Ofengeröstete Rote Bete mit Linsen, Senfdressing und Bratwurst

Ich mag im Grunde so ziemlich jede Sorte Gemüse, sogar mein Knollensellerie-Trauma habe ich inzwischen überwunden. Trotzdem gibt es natürlich Abstufungen; und eine Merkwürdigkeit: komischerweise könnte ich typisches Sommergemüse dauernd essen. Bei Kohl und Wurzeln, wie sie für den Winter typisch sind, schleicht sich dann aber doch mal ein leiser Seufzer ein, und ich freue mich dann doch auf das Ende der Saison. Möglicherweise liegt das daran, dass das Ende der Saison dann auch auch das Ende der dunklen Jahreszeit anzeigt, das ist ja wirklich Grund zur Freude….

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Gemüsecurry in Kichererbsensauce

Ja, ganz offensichtlich habe ich gerade eine Curry-Phase. Und ich weiß, die  Rezepte für Gemüsecurry sind Legion. Dieses hier ist aber ein besonderes. Man isst es in Nordindien und Pakistan, wo es relativ flüssig serviert wird, gerne auch als Suppe. Viel Sauce also, das ist schon toll für mich – ich liebe Sauce. Übrigens dachte ich immer, dass das selbstverständlich ist, aber nein. Ich kenne ernsthaft jemanden, der Sauce nur in mikroskopischen Portionen mag. Er sitzt dann vor einem Berg Knödel mit ein paar Tröpfchen Sauce, zum Beispiel. Für mich ist das schwer verständlich, aber gut – bleibt im Zweifel mehr Sauce für mich….

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Mais de Mombasa

Diesen Monat zieht der Tross der kulinarischen Weltreise mit  Reiseleiter Volker weiter nach Kenia, und das ist spannend. Die Bevölkerung Kenias setzt sich aus vielen unterschiedlichen Volksgruppen zusammen, und natürlich hat das auch Auswirkungen auf die Küche – die ist ebenso bunt gemischt. Und zu den Küchen der verschiedenen Volksgruppen gesellen sich außerdem auch noch arabische, indische und sogar europäische Einflüsse.

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Houby Paprikás – Ungarische Paprikapilze

Ich habe noch einen zweiten Beitrag für die kulinarische Weltreise, die uns ja diesen Monat nach Ungarn führt. Und ja, ich fröhne noch ein zweites Mal meiner Vorliebe zu Paprikapulver….

Ich zweifle gerade ein wenig am Rezepttitel… sollte man es Pilzgulasch nennen? Wie Anikó immer so scherzhaft sagt – der Ungar vergulascht so ziemlich alles, warum also nicht auch Pilze?

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Orecchiette mit Schwarzkohl, Chili und Mascarpone

Ich habe vor einiger Zeit den Anbieter meiner Abo-Kiste gewechselt. Das Konzept Abokiste finde ich toll, aber ich hatte mich sehr gelangweilt…die Kisten waren mit immer dem gleichen Standard-Gemüse befüllt, es war überhaupt kein Mut da, der Kundschaft auch mal etwas zum Ausprobieren hinzustellen. Mein neuer Anbieter traut den Kunden da etwas mehr zu, und das macht mir Spaß. Ich hatte diesen Winter schon Meyer-Lemons und auch Grünkohl, was für Süddeutschland recht sportlich ist. Rosenkohl auch, das klingt vielleicht komisch, aber auch das traute sich der “alte” Anbieter nicht. Continue reading “Orecchiette mit Schwarzkohl, Chili und Mascarpone”

Paprikás krumpli

Auch im neuen Jahr geht die kulinarische Weltreise weiter. Im Januar futtert sich die Reisegesellschaft durch Ungarn.

Wenn ich an ungarische Küche denke, fallen mir zuerst  herzhafte Gerichte ein, die aus einfachen Zutaten das Beste herausholen. Und ich denke an Paprikapulver. Es sieht so aus, als ob das eines meiner liebsten Gewürze wäre, denn jedes Mal, wenn ich das Glas aus dem Gewürzschrank hole, wundere ich mich, dass nur noch so wenig drin ist im Glas. Ich mag nicht nur den Geschmack; mir gefällt auch, dass das Paprikapulver Saucen praktischerweise gleich mit andickt. Continue reading “Paprikás krumpli”

Gerösteter Rosenkohl mit Fischsaucen-Vinaigrette

Weihnachten steht unmittelbar vor der Tür und ich entlasse Euch in diese besondere Zeit mit einem Rezept für Rosenkohl. Wenn man es Weihnachten nicht ganz so klassisch halten möchte, dann kann das auch ein schöner Teil des Weihnachtsessens sein.

Bekanntlich bin ich ja ein großer Rosenkohl-Fan. Und geröstet mag ich den Rosenkohl am allerliebsten. So ist es kein Wunder, dass ich sofort auf dieses Rezept von David Chang angesprungen bin.

Mit Rosenkohl oder Blumenkohl steht es schon immer in der Ssäm Bar auf der Karte. Und es ist eines der wenigen Gerichte, zu denen es keine ausführliche Geschichte gibt. Man hatte Gemüse, man hatte etwas Fischsaucen-Vinaigrette übrig  und man hatte frittierte Kichererbsen übrig. Und man hat das Beste daraus gemacht. Die frittierten Kichererbsen wurden später durch Puffreis ersetzt. Ich habe statt dessen gepufften Buchweizen verwendet.

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Pfannengerührter Gai Lan

Die kulinarische Weltreise macht diesen Monat Halt in China. Mein Plan war, Euch dazu einen echten Knaller vorzustellen, aber das Leben 1.0 fordert gerade seinen Tribut und ich schaue mal, ob ich etwas Aufwändiges hinbekomme. Bis dahin gibt es ein einfaches Alltagsgericht aus der kantonesischen Küche – pfannengerührtes Grünzeug.

Als wir in Guangzhou waren, kam dieses Gericht bei unseren Gastgebern fast täglich auf den Tisch. Und es war nicht so, dass wir danach genug davon hatten – im Gegenteil. Ich habe herausgefunden, was es ist und serviere es regelmäßig, es ist ein echtes Lieblingsessen.

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Pfannengerührter Rosenkohl

Die Rosenkohlsaison startet ja gerade durch. Rosenkohl gehört zu den Wintergemüsen, die ich so schnell nicht satt habe, ich esse ihn die ganze Saison lang mit großem Vergnügen. Und ja, der erste Rosenkohl im Herbst  freut mich genauso wie der erste Spargel im Frühling.

Bisher gab es zur Saisoneröffnung meist erst mal eine Portion ofengerösteten Rosenkohl, aber diesmal habe ich mich anders entschieden: dieses Rezept aus Andy Rickers Pok Pok* hat mich sehr angelacht – und zwar zu Recht.

Der Rosenkohl wird kurz  bissfest blanchiert,  dann mit Knoblauch und Chilis pfannengerührt und mit einer Sauce aus Austernsauce, Fischsauce und thailändischer Sojasauce serviert. Die Röschen haben einen angenehmen Biss, schmecken etwas rauchig, leicht scharf und salzig-süß.

Super wäre natürlich, wenn man für das Rezept Thai-Rosenkohl bekommen könnte. Ich habe unseren einheimischen Rosenkohl verwendet. Die Saucenmischung adelt aber so gut wie jedes Gemüse – Brokkoli, grüne Bohnen, Blumenkohl….was Ihr wollt.

Eine Anschaffung müsst Ihr unbedingt tätigen für dieses Gericht  – Ihr braucht thailändische helle Sojasauce, die schmeckt nämlich tatsächlich komplett anders als ihre Kolleginnen aus Japan oder China.


Ergibt 2 bis 6 Portionen, je nachdem was sonst noch auf den Tisch kommt:

  • 300 g Rosenkohl
  • Salz
  • 2 EL Austernsauce
  • 1 TL Fischsauce
  • 1 TL helle thailändische Sojasauce
  • etwas frisch gemahlener Pfeffer
  • 11 g Knoblauch
  • 6 g (ca. 4) rote Thai-Chilis
  • 2 EL neutrales Öl
  • 125 ml Wasser
  • 1 TL Zucker

Rosenkohl putzen und längs halbieren. Leicht gesalzenes Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und den Rosenkohl darin blanchieren, bis er nicht mehr roh, aber noch knackig ist, ca. 30 Sekunden bis eine Minute – je nach Größe. Abgießen, kalt abbrausen  und gut abtropfen lassen.

Knoblauch schälen, längs halbieren und im Mörser zu einer Paste stampfen. Chilis in Scheiben schneiden. Austernsauce, Fischsauce und Sojasauce in einem Schälchen verquirlen und mit Pfeffer würzen.

Einen Wok bei mittlerer Temperatur erhitzen. Öl hineingeben und verteilen. Wenn es leicht zu qualmen anfängt, den Knoblauch hineingeben, den Wok von der Hitze nehmen und den Knoblauch unter Rühren kurz anbraten (15 Sekunden).

Wok wieder auf die Hitze stellen, Rosenkohl und Chilis hineingeben. Unter Rühren braten, damit der Rosenkohl das Knoblaucharoma annimmt (30 Sekunden). Saucenmischung zugeben, unter Rühren braten, bis sich alles vermischt hat. Wasser und Zucker zugeben und unter Rühren weiterbraten, bis der Rosenkohl gegart, aber noch knackig ist und die Sauce leicht angedickt ist (30 Sekunden bis 1 Minute).

Gemüse mit der Sauce auf einen Teller geben und servieren.


 

Kürbis-Mac-and-Cheese

Kürbiszeit! Ich bin ja recht glücklich mit Kürbis, aber bei der Restfamilie ist der Beliebtheitsgrad da eher …. nicht so hoch. Das ruft nach dosiertem Einsatz. Das wiederum ist gar nicht so einfach, denn so ein Kürbis gibt ja mehrere Mahlzeiten her.

Diesmal war ein Butternut in der Abokiste. Ein Teil davon landete in einem Eintopf, den Rest habe ich zur weiteren Verwendung gedämpft und püriert. Noch besser schmeckt es, wenn man den Kürbis vor dem Pürieren im Ofen röstet. Kürbispüree ist ganz vielseitig; ich packe zum Bespiel gerne etwas davon ins Brot. Das bekommt dann eine weiche Krume und einen milden Geschmack.

Blog-Event CLVIII - Kür mit Biss (Einsendeschluss 15. November 2019)Und weil Pasta hier immer geht, und Pasta mit Käsesauce sogar noch öfter, ist das restliche Püree in einer Käsesauce gelandet. Ganz unauffällig – das fällt unter Gemüseversteck ;-). Das trifft sich alles ganz gut – es passt nämlich zu gerade laufenden Event im Kochtopf. Jenny sucht da Rezepte mit Kürbis. Es könnte sein, dass dies mein einziges Rezept mit Kürbis diese Saison ist, also schiebe ich es da mal ganz fix rüber.

Es gibt ja zwei Arten von Mac and Cheese – die eine Variante wird im Ofen überbacken und wartet mit einer knusprigen Kruste auf. Das hier ist die cremige Variante, für die die Pasta einfach mit der Käsesauce vermischt wird.


Für 3 bis 4 Personen:

  • 300 g kurze Pasta
  • 30 g Butter
  • 2 EL Mehl
  • 350 ml Milch
  • 1 TL Dijon-Senf
  • Cayennepfeffer
  • geriebene Muskatnuss
  • 100 g Kürbispüree
  • 80 g Cheddar
  • 30 g Parmesan, plus etwas zum Servieren
  • 80 g Frischkäse
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • optional: in Streifen geschnittene Salbeiblättchen zum Servieren
Pasta nach Packungsanleitung in reichlich Salzwasser al dente kochen. Abgießen und zur Seite stellen.
Butter im Topf schmelzen, dann das Mehl einrühren und alles unter Rühren anrösten. Milch unter Rühren nach und nach angießen. Senf, Cayennepfeffer und Muskat einrühren, salzen, dann das Kürbispüree und den Frischkäse einrühren. Käse reiben und in der Sauce schmelzen lassen. Alles glatt rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Pasta in die Sauce rühren.
Alles auf Schalen verteilen. Nach Wunsch mit ordentlich frisch gemahlenem Pfeffer und  in Streifen geschnittenen Salbeiblättchen servieren.