Omelett mit Erbsen, Kartoffeln, Erbsensprossen und Erbsenpulver

Ich liebe Erbsen, eine Packung davon habe immer in der Tiefkühle. Natürlich sind frische Erbsen am allerbesten, aber ich finde, tiefgekühlte sind ein guter Ersatz. Dieses Rezept von Mikkel Karstad* enthält Erbsen gleich auf drei verschiedene Arten: frische Erbsen, Erbsensprossen und getrocknete, pulverisierte Erbsen.

Neugierig gemacht hat mch das Erbenpulver: Mikkel Karstad macht das im Mörser, ich war faul und habe einen Blitzhacker benutzt. Und was bringt uns das Pulver, ausser, dass es spektakulär klingt? Es bringt nochmal zusätzlichen Erbsengeschmack ans Omelett, und Konsistenz bringt es auch mit – ich habe mir einen Vorrat angelegt ;-).


Für 4 Portionen:

Zutaten:

  • 6 Eier
  • 200 ml Milch
  • 300 g Kartoffeln, gekocht und geschält
  • 2 EL Olivenöl
  • 200 g Erbsen, ausgepahlt oder TK
  • 1 Schalotte
  • 20 g getrocknete grüne Erbsen
  • 2 Handvoll Erbsensprossen
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung:

Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Eier in eine Schüssel aufschlagen. Milch zugeben, salzen und pfeffern und alles verquirlen.

Olivenöl in einer ofengeeigneten Pfanne erhitzen und die Kartoffelstücke darin anbraten, bis sie etwas Farbe angenommen haben. Salzen und pfeffern.

Die frischen Erbsen zu den Kartoffeln geben und alles mit der Eiermasse begießen. Kurz stocken lassen, dann in den Ofen geben. Ca. 15 min backen, bis die Oberfläche vollständig gestockt ist.

Schalotte schälen und in feine Scheiben schneiden. Getrocknete Erbsen im Blitzhacker zu Pulver mahlen.

Pfanne aus dem Ofen holen (Topflappen!) und das Omelett mit Schalotte, Erbsensprossen und Erbsenpulver bestreut servieren.


Kochbuch: Immergrün | Mikkel Karstad

Mikkel Karstadt habe ich Euch hier schon näher vorgestellt. Er ist bekannt für seine einfachen, aber effektvollen Rezepte, die das Beste aus den Zutaten herausholen und ihre Eigenschaften betonen. Nun hat er nachgelegt; in seinem neuen Buch geht es um Gemüse.

Schön ist das Buch geworden. Mattes Papier, Fadenbindung und passend zum Thema ist nicht nur der Umschlag grün, sondern auch der Schnitt. Es geht um eine einfache, reduzierte Küche und dazu passt auch das Layout: es ist einfach, ruhig und übersichtlich in zurückhaltenden Farben. Und dann wären da noch die Fotos von Anders Schønnemann, die immer etwas Besonderes sind. Auch sie sind reduziert und fangen das Wesen der Gerichte und Zutaten wunderbar ein.

Jetzt zum Inhalt; der ist nach Gemüsesorten geordnet. Neben Zucchini, Erbsen, Bohnen, Brokkoli, Möhren, Mais, Zwiebeln, Topinambur, Roter Bete und Sellerie haben auch Wald, Wiesen und Felder je ein eigenes Kapitel bekommen. Die Rezepte sind einfach und auf die Zutaten fokusiert. Es gibt Spiegelei mit gebratenen Rapsblüten und Sauerklee, im Ganzen gebackene Zucchini mit eingelegten roten Zwiebeln, Kräutern und Sesam, frittierte Bohnen mit Frühlingszwiebelasche, Ramen mit Brokkolistrunk – alles ebenso einfach wie kreativ. Und natürlich wird berücksichtigt, dass die Gemüse je nach Jahreszeit einen anderen Charakter haben – Frühmöhren knabbert man am besten roh, im Herbst oder Winter machen sie sich gegart besser.

Die Rezepte sind alltagstauglich und man steht meist nicht lange dafür in der Küche. Alle Rezepte sind vegetarisch; auch Veganer werden gut fündig. Eine Grenze für die Alltagstauglichkeit gibt es allerdings für manchen von uns – die Zutaten. Ich wäre neulich gerne aus dem fahrenden Zug gesprungen, um Rapsblüten zu ernten, in meiner Gegend wird nämlich keiner angebaut. Gut, wer einen eigenen Garten hat und regelmäßig in die Natur kommt –  der kann Fichtensprossen sammeln, Schnittlauchblüten ernten oder auf unreife rote Johannisbeeren zurückgreifen. Alle anderen lassen sich eben einen kreativen Ersatz einfallen; so kann man statt Rapsblüten gut Brokkoli nehmen und statt Wildkräutern eben auch eine bunte Mischung vom Markt.

Pasta mit Bohnen, Nüssen und Parmesan, das ist ein ebenso einfaches wie wirkungsvolles Rezept: Die Bohnen werden sehr klein geschnitten, das sorgt für eine kurze Garzeit. Die Bohnen sind gegart, aber noch knackig.

Die Spargelsaison musste genutzt werden: auch der Spargel wird nur sehr kurz gebraten und hat dadurch eine schöne Konsistenz. Dazu gibt es gebratenen Brennesseln und Wildkräuter (bei mir Frauenmantel) und selbst gemachten Frischkäse. Das Rezept findet Ihr hier; ich habe es servicebewusst in der Spargelsaison verbloggt ;-).

Zucchini und Curry ist ja eine relativ klassische Kombination. Hier landet das Currypulver an einer säuerlich-süßen Marinade, in die die Zucchini eingelegt werden. Eigentlich sollte dazu auch noch Eisenkraut verwendet werden; ich habe statt dessen Zitronentymian benutzt.

Ich liebe Erbsen und alles, was damit zu tun hat. Am Erbsenomelette mit Kartoffeln,  das ganz einfach im Ofen gegart wird, hat mich aber fasziniert, dass es mit pulverisierten Trockenerbsen dekoriert wird.

Zum Omelette gab es nicht nur die eingelegten Zucchini, sondern auch noch ein in der Pfanne gebratenes Fladenbrot, das mit einem schönen Anteil an Maismehl punktet.

Fazit:

Esst mehr Gemüse und zieht zur Inspiration dieses Buch heran, es macht einfach Spaß. Die Rezepte sind nicht nur alltagstauglich, sondern auch auf den Punkt – sie betonen den Charakter der Zutaten und holen das Beste aus ihnen heraus. Sie sind gleichzeitig einfach und kreativ. Hinzu kommt, dass es großen Spaß macht, in dem Buch zu blättern –  mit den wunderbaren Fotos gleicht es einem Bildband.

  • Gebundene Ausgabe: 296 Seiten
  • Verlag: Prestel Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3791385228
  • 36,00

Japanischer Kartoffelsalat

Es gibt Gerichte, die stehen hier standardmäßig mehrmals im Jahr auf dem Tisch, echte Leibspeisen, und trotzdem habe ich sie hier noch nicht geteilt.

So wie dieser Kartoffelsalat, den gibt es sehr oft, wenn wir grillen. Der Salat ist schön mild und schmeckt dank der Gurke wunderbar frisch. Und das sage ich, obwohl ich bei Kartoffelsalat eigentlich nicht Team Mayo bin….

Ja, es gibt Kartoffelsalat in Japan; er zählt zu den Gerichten, die man aus dem Westen übernommen und an den eigenen Geschmack angepasst hat; das sind die yoshoku-Gerichte (洋食).  Curry gehört dazu, auch verschiedene Spaghetti-Gerichte oder Tonkatsu. Und eben Kartoffelsalat.

Der Salat lässt sich gut vorbereiten und ist ein beliebter Bestandteil von Bento-Boxen. Es gibt viele unterschiedliche Rezepte – aber immer kommt Mayonnaise an das Dressing, am liebsten natürlich die japanische Mayonnaise, die es hier in den Asia-Shops zu kaufen gibt. Ich habe das Ganze ein wenig leichter gemacht und einen Mischung aus Mayonnaise und Joghurt verwendet.

Ich schicke das Rezept gerade mal rüber zu Julia, die sammelt nämlich im Juli für ihre Entstaubten Klassiker Grill-Rezepte.

Japanischer Kartoffelsalat

Kartoffelsalat mit Karotte, frischer Gurke und Mayonnaise

Gericht Salat, Beilage
Länder & Regionen Japan
Keyword Kartoffelsalat
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 500 g Kartoffeln
  • 250 g Karotten
  • 200 g Gurke
  • 1/2 Zwiebel
  • etwas Reisessig zum Einlegen der Zwiebel
  • 75 g Mayonnaise
  • 75 g Joghurt
  • 1 TL Senf
  • 1 hartgekochtes Ei
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung

  1. Kartoffeln schälen und in mundgerechte Stücke schneiden, ebenso die Karotten. Die Karotten schneide ich gerne im Rollschnitt, das gibt eine interessante Form: dafür die Karotte auf das Schneidbrett legen und das Messer schräg zur Karotte halten. Das erste schräge Stück abschneiden, dann der Karotte eine Vierteldrehung geben und das nächste Stück abschneiden. So weitermachen, bis die Karotte ganz geschnitten ist. 

  2. Die Kartoffeln und die Karotten mit etwas Salzasser im geschlossenen

    Kochtopf in ca. 10-15 Min. gar kochen. Das Gemüse dann abtropfen

    und abkühlen lassen.

  3. Während die Kartoffeln und Karotten kochen, die Gurke in dünne Scheiben hobeln und mit etwas Salz vermischt in einem Sieb ziehen lassen. 

  4. Zwiebel schälen, in dünne Ringe schneiden und mit dem Reisessig in einer Schüssel vermengen. 

  5. Gurke und Zwiebel gut trocken tupfen. Dann mit den abgekühlten Karotten und Kartoffeln in einer Schüssel vermischen. 

  6. Das Ei schälen und würfeln und zum Gemüse geben. 

  7. Mayonnaise, Joghurt und Senf zum Gemüse geben, alles vorsichtig vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Vor dem Servieren mindestens einen Stunde durchziehen lassen. 

Tofu Dengaku und Brokkoli mit Sesamsenf

Nun habe ich Euch ja Zen und Sellerie* von Malte Härtig vorgestellt. Zwei Gerichte daraus möchte ich Euch heute noch präsentieren: die Gerichte sind leicht und jeweils für zwei Personen konzipiert. Die Idee ist, mehrere kleine Gerichte auf den Tisch zu bringen und sie zu genießen. So habe ich das auch gemacht. Ein wenig Reis dazu und die Mahlzeit ist perfekt.

Dengaku ist ein klassische japanische Zubereitung: Grillgut wird mit einer Mischung aus Miso, Sake und Mirin bepinselt und dann gegrillt. Gerne wird dafür auch Aubergine verwendet; die dient aufgrund ihrer Konsistenz tatsächlich gerne als Fleischersatz.

Für das Topping braucht Ihr Kombu-Dashi. Dafür eignet sich gut ein Kaltauszug – einfach ein Stück Kombu über Nacht in einem Liter Wasser ziehen lassen.

Tofu Dengaku

Tofu mit würzigem Miso-Topping

Gericht Hauptgericht
Länder & Regionen Japan
Keyword vegetarisch
Portionen 2 Portionen

Zutaten

  • 150 g fester Tofu
  • 100 g Miso dunkle Sorte, ich hatte Mugi-Miso
  • 2 EL Sake
  • 2 EL Mirin
  • 2 EL Zucker
  • 1 Eigelb
  • 6 EL Kombu-Dashi

Anleitung

  1. Miso mit Eigelb, Sake, Zucker und Eigelb in einer hitzefesten Schüssel  mischen. Nach und nach Dashi zugeben und alles glatt rühren. Alles über dem Wasserbad langsam unter Rühren erwärmen, bis die Masse andickt. 

  2. Tofu in Rechtecke schneiden - etwa Schokoriegelgröße. Auf Küchenpapier die überschüssige Feuchtigkeit ausdücken und je eine Seite dick mit dem Topping bestreichen. 

  3. Im Original wird der Tofu nun gegrillt; ich habe ihn in der heißen Pfanne gebraten, bis der braun und karamellisiert war. 

Zum Tofu gab es Brokkoli. Brokkoli, der allgegenwärtige. Für viele ein langweiliges Grünzeug, aber das kommt ja auch darauf an, wie das Ganze serviert wird. Hier wird der Brokkoli nur kurz gedämpft und dann mit einer Sauce aus Tahin und Senf überzogen-  einfach, aber das Gegenteil von langweilig.

Brokkoli mit Sesamsenf

Brokkoli in einem Dressing aus Tahin und grobem Senf

Gericht Hauptgang
Länder & Regionen alle
Keyword vegan, glutenfrei
Portionen 2 Portionen

Zutaten

  • 120 g Brokkoli
  • 2 TL Sojasauce helle
  • 2 TL grober Senf mit ganzen Körnern, kein süßer
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Tahin
  • 2 TL Wasser

Anleitung

  1. Brokkoli putzen und in Röschen teilen. Die Strünke kreuzweise einritzen, dann alles 2 min über kochendem Wasser dämpfen und kalt abspülen. 

  2. Für das Dressing alle Zutaten verrühren. 

  3. Brokkoli im Dressing wenden, auf Teller verteilen und servieren. 

Kochbuch: Von Zen und Sellerie | Malte Härtig, Jule Felice Frommelt

Worauf kommt es eigentlich an? Was macht es denn aus, unser Leben, unseren Tag, unser Kochen? Was ist Euch denn da wichtig? Eine philosophische Frage? Ja, aber es geht hier auch um ein philosophisches Kochbuch. Von Malte Härtig habe ich Euch bereits dieses Buch über Kaiseki vorgestellt. Da geht es um die japanische Hochküche und ihre Verbindung zum Zen-Buddhismus. Das liest sich sehr schön und aufschlussreich –  aber nun geht es an die Praxis. Es wird gekocht. Die Idee: ein jahreszeitliches Kochbuch, das das jeweilige Gemüse und seinen Charakter in  den Mittelpunkt stellt.

Ich fange jetzt mal von außen an, denn ich ringe irgendwie nach passenden Formulierungen für das Wesen dieses Buches. Vor mir liegt ein schöner, hochwertig aufgemachter Band mit Fadenbindung, mattem Papier in gedeckten Farben, Lesebändchen und schönen Fotos.  Die Fotos hat Jule Felice Frommelt gemacht, und sie sind reduziert im besten Sinne. Da werden die fertigen Gerichte gezeigt – in schönem, passenden Geschirr, aber ohne Drumherum. Es geht um die Seele der Gerichte, und die wird wunderbar eingefangen.

So, jetzt zum Wesen des Buches. Malte Härtig ist Koch und Philosoph und er beschäftigt sich …. grob gesagt mit Einfachheit. Was bleibt denn übrig vom Gemüse, wenn ich es ernte, mir überlege, was es sein will, und es dann entsprechend zubereite? Fern von Sahnesaucen, komplexen Gewürzmischungen und anderen Kapriolen? Er hat die Tradition des Kaiseki  aufgegriffen und es sich zur Aufgabe gemacht, das Wesen des Gemüses zu erkunden.

Jule Felice Frommelt ist begeisterte Gärtnerin und hat ein Gartengrundstück im Spreewald. Dort wurde das Buch konzipiert. Die beiden sind immer wieder in diesen Garten gefahren, haben geerntet und mit dem Geerneten gekocht. Wenn man beim Kochen das Wesen der Dinge erkunden will, richtet man sich am besten nach dem Lauf der Jahreszeiten. Und genau danach sind die Rezepte auch geordnet.

Da gibt es  Seidentofu mit Mangold und Mandarinendressing im Frühling, Antipasti auf japanische Art im Sommer, Topinambur mit Misonaise im Herbst und Lauch mit Orange und Walnuss im Winter. Es werden keine Milchprodukte verwendet, aber hin und wieder ein Ei. Die meisten Rezepte sind zwanglos und zufällig  vegan. Zu jedem Rezept gibt es eine Einführung, in der man lesen kann, worauf es ankommt bei dem Gericht und was sein Wesen ausmacht. 

Für jede Jahreszeit gibt es eine Suppe, eingelegtes Gemüse, gegartes Getreide,  etwas mit Tofu und auch Süßes.  Wie es die Tradition des Kaiseki will, wird jedes Kapitel mit einer Tasse Tee abgeschlossen: Matcha im Frühjahr, Gerstentee im Winter….Das klingt japanisch, und auch viele Kochtechniken sind aus der japanischen Küche entlehnt. Dennoch ist das keine japanisches Kochbuch in  Reinkultur, sondern alles ist übertragen auf unsere Lebensverhältnisse. 

Die Rezepte sind einfach im besten Sinne. Es wird zurückhaltend gewürzt, hauptsächlich mit Dashi, Mirin und Sojasauce – Würzmittel, die den Eigengeschmack der Zutaten betonen anstatt ihn zu übertünchen. Der Dashi ist ein einfacher Kombu-Dashi – und ich habe aus gutem Grund seither immer ein großes Glas Wasser mit etwas Kombu darin auf der Arbeitsfläche stehen.

Nun ist das aber kein reines Rezeptbuch. Es ist (auch) ein Buch zum Lesen, Nachdenken und Erkenntnisse gewinnen. Es gibt viel Text, als Vorwort, vor jedem Kapitel und auch zu jedem Rezept als kleine Einführung. Klar geht es da um Lebensmittel und ums Kochen –  aber nicht auf einer technischen Ebene, sondern auf einer philosophischen. Kochen wir den Sellerie oder kocht der Sellerie etwa auch uns? Was passiert  – in der Küche und in meinem Leben –  wenn ich die Dinge so nehme, wie sie eben sind? Was ist denn das Wesen der einzelnen Jahreszeiten?  Es  gibt viele schöne  Anregungen zum Innehalten und Nachdenken oder auch  einfach Nachspüren.

Eigentlich ist die Zwiebel-Misosuppe  ein Gericht aus dem Herbst-Kapitel, aber ich habe sie an einem noch sehr kalten Frühlingstag gekocht. Die Kombination aus weicher, süßer, karamellisierter Zwiebel macht zufrieden, wärmt den Bauch und wirkt richtig aufmunternd.

Dengaku ist eine Zubereitungsart, bei der Grillgut mit einer Würzpaste aus Miso und anderen Würzzutaten bestrichen wird. Hier wurde Tofu auf diese Art zubereitet – das ist richtig toll. Der Tofu nimmt die Würzung wunderbar auf.

Zum Tofu gab es Brokkoli. Der wird kurz gedämpft und bekommt dann ein Dressing aus körnigem Senf, Sojasauce und Tahin. Senf und Brokkoli vertragen sich sehr gut.

Malte Härtig nennt dieses Gericht Gurken-Apfel-Kimchi; es erinnert an japanische, rasch eingelegte Tsukemono: Gurke, Apfel, etwas Reisessig, Zitronenschale und für den Kick frisch geriebener Meerrettich. Knackig, erfrischend und mit dem gewissen Etwas.

Rhabarber-Tempura. Dazu muss ich nichts weiter sagen – das ist ebenso schlicht wie genial. Hier geht es zum Rezept.

Fazit:

Das ist ein Buch für Menschen, die gerne über den Tellerrand schauen und für die Kochen und Essen nicht nur Nahrungsaufnahme und Genuss ist, sondern auch ein Vorgang, der uns tiefer in unser Dasein blicken lassen kann. Und die auf das Wesentliche reduzierten Rezepte sind ein Genuss, denn sie holen das Beste aus den Zutaten heraus.

  • Gebundene Ausgabe: 250 Seiten
  • Verlag: AT Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3038000525
  • 28,00

Grünes Spargelcurry mit Kardamom und Kokosmilch

Oh Hilfe, wo bleibt nur die Zeit? Noch stecken wir in der Spargelsaison, also, eigentlich geht es auf das Ende zu. Und irgendwie bin ich noch nicht zu so viel Spargel gekommen, wie ich gerne hätte. Ich habe Nachholbedarf.

Wo ich dieses Curry genau gefunden habe, weiß ich nicht mehr – im Zweifel war es ein britisches Food-Magazin. Es stand seit dem Frühjahr auf meiner geistigen Nachkochliste, und hui, jetzt war ich ja doch schnell. Ich will ja nicht warten bis nächstes Jahr…

Das ist ein einfaches Gericht – wenn die Currypaste mal gemixt ist, steht es fix auf dem Tisch. Und grüner Spargel mit seinem kräftigen Aroma und die Chilipaste, die sind ein wirklich gutes Team. Fix noch machmachen, ehe wieder keinen Spargel mehr gibt….

Grünes Spargelcurry mit Kokos und Kardamom

Grüner Spargel in einer Sauce aus selbst gemachter Currypaste und Koksmilch

Gericht Hauptgericht, vegan
Keyword Spargel, Curry
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 1 daumengroßes Stück Ingwer
  • 3 Stängel Zitronengras
  • 1 grüne Chili
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 25 g Koriandergrün plus einige Blättchen zum Anrichten
  • 6 Kapseln grüner Kardamom
  • 3 EL Erdnussöl
  • 1 Dose Kokosmilch (400 ml)
  • Salz
  • 1 Bund grüner Spargel ca. 500 g
  • etwas Limettensaft

Anleitung

  1. Für die Currypaste den Ingwer schälen und grob hacken. Die äußeren harten Blätter des Zitronengrases ablösen, den Rest grob hacken. Chili in Ringe schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und hacken; Knoblauch schälen und hacken. Koriandergrün mit den zarten Stängeln grob hacken. Kardamom im Mörser anstoßen und die Samen aus den Kapseln holen.

  2. Ingwer, Zitronengras, Chili, Frühlingszwiebeln, Koriandergrün, Knoblauch und Kardamom in einen Blitzhacker oder Mixer geben und mit dem Öl zu einer Paste pürieren.

  3. Spargel putzen und in ca. 3 cm lange Stücke schneiden.

  4. Wok auf dem Herd erhitzen. Die Paste erhitzen und unter Rühren zwei Minuten anrösten, bis sie duftet. Kokosmilch angießen, salzen, alles zum Kochen bringen und die Spargelstücke zugeben.

  5. Alles ca. 5 min offen köcheln lassen, dann mit Salz und Limettensaft abschmecken.

  6. Mit Koriandergrün bestreut servieren. Dazu passt Reis.

Gebratener Spargel mit Brennnesseln und selbst gemachtem Frischkäse

Es ist Spargelzeit, die muss noch ausführlich genutzt werden; sie ist so schnell vorbei. Und im Garten wuchert es; dass ich das sage, grenzt an ein Wunder. Gärtnern zählt nicht zu meinen Talenten. Aber gut, es wuchtert ja auch eher das, was man nicht so geplant hatte. Die Brennesseln, zum Beispiel. Ach und der Frauenmantel. Die Nachbarn haben ihn gepflanzt, aber er plant ganz klar die Weltherrschaft.

Dieses Rezept von Mikkel Karstadt hat mich also gleich in den Garten geschickt – da gibt es nämlich Brennnesseln, und die aufzuessen statt sie  in den Kompost zu geben, das ist doch ein guter Plan.

Zum Gemüse gesellt sich noch eine Portion selbstgemachter Frischkäse, das macht das Ganze zu einem vollwertigen Gericht.

Im Original wird der Spargel in einer Pfanne über dem Feuer gebraten – aber wenn man ordentlich Hitze gibt, dann geht das gut auch auf dem Herd. Die Brennnesseln werden kurz mitgebraten, im Original kommen an Kräutern Sauerklee und Buchenblätter hinzu. Ich habe im Garten gewütet und statt dessen die ominösen Frauenmantelblätter verwendet.

Ach so, das Rezept stammt aus dem wunderbaren Gemüsebuch von Mikkel Karstad. Das Buch stelle ich Euch noch näher vor; aber der Spargel konnte nicht warten…


Für 4 Portionen:

  • 1 l Milch
  • 2- 3 EL Apfelessig
  • 12 Stangen grüner Spargel
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 Handvoll frische Brennnesselschößlinge
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • frische Wildkräuter; ich hatte Frauenmantel

Für den Frischkäse die Milch in einen Topf geben erhitzen, kurz aufkochen lassen und die Hitze abstellen. Apfelessig einrühren und alles stehen lassen, bis die Molke ganz klar wird.

Die Masse in ein mit ein Mousselinetuch ausgelegtes Sieb abgießen und abtropfen lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Masse aus dem Sieb in eine Schüssel geben und mit Salz und Pfeffer würzen.

Den Spargel putzen, holzige Enden abbrechen. Öl in der Pfanne stark erhitzen und den Spargel von allen Seiten anbraten, bis er schön gebräunt ist. Brennnesseln und Frauenmantel zugeben und 30 sek mitbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Spargel aus der Pfanne nehmen und mit Frischkäse auf Tellern anrichten.


Streuselkuchen aus Penne und Blumenkohl

So lautet der Originaltitel des Rezepts aus “Blumenkohl mal anders“*. Ich würde es eher als Auflauf bezeichnen.

Aber wie man es auch nennen mag, das Gericht ist originell und macht Spaß. Der Blumenkohl kommt zweimal darin vor: Die Oberfläche des Kohls wird zu Streuseln geraspelt und zum Überbacken verwendet; der Rest landet vorgegart im Auflauf Kuchen. Die Streuselidee werde ich bestimmt noch öfter verwenden; die ist klasse.

Das ist eines der Rezepte im Buch, in dem auf fertige Bechamelsauce zurückgegriffen wird – ich weigere mich, so etwas zu kaufen; Bechamel ist wirklich rasch selbst gemacht…

Streuselkuchen aus Penne und Blumenkohl

Nudelauflauf mit Blumenkohl und Blumenkohlstreuseln

Gericht Hauptgericht, vegetarisch
Länder & Regionen Frankreich
Keyword Blumenkohl

Zutaten

  • 1 mittlerer Blumenkohl
  • 300 g Penne
  • 1 TL Butter
  • 1 TL Mehl
  • 200 ml Milch
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle, Muskatnuss
  • 70 g Comté frisch gerieben

Für die Streusel:

  • 120 g Butter weich
  • 120 g Mehl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung

  1. Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. 

  2. Die Oberfläche des Blumenkohls zu Streuseln raspeln; die Streusel beiseite stellen.

  3. Restlichen Blumenkohl in Röschen teilen und in kochendem Salzwasser bedeckt ca. 12 min kochen. Abgießen. 

  4. Für die Sauce Butter in einem kleinen Topf schmelzen. Das Mehl einrühren, kurz anrösten, dann nach und nach unter Rühren die Milch angießen und alles zum Kochen bringen. Köcheln lassen, bis alles andickt und sich der Mehlgeschmack verliert. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und beiseite stellen. 

  5. Penne nach Packungsanleitung al dente kochen und abgießen und in einer Auflaufform mit dem gegarten Blumenkohl, dem Käse und der Bechamelsauce vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

  6. Blumenkohlstreusel, Mehl, Butter und etwas Salz mit den Fingern zu einer krümeligen Masse verarbeiten. Streusel gleichmäßig auf der Nudelmischung verteilen. 

  7. Alles im heißen Ofen in ca. 30 min backen.

  8. Der Auflauf schmeckt warm und lauwarm.

Kochbuch: Blumenkohl mal anders | Guillaume Marinette

Guillaume Marinette hat sein Handwerk an der berühmten École Ferrandi gelernt. Er arbeitet für ChefClub.tv und hat sich inzwischen auch als Kochbuchautor und Foodstylist einen Namen gemacht.

Vor mir liegt nun ein kleines Büchlein von ihm, das sich ausschließlich mit Blumenkohl befasst. Es ein wirklich dünnes kleines Buch, gut 70 Seiten im Taschenbuch-Format. Das Buch ist hübsch anzusehen mit seinem hellen, freundlichen Layout. Jedes Rezept hat eine Doppelseite bekommen – auf der einen Seite das Rezept, auf der gegenüberliegenden Seite ein ganzseitiges Foto des Gerichts. Oft ragen die Fotos auch noch etwas in den Rezeptteil hinein.

Und was ist drin? Blumenkohl, natürlich. Und zwar in sehr vielseitigen Rezepten – das geht von Blumenkohlchips aus dem Ofen und Croque Chou mit Blumenkohl statt Brot über Blumenkohl-Lachs-Canapés und Samosas bis hin zu Blumenkohl-Thunfisch-Torte oder herzhaften Kohl-Cookies. Es ist also für jeden Geschmack und jeden Anlass etwas dabei.

Die Rezepte sind übersichtlich strukturiert, erfordern keine besonderen Zutaten und sind alltagstauglich. Mich hat ein wenig gestört, dass in den meisten Rezepte jeweils ein ganzer Blumenkohl verwendet wird; je nach Größe des Gemüses und der Zahl der restlichen Zutaten kann das auch mal etwas viel sein. Sehr oft steht auch gar kein Salz in der Zutatenliste, das wäre für uns dann zu fade. Was mich auch irritiert hat ist, dass in vielen Rezepten (fertige) Bechamelsauce als Zutat vorkommt. Ein Grundrezept für Menschen, die nicht wissen, wie man die Sauce kocht, wäre da nett gewesen.

Die Rezepte haben gerne mal einen französischen Einschlag – typisch sind da Ideen wie herzhafte Crumbles oder Clafoutis; was ich sehr liebe. Es gab also erst mal Blumenkohl-Clafoutis. Dafür wird zerkleinerter Blumenkohl mit Quark, Eiern und Speisestärke vermengt und landet dann im Backofen.

Für den Blumenkohlhummus landet neben Kichererbsen auch etwas gegarter Blumenkohl im Mixer. Das gibt nicht nur einen schönen Geschmack, sondern nimmt dem Hummus auch etwas Schwere.

Herzhafte Pancakes auf Blumenkohlbasis – man könnte sie auch Puffer nennen. Die Pancakes kommen ohne Mehl aus; sie bestehen aus gegartem, pürierten Blumenkohl, Gewürzen und Eiern. Mit der angegebenen Garzeit bin ich nicht klargekommen; bei mir hat das länger gedauert.

Streuselkuchen mit Penne und Blumenkohl heißt dieses Gericht, wobei der Kuchen eher ein Auflauf ist. Nudeln werden mit Blumenkohl und Bechamel vermengt; in die Streusel zum überbacken kommt außer Butter und Mehl auch noch geraffelter Blumenkohl.

Für die Nuggets wird gegarter Blumenkohl mit Mais und Käse zu Nuggets geformt, paniert und im Ofen gebacken. Ein schöner Snack, oder mit Kartoffelwedges und Salat ein Hauptgericht.

Fazit:

Das ist eine kleine Fundgrube für alle, die gern Blumenkohl essen und auf der Suche nach abwechslungsreichen Ideen sind. Die Rezepte sind nicht schwierig umzusetzen und für jeden Anlass ist etwas dabei. Nicht alle Rezepte sind vegetarisch; aber auch Vegetarier werden gut fündig.

  • Taschenbuch: 80 Seiten
  • Verlag: Riva 
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3742308498
  • 9,99

Gemista-Risotto

Gemista ist ein griechischer Klassiker – gefülltes Gemüse. Das mit Reis oder Hackfleisch gefüllte Gemüse wird in einer reichhaltigen Tomatensauce gemort. Auch für den Klassiker gibt es ein Rezept in der “Neuen griechischen Küche“*: es gibt auch diesen Risotto, der aus den typischen Zutaten des Gerichts etwas Neues macht.

Die Zubereitung ist etwas anders als bei einem klassischen Risotto, funktioniert aber prächtig. Das ist ein leichtes, feines Essen das man auch unter Woche gut auf den Tisch bringen kann. Und zudem noch zufällig glutenfrei und vegan….

Gemista-Risotti

Risotto mit dem Aroma von griechischem gefüllten Gemüse

Gericht Hauptgericht
Länder & Regionen Griechenland
Keyword vegan, glutenfrei

Zutaten

  • 500 g Risottoreis
  • 600 g gehackte Tomaten aus der Dose
  • 25 g Zucker
  • 100 ml Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Aubergine
  • 2 Zucchini
  • 1/2 grüne Paprikaschote
  • 1 Karotte
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 1 Bund Minze
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung

  1. Den Reis für 15 min in kaltem Wasser einweichen, dann durch ein Sieb abgießen, abbrausen und mit einem Liter Wasser und etwas Salz in einen Topf geben. Bei mäßiger Hitze ca. 20 min garen, bis der Reis gegart und das Wasser aufgenommen wurde. 

  2. Tomaten mit Zucker und 300 ml Wasser pürieren. Die Mischung in einen Topf geben, salzen und alles köcheln lassen, bis es leicht andickt. 

  3. Inzwischen die Zwiebel schälen und fein hacken. Aubergine putzen und würfeln.  Karotte schälen und reiben, Zucchini ebenfalls reiben. Paprikaschote entkernen und das Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Kräuter zupfen und hacken. 

  4. Öl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel, Aubergine, Paprika und Karotte darin ca. 15 min andünsten, bis das Gemüse weich ist. Salzen, Tomatenmark zugeben und kurz mitrösten, dann 100 ml Wasser angießen und alles einkochen lassen. 

  5. In einer großen Schüssel den Reis mit der Gemüsemischung, der Tomatensauce und den gehackten Kräutern vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

  6. Das Gericht schmeckt warm und kalt.