Chili-Tofu

Ich neige ja nicht zum Übertreiben, aber das ist tatsächlich eines der besten Tofu-Gerichte, die ich bisher gegessen habe. Erschwerend kommt noch hinzu, dass ich damit nicht alleine bin; die ganze Familie hat sich mit Begeisterung über ihre Teller hergemacht.

Dabei ist es gar kein klassisches Tofu-Gericht. Das Original kommt aus Indien und heißt Chili-Paneer. Ich liebe Paneer, aber im Kühlschrank wartete noch zu anderem Zweck gekaufter und dann doch nicht benutzter Tofu auf seine Verwendung und so war ich dankbar für das Rezept von Meera Sodha.

Kurzer Exkurs: Das Buch, aus dem das Rezept stammt heißt East* und sammelt vegetarische und vegane Rezepte aus verschiedenen asiatischen Länderküchen. Das könnte auch eine beliebige, unmotivierte Sammlung sein, ist es aber nicht. Das Buch ist entstanden aus einer Kolumne mit veganen Rezepten, die Meera Sodha für den Guardian schrieb. Es ist voll mit spannenden Gerichten und wirklich empfehlenswert. Ich koche mich da gerade mit Begeisterung durch. Ich habe das englische Original, das vermeidet lästige Übersetzungsprobleme, aber bald gibt es das Buch auch in einer deutschen Version*.

Zurück zum Tofu: Zu 100% indisch ist das Gericht nicht. Es gibt in Indien tatsächlich viele chinesische Restaurants; das erste eröffnete schon vor 85 Jahren in Kalkutta. Chinesisches Essen ist also beliebt, und im Laufe der Zeit hat man auch chinesische Rezepte an indische Vorlieben angepasst und umgekehrt.

Das hier ist so eines, und mit Tofu statt Paneer ist es sozusagen eine doppelte Anpassung. Der Tofu schmeckt übrigens deshalb so gut, weil er wirklich knusprig aus der Pfanne kommt. Und das erreicht man mit ganz einfachen Mitteln – der Tofu bekommt eine kleine Hülle aus Maisstärke, die regiert in der Pfanne mit dem Fett und zack – Knusperhülle. Maisstärke firmiert in englischen Rezepten als cornflour, und da ist nicht das Mehl gemeint. Da gibt es öfter mal Übersetzungsfehler, auf die auch ich schon mal reingefallen bin – nämlich hier. Maisstärke macht Knusperhülle, Mehl eher nicht.

Schöner sieht das Essen aus, wenn man rote und grüne Paprika mischt; das gab meine Vorratslage leider nicht her.

 

Für 4 Portionen:

Zutaten:

  • 800 g fester Tofu
  • Maisstärke zum Wälzen
  • Rapsöl zum Ausbacken
  • 2 TL Kreuzkümmelsaat
  • 1 Zwiebel
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 3 cm frischer Ingwer
  • 4 Chilis, optimal wären grüne, ich hatte rote
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 EL Tomatenmark
  • 2 EL helle Sojasauce
  • 2 TL Zucker
  • 2 Paprikaschoten, am besten eine rote und eine grüne

Arbeitsschritte:

Tofu trocken tupfen und in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Die Würfel auf einen großen Teller legen, mit der Maisstärke bestreuen und in der Stärke wenden, so dass sie von allen Seiten damit überzogen sind.

Ihr braucht jetzt eine große Bratpfanne, für die es einen Deckel gibt. Darin so viel Öl erhitzen, dass es ca. 0,5 cm hoch steht.

Die überschüssige Stärke vom Tofu abschütteln und die Tofu-Würfel portionsweise unter wenden in ca. je min goldbraun ausbacken. Fertig gebratene Tofu-Würfel zum Abtropfen auf Küchenpapier geben.

Kreuzkümmelsaat nicht zu fein mörsern. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Ingwer schälen und reiben. 2 Chilis sehr fein hacken, zwei in Streifen schneiden. Paprikaschoten putzen und in ca. 1 cm breite Streifen schneiden.

Alles Öl bis auf 2 EL aus der Pfanne gießen. Pfanne wieder auf die Hitze stellen und Zwiebel und Kreuzkümmelsaat bei milder Hitze ca. 10 bis 12 min braten, bis die Zwiebeln weich sind. Knoblauch, Ingwer und Chilis zugeben, 5 min mitbraten, dann salzen, pfeffern, Tomatenmark, Zucker  und Sojasauce einrühren.  Gut umrühren, alles 5 min köcheln lassen, dann die Paprikastreifen und ca. 100 ml Wasser zugeben.

Deckel auflegen und alles ca. 8 min köcheln lassen. Hin und wieder umrühren und, wenn nötig, noch etwas Wasser angießen. Das Ganze soll nicht suppig werden, es soll aber genug Sauce da sein, um den Tofu zu umhüllen.

Wenn die Paprikastreifen weich sind, den Tofu wieder in die Pfanne geben. Die Hitze erhöhen und alles ohne Deckel 5 min unter Rühren fertig garen.

Mit Salz abschmecken und gleich servieren.

4 Kommentare

  1. natürlich (!) nachgemacht 😉
    Wenn Du schreibst: *eines der besten Tofu-Gerichte* – denn du neigst definitiv nicht zu Übertreibungen! Und es war natürlich (!) wirklich lecker. Allein: mein Knusper-Tofu war leider nicht knusprig. Was könnte ich falsch gemacht haben? War ich zu ungeduldig. Länger braten? Das muss auf jeden Fall geklärt sein, bevor ich das (demnächst-irgendwann) verbloggen werde… liebe Grüße

Kommentare sind geschlossen.