Karotten-Paté

Ach, die gute, zuverlässige Karotte. In jeder Abokisten-Lieferung sind Karotten, und manchmal wachsen sie mir etwas über den Kopf. Das ist dann meist der Punkt, an dem ich sie im Ofen röste und dann für die weitere Verwendung im Kühlschrank parke.

Diesmal sind sie nach dem Rösten in dieser würzigen Paté, gelandet, die sich sowohl als Brotaufstrich als auch als Dipp richtig gut macht. Hugh-Fearnley-Whittiingstall*, von dem das Rezept stammt, schlägt außerdem noch eine Menge Abwandlungen vor: skandinavisch inspiriert mit Räucherfisch und zusätzlichem Dill, etwas würziger mit Chiliflocken oder Curry – oder aber mit Pastinaken statt Karotten.

Und ich denke, wer sich am Kümmel stört, der kann ohne Weiteres auch Kreuzkümmel verwenden.


  • 1/4 TL ganzer Kümmel
  • 150 g Frischkäse
  • ca. 150 g gegarte Karotten
  • Schalenabrieb von 1/2 Bio-Zitrone, plus etwas von dem Saft
  • einige Stängel Dill
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Den Kümmel in einer kleinen Pfanne ohne Fett anrösten, bis er zu duften beginnt. Abkühlen lassen, dann grob mörsern.

Dill zupfen und grob hacken.

Frischkäse zusammen mit Karotten, Kümmel sowie Schale und Saft der Zitrone im Blitzhacker kurz mischen. Das Ganze soll noch etwas Struktur haben.

Dill untermischen und die Masse mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Passt zu Brot, aber auch Dipp für zum Beispiel Rohkost.


Karottendipp mit Orange, Ingwer und Walnuss

Karotten sind jede Woche in der Abokiste. Sie sind ja auch ein vielseitig einsetzbares Gemüse und im Grunde kann man sie fast überall dazuschmuggeln, aber hin und wieder stehe ich dann doch mit leicht gerunzelter Stirn vor einer Gemüseschublade voller Karotten und bin auf der Suche nach neuen Ideen.

Das Rezept für diesen Dipp aus Sabrina Ghayours “Orientalia”* habe ich also hocherfreut aufgenommen – es ist ja auch wirklich alles drin, was ich mag. 

Gegarte Karotten werden mit Nüssen, Orangensaft und -abrieb, einer Menge Gewürzen und Koriandergrün gemixt. Das Ergebnis ist leicht nussig, ein wenig süß und insgesamt sehr ausgewogen – zum Reinlegen! Ich habe im uneigennützigen Selbstversuch festgestellt, dass das Ganze nicht nur ein schöner Dipp für Gemüsesticks ist, es ist auch eine nette Beigabe zu allem Möglichen vom Spiegelei bis zur Bulette – und auch als Brotaufstrich nicht zu verachten.

Für 6 bis 8 Portionen:

  • 500 g Karotten
  • 150 g Walnusskerne
  • ca. 30 g Koriandergrün
  • 1 TL Zimt
  • 1/2 TL Gewürznelken, frisch gemahlen
  • 10 cm Ingwer
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Honig
  • Schalenabrieb und Saft von 2 Bio-Orangen
  • Olivenöl
  • Schwarzkümmelsaat
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Die Karotten schälen und in Stücke schneiden. In leicht gesalzenem Wasser weichkochen.

Inzwischen Walnusskerne grob hacken. Koriander zupfen, feine Stängel und die Blätter grob hacken. Knoblauch schälen und hacken, ebenso den Ingwer.

Karotten, Nüsse, Gewürze, Ingwer, Honig Knoblauch und Koriandergrün mit ca. 4 EL Olivenöl grob pürieren. Saft und Schale der Orangen unterrühren und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

In eine Schale füllen und mit Schwarzkümmel und Koriandergrün dekoriert servieren.

Nussbutter mit gerösteter Banane und Schokolade

Schokoaufstriche stehen hier ja hoch im Kurs. Und man kann sie ganz einfach selber machen. Ich habe schon verschiedene Varianten ausprobiert, und insbesondere diese hier mache ich immer wieder gerne.

Aber jetzt habe ich einen neuen Liebling, nämlich diese Creme aus “Toast & Jam“*. Aus verschiedenen Gründen. Einer davon ist, dass man die braungefleckten Bananen, die gerne mal in der Obstschale herumliegen, verwerten kann. Die Creme hat außerdem eine angenehme Süße – und sie bleibt schön streichfähig. Und der letzte Kick kommt durch eine kleine Prise Fleur de Sel.

Für dies Creme braucht Ihr ein flüssiges Süßungsmittel wie Ahornsirup oder flüssigen Honig. Im Rezept steht außerdem ein Sirup aus Kokosblütensirup; der ist rasch gemacht: einfach 115 g Wasser mit 155 g Kokosblütenzucker ca. 2 bis 3 min kochen, bis der Zucker sich aufgelöst hat.

Für 250 ml:

  • 70 g Cashewkerne, alternativ Mandeln
  • 125 g leicht überreife  Banane, Gewicht ohne Schale
  • 35 g brauner Zucker
  • 85 g bittere Schokolade (ich hatte 85%)
  • 50 g Kokosöl
  • 115 g Ahornsirup, flüssiger Honig oder Sirup aus Kokosblütenzucker
  • Mark einer Vanilleschote
  • 1/4 TL Fleur de Sel

Cashews in eine Schüssel geben, mit Wasser bedecken und über Nacht oder mindestens 8 h einweichen.

Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine kleine Auflaufform mit Backpapier auslegen. Bananen in Stücke schneiden, mit dem braunen Zucker vermischen, in die Form geben und ca. 20 min im heißen Ofen backen, dabei einmal wenden. Aus dem Ofen nehmen. Die Schokolade hacken und mit der heißen Bananenmasse vermengen, bis die Schokolade geschmolzen ist.

Die Nüsse abgießen und abtropfen lassen. Zusammen mit dem Kokosöl in einen Blitzhacker geben und zu einer Paste verarbeiten. Dann die Bananenmischung, das Süßungsmittel und das Vanillemark zugeben und alles nochmals durchmischen. Zuletzt das Salz einarbeiten.

Paste in sterilisierte Gläser füllen; sie hält sich im Kühlschrank ca. 4 Wochen.

 

Thai-Curry-Möhrencreme auf’s Brot – und eine Buchvorstellung

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Ich esse gerne herzhafte Brotaufstriche jenseits von Wurst und Käse. Bloß mit dem Selbstmachen stand ich bisher immer etwas auf dem Kriegsfuss; die Ergebnisse wollten mir nie so recht zusagen. Meist waren die einfach zu wenig opulent und zu lasch, um auf einer Scheibe Brot eine gute Figur zu machen.

Nun, das Problem ist gelöst. Dank Sabine. Auf ihrem Blog gibt es ja seit einiger Zeit die Kategorie “Brotaufstrich des Monats“, und diese Idee war die Grundlage für ein kleines Buch.

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Das Buch stellt insgesamt 22 Brotaufstriche vor. Das mag erst mal nach nicht viel klingen – bringt aber Abwechslung für eine geraume Zeit. Die Rezepte sind schön abwechslungsreich: da gibt es Klassiker wie Kartoffel-Liptauer oder oder Zwiebel-“Schmalz”, Exoten wie Grünen Hummus oder Rauchige Tex-Mex-Creme und Freestyle-Ideen wie Avocado-Kokos-Aufstrich oder Mandel-Bohnen-Paste mit Orange. Einige der Rezepte kennt man von Sabines Blog, aber die meisten sind neu. Das ist aber nicht alles….den Anfang macht ein kleines FAQ, das klärt, was für ein Equpipment man braucht, wie lange sich Aufstriche halten oder wie man die Angelegenheit von flüssig nach streichfest bekommt. Geschmackstuning und Ideen für die warme Küche gibt es auch noch.

Ich hatte noch eine Avocado rumliegen (naja, eigentlich habe ich immer eine Avocado rumliegen….) und habe erstmal den Avocado-Kokos-Aufstrich probiert. Der war gut und gleich verputzt. Karotten habe ich auch immer da – und die Kombination mit Kokosmilch und Currypaste klang verheißungsvoll. Und schmeckt auch so. Also, wer nicht nur Marmelade auf’s Brot mag, probiert es mal aus.

Kurze Vorbemerkungen kann ich Euch nicht ersparen. Erst mal zur Currypaste. Wer Wert auf einen veganen Aufstrich legt, der liest die Zutatenliste. Currypasten enthalten oft Garnelen …. für’s Umami. Und dann noch eine Anmerkung zur Bindung. Das Original-Rezept verwendet dafür Instant-Polenta. Ich hatte “nur” Bramata im Haus und wollte für das bisschen, das man braucht, keine andere kaufen. Das Rezept funktioniert auch mit normaler Polenta; ich habe sie einfach ganz am Anfang zugegeben und mitköcheln lassen.

Das Rezept ergibt ungefähr zwei Gläser zu je 350 ml:

  • 350 g Karotten
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 Dose Kokosmilch (400 g)
  • 1 TL rote oder gelbe Currypaste, plus etwas zum Abschmecken
  • 3 EL Polenta oder Instant-Polenta
  • Salz
  • 3 Stängel Koriandergrün (wer mag)

Die Karotten putzen, waschen und schälen, dann mittelfein raspeln. Frühlingszwiebeln putzen, waschen und in ca. 1 cm dicke Ringe schneiden.

Die Kokosmilchdose öffnen und dann erst mal von der festen Creme, die sich oben auf der Milch abgesetzt hat, einen Esslöffel abnehmen. Den Esslöffel Kokoscreme mit der Currypaste in einer Pfanne erhitzen und, sobald sich eine Ölschicht absetzt, Möhrenraspel, Frühlingszwiebeln und die restliche Kokosmilch zugeben. Wer “normale” Polenta hat, gibt die auch gleich dazu. Alles durchrühren, aufkochen und dann ca. 7 min offen köcheln lassen.

Wer Instant-Polenta hat, rührt sie erst nach der Kochzeit ein, läßt alles nochmals kurz aufkochen und läßt den Austrich dann noch ca. 5 min ausquellen.

Aufstrich mit Salz und zusätzlicher Currypaste abschmecken. Korianderblättchen zupfen, hacken und unterrühren. Die Creme vor dem Servieren durchziehen lassen – sie dickt weiter ein und die Aromen verbinden sich.

Ich  habe den Aufstrich noch warm in sterilisierte Gläser gefüllt, so ist er auch gut vorratsgeeignet.

Feta-Linsen-Dip

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….oder Brotaufstrich, je nach Gusto.

Mit selbstgemachten Brotaufstrichen stehe ich auf Kriegsfuss. Ich habe gerne herzhafte Aufstriche, aber wenn ich die selbst mache, dann fehlt mir meist das gewisse etwas und ich esse sie eher unwillig. Hier war das nicht so.

Wobei das Ganze im Originalrezept*  von Erin Alderson gar nicht als als Brotaufstrich gedacht ist – es wird warm serviert und dient als Dipp. Das schmeckt garantiert wunderbar – zu Gemüsesticks oder zu Crackern. Ich habe den Dipp abkühlen lassen, dann wird er streichfest und ist ein schöner Brotaufstrich.

Die Basis dieses Dipps/Brotaufstrich ist – neben Feta – Linsenmehl. Ich habe rote Linsen durch die Getreidemühle geschickt, das geht völlig problemlos und fabriziert ganz feines Linsenmehl. Wer keine Getreidemühle hat und auch keinen Hochleistungsmixer oder Thermomix, der kann es mit der Kaffeemühle versuchen. Oder mit dem Multizerkleinerer – bei meinem Pürierstabi* ist einer dabei, für den ist das überhaupt kein Problem.

Der Dipp/Aufstrich ist sehr mutig gewürzt, ich mag das gern, denn wenn ich das Ganze auf Brot gebe, dann brauche ich ordentlich Aroma. Wem das alles zuviel des Guten ist, der nimmt halt weniger Koriander und Kreuzkümmel.

  • 480 ml Wasser
  • 70 g Linsenmehl
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 200 g Feta
  • 1 TL Kurkuma, gemahlen
  • 2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 2 TL Koriander, gemahlen
  • 1/2 TL Ingwerpulver
  • 1 EL Zitronensaft
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Das Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren und das Linsenmehl mit einem Schneebesen einrühren. Weiterrühren und die Mischung eindicken lassen. Wenn die Mischung glatt ist und das Mehl gequollen, von der Hitze ziehen und weitere 10 min ausquellen lassen.

Inzwischen den Knoblauch schälen und grob hacken. In den Blitzhacker geben, den Feta dazubröckeln und alles zu feinen Stückchen verarbeiten. Nun das gequollene Linsenmehl, Kurkuma, Kreukümmel, Koriander, Zitronensaft und Olivenöl zugeben und alles zu einer homogenen Masse verabeiten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Jetzt ist es Zeit, sich zu entscheiden: wer das Ganze warm als Dipp servieren möchte, gibt die Masse nochmals in den Topf und erwärmt alles auf mittlerer Flamme nochmals. Dabei immer tüchtig mit dem Schneebesen rühren.

Wer einen Brotaufstrich möchte, lässt alles auskühlen, füllt es in eine Gefrierdose und bewahrt es im Kühlschrank auf. Selbstredend kann so auch übriggebliebener Dipp aufbewahrt werden 🙂