My Thai

Nein, das ist kein Tippfehler, das ist pure Absicht. Das hier ist nämlich kein Mai Tai sondern ein Mocktail, also ein alkoholfreier Cocktail mit thailändischen Aromen. My Thai eben.

Ich möchte nämlich gerne mit Euch anstoßen. Und ich bin nicht die einzige. Simone möchte nämlich mit uns anstoßen, und deshalb sammelt sie im Kochtopf Rezepte für Drinks. Immer mit der Frage im Hinterkopf, ob das gerade angemessen ist.

Blog-Event CLXII - Zum Wohl! (Einsendeschluss 15. April 2020)Dazu kommt von mir ein dickes, großes, ganz eindeutiges – JA! Es ist anstrengend gerade, ungewohnt und nicht so lustig. Für alle von uns eine Situation, wie wir sie nicht kennen. Und ehrlich, wenn wir hätten wählen können – das hätte sich keiner ausgesucht. Hier in Bayern gilt ja eine Ausgangsbeschränkung, die sehr sinnvoll ist. Und an den ersten beiden Tagen fuhren hier Lautsprecherwägen durch die Strassen, die die Menschen aufforderten, drinnen zu bleiben. Schön geht anders. Oder, wie die 16-jährige Tochter meiner Freundin sagte: “So etwas hätte ich in meinem Leben lieber nicht erlebt”.

Ach und neulich, da waren hier dann noch Telefon und Internet ausgefallen. Ganz ehrlich – da lernt man etwas über sich selbst. Und damit bin ich wieder beim Anstoßen, dem virtuellen. Klar machen wir das, das ist doch jetzt gerade nötiger als jemals zuvor. Ich stelle mir gerade vor, wie wir da alle so sitzen, jede/r mit einem Glas in der Hand, uns zuprosten und einen Plausch halten. Genau das brauchen wir jetzt.

Ok, jetzt aber zum Drink. Der ist alkoholfrei; ich habe ihn in meinem Lieblingsgetränkebuch* gefunden.  Nicht, weil ich keinen Alkohol trinke, sondern weil ich Mocktails einfach spannender finde. Oft kann man schon mal die Grundzutaten in der Küche brauen, das kommt mir sehr entgegen, ich pantsche gern. Und die Kombinationen sind auch toll – da gibt es so viel Einfallsreichtum.

So wie hier: Basis ist ein Shrub, nämlich dieser hier mit Chili und Zitronengras. Den müsst Ihr eine Woche, bevor Ihr mixen wollt, ansetzen. Dazu gesellen sich Minze, Thai-Basilikum (ja, der Asiashop hat offen und freut sich über Unterstützung) und Limettensaft. Der Drink ist säuerlich-erfrischend und leicht scharf. Gibt es im Sommer garantiert noch öfter.

Aber jetzt erst mal Cheers und ab zum Rezept:

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My Thai

  • Autor: magentratzerl
  • Vorbereitungszeit: 5 min
  • Gesamtzeit: 5 min
  • Menge: 2 Gläser 1x
  • Kategorie: Getränke, Mocktail

Beschreibung

Erfrischender Mocktail, säuerlich und leicht scharf


Scale

Zutaten

  • 6 Blätter frische Minze
  • 6 Blätter Thai-Basilikum
  • 100 ml Zitronengras-Chili-Shrub
  • 50 ml Limettensaft, frisch gepresst
  • Eiswürfel
  • 1 Limette
  • 300 ml Mineralwasser mit Kohlensäure

Arbeitsschritte

 Limette in dünne Scheiben schneiden und auf zwei passende Gläser verteilen.

Minzblätter und Bailikumblätter in einem Shaker geben, mit einem Kochlöffel leicht zerdrücken, dann den Shrub angießen und alles ordentlich durchschütteln.

Limettensaft und Eiswürfel zugeben und nochmals gut schütteln.

Die Mischung auf die beiden Gläser verteilen, mit Sprudelwasser auffüllen und gleich genießen.


Schlagworte: Zitronengras, Minze, Chili

Bitterorangen-Gewürzsirup und Bitterorangen-Mocktail

Bitter ist das neue Süß, so habe ich es neulich in irgendeiner Werbung gelesen. Ich glaube, es war im Reformhaus und es ging um nahrungsergänzende Bittertropfen. Bitterpulver habe ich auch schon irgendwo gesehen.

Kein schlechtes Geschäfsmodell, immerhin sind Bitterstoffe ja gesund – sie regen die Verdauung an, helfen der Leber beim Entgiften, manche von ihnen neutralisieren freie Radikale im Körper und wirken entzündungshemmend.

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Sekanjebin

Hui, es ist warm. Zeit für eine kleine Erfrischung. Normalerweise trinke ich ja Tee – viel Tee, aber gerade ist mir eher nach etwas Kühlem. Wenn es heiß ist, fange ich meist an, Sirup zu kochen, um etwas zur Hand zu haben, das rasch ein Glas Mineralwasser aufpeppt. (Mineralwasser stimmt eigentlich nicht – bei uns wird einfach Leitungswasser gesprudelt).

“Nur” süße Sirups – also so etwas wie Erdbeersirup oder ähnliches – sind dabei nicht so ganz mein Ding, ich mag lieber etwas mit einer frischen, kühlen, gerne auch leicht säuerlichen Note. Mein absoluter Favorit ist noch immer der Lemon Squash; ich setze aber auch gerne verschiedene Shrubs an, zum Beispiel mit Zitronengras und Chili oder mit Ingwer und Minze.

Sekanjebin ist ein Sirup, der im Iran gerne verwendet wird, und er erfüllt meine Anforderungen an ein erfrischendes Getränk perfekt: Es ist etwas Essig drin, das wirkt nicht nur erfrischend, sondern kommt auch dem Mineralstoffhaushalt zu Gute. Und dann gesellt sich noch Minze dazu, eine Wohltat bei Hitze.

Sekanjebi ist nicht nur schön in einem Glas Wasser – es peppt auch Salatdressings wunderbar auf. Auch so, und als Apéritiv in einem Glas Prosecco oder ähnlichem ist es auch nicht zu verachten…


Für ca. 700 ml Sirup:

300 g Zucker

350 ml Wasser

50 ml heller Essig; ich hatte Apfelessig

12 Zweige Minze

Zucker mit Wasser aufkochen, bis der Zucker sich aufgelöst hat.

Von der Hitze nehmen und den Essig zugießen.

Etwas abkühlen lassen und in der Zwischenzeit die Minze zupfen und die Blättchen fein hacken.

Minze in den Sirup geben. Sirup in sterilisierte Flaschen füllen. Vor dem Gebrauch schütteln, damit die Minzeblättchen sich verteilen.


 

SCOBY (Kombucha-Mutter) aus Kombucha selbst ansetzen

Vor einiger Zeit habe ich ja ganz schöne Kombucha-Orgien gefeiert; zum Beispiel hier. Den entsprechenden Starter hatte ich geschenkt bekommen, damit ich etwas darüber schreibe. Ich habe immer wieder Kombucha angesetzt. Der Starter vermehrt sich dabei. Das ist toll. Und irgendwann ist es dann nicht mehr ganz so toll, weil er einem nämlich über den Kopf wächst. Und man irgendwann keinen Kombucha mehr sehen kann. Jedenfalls ging es mir so. Und ich habe meine Starter weggegeben. Alle. Was dann auch wieder ein Fehler war, denn irgendwann hatte ich dann doch wieder Lust auf Kombucha.

Nun hatte ich aber keine Lust, einen Starter zu kaufen. Das superschlaue Fermentationsbuch* (hier geht es zur Rezension) erzählt aber, dass man den Starter aus nicht pasteurisiertem Kombucha selbst ansetzen kann. Ich habe das probiert und bin erst mal gescheitert – aber nun hat es geklappt. Es ist sehr einfach – Ihr braucht aber rohen, also nicht pasteurisierten Kombucha. Den gibt es im Bioladen; es muss ausdrücklich darauf stehen, dass er roh ist – und er steht in der Kühlung, bei Zimmertemperatur würde er nämlich munter weiter gären.

Kombucha gärt essigsauer, der SCOBY (Symbiotic Colony of Bacteria and Yeast) hat also Ähnlichkeit mit einer Essigmutter, eine Schönheit ist er nicht, aber ein fleißiger Mitbewohner, der leckere Getränke produziert, die nebenbei auch noch etwas für die Darmgesundheit tun. Und die Herstellung der Mutter ist einfach, das Schwierigste ist, den nicht pasteurisierten Kombucha aufzutreiben.

Man vermengt schlicht etwas Kombucha mit ein wenig Zucker und lässt das Ganze stehen. Wenn man wirklich einen nicht pasteurisierten Kombucha hat, bildet sich nach wenigen Tagen ein frischer SCOBY; oben seht Ihr kleine Punkte auf der Oberfläche, das ist der Anfang.

Der SCOBY wächst vor sich hin und bildet eine durchgehende Schicht auf der Oberfläche. Das seht Ihr hier am Löffel. Wenn es so weit ist, dann kann man mit Tee und Zucker weitermachen, um einen größeren Teepilz zu erhalten, der dann zum Herstellen von mehr Kombucha verwendet werden kann.

Auf diese Art gefüttert, wächst der SCOBY auf der Oberfläche munter weiter – oben sehr Ihr den Status nach einer knappen Woche.

Fertig ist der Pilz, wenn der Tee säuerlich schmeckt und ein wenig Kohlensäure entwickelt hat. Dann habt Ihr auf der Oberfläche eine gallertartige Schicht, die schon einige Millimeter dick ist. Das ist der gebrauchsfertige SCOBY, mit dessen Hilfe Ihr nun “richtigen” Kombucha herstellen könnt. Ich habe zunächst mit einem halben Liter begonnen; aber der SCOBY wächst rasch und Ihr könnt immer mehr Kombucha brauen.


1. Ansatz:

  • 100 ml Kombucha (nicht pasteurisiert, nicht aromatisiert)
  • 5 g Zucker

2. Ansatz:

  • Kombucha-Pilz von oben
  • 5 g Zucker
  • 100 ml schwarzer Tee, frisch gebrüht, nicht aromatisiert

Für den ersten Ansatz den Kombucha in ein Glas, das mindestens 200 ml fasst,  gießen und den den Zucker darin auflösen. Alles mit einem Tuch abdecken und bei Zimmertemperatur 6 bis 10 Tage stehen lassen.

An der Oberfläche entsteht ein weißlicher Schleier. Den lasst Ihr in Ruhe, bis er dicklich und stabil geworden ist. Dann ist es Zeit für den zweiten Ansatz, der selbst eine kleine Menge Kombucha produziert.

Für den zweiten Ansatz kocht Ihr 100 ml schwarzen Tee, rührt den Zucker ein und lasst alles abkühlen. Der Tee darf nicht aromatisiert sein.

Dann hebt Ihr die Kombucha-Mutter vorsichtig mit einem Löffel von der Oberfläche ab und gießt den gesüßten Tee darunter. Die Mutter wieder darauf legen, das Glas abdecken und alles weitere 6 bis 10 Tage stehen lassen.

Wenn der Tee leicht prickelt und etwas säuerlich schmeckt, ist der erste Kombucha fertig, und die Mutter ist etwas gewachsen. Nun könnt Ihr von Mal zu mal mehr Kombucha herstellen. Wie man Kombucha mit einem fertigen Pilz ansetzt, habe ich hier beschrieben.

Wenn Ihr eine Pause vom Kombucha-Brauen braucht, legt Ihr die Mutter in eine Mischung aus Kombucha und Zucker (50:50) und bewahrt sie im Kühlschrank auf. Sie hält sich dort mehrere Monate.


 

Tepache

Mexiko-Medizin, so nennt Tanita de Ruijt* dieses Getränk. Das liegt wohl daran, dass es entzündungshemmend wirkt, probiotisch ist und Katerbeschwerden mindert.

Außerdem ist Tepache ein sehr nachhaltiges Getränk – es wird angesetzt aus den Teilen der Ananas, die man nicht isst – also Strunk, Schale und Grün. Ich mag Ananas sehr, esse sie aber eher selten. Aber wenn ich dann schon eine Bio-Ananas anschaffe, finde ich es toll, wenn ich auch wirklich alles verwerten kann.

Und zusätzliche verlängert Tepache den Ananas-Genuss: man bekommt nämlich ein erfrischendes, kohlensäurehaltiges (ja….das Foto, man sieht das nicht..) Getränk, das richtig toll nach Ananas schmeckt.

Für 2 Liter:

  • 5 Gewürznelken
  • 3 cm frischer Ingwer
  • 5 Körner Piment
  • 2 Stangen Zimt
  • Schale, Strunk und Inneres einer reifen Bio-Anannas
  • 2 l Wasser
  • 70 g Rapadura-Zucker

Die Zimtstangen in Stücke brechen. Dann alle trockenen Gewürze in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie duften. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Ingwer reiben. Ananasreste waschen.

Ananasreste, Gewürze und Ingwer in ein großes Glas geben und das Wasser angießen. Alles mit einem sauberen Tuch abdecken (oder mit einem Nylonstrumpf) und 2 bis 3 Tage an einem warmen Ort stehen lassen.

Dass die Gärung einsetzt, erkennt man daran, dass sich an der Oberfläche Schaum bildet.

Nach 2 bis 3 Tagen den Zucker einrühren, Gefäß wieder lose abdecken und alles weitere 2 bis 3 Tage stehen lassen.

Mischung durch ein Sieb abgießen, in sterilisierte Flaschen füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Tepache gärt im Kühlschrank weiter; es ist besser jeden Tag kurz den Deckel zu öffnen,bevor es Sauerei im Kühlschrank gibt ;-).


Kurkuma-Tamarinden-Tonic

Das ist sozusagen die Mutter aller Tonics Tanita de Ruijts “Natürlichen Booster-Drinks“.* Es ist das bekannteste Tonic der indonesischen Heilkunde Jamu. Zubereitet wird es meist zu Hause nach Familienrezepten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Tanita de Ruijt hat ein Rezept bekommen, und das war für sie der Anlass, sich näher mit Tonics zu beschäftigen.

Das Tonic wird in Indonesien getrunken, weil es entgiftet und heilt: Über Kurkuma muss man heutzutage ja nicht mehr so viel sagen, das ist ja sprichwörtlich in aller Munde und seine entgiftende, entzündungshemmende Wirkung wird gerne genutzt. Tamarinde wirkt kühlend und anti-oxidativ, sie regt den Stoffwechsel an und senkt den Blutzuckerspiegel. Das Pandanblatt ist eine optionale Zutat – ich würde aber nicht darauf verzichten, denn der Geschmack ist einfach sensationell. Außerdem wirkt Pandan positiv auf Cholesterinspiegel und Blutgefäße. Pandan gibt es im Asiashop. Man kann die langen Blätter sehr gut einfrieren.

Die Farbe ist sehr intensiv, aber tatsächlich schmeckt das Tonic angenehm mild. Und noch etwas: ich rate bei der Verarbeitung von Kurkuma dringend zu Handschuhen. Und bei Kurkuma und Ingwer zu Bio-Ware, denn die Knollen werden ungeschält verwendet.


Für ca. 2 Liter:

  • 160 g frische Kurkumawurzel, ungeschält
  • 40 g frischer Ingwer, ungeschält
  • 80 g Tamarindenmark ohne Kerne
  • 80 g Kokosblütensirup
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Prise Salz
  • 1 Pandanblatt
  • 2 l Wasser

Kurkuma und Ingwer unter fließendem Wasser gründlich abschrubben.

Das Tamarindenmark in kleine Stücke brechen und in einen großen Topf geben. Kokosblütensirup, Salz, ordentlich Pfeffer aus der Mühle und 500 ml Wasser zugeben. Zum Kochen bringen, dann bei niedriger Temperatur 20 simmern lassen, bis das Tamarindenmark zerfallen ist.

Kurkuma und Ingwer in kleine Stücke schneiden und mit 500 ml Wasser im Mixer pürieren.

Jetzt das Wurzelpüree und den restlichen Liter Wasser zur Tamarindenmischung geben. Das Panadanblatt einmal knoten und ebenfalls zugeben. Alles 30 min simmern lassen, dabei hin und wieder umrühren.

Die Mischung durch ein feines Sieb abgießen und in sterilisierte Flaschen füllen.

Das Tonic hält sich im Kühlschrank bis zu drei Wochen und kann warm oder kalt getrunken werden.


Kochbuch: Natürliche Booster Drinks | Tanita de Ruijt

Tanita de Ruijt ist Niederländerin. Ihre Kindheit verbrachte sie in Spanien, studiert hat sie in Schottland und lebt heute in London. Sie ist sehr neugierig in Bezug auf alles, was mit Lebensmitteln und Essen zu tun hat. Auf einer Reise durch Indonesien lernte sie die dortige traditionelle Jamu-Heikunde kennen. Diese verwendet traditionelle heimische Zutaten, mit denen Gesundheit und Wohlbefinden gestärkt werden sollen. Das Ganze hat sie derartig fasziniert, dass sie sich nach ihrer Heimkehr näher mit Jamu befasst hat. Angefangen hat alles mit dem klassischen Kurkuma-Tamarinden-Tonic, aber schon bald begann sie, ihre Produkte auf dem Markt zu verkaufen. Und heute entwickelt und vertreibt sie ihre Elexire in einem eigenen Laden  – dem Jamu Kitchen.

Wenn man nicht unbedingt nach London fahren will, um Tanita de Ruijts Drinks auszuprobieren, dann kann man nun die Rezepte auch in ihrem Buch finden. Tonic, so heißt das Buch im englischen Original.

Das ist ein relativ kleines, handliches Buch, das fröhlich und ansprechend aufgemacht ist. Das Papier ist matt und leicht grau abgetönt, da springen die farbenfrohen Fotos um so mehr ins Auge. Das Layout mit seinen verschiedenen Schrifttypen und kleinen Grafiken ist abwechslungsreich und trotzdem sehr übersichtlich. So sind zum Beispiel Erklärungen in einem anderen Schrifttyp gedruckt als Rezepte.

Das Buch beginnt mit einem sehr ausführlichem theoretischem Teil. Es geht um Geschmacksnoten, um benötigte Hilfsmittel, und es gibt eine sehr gründliche Warenkunde der verwendeten Zutaten.

Der Rezeptteil startet mit dem klassischen Kurkuma-Tamarinden-Tonic, der Klassiker der Jamu-Heilkunde, mit dem alles begann. Die restlichen Rezepte sind nach Zipperlein geordnet. Da gibt es Drinks, die bei Stress entspannen, solche, die bei Müdigkeit wieder auf die Beine helfen, Rezepte, die den Kater vertreiben, bei Verdauungsstörungen helfen und solche, die Erkältungen in die Flucht schlagen.

Die Rezepte sind ganz unterschiedlich. Manches, wie ein Kurkuma-Starter oder selbst angesetzter Kombucha muss eine Weile fermentieren und braucht etwas mehr Zuwendung und Manches ist rasch zusammengerührt wie das Leber-Tonic. Manches ergibt einen guten Vorrat, wie der Arroz con leche, anderes nur ein bis zwei Portionen für den sofortigen Verzehr wie der Wintertee. Es gibt Drinks, die kalt genossen werden, aber auch sehr viele Teerezepte.

Die Rezepte sind gut umsetzbar. Man braucht keine besonderen Gerätschaften und auch die meisten Zutaten sind gut erhältlich. Für einige Dinge  lohnt der Gang in den Bioladen oder Asia-Shop, aber ein Großteil der Rezepte verwendet Zutaten, die es in jedem gut sortierten Supermarkt gibt. Abgerundet wird der Rezeptteil durch zwei Register: eines nach Beschwerden und eines nach Zutaten.

Ich hab da mal was ausprobiert:

Was hier ein wenig aussieht wie Milchkaffee ist eine pflanzliche Milch aus gerösteten Erdnüssen. Tanita de Ruijt nennt das Getränk “Chill out Tonic”; denn Erdnüsse enthalten Stoffe, die Neurotransmitter im Gehirn aktivieren und beim Abschalten helfen. Also ein gutes Getränk vor dem Schlafengehen. Was aber fast wichtiger ist: ich bin keine Freundin von Pflanzenmilch, aber dieser Drink hat mir richtig gut geschmeckt.

Das hier, das ist sozusagen die Mutter aller Tonics, das bekannteste Getränk aus dem indonesischen Jamu: Kurkuma-Tamarinden-Tonic. Kurkuma wirkt entgiftend und entzündungshemmend, Tamarinde regt den Stoffwechsel an und senkt den Blutzuckerspiegel. Ein Gläschen davon am Morgen ist Teil der indonesischen Volksmedizin.

Über die Stränge geschlagen? DIY Selzer hilft. Die Mischung aus Wasser, Ingwer, Salz, Zitronensaft und Ahornsirup ist rasch gemacht und füllt Flüssigkeits- und Mineralienvorräte wieder auf. Ach, es schmeckt auch und läuft fix die Kehle runter.

Tepache gehört zu den Drinks, die etwas länger dauern in der Herstellung. Es ist ein fermentiertes Getränk aus Mexiko, das aus Ananas hergestellt wird. Und zwar aus Strunk, Schale und Grün. Eine ideale Verwertung für Ananas, noch dazu richtig erfrischend und so wohltuend, dass Tanita de Ruijt es “Mexiko-Medizin” nennt. (Und ja, ich decke meine Gläser mit Feinstrumpf-Söckchen ab. Das lässt Luft rein und hält Tierchen draußen.)

Das Hydro Tonic ist fix hergestellt und bringt den Elekrolyt-Haushalt wieder ins Lot. Drin sind: Kokoswasser, eine Paste aus Ingwer und Kardamom und etwas Limette.

Das Buch wohnte hier auch schon im englischen Original; daraus vorgestellt habe ich bereits das Rezept für den Verdauungsbitter.

Fazit:

Ich hatte großen Spaß mit diesem Buch und werde es weiterhin gerne nutzen. Es ist entspannend, in der Küche zu stehen und sich etwas zusammenzubrauen ;-). Es gibt aufmunternde Drinks für jede Gelegenheit und jeden Geschmack. Alles schmeckt wunderbar und man hat gleichzeitig das schöne Gefühl sich etwas Gutes zu tun.

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: ZS Verlag GmbH
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898838153
  • ISBN-13: 978-3898838153

Zitronengras-Chili-Shrub

Shrubs mag ich ziemlich gerne; sie geben ein schöne Erfrischung ab, muntern auf und sind nicht zu süß. Ein paar Shrubs habe ich Euch schon vorgestellt, zum Beispiel diesen hier mit Ingwer und Minze und diesen hier mit Kaffee. Basis sind immer ein Essig und ein Süßungsmittel und was das Aromatisieren angeht, so hat man freie Hand.

Diesen hier habe ich in einem Buch über alkoholfreie Cocktails* entdeckt. Und die Zutat “Chili” hat gleich meine Aufmerksamkeit geweckt. Ihr müsst aber keine Angst haben – die Chilischote verleiht dem Shrub zwar etwas Biss, aber so richtig scharf ist das Ganze nicht.

Der Shrub schmeckt gut mit Sprudelwasser aufgegossen, gibt aber auch Cocktails und Salatsaucen das gewisse etwas.


Ergibt ca. 750 ml:

  • 5 bis 6 Stangen Zitronengras
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 frische Chilischote
  • 250 ml Ahornsirup
  • 500 ml Apfelessig

Zitronengras und Chili grob hacken. Zitrone in Spalten schneiden, dann ebenfalls grob hacken.

Alles in ein ausreichend großes Glas geben, den Ahornsirup angießen.

Den Apfelessig auf 45°C erwärmen und ebenfalls auf die Mischung gießen.

Das Glas verschließen und die Mischung eine Woche ruhen lassen.

Durch ein feines Sieb abseihen und die Flüssigkeit in sterilisierte Flaschen füllen. Der Shrub hält sich im Kühlschrank bis zu einem Jahr.


Kaffee-Kardamom-Shrub

“Shrub”, das klingt ganz witzig, oder? Das Wort hat seinen Ursprung im arabischen “sharab”, was schlicht “trinken” bedeutet. Shrubs sind Sirupe auf Essigbasis, die mit etwas Mineralwasser aufgespritzt ein erfrischendes Getränk ergeben. Man kann sie auch zum Mixen von Cocktails verwenden. und sie machen sich gut zum Aromatisieren von Marmeladen, zum Abrunden von Saucen oder als kleiner Kick auf Eiscreme.

Der größte Teil der Shrubs, die in “Essig und Shrubs selbstgemacht“* vorgestellt werden, verwenden neben Essig und Zucker Früchte und Kräuter als Basis. Ich wollte etwas anderes probieren  – in diesem Shrub geben Kaffee, Kardamom und Vanille das Aroma.

Klingt gewöhnungsbedürftig? Schmeckt sehr gut, ich gieße gerne etwas davon Mittags mit Mineralwasser auf; das erfrischt und holt einen aus dem Mittagstief. Der Shrub passt auch zu Nachtisch – sofern dieser keine Milch enthält – oder zum Mixen von Cocktails.


Für 200 ml:

  • 15 g Kaffeebohnen, ganz
  • 3 Kapseln Kardamom
  • 1/2 Vanilleschote
  • 150 ml Weißweinessig
  • 200 g Rohrzucker

Kaffeebohnen und Kardamom im Mörser zerkleinern.

Vanilleschote der Länge nach aufschneiden, das Mark herauskratzen, die Schote klein schneiden.

Gesamte Vanille mit der Kaffee-Kardamom-Mischung und dem Essig in einem Topf erhitzen, aber nicht kochen lassen. Den Topf von der Hitze nehmen, Deckel auflegen und alles eine Stunde durchziehen lassen.

Den Zucker zugeben, alles unter Rühren sanft erhitzen, bis der Zucker sich aufgelöst hat.

Grobe Bestandteile durch ein Sieb abfiltern und Sirup in Flaschen füllen.


Kochbuch: Essig und Shrubs selbst gemacht | Elisabeth Engler

Mein Verhältnis zu Essig war nicht immer das Beste. Gut, genaugenommen fand ich Essig furchtbar. Das lag wohl daran, was seinerzeit so verwendet wurde – das nehme ich heute höchstens noch zum Entkalken ;-). Ein bisschen geprägt war meine Abneigung auch durch diese labbrigen, essiglastigen Salate, die es im Wirtshaus immer gab. Als ich anfing zu kochen, habe ich lange Zeit nur Zitronensaft verwendet, dann durfte Apfelessig einziehen. Und nachdem ich verstanden hatte, dass Essig nicht gleich Essig ist, ist er aus meiner Küche nicht mehr wegzudenken. Nicht für Salatdressings, sondern auch überall da, wo ein Spritzer Säure einem Gericht gut tut. Oder als erfrischendes Getränk im Sommer.

Wenn man die Vielfalt der Essigsorten so richtig geniessen möchte,  liegt es nahe, sich selbst an der Herstellung von Essig  zu versuchen. Dabei hilft dieses Buch. Es ist grob unterteilt in fünf Bereiche:

Essig-Basics

Es gibt eine kleine kleine Einführung zum Thema Essig – Herstellung, Sorten, gesundheitliche Vorteile und Inhaltsstoffe sowie Tipps zum Ansetzen von Aroma-Essig. In diesem Kapitel wird auch erklärt, wie man Essig selbst herstellen kann; es gibt ein Grundrezept für Weinessig, für den man zunächst eine Essigmutter benötigt, sowie Rezepte für Apfel- und Birnenessig.

Essig mit Aroma

Dann folgen zwei Kapitel, die sich mir dem Aromatisieren von (gekauftem oder selbst herstelltem) Essig befassen. Da gibt es zunächst mit Früchten oder Blüten aromatisierte Essige und dann solche, die von Kräutern oder Gewürzen profitieren dürfen. Da locken süßer Aprikosenessig (mit getrockneten Aprikosen), Frühlingsblütenessig,  Hagebuttenbalsam oder Tomatenessig. Im Gewürzteil gibt es unter anderem einen Amaro-Essig mit verschiedenen herben Gewürzen und Kräutern, eine Mischung mit Zitronengras, Ingwer und Koriander, die zu Gerichten mit asiatischer Note passt, aber auch Fischessig, der an “Karpfen blau” erinnert oder Salbeiessig.

Essig zum Trinken

Die letzten beiden Kapitel widmen sich Shrubs und Cocktails. Shrub kommt wohl vom arabischen “sharab”, was “trinken” bedeutet. Es handelt sich im Prinzip um Sirup auf Essigbasis, dem die verschiedensten aromatischen Zutaten zugesetzt werden können. Mit etwas Wasser aufgespritzt ergibt das Ganze dann ein herrlich erfrischendes Getränk oder mit Sekt einen ungewöhnlichen Aperitif. Da gäbe es zum Beispiel Himbeershrub mit Sherryessig und Ingwer, Pfirsich-Earl-Grey-Shrub oder auch Schokoladenbalsam-Shrub. Schließlich gibt es noch einige Rezepte für Cocktails, in denen die vorher vorgestellten Shrubs verwendet werden.

Vielfalt im Essig-Regal

Die Rezepte im Buch sind sehr vielfältig; es ist für jeden Geschmack und jeden Verwendungszweck etwas dabei. Zu jedem Rezept ist beschrieben, wie der jeweilige Essig  schmeckt und wozu er besonders gut passt. Es ist auch immer angegeben, wie lange Arbeits- und Ruhezeit sind und wie viel Ausbeute man hat. Oft gibt es auch zusätzliche Tipps. Die Rezepte haben oft einen schönen Twist, der für ein schönes Ergebnis sorgt.

Und die Optik?

Das ist ein schmales, hochformatiges  Taschenbuch; auf den knapp 100 Seiten sind 65 Rezepte versammelt. Die einzelnen Kapitel sind an den Seitenrändern farblich hinterlegt; die Kapitel sind dann in den gleichen Farben gehalten; das ist schön übersichtlich. Von vielen Rezepten gibt es Fotos; sie sind manchmal ganzseitig, manchmal in die Rezepte eingebunden.

Schon mal ausprobiert:

Ich habe versucht, Weinessig zu machen. Sagen wir mal so….die Versuche laufen noch. Das Ganze ist … ein weites Feld und nicht einfach, was nicht an der Anleitung im Buch liegt, sondern schlicht daran, dass der Wein, den man kauft, geschwefelt ist, um eben genau zu verhindern, dass er zu Essig wird. Wie stark die Schwefelung ist, kann man eher nicht herausfinden, und so ist das Ganze eher ein Glücksspiel. Ich arbeite daran.

Für den Provence-Essig landen Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Lorbeer im Glas, dazu gesellen sich Zitronenschale, Pfeffer und Knoblauch. Das Ganze badet zwei Wochen in Condimiento bianco, und danach ist ein Ansatzessig fertig, der die Aromen Südfrankreichs wunderbar einfängt.


Der erste Shrub, den ich ausprobiert habe, ist einer mit Kaffee und Kardamom. In der Kombination mit der Essig-Basis klingt mag das seltsam klingen, aber es fügt sich alles zu einem harmonischen Ganzen. Ich mag den Shrub gern, um die Lebensgeister in der Mittagszeit wieder zu wecken; aber er eignet sich auch gut zum Mixen von Cocktails.

Der Dattelessig hat im Ergebnis etwas Ähnlichkeit mit dieser Balsamico-Creme, die man überall kaufen kann. Für die Herstellung werden Datteln mit Balsamico püriert, dazu kommt noch etwas Limettenabrieb und Kardamom. Nach einer Ruhezeit werde die festen Bestandteile abgesiebt. Der Essig passt gut zu Salat, aber auch zu Desserts und kann mit Mineralwasser oder Prosecco verdünnt als Aperitif genossen werden.

Fazit:

Wenn man Essig mag und richtig Lust auf Vielfalt hat, dann hat man Spaß an diesem Büchlein. Es gibt schöne Ideen und gut umsetzbare Rezepte, die gerne auch mal etwas ungewöhnlicher sind.

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: Riva 
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3742305268
  • 9,99