Tepache

Mexiko-Medizin, so nennt Tanita de Ruijt* dieses Getränk. Das liegt wohl daran, dass es entzündungshemmend wirkt, probiotisch ist und Katerbeschwerden mindert.

Außerdem ist Tepache ein sehr nachhaltiges Getränk – es wird angesetzt aus den Teilen der Ananas, die man nicht isst – also Strunk, Schale und Grün. Ich mag Ananas sehr, esse sie aber eher selten. Aber wenn ich dann schon eine Bio-Ananas anschaffe, finde ich es toll, wenn ich auch wirklich alles verwerten kann.

Und zusätzliche verlängert Tepache den Ananas-Genuss: man bekommt nämlich ein erfrischendes, kohlensäurehaltiges (ja….das Foto, man sieht das nicht..) Getränk, das richtig toll nach Ananas schmeckt.

Tepache

Fermentiertes Getränk aus Ananas

Gericht Getränk
Länder & Regionen Mexiko
Keyword Ananas
Portionen 2 Liter

Zutaten

  • 5 Gewürznelken
  • 3 cm frischer Ingwer
  • 5 Körner Piment
  • 2 Stangen Zimt
  • Schale, Strunk, Inneres und Grün von einer reifen Bio-Ananas
  • 2 l Wasser
  • 70 g Rapadura-Zucker

Anleitung

  1. Die Zimtstangen in Stücke brechen. Dann alle trockenen Gewürze in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie duften. Beiseite stellen und abkühlen lassen. 

  2. Ingwer reiben. Ananasreste waschen.

  3. Ananasreste, Gewürze und Ingwer in ein großes Glas geben und das Wasser angießen. Alles mit einem sauberen Tuch abdecken (oder mit einem Nylonstrumpf) und 2 bis 3 Tage an einem warmen Ort stehen lassen.

  4. Dass die Gärung einsetzt, erkennt man daran, dass sich an der Oberfläche Schaum bildet.

  5. Nach 2 bis 3 Tagen den Zucker einrühren, Gefäß wieder lose abdecken und alles weitere 2 bis 3 Tage stehen lassen. 

  6. Mischung durch ein Sieb abgießen, in sterilisierte Flaschen füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

  7. Tepache gärt im Kühlschrank weiter; es ist besser jeden Tag kurz den Deckel zu öffnen,bevor es Sauerei im Kühlschrank gibt ;-).

Kurkuma-Tamarinden-Tonic

Das ist sozusagen die Mutter aller Tonics Tanita de Ruijts “Natürlichen Booster-Drinks“.* Es ist das bekannteste Tonic der indonesischen Heilkunde Jamu. Zubereitet wird es meist zu Hause nach Familienrezepten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Tanita de Ruijt hat ein Rezept bekommen, und das war für sie der Anlass, sich näher mit Tonics zu beschäftigen.

Das Tonic wird in Indonesien getrunken, weil es entgiftet und heilt: Über Kurkuma muss man heutzutage ja nicht mehr so viel sagen, das ist ja sprichwörtlich in aller Munde und seine entgiftende, entzündungshemmende Wirkung wird gerne genutzt. Tamarinde wirkt kühlend und anti-oxidativ, sie regt den Stoffwechsel an und senkt den Blutzuckerspiegel. Das Pandanblatt ist eine optionale Zutat – ich würde aber nicht darauf verzichten, denn der Geschmack ist einfach sensationell. Außerdem wirkt Pandan positiv auf Cholesterinspiegel und Blutgefäße. Pandan gibt es im Asiashop. Man kann die langen Blätter sehr gut einfrieren.

Die Farbe ist sehr intensiv, aber tatsächlich schmeckt das Tonic angenehm mild. Und noch etwas: ich rate bei der Verarbeitung von Kurkuma dringend zu Handschuhen. Und bei Kurkuma und Ingwer zu Bio-Ware, denn die Knollen werden ungeschält verwendet.

Kurkuma-Tamarinden-Tonic

Aus der indonesischen Volksmedizin

Portionen 2 Liter

Zutaten

  • 160 g frische Kurkumawurzel ungeschält
  • 40 g frischer Ingwer ungeschält
  • 80 g Tamarindenmark ohne Kerne
  • 80 g Kokosblütensirup
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Prise Salz
  • 1 Pandanblatt
  • 2 l Wasser

Anleitung

  1. Kurkuma und Ingwer unter fließendem Wasser gründlich abschrubben. 

  2. Das Tamarindenmark in kleine Stücke brechen und in einen großen Topf geben. Kokosblütensirup, Salz, ordentlich Pfeffer aus der Mühle und 500 ml Wasser zugeben. Zum Kochen bringen, dann bei niedriger Temperatur 20 simmern lassen, bis das Tamarindenmark zerfallen ist. 

  3. Kurkuma und Ingwer in kleine Stücke schneiden und mit 500 ml Wasser im Mixer pürieren. 

  4. Jetzt das Wurzelpüree und den restlichen Liter Wasser zur Tamarindenmischung geben. Das Panadanblatt einmal knoten und ebenfalls zugeben. Alles 30 min simmern lassen, dabei hin und wieder umrühren. 

  5. Die Mischung durch ein feines Sieb abgießen und in sterilisierte Flaschen füllen.  

  6. Das Tonic hält sich im Kühlschrank bis zu drei Wochen und kann warm oder kalt getrunken werden. 

Kochbuch: Natürliche Booster Drinks | Tanita de Ruijt

Tanita de Ruijt ist Niederländerin. Ihre Kindheit verbrachte sie in Spanien, studiert hat sie in Schottland und lebt heute in London. Sie ist sehr neugierig in Bezug auf alles, was mit Lebensmitteln und Essen zu tun hat. Auf einer Reise durch Indonesien lernte sie die dortige traditionelle Jamu-Heikunde kennen. Diese verwendet traditionelle heimische Zutaten, mit denen Gesundheit und Wohlbefinden gestärkt werden sollen. Das Ganze hat sie derartig fasziniert, dass sie sich nach ihrer Heimkehr näher mit Jamu befasst hat. Angefangen hat alles mit dem klassischen Kurkuma-Tamarinden-Tonic, aber schon bald begann sie, ihre Produkte auf dem Markt zu verkaufen. Und heute entwickelt und vertreibt sie ihre Elexire in einem eigenen Laden  – dem Jamu Kitchen.

Wenn man nicht unbedingt nach London fahren will, um Tanita de Ruijts Drinks auszuprobieren, dann kann man nun die Rezepte auch in ihrem Buch finden. Tonic, so heißt das Buch im englischen Original.

Das ist ein relativ kleines, handliches Buch, das fröhlich und ansprechend aufgemacht ist. Das Papier ist matt und leicht grau abgetönt, da springen die farbenfrohen Fotos um so mehr ins Auge. Das Layout mit seinen verschiedenen Schrifttypen und kleinen Grafiken ist abwechslungsreich und trotzdem sehr übersichtlich. So sind zum Beispiel Erklärungen in einem anderen Schrifttyp gedruckt als Rezepte.

Das Buch beginnt mit einem sehr ausführlichem theoretischem Teil. Es geht um Geschmacksnoten, um benötigte Hilfsmittel, und es gibt eine sehr gründliche Warenkunde der verwendeten Zutaten.

Der Rezeptteil startet mit dem klassischen Kurkuma-Tamarinden-Tonic, der Klassiker der Jamu-Heilkunde, mit dem alles begann. Die restlichen Rezepte sind nach Zipperlein geordnet. Da gibt es Drinks, die bei Stress entspannen, solche, die bei Müdigkeit wieder auf die Beine helfen, Rezepte, die den Kater vertreiben, bei Verdauungsstörungen helfen und solche, die Erkältungen in die Flucht schlagen.

Die Rezepte sind ganz unterschiedlich. Manches, wie ein Kurkuma-Starter oder selbst angesetzter Kombucha muss eine Weile fermentieren und braucht etwas mehr Zuwendung und Manches ist rasch zusammengerührt wie das Leber-Tonic. Manches ergibt einen guten Vorrat, wie der Arroz con leche, anderes nur ein bis zwei Portionen für den sofortigen Verzehr wie der Wintertee. Es gibt Drinks, die kalt genossen werden, aber auch sehr viele Teerezepte.

Die Rezepte sind gut umsetzbar. Man braucht keine besonderen Gerätschaften und auch die meisten Zutaten sind gut erhältlich. Für einige Dinge  lohnt der Gang in den Bioladen oder Asia-Shop, aber ein Großteil der Rezepte verwendet Zutaten, die es in jedem gut sortierten Supermarkt gibt. Abgerundet wird der Rezeptteil durch zwei Register: eines nach Beschwerden und eines nach Zutaten.

Ich hab da mal was ausprobiert:

Was hier ein wenig aussieht wie Milchkaffee ist eine pflanzliche Milch aus gerösteten Erdnüssen. Tanita de Ruijt nennt das Getränk “Chill out Tonic”; denn Erdnüsse enthalten Stoffe, die Neurotransmitter im Gehirn aktivieren und beim Abschalten helfen. Also ein gutes Getränk vor dem Schlafengehen. Was aber fast wichtiger ist: ich bin keine Freundin von Pflanzenmilch, aber dieser Drink hat mir richtig gut geschmeckt.

Das hier, das ist sozusagen die Mutter aller Tonics, das bekannteste Getränk aus dem indonesischen Jamu: Kurkuma-Tamarinden-Tonic. Kurkuma wirkt entgiftend und entzündungshemmend, Tamarinde regt den Stoffwechsel an und senkt den Blutzuckerspiegel. Ein Gläschen davon am Morgen ist Teil der indonesischen Volksmedizin.

Über die Stränge geschlagen? DIY Selzer hilft. Die Mischung aus Wasser, Ingwer, Salz, Zitronensaft und Ahornsirup ist rasch gemacht und füllt Flüssigkeits- und Mineralienvorräte wieder auf. Ach, es schmeckt auch und läuft fix die Kehle runter.

Tepache gehört zu den Drinks, die etwas länger dauern in der Herstellung. Es ist ein fermentiertes Getränk aus Mexiko, das aus Ananas hergestellt wird. Und zwar aus Strunk, Schale und Grün. Eine ideale Verwertung für Ananas, noch dazu richtig erfrischend und so wohltuend, dass Tanita de Ruijt es “Mexiko-Medizin” nennt. (Und ja, ich decke meine Gläser mit Feinstrumpf-Söckchen ab. Das lässt Luft rein und hält Tierchen draußen.)

Das Hydro Tonic ist fix hergestellt und bringt den Elekrolyt-Haushalt wieder ins Lot. Drin sind: Kokoswasser, eine Paste aus Ingwer und Kardamom und etwas Limette.

Das Buch wohnte hier auch schon im englischen Original; daraus vorgestellt habe ich bereits das Rezept für den Verdauungsbitter.

Fazit:

Ich hatte großen Spaß mit diesem Buch und werde es weiterhin gerne nutzen. Es ist entspannend, in der Küche zu stehen und sich etwas zusammenzubrauen ;-). Es gibt aufmunternde Drinks für jede Gelegenheit und jeden Geschmack. Alles schmeckt wunderbar und man hat gleichzeitig das schöne Gefühl sich etwas Gutes zu tun.

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: ZS Verlag GmbH
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898838153
  • ISBN-13: 978-3898838153

Zitronengras-Chili-Shrub

Shrubs mag ich ziemlich gerne; sie geben ein schöne Erfrischung ab, muntern auf und sind nicht zu süß. Ein paar Shrubs habe ich Euch schon vorgestellt, zum Beispiel diesen hier mit Ingwer und Minze und diesen hier mit Kaffee. Basis sind immer ein Essig und ein Süßungsmittel und was das Aromatisieren angeht, so hat man freie Hand.

Diesen hier habe ich in einem Buch über alkoholfreie Cocktails* entdeckt. Und die Zutat “Chili” hat gleich meine Aufmerksamkeit geweckt. Ihr müsst aber keine Angst haben – die Chilischote verleiht dem Shrub zwar etwas Biss, aber so richtig scharf ist das Ganze nicht.

Der Shrub schmeckt gut mit Sprudelwasser aufgegossen, gibt aber auch Cocktails und Salatsaucen das gewisse etwas.

Zitronengras-Chili-Shrub

Erfrischender Sirup Pep

Gericht Getränk
Keyword Shrub
Portionen 750 ml

Zutaten

  • 5 bis 6 Stangen Zitronengras
  • 1 Biozitrone
  • 1 frische Chilischote
  • 250 ml Ahornsirup
  • 500 ml Apfelessig

Anleitung

  1. Zitronengras und Chili grob hacken. Zitrone in Spalten schneiden, dann ebenfalls grob hacken.

  2. Alles in ein ausreichend großes Glas geben, den Ahornsirup angießen.

  3. Den Apfelessig auf 45°C erwärmen und ebenfalls auf die Mischung gießen. 

  4. Das Glas verschließen und die Mischung eine Woche ruhen lassen.

  5. Durch ein feines Sieb abseihen und die Flüssigkeit in sterilisierte Flaschen füllen. Der Shrub hält sich im Kühlschrank bis zu einem Jahr. 

Kaffee-Kardamom-Shrub

“Shrub”, das klingt ganz witzig, oder? Das Wort hat seinen Ursprung im arabischen “sharab”, was schlicht “trinken” bedeutet. Shrubs sind Sirupe auf Essigbasis, die mit etwas Mineralwasser aufgespritzt ein erfrischendes Getränk ergeben. Man kann sie auch zum Mixen von Cocktails verwenden. und sie machen sich gut zum Aromatisieren von Marmeladen, zum Abrunden von Saucen oder als kleiner Kick auf Eiscreme.

Der größte Teil der Shrubs, die in “Essig und Shrubs selbstgemacht“* vorgestellt werden, verwenden neben Essig und Zucker Früchte und Kräuter als Basis. Ich wollte etwas anderes probieren  – in diesem Shrub geben Kaffee, Kardamom und Vanille das Aroma.

Klingt gewöhnungsbedürftig? Schmeckt sehr gut, ich gieße gerne etwas davon Mittags mit Mineralwasser auf; das erfrischt und holt einen aus dem Mittagstief. Der Shrub passt auch zu Nachtisch – sofern dieser keine Milch enthält – oder zum Mixen von Cocktails.

3.5 von 2 Bewertungen
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Kaffee-Kardamom-Shrub

Erfrischender Sirup mit Kaffee-Note

Gericht Drinks
Portionen 200 ml
Autor magentratzerl

Zutaten

  • 15 g Kaffeebohnen ganz
  • 3 Kapseln Kardamom
  • 1/2 Vanilleschote
  • 150 ml Weißweinessig
  • 200 g Rohrohrzucker

Anleitung

  1. Kaffeebohnen und Kardamom im Mörser zerkleinern. 

    Vanilleschote der Länge nach aufschneiden, das Mark herauskratzen, die Schote klein schneiden. 

  2. Gesamte Vanille mit der Kaffee-Kardamom-Mischung und dem Essig in einem Topf erhitzen, aber nicht kochen lassen. Den Topf von der Hitze nehmen, Deckel auflegen und alles eine Stunde durchziehen lassen.

  3. Den Zucker zugeben, alles unter Rühren sanft erhitzen, bis der Zucker sich aufgelöst hat. 

  4. Grobe Bestandteile durch ein Sieb abfiltern und Sirup in Flaschen füllen.

Kochbuch: Essig und Shrubs selbst gemacht | Elisabeth Engler

Mein Verhältnis zu Essig war nicht immer das Beste. Gut, genaugenommen fand ich Essig furchtbar. Das lag wohl daran, was seinerzeit so verwendet wurde – das nehme ich heute höchstens noch zum Entkalken ;-). Ein bisschen geprägt war meine Abneigung auch durch diese labbrigen, essiglastigen Salate, die es im Wirtshaus immer gab. Als ich anfing zu kochen, habe ich lange Zeit nur Zitronensaft verwendet, dann durfte Apfelessig einziehen. Und nachdem ich verstanden hatte, dass Essig nicht gleich Essig ist, ist er aus meiner Küche nicht mehr wegzudenken. Nicht für Salatdressings, sondern auch überall da, wo ein Spritzer Säure einem Gericht gut tut. Oder als erfrischendes Getränk im Sommer.

Wenn man die Vielfalt der Essigsorten so richtig geniessen möchte,  liegt es nahe, sich selbst an der Herstellung von Essig  zu versuchen. Dabei hilft dieses Buch. Es ist grob unterteilt in fünf Bereiche:

Essig-Basics

Es gibt eine kleine kleine Einführung zum Thema Essig – Herstellung, Sorten, gesundheitliche Vorteile und Inhaltsstoffe sowie Tipps zum Ansetzen von Aroma-Essig. In diesem Kapitel wird auch erklärt, wie man Essig selbst herstellen kann; es gibt ein Grundrezept für Weinessig, für den man zunächst eine Essigmutter benötigt, sowie Rezepte für Apfel- und Birnenessig.

Essig mit Aroma

Dann folgen zwei Kapitel, die sich mir dem Aromatisieren von (gekauftem oder selbst herstelltem) Essig befassen. Da gibt es zunächst mit Früchten oder Blüten aromatisierte Essige und dann solche, die von Kräutern oder Gewürzen profitieren dürfen. Da locken süßer Aprikosenessig (mit getrockneten Aprikosen), Frühlingsblütenessig,  Hagebuttenbalsam oder Tomatenessig. Im Gewürzteil gibt es unter anderem einen Amaro-Essig mit verschiedenen herben Gewürzen und Kräutern, eine Mischung mit Zitronengras, Ingwer und Koriander, die zu Gerichten mit asiatischer Note passt, aber auch Fischessig, der an “Karpfen blau” erinnert oder Salbeiessig.

Essig zum Trinken

Die letzten beiden Kapitel widmen sich Shrubs und Cocktails. Shrub kommt wohl vom arabischen “sharab”, was “trinken” bedeutet. Es handelt sich im Prinzip um Sirup auf Essigbasis, dem die verschiedensten aromatischen Zutaten zugesetzt werden können. Mit etwas Wasser aufgespritzt ergibt das Ganze dann ein herrlich erfrischendes Getränk oder mit Sekt einen ungewöhnlichen Aperitif. Da gäbe es zum Beispiel Himbeershrub mit Sherryessig und Ingwer, Pfirsich-Earl-Grey-Shrub oder auch Schokoladenbalsam-Shrub. Schließlich gibt es noch einige Rezepte für Cocktails, in denen die vorher vorgestellten Shrubs verwendet werden.

Vielfalt im Essig-Regal

Die Rezepte im Buch sind sehr vielfältig; es ist für jeden Geschmack und jeden Verwendungszweck etwas dabei. Zu jedem Rezept ist beschrieben, wie der jeweilige Essig  schmeckt und wozu er besonders gut passt. Es ist auch immer angegeben, wie lange Arbeits- und Ruhezeit sind und wie viel Ausbeute man hat. Oft gibt es auch zusätzliche Tipps. Die Rezepte haben oft einen schönen Twist, der für ein schönes Ergebnis sorgt.

Und die Optik?

Das ist ein schmales, hochformatiges  Taschenbuch; auf den knapp 100 Seiten sind 65 Rezepte versammelt. Die einzelnen Kapitel sind an den Seitenrändern farblich hinterlegt; die Kapitel sind dann in den gleichen Farben gehalten; das ist schön übersichtlich. Von vielen Rezepten gibt es Fotos; sie sind manchmal ganzseitig, manchmal in die Rezepte eingebunden.

Schon mal ausprobiert:

Ich habe versucht, Weinessig zu machen. Sagen wir mal so….die Versuche laufen noch. Das Ganze ist … ein weites Feld und nicht einfach, was nicht an der Anleitung im Buch liegt, sondern schlicht daran, dass der Wein, den man kauft, geschwefelt ist, um eben genau zu verhindern, dass er zu Essig wird. Wie stark die Schwefelung ist, kann man eher nicht herausfinden, und so ist das Ganze eher ein Glücksspiel. Ich arbeite daran.

Für den Provence-Essig landen Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Lorbeer im Glas, dazu gesellen sich Zitronenschale, Pfeffer und Knoblauch. Das Ganze badet zwei Wochen in Condimiento bianco, und danach ist ein Ansatzessig fertig, der die Aromen Südfrankreichs wunderbar einfängt.


Der erste Shrub, den ich ausprobiert habe, ist einer mit Kaffee und Kardamom. In der Kombination mit der Essig-Basis klingt mag das seltsam klingen, aber es fügt sich alles zu einem harmonischen Ganzen. Ich mag den Shrub gern, um die Lebensgeister in der Mittagszeit wieder zu wecken; aber er eignet sich auch gut zum Mixen von Cocktails.

Der Dattelessig hat im Ergebnis etwas Ähnlichkeit mit dieser Balsamico-Creme, die man überall kaufen kann. Für die Herstellung werden Datteln mit Balsamico püriert, dazu kommt noch etwas Limettenabrieb und Kardamom. Nach einer Ruhezeit werde die festen Bestandteile abgesiebt. Der Essig passt gut zu Salat, aber auch zu Desserts und kann mit Mineralwasser oder Prosecco verdünnt als Aperitif genossen werden.

Fazit:

Wenn man Essig mag und richtig Lust auf Vielfalt hat, dann hat man Spaß an diesem Büchlein. Es gibt schöne Ideen und gut umsetzbare Rezepte, die gerne auch mal etwas ungewöhnlicher sind.

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: Riva 
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3742305268
  • 9,99

Aromawasser mit roten Früchten, Zitrone und Salbei

Aromatisiertes Wasser ist eine feine Sache, finde ich. Dadurch, dass es etwas Geschmack mitbringt, erleichtert es das Trinken. Eigentlich braucht man für so etwas ja nicht unbedingt ein Rezept; allerdings muss ich gestehen, dass ich ohne Anregung von außen dann doch immer bei den gleichen Aromen lande – Ingwer, Zitrone, Minze. Für etwas mehr Abwechslung sorgen die Ideen in Stéphanie de Turkheims “Detox”-Buch*.

Dieses Wasser hier habe ich besonders gern getrunken. Es ist schön frisch und fruchtig durch Beeren und Zitrone und die herbe Note des Salbei sorgt für einen kleinen  Kick; so wird das nicht langweilig. Nebenbei wirkt der Salbei noch entzündungshemmend und lindert Verdaungsbeschwerden.

Ich habe bei den Beeren auf Tiefkühlware zurückgegriffen; im Sommer schmeckt es mit frischen Früchten sicher nochmal so gut. Salbei habe ich immer im Garten; den kriege noch nicht mal ich tot.

Für einen Liter:

  • 250 g rote Beeren
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 Handvoll Salbeiblätter
  • 1 Liter Wasser

Die Früchte in einen ausreichend großen Krug geben. Zitrone in Scheiben schneiden und dazu geben, ebenso den Salbei. Mit Wasser aufgießen und kühl stellen. Alles mindestens 30 min ziehen lassen. Ich bereite solche Wasser meist am Vorabend zu und lasse sie über Nacht im Kühlschrank stehen.

Prost!

Kochbuch: Detox – Suppen, Smoothies, Tees, Aromawasser & Cocktails | Stéphanie de Turckheim

Halt, nicht wegklicken, nur weil da “Detox” in der Überschrift steht! Ich gebe ja zu, das Ziel dieses Buches ist es, mithilfe von Getränken und Suppen dem Körper etwas Gutes zu tun. Von einer Detox-Kur ist des öfteren die Rede im Buch. Ich stelle es aber aus einem anderen Grund vor – es geht um Flüssigkeitszufuhr.

Eigentlich habe ich immer mehr als nur ausreichend getrunken; ich bin die, die den ganzen Tag an der Teetasse hängt. Aber in letzter Zeit gibt es Schwierigkeiten – ich kriege meine Tasse nicht mehr leer und stelle am Ende des Tages fest, dass ich zu wenig getrunken habe.  Denn literweise Wasser ist auch nicht so meines…. Es braucht also Motivation und Abwechslung, und genau deshalb stelle ich Euch ganz uneigennützig ein Buch vor, das sich mit Getränken im weitesten Sinne befasst.

Geschrieben hat das Buch Stéphanie de Turckheim. Die gebürtige Elsässerin ist eine leidenschaftliche Köchin und hat schon einige Kochbücher geschrieben; außerdem gibt sie Kinderkochkurse, um die Begeisterung für gutes Essen auch an nachfolgende Generationen weiterzugeben.

Vor mir liegt ein hübsch aufgemachtes Taschenbuch. Das Layout ist hell und fröhlich und motiviert zum Blättern und Lesen. Jedes Rezept hat ein ganzseitiges Foto bekommen; besonders hübsch ist da, dass die Rezeptseiten farblich passend unterlegt sind – also: roter Smoothie, rote Rezeptseite. Das Inhaltsverzeichnis punktet mit einem kleinen Bildchen fürjedes Rezept. Einziger Wermutstropfen: das Buch bleibt nicht aufgeschlagen liegen.

Jetzt zum Inhalt: 70 Rezepte gibt es – das ist eine Menge Stoff zum Trinken. Da gibt es Säfte für den Morgen, Brühen, Smoothies, aromatisiertes Wasser, Tees und Cocktails. Die Bandbreite reicht von Saft aus Roter Bete, Rotkohl, Apfel und Ingwer über Brühe aus Lauch und vier Gewürzen bis hin zu einem Smoothie aus Brokkoli, Banane, Zitrone und Petersilie, Aprikosen-Heidelbeer-Melissenwasser, einem grünen Tee mit Kirschstielen, Anis und Fenchel bis zu einem Cocktail mit Karotte, Ananas und Ingwer.

Bevor es an die Rezepte geht, gibt es eine Einführung. Es wird erklärt, was das Ziel des Buches ist, man kann testen, ob man eine Kur nötig hat, Zutaten und benötigtes Equipment werden erklärt, sogar Menüvorschläge gibt es. Zusätzlich punktet das Buch mit einem Anhang, der in seiner Ausführlichkeit seines Gleichen sucht: es gibt nochmals Menüvorschläge, ein alphabetisch geordnetes Rezeptverzeichnis sowie eine ebenfalls alphabetisch geordnetes Zutatenregister und einen Saisonkalender.

Dass die Rezepte einen nicht vor Schwierigkeiten stellen, versteht sich bei diesem Thema ja fast von selbst, oder? Ausführlich sind sie trotzdem; unter anderem sind  immer die Zubereitungszeit angegeben und das benötigte Equipment, auch Varianten und Alternativen gibt es. Eines aber stört mich: Die Autorin sieht die Rezepte wirklich unter dem Gesichtspunkt einer Detox-Kur; das Wort “Detox” steht in jeder Kapitelüberschrift und auch bei vielen Rezepttiteln. Dann hätte ich aber doch auch gerne erklärt bekommen, worin genau die Wirkungen der einzelnen Rezepte auf meinen Körper bestehen. Was genau tue ich mir denn Gutes mit einer Brühe aus weißem Spargel und Curry?

Aromawasser finde ich klasse, und zwar schlicht, weil es gut schmeckt und man es daher besser schafft, genügend zu trinken. Ich habe also als erstes das “Detox-Wasser” mit Orange, Fenchel, Sellerie und Karotte probiert. Ob das nun entgiftet, weiss ich nicht. Geschmeckt hat es jedenfalls gut.

Ich trinke zwischendurch gerne mal eine Tasse Brühe. Im Winter ist eine mit Paprika gewürzte Brühe auf der Basis von Rotkohl eine tolle Idee, und das nicht nur wegen der aufmunternden Farbe. Allerdings: im Original kommen als Gewürze Paprikapulver und eine Prise Zucker an die Brühe; ich musste ein wenig Salz daran machen, sonst hätte ich sie nicht trinken können.

Besonders gut fand ich das Aromawasser mit roten Früchten, Zitrone und Salbei. Es ist frisch und fruchtig, und die leicht herbe Salbeinote gibt den letzten Kick. Beim Obst habe ich auf Tiefkühlware zurückgegriffen; Salbei habe ich immer im Garten.

Bei Verdauungsschwierigkeiten hilft Fenchel. Und das noch besser, wenn man ihn mit Minze kombiniert so wie in diesem Tee mit Fenchel, Minze und Zitrone.

Fazit: Nein, ich habe es nicht so mit dem Detoxen. Wohl aber damit, mir genügend Flüssigkeit zuzuführen. Und dafür liefert dieses Buch mit seinen abwechslungsreichen Rezepten einem gute Ideen an die Hand. Vom Smoothie als kleine Mahlzeit über Tee bis hin zum Cocktail ist alles dabei; auch Kombucha und Wasserkefir gibt es.

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Stocker
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3702017040
  • 14,95

Verdauungsbitter – selbst angesetzt und ohne Alkohol

Mein Vater hat diese Vorliebe für Fernet Branca. Ich teile sie nicht, muss aber zugeben, dass der Likör tatsächlich hilft, wenn man sich mal den Magen verrenkt hat. Ich sehe das Getränk also eher als Medizin. Im Haus habe ich aber keinen. Und das, obwohl ich bitteren Geschmack sehr zu schätzen weiß.

Die Idee einen Verdauungsbitter selbst anzusetzen, kommt aus diesem Buch* und hat mich gleich angesprochen; denn, wie gesagt, “bitter” mag ich ja. Außerdem hat mich die Rezeptur interessiert; denn sie basiert auf Apfelessig.

In den Apfelessig wandern verschiedene Kräuter und Gewürze. Man kann sich da kreativ austoben und einmal durch Gewürzschublade und Vorratskammer gehen. Das Elixier kann man außerdem in beliebiger Menge herstellen; ich habe probehalber erst mal weniger gemacht, aber ich werde bestimmt nachproduzieren.

So ein Schluck Bitter nach dem Essen hilft bei der Verdauung, reduziert Blähungen und Aufstoßen. Na, werdet Ihr sagen, aber mit so viel Apfelessig? Ich sage mal so, es ist wie bei Fernet – der Geschmack ist Teil der Therapie ;-). Nein, im Ernst, ein Schlückchen davon reicht ja und das ist dann auch geschmacklich genau richtig. Außerdem macht sich der Bitter auch gut in Cocktails oder zur Abrundung von Speisen, die von einer bitteren Note profitieren.

Ein Wort noch zum Apfelessig: Ihr nehmt natürlich den naturbelassenen, nicht pasteurisierten. Der hat noch die gute Essigsäure sowie eine Menge Enzyme und wirkt probiotisch. Und: wusstet Ihr übrigens, dass (Apfel)essig basisch wirkt? Wenn die Portion Säure im Magen landet, reagiert der darauf nämlich ausgleichend und die Säureproktion wird zurückgefahren. Eine clevere Sache, oder?

Für eine beliebige Menge:

  • Apfelessig
  • 50 % Bestandteile mit bitterem Geschmack wie zum Beispiel Schalen von Zitrusfrüchten, Gänseblümchenwurzel, Süßholz, Kurkumawurzel oder Ingwer
  • 50% Bestandteile, die Aroma geben, also Gewürze wie Nelken, Fenchel, Zimt, Vanille, Kräuter und Blüten wie Kamille, Hibiskus, Minze, Rosmarin oder Zitronengras, verschiedene Nüsse, aber auch Kaffeebohnen oder Kakaonibs

Die Herstellung ist denkbar einfach. Die bitteren und geschmacksgebenden Bestandteile wiegt ihr ab und gebt sie zu gleichen Teilen in ein großes Einmachglas. Dann gießt Ihr mit Apfelessig auf, schüttelt alles einmal, schraubt einen Deckel auf und lasst die Mischung 3 Wochen bei Zimmertemperatur durchziehen.

Danach alles durch ein Mousselinetuch abseihen und in sterilisierte Flaschen füllen.

Tomato-Clamato und Prawn Toast

Hier sind sie also, die Rezepte aus der Bar Bibel*.

Krabbentoast steht schon sehr lange auf meiner inneren Nachkochliste; aber irgendwie ist es nie dazu gekommen. Also habe ich die Gelegenheit beim Schopf ergriffen. Das Rezept habe ich leicht verändert; es sieht 1 kg Garnelen für 4 Toasts vor. Bei uns haben es 500 g Garnelen getan, das war in Ordnung so. Dann soll zum Toast eine Sauce gereicht werden – Amai-Sauce aus Tomatensauce, Ketchup, Tom-Yum-Paste und anderen, zu erstehen im Asiashop. Die konnte ich nicht finden. Ich habe statt dessen eine Sauce nach diesem Rezept verwendet. Das ist etwas völlig anderes, ich weiß. Aber es hat gut geschmeckt und harmoniert. Nur hat es die Sauce nicht auf’s Foto geschafft. Der Drink hat wohl seine Wirkung getan, ich habe das Fehlen auf dem Foto erst bemerkt, als schon alles aufgefuttert war.

Genau, der Drink: Zum Toast wird eigentlich der Cocktail No. 5 vorgeschlagen; der basiert auf Whiskey, Kürbis und Ahornsirup. Ich habe statt dessen einen Cocktail auf Tomatenbasis und Wodka gewählt; ich finde, dass Tomate und Sichuanpfeffer die Krabbenmasse wunderbar ergänzen. Also los:

Prawn Toast (ergibt 4 Toasts):

  • 1/2 Limette, unbehandelt
  • 500 g rohe Garnelen
  • 2 Zehen Knoblauch
  • eine dicke Scheibe frischer Ingwer
  • Wurzeln von 1/2 Bund Koriander
  • 1/2 Chilischote
  • Salz
  • 1 EL Olivenöl
  • 25 g Sriracha-Sauce
  • 4 Scheiben Toast
  • 25 g Butter

Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Schale der Limette abreiben. Garnelen, Knoblauch, Ingwer und Korianderwurzeln grob hacken, dann im Blitzhacker zerkleinern. Mit Chili, Salz, Limettenabrieb, Olivenöl und Sriracha abschmecken.

Die Garnelenmasse auf die Toastscheiben verteilen. Butter in einer Pfanne schmelzen. Die Toasts in die Pfanne geben und zunächst von der Unterseite anrösten. Dann wenden und die mit Garnelenpaste bestrichenen Seiten je 2 min braten. Die Toasts mit der Krabbenseite nach oben auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und im heißen Ofen noch 5 min backen.

Dazu habe ich diese Sauce gereicht, das hat gut gepasst. Nur auf’s Foto hat sie es nicht geschafft; ich habe es zu spät gemerkt.

Tomato-Clamato:

Der Cocktail erfordert ein wenig Vorarbeit; ihr müsst eine Infusion herstellen, die zwei Tage durchziehen muss.

Sichuanpfeffer-Essenz:

  • 500 ml Wodka
  • 2 Handvoll Sichuan-Pfeffer
  • 1 Chilischote

Alles vermischen, 48 h ziehen lassen, dann abseihen.

Tomatensaft-Mix:

  • 1 l Tomatensaft
  • 1 Dose passierte Tomaten
  • 1 TL Misopaste

Alles in einen Mixer geben und pürieren. Ihr werdet nicht alles brauchen; man kann die Mischung im Kühlschrank aber aufheben. Ich habe übrigens mit einem Teil davon Baked Beans gemacht, das war klasse.

Jetzt zum Drink:

  • 5 cl Wodka (in Rezept steht Belvedere, bei mir musste es Finlandia tun)
  • 15 cl Tomatensaft-Mix
  • 1 cl Zitronensaft, frisch gepresst
  • 6 dashes Worcestershiresauce
  • 2 dashes Sichuanpfeffer-Essenz
  • 1 g Salz
  • 1/2 Zitrone zur Garnitur

Alle Zutaten (mit Ausnahme der Zitrone, natürlich) in einen Shaker geben. Auf Eiswürfeln nur ganz kurz (ca. 3 Sekunden) shaken, damit nichts verwässert. In ein Londrink-Glas abseihen und mit Zitrone garniert servieren.