Grüne Bohnen nach Südstaaten-Art aus dem Slowcooker

Zugegeben, Bohnen sehen schöner aus, wenn man sie nur so lange gart, dass sie ihre tolle grüne Farbe noch behalten. Diese hier sehen nicht ganz so frisch aus. Auf dem Food-Foto in Hugh Achesons Slow-Cooker-Buch* sind sie sogar noch viel tarnfarbener.

Aber Optik hin, Optik her – diese Bohnen sind der Hammer. Die werden hier sicherlich noch oft auf dem Tisch stehen. Durch die lange Garzeit verbinden sich die Aromen; die Bohnen selbst schmecken nussig und ein wenig süß. Und die Sauce aus Hühnerbrühe, Essig, etwas Süße, Chiliflocken und Speck ist schlecht genial. Meine Bohnen waren etwas früher fertig als die Hauptmahlzeit, zu der sie serviert werden sollten und ich habe sehr viel genascht.

Das Ganze ist eigentlich eine Beilage, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es das nächste Mal als Hauptmahlzeit hier auf den Tisch kommt; ich bin wirklich hingerissen.

Vier Portionen als Beilage:

  • 400 g grüne Bohnen (Buschbohnen)
  • 50 g Räucherspeck am Stück
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 60 ml Apfelessig
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 2 Zweige Thymian
  • 250 ml Hühnerbrühe
  • 1 EL Honig (original: Zuckerrohrsirup)
  • Salz

Slowcooker 20 min auf “low” vorheizen. Ich habe mir das gespart. Ich habe das Gericht im Instant Pot gekocht und darin auch den Speck angebraten, damit war alles schon genug vorgeheizt.

Bohnen waschen, die Enden abschneiden und die Bohnen trocken tupfen.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken, Speck in feine Würfel schneiden.

Eine Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen und den Speck darin ca 10 min anbraten, bis das meiste Fett ausgetreten ist. Zwiebel und Knoblauch zugeben, noch ca. 5 min weiterbraten, bis alles weich ist, dann Essig und Chiliflocken zugeben. Aufkochen und eine Minute kochen lassen, dann von der Hitze nehmen.

Bohnen in den Einsatz des Slowcookers geben. Speckmischung, Brühe, Thymian und Honig zugeben und alles salzen.

Auf “low” 4 Stunden garen.

Mit Salz abschmecken. Bohnen auf eine Servierplatte geben und mit etwas Sauce anrichten.

Kimchi aus Wassermelonenrinde

Gibt es etwas Sommerlicheres als Wassermelone? Bei uns muss jedenfalls immer eine da sein, solange die Melonen Saison haben. Das einzig Ärgerliche ist, dass von den Melonen immer so viele Reste bleiben – der Biomüll quillt geradezu über von den Schalen.

Dabei muss das gar nicht sein,  denn jedenfalls der weiße und der hellgrüne Teil der Rinde sind essbar; für den Biomüll bleibt nur das bisschen dünne harte dunkelgrüne Schale. Für den Rest gibt es viele Verwendungsmöglichkeiten: man kann Pickles daraus machen oder, wie Olia Hercules* es tut, Marmelade kochen.

Ein anderer Klassiker ist Kimchi aus Wassermelonenrinde; das wollte ich ausprobieren. Ich habe schon lange kein Kimchi mehr gemacht, es wurde Zeit. Unter anderem, weil ich endlich mal Käsetoast mit Kimchi esssen möchte :-). Ich habe unmittelbar kein Rezept gefunden und mich deshalb grob am Rettich-Kimchi  aus dem koreanischen Kochbuch* orientiert.

Und weil das Kimchi den Sommer in ein Einmachglas packt darf es beim laufenden Event im Kochtopf mitmachen, das diesmal von Britta ausgerichtet wird.

Für 500 ml:

  • 500 g Wassermelonenrinde, der weiße und hellgrüne Teil
  • 1 EL unbehandeltes Meersalz
  • 1 TL Zucker
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 cm frischer Ingwer
  • 1 EL Fischsauce
  • 2 EL Gochugaru
  • 50 g Radieschen

Die Wassermelonenrinde in ca. 2 cm große Stückchen schneiden. In eine große Schüssel geben und gründlich mit Zucker und Salz vermengen. Das Ganze eine Stunde stehen lassen, damit es Wasser zieht.

Inzwischen die Radieschen putzen und in feine Scheiben schneiden. Die Knoblauchzehen schälen und ganz fein hacken. Ingwer ebenfalls schälen und fein reiben.

Die Flüssigkeit von der Wassermelonenrinde abgießen, aber nicht wegwerfen, wir brauchen sie noch.

Nun Knoblauch, Ingwer, Fischsauce, Gochugaru und Radieschen zur Wassermelonenrinde geben. Alles gründlich vermengen, dann in ein Einmachglas von ca. 500 ml Inhalt füllen. 2 EL von der Flüssigkeit dazu geben, dann das Glas verschließen. Alles einen Tag bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann sollten sich erste Bläschen zeigen und alles zu fermentieren beginnen. Dann das Glas in den Kühlschrank stellen.

Das ist ein schnelles Kimchi, es kann schon nach dem ersten Tag gegessen werden. Es reift aber im Kühlschrank weiter, der Geschmack wird dadurch immer intensiver. Nach 2 bis 3 Wochen ist es am besten.

 

Hasselback-Kartoffeln

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Hasselback-Kartoffeln mag ich sehr gern. Ich liebe diese Fächerkartoffeln, weil es aussen viel Knusper gibt und sie innen so schön cremig sind. Die klassische Version ist ja sehr einfach: Kartoffeln, Butter, Semmelbrösel.

Im Umami-Buch* stellt Laura Santtini eine etwas üppigere Version vor. Nicht nur üppiger, sondern mit ganz vielen zusätzlichen Aromagebern ausgestattet. Die Kartoffeln werden zunächst ganz normal gebacken, aber gegen Ende der Garzeit kommt eine Sauce aus Sahne, Trüffelpaste, Knoblauch, Sardellen und Parmesan darüber.

Uns hat das sehr gut gefallen – die Kartoffeln haben so nicht nur die so geschätzte knusprige und cremige Konsistenz, sondern sind auch noch aromatisch. Wir haben das Ganze mit einer Gemüsebeilage als Hauptgericht gegessen; üppig genug sind die Kartoffeln….

Ein Geständnis: ich habe geschummelt. Trüffelpaste hatte ich nicht. Wohl aber Steinpilz-Hefebrühpaste aus dem Reformhaus (diese hier*). Wer es edler mag, besorgt sich Trüffelpaste und hobelt am Ende noch Trüfffel über das fertige Gericht, wie es das Rezept vorsieht.

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Für 4 Personen:

  • 750 g mittelgroße Kartoffeln, möglichst gleich groß
  • 3 EL Olivenöl
  • 45 g Butter, plus etwas für die Form
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 1 Zweig Tymian
  • 200 g Sahne
  • 2-3 TL Trüffelpaste (oder Steinpilz-Hefepaste…)
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 Sardellenfilets
  • 50 g Parmesan
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • optional: frische schwarze oder weiße Trüffel oder Trüffelöl zum Servieren

Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine ofenfeste Form mit Butter ausstreichen.

Kartoffeln schälen und waschen. Dann jede Kartoffel quer in 3mm-Abständen tief einschneiden, sie aber nicht durchschneiden. Das geht am besten, Wenn man die Kartoffeln jeweils in einen Esslöffel legt.

Öl und Butter in einer Pfanne erhitzen. Die Kartoffeln mit den Einschnitten nach unten in die Pfanne legen und goldbraun braten, dann wenden und von der anderen Seite ebenfalls bräunen. Dann in die Form legen, mit Salz und Pfeffer würzen, Rosmarin und Thymian dazugeben und alles in den Ofen schieben. Je nach Größe der Kartoffeln 40 bis 50 min backen.

Inzwischen Knoblauch schälen und fein hacken. Sardellenfilets ebenfalls hacken, Parmesan reiben.

Sahne mit Trüffel- oder Pilzpaste, Knoblauch, Sardellen und drei Vierteln des Parmesans in einem kleinen Topf erhitzen und auf etwa 2 Drittel einkochen lassen.

Kartoffeln aus dem Ofen holen und die Sahnecreme darum herum verteilen. Mit dem restlichen Parmesan bestreuen und nochmals 10 min backen, bis der Käse geschmolzen ist und die Sauce Blasen wirft.

 

Brokkoli auf zweierlei Art

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Nigella Lawson ist eine großzügige Köchin. Knausern ist ihre Sache nicht. Es gibt großzügige Portionen und Reste werden erwünscht. Sie meint scherzhaft, das läge wohl an ihrer Flüchtlingsmentalität – ihr Urgroßvater floh von Amsterdam nach London.

Verschwendung allerdings kann sie nicht leiden. Und so findet sie es auch unmöglich, dass in den meisten Brokkoli-Rezepten nur die Röschen verwendet und die Stiele oft weggeworfen werden.

Ich werfe die Stiele auch nicht weg. Ich schäle sie und gare sie zusammen mit den Röschen. Aber Nigella Lawson   präsentiert in ihrem neuen Buch* eine originellere Verwendung – die Röschen werden blanchiert, die Stiele pfannengerührt. Auch die Würzung ist bei beiden Komponenten unterschiedlich. Auf dem Teller kommt dann wieder alles zusammen.

  • 1 Brokkoli (ca. 500 g)
  • 4 EL Kürbiskerne
  • ca. 3 cm frischer Ingwer
  • Salz
  • 2 TL Limettensaft
  • 1/2 TL geröstetes Sesamöl
  • 1 TL Sonnenblumenöl

Für den Stiel:

  • 1 TL Sonnenblumenöl
  • 1 rote Chilischote
  • ca. 3 cm frischer Ingwer
  • 2 TL Limettensaft

Den Brokkoli in einzelne Röschen teilen. Den Stiel schälen und in dünne Streifen schneiden.

Den Ingwer in einen tiefen Teller raspeln, dann auf die Mitte eines Stücks Küchenpapiers legen, die Ränder zusammendrehen und so den Saft aus dem Ingwer pressen.

Die Kürbiskerne in einer schweren Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie duften.

Die Brokkoli-Röschen in kochendem Salzwasser 2-3 min blanchieren, dann abgießen und zurück in den Topf geben, Topf aber nicht wieder auf den Herd stellen.

Für das Dressing in einer kleinen Schüssel Ingwersaft, 1 Prise Salz, Limettensaft, Sonnenblumen- und Sesamöl verqirlen. Mit der Hälfte der gerösteten Kürbiskerne zu den Röschen geben und alles gut vermischen.

Für die Röschen den Ingwer schälen in Stifte schneiden. Chilischote fein würfeln. Sonnenblumenöl in der Pfanne erhitzen. Brokkolistiel darin ca. 1 min pfannenrühren, dann die Ingwerstifte und die Hälfte des Chilis zugeben und eine weitere Minute rühren. 1 EL Wasser und den Limettensaft zugeben. Alles noch 1 min braten, bis die Stiele gar, aber noch bissfest sind.

Röschen auf einen Teller geben und mit den Stielen umlegen. Mit den restlichen Kürbiskernen und den Chiliwürfeln bestreuen.

Pellkartoffelsalat “Grüne Sauce”

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Ihr müßt diesen Kartoffelsalat aus “Open Air“* probieren – der ist einfach toll.  Gegarte Kartoffeln werden mit einem Dressing serviert, für das die traditionellen Kräuter der Frankfurter Grünen Sauce verwendet werden. Ich liebe Grüne Sauce, klar dass ich den Salat versuchen musste.

Die Kräuter landen in einer Vinaigrette – das kommt mir ja entgegen, lebe ich doch auf der Seite des Kartoffelsalat-Äquators, der ohne ohne Mayo auskommt 🙂 . Der Salat ist ja aus einem Outdoorkochbuch – also kommen hier Stevan Pauls Tipps für unterwegs: Man kann den Salat zuhause vorbereiten; gekühlt bleibt er ein, zwei Tage frisch. Allerdings schmeckt er frisch mariniert am besten. Man könnte also auch auf die Idee kommen, gegarte Kartoffeln und Dressing in getrennten Behältnissen mitzunehmen.

Im Buch wird zum Salat gegrillter Lachs serviert. Grillen wollte ich eigentlich, aber das Wetter war anderer Meinung. So landete der in Zucker, Salz und Zitrone marinierte Lachs in der Grillpfanne marinierte Lachs in der Grillpfanne. Besonders schön ist mir der Lachs nicht geworden, also erspare ich ihn Euch :-). Aber der Salat passt ohnehin  zu allem Möglichen – und er kann auch für sich allein stehen.

Für 4 Personen:

  • 800 g kleine festkochende Kartoffeln
  • 1 Bund Kräuter für Grüne Sauce (Petersilie, Kerbel, Pimpinelle, Borretsch, Sauerampfer und Schnittlauch)
  • 1 Kästchen Kresse
  • 100 ml Gemüsebrühe, kalt
  • 3 EL Weißweinessig
  • 1 TL scharfer Senf
  • 1 TL Meerrettich, frisch gerieben
  • 1 TL Zucker
  • 3 EL Rapsöl
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Die Kartoffeln ungeschält in Salzwasser bissfest kochen. Dann abspülen, kalt abbrausen und handwarm auskühlen lassen.

Inzwischen kann man ja das Dressing machen: Dafür die Kräuter zupfen und hacken. Die Kresse einfach vom Beet schneiden. Brühe, Essig, Senf, Meerrettich, Zucker und Öl und einer Vinaigrette rühren und die Kräuter einarbeiten.

Die Kartoffeln je nach Größe halbieren oder vierteln. Im Rezept bleibt die Schale dran.  Ich hatte aber sehr moorige Moorsieglinde, die habe ich lieber geschält.

Kartoffeln mit dem Dressing vermischen und den Salat mit Salz, Pfeffer und Essig abschmecken.

Ofenkartoffeln mit Guacamole und Kichererbsencreme

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Vor längerer Zeit las ich bei einer anderen Bloggerin von einem interessanten Zeitvertreib: wenn sie beim Einkaufen an der Kasse in der Schlange steht und warten muss, schaut sie sich an, was die Menschen vor ihr so auf’s Band legen. Und versucht dann, sich auszudenken, was mit den Lebensmitteln wohl gekocht wird. Das ist doch eine tolle Idee! Bloß leider bin ich an der Durchführung oft gescheitert – meine Fantasie reicht nicht aus. Die Leute vor mir haben viel zu oft eine unvorstellbare Zahl an Fertigprodukten auf’s Band gelegt.

Und was es da alles zu kaufen gibt – allein, wenn es um die Kartoffel geht. Die ist ja nun wirklich vielseitig vermarktbar: geschälte Kartoffeln im Glas, Kartoffelpüree-Pulver, Kartoffelsuppe aus der Dose, Kartoffelpufferteig….die Liste würde Seiten füllen. Ihr merkt schon – die Kartoffel muss aus den Fängen der Lebensmittelindustrie gerettet werden. Und genau das macht unsere gar nicht mehr so kleine Rettungstruppe heute. Unten findet Ihr eine Link-Liste mit ganz vielen Kartoffenrezepten. Da muss niemand mehr auf Fertigprodukte zurückgreifen.

Ich habe beschlossen, Euch heute Ofenkartoffeln vorzusetzen. Obwohl deren Zubereitung ja wirklich denkbar einfach ist, gibt es im Kühlregal fertig gegarte Ofenkartoffeln zu kaufen, die man nur noch warmmachen muss. Hoffentlich ist nicht bald auch noch dieser Aufwand zu viel…ich warte auf die Einführung der sich selbst erwärmenden Ofenkartoffeln.

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So eine Ofenkartoffel allein ist ja ein wenig fad, und deswegen stehen im Kühlregal meist die passenden Dips und Toppings gleich daneben. Da findet man so komplexe Zubereitungen wie Guacamole oder Sour Cream. Ich serviere Euch auch eine Guacamole zu den Kartoffeln; die ist einfach so, wie ich sie üblicherweise zusammenrühre. Außerdem gibt es eine Kichererbsencreme; das Rezept habe ich hier* gefunden.

Wir haben die Kartoffeln mit den Dips als leichtes Hauptgericht gegessen. Ein Salat dazu kann nicht schaden. Wer mag, kann sich ja ein Steak oder ein Stück Fisch als Beilage gönnen. Wenn Dips übrig bleiben sollten – sie eignen sich auch gut als Brotaufstrich.

Los geht es. Ihr braucht:

Für die Kartoffeln:

  • Pro Person mindestens 1 große Kartoffeln (ca. 250-300 g); Süßkartoffeln gehen auch.

Für die Guacamole:

  • 1 reife Avocado
  • 1 TL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • gemahlener Kreuzkümmel

Für die Kichererbsencreme:

  • 150 g Kichererbsen – Trockenware
  • 150 g Naturjoghurt
  • 2 EL Tahin
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 1 EL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Wir fangen am Vortag mit der Kichererbsencreme an. Im Rezept wird Dosenware verwendet, ich nehme lieber frische Kichererbsen. Die Kichererbsen weiche ich am Vorabend in reichlich Wasser ein. Nach ca. 8 h abgießen, in einen Topf geben, mit frischem Wasser bedecken und ein Lorbeerblatt zugeben. Kichererbsen in ca. 45 min gar kochen. Schneller und energiesparender geht es im Schnellkochtopf, da sind die Kichererbsen in spätestens 15 min gar. Abgießen und etwas auskühlen lassen.

Inzwischen den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Kartoffeln gründlich waschen, dann rundherum mit einer Gabel einstechen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Im heißen Ofne ca. 50 min backen. Um zu testen, ob die Kartoffeln gar sind, mit einem spitzen Messer einstechen.

Inzwischen kann man die Dips vorbereiten:

Für die Guacamole die Avocado waagrecht durchschneiden, den Kern entfernen und mit einem Löffel das Fruchtfleisch herauskratzen. Das Fruchtfleisch mit dem Zitronensaft in einer Schale mit einer Gabel zerdrücken, mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel würzen.

Für die Kichererbsencreme die Petersilienblättchen abzupfen und fein hacken. Die Kichererbsen mit dem Joghurt pürieren und mit Tahin und Zitronensaft vermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen und die gehackte Petersilie unterheben.

Zum Servieren die Kartoffeln aufschneiden und füllen.

Und hier komme die Ideen der anderen Retter/innen:

Barbaras Spielwiese – Kartoffelpuffer

Obers trifft Sahne – Kartoffelchips

Feinschmeckerle.de – Das perfekte Kartoffelgratin

giftigeblonde – Erdäpfel-Speck Rösti

kebo homing – Kartoffelblattlen

Küchenliebelei – Kartoffelpuffer

Cuisine Violette – Kartoffelstampf

Sakriköstlich – Country Potatoes

Food for Angels and Devils – Kartoffelknödel aus gekochten Kartoffeln

lecker macht laune – Smashed Potatoes & more

LanisLeckerEcke – selbstgemachte Schupfnudeln

Kochen mit Herzchen – einfache Kartoffelsuppe

Aus meinem Kochtopf – Tartiflette mit Reblochon. Ein Kartoffelauflauf

Prostmahlzeit – Erdäpfelknödel mit Fleischfülle

Genial lecker – Kartoffelsalat mit Saurer Sahne

Jankes*Soulfood – Selbstgemachte Kroketten

Friederike vom Fliederbaum – Mohnstrudel aus Erdäpfelteig

http://fliederbaum.blogspot.com/2016/01/wir-retten-was-zu-retten-ist-sue.html

Nadine von SweetPie – Pastinaken Gnocchi

Kleine Chaosküche – Kartoffelwaffeln

widmatt- aus meiner Schweizer Küche Ofenrösti mit Rüebli

Anna Antonia – Bratkartoffeln

Paprika meets Kardamom – Simples und vielfältiges Kartoffelgratin

Ingrid von “auchwas” und Spitzbuwe: http://auchwas.blogspot.com/2016/01/wirrettenwaszurettenist-und-spitzbuwe.html

German Abendbrot – Kartoffelpüree und ein Best of Kartoffel

multikulinarisches – Schupfnudeln mit geröstetem Fenchelsamen

Das Mädel vom Land – Vollkornerdäpfelbutterteigkrapferl

1x umrühren bitte aka kochtopf – Kartoffelwedges

Sandra von from-snuggs-kitchen – Kartoffelpuffer aus dem Waffeleisen

Sabine von Bonjour Alsace – Kartoffelauflauf mit Sauerkraut

Alexandra von Meins! Mit Liebe selbstgemacht – Kartoffelmuffins mit Bärlauchpesto

Dynamite Cakes – Kartoffelkekse in süß & salzig

 

 

Apfel-Nuss-Knäcke mit Dinkel

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Brotzeitboxen packen, das ist hier Routine. Und ich bin immer auf der Suche nach Kleinigkeiten, die ich noch mit dazupacken kann. Da Obst oder Gemüse in der Box eher Ladenhüter sind und wieder mit nach Hause kommen, dürfen die kleinen Beigaben auch gerne ein Vitaminchen oder Mineralstoffe enthalten – und das am besten so, dass es nicht auffällt. Gar nicht so einfach……

Als ich also diese Knäckebrote entdeckt habe, bin ich gleich darauf angesprungen. Und zu recht; die kleinen Knäckebrote sind klasse: ein wenig süß wegen der getrockneten Äpfel, extra knackig wegen der Nüsse. Schnell und einfach hergestellt sind sie auch.

Im Originalrezept* werden Haselnüsse verwendet; die habe ich durch Mandelblättchen ersetzt. Walnüsse schmecken aber bestimmt auch. Ich habe außerdem Apfelchips verwendet statt einer großen Menge getrockneter Apfelringe.

Das Brot schmeckt einfach so zum Wegknabbern,  aber auch zum Käse. Oder zu einer Suppe.

Für 8 kleine Knäckebrote:

  • 70 gr. Apfelchips
  • 25 gr. Mandelblättchen
  • 5 gr. frische Hefe
  • 150 ml Milch, lauwarm
  • 1/2 TL Salz
  • 180 gr. Dinkelvollkornmehl

Den Backofen auf 230°C Umluft vorheizen und zwei Bleche mit Backpapier auslegen. Wer keine Umluft-Funktion hat, heizt auf 250°C vor und muss die Bleche nacheinander in den Ofen schieben.

Die Apfelchips grob hacken.

Die Hefe in eine Schüssel bröckeln, die Milch darüber gießen und die Hefe unter Rühren auflösen. Alle übrigen Zutaten zugeben und alles zu einem Teig verkneten. Der Teig wird stückig sein, aber zusammenhalten.

Die Arbeitsfläche leicht bemehlen. Den Teig in 8 Teile teilen, diese zu Kegeln rollen und die Kugeln dünn ausrollen. Fladen vorsichtig auf die Backbleche transportieren (ich habe einen breiten Pfannenwender dazu verwendet), in den heißen Ofen schieben und die Brote ca. 5-7 min backen. Die Ränder sollen braun sein und die Brote knusprig. Dabei bleiben, das geht ganz schön schnell.

Die Fladen auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

In Lorbeer gebratene Hühnerschenkel mit Pastinakenmousseline

Hühnchenschenkel in Lorbeer mit Pastinaken-Mousseline

Da sind noch zwei Gerichte aus “Hauptsache Gemüse“*, die mich nachhaltig beeindruckt haben. Ich habe beides in Kombination serviert, und es war klasse:

Die Hühnchenschenkel sind ein sehr einfaches, pures Rezept – aber durch den Lorbeer mit einem herrlichen Aroma.

Für die Mousseline muss man ein wenig arbeiten: Speck wird geröstet und aromatisiert anschließend eine Mischung aus Milch und Crème fraîche, in der die vorgegarten Pastinaken nochmals gegart werden. Ich gebe zu, ich war ein wenig misstrauisch – aber der Speck gibt nicht nur Aroma ab, man kann ihn hinterher aber auch noch essen, er wird ein wenig weicher, bleibt aber aromatisch.

Eigentlich bin ich ja keine große Freundin von Pastinaken; die Grundsüße gefällt mir nicht so gut. Wenn sie dann, wie im angelsächsischen Raum, auch noch mit Honig oder Ahornsirup aromatisiert werden, dann ist bei mir Schluss mit lustig. Aber mit dem salzigen Speck-Aroma und der leicht säuerlichen Note der Crème fraîche, da haben auch mir die Pastinaken gefallen.

Für 4 Personen:

Für die Pastinaken-Mousseline:

  • 8 dünne Scheiben Speck
  • 1 kg Pastinaken
  • 200 g Crème fraîche
  • 250 ml Milch
  • 5 Stängel frischer Thymian
  • 80 g Butter
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Backofen auf 170°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Die Speckscheiben in eine große ofenfeste Form legen und im Ofen in ca. 5 min goldbraun braten.

In einem Topf Crème fraîche und Milch verrühren. Speck und Thymian hineingeben, alles kurz aufkochen, dne Topf von der Platte nehmen und die Mischung 30 min ziehen lassen. Dann Thymian und Speck herausnehmen.

Zwischenzeitlich die Pastinaken schälen, in grobe Stücke schneiden und in Salzwasser weich kochen.Sie sollen bei einem Einstich mit der Messerspitze schön weich sein.

Die gegarten Pastinaken abgießen. Sie werden jetzt nochmals gegart, und zwar 25 min bei sehr kleiner Hitze in der aromatisierten Milchmischung. Wenn das geschehen ist, die Pastinaken durch ein Sieb streichen oder durch die flotte Lotte drehen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für die Hühnerschenkel:

  • 4 Hühnerschenkel
  • 8 Lorbeerblätter (wenn möglich, frische)
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Olivenöl

Die Backofentemperatur auf 180°C Ober- und Unterhitze erhöhen. Unter die Haut jedes Hühnchenschenkels je 2 frische Lorbeerblätter schieben. Die Hühnerschenkel salzen, pfeffern und in eine ofenfeste Form legen. Jeweils mit einem tüchtigen Schuss Olivenöl beträufeln und ca. 35 min im heißen Ofen backen.

Zum Servieren die Hühnerschenkel mit der Pastinaken-Mousseline und den Speckscheiben anrichten.

Kartoffelsalat aus dem Schnellkochtopf

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…..und dann auch noch mit Mayonnaise….

Habt Ihr einen Schnellkochtopf? Ich habe einen. Im Prinzip liegt das daran, dass ich mit so einem Ding aufgewachsen bin; jedenfalls rein theoretisch. Meine Mutter macht fast alles im Schnellkochtopf – früher mehr als heute: Rouladen, Gulasch, Kartoffeln kochen, Kartoffelsuppe, der legendäre Eintopf. Irgendwie ist meine Kindheitserinnerung, dass meine Mutter Zutaten in den Topf gab und unten kam dann Essen raus. Ok. Das stimmt so womöglich nicht 🙂

Also, jedenfalls habe ich einen Schnellkochtopf. Er wohnt im Keller im Vorratsraum und ich hole ihn raus, wenn ich mal Hühnerbrühe kochen will oder Hülsenfrüchte garen. Da das aber irgendwie unbefriedigend ist, habe ich beschlossen, das gute Stück etwas mehr zu beschäftigen. Wegen der Aromen, der Vitamine und Mineralien und der Stromkosten 😉 Außerdem habe ich festgestellt, dass ich besser mit der Teufelmaschine klarkomme, seit ich ein fix reagierendes Induktionskochfeld mein eigen nenne. Also lese ich seit einiger Zeit auch immer wieder mal auf Schnellkochblogs mit. So richtig angesprungen hat mich da bislang aber nichts….bis Mittwoch. Kartoffelsalat aus dem Schnellkochtopf, so stand es da. Ja, Kartoffeln unter Druck kochen – kann man. Gerissen hat es mich, als ich gelesen habe, dass man auch die Eier mitkochen soll. Was soll ich? Eier unter Druck garen?

Ich habe mich schleunigst in den Keller begeben und den Topf geholt. Alles brav aufgesetzt und gewartet, was für eine Schweinerei mich erwartet…ich dachte an eine Mischung aus geplatzten Eiern und Kartoffelwürfeln. Nun, ich leiste Abbitte – es funktioniert. Hier also haben wir den Salat, wenn auch nicht ganz nach Vorlage:

  • 500 gr. Kartoffeln (meine Lieblingssorte ist die vorwiegend festkochende, rotschalige Laura)
  • 2 Eier
  • 4 Cornichons
  • 125 ml. Mayonnaise (ich mache oft Sandwiches für die Brotzeitboxen des Nachwuchses, dehalb steht meist ein Glas der eifreien Mayo nach Zorra im Kühlschrank)
  • einige Zweige glatte Petersilie
  • Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette

Die Kartoffeln schälen, waschen und in Würfel (ca. 2 cm Kantenlänge) schneiden. Kartoffeln in den Dämpfeinsatz des Schnellkochtopfs geben. Eier auf die Kartoffeln legen. Auf den Boden des Topfs ca. 250 ml Wasser geben, Dämpfkorb auf dem Dreibein darauf stellen, Deckel aufsetzen und verschließen.

Herd auf höchste Stufe schalten. Wenn auf dem Topf der zweite Ring zum Vorschein kommt, die Hitze reduzieren und alles noch 4 min garen lassen. ( Ich habe diese altmodische Sorte* Schnellkochtopf, bei denen die Anzahl der Ringe den Druck anzeigen. Damit komme ich am besten zurecht). Dann den Topf von der Hitze nehmen, warten bis der Druck nachgelassen hat (bei der geringen Wassermenge geht das schnell), den Topf öffnen. Die Eier unter kaltem Wasser abspülen, Kartoffeln in die Salatschüssel geben.

Cornichons in Scheiben schneiden und zu den Kartoffeln geben. Petersilienblättchen zupfen, hacken und ebensfalls in die Schüssel geben. Mayonnaise untermischen und alles mit Salz, Pfeffer und Piment d’Espelette herzhaft abschmecken. Die Eier schälen, in Scheiben schneiden und auf dem Salat verteilen.

Lasst es Euch schmecken!

Tunnbröd

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Ich habe noch ein Rezept für Euch aus der “Neuen nordischen Küche“* – und zwar das für das klassische Tunnbröd. Über dieses Rezept habe ich mich sehr gefreut, denn Tunnbröd wollte ich schon lange endlich mal backen.

Das Brot ist ein Klassiker aus dem Norden Schwedens. Das dünne Fladenbrot gibt es in zwei Varianten: die harte Variante wird auf Vorrat gebacken – ähnlich wie Knäckebrot ist sie sehr lange haltbar.

Ich stelle Euch die weiche Variante vor. Die lässt sich sehr gut nicht nur einfach als Beilage essen, sondern eignet sich auch zum Aufwickeln und Füllen. Klassischerweise wird das Brot am Rand eines offenen Feuers gebacken – aber was für ein Glück, es geht auch in einer Bratpfanne. Allerdings ein Hindernis auf dem Weg zum Tunnbröd gibt es um diese Jahreszeit: als Treibmittel wird neben Hefe nämlich auch Hirschhornsalz verwendet, und das ist außerhalb der Weihnachtszeit gar nicht so einfach aufzutreiben. Ich mußte ein paar Läden abklappern, bevor ich endlich welches fand. Nun habe ich mir einen kleinen Vorrat angelegt, damit ich öfter mal Tunnbröd backen kann.

Ach so – das Hirschhornsalz braucht man wirklich; das gibt dem Brot eine spezielle Lockerheit und Konsistenz.

Für ca. 30 Fladenbrote:

  • 10 gr. frische Hefe (original: 50 gr. – das braucht man nun wirklich nicht)
  • 100 gr. Butter
  • ca. 300 ml Milch (original: nur 120 ml – das wird aber kein Teig….)
  • 5 gr. Salz
  • 1 TL Hirschhornsalz
  • 220 gr. Roggenmehl (bei mir Vollkorn, frisch gemahlen)
  • ca.  1000 gr. Weizenmehl (bei mir: Type 550), plus etwas zum Arbeiten

Die Butter in einem Topf schmelzen, dann zum Abkühlen beiseite stellen.

Die Hefe in der Milch auflösen.

In einer großen Schüssel die Mehlsorten mit Hirschhornsalz und Salz mischen. Warme Butter und die Milch-Hefelösung dazugeben und alles zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Wenn der Teig zu sehr klebt, noch etwas Mehl zugeben.

Die Schüssel zudecken und den Teig in ca. 1 h zu doppelter Größe aufgehen lassen.

Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche nochmals kurz durcharbeiten, dann in zwei Teile teilen. Die Teile zu 2 langen Rollen formen und diese in je ca. 15 gleich große Stücke teilen.

Jedes Stück Teig zu einem dünnen Fladen ausrollen. Die Fladen in einer heißen Pfanne bei mittlerer Hitze ohne Fett auf jeder Seite ca. 1 min backen.

Lasst es Euch schmecken!