück Käseleinen über der Öffnung befestigen. (Ein Mulltuch geht auch). Das Ganze jetzt bei Zimmertemperatur  12 h stehen lassen.

Tuch wieder abnehmen und das Glas mit dem Deckel luftdicht verschließen. Bei Zimmertemperatur stehen lassen und das Glas eine Woche lang jeden Tag kurz schütteln. Danach die Flüssigkeit durch ein Sieb abgießen, den Limettensaft und den Zucker zugeben und rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. In eine Flasche umfüllen, einen Zweig Minze dazu geben, fest verschließen und nochmals kurz und kräftig schütteln. Eine Woche lang im Kühlschrank reifen lassen, dabei wie vorher jeden Tag einmal schütteln.

Die Flasche nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren. Der Shrub hält sich ca. 4 Monate.

Lemon Squash

lemon squash

Das ist das erste Mal, dass ich einen Post wegen des Wetters vor mir her geschoben habe. Es ist nämlich so: Bei Zorra im Kochtopf richtet Simone von der S-Küche gerade das 100ste Blogevent aus: Zisch! Erfrisch mich! (100! Wahnsinn,  oder?). Es ist ja am Titel unschwer zu erkennen: Es geht um Dinge, die bei der größten Sommerhitze erfrischen. Naja, im Augenblick kommt ja genügend Erfrischung von oben, da muss man sich innerlich fast eher wärmendes zuführen. Aber es hilft nix, die Zeit rennt  – und der Regen ist ja auch schon viel wärmer geworden. Hier kommt sie also, meine ultimative Sommererfrischung.

Und dass, obwohl ich eigentlich keine Süß-Trinkerin bin. Tee trinke ich hauptsächlich, von Morgens bis abends…Schwarz, Oolong, Grün und immer ohne Zucker. Saft, Limo und Konsorten? Das ist für die anderen.

Aber bei allergrößter Sommerhitze gibt es eine Sache, die in meinem Glas landet: nämlich dieser zitronige Sirup, aufgespritzt mit Mineralwasser. Es ist ein paar Jahre her, dass ich ihn zum ersten Mal hergestellt habe – und seither bin ich ihm verfallen. Nicht immer, aber wenn es heiß wird, dann muss auf jeden Fall dieser Sirup her. Etwas Erfrischenderes gibt es nicht.

Ja, ok. Es ist Zitronensirup. Besonders ist er trotzdem. Denn dank der Zitronenzesten und des verwendeten Zitronen-Kochwassers bekommt die Sache eine klitzekleine Bitternote, einen besonderen Kick.

Bitte sehr, hier kommt sie, die ultimative Erfrischung:

Für ca. 3 Flaschen zu  500 ml:

  • 7-10 Zitronen, Bio
  • 650 gr. Zucker

Die Zitronen unter heißem Wasser abbürsten, dann trocknen. Von 4 Zitronen mit einem Zestenreißer oder Sparschäler die Schale abreissen.

Einen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Die Zitronen hineingeben und 1 Minute im heißem Wasser lassen, dann mit einem Schaumlöffel herausheben. Vom Wasser 500 ml aufheben; die  brauchen wir  noch.

Die Zitronen auspressen; insgesamt brauchen wir 500 ml Zitronensaft.

Zitronenschale, 500 ml Kochwasser und den Zucker in einen großen Topf geben und unter Rühren zum Kochen bringen. Den Zitronensaft zugeben und alles bis knapp unter den Siedepunkt erhitzen.

Vom Feuer nehmen, durch ein feines Sieb gießen und dann in sterilisierte Flaschen füllen. (Ich sterilisiere Flaschen und Gläser immer, indem ich sie in den Ofen stelle und den auf 110°C einstelle. Wenn der Sirup gekocht ist, sind die Behälter dann auch keimfrei 🙂 )

Zum Servieren mischt man einen Teil Sirup mit 4 Teilen Wasser. Gerüchten zufolge soll das ganze mit Tonic Water und Angostura Bitter auch als alkoholfreier Cocktail schmecken 🙂 .

Rezept aus: River Cottage Handbook Preserves*

Was Warmes für den Winter – Zitronentee und Ingwertee

zitronentee

Zunächst eine kurze Entschuldigung – kaum angefangen zu bloggen und schon ein neues Design ;-). Das “alte” war mir auf Dauer noch immer zu unruhig; und ich habe immer wieder geschaut, ob ich nicht etwas einfacheres finden kann. Hier ist es nun; und so soll es auch bleiben.

Ich trinke Tee, und zwar in rauen Mengen. Tagsüber halte ich mich meist mit grünem Tee aufrecht, abends darf es auch mal ein Kräutlein sein. Kein Wunder also , dass ich Miss Boulettes  Artikel über koreanische Teesorten Teil 1, Teil 2 und Teil 3 mit großer Neugierde  gelesen habe. Die Sorten mit in Honig eingelegten Früchten waren mir komplett neu.

Das Rezept für Yuja Cha hat mich so begeistert, dass gleich zur Tat geschritten bin: Zitronenscheiben in Honig eingelegt, und weil es so schön war, das gleiche nochmal mit Ingwer. Nun sind die langen zwei Wochen Wartezeit rum und ich konnte die Tees testen – einfach herrlich! Der Tee mit Zitrone ist wunderbar fruchtig, und der süß-scharfe Ingwer weckt die Lebensgeister. Im Original wird der Tee mit Yuzu zubereitet, die konnte ich bislang nicht auftreiben. Ich habe also erst mal meine Zitronenvorräte geleert. Und da ich ich das ein oder andere Mal auch gerne Ingwertee trinke, landete auch noch eine Menge Ingwer im zweiten Glas. Das nächste Mal werde ich Zitrone und Orange mischen.

Die Herstellung ist denkbar einfach: man braucht unbehandelte Yuzu, Zitronen und/oder Orangen – oder eben Ingwer. Diese werden gewaschen und in ganz dünne Scheiben geschnitten und dann im Verhältnis 1:1 mit Honig in ein sterilisiertes Glas geschichtet; als oberste Schicht mit Honig luftdicht abschließen, damit nichts verdirbt. Das Ganze muss dann mindestens 2 Wochen durchziehen. Zum Trinken gießt man einfach 2-3 Teelöffel des Sirups mit heißem Wasser auf. Zum Originalrezept geht es hier bei Miss Boulette.